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E_1928_Zeitung_Nr.097

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AUTOMOBIL-REVUE

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TND 97 — 1928 AUTOVtOBIL-REVUE SPOßT- AeEfcCrLAUBE ' Der Sportsmann ist abergläubischen Regungen umsomehr zugänglich, je mehr Widerstände bei sportlichen Wettkämpfen zu überwinden oder je mehr Gefahr in der Ausübung seines Sportes zu finden ist. Diese Feststellung soll keine Herabsetzung des Sportsmannes bedeuten, zumal sich ergibt," dass die Aeusserungen seines Aberglaubens grösstenteils eigenartiger, vielfach spottend-heiterer Art sind. So hat der «Sport-Aberglaube» mit dem den wahren Glaubensvorstellungen •widersprechenden Gehabe alter Leute nichts gemein! Es ist kein Aberglaube, der in Furcht (gegründet ist oder der abschrecken soll! [. Der Aberglaube, dem der Sportler zuneigt *— der «Sport-Aberglaube» — ist ein «vernünftiger» Aberglaube — einer, der sich auf Erfahrung stützt. Man glaubt durch soundsooftmalige Erprobung zu wissen, dass die anigewendeten Mittel chen und Kniffe, die berücksichtigten «bösen Omen » und dergleichen «geholfen», d. h. Misserfolge oder Unglück in ungezählten Fällen verhütet und den Sieg oder das Gelingen günstig beeinflusst liaben Zu innerst abergläubisch dürften mit welligen Ausnahmen alle Sporttreibenden sein! Bei Wettkämpfen und Wettbewerben mit ihrem oft von allerlei Zufällen und glücklichen Umständen abhängigen Ausgang ist das verständlich! Selbst die sogenannten modernsten f Tonuoltendetste Instrumente in relativ massiger Preislage S52IT5 RAMSPECK ZÜRICH _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ (Nachdruck verboten) Sportsmänner — Flieger und Automobilisten — dürften vom Aberglauben, wie er hier gemeint ist, nicht frei sein! So darf es als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, dass die meisten Flieger in der Anfangszeit, z. T. noch bis in den Krieg, einen Teddybären mitnahmen und als Amulett betrachteten. Auch lebende Tiere wurden mit Vorliebe in die höheren Regionen genommen, besonders von Luftschiffern. (Auf das mitgenommene lebende Wesen sollte die Wut der bösen Dämonen sich lenken, die dem Ueberwiftder der Naturkräfte mit Recht feindlich gesinnt sein mussten!) Zu verwechseln ist dieser Aberglauben natürlich nicht mit den zu anderen Zwecken mitgenommenen Versuchstieren! Die Bemalung des Rumpfes der Flugzeuge spielte ebenfalls eine gewisse Rolle. Bevorzugt waren Drachen, Raubvögel u. a. m., um damit die Luftgeister abzuschrecken. Heute gefällt man sich darin, auf dem Rumpf aller- 1 lei allegorische Figuren drohend den Luftgeistern entgegen zu stellen. Der Automobilist hat vielerlei Dinge vom Flieger übernommen (und dieser letztlich von ihm). So findet man auch bei ihm die bei Rennen mitgenommenen Tiere. Besonders von amerikanischen Rennfahrern ist es bekannt, dass sie stets Hunde oder Katzen bei sich führen und nie ohne diese starten. Eine dem Aberglauben angenäherte Bedeutung haben auch die kleinen Propeller und Flügel. Sie werden von vielen Automobilisten durchaus nicht immer als neckisches Spielzeug mitgenommen! Die Farben spielen ebenfalls eine grosse Rolle. Ein bekannter französischer Rennfahrer benutzte z. B. nie einen anderen als einen hellgelben Wagen. Als er einmal einen anderen fuhr — verunglückte er. Weitaus abergläubischer waren aber zu allen Zeiten (und sind es noch) die Jockeis. Sind sie namentlich inbezug auf Farben ungemein wählerisch. Drei rötliche Farben sind DER SIEGER V. Blatt der „Automobil*Revue" Jan van Straaten. widmet in der Zeitschrift « Motorwelt » unserem letzten Sommer tragisch Verunglückten Meisterfahrer Huldreich H e u s s e r die nachfolgende Dichtung: Fünf Wagen lauern geduckt am Start. Zehn Runden gilt es in sausender Fahrt. Jetzt! Achtung — Fertig! Die Flagge sinkt. Das macht einen Satz, wie ein Panther springt. Das löst sich wie ein entfesselter Schrei — Wie ein Schuss — wie ein Blitz. Schon sind [sie vorbei. Ein Flüstern und Raunen geht durch die [Tribünen: Wer wird heut der Sieger, wer nennt ihn, [den Kühnen? Erregte Gesichter und Hebernde Hände. Nimmt die Minute denn gar kein Ende! Man redet so hastig, man atmet beklommen... Plötzlich ein Rufen: «Achtung! Sie kommen.» Wie sich das in die Kurve legt, Näher kommt, da ist, vorüberiegt. Maschine und Mensch ein eiserner Wille: «Erster sein!» — Beifall durchbraust die Stille. bei ihnen völlig verpönt. Es wird sich kein Jockei finden, der diese Farben trägt. Auch mancherlei Amulette bei den Akteuren auf dem grünen Rasen sind sehr beliebt, und noch mehr huldigt man dem Aberglauben, dass die Kleidungsstücke und Gegenstände, die ein grosser Sieger bei einem Siege trug, dem neuen Träger Glück bringen müssen. Um derartige Dinge (von Verstorbenen und Verunglückten) müht man sich zumal in England und Amerika leidenschaftlich. Sehr beliebt sind auch die Haare von siegenden Pferden; dem eigenen Pferde flicht man diese Haare in dfeMähne, und hofft, damit die Siegesaussich-' ten zu erhöhen. Dieser Brauch findet sich besonders in. den Reiterländern Ungarn und Arabien; aber er ist auch in vielen anderen Gegenden, bei Leuten, die im Sattel zu Hause sind, zu beobachten. Die « Ritter des Pedals ». — die Rennfahrer — sind so gut abergläubisch Und Drei dichtauf, und der Wagen war rot. Es sah ihn wohl keiner. Sein Lenker: Der Tod! Sie mochten wohl rasen, si mochten wohl [fliegen, Heut wollte er selber den Sieger besiegen. «Sie kommen! Achtung, die Rennbahn frei!» Schon heult es heran und schon stiebt es [vorbei. Und die Menge braust auf, und der Beilall [bricht los. Ein Name klingt, wächst und wird [riesenhaft gross, Schwebt über der Bahn wie ein eherner Turm, Fliegt weiter die Runde wie flammender Sturm. Ist Liebe, ist Jubel, ist Peitsche, ist Sporn: Er schafft es auch heute. Der Heusser ist [vorn...'!, Liegt vom, liegt allein in betäubendem Lauf. Liegt allein? Nein doch! Sieh... der [Schatten dicht auf. -. Wagen Drei... wie er folgt... wie er [lauert... und schleicht, Halt!... Halt ein... Jetzt hat er den Sieger [erreicht. .* Fünf hat die Spitze, dann Fünfzehn, dann Zwei. Ein Krachen, ein Bersten... ein einziger Ihm nach wie ein Schatten dichtauf Wagen [Schrei! [Drei. j Leb' wohl, Kamerad. Deine Fahrt ist vorbei. wie andere Sporttreibende. Die Farben des Trikots, die Marke der Maschine, der Schrittmacher in seiner Eigenart, ja, selbst gewisse Tage — alles dies spielt bei ihm eine Rolle. Einer der ältesten Steher erringt jedesmal beim Zusammentreffen einer ganzen Reihe (hier nicht umständlich zu schildernder) günstiger Vorbedingungen —die mit seiner starken Leistungfähigkeit nur bedingt zu tun haben — den Sieg; er unterliegt dagegen meist, wenn nicht alles so ist, wie es seiner (abergläubischen) Veranlagung entspricht, durch Resignation, Strassenfahren, Steigen aus dem Sattel, wenn ihnen eine JCatze über den Weg läuft, andere betrachten es als böses Omen, wenn eine alte Frau den Weg kreuzt. Auf dem früheren Hochrade trug man in verschiedenen Gegenden ganz bestimmte Amu« leite, die vor bösem Sturz schützen sollten. Nach Fliegern, Automobilisten, Reitern und Radlern sind endlich die Vertreter des Rasensports und die Turner, sowie die Schwimmer DiHiate in und ausser Hause maschinell, rasch und korrekt durch r II Q METOflDfll " 7Üninfl zuverlässiges Personal. Konkurrenz- L V. D. „IIII.IHUrllL , Lu\ lIlH lose Ausführung. Billiaste Berechnuna. Börsenstr. 10 (2 Lift) Tel. Uta 22.1 im ToDCSTAt Am Nachmittag kamen 1 wir bei der Borax- JMine an, hielten dort, um unsere Vorräte an Wahrungsmitteln, Brennmaterialien und Wasser zu ergänzen. Der Leiter des Unternehmens, dem zweifellos unser «aussergewöhnliches und gefährliches Unternehmen» gefiel, lud uns zum Nachtessen ein. Wenn- man vier Tage von getrockneten Lebensmitteln und [Büchsenkonserven gelebt hat, so ist einem 'eine solche Einladung äusserst willkommen. Nach einem mehrstündigen Aufenthalt fuhren iwir weiter zur Furnace-Creek-Oase, d. h. wir stiegen von einer Höhe von 4300 Fuss zu 170 Fuss unter Meer hinunter. Dieser Ab- , stieg wurde durch eine pfadlose Rinne von 11180 Meilen Länge unternommen und mit jedem Fuss, den wir uns tiefer hinein begaben, schien sich uns die Hitze zu steigern. Auf dieser Fahrt in die glänzende Hölle des Todestales wussten wir, dass wir tatsächlich die Brücken hinter uns abbrechen, da bei der Steiligkeit der Rinne und der Tiefe des Sandes es klar war, dass wir niemals mit unsern Maschinen diesen Weg würden aufwärts zurücklegen können. Aber ohne die Motorräder zurückzukehren wäre überhaupt ausgeschlossen, denn bei dieser Hitze war es funmöglich, genügend Wasser mit sich zu schleppen, um die Streck© zu Fuss zurückzulegen. Bennett, der «Solo» fuhr, kam natürlich -(schneller vorwärts als ich mit dem Sidecar, der ein sorgfältiges Manöverieren um die Felsen der Schlucht verlangte. Bei einer Wegbiegung verlor ich ihn aus den Augen und sah ihn nicht wieder, als bis ich fast schon im Talesgrund angekommen war. Als ich ihn wiedersah, lag er der Länge nach ausgestreckt im Schatten eines Felsblockes, um so den Strahlen der brennenden Sonne zu entgehen. Wenn das ein Vorspiel von der Hitze des Todestales war, was musstenuns dann die nächsten Tage bringen? Wir brauchten kein Thermometer um zu wissen, dass eine fürchterliche Hitze herrschte, aber um die genaue Temperatur festzustellen zog ich doch meine Instrumentenkiste hervor, in welcher ich ein Fahrenheit-Thermometer mit einer Skala bis 135 Grad verwahrt hatte. Als ich das Instrument herausnahm, war das Quecksilber am obersten Punkte der Kapillare angelangt und noch bevor ich es richtig ansehen konnte, gab es einen kurzen, scharfen Knacks und 1 der Inhalt des Röhrchens flog davon. Das Thermometer war einfach explodiert. Wir konnten uns nun wenigstens damit trösten, zu wissen, dass die Temperatur über 135 Grad betrug. Die Oase von Furnace-Creek ist der einzige bewohnte Ort des Todestales. Ein Wohnort von eigener Bedeutung. Es liegen nämlich dort ungeheure Lager von Borax, welche von der Pacific-Coast-Borax-Company ausgebeutet werden. Die Arbeiterschaft der Mine besteht aus einigen Piute-Indianern, denen die Hitze scheinbar nicht so viel anzuhaben vermag, und einem weissen Meister, der einzige Weisse, welcher bisher einen zweiten Sommer in dieser Hitze auszuhalten vermochte. Drei seiner Vorgänger starben während ihres ersten Sommeratifenthaltes in diesem Tale und zwei andere wurden verrückt. Die Indianer hatten noch nie ein Motorrad gesehen; sie schenkten zwar dem meinigen mit dem Sidecar keine besondere Beachtung, wohl aber Bennetts «Solo»-Maschine. Als er durch tiefen Sand von rechts nach links schwenkend herangefahren kam, stoben sie alle wie ein Schwärm Spatzen auseinander. Sie schienen ihn und seine Maschine als etwas Uebernatürliches anzusehen und kamen erst wieder zum Vorschein, als sie sahen, dass Mr. Denton, der Meister, uns die Hand schüttelte. Denton war äusserst erfreut, den Besuch zweier weisser Männer zu bekommen. Er hatte seit 41 Wochen kein weisses Gesicht mehr gesehen und lud uns ein, so lange zu bleiben wie es uns beliebte. Während wir noch sprachen gebot Bennett plötzlich durch eine Handbewegung Schweigen und sagte: «Hört, was sind das für Kirchenglocken, die da läuten?» «Kirchenglocken», rief Denton aus. «Hallo, mein Junge, hier gibt es keine Kirchen innerhalb 200 Meilen, das ist die Hitze, die auf Euch wirkt. Wenn Ihr nicht aushauchen wollt, macht unverzüglich, dass Ihr ins Wasser kommt — mit den Kleidern — schnell.» Mein eigener Kopf brannte wie Feuer und ich fühlte das Blut in den Adern rasen als ob mir jemand mit einem Hammer auf den Schädel schlüge. Schnell folgten wir der Anweisung des Meisters und warfen uns kopfüber in das nächste Wasserreservoir. Das Wasser schien wunderbar erfrischend zu sein, doch kaum war ich darin, so sprang ich auch schon mit einem gellenden Schrei 'vieder heraus, denn es schien mir, als ob ich verbrüht würde. In der Tat wird das Wasser, welches Furnace-Creek (die Anlage) versorgt, aus zwei grossen Quellen auf dem Funeral Mountains gefasst. Sieben Meilen weit wird es teils offen, teils in Stahlröhren herbeigeleitet, und auf diesem Wege erwärmt die Sonne es dermassen, dass es mit einer Temperatur von 112 Grad in den Reservoiren anlangt. Die Wirkung des Bades war tatsächlich die, welche Mr. Denton uns vorausgesagt hatte, denn die Atmosphäre des Todestales ist so trocken, dass sie dem menschlichen Körper ständig mehr Feuchtigkeit entzieht als diesem zuträglich ist. Aus dem Wasser heraus fühlten wir uns in unserer nassen Kleidung in der Hitze und trockenen Luft wunderbar erfrischt, eine halbe Stunde später waren unsere dicken Wollanzüge so trocken, als wären sie nie im Wasser gewesen. Inzwischen war die Sonne untergegangen und die Temperatur etwas gefallen. Wir klärten Mr. Denton mit wenigen Worten über unsere Pläne auf. Er meinte: «Ich will Ihnen keine kalte Tusche geben, aber wenn Sie den guten Rat eines wohlmeinenden Mannes beherzigen wollen, so stehen Sie von Ihrem Vorhaben ab. Sie können sich nicht vorstellen, was für eine strahlende Hölle dieses Tal ist. Sie werden es mir nicht glauben, aber diesen Nachmittag waren Sie beide nicht weit davon, der Hitze zu erliegen. Wenn Sie glauben, dass es hier heiss ist, so haben Sie noch keinen Begriff davon, was Ihnen in den Salzsümpfen wartet.» Wir erwiderten ihm, dass wir nicht die Absicht hätten, von unseren ursprünglichen Plänen abzuweichen. «Boys,» sagte er ernst, «wenn Ihr noch irgend ein Lebensziel habt, so folgt meinem Rat. Wollt Ihr wirklich sterben, so könnt Ihr Euch ein gut Teil nutzloser Qualen ersparen, wenn Ihr Eurem Leben mit der Pistole in der Hand ein Ende macht. Ich bewundere Eure Nerven, aber wenn Ihr nach Süden durch das Tal zieht, so werden Eure Knochen dort bleichen — Ihr werdet die Fahrt niemals vollbringen können. Ich habe schon zu viele dort sterben sehen, ich habe sie aus den Salzsümpfen herausgezogen und habe schon zu viel Gräber graben müssen. Vor meiner Türe lagen sie, tot, weil sie zu spät zum Wasser kamen. Ich habe sie mit der Wasserflasche in der Hand gefunden, sie starben vor Hitze — es ist nicht der Durst, der sie tötet!» (Fortsetzung siehe Seite 36)