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E_1928_Zeitung_Nr.101

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Personenautos 2plätz1g

Personenautos 2plätz1g Personenautos 3—8plätzig Gesellschafts wagen Lieferungswagen Lastwagen Traktoren Andere Wagen und Kollektivtewüligungen 592 5902 61 746 1595 233 Prozentual« Buten; uai 6,3 62,4 0,0 7,9 16,9 2,4 9463 100% Die Personenautos nehmen demnach eine dominierende Stellung ein. Wenn aber das statistische Bureau daraus die Feststellung ableitet, der Charakter des Motorfahrzeuges als hauptsächliches Personenbeförderungsmittel sei damit gekennzeichnet, so gilt dies wohl nur unter Berücksichtigung ihrer numerischen Stärke. Wenn auf die Transportleistungen abgestellt wird, dann erst rück* auch die Bedeutung des Motorwagens für den Warentransport ins rechte Licht. Zahlreiche Tabellen der Publikation befassen sich mit der zahlenmässigen Stärke, mit welcher die verschiedenen Automobilmarken und damit die Lieferungsländer auf dem kantonalen Markt vertreten sind. Insgesamt sind nicht weniger als 268 Marken im Gebrauch, wovon allerdings höchstens 68, die mit mindestens 20 Wagen oder mehr vertreten sind, grössere Bedeutung zukommt. Vier Marken, nämlich Fiat, Citroen, Ford und Buick, sind je mit über 500 Fahrzeugen vertreten und repräsentieren zusammen drei Zehntel des Oesamtbestandes. Die folgende Tabelle orientiert summarisch über die einzelnen Marken : Bestand der einzelnen Markenwagen der verschiedenen Konstruktions- und Verwendungsarten auf Ende 1927: Fiat 998 Bsnz 167 Citroen 609 Mercedes 166 Ford 561 Studebaker 154 Buick 534 Packard 153 Saurer 364 Renault 137 Chrysler 271 Martini 128 Overland 258 Ansaldo 124 Chevrolet 230 Berna 122 Peugeot 206 Minerva 119 Arbenz 176 Cadillac 108 Dodge 168 Mathis 101 Von den übrigen in Betracht fallenden Marken waren 20 bis 100 Stück im Betrieb. Nach dem Herstellungsland gegliedert, ergibt sich nachstehendes Verhältnis : Amerika 36.7% Frankreich 19,7% Italien 16 % Schweiz 13,1% Deutschland 9,7% andere Länder 4,8% 334: Total 100% Bezüglich der Verwendungsart bestehen zwischen den Wagen verschiedener Provenienz ebenfalls bemerkenswerte Differenzen. So sind nahezu drei Viertel der Wagen schweizerischer Provenienz Lastwagen und nur ein Sechstel dient dem Personenverkehr. Von den deutschen Wagen stehen etwa ein Fünftel im Last- und Lieferungsverkehr, während bei allen übrigen Marken acht bis neun Zehnte! auf die Personenwagen entfallen. Sehr lehrreich ist die Zusammenstellung, welche darüber Aufschluss gibt, welcher Berufskategorie der Besitzer angehört. Von 100 Wagen überhaupt entfallen auf die folgenden Berufskategorien : Von 100 Wagen überhaupt entfallen auf die folgenden Berufskategorien: S.) Juristische Personen: öffentl Verwaltungen und Anstalten 2,0 private Veikehrsunternehmen 1,4 Industrie und Handelsgeschäfte 18,2 b) Einzelpersonen- Industrielle, Kaufleute 23,8 Gewerbetreibende 26,3 freie Berufe und Wissenschaftler 8,7 Landwirte. Gärtner 5,5 höhere« Person aj in Handel, Industrie und Verwaltung 8,7 der Baron dabei geflüstert, « und wählen Sie rouge! » Und er hatte, wie unter einem inneren Zwang, rot gesetzt und gewonnen. Am nächsten Tage war Baron Korff seiner Einladung gefolgt und wurde mit Alice, seiner Tochter, die nach dem frühen Tode seiner Frau die Honneurs in dem Hause machte, bekannt. Seitdem waren die beiden öfter beisammen, öfter als es Clifferton lieb war. Zwar hatte er an dem Baron kaum etwas auszusetzen, dessen Allüren tadellos waren, aber ein unerklärliches Etwas zwang ihn förmlich zum Misstrauen gegen den jungen Mann. Morgen würde er also die Auskunft über den Baron einholen, die er schon längst haben musste. Das war er schon seinem Mädel schuldig. Dann schweiften seine Gedanken zu den geschäftlichen Sorgen. Er konnte es sich nicht verhehlen: Die Konkurrenz der Hendersons war ernster, als er es zugeben wollte. Kein Wunder : war doch der Chefkonstrukteur, Anatole Etienne, durch die Schule der World- Company gegangen. Sein Ausscheiden war damals nicht überraschend gekommen. Es spielten da persönliche Momente eine ausschlaggebende Rolle. Als erster Beamter seines Werkes hatte ihn der Generaldirektor einige Male in sein Haus gebeten. Das ging nur so lange, bis Alice bat, sie vor den Zudringlichkeiten des Konstrukteurs zu schützen. Bei der darauf folgenden, heftigen Auseinandersetzung nahm dann Anatole Etienne seinen 3,5 Angestellte und Arbeiter 4,9 Chauffeure und Taxameterbesitzer 2,5 Personen ohne Beruf 3,0 Betrachtet man jede einzelne Wagenkategorie für sich, so ergibt sich, dass die jeweilig höchste prozentuale Vertretung an Fahrzeugen an folgende Berufskategorien entfällt: Bei den Personenwagen 29,4% auf Industrielle u. Kaufleute Lieferungswagen 49,8% auf Gewerbetreibende Lastwagen 44,1% auf Industrie- u. Handelsgeschäfte Traktoren 66,1% auf Landwirte und Gärtner Von den Personenwagen entfallen also nur vier Prozent auf Personen ohne Beruf, während Kaufleute, Gewerbetreibende und freie Berufe den Löwenanteil mit 64,8 % stellen. Man ersieht schon daraus, welche Rolle der Motorwagen im täglichen Erwerbsleben spielt, während seine Bedeutung als eigentliches Vergnügungs- und Luxusfahrzeug so untergeordnet ist, dass dieser Anteil ganz gut unberücksichtigt bleiben kann. Dieses Verhältnis mögen sich vor allem die Behörden vor Augen halten, die gerade bezüglich der Besteuerung und Reglementierung vielfach das Automobil noch unter dem Gesichtspunkt des Luxusobjektes betrachten und demzufolge sich wenig Rechenschaft darüber ablegen, dass die beträchtlichen finanziellen Leistungen der Motorfahrzeugbesitzer hauptsächlich erwerbende Personen belasten und deshalb unfehlbar auf das Wirtschaftsleben irgend eine Rückwirkung ausüben müssen. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass bei den Motorrädern sich das Verhältnis so gestaltet, dass sich 54,9 Prozent dieses Fahrzeuges auf Angestellte und Arbeiter, 20,7 Prozent auf Gewerbetreibende und die restlichen 24,4 Prozent auf die übrigen sieben Berufskategorien verteilen. Das Automobil ist bei den Gewerbetreibenden also nahezu "gleich stark vertreten wie das Motorrad, überwiegt aber bei weitem bei den Industriellen, Kaufleuten und freien Berufen, während das Motorrad sich als Fahrzeug des Arbeiters und Angestellten charakterisiert. Den 9463 Motorwagen standen am 31. Dezember 1927 insgesamt 13 150 Führer gegenüber, die sich im Besitze einer gültigen Fahrbewilligung befanden. Davon sind 94,2 % männliche und nur 5,8 % weibliche Personen. Natürlich ist absolut und im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung des Kantons die Zahl der Personen mit Fahrbewilligungen in der Stadt Zürich, die fast 40 Prozent der Kantonsbevölkerung umfasst, am grössten. Für letzteres Verhältnis ergibt sich folgendes Bild : Es entfallen ein Fahrer auf Stadt Zürich • 30 Einwohner Stadt Winterthur . 59 Einwohner Landgemeinden 57 Einwohner. :'" Von den im Laufe des Jahres erstmals erteilten Fahrbewilligungen wurden 2900 an männliche und 242 an weibliche Fahrer abgegeben. Ueber die Alterszusammensetzung der Fahrer gibt die Publikation ebenfalls minutiösen Aufschluss. Nachstehende Angaben geben eine summarische- Zusammenfassung der Altersabstufung : Aller Personen mli F:arbnrl>ltcwg li Prozent nrnMOR Männer Frauen Männer Frauen 18—30 Jahre 4952 366 40.0 47.7 30—50 Jahre 6367 381 51,4 49.7 50 u. mehr Jahre 1064 20 8,6 2.6 Der prozentuale Anteil der verschiedenen Altersgruppen innerhalb der beiden Geschlechter ist also genau.der nämliche. Interessant ist freilich, dass die Zunahme im Laufe ,des Jahres bei den Männern in den Jahrgängen von 18—30 am stärksten war, währenddem sie bei den Frauen in die Klasse von 30—50 fällt. Es lässt dies darauf schliessen, dass nicht nur das Sportgirl für das Auto- Abschied und trat bald darauf in den Dienst der Konkurrenz. III. Unter tosendem Beifall ging der letzte Akt der «Boheme» zu Ende. Wie aus einem Traum erwachend, blickte Alice auf, als sich der Vorhang zum letzten Male senkte. Baron Korff beugte sich vor: « Gnädiges Fräulein!» Sie wandte den Kopf. « Herr Baron? » « Darf ich den Wagen bestellen? » « Bitte, Herr Baron. » Sie war rot geworden, und sie fühlte das, und das machte sie noch verlegener, als sie sonst ihm gegenüber war. Mit einem kleinen Lächeln hatte der junge Mann die Loge verlassen. In tiefem Sinnen blieb das junge Mädchen zurück. — An diesem Abend erklärte er ihr seine Liebe und fand Gehör. In dieser Nacht setzte Baron Korff sein letztes Geld in einem Spiel-Club auf eine Karte und verlor. Und am Tage danach sprach er bei dem Vater der Geliebten vor. Wenige Minuten vor der gewährten Unterredung hatte der Generaldirektor die telegraphische Auskunft über Baron Korff in Händen: Sie zerriss das Lügennetz, das Bob Sagreve um seine Person gebreitet. Mit erkünstelter Ruhe sass Clifferton Bob gegenüber und musterte ihn lange. Der emp- ; FVim solche für 30 bis 40 und für 12 bis 15 Personen, -eimobil Interesse hat, sondern auch die verheiratete Frau in immer weitgehenderem Masse zur Fachkollegin des Mannes wird. (Schluss folgt.) Frankreich und die Brennstoff-Frage. Das Bestreben Frankreichs geht dahin, sich bezüglich der Brennstoff-Frage möglichst unabhängig zu machen von demAusland.denndie Preise für die Autobetriebsmittel sind in ständigem Steigen begriffen. Der beste Ausweg wäre natürlich, einen Betriebsstoff zu finden, der in genügender Menge im Lande selbst erzeugt werden könnte. Zahlreich sind die Versuche, die von Chemikern und Technikern angestellt wurden, um dieses Ziel zu erreichen. So erfand zunächst der Franzose Camille Laurent das sogenannte « Irpline », mit dem eine Verminderung des Verbrauches um etwa 40 % festgestellt wurde. Als die Irolkristalle im Zuckerwasser aufgelöst wurden, waren die Ergebnisse noch bessere. Die Irolineflüssigkeit, die in dieser Form dem Zylinder zugeführt wurde, ergab regelmässige Explosionen, die jedoch sehr stark waren, so dass der Zylinder durch die Heftigkeit der Explosionen feine Sprünge bekam. Ein weiterer Nachteil des Irolines war der, dass es leicht erhitzt werden musste, wenn es sich in Gas verwandeln sollte und dass der mit diesem Brennstoff arbeitende Motor mit einem anderen beliebigen Kraftstoff angeworfen werden musste, bis sich die Zylinder genügend erhitzt hatten und dann reines Irolinegas nach und nach gegeben werden konnte. Dieser Nachteil wird es wohl zur Hauptsache gewesen sein, dass der Erfinder für seine kostspieligen Versuche keine Unterstützung fand, obgleich auf der andern Seite dieses Gasgemenge den Vorteil hatte, restlos zu verbrennen und daher das Verrussen und Verkrusten von Zylinder und Zündkerzen unterblieb. Nach dem «Iroline » kam das heute noch gebrauchte « Gazogene» zur Geltung. Das System der GazogSne-Motoren beruht auf der direkten Holzverbrennung in einem Holzrost mit besonderen Gaskanälen. Das aufsteigende Gas gelangt nach erfolgter Reinigung in die Rohre. Zahlreiche Versuche haben gute Resultate gezeitigt und noch heute herrscht in Frankreich ein bedeutendes Interesse für die Gazogene-Motoren, die man ständig zu verbessern sucht, aber das System mit dem grossen, unumgänglich nötigen Holzherd kann nur für grossdimensionierte Lastkraftwagen in Frage kommen. Einen neuen Versuch mit einem Betriebsstoff für Personen- und Lastautomobile machten kürzlich die Erfinder des «Tisoline», Picot et fils. Nach dreijährigen Vorarbeiten konnten sie der Oeffentlichkeit das Ergebnis ihrer Forschungen vorführea Man machte einen praktischen Versuch auf der Strecke Paris-St. Germain, die in einer Länge von 128 km starke Steigungen bietet. Mit dem dritten Gang wurde eine Geschwindigkeit von 42 km-Std. konstatiert, und der Verbrauch stellte sich auf 12 Liter für die ganze Strecke, gleich 9,38 Liter für 100 km. Die Versuche mit Tisoline wurden im Laboratorium des Automobile Club de France fortgesetzt, und man nahm ein Gemenge von 58 % Alkohol, 42 % Benzin, dem das Tisoline, eine rosenrote, ätherähnliche Flüssigkeit, zugesetzt war. Es wurde festgestellt, dass der Verbrauch die PS-Std. etwa 315—320 g betrug und das Verbrauchsvolumen fast das gleiche fand ein leichtes Unbehagen bei diesen prüfenden Blicken. Einen Augenblick blitzte der Gedanke durch sein Hirn, dass er durchschaut sei. Doch bald hatte er sich in der Gewalt. Was in den Staaten gewesen, lag hinter ihm, und in Old England hatte er wohl mit Glück und Geschick den Baron kreiert, sonst jedoch, seiner Meinung nach, nichts Kriminelles begangen, bisher wenigstens nicht! Und dass er seine Hand nach der Tochter des allmächtigen Generaldirektors ausgestreckt — je nun — er liebte das Mädel, liebte es aufrichtig und mit einer Innigkeit, deren seine heisse Natur fähig war. Er fand sich wieder und fühlte sich im Besitz seiner gewohnten Sicherheit. Ein verstohlenes Lächeln spielte um die vollen Lippen. Da lächelte auch Clifferton. « Ja, Herr Baron — Baron,» er dehnte das Wort und konnte dabei seine Schadenfreude kaum unterdrücken, « es wird sich wohl bald ausbaront haben, Verehrtester!» Sagreve zuckte mit keiner Miene: « Ich verstehe Sie nicht, Mr. Clifferton! » « So, Sie verstehen mich nicht, Mr. — Mr. — warten Sie mal — ach hier, ganz recht, Bob Sagreve! Verstehen Sie nun?» Einen kleinen Augenblick fühlte Bob den Boden unter den Füssen wanken. Unauffällig beobachtete er mit einem raschen Blick seinen Gegner. Was wird er tun, schoss es ihm durch den Sinn. Er stand auf und machte eine leichte Verbeugung. (Fortsetzung folgt.) — wm ist, wie bei einem mit gewöhnlichem Kraftstoff betriebenen Motor, da die Dichtigkeit des Tisoline gleich 774, die des Benzins gleich 725-730 ist. Aber auch diese Erfindung musste an der Unmöglichkeit, in Frankreich genügende Mengen Alkohol herzustellen, scheitern. In der Not erinnerte man sich einer b'ereits aus dem Jahre 1918 stammenden Idee, nämlich die französischen Kraftwagen, zum min-> desten aber die Pariser Autodroschken, mit Leuchtgas zu betreiben. Zwei interessante Versuche ergaben, nach den Mitteilungen des Pariser Ingenieurs C. Mariol, die günstigsten Resultate. Dem reinen Leuchtgas wurden 20 % Aethylin und Methan zugesetzt und in 4,670 kg schwere Gasflaschen gefüllt. Mit einer Flasche konnten 25 km bei 70 kg Belastung zurückgelegt werden, so dass sich dies Gemenge zum mindesten für die Autodroschken im inneren Stadtbezirk eignet. Aber auch hier stellt sich dem Unternehmen eine besondere Schwierigkeit entgegen, das ist die genaue Kenntnis der jeweiligen Bestandteilsmengen des Leuchtgases, bevor es den Zylindern eines Explosionsmotors zugeführt wird. Leuchtgas besteht aus Wasserstoff, Kohlenstoff, Aethylin, Azetylen, Stickstoff, Kohlensäure u. Schwefelwasserstoff, aber die Analyse gestaltet sich um so schwieriger, als die Zusammensetzung des durch Destillieren der Steinkohle erzielten Gases je nach Beschaffenheit und Herkunft der Steinkohle, wie auch nach dem Destillierprozess sehr verschieden ist. In dem Betrieb des Kraftwagens mit Leuchtgas liegt unzweifelhaft eine sehr grosse Ersparnis, denn 1 kg Benzin oder Benzol ergibt ebensoviele Kalorien als 2 cbm Leuchtgas, jedoch mit dem Unterschied, dass die 2 cbm Leuchtgas heute 1,30 Fr. kosten, während sich das Kilo Benzin auf 3,65 Fr. stellt. Die Frage ist nun, ob sich das Leuchtgas in grossen Mengen auf den Kraftwagen wird unterbringen lassen. Bm. Der Omnibusverkehr in der Sowjetunion besitzt grosse Entwicklungsmöglichkeiten, die keineswegs geringer, wahrscheinlich aber grösser als in den übrigen europäischen Staaten sind. Der Mangel an Kapitalien und der gegenwärtige Zustand der Strassen sind die grössten Hindernisse für eine Ausnutzung dieser Möglichkeiten. Aus einer bescheidenen Berechnung ergibt sich, dass bei dem gegenwärtigen Wachstum des Kurortverkehrs (im Kaukasus, in der Krim und in der Ukraine) für eine halbwegs genügende Deckung des Bedarfs etwa 4600 Omnibusse verschiedener Grossen in den nächsten Jahren benötigt werden. In der Krim sind beispielsweise im Dreieck Semferopol-Sewastopol-Jalta für die Verbindung Jaltas mit den beiden Eisenbahnstationen rund 350 Omnibusse im Verkehr, die 1927 210000 Personen beförderten. Der Umfang des Kurortverkehrs in der Krim ergibt sich daraus, dass nach ungefährer Schätzung im vergangenen Jahre über 1,5 Millionen Personen die Kurorte der Krim besucht haben, wobei zahlreiche Kurorte vom Omnibusverkehr Überhaupt noch nicht berührt werden. Im Kaukasus war für Sotschi, Krasnyje, Poljany und andere Kurorte an der Küste ein Verkehr von 1300 bis 1400 Omnibussen In den letzten zwei bis drei Jahren geplant worden. Gegenwärtig ist es mit Mühe gelungen, dort 100 bis 150 Wagen aller möglichen Marken zusammenzuziehen. Kleine Barkassen und Küstendampfer sind nur ein unzureichender Notbehelf. Der Omnibusverkehr beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Kurorte. Die U.S.S.R. verfügt erst über ein schwach entwickeltes Eisenbahnnetz, das Insbesondere in den Industriegebieten am besten durch Omnibusse ergänzt wird. Rings um Moskau, Leningrad und andern Zentren liegen zahlreiche Städte mit rasch wachsender Industrie und Bevölkerung, von denen Serpuchow, Kolomna und Bogorodsk hier genannt seien. Die mittlere Entfernung dieser Orte von Moskau beträgt 65 km bei einer maximalen Entfernung von 105 km. Für diese Strecken allein werden nach sparsamster Berechnung, die nur die Verwendung eigener Kräfte berücksichtigt, 400 Omnibusse benötigt. Schon nach kurzer Frist wäre eine jährliche Vermehrung der Anzahl Omnibusse um 10 % zu erwarten. Die gleiche Lage besteht in Leningrad, in Charkow, in der Kirgisenrepublik usw. Moskau hat in kurzer Zeit seinen Omnibuspark auf 400 Wagen, meist englischer Herkunft, gebracht und dies trotz früherer Einwände, dass die Art der Moskauer Strassenpflästerung ein Hindernis bilde. Aehnliche Entwicklung verzeichnet die Stadt Kiew, die ganz auf Bergen und Hügeln gebaut ist und wo es vor vier Jahren noch keinen einzigen Omnibus gab. Obgleich die Kommunalwirtschaft über keine grossen Mittel verfügt, sind dort heute 25 bis 30 Omnibusse (Mercedes) im Betrieb. Für russische Verhältnisse kommen im allgemeinen zwei Omnibusgrössen in Betracht, und zwar

N 101 — Das Berner-Lastwagendekret. Die Sonntag den 2. Dezember 1928 in Ölten /ersammelten Schweiz. Automobil-Transportunternehmer haben in einer zahlreich besuchten Versammlung zum Berner Lastwagendekret vom 24. November 1927 Stellung genommen. Sie stellen fest, dass insbesondere durch dessen Qewichtsbestimmungen und das Nachtfahrverbot die Existenz der Schweiz. Autotransportfirmen und ihrer Angestellten erheblich gefährdet ist. Sie sind der Ueberzeugung, dass dieses Dekret einen bedauernswerten Rückschritt in der Entwicklung des modernen Verkehrswesens und eine schwere Schädigung der Schweizer. Volkswirtschaft überhaupt bedeutet. Sie beschliessen, alles daran zu setzen, die in Betracht fallenden Bestimmungen dieses Dekrets, die schon heute geradezu katastrophale Folgen gezeitigt haben, aufzuheben oder wenigstens erheblich zu mindern, in der festen Ueberzeu- ?ung, damit der Schweiz. Volkswirtschaft und sinem gesunden, unaufhaltbaren Fortschritt des Automobil- und Verkehrswesens zu dienen. Die, Garagenfrage vor dem Berner Stadtrat. In der Session vom 30. November richtete Herr Wirz an den Gemeinderat die Anfrage, was man zur systematischen Entwicklung des Garagenswesens in der Stadt Bern zu Die sportlichen Veranstaltungen werden tun gedenke. Herr Wirz wies auf die zu-nunehmende Parkierungsschwierigkeit hin, schieden: 1. Internationale, 2. Nationale, 3. Of- inskünftig in folgende fünf Kategorien ge- welche durch die engen Strassen des Stadtzentrums bedingt sind. Der Interpellant er- Sportveranstaltung darf nur dann als interfene, 4. Geschlossene und 5. Reservierte. Eine achtete es als dringende Notwendigkeit, die national ausgeschrieben werden, wenn sie im Frage eingehend zu prüfen und in Erörterung zu ziehen, ob nicht durch Errichtung von der Internationalen Sportkommission auf- internationalen Sportkalender, der alljährlich von Garagen in bestehenden Gebäudekomplexen eine Lösung der spürbaren Platznot internationale Automobilsport - Veranstaltung gestellt wird, als solche eingetragen ist. Jede gefunden werden könnte. darf nur durch den Nationalen Automobil- Namens des Gemeinderates verwies Baudirektor Blaser darauf hin, dass das Parkie- werden oder ausnahmsweise durch einen ihm Club des betreffenden Landes organisiert ren der Polizei unterstehe. Der Stadtbebauungswettbewerb sehe einige Grossgaragen der besondern Ermächtigung durch den Na- angegliederten Unter-Club, wozu es jedoch vor, und zwar nicht im Zentrum, sondern an tionalen Automobil-Club bedarf. der Peripherie der Stadt, so am Molkereiweg, an der Grabenpromenade, bei der Kleinal, wenn sie im Sportkalender des betreffen- Eine Automobilsportveranstaltung ist nationen Schanze, jenseits der Lorrainebrücke, den Landes, der vom Nationalen Automobilbeim Hirschenpark, an der Effingerstrasse, Club aufgestellt wird, eingetragen ist. Die im Burgernziel usw. Baudirektor Blaser erklärte, dass es nicht am Platz, sondern vielgen kann durch den Nationalen Automobil- Organisation dieser nationalen Veranstaltunmehr am Geld fehle. Das Garagengewerbe Club selbst oder durch einen Ihm angegliederten Unter-Club oder durch ein hlefür spe- habe mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Er glaubte zur Vorsicht mahnen zu müssen, da ziell bestelltes und ermächtigtes Organisationskomitee erfolgen. «der Kulminationspunkt der Autofahrerei», wie er sich auszudrücken pflegte, auch einmal erreicht werden könnte. (Die steigende Zahl der Motorfahrzeuge- lässt diesen Punkt noch recht ferne erscheinen! Die Red.) Die Schwierigkeit in der ganzen Frage wird unseres Erachtens darin liegen, vor allem die täglich vorübergehend, und sei es auch nur für Stunden, im Zentrum der Stadt parkierenden Wagen unterzubringen. Denen wäre mit Schaffung eigentlicher Garageii nicht geholfen, da es nicht der Brauch ist und auch zu kostspielig wäre, seinen Wagen für eine beschränkte Tageszeit in eine Garage einzustellen. xi. Zur bernischen Bussenpraxis. Die Sektion Menziken des Verbandes Reisender Kaufleute, die ca. 85 Mitglieder zählt, hat anlässlich der letzten Versammlung beschlossen, die nächste Zusammenkunft nach auswärts zu verlegen, um damit eine Autofahrt der Mitglieder mit ihren Angehörigen zu verbinden. Infolge der anerkannt guten bernischen Küche wurde als Versammlungsort eine Ortschaft im Kanton Bern vorgeschlagen. Von zwei Seiten wurde jedoch auf die unfreundliche Gesinnung aufmerksam gemacht, der die Automobilisten im Kanton Bern begegnen. Ein Mitglied soll gebüsst worden sein, weil ihm das Schlusslicht am Auto unterwegs versagte, obschon er dessen nicht bewusst war, bis er durch die Polizei darauf aufmerksam gemacht wurde. Ein weiteres Mitglied hat im Kanton Bern auf der Fahrt eine Panne erlitten und das Auto abseits während der Reparatur stehen gelassen, wobei durch eine Manipulation am Wagen das Licht ausging. Obschon der Autobesitzer, der sich vom Auto entfernte, dessen nicht bewusst war, ist ihm eine hohe Busse auferlegt worden. Diese zwei Voten bewirkten, dass sich die Sektion entschloss, den Zusammenkunftsort in eine automobilfreundlichere Gegend, d. h. in einen andern Kanton zu verlegen. Dieser Fall dürfte als deutliches Beispie! für die Auswirkungen der Bussenpraxis im Kanton Bern gelten. Erhöhung der Fahrbewilligung in Genf. Der Regierungsrat des Kantons Genf hat eine Erhöhung der Fahrbewilligung von drei Franken auf zehn Franken in Vorschlag gebracht. Die äutomobilistischen Verbände, der A. C. S. voran, beschlossen aus den nachstehenden, einem Schreiben des Präsidenten der Sektion Genf des A. C. S. entnommenen Gründen, gegen die geplante Erhöhung Einsprache zu erheben: Das Protestschreiben weist auf die Tatsache hin, dass drei Viertel der Automobilbesitzer das Automobil wirtschaftlich verwenden, d. h. für ihr Geschäft und nicht für ihr Vergnügen. Der beste Beweis dafür ist die Tatsache, das es zahlreiche Häuser gibt, bei denen beinahe auf jede Etage ein Auto entfällt. Die Zeiten, in denen das Auto ausgesprochener Besitz der oberen Klasse war, seien dahin. Des weiteren wird betont, dass der Automobilist mit Steuern schon mehr als belastet sei und dass die wirschafilfiche Lage Genfs gegenwärtig nicht als glänzend bezeichnet werden dürfe. Um so mehr gälte es, darauf bedacht zu sein, dieselbe nicht durch erschwerende Massnahmen gegenüber dem Motorfahrzeugverkehr noch ungünstiger zu gestalten. Der T. C. S. erklärt sich mit dem A. C S. im Proteste gegen die geplante Erhöhung solidarisch. :—: SPORTLBCHES Internationales Automobilsportreglement. Wie einer neuesten Vernehmlassung der Assoziation des Automobile-Clubs Reconnus in Paris, welcher bekanntlich der A. C. S. als Vertreter der Schweiz angehört, zu entnehmen ist, hat das Internationale Automobilsportreglement pro 1929 folgende wichtigere Aenderungen erfahren: AIHTOMOBM -RFVIH Unter offene Automobilsportveranstaltungen fallen alle die Veranstaltungen, gleichgültig, ob es sich um internationale oder nationale Wettbewerbe handelt, die jeder physischen oder juristischen Person, gleichgültig welcher Nationalität, zugänglich sind, sofern die Betreffenden eine vom Nationalen Automobil-Club ausgestellte Lizenz der Association Internationale des Automobile-Clubs Reconnus besitzen. Unter geschlossene Veranstaltungen fallen diejenigen Wettbewerbe, die nur den Mitgliedern eines Clubs (Nationaler Automobil-Club oder angegliederter Unter-Club) oder auch den Mitgliedern mehrerer Clubs, die hiezu ermächtigt sind und gemeinsam die Veranstaltung organisieren, offen sind. Eine Veranstaltung ist dann eine reservierte, wenn diejenigen Konkurrenten und Fahrer, die an einer solchen teilnehmen, sich ganz besonderen, im Reglement festgelegten Bedingungen unterwerfen. So können solche Veranstaltungen z. B. reserviert sein nur für Automobilkonstrukteure oder nur für Fahrer, die Eigentümer des betreffenden Wagens sind, oder nur für Fahrer irgend einer Nationalität etc. Ausser dieser Einteilung der verschiedenen Automobilsportveranstaltungen hat auch die Frage der automobilsportlichen Rekorde eine neue, genauere Präzisierung erfahren. Unter die lokalen Rekorde werden diejenigen Höchstleistungen eingereiht, die auf einer dauernden oder zeitweiligen Rennstrecke, die vom Nationalen Automobil-Club genehmigt sein muss, erreicht werden, gleichgültig welcher Nation die betreffenden Bewerber angehören. Nationale Rekorde sind solche von den nationalen Automobil-Clubs anerkannte Höchstleistungen, die auf dem Gebiet des betreffenden Landes erreicht werden. Ein internationaler Rekord einer Klasse bedeutet eine von der Association Internationale des Automobile-Clubs Reconnus anerkannte Höchstleistung der betreffenden Klasse, während ein Weltrekord einer von der A. I. A. C. R. anerkannten Höchstleistung ohne Rücksicht auf die Klasse gleichkommt. Ein dritter Punkt der Neuregelung betrifft die Strafen betr. Konkurrenten und Fahrer. Die Suspendierung, sofern dieselbe internationale Geltung haben soll, und die Disqualifizierung werden den von der A. I. A. C. R. bezeichneten internationalen Sportvereinigungen mitgeteilt, und dieselben haben sich zu verpflichten. In gegenseitiger Wirkung die von der A. I. A. C. R. ausgesprochenen Strafen an- 8in/\cht-ZyIinder in Linie zum se eines Sechs-Zylinder Exftttnfver Tmwri für die Schweiz: JT\GENCE /\MERICAINE SA. GENF Aarau Basel Bern Lnzern St. Gallen Zürich Oelegie'tenversammiurg des A. C. S. Winterversainmiung 1928. Laut dem vom C. C. in den Sitzungen vom 10. und 11. November gefassten Beschlüsse wird die Delegiertem er Sammlung des A. C. S. zur ordentlichen Versammlung am 16. Dezember 1928, um 10 Uhr, in Bern einberufen. Die Sitzung findet im Kasino (Burgerratssaal) statt. Tagesordnung; 1. Wahl der Protokollführer (Art. 22, Absatz 3 der Statuten). 2. Wahl der Stimmenzähler. 3. Festsetzung der Delegiertenzahl jeder Sektion. 4. Protokolle. 5. Budget 1929. 6. Festsetzung der an die Zentralkasse zu entrichtenden Jahresbeiträge und des Jahresbeitrages der direkt beim A. C. S. eingetragenen auswärtigen Mitglieder. 7. A. C. S.-Abzeichen und sonstige mit dem A. C. S.-Monogramm versehene Gegenstände. Vorschläge des C. C. 8. Geschäftsreglement. 9. A. C. S.-Zeitung. 10. Berichte der Kommissionen. 11. Bezeichnung der Treuhandgesellschaft, die im Jahre 1929 mit den Detailrevisionen beauftragt werden soll (Art. 33 der Statuten). 12. Wahl der Geschäftsprüfungsstelle (Art. 33 der Statuten). 13. Verschiedenes und Unvorhergesehenes. Im Namen des Zentralkomitees des A. C. S. Der Zentral-Präsident: sig. A. Dufour. Der Geschäftsleiter: sig. Primault. zuwenden. Umgekehrt sind diejenigen Suspendierungen und Disqualifizierungen, die der A. I. A. C. R. von diesen andern Sportvereinigungen mitgeteilt werden, auch von der A. I. A.C.R. zu beobachten. Eine letzte neue Regelung betrifft die Kategorie der Sportwagen, wie solche zu den Rennen des Jahres 1929 zugelassen werden. Es wurden hiefür folgende Erfordernisse und Neueinteilungen aufgestellt: Was.e ZjlUerlsMlt MilKtinrlikt Mliüe de F8FS o in Stallt tat A über 8000 cem 1800 kg 2* B über 5000 und bis 8000 cem 1880 kg 2* C über 3000 und bis 5000 cem- 1200 kg 2* D über 2000 und bis 3000 ccin 860 kg 2 E über 1500 und bis 2000 com 780 kg 2 F über 1100 und bis 1500 cem 660 kg 2 G über 750 und bis 1100 cem 420 kg 1 H Ober 600 und bis 750 cem 330 kg 11 I über S50 und bis 600 com beliebig 1 J bis zu 350 cem beliebig 1 a) Die Insassen können durch Sandsäcke, il 60 kg BaJlast pro Person, ersetzt werden. * Die Sportwagen der Klassen A bis C müssen jedoch das Gewicht von vier Personen tragen Neu ist vor allem, dass nun auch für die Kategorie der Sportwagen Mindestgewichte vorgeschrieben werden, so dass sich inskünftig auch für diese Wagenkategorie ein Abwägen der Fahrzeuge notwendig machen wird. s. II, Internationale Schonhefts- Konkurrenz Luzern. Das Datum für die II. Internationale Schönheits-Konkurrenz ist auf den 3. August 1929 festgesetzt worden. Bekanntlich wies die diesjährige I. Schönheitskonkurrenz eire sehr grosse Beteiligung auf. Das Sportprogramm dsr Sektion Genf des A. C. S. Neben dem Kilometer Lance", das nächstes Jahr, wie wir bereits ausführten, als Halbkilometer Lance" zum Austrag gelangt (Da der Anlauf zu kurz ist, wird nunmehr die Chronometierung in dem Sinne vorgenommen, dass einerseits die effektive Zeit vom Start bis zum Ziel gemessen wird, anderseits die zweiten 500 Meter, d. h. die zweite Hälfte der Strecke, worauf beide Zeiten zusammengezählt und mit 2 dividiert werden; das erhaltene Resultat gilt als Bewertung), findet die mit so ausserordentlichem Erfolg organisierte Sternfahrt anlässlich des Salons am 17. März 1929 ihre Wiederholung. Die Organisation wird wiederum unter der bewährten Leitung von Präsident Chantre stehen. Ausserdem wird die Nationale Sportkommission den Organisatoren ihre Unterstützung leihen. Das Reglement für die Fahrt wird auf Neujahr erscheinen und unverzüglich in den Besitz der einzelnen Sektionen gelangen. Möglicherweise wird der Kilometer Arrete von Grand-Saconnex nächstes Jahr durch ein Bergrennen ersetzt, welches die Sektion Genf gemeinsam mit einer Nachbarsektion zu organisieren beabsichtigen würde. Als Datum ist der erst« Sonntag im Juni vorgemerkt. Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen worden, v. Alpenstrassen. Die nachfolgenden Alpen« strassen sind wegen Schneefall nicht fahrbar: Albula. Bernina. Flüela. Furka, Gritnsel, Grosser St. Bernhard, Ju'ier, Lukmanier. Obera'p, St. Bernhardin, St. Gotthard, Simplon, Splügen, Umbrail.