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E_1928_Zeitung_Nr.105

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sich drein und machte

sich drein und machte natürlich auch in ihrem Verkaufszelt — sie verkaufte kleine, niedliche Marzipangegenstände, wie sie zur Weihnachtszeit allgemein üblich sind — die besten Geschäfte. Das brachte sie in Laune, und so teilte sie dem Vergnügungsrat des Clubs mit, dass sie bereit sei, dem Preisträger einen Scheck von 1000 Dollar zu stiften oder, falls er den Scheck dein Waisenhaus stiften wolle, ihn mit einein Kuss, öffentlich verabreicht, zu entschädigen. Sensation! Aufruhr im Saale! Die schöne Miss Marion will den Preisträger küssen! Und die Herren schritten, mit Bleistift, Zetteln und Kuverts bewaffnet, die Reihen entlang, betrachteten sinnend die Auslagen und dann die hübschen Verkäuferinnen und «dichteten » dann einen ihnen am passendsten erscheinenden Namen. Um Mitternacht eröffnete das Preisgericht, bestehend aus einer grossen Anzahl von Damen und Herren des Clubs, das Resultat. Da kamen allerhand Namen zu Tage : Kuchenmäuschen, Duftfalter, Lederhäschen, Rosenkäfer, Sekthäsel, Spitzenliesei, Tabakrosel u. s. w. Die allermeisten Namen waren auf Miss Mario.n gefallen. Das ging in viele Dutzende. Unter allgemeiner Zustimmung war mit grosser Stimmenmehrheit im Preisgericht für Miss Marion preisgekrönt worden der Name : « Miss Marzipan ». Und als Verfasser wurde verkündet: Herr Professor Konrad Salla. Dem Beglückten wurde vom Vergnügungschef des Clubs der von Miss Marion ausgeschriebene Scheck über 1000 Dollar überreicht, dann der holden « Miss Marzipan » zugeführt, um den Scheck gegen einen Kuss von ihrem schönen Munde umzutauschen. Lächelnd wandelte Konrad Salla dahin. Miss Marzipan stand vor ihrem Zelte. Als aber der Vergnügungschef ihre Hand ergriff, um die Miss zu bitten, ihr Versprechen einzulösen, riss sie sich los und rief: «Diesen Herrn küsse ich nicht! » Neue Sensation! Zurufe aus der Versammlung. Bemerkungen fielen. Professor Salla machte der peinlichen Situation schnell ein Ende. Er verneigte sich korrekt vor Miss Marzipan und schritt, davon. Im Vorraum schrieb Konrad Salla einen neuen Scheck über 5000 Franken, legte den in einen Briefumschlag und schrieb auf seine Karte : «Anbei Wert von 1000 Dollar für das Waisenhaas, den Originalscheck von Miss di Consanza bitte ich, mir als Andenken meiner Demütigung aufheben zu dürfen. Salla.» Und dies verschlossene Kuvert sandte er durch den Clubdiener an den Club-Vorsitzenden. DIE TÄNZERIN Sie tanzte. Sie tanzte alle zügellosen Leidenschaften und alle frommen Gebete. Alle Sehnsucht tanzte sie, und ihre Glieder waren Lust und qualvolles Leid. Die sie tanzen sahen, deren Seelen wurden aufgewühlt, zerrissen von unerhörten, fremden Gefühlen. Manche empörten sich und schimpften sie zuchtlos, und andere ahnten ihre arme, gefangene Seele, die um Befreiung rang; diese weinten um sie, denn sie dachten der eigenen flügellahmen Seele. Die Tänzerin war von einem jungen Gesellen begleitet, nach dessen Geige sie tanzte. Man sagte, es sei ihr Bruder; denn seine Stirne war ebenso klar und seine Augen ebenso erfüllt von Unrast wie die ihren. Keiner wusste, ob ihre Bewegungen aus seiner Musik oder seine Musik aus ihrem Leibe strömten. Es war ein schwerer, schwarzer Abend, als sie von einem Feste heimkehrten. Sie traten in ihr Haus, das weiss im dunkeln Garten träumte. Dann trafen sie sich im runden ÄUTOMOBTL-REVUC Saal, dessen hohe Fensterbogen helle Rchmen zu dem nächtlichen Bilde waren. Da draussen lag der See, glatt und dunkel. Dunkler stiegen die Berge auf zu beiden Seiten, wie eine schillernde Schlange spannte sich die Brücke mit ihren Lichtern über den See, von einem Berg zum andern. Der Himmel hing schwer wie ein schwarzes Gewölbe darüber. «Du Bruder meiner Seele, spiele mir wieder den Tanz, den ich liebe, in dem ich ausruhe und träume, den Tanz, da ich nicht mehr ich bin, sondern ein Wind, der in bäumen singt, da ich das Rauschen der Bläiier bin und das Flüstern des Grases, da ich das Murmeln der Wellen bin, die schimmernd durch das luhige Land meines Traumes strömen. Spiele mir diesen Tanz, der mir gehört und wende deine Augen von mir.» Er gehorchte ihren Worten und wandte sich von ihr, wie immer, wenn sie tanzte. Oft, wenn er, wie jetzt, zu Hause diesen Tanz spielen musste, hatte ihm ein wilder Wunsch, sie zu sehen, den Kopf herumgerissen. Doch ihre Bewegungen erstarrten im selben Augenblick. Sie bat ihn dann, dies nicht mehr zu tun, um ihret- und um seinetwillen. Und nun sollte er wieder spielen, heute, in dieser seltsamen Nacht. Ein brennendes Verlangen Hess seinen Leib erschauern. Heute musste er sie tanzen sehen! Als sie nun ganz in sich versunken auf den ersten Ton wartete, schritt er dem einen Fenster zu, in dessen Flügel sich ihre Gestalt spiegelte... Und rieselnd, zitternd, wie ein Wind, der sich erhebt, flohen die Töne von den Saiten. Er spielte, spielte. Seine Augen verzehrten das seltene Bild. Sie erschauten jede Verwandlung der Tänzerin, und eine grenzenlose Trauer erfasste ihn über seinen Verrat. Plötzlich begegnete er ihren Augen im Fenster. Der Bogen sank von den Saiten. Ihre Hand legte sich auf seinen Arm. Sie schwiegen lange. Dann glitt ihre Hand kosend durch sein weiches Haar und legte sein Haupt an ihre Schulter. «Ich weiss, dass du mich liebst und dass du mich begehren wirst, sobald du einst in meinem Tanzen deine eigenen Wünsche und Leidenschaften zu erkennen glaubst. Dann wird dein Wunsch dich zu mir treiben und du wirst ein Windstoss sein, der in Feuer fährt, das er zur verheerenden Flamme auflodern lässt. Darum, lass ab von dem gefährlichen Spiel. Du musst wie ich in Sehnsucht leben, um der Vollendung näher zu kommen.» Da senkte er seine Augen und ging hinaus aus dem runden Saal. Am Abend darauf sollte sie vor vielen Menschen tanzen. Die Versuchung fieberte in seinem Hirn. Einmal noch wollte er sie tanzen sehen, als Mensch, nicht als Wind, als Rauschen der Blätter. Seine Musik erfüllte den Kaum. Da wehte der Vorhang, der ihn von ihr trennte, zur Seite. Seine Augen waren wie Vögel, die mit lautlosem Flügelschlag jeder ihrer Bewegungen folgten. Er sah sie tanzen. Tanzte sie sich? Tanzte sie ihn? Er sah seine eigene, dürstende, unbeständige Seele lachen, leiden, sich verbrennen in diesem Tanze. Seine Augen Hessen sie nicht mehr los, bis er ihren Blick zu sich gezwungen. Sie taumelte. Der Tanz brach schrill ab, wie ein Lied, bei dem man immer noch auf ein Ende wartet... Die betörten Menschen im Saal harrten — atc nlos — Doch die Tänzerin war verschwunden, ehe das Beifallstosen die reglose Luft zerriss. E. Herlik. Traum. Verschneit liegt rings die ganze Welt, ich hab nichts, was mich freuet, verlassen steht der Baum im Feld, hat längst sein Laub verstreuet. Eichendorff, Ansphaffnnsrspreis Fr 16000.—). Event. Zahlun?serleichterunsen. unverbindliche Besichtigung und Probefahrt hei 7720 MERCEDES-BENZ-AUTOMOBIL A-Q, ZÜRICH 4. Badenerstrasse 119. — Telephon Oto 1883. Windschutz- Scheiben K £T TiM Zick zackförmige Ausführung aus bestem Material, verkupfert, mit Momentverschluss, paarweise in kl. Originalsäcken verpackt. — Preislisten zu Diensten. Für Händler günstige SpeäaJbedingungen. AUTOMOBILWERKE ZÜRICH Badenerstrasse 3 29 zerorocnene ßiuminiumgeiiäuse 17 .»t • reparieren wir nicht antosen. Volle Garantie, tast unsichtbar, daher nenwertig. Ergänzung lehiender Teile. Rücksendung innerhalb24 Standen. Pnma Referenzen. Tel. 14 ALUMINIUM-LÖTEREI Oberrobrdort bei Baden. 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