Aufrufe
vor 8 Monaten

E_1928_Zeitung_Nr.105

E_1928_Zeitung_Nr.105

8 ÄUTOMOBTL-REVUE

8 ÄUTOMOBTL-REVUE 1928 — Die Delegiertenversammlung des A. C. S. Die Delegierteiiversammlung des A.C.S. vom letzten Sonntag im Burgerratssaal des Kasino in Bern bot ein geschlossenes Bild erfreulicher Zielgewissheit und Zusammenarbeit. Der Segen der neuen Statuten war allenthalben spürbar — die Krisenzeit liegt überwunden hinter unserem grossen schweizerischen Club. Die Berichterstattung muss sich auf jene Punkte beschränken, die der private Charakter der Delegiertenversammlung zulässt. Die Morgensitzung. 10 Uhr 20 eröffnete Herr Zentralpräsident Dufour die Delegiertenversammlung. Bei der nachfolgenden Feststellung der Stimmenzahl stellte Generalsekretär Hauptmann Primault fest, dass die DamenJVütglieder nicht mitberücksichtigt werden könnten, ebenso hätten Mutationen nach dem 20. November (dem Tag der Ausstellung der Delegiertenliste) auf die Stimmenzahl keinen Einfluss mehr. Das Protokoll, reichlich lang© Zeit vor der Versammlung den Delegierten zugestellt, wurde ordnungsgemäss genehmigt. Nach einigen Fragen allgemeine Natur nahm' Das Geschäfts-Reglement. weitgehendste Aufmerksamkeit in Anspruch. Herr Dr. Stadler, Zürich, Präsident der Statutenkommission, begründete die verspätete Ausarbeitung des Reglementes damit, dass man auf die Mitarbeit der administrativen Instanzen Wert legte. Nach Einarbeitung des neuen Generalsekretärs konnte das Reglement ausgearbeitet und den Sektionen unterbreitet werden. Es sind wenige Bemerkungen eingegangen. Da das neue Reglement für die Gesamtheit der Clubs erlassen wird, haben lokale Interessen naturgemäss zurückzutreten. Im übrigen ist es das erste administrative Reglement, das der A.C.S. einführt, demgemäss wie alles Neue, den Einflüssen der Anwendungspraxis unterworfen. Diskussionslos wurde das neue Reglement unter Verdankung der Kommissionsarbeit angenommen. Das offizielle Organ war schon von jeher ein Sorgenkind der Delegiertenversammlungen. Die Pressekommission unterbreitete — wiederum war Herr Dr. Stadler der Sprecher —einen Kontrakt, der unter Vorbehalt der Ratifizierung mit der Fiima Hallwag eingegangen worden war. Der A.C.S. hatte darauf ausgehen müssen, Mittel und Wege zu finden, das offizielle Organ aus den Zahlen des Budgets streichen zu können. Von drei eingegangenen Offerten entsprach eine einzige den Anforderungen der Pressekommission. Die offizielle Zeitung des Clubs wird noch für die Dauer von zwei Jahren in ihrem gegenwärtigen Gewände erscheinen. Die beiden Ausgaben deutsch und französisch werden indessen in einer einzigen zweisprachigen Ausgabe herauskommen. Von 1931 an ist eine dreimalige Erscheinungsweise pro Monat vorgesehen; diesen drei Ausgaben soll in der vierten Woche eine illustrierte Revue folgen, der ein Bulletin mit den aktuellen Informationen des Clubs beigegeben wird. Der vorgelegte Kontrakt wurde diskussionslos einstimmig gebilligt. Man ging alsogleich — seit der Eröffnung der Versammlung war erst eine halbe Stunde verflossen — zu den Kommissions-Rapporten über. AnscbJiessend an den Bericht der Versichernngskommission entspann sich zwischen den Herren Zwinpfel und de Rabours, dem Präsidenten dieser Kommission, eine kurze Debatte. Herr Zwinpfel interpellierte bezüglich der Tourismusversicherung, seinen Standpunkt definierend, dass ein Versicherungskontrakt, für den nicht alle Versicherungsgesellschaften zur Eingabe von Offerten aufgefordert worden sind, durch das Zentral- In der begreiflichen Aufregung wurde es kaum bemerkt, dass der Prüfmonteur für den Rest des Tages verschwunden war. Erst am folgenden Tage nahm er seine Arbeit wieder auf. Die Feststellung von der gewaltsam beschädigten Vorderachse war von dem Fahrtleiter gemacht worden, einem älteren, erprobten, zuverlässigen Ingenieur, der den Befund unverzüglich dem Direktorium anzeigte. Die sofort davon verständigte Polizei stellte eine umfangreiche Untersuchung an. Jules Gambon wurde unter dem dringenden Verdacht der Täterschaft in Haft genommen, musste aber wieder mangels Beweisen freigelassen werden. Das Verfahren wurde nach aussen hin von dem Untersuchungsrichter eingestellt und Jules Gambon trat nach einer Aufforderung der Fabrikleitung seinen alten Dienst wieder an. John Bird wurde eines Tages nach der Schicht mit dem Monteur näher bekannt. In der grossen Kantine pflegten sich nach der Arbeit die ledigen Arbeiter zu einem Glase Bier zusammenzufinden. Viele wohnten auch komitee nicht ratifiziert werden sollte. Herr de Rabours bemerkte hierauf, dass der fragliche Vertrag vor zwei Jahren durch die Delegiertenversammlung ratifiziert wurde. Im übrigen sei es ein Prinzip des A. C. S., seine Versicherungen an die verschiedenen Gesellschaften zu vergeben, schon um die Risiken zu verteilen und ein Maximum an Unabhängigkeit zu wahren. Die Berichte der Schlichtungs-, Verkehrs- und Tourismuskommission gaben zu keinen Bemerkungen Anlass. Im Ansohl uss an den Bericht der Sportskommission fragte Herr Gassmann, Zürich, an, welche Schritte die Kommission zu unternehmen gedenke, um die nächste Alpenfahrt vor der Dekadenz in eine reine Geschwindigkeitshetze durch das schweizerische Hoheitsgebiet zu bewahren. Der Präsident der Sportkommission, Herr Decrauzat, formulierte die Erklärung, dass der A. C. S. an der nächsten Alpenfahrt nur unter der Bedingung teilnehmen werde, dass die Alpenfahrt als Regelmässigkeitsfahrt, unter strengster Respektierung der Polizeivorschriften, zum Austrag gelange. Als neue Suppleanten der Verwaltungskommission wurden die Sektionen Zürich und Waadt bestimmt, welche ihrerseits die Herren Steiger und Mermod mit diesem Amte betrauten. Ueber das Budget referierten die Herren De la Harpe, Zentralkassier, und Devaud, Präsident der Finanzkommission. Was die Ausgabenposten anbelangt, wurden sie analog denjenigen des Jahres 1928 aufgestellt. Wo man konnte, sind Sparmassnahmen in Betracht gezogen worden. Andernteils bedingen Reorganjsationsfragen und verschiedene Anschaffungen da und dort gewisse Erhöhungen. Die Touristikkommission hat gegenüber 5000 Franken für das Jahr 1929 30,000 Fr. zur Förderung der Touristik in der Schweiz in ihr Budget aufgenommen. Ebenso stehen 5000 Fr. als Subvention für das Klausenrennen im Voranschlag, ein Betrag, der im Jahre 1927 von der veranstaltenden Organisation zurückerstattet werden konnte. Für die Einrichtung eines Touristikbureaus in Lugano sind 24,000 Fr. vorgesehen. Ueber die Höhe der Mitgliederbeiträge wurde lange debattiert, bis endlich der Beschluss zustande kam, dass der Mitgliederbeitrag auf Fr. 20.— belassen wenden solle. 14 Franken sind als Personalbeitrag bestimmt, 2 Franken sollen in den Amortisationsfond und 4 Franken nach Antrag des Herrn Stadler in den Triptykfond fliessen. Auf Antrag Olivier werden 3700 Franken, die für die Gobelet bestimmt waren, mit 40 gegen 32 Stimmen gestrichen. Die Nachmittagssitzung. Nach dem Mittagsbankette wurden die Fragen über das Budget zu Ende beraten. Herr Hürlimann (Zürich) gibt eingehende Erklärungen über das Budget der Touristenkommission ab. Es ist vor allem eine Touristen- Hilfsorganisation auf der Gotthardstrasse, von Chiasso bis Luzern, in Aussicht genommen. Das Budget wurde schlussendlich nach einem Votum des Präsidenten gutgeheissen. Stellung zum Damen-Automobllclub. Unter Traktandum Verschiedenes griff Herr Dr. Mende die Frage des in Gründung begriffenen Damen-Automobil-Clubs auf. Der Club, unter Wahrung seiner völligen Unabhängigkeit, möchte sich einem grösseren Verbände anschliessen. Dem von Sekretär Primault vorgelesenen und in Aussicht gestellten Vertragsverhältnis zwischen dem A. C. S. und dem neuen Damen-Automobil-Club wird vorläufig zugestimmt, allerdings unter dem Vorbehalte, dass der Vertrag in der nächsten Delegiertenversammlung endgültig gutgeheissen werde. Es ist in diesem Damen-Automobil- Club ein Mitgliederbeitrag von 15 Franken r orgesehen, von denen 5 Fr. dem Zentralkomitee des A. C. S. und 10 Fr. den Damensektionen zufliessen würden. Dementsprehend würden die Mitglieder des Damen-Automobillubs verschiedenen Vergünstigungen des A. ;. S. teilhaftig werden. Im übrigen haben sich die Damen verpflichtet, unter den weiblichen Mitgliedern des A. C. S. keine Propa- :anda zu betreiben. Eintragungen ins Handelsregister. Herr Dr. von Stiirler, Vizepräsident der Rechtskommission, verbreitete sieh über die Frage der Handelsregistereintragung des A. C. S. und schloss sejne Ausführungen mit der Feststellung, dass die Eintragung für den ^lub nicht obligatorisch sei. Sie ergebe übri- ;ens mehr Nachteile als Vorteile. Die Versammlung schliesst sich dieser Auffassung an. rahrbewilligungen. Es ist eine Tatsache, dass die gegenwärtige J orm der Fahrbewilligungen praktisch unberiedigend ist. Die Sektion Montagnes Neuchäteloises formulierte daher folgende Anträge : 1. Ersatz der Fahrbewilligung durch Verkehrskarten in praktischem Format. 2. Uebergabe eines Konkordattextes an die Fahrprüfungskandidaten, damit diese in der Materie geprüft werden können. 3. do. Uebergabe der Broschüre des Völkerbundes über Strassensignalisation. 4. Bereinigung unserer Strassenzeichen mit denen des Völkerbundes (z. B. Parkverbot, Durchfahrtszeichen). Die Anträge werden der Verkehrskommission überwiesen. Benzinverkauf. Der Delegierte der Sektion Genf, Herr hantre. stellte nachgenannte Anfragen : 1. Wo stehen wir in der Benzinverkaufsfrage, die seinerzeit durch Herrn Imhof aufgeworfen wurde? 2. Welche Mittel gedenkt das C. C. jenen Sektionen zur Verfügung zu stellen, die einer starken Konkurrenz ausgesetzt sind? 3. Der A. C. S., dem die sportliche Vollmacht in unserem Lande zukommt, soll aus Gründen des Prestige und aus Gründen der Popularität dieselbe auch ausüben. 4. Es ist notwendiger denn je, den Mitgliedern des A. C. S. alle denkbaren touristischen und administrativen Vorteile zu verschaffen. Der Präsident nahm die Anregungen 2 bis 4 zuhanden des Zentralkomitees entgegen, während sich Herr Primault über die Benzinverkaufsfrage eingehender äusserte. Auf eine Anfrage von Herrn Hostettler (Bern) antwortet Dr. Mende, dass der A.C.S. der Frage alle Nachachtung schenke. Die Berner Polizei. Her Oberst Bovet (Neueuburg) erachtete nach den letzten Vorkommnissen im Kanton Bern die Proklamation eines Boykottes als berechtigt. Zur Durchführung sollten an der bernischen Kantonsgrenze Agenten aufgestellt werden, die alle Fahrer zu warnen hätten. Der Präsident erklärte, dass die Angelegenheit bereits vom bernischen Kantonalverband der A. C. S.-Sektion in die Hände genommen wurde. Der Verband richtete einen schriftlichen Protest an die bernische Regierung. Herr Dr. Mende benachrichtigte ferner bei Anlass eines Vortrages des bernischen Bau- und Eisenbahndirektors, Herrn Bösiger, über «Das bernische Strassenwesen über unliebsame Polizeikontrollmassnahmen. Diese Worte sind leider in der Tagespresse nicht wiedergegeben worden. Delegtertenversammlung in Zürich. Die Sektion Zug hat aus Gründen ihres Jubiläums die Organisation der kommenden Delegiertenversammlung der Sektion Zürich überlassen. Herr Dufour schloss die Dele giertenversammlung mit einem speziellen Dank an die Finanzkommission, die dank ihrer grossen Bemühungen die Konsolidierung in dem nahen Logierhaus der Werke. Auch John Bird und Jules Gambon hatten dort ein Unterkommen gefunden, und so traf es sich, dass eines Abends bei dem Heimweg John dem angezechten Monteur hilfreiche Dienste erwies. Der Alte lieferte seinen Schützling sorgsam bei dem Hauswart ab und brachte ihn, mit dessen Unterstützung, in sein Zimmer. Das kam im Laufe der Zeit öfters vor, denn Jules hatte immer reiche Geldmittel, die er zum grossen Teil in Alkohol anlegte. Schliesslich waren beide freundschaftlich verbunden, tranken zusammen und tauschten gegenseitig ihre grossen und kleinen Geheimnisse aus. Der Alte hatte eines Abends in halber Trunkenheit damit angefangen. Jules sah den neuen Freund mit andern Augen an, als er auf diese Weise erfahren musste, dass jener schon mehrere Male erheblich vorbestraft sei. Und dann kam bei einem weiteren Gelage sein Hauptgeheimnis, das er mit Flüsterstimme und häufigem scheuem Umherblicken dem Trinkgenossen bekannt gab: «Ich bin nämlich mit einem besonderen Auftrag in die Dienste der World-Company getreten!» Der Monteur fuhr auf und blickte sein Gegenüber argwöhnisch an. Mit einem Schlage schien seine Trunkenheit verschwunden zu sein. «Du hast einen Auftrag — so, was ist das für ein Auftrag?» Misstrauisch musterte er den Alten, der ruhig sein Glas leerte. Umständlich steckte er seine Stummelpfeife in Brand, strich sich den feuchten Bart und weidete sich an der gespannten Aufmerksamkeit des andern. «Ja, ja, mein Junge,» versetzte er vertraulich und blinzelte mit den schlaftrunken gewordenen Augen, «ich habe einen Auftrag zu erfüllen, von dem ich dir aber nichts verraten darf!» Gambon wurde unruhig. Was mochte der alte Schwätzer damit meinen, dachte er wütend und sog heftig an der erloschenen Zigarre. Eine lange Pause entstand, die beide durch weiteres Trinken ausfüllten. Noch einmal drang der Monteur in den Alten, um ihm das Geheimnis zu entlocken. Vergebens! Und so wurde weiter gezecht, bis sie dann, in gewohnter Weise sich gegenseitig stützend, den Heimweg antraten. In der frischen Nachtluft No 105 der finanziellen Basis des Clubs in kurzer ieit zustandebrachte. Vier Sitzungsstunden genügten, um eine bedeutende Anzahl von Geschäften kurz und bündig zu erledigen. Diese Tatsach© mag als Zeichen gewertet werden, wie eifrig und zielbewusst in der Zentralverwaltung des }lubs gearbeitet wird und wie die automobilistischen Angelegenheiten in energischer Weis© durchberaten und behandelt werden. Von der Brienzersee-Strasse. Die Brienzerseestrasse, welche Interlakeu mit Luzern und Bern, mit Grimsel, Furka und Gotthard verbindet, weist während der Sommermonate Juni, Juli und August die tärkste Frequenz auf, während welchen die Strasse, trotz ihrer geringen Breite, ohne Uebertreibung zu den ersten Verkehrsstrassen unseres Landes gezählt werden muss. Und dieser ausserordentlich starke Verkehr herrscht nicht etwa nur bei schönem Wetter! Es wurde die Feststellung gemacht, dass der Automobilverkehr im letzten August während wei Wochen auf der Brienzerseestrasse täglich ein oft unheimlich starker war und dass mit einem Tagesdurchschnitt von 800 bis 1000 Wagen gerechnet werden muss. Oft sieht man hier die Wagen in langen Reihen vorbeifahren. Und man muss sich manchmal wundern, wie auf dieser schmalen Strasse die breiten Car Alpins und die sechsräderigen Reiseomnibusse London-Luzern verkehren und sogar noch kreuzen können. Unfälle haben sich glücklicherweise nicht viele ereignet, aber auf nichtgeteerten Strekken, wie z. B. Oberried-Niederried, war der Verkehr oft lebensgefährlich. Für Fussgänger war nur die äusserste Bordkante der Strasse benutzbar, und zwar unter der ständigen Gefahr, von einem Wagen gestreift oder sogar angefahren zu werden. Dass unter solchen Verkehrsverhältnissen eine Strasse von der Beschaffenheit der Brienzerseestrasse arg leiden musste, steht ohne weiteres fest. Die Beschotterung wurde bald zu scharfkantigem Kleinkies zermalmt und in diesem «Steinmus» gab es Wälle und tiefe Einsenkungen, die namentlich für die Radfahrer eine grosse Gefahr bildeten, wenn sie einem Automobil ausweichen wollten und! dabei oft zu Fall kamen. Es ereigneten sich verschiedene solcher Unfälle, glücklicherweise ohne grösseren Schaden zu verursa- • chen. , :. ;. ,,„,• Auch über die Staubplage wurde vieli ?e« klagt und dass das für den für das Oberland so nötigen Fremdenverkehr nicht gerade förderlich ist, sollte man allgemein begreifen. Viele Gemeinden konnten dem grössten Uebel nur dadurch abhelfen, dass sie das Spritzen auf der Dorfstrecke selbst besorgten. Leute, die am Motorfahrzeugverkehr ganz desinteressiert sind, welche aber Gelegenheit hatten, den Verkehr auf dieser Strecke längere Zeit aufmerksam zu beobachten, schildern die Zustände als dringend remedurbedürftig. Die Nöte dieser Gegend sind so gross, dass die kantonale Bauverwaltüng alles versuchen sollte, um für eine dringliche Verbesserung dieser stark befahrenen Strasse zu sorgen. R. , Die Automobil-Revue ersaheint über die Weihnachts- und Neujahrszeit wie folgt: Nr. 106 Freitag den 21. Dezember 1928* Nr. 107 Freitag den 28. Dezember 1928 Nr. 1 Freitag den 4. Januar 1929. Jede dieser drei Nummern enthält unsere Unterhaltungsbeilage « Autler Feierabend ». Der « Autler-FBierabend » vom nächsten Freitag erscheint wiederum mit Sonderseiten für die Frau und die Kinder. Die Redaktion. etwas ernüchtert, kam John Bird, wie von ungefähr, nochmals auf die gemachte Andeutung, stockend und lallend, zu sprechen : «Das — das ist nämlich so damit, mein —• mein Freund — so ist es damit, musst du wissen! Es ist nämlich der — der — wie heisst das Ding —der — na, du weisst schqn — der neue Motor, der —»; unter Lachen und unartikulierten Lauten erstarb der Rest seiner Rede. Jules griff den abgerissenen Faden auf: «Ja, jetzt — jetzt weiss ich auch, es ist — das ist aber komisch, schrecklich komisch, alter Sünder, das ist der Sa — der Sagreve- Motor — sieh mal an, das ist ja sehr — also du — du — auch — das scheint den — den drüben nicht schnell — schnell genug zu gehen!». Er pfiff vor sich hin und murmelte unverständlich weiter. «Der erste — erste Streich ist — ist dir — gut — gut — gelungen, Bruderherz,» stiess John rn.it schwerer Zunge hervor* «und der zweite — wird uns — uns auch gelingen! Nun — sind — sind wir zwei — und es soll schnell — schnell gehen!».

liia SPORTLICHES Einen touristischen Wettbewerb veranstaltet für 1929 der Bayrische Automobilclub fürüberkommt, denn kein Verkehrsplanton sorgt arme Fussgänger kann zusehen wie er hin- alle Mitglieder eines Von der A.I.A.C.R. anerkannten Clubs. Bei dem Wettbewerb gilt das Durcheinander vermehrt mit der Vor- für Ordnung. Dje Polizei hat im Gegenteil es, durchfahrene Gebiete auf ihre Strassenbeschaffenheit, landschaftliche Schönheit, brücke, weil dadurch das Ueberschreiten der schrift des Rechtsgebens auf der Wettstein- Autofallen, Zollverhältnisse, Missstände etc. Fahrbahnen gesteigert wird. hin zu beschreiben. Die Wertung erfolgt nach der Gesamtkflometersafol auf Grund eines geschickt durchdachten Punktsystems. Bewerbungsbogen sind erhältlich durch das Touristöcbureau des B- A. C, Residenzstrasse 27, München. Als Preise sind eine grösser© Zahl Plaketten ausgesetzt. v. Eine Ehrung des Franzosen CWron. Anlässlich des traditionellen Banquet des Champions, das alljährlich vom Automobil- Club von Frankreich den bekanntesten Rennfahrern offeriert wird und dem auch dieses Jahr alles» was in der französischen Autömobilwelt einen Namen hat, beiwohnte, verlieh Charles Faroux Louis Chiron, dem Sieger des Grossen Preises von Europa und anderer c:r6ssen Rennen dieses Jahres den «Grand Prix de l'Automobile 1928.2 v. Strassenverkehr in der ganzen Schweiz. Das Touristik-Bureau des A. C. S. in Ziirjch teilt am 14. Dezember mit: 1. Sirassen: Dio für den Automohüverkehr in Betracht kommenden Strassen zeigen in der Schweiz am 14. Dezember 1928 morgens folgenden Stand: Appenzellerland; Sämtliche Hochsfcrassen mit Ketten gut fahrbar. Das Befahren der Stracke St. Gallen-Trogen und St. Gallen-Teufen-Bühler ist auch ohne Ketten möglich. Toggenburg: Sirasse WattwüVUnterwasser-Wildhaus-Gams mit Ketten durchgehend fahrbar. Rikken Schneeketten empfohlen. Kerenzerberg: Ketten notwendig. Graubünden: Prätügaucrslrasso Landquart-Davos nur bis Jonaz, unterhalb Küblis, fahrbar. Obero Strasso Ghur-Lonzerlieidc-T'ici'ejika&tel •wegen ungenügender Walzung für den Privatautomobilverkehr nicht mehr geeignet. Schynstrasso mit Ketten passierbar. Albulatalstrasse von Tiofenkastel bis Filistir mit Ketten passierbar. Maloja mit Ketten. Oberländerstrassc (Reichenau-Flims-Disentis) bis Waldhaus-FIims mit Ketten fahrbar, weiterhin unpassierbar. Gotihard: Nordseito ohno Schneeketten, bis Amsteg, mit Schneeketten bis Gurtnellen fahrbar. Südseito mit Ketten ab Airölo, ohne Ketten, ab Faido pa&aierbar. Schwyz: Hauptstrassen vom Zürichsee nach Einsiedcln wieder ohne Ketten fahrbar. Die Durchgangsstrasso Rapperswil-Schindeilegi-Sattel-Arth- Schwyz. mit Ketten wieder fahrbar. Strasso Langnau a. A.-Oberalbis-Baar Ketten empfohlen. Unterwaiden: Strasso Stans-EngcJberg ab Grafenort gesperrt. Strasso Becienried-Seelisbcrg unpassierbar. Glarnerland: Talstrasse ohno Ketten bis Mitlödi-Schwanden fahrbar, weiterhin mit Ketten bis Linthal. Sernftal bis Elm-Station mit Kellen passierbar. Berner Oberland: Simniental mit Kelten bis Zweisimmen, Kandertal mit Ketten bis Frutigen, r weiterhin verboten. Strasse Frutigen-Adelboden mit Schneeketten. Strasso nach Lauterbrunnen mit Ketten ab Zweilütschinen fahrbar. Dio Soitenstrasso Zweilütschinen-Grindelwald ist nur noch schwer fahrbar und nur starken Wagen mit Kotton zu empfehlen. Sämtliche Uebcrgängo vom Aare- ins Rhointal s&d fahrbar, für das Befahren der Staffclegg und des Hauensteins sind Ketten empfohlen. Berner Jura: Duxehgangsstrasso Laufen-Dolömont-Moutier-Sonceboz-Biel Ketten notwendig- Delemont-Les Rangiers-Porrentruy-pcllo mit Ketten. Beletnönt - Saignelegier - La Fernere - La Chaus-dc- Fonds wegen schjnaler Fahrspur nur Personenwagen mit Ketten zu empfehlen. Neucnburger Jura: Stra-ssen nach frischem Schneefall im allgemeinen für den Aiitooiobilverkeor ungeeignet. In dringenden Fällen ist die Zirkulation nur starken Wagen mit Schneeketten anzuraten. Passierbar sind momentan: N'euchatel- La Vuo des Alpes - La Chaux-de-Fonds, N'euchätel- Flcuricr - Les Vcrrieres, Sonceboz-St. Imicr-La f$haus-de-Fonds. Waadtländer Jura: Col dos Etroits (Vuitebccuf- StorCroix - Pontarlier) mit Ketten. Mollendruz mit Ketten. Marchairuz geschlossen. Strasse Nyon- St. Gcrgue-La Cure-Morcz mit Ketten. Faucillo geschlossen. Rhonetal: Bis Brig schneefrei, weiterhin unpassierbar. Strasse nach Champery (Sehneoketten). Strasse nach Villars-Chesieres mit Ketten. Lac do Champes unpassierbar. 2. Transport von Automobilen durch die Alpentunnels. Albula, von Filisur nach St. Moritz. Arlberg, von Bludenz nach St. Anton, Lötschberg, von Frutigen nach Brig; Mont Cenis, von Modane nach Bärdonneccbia; St Gotthard, von Amsteg nach AixolOj für das Befahren der Strecke Airolo-Faido sind Ketten nötig. Simplon, von Brig nach Domodossola. 3. Verkehrsvorschriften. Nach ergangener Umfrage hei den Regierungen der schweizerischen Bergkantone fallen mit der Ausrichtung der Bundesbeiträge an die Kantone für deren Strassenunterhalt dio bisher bestehenden Durchgangsgebühren allgemein weg. Die Aufhebung der Durchgangsgebühren auf den 1. Januar 1929 haben vorgesehen: Graubündon und Uri; auf Beginn der Fahrsaison 1929 die Kantone: Bern, Glarus, Tessin und Wallis, letzterer Stand in der Voraussetzung, dass bis dahin der Bundesbeitrag ausgerichtet wird. Verkehrsordnung oder Schikane? Unter diesem Titel schreibt ein Basler iu der Presse: Zu den unangenehmsten und gefährlichsten Uebergängen der Stadt Basel ge- 3jprt zweifellos der Verkehrsstern Albangraben-Dufourvorstadt-Albanvorstadt - Wettsteinbrücke-Rittergasse. Am ärgsten ist es wohl von 11.50 Uhr bis 12.10 Uhr: da herrscht die reinste Anarchie, denn dio AU'lUMUtSiL-KfcVUC Radfahrer passieren aufgeschlossen und in Viererkolonnen, zwischen hinein drängen sich Automobile und Motorräder und der «Man» sagt, der Mannschaftsbestand sei zu gering, um während täglich 20 Minuten an der dortigen Stelle für Ordnung zu sorgen! Ganz anders in der Aeschenvorstadt vor dem Neubau des Schweizerischen Bankvereins. Dort wurde zum erstenmal in Basel ein Nottrottoir, wie es anderwärts längst Sitte ist, errichtet. Es ist nicht nur eingeschränkt,, sondern auch bedeckt und beleuchtet. Seine Breite gestattet das Marschieren in beiden Richtungen im «Gänsemarsch». Unsere Polizei ist anderer Meinung. Sie stellte eine Tafel «rechts gehen» auf und lässt sie von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr durch einen Polizeämann bewachen. Dieser hat die Consigne, jeden Fussgänger in der Richtung nach dem Aeschenplatz an der Benützung des Nottrottoirs zu hindern und ihn auf die andere Strassenseite zu weisen, die übrigens seit Wochen durch einen «kleinen Umbau» fast vollständig gesperrt ist. Für diesen Dienst scheint der Mannschaftsbestand zu genügen. Wo bleibt die Konsequenz? Verkehrsübungen haben vor kurzem, versuchsweise, an der kantonalen Gewerbeschule in Aarau stattgefunden. Die Schulung beschränkte sich auf den Radfahrer- und Fussgängerverkehr, wobei die Schüler zuerst anhand von Wandtafelskizzen mit den allgemeinen Grundsätzen des Strassenverkehrs vertraut gemacht wurden. Schon aus diesen Besprechungen ging hervor, dass viele fahrtechnische Selbstverständlichkeiten, wie das Weitnehmen von Linkskurven, Nichtüberholendürfen auf Plätzen, Strassen mit Einmündungen und engen Kurven leider noch lange nicht bei allen Radfahrern bekannt sind. Auch bei der Besprechung der Verkehrstafeln zeigte sich, wie scheinbar selbstverständliche Zeichen ganz verschieden ausgelegt wurden. Wie notwendig daher überall eine planmässige Verkehrsschulung ist, mag gerade daraus hervorgehen! Anhand einer Filmvorführung («Im Strudel des Verkehrs») versuchte man dio theoretischen und schulmässigen Belehrungen durch instruktivo Aufnahmen aus dem Strassenverkehr, mit den vorkommenden Unsitten und Fehlern, zu erweitern. Solche Veranstaltungen werden ohne Zweifel einen gewissen Erfolg für eine bossero Abwicklung des Strassenverkehrs haben. Und es darf wohl der Wunsch geäussert worden, dass derartige Uebungen, auf breiterer Grundlage und in gewissen Zeitabständen, im ganzen Lando gepflegt werden, -ey Ein übereifriger Beamter macht es sich in Biel zur Pflicht, alle auf der linken Strassensoite stationierenden Automobile, wegen Uebertretung des Artikels 42 des Dekretes, anzuzeigen, weswegen bereits eine Anzahl von Automobilisten gebüsst worden sind. Der Vorstand des A. C. S., Sektion Seeland- Jura, ersucht diejenigen Wagenbesitzer, die angezeigt worden sind, diese Busse zu verweigern und weist auf die kostenlose Rechtshilfo des Clubs bin. (Herr Fürsprecher Oberst Römer in Biel.) — Man 'strebt die Lösung der Frage derartiger Uobergriffe durch eine oberinstanzlicho Beurteilung anl -ey Strassensperrung für Autos. Da der Schlittweg durch Autos jeweilen derart zerstört wird, dass der ganze übrige Verkehr darunter leidet, wird gestützt auf Art. 2 des Strassenpolizeigesetzes vom 1. Juni 1906 der Autoverkehr auf den Staatsstrassea Zweisimmen- Saanenmöser-Saanen und Mitholz-Kandersteg bei hohem Schnee gesperrt. Die Sperrung wird durch gut sichtbare Tafeln in Zweisimmen, Saanen und Mitholz angezeigt. Das geräuschlose Tram. Wir haben uns daran gewöhnt, den Strassenlärm als ein unvermeidliches Uebel hinzunehmen. Eine Strassenbahngesellschaft zu San Franzisko hat jedoch den 'löblichen Versuch unternommen, den Lärm ihrer Wagen nach Möglichkeit zu vermindern — zur Freude der Fahrgäste und der Anwohner. Der Hauptlärm stammt von den Zahnrädern des Triebwerkes. Um ihn herabzusetzen, wurden die Lücken der Zahnräder mit Blei ausgegossen, so dass nicht mehr Eisen auf Eisen trifft. Die Geräusche, die durch das Schütteln des Wagens entstehen, Hessen sich dadurch dämpfen, dass zwischen Chassis und Karosserie starke Kautschukplatten verschraubt wurden. Die Wagen selbst wurden mit schalldämpfendem Material ausgekleidet. Schliesslich wurden die Schienen in schmale Asphaltbetten verlegt, die einen Teil der Stöss© herausfangen, die von dem fahrenden Wagen den Erdboden treffen, AUTOSEKTION GRAUBÜNDEN DES T. C. S. Aus dem Jahresberichte pro 1927/28. Im dritten Vereinsjahre ist die Zahl der Mitglieder unserer Sektion auf 20ö gestiegen. Dieser erfreulicho Zuwachs beweist dio Existenzberechtigung und Lebensfähigkeit unserer Sektion, dio am 5. Juni 1926 'er neue gegründet wurde. Seit dem 20. Februar 1927, an welchem Tage das Motorfahrzeug den bündnerischen Frciheitsbrief erhielt, erlebte das Automobilwesen in Graubündöh einen ungeahnten Aufschwung, so dass im Vergleiche mit der Gesamtzahl der MotorfahrßnAcht-Zylinder in Linie zum Preise eines Sechs-Zylinder BaMmiver Import für die Schweiz: F. c y\GENICE/\M ERICAINE.S.A. GENF Aarau Basel Bern Luzern St. Gallen . Zürich zeughesitzor unseres Kantons unsere Mitglicdcrlisti nur einen kloinen Teil derselben umfasst. Diese Tatsache und die Erkenntnis, dass unsera Organisation den Bedürfnissen unserer abgelegenen Talschaften nicht ganz entspricht, führte zu einoi innern Reorganisation, die in der bevorstehenden Statutenrevision ihren Abschluss finden wird. Wenn bisher den Mitgliedern auf dem Lande das Zusammengehörigkeitsgefühl fehlte, so soll dieser Miss* stand durch die Organisation von einzelnen Talschaftsgruppen behoben werden. Während des Vereinsjahres hat der fünfgliedriga Vorstand, zusammen mit der Tourenkommission, dia Geschicke des Clubs geleitet. Der Vorstand befassta sich intern vor allem mit den Vorarbeiten für dia Statutenrevision. Neben der vorgesehenen Organisation von Talsohaftsgruppen ist die Erweiterung des Vorstandes auf sieben Mitglieder vorgesehen. Der Vorstand wird eich selbst konstituieren und aus seiner Mitte einen Ausschues und eine Kommission für Touristik wählen. Der endgültige Sta« tutenentwurf wird im Frühjahr den Mitgliedern un-* terbreitet werden. Der Vorstand hat eich ferner während des Jahres mit allen öffentlichen Fragen befasst, die mit dem Automobilismus im Zusammenhans stehen. Die wichtigsten Fragen wurden stets gemeinsam mit der Sektion Graubünden des A. C. S. durchberaten und behandelt. Die bündnerischen Behörden haben unsere Mitarbeit begrüsst und unsere Vorschläge stets wohlwollend geprüft; so hatten wir Gelegenheit, zu den grossrätlichen Ausführungsbestimmungen und zu der kleinrätlichen Vollziehungsverordnung zum kantonalen Strassengesetz Stellung zu nehmen und vor der definitiven Gesetzesformulierung den kompetenten Behörden dazu unsere Anträge und Anregungen zu unterbreiten. Dio meisten unserer Vorschläge wurden berücksichtigt und gutgeheissen. Da wir darüber durch unsere Presse bereits eingehend Bericht erstattet haben, wollen wir an dieser Stolle nicht auf Einzelheiten eintreten, stellen aber fest, dass die zuständigen Behörden unseres Kantons für die Bedürfnisse des neuen Verkehrsmittels volles Verständnis zeigen. Davon zeugt nicht nur das neue Strassengesetz mit seinen Verordnungen, sondern auch der erkennbare Wille unserer Behörden, dio kantonalen Strassen dem gewaltig gesteigerten Automobilverkehr anzupassen. Bestehende Mängel unserer Strassen werden nach Möglichkeit und im Rahmen der Finanzkraft unseres Kantons behoben, und wenn nicht alles trügt, so wird der Ausbau unseres grossen Strassonnetzes von der zuständigen Behörde in energischer und systematischer Weise an die Hand genommen werden. Für diese grosso Arbeit müssen wir ihr dankbar sein und. wo sie es verlangt, unsere Kräfte zur Verfügung stellen. Die Frage der Benzinzollverteilung scheint ihrer endgültigen Erledigung- entgegenzusehen- Trotz allen Bemühungen unseres Kantons erfüllt der Anteil, den Graubünden erhält, nicht unsere berechtigten Hoffnungen und Forderungen. Bei der Besetzung der kantonalon Automobilkontrollstelle haben wir den Standpunkt vertreten, dass nur ein Fachmann diese Aufgabe erfüllen könne. Wir haben unseren Standpunkt durch ein Gutachten der Motorfahrzeugkontrolle des Kantons Zürich belegt und dio Genugtuung gehabt, dass mit der Wahl des Herrn J. Guyan unser Standpunkt anerkannt wurdo. Auch dio Frage der neuen Wallenseestrasse wurde nicht aussor aclit gelassen, wenn auch unsere Sektion bis heute nicht zur direkten. Mitarbeit herangezogen wurde. Unser Verband'ist zusammen mit den Sektionen Zürich, Sankt Galleu, Thurgau, Glarus und Graubünden bereit, für dio Projektstudien 3000 Fr. einzubezahlen. Dio Vereinigung der Strassenfachmänncr, der unsere Sektion auch angehört, hatte ihre Hauptverhandlung in Chur, und zwar am 30. Juni und 1. Juli 1928. Ihre Haupttraktanden: «Dio Strassensignalisierimg und einheitliche Massnahmeu zur Verkehrs- Umleitung*, sowie «Beiträge der Kantono an difl Gemeinden für dio Kosten dos Slrassenuntorhalts und Anteil der Städto an Aulomobilgebührcn», waren wichtige Fragen von allgemeiner Bedeutung. Dio Bussenpraxis im Kanton Schwyz hatte zu einer Gegenaktion der Automobilisten geführt. Auf Grund einer Erklärung des sohwyzerischen Rogierungsrates, dass dio Regierung für die Beseitigung dor gerügten Zustände besorgt sein werde, wurda von einer Boykotlierung dos Kantons Schwyz abgesehen und dio Angelegenheit somit in Güto erledigt. Der Vorstand hat sieh ferner wiederholt mit dor Frage dor Obertorcrbrücko iu Chur. der Beseitigung der gefährlichen Strassenceko in Ragaz und andern bestehenden Missständen befasst. Der Vorstand tritt heuto wie früher für eine allgemeine Regelung des Slrassenverkehrs auf eidgenössischem Boden ein. Der allgemeine Strassenverkelir uiuss mit dor Zeit durch Bundeseesetzo geregelt wei-rteu. Wir haben daher dio Eingabe des Tourinff-OIul) dor Schweiz au den hoben Bundesrat, Nationalrat und Ständerat begrüsst. Ebenso haben wir nicht unterlassen, dio Fragen des scliweizovischeu Strafgesetzbuches, dio im Zusammenbaus stehen mit deu Fortschritten der Technik, vor allem auf dorn Gebiete des Automobilverkehrs zu überprüfen und haben auch in dieser Hinsicht dio Eingabe dos Verbandes an den hohen Bundesrat unter- :iX. In gesellschaftlicher Hinsicht sei dor Club-Chilbo auf dorn Alhulapass vom 15 Juli 1928 gedacht, rlio mehr als alle Hoffnungen erfüllte und an die die zahlreichen Teilnehmer stets mit Freude zurückdenken worden. Weniger erfreulich ist dio Tatsache, dasa dio Clubabonde nicht sobr_ stark fipsiinht werden. Zuweilen waren es nur wenige Mitglieder, die sieb am Freitag abend im Hotel «Drei Könige> zusammen fanden. Infolge äusserster Sparsamkeit konnten aus den Kinnahmen all» Auslasen gedenkt und noen ein Meiner TTebersehusa dem neuen Jahre «niteescnriehen werben, so rlass dio Mitgliodcrbeiträge nicht erhöbt werden müssen. Damit sind din wichtigsten Antraben ans dem Jahresberichte erwähnt, in dem alle Ereignisse des Jahres durch unseren Aktuar festgehalten wurden. AUTn