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E_1928_Zeitung_Nr.107

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8 AOTOMOBIL-REVUH 1Q2R

8 AOTOMOBIL-REVUH 1Q2R — TOMA7 Verlag, Administration, Druck und Uicherie: HALLWAQ A,-Q. Hailereche Buchdrucierel und Wagnursche Verlajjaanatalt, Bern.

N»l«i7 II. Blatt BERN; 28. Dezember 1928 N° 1(1? 01. Blatt BERN. 28 Dezember 1Q28 Der Thurgauer Grosse Rat behandelte in seiner Sitzung vom 22. Dezember die letzten Kapitel der Vollziehungsverordnung' zum Automobilkonkordat. Leider sind die wenigsten Vorschläge der weitsichtigem Kommission durchgedrungen. Bei den meisten'Paragraphen einigte man sich auf die Regierungsvorschläge, die in verschiedenen Punkten für den Automobilisten ungenügend sind. So ist denn aus der Vollziehungsverordnung, die nach einer längern Debatte schlussendlich beinahe „einstimmig angenommen wurde, nicht das geworden, was wir gerne gesehen hätten, und auch der Kanton Thurgau wird sich nicht rühmen können, gegenüber den Automobilisten eine loyale und gegenüber dem Strassenverkehr eine weitsichtige Politik verfolgt zu haben. Solange jedoch die Kantone das Automobil trotz der hinzukommenden erhöhten Benzinzollerträgnisse als Ausbeutungsobjekt betrachten, mit dessen Mittel man den Staatsfiskus sanieren und auf leichte Art füllen kann, wird es nicht besser werden; einzig eine schweizerische Verkehrsgesetzgebung wird hoffentlich einen Fortschritt bringen können. Aus der langen Debatte resultieren folgende Beschlüsse. Die Beleuchtung sämtlicher Fahrzeuge ist nicht aufrecht erhalten worden. Möbelwagen, Langholz- und andere Langwarenwagen brauchen nicht mit einem Schlusslicht Versehen zu werden. Mit dieser Bestimmung krebst der Kanton Thurgau bedenklich zurück. Wie der Grosse Rat zu einem solchen Beschluss kommen konnte, ist dem Fernstehenden rein unverständlich. Das Gefahrenmoment wird durch diese Bestimmung ebenfalls wieder stark gehoben, und der gerechten Forderung, alle Fahrzeuge gleichzuhalten, ist nicht Genüge geleistet worden. Warum? Eine Antwort hierauf ist sicherlich sehr schwer zu finden. Betreffend die Gewichtsgrenzen für Lastwagen wurde der regierungsrätliche Antrag gutgeheissen, wonach das Bruttogewicht eines mit Pneu oder Weichgummi bereiften Lastwagens 10 Tonnen nicht übersteigen darf. Der Kommissionsantrag ging auf 11 Tonnen, wogegen sich jedoch eine sehr starke Opposition erhob, die deutlich genug bewies, wie man von gewisser Seite mit allen Mitteln den Lastwaigenverkehr zu unterbinden versucht. Zu längeren Debatten gab auch Artikel 11 Anlass, der die Taxen für Motorfahrzeuge und Fahrräder ordnet. Auch hier siegte schlussendlich der Regierungsantrag, der iür Lastwagen mit einer Nutzlast von 2 Tonnen an einen Zuschlag von 10 Prozent und für solche mit Vollgummibereifung eirien weitern Zuschlag zur Gesamttaxe von 25 Prozent vorsieht. Auf verlorenem Posten focht Baumeister Baumann, der die Zuschlagstaxe für Vollgummibereifung kritisierte und den Antrag stellte, dass man diesen Lastwagenbesitzern wenigstens ein Jahr Zeit geben sollte, um ihre Wagen umzuändern. Aber auch hier zeigte der Grosse Rat für die Bedürfnisse des Gewerbes wenig Verständnis. Der Automobilist hat zu zahlen und damit basta. Von einer 50prozentigen Taxermässigung für die konzessionierten Postautokurse wurde ebenfalls abgesehen. Auch bei der Festsetzung der Geschwindigkeiten für die Lastautos krebste der Grosse Rat erheblich zurück. Die Höchstgeschwindigkeit für Traktoren und Lastwagen mit Vollgümmibereifung wurde von 20 auf 15 km herabgesetzt und die Ergänzung beigefügt, dass Lastwagen mit Pneu- oder Weichgummibereifung innerorts eine Geschwindigkeit von 18 km nicht überschreiten dürfen. Paragraph 35 erhielt folgende Ergänzung: Bei Strassengabelungen und Kreuzungen hat das Fahrzeug auf der Hauptstrasse den Vortritt. Bei Kreuzungen von Strassen gleicher Breite oder in Zweifelfällen hat jeder Führer die Geschwindigkeit zu vermindern und dem Führer zur Rechten den Vortritt zu überlassen. Dieser Zusatzantrag gibt Artikel 35 noch eine klarere 'Fassung. Die Vollziehungsverordnung, wie sie nun aus den Beratungen des Grossen Rates hervorgegangen und mit 1. Januar 1929 in Kraft treten wird, kann, wie wir eingangs betont haben, die Automobilisten in bezug auf ihre Elementarforderungen nicht befriedigen. Es ist dabei zuzugeben, dass das kantonale Automobilkonkordat sich auch bei diesen Beratungen als gewaltiger Hemmschuh auswirkte. Daneben aber — wir müssen dies nochmals betonen — ist der Eindruck nicht auszulöschen, dass auch die Behörden des Kantons Thurgau es nicht unterlassen haben, Bestimmungen in ihre Vollziehungsverordnung aufzunehmen, die sich für die Automobilisten als neue, schwere und schikanöse Steuerbelastung auswirken werden. Die falsche Auffassung, auch heute noch das Automobil als Luxusgegenstand zu betrachten, führte zu Beschlüssen, die besonders dem gewerblichen Erwerbsleben im Kanton Thurgau nicht von Vorteil sein dürften. K. Der Erfolg des Brüsseler Salons kam besonders in den letzten Tagen zum Ausdruck. Bei den Schlussfeierlichkeiten gedachte man des bedeutenden Industrieinagnaten Sylvain de Jongh, der in der Entwicklung der belgischen Automobilindustrie eine grosse Rolle spielte. Die Ausstellung war hauptsächlich von. französischen und amerikanischen Marken beschickt. Sowohl Frankreich als Amerika beschickten mit je 26 verschiedenen Marken die Ausstellung, während Belgien selLver mit sieben Marken vertreten war. Insgesamt beteiligten sich sieben Nationen. In technischer Hinsicht war bei den Amerikanischen Wagen eine Erhöhung der Motorleistungen zu verzeichnen. Die französischen Wagen tendierten mehr auf Geschmeidigkeit des Motirs und geräuschlosen Betrieb hin. Die Rivalität der französischen und amerikanischen Marken spielt in Belgien eine wichtige Ro^'e. Nicht ausser acht zu lassen ist der wachsende Import von Italien und Deutschland nach Belgien. Englische Konstruktionen sind in Belgien selten. Auch im belgischen Salon vermochte man allgemein einen vorzüglichen Eindruck von den technischen Fortschritten der Automobilindustrie, wie auch von der ständigen Verbilligung der Produkte zu gewinnen, lt. Das Ratengeschäft im europäischen Automobilhandel. Nach Erhebungen der New York Trust Company wurden in Europa dieses Jahr fast 61 Prozent der abgesetzten Wagen auf Abzahlung verkauft. In einzelnen Ländern, wie z. B. Deutschland, schätzt man die Quote dar.Käufe auf Teilzahlung sogar auf 70 Prozent aller Abschlüsse. Dagegen mussten sehr wenig Wagen, in einzelnen Ländern nur ein Prozent der Fahrzeuge wegen Nichteinhaltung der Ratenzahlungen zurückgenommen werden. z. Reduktion der deutseben Autopneupreise. Wie aus Frankfurt gemeldet wird, haben die deutschen Pneufabriken beschlossen, ab 1. Januar 1929 eine ansehnlitche Preisreduk- tion eintreten zu lassen. Wohl ein willkommenes Neujahrsgeschenk für die Autler! Das Komitee des Damen-Automobilclubs setzt steh wie folgt zusammen: Präsidentin: Frau Gertrud Plüss, Bern; Vizepräsidentin: Frau Gertrud Tschumi, Advokat, Bern; Sekretärin: Fräulein Helene Wiesmann, Bern; Vize-Sekretärin: Frau Martha Heiniger, Bern; Kassiererin: Fräulein Gret Messerli, Bern. X. C. S. A.C. S. SEKTION ZÜRICH. Das Programm der Sektipnsveranstaltungeii pro 1929 sieht für den 17. Januai 1929 eine Monatsversammlung mit Lichtbildervortrag iir Hotel « St. Gotthard » in Zürich vor. Nach dem gemeinsamen Nachtessen wird Herr Oberingenieur Bügge-ln aus Stuttgart einem Lichtbildervortrag über « Im Auto durch Südslavvien » hedien. Der Referent kennt Land und Leute von eigenen in den ieiirien Jahren unternommenen Tourenfabxten her und wird seine Ausführungen von zirka 100 Lichtbildern begleiten lassen. Da Jugoslawien immer mehr in die Reihe der eigentlichen Autotounstiiländer vorrückt und unsere Fahrer immer mehr ihre Fahrzeuge nach diesem landschaftlich schönen und interessanten Land hinlenken, dürfte der Vortrag wohl besonderem Interesse begegnen. An der letzten Vorstandssitzung hat der Vorstand auch die Tourenfahrten des kommenden Jahres festgelegt, und zwar sind für 1929 vorgesehen: April/Mai: eine Marokko- und Spanienfahrt, Dauer zirka 30 Tage; im Mai: eine Bluestfahrt ins AppenzcJlerland, Dauer ein bis anderthalb Tago; im Juli: eine Picknickfahrt, Dauer jjn Tag; Anfang September- eins Herbstfahrt ins Burgund, mit Dijoa als Tourenzentrum, Dauer 4—5 Tage. Ausserdem. ist noch eine Besichtigung des Elektrizitätswerkes Riburg-Schwörstadt oder Wäggital vorgesehen. Da zudem noch als sportliche Veranstaltungen eine Autavia und eine Gymkhana sowie eventuell ein Kilometerrennen als geschlossene Konkurrenz mit stehendem Start hinzukommen, ferner im Mai die Delegiertenversammlung des A. G. S. und die Feier des 25jährigen Bestehens der Sektion, so können die Sektionsmitglieder einem ziemlich reichhaltigen und abwechslungsreichen Programm entgegensehen, zumaJ auch für die ersten vier Monate des Jahres verschieden«! Vortragsabende und ein Clubball am 26. Januar vorgesehen sind. a, Der Schaffhauser Autobus Schützenhaus—Brette beförderte im Monat November 33 370 Personen^ was 7933 Fr. Einnahmen ausmachte. Die Betriebsergebnisse werden immer günstigere. —ey. 23,000 a. travers l'Afrique: c'est ce qn'a re'alise' la celebre Cette formidable randonne'e aecomplie en 103 jours est une ve"ritabte demonstration d'endurance et de re*- gularitd Une fois de plus la F.N. a prouve* d'une fa