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E_1929_Zeitung_Nr.002

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Albrecht -Schlapfer &

Albrecht -Schlapfer & Cie. neben Hotel an die Fensterscheibe. Draussen lag kein Schnee mehr, nur Wasserlachen standen auf der Wiese, und die Sonne bunkerte drin wie Gold. An den schwarzen Bäumen sassen überall helle, grüne Spitzen, und meine FlüdoParc ZÜRICH am Linthescher Erstes Spezialgeschäft für I nächst Hauptbaiinb. platz feinste Kamelhaardecken Autodecken Ein Posten leicht fehlerhafte, sehr vorteilhaft ä Fr. 15.- extra schwere, feine, reinwollene . . . . „ 35.- Kühlerdecken a Fr. 3.- 6.50 7.5«. gedieg3n ge=chmackvol preiswert Tramlinie 1 u. 2 Maltestelle Hedwinstein AÜIOMUBIL-KfcVUB 192» — MÖBEL Herrn. Holzheu&C 0 Möbelfabrik, Zonen 7 BflHNHOFSTR.52 / ZÜRICH Rost. Da plötzlich schlägt die Flamme aus dem Ofen zurück und fast wäre die Aermsto verunglückt, hätte schwere Brandwunden im Gesicht davongetragen. Und nun gar die Petroleumkanr.e! 0 je, o je! Ich darf gar nicht daran denken ! Ein Betätigungsfeld für Struwelpeters «Minz und Mauz die Katzen»: «Miau, mio, miau, mio, stell's fort, sonst brennst du lichterloh !» Eisschränke und Kälteapparate mit Gas oder Elektrizität kommen heute immer mehr und mehr in Gebrauch. Lieber alter Kochherd mit deinem heimeligen Holz- oder Kohlenfeuer, du wirst bald deinen Schwanengesang singen können. Wie lange wird es noch dauern, bis man dich nur noch in kulturhistorischen Museen wird finden können, bis eifrige Antiquitätensammler wild nach dir fahnden! Es scheint, dass der « moderne Mensch » — männlichen und weiblichen Geschlechts — nicht mehr so viel Wert darauf legt, wie in der « guten alten Zeit», ein gemütliches, behagliches Daheim zu haben. Alles muss in erster Linie «praktisch» sein: Schlafzimmer, Wohnstube, Küche und Keller, alles, alles ! « Rationalisierung » ist auch hier Trumpf! Die moderne Hausfrau oder Köchin will nichts von einer Küche wissen, in der sie nicht alles sozusagen «in einem Eckchen » beisammen hat, alles, was sie für die Zubereitung und ... Konservierung der Speisen nötig hat. So ist der « Ofen als Eisschrank » das Ideal! Er passt so recht in die moderne, « rationalisierte» Zwei- oder Vierzimmer-Wohnung. N u 2 Ein Hebelumlegen, ein Druck auf den Knopf führt von Hitze zur Kälte, von Kälte zur Hitze, vom Kochen zum Frieren, vom Frieren zum Kochen. Der Apparat hat sozusagen keinen Eigenwillen mehr, er wird charakterlos: bald so, bald so! Der alto Kochherd wollte brennen oder... er wollte es eben nicht! Dann rauchte or zum Protest! Dass er aber auch hätte « frieren » können : einen solchen gänzlichen Mangel an Gesinnungstüchtigkeit traute ihm — mit Recht — niemand zu. Ihm nicht, so wenig wie dem Eisschrank das Kochen ! Ein « kochender Eisschrank »! Man denke... Das war damals, zu Grossmutters (nein, seien wir ehrlich, noch zu Mütterchens) Zeiten! Und heute! Da ist alles mechanisch, alles praktisch ! Da verlangt man von einem Ofen oder Eisschrank keine Charakterfestigkeit: wenn er nur « gut funktioniert»! Ja, ja, auf das « gute Funktionieren » wird dem « mcM dernen Menschen » bald alles ankommen! Auch bei sich, dem Menschen, selber! Der grosse französische Arzt und Naturphilosoph Julien Offroy de la Mettrie schrieb zu Anfang des 18. Jahrhundeiis sein aufsehenerregendes Buch « L'homme machine ». Der Mensch eine Maschine! Ich glaube nicht, dass er es damals, zu Anfang des «Jahrhunderts der Aufklärung», schon war! Aber ich bin sicher, er wird es noch werden ! Es wird der Tag kommen, an dem ein « Apparat» zur rechten Zeit den Men-< sehen weckt und... aus dem Bett wirft. Ein zweiter Apparat kleidet ihn an, ein drifw ter bereitet ihm automatisch sein Frühstück, ein vierter fährt ihn ins Geschäft... und so weiter und so weiter. Und alle diese Apparate, Automaten und Maschinen werden « vorzüglich funktionier ren » (so wie heute schon der « Ofen als Eisschrank »). Und der Mensch, den sie bedienen, wird gleichfalls «vorzüglich funk-« tionieren », denn er ist ja selbst ein Auto-* mat, eine Maschine geworden. T. Jede Tochter leistet ihrem Vater einen grossen Dienst, wenn sie ihm über den Antobetrieb Buch führt. Ohne irgendwelche buchhaltungstechnische Vorkenntnisse kann jedermann durch die fachmännisch abgestellten Vordrucke des Automobilkalenders zu einer praktisch gegliederten Erfassung der Autoauslagen gelangen. Preis des gesamten Werkes, in eleganter Leinwand, nur Fr. 6.—, für Abonnenten nur Fr. 4.80. Versand per Nachnahme durch Verlag Automobil-Revue, Bern Eisenkonstruktionen Veloständer Wellb echgaragen Garagetorb&schlsge teilt die Interessen ihres Gatten, ihres Bruders oder ihres Vaters. Sie trägt zum anvertrauten Wagen Sorge, sucht bei kleinen und grossen Fahrten alle Vorteile zur Geltung zu bringen, die auf einen möglichst sparsamen Betrieb hinzielen. In einer Autler - Familie aufgewachsen, weiss sie, wie auch anscheinend Unwichtiges in seiner steten Wiederholung das Autobudget belastet. Der neue Automobilkalender zeigt ihr, mit welcher Leichtigkeit die Ausgaben auf das unumgänglich Nötige beschränkt werden, wie System und Ordnung in den Fahrbetrieb gebracht werden können. Das gleiche Notiz- und Nachschlagebuch enthält zudem eine Fülle technischer Ratschläge in laienfasslichster Form, der eigene, sowie jeder andere in Zirkulation befindliche Wagen ist darin eingetragen; im Augenblick lässt sich mit Hilfe dieses Buches tatsächlich der Besitzer irgend einer Wagennummer ermitteln. Bücherzettel (In offenem Kuvert nur 5 Rp. Porto). Ex. AUTOMOBIL-KALENDER 1929 mit Besitzer-Verzeichnis der Personenwagen, zum regulären Preis — zum Abonnentenpreia. (Nichtzutreffendes streichen.) A • tf| kompletter Maschinen-Anlaqen aui Aborucr* jpH% 11 VW ^3 Lfl I "'S •LiiiMi«iiiffiUTOi« OSCAR LE.VY & Co ^^^^^BHHHffllBiiMiliiill BASEL Tel. S. 3860 - Tel. 3407 ST. GALLEA Bauschlosserei Fpiiz solterann Bern-Marzlli den Heirat wünschen Damen, reiche Ausländerinnen, vtele Etnhetratun iea Herren a ohne Ver •nngpn Auskunft sofort Slabrev. Berlin 113. Stol mschestrasse 48. Huncedressur eder Art. sowie Abgewöhnen von tnanen eder Art übernimmt £d.Friischi,neuhausen Die verehrlichen Leser werden gebeten, bei Bedari die hier vertretenen Firmen zu berücksichtigen und •>ei Bestellungen, Antraten etc. sich ausdrücklich aut die Automobü-Kövuo beziehen zu wollen. ftLS ICH EINE WINTERFLIEGE WAR Vor sehr langer Zeit war ich eine kleine Winterfliege. Ihr braucht nicht lachen, liebe Kinder, ich erinnere mich ganz wohl, dass ich an hohen Fensterscheiben auf- und abkroch und draussen die schwarzen Bäume und den weissen Schnee sah. Zuerst- hatte ich noch Gesellschaft, eine lahme Brummfliege, die im Frühling geboren war und mir von ihm erzählte. Die schwarzen Bäume hatten da lauter weiche, grüne Blätter gehabt, und vor dem Hause, wo jetzt der Schnee lag, war alles bunt und leuchtend gewesen, voll Blumen und Gräser und Duft und Honig. Die blauen Wasserjüngferchen hatten in der Luft geschaukelt wie lebendige Blüten, und die Sonne hatte einem bis ins Herz geschienen. Und ich sehnte mich nach dem Frühling. Die alte Fliege wurde immer schweigsamer; sie mochte nicht mehr leben und fiel eines Morgens tot auf's Fensterbrett. Ich musste nun allein an ihren Frühling denken, und ob er wohl wiederkäme. Das Zimmer, in dem ich flog, war hoch und warm. Es waren blanke Holzrahmen da und dunkle Schnitzereien, in denen man gut herumklettern konnte; an Nahrung fehlte es mir auch nicht, das Herumfliegen machte mir aber keine Freude, ich wartete immer. Die alte Dame im Lehnstuhl wartete auch, ich fühlte es. Sie hatte immer ein braunes Kleid an; in der Woche ein wollenes, am Sonntag ein seidenes. Ich kroch gern daran in die Höhe und setzte mich auf die weissen Spitzenmanschetten. Da konnte ich lange sitzen und den alten, dünnen Fingern zusehen, die emsig an wollenen Männerstrümpfen strickten. Manchmal hatte sie auch eine Zeitung in der Hand und las halblaut vor sich hin, meist von Schiffen, die ankommen sollten; manchmal guckte sie auch still und lange aus dem Fenster, und ich dachte oft, sie müsse wohl auch auf den Frühling warten. Eines Tages bekam sie einen grossen Brief, den las sie immer wieder. Ich sass gerade auf dem hölzernen Löwenkopf an ihrem Lehnstuhl. «Siehst du, kleine Winterfliege», sagte sie, «siehst du, jetzt kommt mein Junge, mein Konrad», u. sie sah ganz rot u. glücklich aus. Von diesem Tage an trug sie immer das braune, seidene Kleid und sass noch viel mehr an dem Fenster. Sie holte das alte Silberzeug aus dem Glasschrank und rieb es blank, und das Dienstmädchen machte reine, weissc Gardinen an. So verging ein Tag nach dem andern und immer noch warteten, wir, die alte Dame auf ihren Sohn und ich auf den Frühling. Endlich kam er. Ein junger, brauner Mann riss die Tür auf. «Muttel, Mutti, Mutterchen», rief er; die alte Dame aber weinte bloss und sagte gar nichts und streichelte immerfort sein Haar. An der Tür stand ein junges Mädchen mit hellen Augen und einem weissen Gesicht, das nahm der junge Mann bei der Hand und sagte: «Dies ist Susanne, meine Braut, nun wirst du auch eine Tochter haben und eine liebe dazu!» Di© alte Dame konnte immer noch nichts sagen; sie setzte sich auf das Sofa zwischen die jungen Menschen und streichelte ihnen abwechselnd die Hände. Dann wurde der Kaffee gebracht, ich setzte mich auf ein Stück Zucker, und die Brautleute bekamen die schönen silbernen Tassen. Nun konnte die Mutter endlich sprechen und sie erzählte von ihrer Brautzeit, und dass sie an ihrem Hochzeitstage mit ihrem Manne aus den Tassen getrunken habe und am Tauftage ihres Konrad wieder, und dass sie die Tassen nun ihren Kindern schenken wolle, wie sie sie auch von ihrem Vater bekommen hätte. Der junge Mann sprach von seinen Reisen über das Weltmeer und das junge Mädchen von ihrer Heimat und ihren kleinen Geschwi- ,stern, und wie lieb sie nun den Konrad hätte. Die alte Dame sah immer selig von einem zum andern und griff sich von Zeit zu Zeit nach der Brust. Ich bekam auf einmal wieder Sehnsucht nach dem Frühling und flog Besnohen Sie ans, bitte, bei Ihrer Durchfahrt in Bern. Sie rinden bei uns die grösste Auswahl japanischer and chinesischer Spezialitäten, wie Seidenstoffe, Kimonos. Teeaervioes, Elfenbeinschnitzereien, Kuriositäten. Direkter Import aus Ostasten. Amthausqasse 7 Bern Alberf Gasser & Co.

N" 2 - 1929 AUTOMOBIL-REVUE 17 gel zitterten vor Verlangen hinauszufliegen, -aber das Fenster war verschlossen. In der Nacht war viel Gelaufe im Hause. Ich hörte Türen auf- und zuklappen und einen Wagen hin- und herfahren. Auch war tnir, als würde oben geweint. Am Morgen -kamen der junge Mann und das junge Mädchen blass und in schwarzen Kleidern in die Stube. Sie setzten sich still auf das Sofa uiid sprachen lange kein Wort. Plötzlich stand der Junge Mann ausstrich sich mit der Hand durch die Haare und sagte: «Komm, Sannchen, sie ist vor Freude gestorben, und in Freude wollen wir an unsere liebe Mutter denken! Das zerlegbare Auto. In Detroit wird gegenwärtig ein neues Autosystem ausprobiert: der zusammenkbppbare (oder vielmehr leicht zerlegbare) Selbstfahrer. Bild der Zukunft: das Auto im - Rucksack. Eine Kalender-Uhr. Ein junger Kubaner, Roberto Loovet in Havanna, hat eine Uhr erfunden, die nicht nur «die Stunden, sondern auch den Tag, Monat und das Jahr mittels eines Zeigers, der jede .halbe Minute vorrückt, angibt. Die äusserst sinnreich ausgeführte Uhr ist bereits in Amerika patentiert worden. Ein Weltverband der Jodler- Der Zentralvorstand des Schweizer Jodler- Verbandes hat beschlossen, Schweizer und Tiroler Jodler-Klubs im Ausland zur Gründung eines Weltverbandes aufzufordern. Die Anregung stammt von der Jodler-Gesellschaft In Buenos Aires. Als Zweck eines solchen deutschen Weltverbandes wird die unverfälschte Reinhaltung des Jodlers bezeichnet. Die elektrische Geige. Zwei französische Ingenieure haben eine Abart oder Verbesserung des elektrischen Klaviers erfunden: die selbstspielende Violine. Die Musik, die die elektrische Geige erzeugt, soll der eines erstklassigen Konzertmeisters ebenbürtig sein. Jetzt noch das elektrische Saxophon, die selbsttätige Trommel und automatische Robot-Zuhörer — und das Orchester der Zukunft ist fertig. Konservierung der Milch: durch Radio. Der Wiener Universitätsprofessor Karl • Seidel hat entdeckt, dass Milch durch einfache Behandlung mit kurzwelligen elektrischen Wechselströmen, wie sie in der Radiotechnik angewendet werden, drei bis vier Wochen haltbar gemacht werden -kann- Die Entdeckung ist wirtschaftlich von grosser Bedeutung und Tragweite. Die Renntiere mit der Glocke. Die französische Postverwaltung hat ein interessantes Experiment unternommen. Sie will in den Bergen von Savoyen die Aufzucht von Renntieren versuchen. Sechs dieser Tiere sind gestern in der Gegend von Chambery in Freiheit gesetzt worden. Damit die kostbaren Zuchttiere nicht irrtümlich von einem wilden Nimrod niedergeknallt werden, hat man ihnen eine Glocke um den Hals gehängt. Echt englische Aufmerksamkeit Als der Captain Dennis Maine-Tucker und seine junge Frau, die bisherige Miss Matie Couth, nach ihrer Trauung zum Empfang der Hochzeitsgäste in das Angel-Hotel in Cardiff eintreten wollten, mussten sie erst durch ein Spalter von Windhunden hindurchschreiteu. Dem Ehemann, dej Manager von Windhundrennen Ist, war dies« Aufmerksamkeit von einer Reihe von Rennhundbesitzern bereitet worden. Nur 30 SeJkunden>Küsse! Nach einem Bericht des zurzeit in Beattle (Washington) weilenden Japanische« Parlamentariers J. Turumi sind jetzt Kussszenen in Filmen, die 1» Japan zur Vorführung kommen, zugelassen. Aber die zärtlichen Auftritte sind auf 30 Sekunden beschränkt. Bisher mussten in allen Filmen, die nach Japan eingeführt wurden, die Aufnahmen, in denen geküsst wurde, vorher herausgeschnitten werden. Und sie gingen Hand in Hand hinaus und) ich flog ihnen nach. Draussen war lauter Licht und Sonne, und mir war, als flöge ich zum ersten Mal. Ich huschte selig von einem Baum zum andern, bis ich an einen kam, der kein Blatt, aber viele leuchtende Blüten hatte. Wie das duftete und flimmerte! Ich taumelte von einem Kelch zum andern und schlürfte und trank und taumelte. Und die Sonne schien mir ins Herz, und die blauen Was? serjüngferchen schaukelten um mich her und alles rauschte, brauste, zitterte... Da muss ich wohl auch vor Freude gestorben sein, denn weiter weiss ich nichts mehr aus der Zeit, da ieli eine kleino Winterfliege war. BUNTE CHRONIK AUS ALLER WELT . . . vorbeugend wirktläkvral Baut Paris Wolkenkratzer? Die Frage des Hochhausbaues kommt jetzt auch in Paris auf die Tagesordnung. Bisher ist die zulässige Höhe von Bauten durch ein Reglement der Stadtverwaltung beschränkt. Die Gesellschaft der beamteten Architekten, die seinerzeit diese Vorschriften ausgearbeitet hatte, hat jetzt den Auftrag bekommen, eine Aenderung zugunsten des Hochhausbaues vorzubereiten. Vermutlich wird in den neuen Vorschriften die Bauhöhe von der Breite der Strasse abhängig gemacht werden. Ein Riesenboulevard für Paris. Die grosse Triumphstrasse der Champs Elysßes soll in gerader Linie über den Triumphbogen und die Avenue de la Grande Armee bis nach Saint-Germain ausgebaut werden und so eine Gesamtlänge von etwa 20 Ki'ometer bei einer Breite von 75 Meter erhalten. Rechts und links von ihr sollen breite Geländestreifen von ca. 2500 Hektar enteignet werden, deren Bebauung mit modernen Geschäftshäusern späterhin erfolgen soll. Drüsenverpflanzung bei einem Rennpferd. Dr. Voronoff, dessen Verjüngungsmethode durch die Verpflanzung von Affendrüsen ja schon viel besprochen worden ist, hat jetzt eine Probe seiner Methode ausgeführt, die er für eine der wichtigsten hült. Er hat nämlich die Drüsen eines jungen Vollblutpferdes auf das berühmte französische Rennpferd «Rabelais» überpflanzt. Dieser Renner hat auf dem französischen Turf mehr Gewinne zu verzeichnen als irgend ein anderes Pferd, er hat. aber jetzt das-für Pferde, holie Alter von 28 Jahren erreicht und zeigt Alterserscheinungen; nun soll es durch die Voronoff'sche Operation in die Bütetage seiner Jugend zurückversetzt werden. Der Lift im Are de Triomphe. Der Are de Triomphe, der berühmte Triumphbogen auf der Place de l'Etoile in Paris, der zur Erinnerung an die Siege Napoelons I. errichtet wurde — unter ihm befindet sich jetzt das Grab des unbekannten Soldaten — wird mit einer neuen Einrichtung bereichert. Man will ihn modernisieren, indem man in ihm einen Persouenaufzug anbringt. Zwanzig Personen werden gleichzeitig auf die Terrasse des Triumphbogens befördert werden können. Jetzt muss man Stiegen steigen, wenn man von ihm aus die schöne Fernsicht auf Paris gemessen will. Eine enge, steinerne Wendeltreppe von 280 Stufen muss man überwinden, bevor man oben angelangt ist. Das hat bisher viele abgehalten, einen Rundblick über die Seinestadt vom Are de Triomphe zu machen. Hunderennen ausser Kurs. Wie aus London berichtet wird, erklärte Reklame und hängten das Bild eine Damp- der «Rose City» an die Wand. In spa- der Innenminister auf »ersieht, um den Fehler herauszubringen, weil man bis heute nicht im Besitze des war, welches jeder Hausfrau hilft, Ordnung in die Haushaltuneskasse zu bnnaen, und zwar ohne viel Mühe und Arbeit. Für alle Auseabenartea sind Vordrucke vorhanden, bei welchen unter den betreffenden Tagesspalten nur die Summen auszusetzen sind, so dass die Schrei bar beit auf ein Minimum reduziert und dem Versessen vorgebeugt ist. Ach, es wird 6O viei Verdrus« und Aeraer beseitigt durch die Führung eines solchen Haushaltungsbuches, denn nichts ist ärgerlicher, als wenn man nicht genau weiss, wohin « Das Geld » gekommen ist und das ist sehr leicht möglich, wenn man die täglichen Ausgaben nicht notiert. — ELSA RAAFLAUBS Haushaltungsbuch sollte in keiner Familie fehlen, wo man die Ordnung liebt. Kaute es Der datte seiner Frau dann wissen beide zu jeder Stunde; wohin das Geld gekommen ist. Preis kartoniert nur Fr. 1.50, in Leinen gebunden F«". 2.50. Abonnenten dieses Uluttes erballen 20 °/ 0 Rabatt. Zu beziehen durch den Verlag: Hallwag A.-G., Bern Senden Sie sofort per Nachnahme E laa Ilaaflaubs Haushilf ungsbuch „Muettia iiaustteund" zum i'rcise von: Kartoniert Fr. 1 501 Niolitpewtinsoates Leinen n 2.5 QJ atraeuea Adresse: Löwen, es war ein männlicher und ein weiblicher, drangen schon durch die der Hitze wegen offenstehende Tür in das Speisezimmer. Der junge Mann feuerte seine Flinte aus nächster Nähe auf den Löwen ab, den er sofort tötete. Inzwischen stürzte sich aber die Löwin auf die aus dem Zimmer fliehenden Familienmitglieder und verletzte den Hausherrn und einen seiner Söhne schwer, bis sie durch Schüsse erlegt wurde. Man nimmt an, dass die Tiere halb verhungert waren, da es äusserst selten ist, dass sich Löwen in die Nähe der Menschen wagen oder gar in das Innere der Häuser eindringen. Eine Schiffahrts-Gesellschaft ohne Schiff. Wer wagt, gewinnt. Aber es kann auch schief gehen, selbst smarten Amerikanern. Hatten da einige unternehmungslustige New- Yorker die Idee, eine Schiffahrts-Gesellschaft zu gründen. Sie eröffneten an der Whitehall Street ein komfortables Bureau, einigten sich auf den Namen «Progressive Southern Stcamship Corporation», machten etwas in Der geprellte Automobilist. Unser Londoner Korrespondent berichtet uns folgende ergötzliche Diebsgeschichte, die sich tatsächlich jüngst in London zugetragen hat: Ein besonders vorsichtiger und ängstlicher Automobilist traute den üblichen Diebessicherungen am Wagen nicht und nahm sich deshalb bei seinen vielen Stadtfahrten stets die Mühe, den Wagen mit einem Rad an einer Stahlkette mit besonderem Sicherheitsschtoss an irgend einem soliden Gartensockel, Laternenpfahl etc. zu fixieren, Die bisherigen guten Erfahrungen bestärkten ihn, „Muettis Hausfreund" trotz der spöttischen Bemerkungen seiner Freunde, in seiner Methode und er scheute bei keinem Halt die etwas umständliche Manipulation, sein Vehikel an die Kette zu legen. Wie gross war aber sein Erstaunen oder vielmehr sein Entsetzen, als er jüngst nach einem längereu Besuch bei Bekannten an dem Gartensockel beim Hauseingang wohl noch die unversehrte Kette fand, an der aber trostlos und vereinsamt nur das eine Rad baumelte, an dem es festgemacht worden war. Einige besonders unverfrorene Autodiebe, denen die Methode ; wollt schon früher aufgefallen war, hatten sich mit einem Reserverad an den Wagen herangepirscht, das angekettete Rad demontiert und durch ein geeignetes eigenes Rad ersetzt. Für die Spötter brauchte der besonders «Schlaue» natürlich nicht zu sorgen. z. Die erwachende Jugend Amerikas, Der Individualismus ist unter den nordamerikanisclien Studenten im Wachsen begriffen und der Korpsgeist an den. Universitäten bricht zusammen. Wie zumeist, so ist auch die neue Bewegung an den älteren östlichen Universitäten entstanden, macht sich aber auch schon anderswo fühlbar. Keine umfassendere studentische Betätigung oder Organisation kann mehr auf allgemeine Unterstützung rechnen. Das religiöse Interesse ist zweifellos weit verbreitet. Wohl nur selten, in Zeiten besonderer Lebendigkeit, hat ein grösseres, allgemeines religiöses Fragen bestanden. Aber clmrakteristischerweise geht es dem Studenten mehr um Weltanschauung und Erfahrung als um «Berufung». Sein Suchen geht durch den Verstand und das Gefühl, nicht durch den Willen. Die bezeichnenden Worte für die Junge Generation sind «Deutung», Erklärung», «Se'bstverwirklichuns»,» «Einheit», aber nicht «Gehorsam», «Gewissen», «Opfer». «Gotteswille». Im Zusammenhang mit dieser Richtung steht vielleicht die besondere Neigung zu Andacht und Feier. Dem Kirchturm aller Art steht man fremd gegenüber, und man diskutiert lieber die Religion im allgemeinen als das Christentum. Man neigt zu einem religiösen Relativismus, dem ein moralischer Relativismus entspricht. Hinter dem allem steht aber gleichwohl ein ausgesprochen realistischer Sinn, der zur vollen Erfahrung des Lebens kommen möchte. II '