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E_1928_Zeitung_Nr.104

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N° 104 — 1928 VL&rtt AUTOMOBIL-REVUE Wie kalt ist diese Nacht und still... Die heü'ge ist's. Ich weiss und will Sie einsam, still verbringen. Wenn andre ihre Lieder singen, Wenn tiberall die Glocken klingen, Dann sitze ich allein. Nur einer Kerze kleiner Scliein Erhellt mein Zimmer. Dann denk ich an die Liebe, die vor vielen hundert Jahren Uns Einer in die kalte Welt gebracht... Die wärmt mich stets — wie meiner Kerze heller Schimmer Erleuchtet sie die tiefste Nacht. Ko. KIRCHLEIN VON INNER-AROSA VORWEIHNACHTLICHES Die reine, weisse Schneelandschaft, blendend am Tage und selbst nachts unter den Sternen noch leuchtend — Sinnbild der Unschuld : muss nicht einen Hauch dieses frommen, schönen Eindruckes auch das roheste Herz noch empfinden ? Erhaben ist der Ausblick auf das grenzenlose Meer, wie alle grosse, weite Einfachheit. Erhaben ist aber auch der Ausblick in das weite stille, winterliche Land, wenn, wie jetzt, es überall unter einer weissen, flaumigen Decke liegt. Und zugleich ist auch noch ein freundlicherer Zug darin : soviel Licht und Weichheit und Kinderfreude! Wer wollte es .leugnen, dass Auge und Herz des Aütlers viel Sinn und Verständnis für die Schönheiten der Natur haben. Undr so schaut er auch jetzt in die reine, weisse Landschaft : kein Schmutz mehr auf Strassen und Feldern, keine kahlen Astgerippe, keine grauen, zerrissenen Felsenklippen, keine alten, hässlichen Dächer mehr. Alles rein, weiss! Und in solcher Stimmung werden wir alle selber still im stillen Lande und lassen den Schnee, auf gemütlicher Fahrt, auf unseren Wagen niedertänzeln und erinnern uns auch wieder, wie wir uns als Kinder einst über diesen Schnee freuten und über die Vorweihnachtstage und das sternenhelle, liebe Christkind. Es war einmal!... Märchenzauber liegt in der Schneelandschaft, sie ist eine Verklärung der Welt. Eine schöne Illusion für wenige Tage. Aber dass wir solcher Illusion uns freuen, dass wir nach solchem Märchenzauber auch im klugen erwachsenen Herzen noch Verlangen tragen — das ist Wirklichkeit! Und diese Wirklichkeit ist nur gewachsen mit uns selbst. Die Geschenke des Christkindes : welche leichte, kleine Spielerei gegen die Verantwortungen und Fügungen des Lebens! Ein flüchtiges Bild nur erst! Das weisse Kleid wird immer wieder schwinden, und Klippen und Ruinen wird das Tauwetter wieder ausgraben. Wo aber solche Bilder leben, da ist auch ein Wille, der sich den Weg zu ihnen sucht. So haben auch Träume Wirklichkeit, wenn sie die Sehnsucht lebendig halten. Die Erlösung zur Reinheit, das Unschuldskleid der Menschheit, die Auflösung aller Weltdisharmonien... darum geht ja doch der Kampf! Kunst und Phantasie tragen die Fakkel vor, und Denken und Wissenschaft, und Politik und Erziehung erobern Stufe um Stufe. Wie viele solcher Stufen es noch sein werden? Es liegt tiefes, feierliches Schweigen über dem weissen Grabe. Doch nur getrost! Wo soviel Schönheit sein kann, da ist Grund zur Hoffnung. R. DIE GTJMMFLUH DER EIGER IM WINTERKLEID DAS OESCHINENTAL BEI KANDERSTEG TRÄUM VON KURT KÜCHLER Stumm und schwarz, mit Fenstern, die wie erloschene Augen waren, verloren sich die Häuser der Strasse, durch die ich mit hallenden Schritten ging, in den dunkelblauen Raum der sternenlosen Nacht. Fernher tönten dumpfe und verworrene Geräusche. Musik und Menschenlärm, wie aus dem brodelnden Kessel eines ungeheuren Jahrmarkts, spukhaft gedämpft. Sie wuchsen und schwollen, je weiter ich kam. Plötzlich, am Ausgang der Strasse, stand ich vor dem weiten Platz, auf dem, von einer Feuersbrunst elektrischer Flammbogen wild übergössen, von einer vielstimmigen Musik rauschend umbrandet, ein Heer von Menschen raste, in der Lust unerhörter Orgie verstrickt. Sonnwendnacht? Höllenspuck von Hexen und Geistern? Riesenhafte Paläste umkreisten den Platz mit den glühenden Lichterketten ihrer zahllosen Fenster, einer ungeheuren Arena gleich, die sich in Fackelschein und Marmorglanz hoch emporschwang in mächtiger Rundung. Von allen Rängen brauste Musik. In der weiten Manege wogte die Menge in Tanz und Taumel, Männer und Frauen, Jünglinge und Mädchen, alle erfasst vom Rasen des Blutes und vom wilden Blühen des Fleisches, gepackt von der keuchenden Gier, alle Lust zu erschöpfen, ehe unter ihren Füssen die empörte Erde zerbrach und stürzende Himmel sie furchtbar begrub. Ganz plötzlich, bei einer Gasse, die sich schmal" und dunkel öffnete, zwischen hohen Palästen, sprang aus der rasenden Menge ein Ruf des Erstaunens. Hunderte, die eben noch tanzten, drängten und schrien, bis alle stumm waren und Totenstille schwer ruhte im Raum, der eben noch ein Kessel der Hölle war. Tausende sahen, die Augen gross und verstört, wie ein nacktes Mädchen durch die Gasse schritt, die sich bildete, ganz langsam, wundervoll in den Biegungen eines unendlich feinen, unendlich weissen Leibes. Ihr Gesicht, süss und innig, schien traumhaft endloser Ferne zugewendet. Ihre Arme, wie von Schneeluft umweht, bogen sich über dem weichen Blond ihres Kopfes, und wo die schmalen Hände sich berührten, schimmerte auf den Fingerspitzen, wie zwischen weissen Blütenblättern, ein goldener Ring mit einem Stein von unerhörter Klarheit. Es war, als strömte alles Licht aus der Süsse des jungen Leibes zu diesem Ring empor, um seinen Glanz überirdisch zu erhöhen. So schritt sie still und heilig durch die stumme Gasse der Menschen, in hocherhobenen Händen den Ring, der alle Augen bannte, eine unschuldige Flamme, die durch die Dämmerung und Sonntagsstille wandelte, wo eben noch rasende Lust die Mauern der Paläste erschütterte. Plötzlich war sie verschwunden, durch eine hohe und dunkle Mauer, obwohl kein Tor darin zu sehen war. Die Menschen, wie aus einer Betäubung erwachend, starrten sich an. Männer lachten rauh und irr. Laut weinten Frauen auf. Jünglinge und Mädchen schrien, als packte sie Furcht. Ein junger Mensch brach sich Bahn, sprang wild auf den Granitblock des sechzigarmigen Kandelabers, breitete die Arme weit aus, und während die Flammbogen hoch über ihm ihr weisses, wildes Licht über die dumpf brodelnde Menschenmasse hinwirbelten, schrie er mit einer Stimme, die schwer war von unendlicher Klage: AM SEE VON ST. MORITZ UlTAl 9 WINTERNACHT IN DEN BERGEN