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E_1929_Zeitung_Nr.003

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N° 3 —

N° 3 — 1929 AT TTOMOFrL-RFvTrE Die Automobil-Haftpflichtversicherung vor dem aaryauischen Grossen Rat. Anlässiüch der letzten Sitzung des aargauischen Grossen Rates gab die Motion von Grossrat Dr. Bollag betr. Automobilhaftpflichtversicherung Anlass zu einer längeren Debatte. In seiner Begründung versuchte Dr. Bollag nachzuweisen, dass der gegenwärtige Rechtszustand für die Regelung der Automobilhaftpilichtversicherutig keinesfalls befriedigen könne. Das Publikum sei nicht so geschützt, wie es sich das vielfach an Hand der Konkordatsvorschriften einbilde. Bei dem durch Art- 14 des eidg. Versicherungsgesetzes bei grobem Selbstverschuiden des Fahrers ermöglichten Abzug an der durch die Versicherungsgesellschaft auszuzahlenden Entschädigung könne ein Geschädigter bei Zahlungsunfähigkeit des Fahrers sehr zu Schaden kommen. Vcn einigen Versicherungsgesellschaften sei die angegebene Einschränkung aufgehoben worden, andere aber hätten das nicht getan, so dass eine Rechtsunsicherheit bestehe. Ebenso seien die Verhältnisse mit auslandischen Automobilen unbefriedigend. Es könne sich „also nicht nur darum handeln, den Art. 14 des eidg. Versicherungsgesetzes illusorisch zu machen, sondern es gehe auch um eine Revision anderer Bestimmungen. Die Herren Grossrat Notar Wirth und Frey (Äugst) verfochten mit Geschick den Standpunkt der Automobilisten. Sie wiesen namentlich darauf hin, dass z. B. die zehn Prozent Eigenversicherung für einen Besitzer von mehreren Lastwagen einen ganz empfindlichen Betrag ausmachen können. Auch sollten die Velofahrer dazu verpflichtet werden, ihre Räder mit Reflektorknöpfen (sogenannten Katzenaugen) auszurüsten. Bei der Begründung der Motion wurde stellenweise entschieden zu schwarz und zu dick aufgetragen! So ist noch lange nicht immer der Automobilist der schuldige Teil! Was Artikel 14 des Eidg. Versic'nerungsvertragsgesetzes angeht, liegt ja bereits eine Korrektur des Bundesgerichtes vor. Was wünschenswert wäre, das ist die Gesamtrevision der Konkordatsbestimmungen, denn es sind noch viele andere Punkte darin sehr revisionsbedürftig. So ist die Selbsthaft ein Unsinn, schon deshalb, weil der Automobilist manchmal nichts hat und man dort, wo nichts ist, bekanntlich auch nichts nehmen kann. Warum will man es nun dem Automobilisten verwehren, sich für alle Fälle ganz zu versichern?! Was notwendiger wäre?... dass auch die Mitschuldigen — z. B. der Staat als Eigentümer der Strassen — gefasst werden könnten, denn bekanntlich könntn auch verlöcherte Strassen die Ursache für ganz schwere Unfälle sein. Die Motion, so wurde zugegeben, sei allgemein begrüssenswert, und die aargauische Justizdirektion hätte — so betonte Herr Regierungsrat Stalder in seiner Antwort — hierin bereits vorgearbeitet und eine diesbezügliche Verordnung entworfen. Aber ganz selbständig wolle der Kanton Aargau auch nicht vorangehen, sondern es sei notwendig und nützlich, wenn man in solchen Fragen mit andern Kantonen Fühlung nehme. Von anderer Seite wurde für eine vermehrte Verkehrssicherheit auch die Regelung der Arbeitszeit der Chauffeure verlangt; es wurde aber, dagegen ins Feld geführt, dass es leider oft auch liederliche Chauffeure gebe, und in diesem Falle wird der Besitzer zu Unrecht belastet und um einen Teil der Haft belangt. Es wurde auch der Wunsch laut, überhaupt keine Fahrbewilligungen mehr zu erteilen, wenn nicht auch eine ausreichende Haftpflichtversicherung vorliege, worauf zu entgegnen ist, dass eine Fahrbewilligung nur geeen die Vorweisung der Prämienquittung erteilt wird. Die bessere Lösung als solche Flickarbeit wäre entschieden eine eidgenössische Regelung der Verkehrsfragen, denn es muss immer ein grösseres Chaos entstehen, wenn jeder Kanton etwas anderes vorkehrt. Die Motion wurde erheblich erklärt und der Regierungsrat hat beschlossen, alle Postulate in einer Verordnung zu vereinigen, die in nächster Zeit vorgelegt werden soll. R. Durch Schaffung von Parkplätzen versucht das Polizeiinspektorat von Basel der trotz dem Richtungsverkehr in der Innerstadt immer grösser werdenden Verkehrskalamität ganz energisch zu steuern. Wie wir bereits gemeldet haben, wurde auf der Gerbergassseite des Barfüsserphtzos ein Stationierungsverbot erlassen, wodurch sich der Fahrverkehr bedeutend reibungsloser abwickelt und die Automobilisten ihre Wagen auf dem Darfiisserplatz, vor dem Historischen Museum, parkieren können — Ein neuer Parkplatz ist null unten afti Petersplatz — direkt hinter der Börse — geschaffen worden, wodurch man hofft, dass die Automobile künftighin nicht mehr in dejr engen Markt j und Stadthausgasse parkiert werden müssen. Es sollen, wie man erfährt, binnen kurzem weitere Parkplätze im Stadtinnern angeordnet werden. -oy. Die Genfer Sternfahrt 1929. Die Sektion Qsnf des Automobilclubs der Schweiz organisiert am 16. März 1929 anlässlich des Automo'bilsalons und des internationalen Küometerrennens mit stehendem Start in Genf die traditionelle schweizerische Automobilsternfahrt, eine Veranstaltung, die bekanntlich allen Mitgliedern des Autcmo-bilclubs der Schweiz sowie allen Mitgliedern derjenigen Clubs offensteht, die der Internationalen Vereinigung anerkannter Automobilclubs angegliedert sind. Der Start erfo'gt in jedem der folgenden Etapp-enköpfe: Zürich, Basel, Luzern, Bern, Neuenburg, Lausanne und Martigny. Die Tei nehmer können die Fahrt nach Belieben an einem der si-eben genannten Punkte antreten; die zurückge'egte Strecke zählt vom jeweiligen Abfahrtsorte an. Das Zeichen zur Abfahrt wird an jedem Etapp-enkopfe zwischen 7Vo und 8 Uhr morgens vor dem Lokal der Sektion des Automobilclubs gegeben. Gleich nach 7M Uhr wird jedem Tei'nehmer in versiegeltem Umschlag die Streckenkontrollkarte behand'i^t, welche die genaue Strecke enthält. Diese ist bei jeder DurchfahrtskontroMste'le vorzuzeigen und vom Beachten Sie Sicheres, Startpunkte und Distanzen der Genfer Sternfahrt. die flache, breit grilligen Kommissär mit der Angabe der Durchfahrtszeit versehen zu lassen. (Jede angefangene Minute zählt als volle Minute, z. B. 10 Uhr 47'20" zählt für 10 Uhr 48'). Die Durchfahrtskontroüstellen werden den Bewerbern nicht im voraus bekanntgegeben. Sie befinden sich an weithin sichtbaren Stellen und werden durch eine rote Flagge gekennzeichnet. An der Ankunftsstelle in Genf, vor dem Ausstellunsgpalaste, wird für die Zeit von 15 bis 17V£ Uhr ein Kontrollposten errichtet werden. Die Klassierung erfolgt auf Grundlage der festgesetzten Durchschnittsgeschwindigkeit. Immerhin wird für die Regelmässigkett der Fahrt ein gewisser Spielraum, zuge- lassen; dagegen werden die Konkurrenten, welche die obere Grenze dieses Spielraums überschreiten oder hinter der unteren zurückbleiben, nicht bewertet. Jede Abweichung von der festsetzten mittleren Geschwindigkeit wird mit einem Strafpunkt per Zehntelkilometer be'egt. (Die in Betracht kommende Durchschnittsgaschwiiidigkeit ist diejenige, die sich aus den Feststellungen der verschiedenen Kontrollstel'en ergibt.) Die Strafpunkte werden alsdann zusammengezählt. Bei gleicher Punktzahl ist derjenige Sieger, der während des Durchfahrens der verschiedenen Etappen die grössere Regelmässigkeit innehält. Das Nichtvorzeigen der aufliegende Lauffläche mit dem Gieitschulzproiil 1 gesdimeldlges und geräuschloses Fahren! Unbedingte Zuverlässigkeit Hti

:i m$. i^i JÖ29 A uf «»•raobal'wiiB'flscfvaf •# Neugründungen: Meister & Müller, Zürich, Mainaustrasse. Unter dieser Firma haben W Jieistcr und V Müller eine Kolitktivgesellschaft eingegangen. Zweck der Unterneumuna: Vuikanisieraustalt. Autobereifungen, Automobil-Bestandteile. Chrom A.-G., JNiederurnen; Unter dieser Firma wurde eine Aktiengesellschaft mit' 160.000 Franken Kapital gegründet. Zweck der Unternehmung ist Erwerb und Verwertung von Veredlunjrsverfdhren der Metallindustrie. Insbesondere -bezweckt die Gesellschaft Uebeniahme und Fortführung der bisherigen Einze.finna U. Neidbart, Klektro-Chrom-Werkt in Amriswil. Von dieser Firma werden Aktiven und Passiven übernommen. Der Kaufpreis von 80,000 Franken wird beglichen durch Ueberiassung von Aktien und 48,000 Franken in bar. Dem Vervvaltungsrat gehören , an Dr. ,H. Hoff man. Advokat als Präsident,, E. Schmidheiiiy jun. und H. Neidhart. Der letztere und der Präsident führen Einzelunterschrift. Frafelll Della Santa, Garage und Reparaturwerkstatt, Locarno, Via Bernardino Luini. E. Della Sa-nta und Mario Della Santa haben unler dieser Firma eine KoliektivgeseHsehaft eingegangen Zweck der Unternehmung: Betrieb einer Gara-go und Re- Nächste Sitzung des Direktionskomitees. Das Direktionskomitee des A. C. S. wird sich am 16. Januar, um 10 Uhr, in Bern versammeln. Seine Tagesordnung weist eine Anzahl .sehr wichtiger Fragen auf. A. C. S. SEKTION GENF. Die Generalversammlung findet am 21. Januar, 20.30 Uhr, im Clublokal statt. Ende 1928 zählte der T. C. S. insgesamt nicht weniger als 29 601 Mitglieder gegenüber 15 385 im Jahre 1924. Diese Mitgliederzahl rekrutiert sieb aus 22 364 Automobilisten, 3807 Motorradfahrern und 3430 Radfahrern. Diese Zahlen sprechen für sich selbst! An Triptyks hat der T.G. S. im letzten Jahre ; paratürwei-fcotätte. 36 794 Stück ausgestellt (1924: 9812). In eklatanterer Kapitalerhöhung: Wci.se könnte der Aufschwung des Aufotourismus Grand Garage A.-G-, Zürich. In der ausserordentlicb-en Generalversammlung -wurde die Er-die Rolle, die der T C. S. im schweizerischen Ver nicht dargelegt werden. Diese Ziffern beleuchten kehrsieben zu spielen bestimmt ist. v. höhung des Aktienkapitals von 500 000 auf 700.000 Franken durchgeführt durch Ausgabe von weiteren 200 Namencaktien a 1000 Franken. AUTOSEKTION BERN DES T.C.S. Es sei Firmaänderung: hiermit den Wenigen, die noch bis zur Stunde keine Th. Karre.r & Co. A.-G., Auio-Centrale, Basel. Eintrittskarten besorgt haben, in Erinnerung gerufen, dass die Steinenring 45. Unter dieser Firma wurde eine Aktiengesellschaft mit 200,000 Franken Grundkapita! JAHRESFEIER gegründet. - Zweck der Untevnehmninr ist Uebernihme und Weiterführung des bisher vop der angesetzt ist, was kein anderer Tag als der nächste auf den 12. Januar 1929 im Kasino-Saal, 20 Uhr Kommanditgesellschaft Th. Karrer & Go. betriebenen Geschäftes. Die frühere Gesellschaft ist er-programm, T. C. S.-Familienstimmung und ein gut- Samstag ist. Kulinarische Genüsse, ein Bombengeöltes Parkett warten der Feiernden. v. loschen und Aktiven sowie Passiven sind von der Aktiengesellschaft übernommen worden Der Kaufpreis von 150.000 Franken wird getilgt durch Ue u ergihe von 150 Aktien an Th. Karrer Der Verwaltungsrat besteht zurzeit aus Th. Karrer, der Einzelunterschnfl führt und F Hoffmann, der kollektivcmit den andern Zeichnungsberechtigten zeichnet. Es wird Prokura erteilt an K. Trissler zur Kollektivzeichnung. Firmenauflösungen: Andre Thomas, mechan. Werk-tätte und Garage. Yverdon Diese Firma wird infolge Verkauf des Geschäftes aus dpm Register gelöscht. Sccie!c Anonyme pour I importation des automobiles M:rmon, Genf, ist nach durchgeführter Liquidation aufgelöst und die Firma im Register galcVsfht WOHPI Paul Baratelli. Garage Monthoux. Genf. Die Firma wird zufolge Verkauf des Geschäftes gelöscht Karl Wten7-Wüller, AVTuimiilalnrpn-'Werkst-itt. Zürich Die Firma ist infolge Verkauf dea Geschäftes closchen. E. Wolfsnsberger & Co.. Antomohi'e. Zürich Die Kommanditgesellsfliaff hat -sich auflöst und tr?tt in Liquidation. Als' "t'iqnTrTjrfor""tsr "hesfeltt : 'M. Richterich, bisheriffPrTjHollgkGSptofcuiist. lier Genannte zeichnet allein mit dem Zusatz in Liq" Die Prokuren von J. Tschudi und 0. Zwimpfer werben gelöscht LHdic ei Roth. Mech. Werkstntte unrl Garage. Yverdon Diese Kollektivgesellsrhaft wird ai fgelöst und nach vollzogener Liquidation im Register gelöscht. Nachlasss'undungrn: Hacfücjer Franz. Pratteln. Autorep-iratur-weTkstätte. Stnndumfsi-ewill's'Tnsr durch Entscheid fl^r N^chlassliphörrle Fin?abefri.-t bis 20. Januar 1929 Erst" G'änh ; (rprvpr