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E_1929_Zeitung_Nr.005

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Das Projekt Gull für

Das Projekt Gull für den Zürcher Bahnhofumbau. Vor einem sachverständigen Forum, dem Zürcher Ingenieur- und Architektenverein, entwickelte am Mittwoch abend die bekannte Autorität in Baufragen, Herr Professor Gull, sein grossartiges Projekt, das kurz, vordem eine Entscheidung im einen oder andern Sinn von den beteiligten Körperschaften getroffen werden soll, das ganze Problem auf •eine neue Warte stellt. Bekanntlich ist man sich in den in Frage kommenden Kreisen über das Prinzip, ob der Zürcher Bahnhof als Durchgangs- oder Kopibahnhof ausgebaut werden soll, nicht einig. Die bahntechnischen Erörterungen, die in der dem Referat folgenden Diskussion eine*n breiten Raum einnahmen, interessieren uns an dieser Stelle nicht. Für uns steht aber fest, dass, sofern dem Projekt des Durchgangsbalmhofes, dessen Verwirklichung sich in vieljährige Bauetappen aufteilen würde, zugestimmt werden sollte, die heutigen beinahe katastrophalen Verkehrsverhältnisse am Zürcher Hauptbahnhof für lange Zeit noch nicht die dringend notwendige Besserung finden würden. Vom städtebaulichen Standpunkt aus und unter besonderer Berücksichtigung der ständig zunehmenden Verkehrsintensität im Stadtinnern ausgehend, führte der Referent aus, dass das heutige Gebiet um den Bahnhof herum viel zu eng ist. Der Verkehr, der sich am Bahnhof zusammenballt, findet nirgends einen leichten Abfluss. es ergeben sich Stokkungen und Störungen, die bei weiterer Verkehrszunahme die Behörden vor eine fast unlösbare Aufgabe stellen müssten. Zudem schiebt sich der Bahnhof samt der grossen Geleiseanlage und dem Vorbahnhof vom Hauptgebäude bis zur Unterführung an der Langstrasse als ein Kilometer langer Riegel mitten zwischen wichtige Verkehrsrichtungen hinein. Dies bedingt eine Verkehrsumleitung, welche aber infolge der knappen Flächenverhältnisse durch einen eigentlichen Engpass erfolgen intiss. Der Durchgangsbahnhof bringt, von den eisenbahntechnischen Erwägungen ganz abgesehen, auch keine saubere Lösung und ist dessen Verwirklichung zudem durch die sechs proponierten Bauetappen derart in weite Ferne gerückt, dass Herr Professor Gull zum vorneherein von einem solchen absieht und den Kopfbahnhof beibehalten will. Aber er schlägt einen hochgelegten Endbahnhof vor, der sechs bis sieben Meter über dem Strassenniveau sich als ein Planum ausbreitet. Der Zugang würde durch breite Treppen, zum Teil Rolltreppen und Lifts, gewährleistet. Das jetzige Hauptgebäude würde zwar stehen gelassen und könnte als Hotel oder Kongressgebände etc. umgebaut und benützt werden, das neue Aufnahmegebäude würde aber vorgeschoben bis auf die Höhe der Löwenstrasse. Diese würde verlängert und bis zum Landesmuseuin hinüberführen, dabei also gleichzeitig die beiden Hauptgebäude, das alte und das neue, voneinander trennen. Da die Löwenstrasse sowieso ausgebaut wird (der Ausbau vom Bahnhofplatz bis zum Löwenplatz ist ja bekanntlich in der Abstimmung vom letzten Sonntag angenommen worden), so würde eine willkommene und grosszügige Parallel- und Entlastungsstrasse für die Bahnhoistrasse geschaffen. Das Hotel Habis müsste im Zusammenhang mit den Umgestaltungen allerdings fallen. Dieser Abbruch fällt aber zweifelsohne weniger ins Gewicht als die beinahe 200 Häuser, die bei der Verwirklichung des Gegenprojektes umgelegt werden müssten, wobei aber nicht etwa für den städtischen Verkehr, sondern nur für die neue Bahnhofanlage selbst Platz gewonnen würde. Das Projekt Gull aber schafft mit einem Streich unter dem hochgelegten Bahnhofplanum gegen 150 000 Quadratmeter neue Fläche, die zu einem beträchtlichen Teil für neue Strassenzüge benützt werden kann. Auf diese Weise könnte ein grossartiger Kreisverkehr auf dem neugewonnenen Bahnhofplatz organisiert werden, und vor allem ergäben sich günstige Verbindungen zwischen vier Stadtkreisen sowie eine flüssige Ableitung für den mächtigen Durchgangsverkehr vom See her in den Richtungen nach Baden und Winterthur. Zur finanziellen Seite des Vorschlages Gull sei nur der Vollständigkeit halber kurz erwähnt, dass sowohl die Stadt Zürich als auch die Bundesbahnen den Verhältnissen entsprechend mir sehr bescheiden belastet würden. Im Gegenteil, es ergäbe sich für die S. B. B. eine zehnprozentige Verzinsung des Anlagekapitals! Die gesamten Baukosten werden auf rund 42 Millionen Franken angesetzt, welche Berechnungen von führenden Baufirmen nachkontrolliert und als den Tatsachen entsprechend befunden wurden. Eine nachträgliche starke Ueberschreitung des Devis ist also nicht zu erwarten. Durch den Terrainverkauf von freiwerdendem Areal aus den jetzigen Bahnhofgebäulichkeiten AUTOMOBFL-REVUL 1929 — könnten rund 12 Millionen Franken gelöst werden, nachdem heute schon der Quadratmeter in jenem Gebiet auf 1000 Franken veranschlagt wird. Es verblieben also rund 30 Millionen zur Kapitalisierung. Nach den bestehenden Verträgen würde nun das ausgeschaltete Hauptgebäude kostenfrei an die Stadt übergehen, die dessen Gegenwert von ca. 14 Millionen Franken den S. B. B.. als Beitrag zu den Kosten zur Verfügung stellen könnte, so dass für die Bahn selbst weitere 15 Millionen Franken als Last verbleiben würden. Durch Vermietung der neugewonnenen Flächen, die natürlich eine ideale Lage für die Geschäftswelt hätten, könnten gegen 1,5 Millionen Franken jährlich hereingebracht werden, was der obenerwähnten zehnprozentigen Verzinsung entsprechen würde. Die nach dem mit grossetn Beifall aufgenommenen Referat reichlich benützte Diskussion gab auch den Anhängern des Durchgangsbahnhofes Gelegenheit, ihren Standpunkt zu vertreten. Dabei wurde ausführlich auf die Vorteile hingewiesen, die eine solche Anlage dem internationalen, nationalen und Vorort-Verkehr der Eisenbahn bringen könnte; man vergass aber vollständig den innerstädtischen Verkehr zu berücksichtigen, ja es wurde sogar erklärt, dass dieser sekundär sei und bei der Ausführung des Projektes deshalb nicht die Bedeutung habe, die der Vorschlag Gull ihm zuweist. Wir konnten aber mit grosser Befriedigung den Voten der Behörden, die durch die Herren Regierungsrat Walter, Stadträte Kluck und Baumann, Stadtbaumeister Herter und Architekt Hippenmeyer vertreten waren, entnehmen, dass sie der richtigen Auffassung sind, bei diesem Umbau könne die Frage des städtischen Verkehres nicht abgetrennt und für sich allein behandelt werden, sondern dass sie sich zwangsläufig in den ganzen Komplex einfügt. Nachdem aber die Verkehrsverhältnisse rund um den jetzigen Bahnhof vollständig ungenügend sind, so ist es nicht nur das Recht der städtischen und kantonalen Behörden, sondern auch Pflicht, diese einzigartige Gelegenheit zu erfassen und eine durchgreifende Sanierung zu treffen, die für mehrere Jahrzehnte vorbildliche Verkehrsbedingungen schaffen wird, um die uns nicht nur das Inland, sondern auch die umliegenden Staaten beneiden würden. W ; ir kommen auf das interessante Projekt Gull demnächst wieder zurück, um noch etwas näher auf die städteverkehrstechnisclien Fragen eingehen zu können, die vom Referent zwar vielfach gestreiit, zufolge der ungünstigen Akustik im Saale aber zum Feil nur von den nächststehenden Zuhörern erfasst werden konnten. Auf alle Fälle dürfen wir den greisen Meister für dxj grossartige Werk nur bewundern, das die Stadt mit einem Schlag aus einer heute immer akuter werdenden Verkehrsmisere herausbringen und die Behörden der undankbaren Aufgabe entheben würde, mit kleinem Flickwerk auszuhelfen, das doch auf die Dauer nicht halten könnte. , b. Jku bänden CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH. Einladung zur ordentlichen Generalversammlung Sonntag, den 20. Januar 1929, 14- Uhr, im grossen Saale des Zunfthaus Waag. Traktanden siehe Zirkulär. Für Aktivmitglieder ist der Besuch obligatorisch. Die verehrten Passivmifglieder sind freundlichst eingeladen. Nach der Versammlung gemütliche Zusammenkunft mit Familienangehörigen. Neue Ch iuffeurkollegen sind herzlich willkommen. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen in Anbetracat der wichtigen. Geschäfte, erwartet Der Vorstand. SCHWEIZERISCHE BERUFS - CHAUFFEUR- VEREINIGUNG, SEKTION ST. GALLEN. Letzten Sonntag fand im Retaurant Neuegg ein gutbesuchter Vortrag eines Vertreters der Firma Scintilla in Solothurn statt, welcher über die elektrischen Apparate dieser Firma in Wort und Bild wertvolle Aufkläz'ung gab. :—: S t •* «• * * «© sni Das glarnerische Slrassenbauprogramm für 1929 ist von der Baudirektion dem Landrat unterbreitet worden. Es sind nach demselben vorgesehen die Korrektionen Nicdorurnen-Bilten, Kerenzerborg- Fjlzbach-Obstalden und MitKidi-Schwanden bis zum Kreu/platz. Die Kommission dos Landrates v,ar mit diesem Programm einverstanden. Dieses Pro- Ht-.i n berücksichtigt alle Landesgegenden. Die Strecke Niederurnen-Bilten bedarf dringend der Korrektion, und die Strecke von Filzbuch-Obstalden soll mit Trottoirs versehen werden. Die Detailpläne und Kostenberechnungen über die einzelnen Projekte werden dem Lundrat noch vorgehet. Es ist vor allem wünschenswert, dass die Arbeiten so bald als möglich in Angriff genommen werden können. Der Landrat stimmte dem Antrag der Baudirektion und der Kommission zu. -ev. Strassenliga. An der letzten Frertag-Sitzung der Strassenliga in Bern legte Herr Wunderly-Volkart sein Amt als Präsident nieder. Der Nachfolger ist noch nicht bestimmt. Indessen wird bereits in diesem Zusammenhang der Name eines bernischen Juristen genannt, der in der Expertenkommission zum Studium des eidgenössischen Verkehrsgesetzes eine Rolle spielt. :—: 23,000 Itixxs a travers l'Afrique: c'est ce qua realise" la c&ebre 10 cv Cette formidable randonne'e aecomplie en 103 jours est une ve"ritable de'monstration d'endurance et de re*- gularitd Une fois de plus la F.N. a prouve d'une faejon eklatante la supe'riorite' de sa construction. CONFORT — ELEGANCE — ROBUSTESSE ET LONGEVITE

N°5 - 1929 Airrnwomr 13er* i\.utstieg des A.uto ourisxnus. Die untenstehende Tabelle zeigt uns den konstanten Fortschritt des internationalen Autotourismus im Laute der letzten Monate, verglichen mit den entsprechenden Monaten der Vorjahre. Monat VERKEHR Autotransport auf der Simplonbahn. Der Verkehrsminister hat die Staatsbahn mit dem Transport der Automobile von Domodossola nach Brig durch den Simplon betraut. Diese wird daf 3r eine Gebühr auf das Verladen und für die Zo'lformalitäten berechnen, sonst erfolgt der Transport kostenlos. Die italienischen und ausländischen Automobilfahrer haben sich nur an die Bahnbureaus zu wenden. Glanz'elstung von zwei Raupenautomobilen. Selbst der Bergwinter vermag der heutigen Automobiltechnik keine unüberwindbaren Schranken mehr entgegenzusetzen. Schon wieder haben zwei Raupenautos der Firma Citroen den tief verschneiten Julierpass bezwungen, und zwar benötigten die beiden Wagen für die Strecke Chur-St. Moritz diesmal nur 4K Stunden Fahrzeit. Die schlimmste Strecke, Bivio-Julierpasshöhe, die an die Motoren die denkbar grössten Anforderungen stel'te. erforderte einen Zeitaufwand von nur 55 Minuten. D'e kantenal-st. gallische Verkehrskommlss'on behandelte in ihrer letzten Sitzung auch das Projekt der Autostrasse am Walensee. Es scheint, dass die ganze Frage nur schwer vom F'eck rutscht, da sich die angrenzenden Kantone zu den nötigen Subventionen noch nicht recht entschliessen konnten. Herr Regierungsrat Riegg teilte mit, dass gegenwärtig die topographischen Aufnahmen gemacht würden. Seine Ausführungen In finanzieller Hinsicht lauten eher pessimistisch; ohne Mitwirkung'des Bundes sei jedenfalls der Aus- RFvtrc IÖÜ6 la^o 1J27 1928 ' i s& k—-»! * i *» i e'n 0 .'.'^,. z'i -»H "'"*• i '«» i xz*z ar. i*—H « i *~ ij&r as i*»»! m\ w i*y.s Januar 209 145 133 487 487 3U5 180 137 630 6:5(1 473 175 206 854 j 854 969 305 37a IÖ43 IÖ43 Ketruar 213 130 122 471 958 434 227 220 881 1511 64 ü 218 25ö 1Ü2O I 1874 1154 J 280 486 1920 3563 März 332 252 2(57 851 1809 575 24« 438 1259 277U 974 271 608 1853 3727 1801 270 950 3021 6584 April 585 615 740 184« 3(i4U 1300 53h I0M 2962 5732 242 > 35(1 1373 4154 7881 3337 554 2811 6702 1328b Mai 715 639 1015 2269 6U1» 17m 553 (4. 1 >2 3749 948) 2tWi> KO9 1671 49lS 12799 3882 523 2«91 729Ö 20582 Juni 1402 616 1473 3491 W4OU 1958 637 18.9*» 4494 13975 5U4H 525 2i>13 8478 21277 5379 529 4181 10089 30671 luh 2894 781 3026 6701 16110 4024 677 3887 8588 ' 2253H 7409 767 5487 13663 34941» 94t» 887 8150 I85«HI 49171 ! A'iiiitrt 487i> »16 4607 10302 26412 7117 713 529b 13126 3öbS9 12936 656 7M2 213114 56244 15157 61Ö II117 -.'ßHS9 7BO80 September 3019 621 2435 6075 32487 4676 559 3100 «341 44030 H937 469 4412 IIS1S 68OH2 0227 447 6205 15879 91»:«» Oktober . |U41 288 767 2O9Ö 34583 1698 359 SI72 »>29 47059 2961 385 1859 5205 73267 -'i»8l 639 2397 6917 978S6 November 683 224 334 1141 35724 1138 255 392 1785 48844 1966 848 717 3531 7679S 1912 621 1037 3570 10142« Dezember 305 1»2 lf