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E_1929_Zeitung_Nr.008

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13 AUTOMOBIL-REVUE

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Dies ist eigentlich recht schade; jahraus, jahrein erleben wir mit dem Automobil doch recht viel Freude — manchmal auch ein wenig Aerger, letzteres vielfach deshalb, weil wir unserm Fahrzeug zu wenig Verständnis entgegenbringen, so dasa wir uns etwas mehr um die Sache kömmern sollten. Und dies ist im Grunde genommen herzlich einfach, vorausgesetzt, dass man einen Leitfaden kennt, der recht klar und verständnisvoll zur Eigenart des Automobils führt. Carl Hess, ein Mitarbeiter unseres Blattes, hat sich in unserm Auftrag der Aufgabe unterzogen, unter dem Titel „Das Büchlein vom Auto" einen Katechismus über Bau und Funktionen eines Motorfahrzeuges zu schreiben, und zwar so leicht verständlich nnd kurz gefasst als nur möglich. Das, was dieses Büchlein sagt, begreift und erfasst jeder, die zahlreichen leichtverständlichen Abbildungen tun das Ihrige, und so gehen dem Leser, wenn er die hundert Seitchen durchgelesen hat — vielleicht ein Kapitel etwas langsamer oder zum zweiten- nnd drittenmal — verschiedene Lichter auf. Am Schlüsse des Bändohens sind dann noch 120 Fragen und Antworten aufgeschrieben. Als Probe aufs Exempel sollen sie zeigen, ob der Leser alles begriffen hat. Dann wird er selbst wünschen, dass „Daa Büchlein vom Auto", das so viel wertvolles Wissen in leichtfasslichster Form vermittelt, bald in die Hände von Tausenden von Fahrern und Fahrerinnen gelangt. Der bescheidene Preis von nur Fr. 2.— (Abonnenten erhalten die üblichen 20%) wird das sejnige zur starken Verbreitung beitragen, Lieferung sofort durch) comprenant 5 logetnent, manasin, atelier et garage, distributeur d'essence et hui [es, ä enlever de suite pour le pris derisoire de fr. 36 000. Pressant. 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III. Blatt der VOM SINN DER GESCHWINDIGKEIT. VON E. BÜTIKOFER, ING., ZÜRICH, Ich schreihe diese Zeilen im Januar. Vor mir auf dem Tisch liegen westindische Bananen und algerische Orangen. Meine Frau liat vor wenigen Minuten den norwegischen Käse hinausgetragen und bringt nun den duftenden Mate (südamerikanischer Tee) hinein. Vorn beim Fenster steht ein Riesenstrauss prächtiger Nelken, den uns eine gute Bekannte per Express aus Nizza sandte. Meine Jüngste knabbert an einem Stücklein Schokolade, von der ich nicht weiss, ob die Goldküste, Java, Kolumbien oder Ostafrika den Rohstoff geliefert hat. Wahrscheinlich stehe ich alle Tage gastronomisch mit mindestens 4 Erdteilen in Verbindung. Ohne etwas Besonderes darin zu finden. Ohne, dass unsere Haushälterin es überhaupt weiss. Die bejahrte Alte denkt sich höchstens etwas von merkwürdigen Ansprüchen der heutigen Generation und der Bescheidenheit der verflossenen. Etwas Konservierungstechnik ist ja auch dabei. Bei Gefrierfleisch handelt es sich ja Erkältet I von einer Autofahrt zurück! Dann hilft sicher ein elektr. SOLIS-Heizkissesa fast ausschliesslich um eine Konservierungsfrage. Aber in der Hauptsache ist es doch die Geschwindigkeit, welche nicht nur die leiblichen, sondern auch die geistigen Kontakte herstellt. Die Welt ist kleiner geworden durch die Geschwindigkeit und die Menschheit reicher. Noch für den Durchschnittsmenschen der verflossenen Generation war eine Auslandreise ein Ereignis und das Meer ein grosses Erleben. Kaum 50 Jahre liegt dieses Zeitalter zurück. Wenn heute im Eisenbahncoupe zwei oder drei Personen, die sich nie vorher gesehen haben, ins Gespräch kommen, so können sie von London, Paris oder Berlin reden. Fast stets wird sich das ganze Duo oder Trio aus eigener Anschauung aktiv am Gespräch beteiligen können. Es gilt schon beinahe als verpönt, «nur» in einem Nachbarort praktisch tätig gewesen zu sein. Im Zeitalter der Geschwindigkeit macht man Ausland-, wenn nicht gar Ueberseepraxis^ Und es gilt beinahe als selbstverständlich, dass in Mitteleuropa jeder auch nur einigermassen gebildete Mensch mindestens eine Fremdsprache spricht und sich deren Gebrauch im Ausland angeeignet hat. Nach allen Seiten hin und in unglaublich kurzer Zeit breiten sich die elektrischen Wellen aus. Was in Amerika gespeziell bei Rheumatismus, Katarrh, Ischias oder Magenbeschwerdan. Erhältlich von Fr. 21.50 bis 34.50 in Elektrizitäts- u. Sanitätsgeschäften E T O DIE SCHWARZE CHRYSftNTHEME. Skizze von Max Karl Böttcher. Seit zehn Tagen war die grosse Industriestadt in heller Aufregung. Die raffinierten, man möchte sagen, genial durchgeführten Einbrüche bei zwei der modernst und bestgesicherten Bankhäusern bildeten den Anfang einer Kette von Verbrechen, die mit einer Tollkühnheit und Virtuosität durchgeführt wurden, wie sie die Kriminalpolizei bisher noch nicht erlebt hatte. Von den Räubern war aber auch noch nicht die Idee einer Spur entdeckt worden. Das einzige, was die Verwegenen bei jedem Einbruch am Orte ihrer Tat stets zurückliessen, war eine schwarze Chrysantheme, kunstvoll ausgeführt. Dr. Gallus, der junge Arzt, arbeitete in diesen Tagen — es war am Rosenmontag — in seinem Ordinationszimmer. Es war spät am Abend, nicht allzuweit bis Mitternacht. Auf einmal schrillte die Nachtglocke an seiner Haustüre. Die alte Aufwartefrau, die dem jungen, nahezu unbeschäftigten Arzte die Wohnung in Ordnung hielt, war beurlaubt, und so blieb dem Doktor nichts übrig, als selbst das Tor zu öffnen. Ein Mensch stand draussen, Lederjacke, Sturzkappe, Autobrille, Gamaschen, und er fragte kurz und hastig: «Hier wohnt doch ein Arzt?» «Gewiss, ich bin selbst der Doktor.> «O, das trifft sich gut! Kommen Sie mit, ich bitte Sie, ein Unglücksfall!», N sprochen wird, können wir hier praktisch gleichzeitig vernehmen. Man spricht heute ja bereits vom Fernsehen. Sehr richtig hat sich letzthin in einer angesehenen schweizerischen Zeitschrift ein Doktor der Philosophie dahin ausgedrückt, diese sich immer mehrende Anteilnahme an den Ereignissen der ganzen Welt, dank der Fernübertragung und dank den ungezählten Empfangsmöglichkeiten, machte uns immer mehr zu richtigen Weltbürgern. Wir lernen, andere Völker und Geistesverfassungen verstehen, zufolge der Raschheit, mit der uns die modernen Verkehrsmittel in fremde Gegenden führen, mit der wir den akustischen Ausdrücken ihrer Kultur unmittelbar folgen können, mit der wir durch den Film und moderne Reproduktionsverfahren mit den fernsten Teilen der Erde in Verbindung treten können. Ueberall vernehmen wir den Pulsschlag der Welt, je nach den technischen Hilfsmitteln mehr oder weniger kräftig. Aber die Wirkung ist unmittelbar und nicht um Wochen oder Monate nachhinkend, wie im Zeitalter der Langsamkeit. Deshalb ist auch die Anteilnahme unmittelbar. Wir leben mit. Man kann wohl sagen, dass nirgends etwas Wichtiges geschehen kann, ohne dass es sofort rund um die Erde gehende und überall vernehmbare Schwingungen auslöst. Es ist schon gesagt worden, die Geschwindigkeit hätte uns gar nicht glücklicher gemacht. Alles sei relativ. Die Geschwindigkeit habe alle Elemente und Handlungen im gleichen Masse beschleunigt und das Leben hastiger gemacht. Dem Einzelnen biete die Geschwindigkeit keinen Vorteil, da alle andern das gleiche Tempo einschlagen konnten. Es stimmt/ wenn man die Gesamtmenschheit berücksichtigt. Es stimmt für die Alltagshandlungen. Aber man kann solche Behauptungen kaum mehr aufrecht halten für das Einzelleben und die besondern Lebensereignisse, wie sie jeden Augenblick an jeden Menschen herantreten können. Man kann füglich von einem Sinn und einem Unsinn der Geschwindigkeit sprechen. Der wahre Sinn der Geschwindigkeit kann nicht der sein, das ganze Menschenleben zu beschleunigen, jeder Handlung, sei sie wissenschaftlicher, industrieller, gewerblicher oder sportlicher Natur, ein rascheres Tempo zu verleihen. Die Geschwindigkeit soll vielmehr dem Menschen vermehrte Kontaktmöglichkeiten schaffeii, eine Basis für Menschen Verbrüderung sein. Ich rede absichtlich von «einer» und nicht von «der» Basis. Die Geschwindigkeit der modernen Verkehrsmittel hat ja so viele Bande zwischen den einzelnen Völkern geschlungen, dass der Wunsch nach Verständigung immer lebhafter wird und auf immer fruchtbareren Boden fällt. «Sofort! In zwei Minuten bin ich bereit, ich will nur meinen Verband- und Besteckkasten zurecht machen und mein Motorrad aus der Garage holen.» «Holen Sie nur Ihr Doktorzeug, mein Wagen wartet an der Ecke!» Und nach kurzer Zeit sass Dr. Gallus in einer molligen Limousine, die nun in tollem Tempo, aber sicher gelenkt, durch die stillen Strassen der Stadt brauste und endlich weit draussen im Westviertel der .Stadt, wo seit kurzem eine neue Villenkolonie entstanden war, vor einem stattlichen Landhause hielt. Der Chauffeur öffnete den Wagen und führte den Arzt in das Haus, das merkwürdig still und unerleuchtet war. In der finsteren Flur empfingen zwei Männer den Arzt, und nachdem sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, traten die beiden auf ihn zu und zu seinem Schrecken sah jetzt der Dr. Gallus, wie ihm bei dem Scheine einer aufleuchtenden Taschenlampe zwei Pistolen entgegenblitzten und ferner, dass die beiden Männer kleine, schwarzseidene Masken trugen. «Schweigen Sie und tun Sie nur Ihre Pflicht als Arzt, dann geschieht Ihnen nichts und Sie erhalten reichliches Honorar für Ihre Bemühungen!» sagte der eine der Männer mit verhaltener Stimme und fuhr fort: «Sollten Sie Lärm schlagen oder nach Ihrer Arbeit etwas von Ihrem nächtlichen Dienst verraten, sind Sie verloren! Folgen Sie uns!» Und ohne des Sträubens des Doktors zu achten, legten sie ihm eine Binde um die Augen und führten ihn fort. Und der Gewalt gehorchend, schritt Gallus dem Sprecher hintendrein, während der Chauffeur als sein Wächter folgte. Es Völker, die sich noch vor wenigen Jahren feindlich gegenüberstunden, arbeiten heute Seite an Seite, weil die einigenden Bande stärker sind als die trennenden Grenzpfähle und Geistesverfassungen, die zufolge dem ständigen Gedankenaustausch von Nation zu Nation immer mehr das Fremde verlieren. Gewiss: die Technik allein tut es nicht, das Menschenherz muss mit dabei sein. Aber die Technik führt durch das Mittel der Geschwindigkeit die Menschenher zeu zusammen. Zum Verstehen gehört dann allerdings nicht nur die Gegenwart, sondern auch der Anteil des Herzens. Es kann nicht Zweck des Flugzeuges sein, alle Menschen, die von Zürich nach München reisen müssen, in nur 2 Stunden hinzubefördern anstatt in 8 (Eisenbahn). Das Flugzeug soll für jeden Menschen nur die Möglichkeit schaffen, in 2 Stunden den erwähnten Weg zurücklegen zu können. Dass es alle Tage viele Menschen gibt, welchen diese Möglichkeit sehr erwünscht ist, darf als sehr erfreulich bezeichnet werden. Aber noch erfreulicher ist es, dass nicht das ganze reisende Publikum das 150-Kilometertempo einschlägt. Wenn man liest, dass ein Flugzeug aus Wien ein lebensrettendes Heilserum nach Zürich brachte, das mit keinem andern Transportmittel hätte rechtzeitig und in unversehrtem Zustande eintreffen können, so wird man das Vorhandensein derartiger Möglichkeiten preisen. Zweck des Automobils ist wohl auch nicht die Kilometerfresserei, sondern das unabhängige Gemessen schöner Landschaftsbilder nicht nur in beliebig schnellem, sondern mehr noch in beliebig langsamem Tempo. Die Geschwindigkeit ist Unsinn, wenn man prächtige Gegenden, wie die Rheinstrasse Bingen—Koblenz oder das Höllental im Schwarzwald — von einer Alpenstrasse gar nicht zu sprechen — mit maximalem Tempo durchrast. Geschwindigkeit hat Sinn, wenn die Kleinode der Natur im beschaulichen Betrachten genossen werden und wenn man an klassischen Kunststätten nicht nur an kulinarische Genüsse und baldiges Weiterrasen denkt. Geschwindigkeit hat Sinn — auch in herrlichen Gegenden — wenn ein Arzt rasch zu einem Kranken muss. Sie ist Unsinn", wenn sie nur als Selbstzweck ausgeübt wird. Dessen ungeachtet sind neue Rekorde stets zu begrüssen, weil sie neue und noch fortschrittlichere Transport- und Uebertragungsmöglichkeiten für die Allgemeinheit anbahnen. Geschwindigkeit ist Unsinn, wenn der Rundfunkfreund seinen Apparat im Verlauf einer Stunde wohl auf 10 verschiedene europäische Städte einstellt, «rasch» mit Wien, ebenso rasch mit Berlin und Paris in Verbindung tritt. Geschwindigkeit hat hohen Sinn, wenn man am Lautsprecher einen abgerundeten künstlerischen oder bildenden Genuss erlebt. ging durch mehrere unerleuchtete Zimmer und dann kam man in einen hellen Raum, wo man dem Doktor die Binde abnahm. Auf dem Boden lag ein schlanker junger Mensch, der am Halse aus einer Wunde blutete und daneben lag ein grosser erschossener Hund. «Sie sehen, was der Köter angerichtet hat! Untersuchen Sie unseren Kameraden und verbinden Sie ihn!» herrschte jetzt einer der Männer. Der Arzt kniete nieder, öffnete dem Bewusstlosen die Kleider und fuhr zurück. Eine Frau?!» rief er. «Das soll Sie nicht kümmern!» zischte ihn der Sprecher an. Schweigend untersuchte der Doktor nun die Wunde am Halse, fand, dass es nur ein ganz hramloser Biss, eine leichte Fleischwunde war, und dass die Frau wahrscheinlich nur vor Schreck, weniger infolge der Verletzung, ohnmächtig geworden war. Er wusch die Wunde aus, desinfizierte sie reichlich und verband sie, dann brachte er das Geschöpf durch einen leichten Schlag einer kleinen elektrischen Batterie, die er bei Unglücksfällen stets mitführte, zu sich, und als er es aufrichtete, bemerkte er, dass es ein sehr hübsches Mädchen von höchstens achtzehn Jahren war mit ganz seltenen, schwarzen, leuchtenden Augen. «Ist die Verwundung gefährlich?» fragte einer der Männer. «Durchaus nicht, in zwei Tagen ist nur noch eine kleine Narbe sichtbar.» Und da das Mädchen, das Männerkleider trug, lächelte, schien man den Aussagen des Arztes Glauben zu schenken. Man verband ihm wieder die Augen, führte ihn zurück zum Man muss wohl unterscheiden zwischen dem tiefern Sinn einer Sache und den von den Menschen vorgenommenen Entstellungen. Man muss nicht die gute Sache verantwortlich machen für die vom Menschen begangenen Entgleisungen. Man muss nicht über den Kino schimpfen, weil die 15—25 Bilder, die in einer einzigen Sekunde auf der Leinwand vorbeihuschen und dadurch die tatsächliche Bewegung wiedergeben, unmögliche Hetzjagden und Schauerromane aufführen. Der wahre Sinn des Films liegt doch in seiner Fähigkeit, interessante Geschehnisse etnographischen, sportlichen, dramatischen, politischen oder geschichtlichen Charakters in möglichst vollkommener Treue festzuhalten, der Mitwelt vorzuführen und der Nachwelt zu erhalten. Zum Schluss noch ein liebliches Bild: Das Fürstentum Lichtenstein wurde im Herbst 1927 durch eine Wasserkatastrophe heimgesucht. Riesige Schuttmassen waren wegzuräumen, um das überschwemmte Land wieder der Kultur zu erschliessen. Ucber hundert Freiwillige haben die Arbeit besorgt. Aus Dänemark, Schweden, Norwegen, Deutschland, England, Irland, Schottland, Indien, Südafrika, Australien und der Schweiz sind die jungen Männer herbeigeeilt, um gemeinsam als Menschen Hilfe zu bringen und ungewollt sich gegenseitig als Menschen achten zu lernen. Eine Tat, die ohne die Verkehrsgeschwindigkeiten der Neuzeil nicht möglich wäre. 80 Jahre sind es her, seitdem C. F. Hartmann eir Gedicht «Eisenbahn» veröffentlichte. Die Schlusszeile mit ihrem prophetischen Gehalt möge wiedergegeben sein: «Jetzt auch ein neuer Geist Menschennatur durchkreist, der auf des Lebens Bahn Herzen lehrt Herzen nahn.» Kann dieses Prophetenwort, diese Hymne an die Geschwindigkeit, eine bessere Bestätigung finden als durch ein internationales Liebeswerk, wie das liechtensteinische? —o— Bummeln verboten. Im Krieg wurde in den Vereinigten Staaten ein Gesetz erlassen, wonach jedermann verpflichtet war, entweder eine Beschäftigung zu haben oder aber einen Entschuldigungsgrund für seinen Müssiggang vorzuweisen. Jetzt hat der Kommandeur der New Yorker Polizei, Whalen, diese Bestimmung der Vergessenheit entrissen. Seine Detektive durchstreifen die Stadt, halten elegant gekleidete Bummler auf der Strasse an, verhören sie über ihren Beruf und verhaften sie, wenn ihre Angaben nicht genügend begründet erscheinen. Der boshafte Nachbar. «Mit wem hat Ihre Frau gestern abend so furchtbar geschimpft?» — «Mi< dem Hunde!» — «Armes Vieh! Sie drohte ihm ja sogar mit Entziehung des Hausschlüssels!» Auto und schob ihn in den Wagen. Zehn Minuten später stand er wieder vor seiner Wohnung. Der Chauffeur trat zu ihm und flüsterte: «Falls Sie den Versuch machen, der Polizei oder sonst irgend jemandem das eben Erlebte zu berichten, sind Sie verloren! Es ist keine Redensart, Herr Doktor, es ist bitterster Ernst. Also — schweigen, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist! Keine Polizei kann Sie schützen! Unser Arm reicht weit!» —• sprach's, drückte dem verblüfft dastehenden Arzte ein langes, schmales Päckchen in die Hand, sprang in den Fahrersitz seines Wagens, drückte den Schaltknopf und schon sauste das Auto davon. Was sich Dr. Gallus während der Fahrt ausgedacht, führte er nun sofort aus. Mit ein paar Sätzen war er an seinem Autoschuppen! Tür aufschliessen, Motorrad herauszerren, antreten, drauf!! Das waren alles nur Augenblicke. Das erhaltene, längliche Päckchen warf er hinter sich in die Garage, dann raste er hinter dem Wagen her. Durch viele, viele Strassen ging es, kreuz und quer, aber an der Seestrasse, von welcher rechts und links alle 50 Schritte kurze, sich wieder verzweigende Nebenstrassen abbogen, verlor er doch die Spur des geheimnisvollen Automobils. Wütend und enttäuscht fuhr er heim, brachte sein Motorrad unter, hob das Päckchen in der Garage auf und trat in sein Zimmer. Nachdem er Licht gemacht, öffnete er das Paketchen und was fand er: eine schwarze Chrysantheme und einen Briefurnschlag, darin drei neue Hundertmarkscheine und ein Zettelchen: Honorar für ärztliche Bemühungen.