Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1929_Zeitung_Nr.008

E_1929_Zeitung_Nr.008

HDa BE EDEEP WIE

HDa BE EDEEP WIE HMERIKÄNERINNEN LEBEN. Die Frau» die den Mann nicht sucht. Von Claude Anet. Das Leben, das die Amerikanerinnen führen, bildet den Gegenstand grössten Erstaunens für einen Franzosen. Ich spreche von dem Leben der Frauen in den Städten. Ich weiss nicht, wie es sich die Farmerinnen des Middle West einrichten, wenn mir auch einige Romane, die ernst genommen werden können, einige Aufklärung darüber brachten. Ich muss mein Thema einschränken. Eine Stenotypistin, ein Mannequin, eine Bankbeamtin oder eine Angestellte eines grossen Konfektionshauses führen fast dasselbe Leben hier in Paris wie dort. Nur haben sie drüben weniger Arbeitsstunden und werden besser bezahlt. Auch sind die hygienischen Verhältnisse in Amerika besser. Ich will aber nur von der Klasse der verheirateten Frauen sprechen, die dem Mittelstand angehören oder reich sind. Das erste, was einem in die Augen fällt, ist die Tatsache, dass die Männer und Frauen kein Vergnügen am Zusammensein zu finden scheinen. Sie fliehen einander. Der Mann hat seinen Sport: die Frau wieder ihre Beschäftigungen und Zerstreuungen. Er und sie treffen sich selten. Man gehe einmal durch die New Yorker Restaurants und man wird niemals Paare sehen. In Paris ist das anders. Aber in den Vereinigten Staaten gibt es zur Zeit des Lunch lauter Tische voller Frauen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch ihre Männer im selben Restaurant speisen, jedenfa'Is sitzen sie nie mit ihren Frauen an einem Tisch. Diese Frauen könnten den ganzen Tag nichts tun und zu Hause bleiben. Aber sie denken nicht daran: sie gehen früh am Vormittag weg und kommen erst abends zurück. Was sie machen? Nichts und alles. Sie verbrauchen ungeheuer viel Energie. Zu welchem Ende? Sie haben ihre Clubs, deren es eine Legion igibt. Man trifft sich dort, frühstückt, nimmt den Tee, plaudert, aber nicht von Kleidern und Herzenssachen — diese Frivolitäten werden dem alten Europa überlassen, — sondern von Politik, Geschäften, der Wohltätigkeit, der moralischen Erhebung, von Kunst und Literatur. Und dann gibt es die grossen Kaufhäuser, die bei der Schwierigkeit, in New York weiterzukommen, sehr flLPIDQX^IU viel Zeit in Anspruch nehmen. Und dann haben sie ja noch die Börse, wo auch die Frauen spekulieren. Und die Tees! Eines Tages sagte ich zu einer.reizenden Frau, die von Tee zu Tee lief: «Sie kommen ja nirgends zu einem Vergnügen; nicht eine halbe Stunde halten Sie es in der Gesellschaft einer einzelnen Person aus! Ueberall fühlen Sie sich schlecht und langweilen Sie sich. Sie fliehen sich selbst und da Sie sich überall wiederfinden, zittern Sie vor Angst. Sie kehren nach Hause zurück, damit Sie gerade Zeit haben, sich für das Diner in der Stadt umzuziehen, gerade rechtzeitig, um Ihren Gatten mit dem nötigen Takt fühlen zu lassen, dass Sie die Autorität in der Wirtschaft haben...» Diese Frauen widmen eine Stunde ihres Tages Vorträgen. Sie wollen lernen, ihre Intelligenz zu entwickeln, «improve their mind», wie man drüben sagt. Da gehen sie also einen Vortrag über die kommenden Wahlen anhören oder über die Aufzucht der Schafe in Argenteuil, über die Leitung der Gefängnisse, die zeitgenössischen Autoren, die man kennen muss usw. Der Gegenstand des Vortrages ist nicht von Bedeutung für sie, wenn es nur den Eindruck verschafft, dass man etwas lernt. Schon morgens beginnen diese Vorträge beim Frühstück in den grossen Hotels. Aber das ist noch nicht genug. Das Neueste ist der Vortrag beim Lunch, der gewöhn'ich von irgendeinem Ehrengast in Form einer kurzen Ansprache an die zwei bis dreihundert Frauen, die anwesend sind, abgehalten wird. Etwas ist sehr lustig. In einem anderen Saal desselben Hotels hält ein anderer Ehrengast eine Ansprache an die anwesenden Männer. In welchem Saal wird nun weniger geraucht? Nun, man hat schon Männer gesehen, die so gescheit waren, das Rauchen aufzugeben; bei Frauen kommt so etwas nie vor. Ich habe so beim Lunch vielmal zu Männern und zu Frauen gesprochen und ihnen immer gesagt, wie sehr ich mich wundere, dass sie so eine Mauer zwischen einander aufgerichtet haben. Es muss nochmals hervorgehoben werden, dass die amerikanische Frau sehr gern lernen möchte. Wohl betreibt sie auch das nicht systematisch, aber sehr fleissig. Der Wunsch ist da und was an allgemeiner Kultur in diesem Lande vorhanden ist, findet man bei der Frau. Sie liest, hört Vorträge und bildet den Geschmack in Sachen des Geistes. Dafür muss man ihr dankbar sein. In dem Geschäftsfieber, von dem die Vereinigten Staaten geschüttelt werden, ist das etwas Menschliches und Uneigennütziges, DIE DETEKT1VIN. Der Warenhausdiebstahl ist ein Kapitel für sich. Kleinere Stibizzereien —• es handelt sich nie um grosse Coups — haben einen derartigen Umfang angenommen, dass sich die Warenhäuser veranlasst sahen, ein besonderes Ueberwachungspersonal einzustellen. Die Laufbahn einer solchen kleinen Detektivin, AUTOMOBTL-REVUE 1929 - N° 8 Erna Drescher, wird in der deutschen Presse geschildert. Eines Tages steht die kleine Verkäuferin Erna Drescher vor dem gefürchteten Personalchef des grossen Warenhauses und richtet das Ersuchen an ihn, sie als Detektivin zu beschäftigen. Ein Blick des Gewaltigen über die schmächtige Figur und — Hinauswurf! Noch zweimal lässt sich Erna Drescher hinauswerfen, bis der Personalchef verzweifelt der kleinen hartnäckigen Person nachgibt. Lauerndes und vergebliches Umherirren im Labyrinth der tausend Gänge. Endlich der erste Fall. Eine Frau mit einem Kind auf dem Arm stopft plötzlich Spitzenreste zwischen Arm und Kind. Erna Drescher wird so blass, als ob sie selbst gestohlen hätte. Jedenfalls der erste Erfolg. Lehrzeiten folgen. Frisch Ertappte haben nicht das geringste von der gestohlenen Ware mehr bei sich, wenn sie glücklich in den Untersuchungsraum gebracht wurden, lachen höhnisch die kleine Detektivin aus. Neue verwirrende Situationen entstehen. Ein junges, putzsüchtiges Ding stiehlt Bänder, Reste, Schleier. Zur Rede gestellt, würgt es Bänder und Schleier hinunter. Erna Drescher greift nach dem verschwindenden oorpus delicti und — wird in den Finger gebissen. Dann die Gewerbsmässigen! Sie gehen im Gegensatz zu den «Gelegentlichen» nie allein, haben stets zwei oder drei Komplicen bei sich, die «decken». Unter ihnen gibt es wieder Spezialisten für Kunstgegenstände, auch für $&n Sie, rrnnmlLch. vorteMhjaÜ bei BPHNHOFSTR 62 Modernes Ständchen. Bücher. Mannigfaltig sind die «technischen Hilfsmittel ». Da gibt es raffiniert verborgene Taschen unter Kleidern und Mänteln — denn dieses Handwerk wird fast ausschliesslich von Frauen ausgeübt —, es gibt Löcher in den Taschen zum Hindurchgreifen und Handtaschen mit losem Boden, die harmlos auf die Ware gestellt werden. Dies alles und vieles mehr musste Erna Drescher lernen, bevor sie die gefürchtete Spezialistin wurde. Heute beschäftigt sie selbst sieben Angestellte, mit denen sie eine Anzahl bekannter Warenhäuser bewacht Manchmal wird Erna Drescher von ihren Gewerbsmässigen zum Kaffee eingeladen, kleine Bestechungsversuche am untauglichen Objekt. Manchmal wird auch «geratscht». , Nach zehnjähriger Arbeitszeit gibt es keine Ueberraschungen mehr. « Aus zwanzig Leuten, die das Warenhaus betreten, erkenne ich unfehlbar den, der sich mit Diebstahlsabsichten trägt,» versichert Erna Drescher. «Und wie bilden Sie Ihre Angestellten aus? » Sie wehrt ab. « Ausbildung? Detektiv lässt sich nicht lernen, das muss angeboren sein. » «Die künstliche Sonne!» Wir alle, ob wir nun das Land in geschäftlicher Tätigkeit, oder zur Abwechslung und Erholung mit unseren Wagen bereisen, freuen uns immer, wenn Frau Sonne uns begleitet. Im wohltuenden Sonnenlicht wird an einem geeigneten Plätzchen ausgeruht, ein Picknick verzehrt, gebadet oder gespielt und die heilsame Belebung von Körper und Geist lässt uns den Wert dieser Naturerscheinung gebührend schätzen und würdigen. Je mehr man sich aber an die Sonne und ihre günstigen Einflüsse gewöhnt, um so weniger mag mau die entbehren. Bei ungünstigen Wetterperioden, wenn die Arbeit oder gar Krankheit uns an das Haus bannt, dann wäre ein Sonnenstrahl doppelt willkommen und wertvoll. Seit langem' hat die Technik auch in diesem Gebiet nach einem Ausweg gesucht und nun ist es endlich derWissenschaft gelungen, eine regelrechte künstliche Sonne herzustellen! Der neue Vitalux - Ultrastrahlen-Heilapparat sen- | det die gleichen Strahlen aus wie die Sonne, • also Ultraviolett- und Ultrarot- und Licht- I strahlen, d. h. chemische und Wärme- und Lichtwirkung. Oder in andern Worten gesagt: die neue «künstliche Sonne» emittiert qualitativ die gleichen Strahlenarten und quanti- | tativ dieselben Strahlenintensitäten wie die j natürliche Sonne ; dadurch ist es jetzt jedermann ermöglicht; zu jeder beliebigen Zeit zu Hause die Wohltat eines wirklichen Sonnenbades zu geniessen! Was dies bedeutet, lässt sich leicht vorstellen: der neue Ultrastrahlen- . apparat ist von grösster Wichtigkeit für Ge- ! sunde und Kranke, für gross und klein, denn dadurch, dass er sämtliche Wellen des Sonnenspektrums aussendet, sind seine Wir- | kungen überaus mannigfaltig ; Gesunde erzielen starke Steigerung des Wohlbefindens und der Energie, Kranke erreichen Linderung •oder Heilung bei Beschwerden zahlreicher Art, wie Rheuma, Gicht, Neuralgien, Tuberkulose, Katarrhe, Entzündungen usw. Villmergen, Gasthof z.Rössii Altbekannter Land-Gasthof mit vorzögl. Küche und Keller. Gänzl. renoviert. Zimmer mit Kaltund Warm• Wasser. Billard-Zimmer. Heizbare Auto-Garage. W. Löcher-Buchmann. inseriert im „Autler-Feierabend" Jung ist die Welt von heute I Körperkultur überbrückt die Jahre des Alterns. Nur eines hemmt: überflüssiges Fett. Bewahren Sie Ihr jugendliches Aussehen, Ihre Spannkraft. Körperfülle lähmt die Kräfte, hindert in vieler Art • Schlankheit gibt Ihnen Schaffens' freude und Gesundheit. dos schwedische osmos-scHfiumBPD ist von vielen ärztlichen Autoritätengeprüft und empfohlen : ein gefahrloses Bademittel, um schlank zu werden, schlank zu bleiben. Zarte Sei- fenflocken in besonders gewählter Zusammensetzung, verschiedene Salze und ein erfrischendes Parfüm bilden ein angenehmes Kohlensäureund Schwitzbad. Kein Brennen und Jucken der Haut, keine Mattigkeit • frisch gestärkt steigen Sie aus dem wundervollen.schneeweifien Schaum! Erhältlich in Apotheken,Drogerien, Parfümerien. Das Bade-Paket Fr.3.- Wir garantieren für absolute Unschädlichkeit und Erfolg bei einer richtigen Badekur. SEIFERFflBRJH STRHULI UÜHDERSIUIL „DIE KUNSTLICHE SONNE" Der Neue Ultra-Strahlen-Heilapparat WirklicheSonnenbäder jederzeitmöglich zu Hause! (Gegen Rheuma, Gicht, Neuralgien, Rachitis, Tuberkulose, ßronchialkatarrh, Winteranämie, Hexenschuss, Entzündungen, Geschwüre, Frauenbeschwerden usw. - Energiesteigerung, Hebung des Allgemeinbefindens, usw. - Für Kinder und Erwachsene, Säuglinge und Mutter, Kranke und Gesunde, geistig und körperlich Arbeitende. Sportler usw.) !Jeder seine eigene Sonne im Heim! Gleiche Wirkung wie die Sonneim Juli, d.h. Ultraviolett- und VVärmeund Lichtstrahlen! - Völlig gefahrlos; an jede Lichtleitung anschlieesbar. (Nicht zu verwechseln mit,, Violett-Strahlern".) Prospekt gratis. Besichtigung unverbindlich täglich von 8—20 Uhr. „ULTRAVIOLETT«, Hechtplatzi, 1.St., ZÜRICH1 Telephon Limmat 11.40 beim ßellevue Heirat wünschen viele vermoeliebp Damen, reiche Ausländerinnen, viele Einheiralun een Herren a ohne Vermögen. Auskunft sofort Stabrey. Berlin 113, Stolpischestrasse 48. ist ein schmerzstillendes, unübertroffenes Mittel gec^n Kopfweh, Migräne Nervenschmerzen Ueberzeugen Sie sich durch einen versuch. Ischachtel Fr. 2.50. In allen Apotheken oder direkt durch die Apotheke llicüter & Co., Kreuzungen 5.

N° 8 — 1929 AUTOMOBIL-REVUfc BUNTE CHRONIK AUS ALLER WELT Der Hunger nach der Liebe. Zwei junge Leute in Stockton an der Themse, die beide die schöne Stenotypistin Mary Pick liebten, kamen überein, den Wettstreit nicht mit Waffen auszutragen: wer am längsten hungern könnte, sollte die Braut heimführen. Die beiden Rivalen sperrten sich zusammen in ein Zimmer ein. Nach 126 Stunden und 35 Minuten gab der jüngere von ihnen auf. Der Taube schafft den Lärin ab. Die Stadtverwaltung von Havanna hatte sieh unlängst mit dem Antrag eines Stadtrats zu befassen, der die schärfsten Massnahmen gegen den Strassenlärm forderte. Den temperamentvollen Ausführungen des Antragsteilers folgt© nun die Verwaltung und führte strenge Strafbestimmungen ein. Die Lokalpresse hat jetzt festgestellt, dass der lärmfeindliche Stadtrat völlig taub ist. Zum Beweis wird seine Haushälterin angeführt, die beschwören will, dass der Stadtrat den allabendlichen traditionellen Kanonenschuss, der an der alten Festung Cabana, kaum hundert Schritte von seinem Hause entfernt, abgefeuert wird, nicht mehr hört. Romantik Ade! Der amerikanische Präsident hat dieser Tage die Gesetzesvorlage zur Errichtung eines Staudammes am Colorado unterzeichnet. Die Baukosten sind auf 165 Millionen Dollar veranschlagt und der Colorado-Damm wird die Stauwerke am Nil noch an Grosse übertreffen. Er dient der regelmässigen Bewässerung der sieben amerikanischen Prärieprovinzen am Osthang der Felsengebiree, die alljährlich zur Zeit der Trockenperiode sich in unwegsame Wüste verwandeln. Die älteste Katze. Dem Museum der Universität Chicago wurde der Abdruck eines katzenartigen Tieres eingeliefert, das nach den Feststellungen der Paläontologen ein Alter von nahezu zehn Millionen Jahren haben muss. Die Katze war zirka IV2 Meter .gross und besass ein haifischartiges Gebiss. Ergaunert© Popularität. Erbauliche Dinge weiss der Sunday Express zu erzählen über die Gewohnheiten, die am englischen Musikmarkt eingerissen sind. Einige Verleger populärer Musik waren unvorsichtig genug, bekannten Jazzkapellen und Varietesängern Sonderhonorare zu zahlen, wenn sie dazu beitrugen, ein Stück zum Schlager zu machen. Jetzt wenden sich die Verleger schon an die Presse, um Stars und 'Jazzbandmanager in ihre Grenzen zurückzuweisen. Es handelt sich um recht ansehnliche Summen ;„ so soll eine Truppe von Negersängern pro Kopf und Woche 50 Pfund für die Bevorzugung eines bestimmten Schlagers bekommen. Mit fünf Jahren Zeitungsleser. Bernard Shaw hat auf eine Rundfrage- nach der ersten Kindheitscrinnerung erwidert, er sehe noch heute die fetten, schwarzen Linien auf der ersten Seite der Zeitung, auf der im Jahre 1861 der Tod des Prinzgemahls angezeigt wurde. Daraus gehe hervor, dass er schon mit fünf Jahren Zeitungsleser war, sonst hätte Ulm der Trauerrand nicht als etwas Besonderes auffallen können. Der kaufmännische Sinn der modernen Jugend. Fritz und Paul haben, wie sich das für moderne Jungens gehört, jeder eine Freundin, Bürgertöchter ihrer Umwelt sind es, ungefähr desselben Jahrganges wie sie selber. Um Gotteswillen, nur nicht etwa solche Gänschen von dreizehn und vierzehn, mit denen man kein vernünftiges Wort reden kann. Bei einer gemeinsamen Ruderpartie stellten sie ihre Damen vor, Nelly und Herta, um am nächsten Schultage, in der Pause zwischen Mathematik und Französisch» sehr offenherzige Kritik am Geschmack des anderen zu üben. Die Mädchen hatten sich darüber mokiert, dass die Kavaliere ihnen Zigaretten aus den gewöhnlichen Markenschachteln anboten. Da waren Fritz und Paul sich mit Schrecken bewusst geworden, dass ihnen zum vollendeten Gent das allernötigste Requisit fehlte. Das Manko zu beseitigen, gingen sie miteinander, versetzten Fritzens Taschenuhr und kauften ein silbernes Zigarettenetui. Das zeigte Fritz seiner Mutter und sagte: «Sieh mal, Mama, was Paul mir für ein nobles Geschenk gemacht hat. Bitte, gib mir 25 Mark, damit ich mich revanchiere.» Sie kauften ein zweites Zigarettenetui von Silber. Und Paul zu seinem Vater: «Sie mal, Papa, was Fritz mir für ein nobles Geschenk gemacht hat. Bitte, gib mir 20 Mark, damit ich mich revanchiere.» Der Vater schenkt Paul das Geld, und die Freunde lösen damit Fritzens Uhr aus. Nun frage ich: braucht man um die Zukunft solcher Jungen besorgt zu sein? Lebt Houdini als Geist? Houdini, der weltbekannte Zauberer und «Mann mit dem sechsten Sinn», Houdini, das «lebende Rätsel», von dem selbst Gelehrte nicht wussten, wie sie ihn taxieren sollten, war Zeit seines Lebens ein ausgemachter Skeptiker und Materialist. So hatte er für den Spiritismus nur ein mitleidiges Lächeln übrig. An die Kraft der Medien, Tote zum Sprechen und Erscheinen zu bringen, glaubte er nicht. Rundweg erklärte er alles für Mache und Trick u. bewies tatsächlich seine Behauptung in vielen Fällen damit, dass er die Leistung berühmter Medien genau wiederholte. «Was ein Medium kann, bringe auch ich zustande, wenn man mir genügend Zeit zum Ueben gibt!» Um aber dem ^Spiritismus doch noch eine Chance zu bieten, sieh zu rechtfertigen, schrieb er kurz vor seinem Tode einen Brief, dessen Text niemand ausser ihm bekannt war. Der Brief wurde versiegelt und einer unparteiischen Kommission überliefert. Houdini versprach nun, nach seinem Tode einem Medium zu erscheinen und den Text bekanntzugeben, vorausgesetzt, dass er als Toter irgendwie die Möglichkeit dazu finde. Wenn er dann aber nicht erscheine oder das Medium eine mit dem Brieftext nicht übereinstimmende Nachricht von ihm bringe, dann müsse man als erwiesen betrachten, dass man als Verstorbener wirklich und richtiggehend tot sei. Die ganze Wette fiel nach dem Tode Houdinis der Vergessenheit anheim. Was soll man nun aber davon halten: Kürzlich hat sich ein Medium gemeldet, das vorgab, mit Houdini in Verbindung zu stehen und das tatsächlich den geheimen Brieftext genau wiederzugeben vermochte? Hat nun Houdini der Menschheit wieder einmal einen Streich gespielt, haben die Spiritisten recht oder haben die Unparteiischen den Brieftext irgendwie herausgefunden und ausgeplaudert? ys. Die Sparuhr. Eine originelle Idee hat die Darmstädter städtische Sparkasse. Sie gibt eine Sparuhr heraus, die ihre Kunden zum regelmässigen Sparen verpflichtet. Wie das Automatengas nicht ohne den Zehner brennt, so läuft auch die Uhr nicht weiter, wenn sie nicht zu bestimmten Zeiten durch Einwurf kleiner Geldmünzen zum Weitergehen ermuntert wird. Time is money! Ein gläsernes Wohnhaus. Ein Wohnhaus ganz besonderer Art hat sich ein japanischer Bakteriologe auf dem schattenlosen Grundstück des Hospitals von Yokohama errichten lassen, nämlich ein Ganzglashaus, welches er als staub-, luft- und bakteriendicht bezeichnet. Die Seitenflächen dieses Hauses werden aus zellenartigen Glasklötzen gebildet. Diese Klötze bestehen aus ca. 12 mm starken und 10 cm breiten Spiegelglasplatten, welche durch dünne Eisenrahmen zusammengehalten werden. Im ganzen Hause gibt es keine Fenster. Die Luft entweicht vielmehr durch verschiedene kleine Oeffnüngen, die um den oberen Teil des zweiten Stockwerkes laufen und so angeordnet sind, dass keine Luftzufuhr von aussen möglich ist. Der Bedarf an frischer Luft wird aus beträchtlicher Entfernung zugeleitet, und zwar wird die frische Luft durch ein Röhrensystem in das Innere hineingepumpt. Die Luft wird auf dem Zugangswege durch einen Baumwollfilter gepresst und auf diese Weise von jeder Art von Bakterien befreit. Dann streicht die Luft über mit Glyzerin bestrichene Spiegelglasplatten und wird auf diese Art und Weise unbedingt keimfrei. Sonnenlicht und Wärme dringen ungehindert von allen Seiten in das Gebäude ein, bedingt durch die Eigenart der Wände. Einzelne Glasbauklötze sind mit einer Salzlösung an- «Ich bin der Kunstmaler Pech. Ich habe gekört, dass Sie Zeichnungen kaufen —< < » «Zeichnungen?» «Ja, und ich hätte ihrer etwa fünfzig Wahro Meisterwerke .» «? — ??» «Und dünnes Papier — — —?» Kilo, gefüllt. Diese Lösung absorbiert die Sonnenhitze; dadurch sind die Zimmer viel kühler als durch dicke Jalousien geschützte Zimmer. Die Salzlösung hat ausserdem noch den Zweck, dass sie die tagsüber absorbierte Hitze abends wieder abgibt und so die Zimmer des Hauses erwärmt. Dieses eigenartige System der Temperaturregelung ist so wirk^ sam, dass selbst ein paar Stunden Sonnenhitze bei kühlem Wetter genügen, um das Haus bewohnbar zu machen. Künstliche- Wärme wird nur dann benötigt, wenn mehrere sonnenlose Tage aufeinanderfolgen. In diesem Falle werden die Räume durch Einpumpen von heisser Luft erwärmt. Gräberfund. Ein antikes Gewölbe, das wahrscheinlich als Grabstätte jüdischer Könige benutzt wurde, und andere bedeutende Reliquien aus der Zeit vor Christus wurden von John Crowfoot, dem Direktor der Britischen archäologischen Schule, in Jerusalem gefunden« Hochzeit mit Absonderung. In der Londoner Westminster-Abtei vollzog sich dieser Tage die Hochzeit von Lord Hailsman mit Mrs. Clive Lawrence unter Umständen, die in der Geschichte der altehrwürdigen Kirche einzig dastehen. Das Publikum wurde an der Kirchentür durch Polizei ferngehalten, nur 60 geladene Gäste durften mit Ausweis passieren. Ausserdem war die Kapelle, in der die Trauung stattfand» durch dichte Vorhänge von der übrigen Kirche getrennt. mindert die Lebensfreude. Lindern Sie Ihre Schmerzen durch SLOAN'SLINIMENT, das seit 40 Jahren bekannte, amerikanische Hausmittel. Es wird nur leicht aufgetragen, nicht eingerieben, und schon sind alle Schmerzen verschwunden. Anzuwenden bei Rheumatismus, Ischias, Hexenschuss, Neuralgie. SLOAN'S LINIMENT ist sparsam im Gebrauch, haltbar und teicht monatelang. Es ist auch billig, denn die Flasche kostet nur Fr. 2.50 in Apotheken. SLOAN'S . ... \ LINIMENT Mehr Bewegung, mehr frische Luft, dann funktioniert Ihr Verdauungsapparat schon besser! Gegen die überschüssige Magensäure täglich ein Gläschen Weisflö* -Bitter. Seit 50 Jahren bewährt, ärzfcl. empfohlen. In Restaurants, Apotheken, Drogerien und Handlungen erhältlich. CaloraA.-G. Fabrik elektr. Apparate KÖSNACHT-Zürich Elektr. Heizkissen,Binden, Teppiche, Schemel, Handschuhe, Schuhe, Kleidungsstücke etc. Autokühlerdecken. Autom. Vulkanisierapparate für Pneus und Schläuche. Beste Versicherungf. jed. Auto-Fahrer bietet die reohtzeit. Anwendung v. Dr. Ad. Baebsohers Kräuter-Creme VERS A.T)S b. HantschSden jed. Art. Erhältl. in Sohaohteln n. Tnben zn Fr. 2.50 o. 3.50 in allen einschlägig. Geschäften od. direkt durch Biolog. Industrie Arles» beiin-Basel. Inserieren Sie m „liflNttntaT gediegen geschmackvoll preiswert Ergrautes Haar erhalt seine frühere Farbe wieder durch Birken-BriUantine Kein neues Präparat, 40jähr. Erfahrung. Verbürgt Wirkung und Zuverlässigkeit. Gancraldcpot: J. ßaer sErben, Römarsctuoss-ApotMe, Zürich 7 Telephon H Ö010 * Asvlstrasse 70 Wir kleiden Sie gut und preiswert TAILLEURS Bellevueplat*- Rämtstrass« 9 Eisenkonstruktionen Veloständer Wellblechgaragen Garagetorbeschläge Trinkt alkoholfreie Trauben- u. Obstweine Hostettler & Co., Bern Elektr. BOHGF „Prlmax" hängende und stehende Form. Erstklassige Schweizer-Fabrikate! Herrn. Holzheu & c° Möbelfabrik, ZOnc rramlinitf 1 D. 2 Bauschlosserei Fritz Sollermann Bern-Marzlli ÜUches Kaltwatt sind erslklassin