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E_1929_Zeitung_Nr.010

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DÄMMER IM SCHNEE Von Heinrich Leis. Blassblau getönter Schatten rinnt, Unspürbar tropfend, in das stille Weiss Schneetiefen Schweigens. Schon erlischt die Ferne. Ein erster Dämmerhauch des Abends spinnt Sich um das kühle Weh'n bereifter Zweige. Behutsam tritt das Märchen in die Welt, Und wie von unsichtbarem Licht bestrahlt Flimmern des Schneegrunds Silbersterne. Die Tannenspitzen sind beschneit im Grau Wie breite Palmenwedel anzusehen. Seltsam gestaltet kauern schwarz und weiss die Büsche, Ein Traumwald, drin des Lebens Spur verweht. Unwirklich wie ein Zauber steht In fernen Fenstern sanfter Lampenschein, Rötlich ins frühe Dunkel hingesprüht. Da tiefer schon die Nacht die Schleier zieht Und leis vom Bach heran die feuchten, Graudichten Nebel wallen, blinkt verschwommenen Scheins Noch überm Schnee geheimnisvoll ein Leuchten. DIE SCHWEIZER UND DER VERKEHR Die unter diesem Titel in der Dezemöernummer erschienenen Ausführungen, dahin tendierend, dass wegen der ausgesprochenen Individualität des Schweizers der Verkehr ausserordentlich schwierig zu regulieren sei, haben wenige Tage später eine indirekte Bestätigung gefunden in einigen Episoden, die ein Zürcher Verkehrspolizist im «Schweizerspiegel» veröffentlichte. Die Szenen sind ebenso köstlich wie für schweizerische Verhältnisse typisch. So unterhalten. sich zwei Herren mitten auf dem Platz. Der Polizist ersucht sie, doch auf das Trottoir zu gehen. Antwort: «Wir haben das Recht, zu stehen wo wir wollen, wir zahlen unsere Steuern so gut wie die Automobilisten!» Logik: Ein Automobilist fährt auf dem Trottoir und erwidert, er zahle seine Steuern so gut wie jeder Fussgänger! Was würde letzterer sagen? ZÜRICH Tonuollendefsfe Instrumente in relativ massiger Preislage RAMSPECK Dolf Markwart wird verfolgt Erzählung von Alfred Graber. Dolf Markwart konnte sich rühmen, schon allerhand von der Welt gesehen zu haben. Er war schon verschiedene Jahre überseeisch gewesen, besonders aber bot ihm das alte Europa nicht manches Geheimnis mehr. Mit seinem flinken, nieder gehaltenen, rassigen Sportwagen hatte er die Länder des Kontinents bereist, die Berge mit Pickel, Seil und Ski durchklommen; manch tolle Kanufahrt in reissendem Strome hatte er erlebt. Das Streifen durch die Natur war ihm Bedürfnis, er konnte dieser Neigung nachgeben, da er sich hie und da Zeit dazu nahm und er ausserdem jeglichen Ehebandes ledig war. Bei alledem aber war Dolf durchaus kein einseitig orientierter Mensch, im Gegenteil, man hatte, wenn man ihn in seiner Heimatstadt sah, das Gefühl, er gehe ganz auf in seinem Beruf. Er •war Direktor eines kleinen aber gutgehenden Unternehmens, das er zur Verwertung eigener Erfindungen ins Leben gerufen hatte. So verlangte die Arbeit von ihm den ganzen Einsatz seiner Persönlichkeit und Hess ihm anderseits doch wiederum Zeit für ausgedehntere Streifzüge. Manch aufregendes Erlebnis auf seinen Fahrten lag schon hinter ihm, er hatte Freude an abenteuerlichen und ungewohnten Ereignissen. Sie wurden ihm auch reichlich zuteil und bildeten für ihn eine unumgängliche Notwendigkeit seines Lebens. Aber während in solch ungewöhnlichen Lebenslagen sich andere Menschen stets leicht Ein Automobilist parkiert den Wagen derart auf einem Platz, dass nicht einmal ein Tramwaywagen vorbeifahren kann. Der Mann wird aus der Wirtschaft herausgeholt und der Verkehrspolizist bedeutet ihm, den Wagen anders zu parkieren, denn in der gegenwärtigen Stellung könne er leicht angefahren werden. «Das geht Sie gar nichts an, wenn mein Wagen kaput geht! Haben Sie ihn etwa bezahlt?» Ein anderer Automobilist streift den Polizisten beim Vorbeifahren. «Geben Sie das nächste Mal besser acht, sonst muss ich Sie büssen!» Antwort: «Jetzt müssen Sie mir auch noch grob kommen! Was meinen Sie eigentlich? Sie hätten ja nicht einmal Ihre Uniform, wenn wir nicht Steuern bezahlen würden!» Einem Automobilisten wird das Zeichen gegeben, wie er in die Bahnhofstrasse einfahren solle (nämlich hinter dem Polizisten durch). Der Automobilist stoppt und brüllt: «Geben Sie ein Zeichen, so dass ich es verstehe!» — «Sie müssen hinter mir durchfahren nach städtischer Vorschrift!» — Sie brauchen mich keine Verkehrsordnung zu lehren, ich bin schon in Paris und London gefahren und werde wohl auch in einem Kaff wie Zürich fahren könnenU Und der Mann fährt wirklich vorschriftswidrig. Eine alte Frau fährt mit einem Handwagen auf der linken Seite. Es wird ihr bedeutet, auf der rechten Seite zu fahren. «Ja, welches ist die rechte Seite?» — «Immer die Seite, auf welcher man den Löffel in die Hand nimmt!» — «Schämen Sie sich nicht, eine alte Frau derart auszulachen?» Und damit fährt sie wieder auf der falschen Seite. Ein Herr parkiert am Tag vor den Nationalratswahlen den Wagen so, dass er Platz für zwei einnimmt. Der Polizist meint: «Sie müssen den Wagen so stellen, wie es üblich ist!» Er erhält die Antwort: «Das geht Sie nichts an! Ich habe den Wagen bezahlt und stelle ihn wie es mir passt. Vorläufig sind .wir noch am Ruder, wir Bürgerüchen, aber Sie sind jedenfalls einer von diesen, die nächste Woche das rote Mäntelchen umlegend Und ausgerechnet am gleichen Tag fährt abends 9 Uhr ein Arbeiter ohne Laterne und der Polizist notiert die Velonutnmer. Arbeiter: «Warten Sie, wir werden Ihnen das Handwerk schon noch legen! Sie bürgerlicher Krüker, einen gewöhnlichen Arbeiter aufzuschreiben!» Es geht in der Schweiz einfach nichts über seine Majestät, den Individualisten! E. B. FREIE BAHN DEM AUTO zwiespältig fühlen, war er in seinem Element und Herr der Situation... Bis auf ein Mal. Doch das soll hier erzählt sein. Es war ein wolkiger Septembertag. Das Wetter konnte noch gut oder schlecht werden. Auf jeden Fall aber war es einer jener Tage, die Dolf bestimmten, sich nochmals in die Berge zu begeben, bevor der erste Schnee die Pässe dem Wagen ungangbar machte, und die steilen Felsen zum Klettern allzu vereist und unwegsam wurden. Dazu verlangte es in ihm kategorisch nach weiten Blicken und hohen Bergen. Bei diesem Rufe gab es keinen Halt mehr. Ein paar wirre Gedanken schössen in ihm auf, Gedanken, in denen er ungerechterweise Freunde, Frauen, Geschäfte als ihn im Innersten unnötig belastend von sich tat, und dabei zugleich wieder von einer endlich eintreffenden einzigen und wahren Liebe träumte. Der Wagen glitt über die Asphaltstrassen dahin, eine angenehme Wärme strömte aus allen Dingen und der ferne Horizont, der von ein paar Wolken und Schneebergen umlagert war, trug das seine dazu bei, Dolf ins Fieber nach der Ferne zu versetzen. — Der Markwart hat wieder seinen Tag — dachte sich einer seiner Freunde, als er ihn zur Stadt hinaussausen sah. Die Pickelspitze ragte über den Rand der Karosserie hinaus. Das war in Ordnung so. Dolf steuerte ungestüm und rücksichtslos durch das flache Land. Ueber die Ebene hinaus ragten die Berge, eine kompakte Masse, noch ungegliedert, so aus der Ferne gesehen. Sie zerteilten sich in tausend Einzelheiten, als Dolf näher kam. Der Motor stieg mit vollem Das Prosperieren aller Bäder und Kurorte, besonders aber der Gebirgskurorte, deren Eisenbahnverbindungen mangelhaft sind, ja ihre wirtschaftliche Existenz schlechthin, hängt von der baldigen Schaffung einwandfreier Autozufahrtsstrassen ab. Dies scheint mir die allergrösste Sorge der nächsten Zukunft. Ich selbst weiss, welche Hindernisse der Erreichung dieses Zieles im Wege stehen. Nicht das kleinste unter ihnen scheint mir neben dem allgemeinen Geldmangel die Zugehörigkeit der Strassen zu den verschiedenartigsten Verwaltungsbezirken, als da sind Länder, Provinzen, Regierungsbezirke, Kreise und Gemeinden, zu sein. Ich glaube deshalb, dass erwogen werden müsste, wenigstens die Hauptdurchgangsstrassen, welche dem grossen Kraftwagenverkehr dienen, unter eine zentrale Verwaltung zu stellen, damit von dieser aus die Strassenbesserungen nach einheitlichen Gesichtspunkten geleitet werden können. Bleiben unsere Autostrassen so schlecht, wie sie es zum grossen Teil jetzt noch sind, so hilft alle Auslandspropaganda der Grossstädte, Verkehrsverbände und Kurorte nichts. Denn die wohlhabenden Ausländer, an deren Geld uns im Interesse der Besserung unserer Handelsbilanz in erster Linie liegen muss und die zum igrossen Teil heute mit Kraftwagen reisen, werden ihr Leben nicht auf unseren mangelhaften .Wegen riskieren wol'en, sondern es vorziehen, unser schönes Deutschland, trotz seiner landschaftlichen und kulturellen Reize, zu meiden. So schreibt Bürgermeister Bode, Bad Harzburg, Vorsitzender der Abteilung «Bäder und Kurorte» des deutschen Reichstädtebundes. Es sind Sätze, die man sich auch in der Schweiz, dem Touristenland par excellence, wohl merken darf. Von einer' Instandstellung der Strassen nach einheitlichen Gesichtspunkten haben wir noch recht wenig zu spüren bekommen. Red. DIE MODERNE PROZES- SIONSFAHRT Und zwar: Made in U.S.A- In London, Berlin und Paris ein wenig nachgeahmt- Einen treffenderen Ausdruck hätte man für die riesigen Automobilschlangen, die sich in der City dieser Millionen-Städte zusammendrängen, wohl kaum finden können. Wenn — wie Frank Arnau, de bekannte Frankfurter Schriftsteller berichtet — man in New York die 20 km lange Strecke über Manhattan bis zur Battery, für die die Untergrundbahn (Subway) 24 Minuten benötigt, per Auto auf direktem Wege über die Hauptstrassen erst in drei Stunden, und mit Umwegen über Nebenstrassen in einer Stunde zurücklegen kann, ist der Begriff Prozession wirklich nicht deplaciert. In einem fast unwahrscheinlich langsamen «Tempo» fahren acht Autoreihen nebeneinander, und in kurzer Entfernung hintereinander durch die Hauptstrassen — eine riesige Schlange, deren schleichende, übermässig langsame Bewegungen die Theorie des gehetzten und verkehrsbrodelnden New York als einen Bluff erscheinen lassen. Das Auto hat Gebraus in die erste Steigung, er nahm sie spielend, arbeitete wie immer. Nur Markwart selbst fühlte sich heute nicht ganz «fit», nicht in Form, wie man in sportlichen Dingen zu sagen pflegt. Irgend eine blödsinnige Vorahnung quälte ihn, irgend etwas Drückendes, für das er keinen Namen fand. Er hatte einen Traum erlebt letzte Nacht, fürchterlich banal war er gewesen: In einer Kurve der durch Felsen sich schlängelnden Passstrasse hatte sein Wagen dem Steuer nicht mehr gehorcht, er war mit ihm durch tausend Hohlräume, die immer wieder einen Boden zu haben schienen, der stets von neuem nachgab, gestürzt. Lächerlich, ihm, einem Sportmann und aufgeklärten Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts, sollten solche Dinge nahegehen? Zum Sezieren der Träume gab es ja heute die Psychoanalyse, da war ein Auto nicht mehr ein Auto, sondern ein erotisches Symbol, und ein Sturz nicht mehr ein physisches Ereignis, sondern eine unbewusste Aeusserung der Libido. Das letzte Leuchten wich von den Gipfeln, durch Wolken und Nebel hindurch hatten seine Bestimmung als schnelles und unabhängiges Fortbewegungsmittel verloren. Das Tempo übersteigt niemals 15 km. Es ist geradezu ein Hohn aut die hunderttausend Pferdekräfte, die in den Tausenden von Maschinen dort unten schlummern. Apropos: Sport. Ist dieses Prozessionsfahren ein Sport? — In gewissen Sinne: ja! Es leuchtet doch ohne weiteres ein, dass ein derartig langsames Fahren nicht nur rein fahrtechnisch, sondern auch psychologisch an den Fahrer die denkbar grössten Anforderungen stellt. Soziale Disziplin. Geduld und Beherrschung des Verkehrsreglements werden auf Herz und Nieren geprüft... ein Sport! Unzweifelhaft ein Sport! Der Mann der City hat sich aber längst daran gewöhnt, er gibt früh im Wagen die ersten Diktate, trifft seine Disposition, kurz: er hat die zwei Stunden «Prozessionsfahren« in seinen Tagesplan mit einkalkuliert- Er wäre doch kein typisch amerikanischer bussiness-man, wenn er es nicht sofort verstünde, sich veränderten Verhältnissen augenblicklich anzupassen. «Nur der Bummler hat es eilig», sagte Hoover einmal in einer seiner zahlreichen Programmreden, «der Mann der Tat regiert seine Zeit.» DER ENGLISCHE TUGEND- ORDEN Der schnellste Mann am Volant verfällt immer mehr der «Verachtung». Gehen schon die Tendenzen der Sportverbände heute Wege, die ihm den Rücken zukehren, so beiginnen sich seine Gegner jetzt sogar planmässig zu organisieren. In England besteht schon seit einiger Zeit ein «Orden der Landstrasse», dem nicht etwa Ahasver-Typen, Vagabunden, Zigeuner und Handwerksburschen, sondern ausschliesslich AutomobHisten angehören, die es nicht eilig haben... Spezieller: Es wird bei der Aufnahme in diesen eigenartigen Orden verlangt, dass der Automobilist mindestens drei Jahre akiiv ist und 15,000 Kilometer zurückgelegt haben muss. Die hauptsächlichste Aufnahmebedingung bleibt jedoch, dass der Novize während seiner Fahrpraxis noch nicht mit jenen Paragraphen des englischen Strafgesetzbuches in Konflikt gekommen ist, die die «Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch gefährliches Fahrzeuglenken» betreffen; auch darf der Aufzunehmende noch niemals einen Verkehrsunfall verschuldet haben. Ganz ohne Zweifel wird durch das gute Beispiel der «Ordensbrüder» das Niveau der gegenseitigen Rücksichtnahme und Höflichkeit auf der Strasse beträchtlich gehoben. Leider ist es aber im Automobilisinus auch heute noch so, dass ein reissender Wolf an einem Tage alles das zusammenstürzen kann, was tausend fromme und geduldige Lämmlein in jahrelangen Bemühungen i haben. aufgebaut Firnfelder rot aufgeleuchtet. Nun kam die Nacht. Dolf Markwart musste sich beeilen, der Weg zur Furkapasshöhe war noch weit, und die Ersteigung des Galenstocks über den Südostgrat erforderte einen ausgeruhten Körper. In der engen Schöllenenschlucht widerhallte der Lärm des Motors. Gleich darauf war das Hochtal erreicht. Dolf gab ein Signal, am Wegrande stand ein grosses Wagenungetüm, schwärzer als die Nacht. Er fuhr vorbei. Gleich hinter ihm setzte sich der andere Wagen in Bewegung, plötzlich flammten grelle Scheinwerfer auf im blendeten Markwart durch den Reflex ^der eigenen Windschutzscheibe. Ihn wollte man überholen? Er lachte. Drückte auf das Gaspedal und der Wagen schoss voran wie eine Kugel. Er gewann an Boden, und unvermittelt waren die Lichter des Nachfolgenden nicht mehr zu sehen. Aber was war das? Ein milchiger Brei um ihn: Nebel! Eingeschlossen von diesem tückischen Feind nächtlichen Autofahrens war er. Der Nebel warf das Licht seiner Scheinwerfer zurück, es half nichts, er musste abblenden und langsam fahren. Eine verfluchte Geschichte, finstere Nacht, Einsamkeit, Kurve um Kurve an einer engen, steil ansteigenden Bergstrasse. Kein Stern, kein Berg, kein Licht, nur die fast körperlich feuchte Berührung des Nebels. Wo war der hinter ihm geblieben? Teufel, schon lange dachte er an nichts mehr anderes als an seinen « Verfolger ». Wo war denn alle Kaltblütigkeit, war es nicht bodenlos lächerlich, mitten in der friedlichen Schweiz an eine Autoverfolgung zu denken? Und doch, er konnte das Gefühl nicht loswerden: Etwas Schicksalbehaftetes rollte hinter ihm her. Er fuhr langsam, langsam. Ganz ohne Ende schien der Weg. Nur Einsamkeit und Dunkel. Tiefe Mutlosigkeit erfasste Dolf. Er hielt den Wagen an, stellte den Motor ab und horchte in die Stille: Nichts, kein Laut. Der Verfolger schien aufgeschluckt von der Nacht. Ueberall hockte das Grauen vor einer letzten Einsamkeit und in Markwart erwachte eine Furcht, wie sie die Menschen der Vorzeit hatten und wie sie die Wilden heute noch vor den Naturgewalten