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E_1929_Zeitung_Nr.010

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111 AUTOMOmi-KtVUK -

111 AUTOMOmi-KtVUK - N-lö BUNTE CHRONIK AUS ALLER WELT Das furchtbarste Gefängnis der Welt. Wenn man auf alten, verfallenen Ritterburgen oder in Museen die mittelalterlichen Folterwerkzeuge betrachtet oder wenn man in ein altes Burgverliess hinunterklettert, in das wohl nie ein Schimmer Tageslicht gefallen ist, dann läuft dem zivilisierten Europäer ein Gruseln den Rücken herunter. Und er dankt Gott, dass das Mittelalter vorbei ist. Und doch gibt es auf Erden heute noch Gegenden, in denen jene finstere Zeiten, die man längst der Vergangenheit angehörig Die Ausbreitung des Films- in Japan. Kino und Filmerzeugung haben in Japan einen grossen Aufschwung genommen. Im vorigen Jahre zählte man im Lande des Mikado 1120 Kinos, die einen durchschnittlichen Fassungsraum von fünfhundert Sitzen haben und konnte auf eine Produktion von sechshundert «Exklusivfilmen» verweisen. Die japanische Bevölkerung ist von der einheimischen Erzeugung allerdings nicht so entzückt, sie möchte lieber Filme sehen, in denen Weisse auftreten, aber die Behörden verhindern die Einfuhr ausländischer Filme aus verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Gründen sowie um eine Repressivtnassregel zn treffen, dies insbesondere gegenüber Amerika. Alle russischen Filme sind verboten. Sie dürfen nnter keinen Umständen ins Land der aufgehenden Sonne. Auch andere Filme, dl© c gefährliche Qedanken > hervorrufen könnten, werden nicht zugelas- ;en. Aus diesem Grunde durfte «Metropolis» nicht aufgeführt werden. Bis vor kurzem waren alle Filme untersagt, in denen g-ekflsst wird. Da die Japaner gern ins Kino gehen, würden die amerikanischen Filmgesellschaften schon längst Filmpaläste errichtet haben, wenn das japanische Gesetz Ausländern nicht verböte, Grund und Boden zu besitzen. Eine einzige Filmgesellschaft ein echter Pechvogel, ich habe stets in meinem Leben Pech gehabt. Ohne unbescheider Vereinigten Staaten wagte es, in Japan sechs Lichtspieltheater in gemieteten Räumen einzurichten. Verheiratete Frauen gehen vor... In Stockholm erzählt man sich gegenwärtig folgende Anekdote: Zu Ehren Selma Lagerlöfs wurden anlässlich ihres siebzigsten Geburtstages zahllose Bankette und Festsoupers veranstaltet. So war sie eines Abends zu einer alten Tante geladen, bei der sich eine grosse Gesellschaft versammelte. Das Abendessen begann mit dem in Schweden üblichen «Smörgasbord», einem Büfett, glaubt, noch Gegenwart sind! So erzählt ein aus der Mandschurei zurückgekehrter Reisender, dass er dort Gefängnisse gesehen hat, war. Die Schweden sind höfliche Leute und das mit allerlei Leckerbissen ausgestattet die selbst die blutrünstigste Phantasie nicht so wollte niemand von den Anwesenden als schlimmer ausmalen könne. Ein solches Gefängnis ist ein von einem doppelten Holz- trat zurück, machte vor einander konventio- erster zugreifen. Man sah einander an, man wall umgebener Platz, auf dem eine Anzahl nelle Verbeugungen, bis diese Ziererei Selma völlig dunkler, von keinem Lichtstrahl erhellter Kammern errichtet sind. In diesen ging sie zu dem Büfett, nahm einen Teller Lagerlöf zu langweilen begann. Entschlossen / Kammern sind eine Reihe Holzkäfige übereinr. ander eingebaut, deren Länge etwa ein Me- Tante, die viel auf die gute alte Tradition und wollte zu essen anfangen. Aber die / ter, die Höhe aber nur 75 Zentimeter beträgt. hält, war mit dieser Handlungsweise ihrer In diesen engen Käfigen schmachten nun zu-Nichtsammengekauert — denn sie können sich ia eilte zu Selma und sagte ihr ermahnend: durchaus nicht einverstanden. Sie nicht ausstrecken oder aufrichten — mit «Vergiss doch nicht, Seimachen: Verheiratete schweren Ketten gefesselte Gefangene. Durch Frauen gehen vor!» ein in die Seitenwand gebohrtes Loch wird ihnen die Nahrung zugeschoben, die aber natürlich auch völlig unzureichend ist. Hunschiffen in Venedig. In Venedig werden Internationale Wettfahrten von Motorgernd und frierend hocken dort die Unglück- der Tod als Erlöser grosse internationale Regatten stattfinden. nächsten Herbst, vom 2. bis 15. September, liehen, bis ihnen endlich erscheint. Denn auch ein abgehärteter Asiate hält ein solches «Leben» nicht allzulange aus. Hiergegen erscheint selbst unsere Todesstrafe als ausserordentüch human! , Schon ist die Beteiligung von England, Amerika, Belgien, Frankreich und Spanien zugesichert, die Deutschlands wird erwartet. Die amerikanische Beteiligung wird besonders interessant sein durch zwei mächtige Einheiten von acht bis zehn Metern und Motoren von zweitausend Pferdekräften, so dass eine Schnelligkeit bis zu hundertfiinfzig Kilometern erreicht wird. Italien wird zwei Einheiten mit Motoren Fiat stellen und fünf Einheiten mit Motoren Isotta Fraschini 400 HP. Die Wettfahrt findet im offenen Meer statt, wenn die Witterung es erlaubt, andernfalls im Kreise der Lagune. Die Königliche Marine wird zum Gelingen der Unternehmung das ihrige beitragen. Es sind Prämien im Betrage von 230,000 Lire ausgesetzt, dazu Ehrenbecher des Königs, Mussolinis e*e. (gli.) Keine Verlegung der Ford-Fabriken von Antwerpen, sondern Vergrösserung des Betriebes. Der Direktor der Antwerpener Ford- Fabrik, Griswald, erklärte, dass die Mitteilungen über die Verlegung der Ford-Fabrik von Antwerpen nach Rotterdam nicht zutreffen. Die Antwerpener Fabrik, die bisher die Nachbarländer bediente, soll im Gegenteil ausgebreitet werden und auch mit Oesterreich, der Tschechoslowakei, Ungarn und Jugoslawien arbeiten. Sie soll im Februar täglich 100 Autos erzeugen. Die Verhandlungen mit dem Rotterdamer Gemeinderat seien durch das baldige Ablaufen des bisherigen Mietvertrages in Rotterdam und Ausbreitungspläne des Ford-Komplexes verursacht. iFalls im Zusammenhang mit dem grösseren Umsatz auch in Rotterdam mit der Montierung der Ford-Autos begonnen werden sollte, würde das keineswegs zum Schaden der früheren Fabriken in Kopenhagen, Paris, Antwerpen oder Berlin geschehen. Unfallhüie an Verkehrsslrassen. Der Touring-Club de France hat in letzter Zeit den Hauptstrassen des Landes entlang eine Hilfsorganisation für Unglücksfälle geschaffen, die auch für gewisse schweizerische Durchgangsstrassen als Muster dienen könnten. Mit Hilfe von Aerzten und Samaritern wurden in den Ortschaften den Hauptstrassen entlang ständige, Tag und Nacht alarmbereite Hilfsposten errichtet, die auf die Kunde von einem Verkehrsunfall hin sofort an die gemeldete Stelle eilen. Zu jedem Posten gehören drei Mann, von denen mindestens einer jederzeit anwesend sein muss. Der Posten ist kenntlich gemacht durch ein Schild, das auf blauem Grunde ein rotes Kreuz zeigt. Zur Ausrüstung des Postens gehören eine Tragbahre, ein Rucksack mit dem nötigsten Verbandzeug und ein Rötkreuzfähnchen, mit dem vorbeifahrende Fahrzeuge angehalten werden können, ferner ein genaues Verzeichnis der benachbarten Aerzte, Spitäler und Telephonstationen. Für jede Hilfeleistung wird dem Posten vom Touring-Club eine Prämie verabfolgt, die mit der wachsenden Entfernung des Unfallortes ansteigt. Ausserdem erhält die Mannschaft eines jeden Postens alljährlich eine Prämie aus einer Kasse, die der Touring-Club aus eigenen Leistungen und den Beiträgen der geretteten Unfallopfer speist. Die Kuh ohne Schwanzlicht. Vor einem Gericht in Connecticut steht, wie die «New York Times» berichten, eine Klage an, die unser motorisiertes Zeitalter eigenartig beleuchtet. Morris Miller, ein Farmer, ist auf Schadenersatz in Höhe von 2500 Dollar verklagt worden, weil er eine Kuh auf der Landstrasse getrieben hat, ohne an ihrem Schwanz eine Laterne angebracht zu haben. Ein Auto fuhr auf die unbeleuchtete Kuh auf. Ein Insasse des Kraftwagens wurde verletzt, und es entstand auch Sachschaden. Eigenartig ist zu beobachten, wie sehr sich die Stimmung der Farmer gegenüber derartigen Vorschriften gewandelt hat. Während in früheren Jahren der Versuch, einen Landwirt wegen eines derartigen Vergehens zu verurteilen, eine Revolte zur Folge gehabt hätte, erkennen heute die amerikanischen Farmer an, dass derartige Vorschriften sowohl zum Schütze für ihre Tiere •wie auch für sie selbst geschaffen worden sind, da die meiste« Landwirte Automobilbesitzer sind. Ein Pechvogel. Von Freunden des Pariser Milliardärs Baron de Rothschild wird folgende Geschichte erzählt, die ein wahres Erlebnis des Finanzmannes darstellen soll, wenn sie jedoch nicht wahr ist, jedenfalls igut erfunden ist: Baron de Rothschild empfing einen Mann, der sich als Künstler ausgab und ihm seine Not klagte. «Herr Baron,» sagte der Mann, «ich bin Der herrschaftliche Chauffeur, der noch nie eine Schwarzfahrt gemacht hat. den zu sein, darf ich sagen, dass ich ein besseres Schicksal verdient habe. Ich bin Musiker, und ruhig kann ich behaupten, ein Musiker mit Talent. Aber immer habe ich Schiffbruch gelitten, in der Kunst wie im Leben. Andere Leute verpassen auch ab und zu eine Gelegenheit oder sie vergreifen sich, aber sie bekommen dann doch wieder eine Gelegenheit, um sich aus dem Missgeschick herauszuarbeiten. Ich aber nie!» «Hm», machte Baron de Rothschild, als des Mannes Redeschwall endlich aufgehört hatte. «Hm, Sie sind also Musiker?» — «Ja, Herr Baron, aber ein leider verkannter Musiker. Mit einem Wort, ein verkanntes Genie-» — «Welches Instrument spielen Sie?» — «Ich bin Fagottist, Herr Baron.» — «So, Sie sind Fagottist... Entschuldigen Sie mich für einen Augenblick.» Rothschild ver- •liess das Zimmer und kam nach wenigen Minuten zurück. In der Hand hielt er ein Fagott. Dieses reichte er dem Besucher mit den Worten: «Spielen Sie mir einmal, bitte, etwas vor. Was Ihnen beliebt.» Der Musiker nahm das Instrument aus Rothschilds Hand, besah es von allen Seiten, gab es ihm zurück und sagte mit einem Seufzer: «Nun sehen Sie selbst, Herr Baron, was für ein Pech ich immer habe! Ich sage Ihnen, dass ich das Fagott spiele und da haben Sie wahrhaftig ausgerechnet so ein verdammtes Instrument bei der Hand...! Ja, wenn man ein Pechvogel ist!> Amerikanischer Humor. Spät nachts wird der Hauswirt von einem Mieter geweckt, der fragt: «Kann ein Hauswirt eingreifen, wenn eine Frau im dritten Stock mit ihrem Mann zankt und die Nachbarn im Schlaf stört?» «Sie sind einer der Nachbarn?» fragt der Wirt. «Nein, ich bin der Mann.» BflHNHOFSTR.62 / ZÜRICH ELEKTR. Reparaturen, Umänderungen u. t

N° 10 — 1929 ÄUTOMOBTL-REVUE 17 WINTER IN GRÄUBUENDEN Das Postauto, das sich mit seinen den Neuschnee zermahlenden Raupenrädern in anderthalb Stunden auf den Flimser Berg geschaufelt hat, hält im Dorf. Post muss abgeladen werden, dabei verliert man leicht die Geduld. Wir lassen uns also die Skier vom IVVagen heruntergeben. Von der Strasse weg gleiten sie hinaus in den abendlich blauschim- Unernden Pulverschnee der sanften Wiesen. Mit ein paar Kehren werden wir drüben bei 4en Waldhäusern sein. Hinten im kalten Schatten des Flimser Steins liegt weiss und langgestreckt, mit phantastischen Schneehauben auf jedem Dach, das Dorf. Dieses schöne romantische Steindorf Flims hätte manche Ursache, sich über uns zu beklagen. Nie haben wir, die Gäste von den Waldhäusern, zwischen Slalomlauf und der abendlichen Produktion des Tänzerpaares Eugene und Irene Zeit, auf unsern Skiern einmal durch die lange Dorfstrasse zu bummeln, die jetzt im Winter von einer fast feierlichen Leere und Totenstille ist. Kälte hauchen die weissen, vielhundertjährigen Steinhäuser. Schwarz, mit altertümlich verschnörkelten Initialen und Jahreszahlen in den rissigen Holzbalken, stehen dazwischen noch ältere Bauernhütten und Stadel im Schatten des Flimser Steins, dessen Schneestirn grellgelb besonnt im blauen lAbend steht. Flims, ein Bergdorf, zwölfhundert Meter überm Rhein, von der grossartigen Ernsthaftigkeit aller jener romanischen Steindörfer, durch die Segantinis schwarz gekleiklete Frauen gehen: gebeugt, stumm, das magere Kühlein am Strick führend. Und Eberm blauen Schnee der Dächer strahlt die letzte Abendlohe der ums Dorf versammelten Schneeberge. So sehen wir, von den auch in der Sonne fliegenden Waldhäusern, Dorf Flims stumm iund weiss in den Schatten des Flimser Steins gekauert. Nie kommen wir hinüber. Denn hier lam Fuss unserer Waldhäuser, die vier und fünf Stockwerke und zierliche Türme und Veranden fürs Sonnenbad im Winter haben, liegt der elegante Eisrink, auf dem Herr Eugene seine fabelhaften Pirouetten dreht, bis wir ihn i— von der Skitour auf den Piz Segnes zurückgekommen — für die Bar und die Halle reklamieren müssen. Man sieht schon, es biuss nicht alles wörtlich genommen werden. Der Wald steht, hochstämmig, die schwarz herniederhängenden Tannenäste mit Schneepolstern beladen, gleich, neben der Skibox und der Americanbar. Und bei Nacht ist er elektrisch beleuchtet. Es ist ein märchenhafter Wald, in seinen Kronen schaukeln, vom Nachtwind leise bewegt, die milchweissen Monde der Bogenlampen und ich habe mich in ihm mit einem Eichhörnchen angefreundet, das ich Kitty nenne. Unmöglich, ihm einen weniger hübschen Namen zu geben. Denn es haust zwar bei Tag mit seinesgleichen unten im schweigenden Forst, wo es nur Dohlen und Geier und ganz selten eine in bepelzten Schneeschuhen von den Waldhäusern vorsichtig herabwandelnde Engländerin gibt. Aber es kommt jeden Nachmittag, wenn die Jazzband im Hotel «Man schenkt sich Blumen» spielt, zu uns herüber, macht Männchen im Schnee, wird mit holländischen Kakes gefüttert und wir haben begründete Hoffnung, Kitty vielleicht doch noch zu bewegen, mit uns in der Bar von «Surselva» einen angeregten Abend zu verbringen. Surselva ist romanisch und heisst «im Walde». Und vielleicht ist er dort am schönsten — ich behaupte das, obwohl ich mit dieser Ansicht unter den Gästen unseres Hotels vereinzelt dastehe — wo die Eichhörnchen übermorgen auf den Skiern vielleicht doch nicht mehr Kitty heissen, sondern wie winzige, schwarze Dämonen pfauchend die hun- die lang verschobene Schussfahrt probieren dertjährigen Stämme emporrasen, wenn meine Skier mit leisem Knistern die hohen, flaumigen Schneepölster zerschneiden. Nur zehn Minuten ist man hier von den Waldhäusern entfernt. Aber schon ist die Welt so still, und so unirdisch weiss und schweigend leuchtet der Flimser Stein durch die grünen Tannen, dass man sich diese Welt schlimmstenfalls auch ohne den für heute abend von Surselva angekündigten Grand Evening-Ball vorstellen kann. Herr Eugene wird dazu als besondere Attraktion die «Dances des nations» beisteuern. Blau und rot beleuchtet wird er Walzer tanzen: wie ein Franzose, ein Engländer, ein Spanier, ein Holländer. Zuletzt, die Haken aneinander schmetternd, wie ein preussischer Leutnant der Reserve. Das alles ist gewiss hochkomisch und wird von unsern Gästen auch gebührend beklatscht, von den Holländern und Spaniern und englischen Misters und nicht zuletzt von unseren Herren aus Berlin. Hier unten im Wald gibt es keine Evening- Bälle. Zuweilen geht ein leiser Windstoss durch die Tannen. Dann stehen sie ein paar Minuten lang in einer weiss herabzitternden, regenbogenfarbig durchfunkelten Wolke. Der Wind hat einen Schneepolster von den wie nerschlag, dem atemlose Stille und ein noch ferneres Echoraunen aus den aufgestörten Wäldern folgt. Irgendwo, tief in den Bergen, deren sonnbestrahlte, weisse Riffe durch die Tannen leuchten, ist eine Lawine niedergefahren. • Dann läutet der Gong zum Diner in den Waldhäusern. Und von Dorf Flims ruft in hellen, dünnen Schlägen die Glocke. Blau stehen unter heraufziehenden, spitz funkelnden Wintersternen Piz Segnes und Vorab und Crap San Gion, die zweieinhalbtausend Meter hohen Berge, von denen wir morgen oder wollen. Ganz sicher ist das allerdings nicht. Denn im kleinen Engadin ist es eigentlich nicht anders als im wirklichen St. Moritz: Natur und Schnee sind bescheidenere Attraktionen als der Grand Evening-Ball... A.F. Anzüglich. Garagist zum Führer eines « Baby »- Wagens: «Bedaure, mein Herr, dass ich Ihnen nicht mit Brennstoff dienen kamt, aber wir schenken keine Milch aus ! » (Smiths Weekly). TOUREN-FRAGEN T. F. 261. Vitell. Wo Hegt Vitell? Wie gelange ich am besten von St. Gallen dorthin, und würde dieser Ort sich eignen für einen Ferien-Aufenthalt im Sommer? J. H. in A. TOUREN-ANTWORTEN schwarze Trauerflore hängenden Aesten gestreift. Ein braunbepelztes Eichhörnchen entflieht zornig mauzend tiefer in den Wald. Meine Skier gleiten weiter, hinunter zu den weissen Schneehügeln, zwischen denen schwarz die winterlich entlaubten, verkrümmten Gespenster der fünfhundertjährigen Buchen stehen. «In den Buchen» heisst es hier. Im Sommer rieseln Quellwasser durch den grünen Moosgrund, blutleuchtende Märchenpilze schiessen geil nach warmen Regennächten unter den grünen Domkuppeln der uralten Bäume auf. Sursalvor, im Zauberwald! Und von der Lichtung, von einer bienenumsummten Waldwiese sieht man hinüber ins romanische Steindorf Flims, auf dessen Wiesen die schwarzgekleideten Frauen ihr Bergheu mähen. Jetzt ist dies alles weich und weiss von Schnee zugedeckt. Und die Skier gleiten weiter, hinunter zu der vom Frost gehämmerten Platte des Caumasees, über dem die vom Rauhreif versilberten Tannen wie glasfun- T. A. 259. Südwestfrankreich. Für Ihre Reise nach dem Südwesten Frankreichs, möchte ich folgende Route in Vorschlag bringen, die Sie durch eine Menge der interessantesten Orte und Oertchen führt und die dann auch noch die Mittelmeer-Küste Spaniens berücksichtigt: Zürich, Bern, Geuf, St. Etienne, Le Puy, Mende, Millau, St. Affricpio, Albi, Toulouse, St. Martory, Lannemezan, Tarbes, Pau, Orthez, Bayonne, Biarritz und dann von der Küste des Atlantik wieder zurück ans Mittelmecr über die Routo des Pyrenees, also Cambo-les-Bains, St. Jean, Pied du kelnde Kristallwälder stehen. Schweigen. Ein Dohlenruf. Lautloses Kreisen eines Raubvogels. Und ein ferner, aus den blauen Him- nach Luz, dann Sto. Marie de Campan, Bagneres Port, Mauleon, Aramits, Arudy, Laruns, Argeies, Gazost, Luz, Girque de Gavaruio, wieder zurück mein überm Flimser Stein brechender Don- | de Luchon, St. Lary, Castillon, St. Girons. Massat, Tarasoon, Ax-les-Thermes, Hospitalet, über den • Col de Puymorens, Puigcerda, Montlouis. Frades* Perpignan, und von hier an südwärts, über die französisch-spanische Grenze nach Figueras, Gerona, Tordera, nach Barcelona. Von hier au8 möchte ich Ihnen sehr einen Abstecher hinauf nach Andorra empfehlen und zwar fahren Sie am besten Barcelona, Martorell, Manresa. Gardona, Basella, Organa, Seo de Urgel, und von hier hinauf in das leider nur zu wenig bekannte Andorra. Tür die Rückreise kämen wieder voraussichtlich die gleichen Strassen bis Barcelona in Betracht. Selbstverständlich besteht der ganzen spanischen Mittelmeer-Küste entlang eine Automobilstrasse und zwar durchwegs eine gute. Für den Rückweg nach der Schweiz stehen natürlich eine Menge Möglichkeiten offen. Am vorteilhaftesten wäre, wenn Sie immer der Küsta entlang bis gegen Marseille fahren und von dort entweder rhonetalaufwärts wieder nach Lyon oder dann der Riviera entlang bis Nizza und über dio wundervolle Route des Alpes an den Genfersea zu gelangen suchen. R. H. in 0. T. A. 260. Ungarn. Für Ihre Ungarn-Reise dürfte sich folgende Route empfehlen: Glarus, Kerenzerberg, Sargans, durchs Rheintal nach Biegenz, Wangen, Memmingen. Buchloe, München, von hier führt die grosse Strasse über Haag, Mühldorf, Braunau, Lambach, Wels, Linz, Amstetten, Ybbs, Melk, St. Polten, Purkersdorf nach Wien. Von Wien weg ist die Strasse nun; nach Budapest nicht immer hervorragend, aber seit etwa zwei Jahren wird daran gebaut und voraussichtlich ist bis nächsten Herbst der grösste Teil doch vollständig umgebaut. Die Route ist: Wien, Schwechat, Brück, Gattendorf, Moson, Györ (Raab), Szöny, Dorog, Budapest. Dann auf guter Strasse an den Plattensee über Erd, Szekes-Fejervat (Stuhlweissenbuxg), Ceszprem. Sehr empfiehlt sich nun eine Rundfahrt um den Plat-| tensee, bei welcher Gelegenheit Sie auch nach Tihany kommen, eine Halbinsel, deren Besuch Sia nicht unterlassen sollten. Vom Plattensee weg führt die beste Strasse wieder nach Oesterreich und in die Dolomiten über Tapolcza, Sümeg, Vasvar, Heiligenkreuz, Fürsten- 1 feld, Gleisdorf nach Graz, dann nach Brück, Leoben, St. Michael, Zeltweg, Scheifling, Friesach,' St. Veit, Klagenfurt und an den Wörthersee. Von hier drauaufwärts nach Villach, am Millstätter-« see vorbei nach Spittal, Greifenburg. Ober-Draubürg, Lienz und über die österreichisch-italieni-. sehe Grenze ins Gebiet der Dolomiten nach Dobbiaco (Toblach). Hier ist es nun schwierig, bei der grossen Auswahl von Dolomitenstrassen die schönste Route anzugeben, aber sehr dankbar ist auf alle Fälle die Strasse von Dobbiaco, Carbonin, Cortina, Falzarego-Pass, Andraz, Campolungo, Pordoi-Pass, Vägo di tFassa, Costalunga-Pasa nachi Bozen und von hier über Merano, Silandro, Spondigna nach Trafoi, über das Stilfserjoch und den! Umbrail nach Sta. Maria im Schweizer Münstertal. Weiter über den Ofenpass ins Engadin und über die Flüela nach Davos und durchs Prättigau ins Rheintal, Ragaz, Sargans, und über den Kerenzerberg zurück ins Glarnerland. Gute Unterkunft finden Sie in Ungarn in allen grösseren Städten und dann natürlich auch, in den Kurorten rund. um. den Plattensee. Bis .$am Plat« tensee sind die Strassen sehr gut, gegen vNieder- Oesterreich dann manchmal etwas weniger, aber immerhin doch so, dass Sie ganz unbesorgt die Reise der Strassen wegen unternehmen können* Als Tages-Etappen zwischen den einzelnen; Hauptplätzen, für die Sie ja jedenfalls doch längere Aufenthalte in Anschlag bringen, kämen folgende in Frage: Bregenz, München, Linz, Wien* Budapest, Tihany, Graz, Klagenfurt, Cortina, Bolzano. Zernez. Für die Vorbereitungen zu Ihrer Reise möchte ich nicht verfehlen, Ihnen den ganz ausgezeichneten europäischen Automobil-Führer «Europa Touring> zu empfehlen, der auf alle von Ihnen gestellten Fragen Auskunft gibt und den Sie bei der «Automobil-Revue> beziehen können« L. A. in B. Elektr. Fabrik elektr. Apparate KÜSNACHT-Zürich Elektr. Heizkissen, Binden, Teppiche, Schemel, Handschuhe, Schuhe, Kleidungsstücke etc. Autokühlerdecken. Autom. Vulkanisierapparate für Pneus und Schläuche. hängende und stehende Form. Erstklassige Schweizer-Fabrikate! Die verehrlichen Leser werden gebeten, bei Bedarf die hier vertretenen Firmen zu berücksichtigen und bei Bestellungen, Anfragen etc. sich ausdrücklich auf die „Automobil-Revue 0 beziehen zu wollen. „DIE KÜNSTLICHE SONNE" Der Neue Ultra-Strahlen-Heilapparat WirklicheSonnenbäder jederzeit möglich zu Hause! 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