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E_1929_Zeitung_Nr.006

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Ausgabe: Deutsche Schweiz. BERN. Dienstag 22. Januar 1929. Nummer 20 Cts. 25. Jahrgang. - N° 6 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint laden Dienstag und fteltaa UonatUch „G*Ih* Uite« Halbjihrlleh Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Aasland unter Portoztuehlag, Mlttn nicht postamtlicb bestellt Zuschlag für postamtliche Bettellung im ADMINISTRATION: Brettenralnktrasse 97, Ben? In- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-Rechnung HI/414 Telephon Bollwerk S&84 *. .7 , * Telegramjn-Adrwse: Autorevue, Bern INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 CU. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 CU. Grössere Inserate nach Seitentarif. laseratensenhus 4 Tage vor Eruheinen der betreffenden Nummer Der Zürcher In unserem Bericht in Nr. 5 der «A.-R.» über das Referat von Prof. Gull im Schosse des Zürcher Ingenieur- und Architekten Vereins haben wir bereits mit Nachdruck darauf verwiesen, dass dieses Projekt vor allen andern den Vorzug verdient, weil es neben einer einwandfreien bahntechnischen Lösung auch der Stadt in städtebaulicher und damit in verkehrstechnischer Hinsicht eminente Vorteile bringt. Prof. Gull hat es, wie kein eweiter, verstanden, in seinem Vorschlag gleichzeitig den Interessen der S. B. B. und der Stadt Zürich Rechnung zu tragen. Er allein, und dies interessiert uns hier vor allem, hat die Bedeutung einer grosszügigen Verkehrsorganisation am Bahnhofplatz, von dem aus doch ein gewaltiger städtischer Verkehr pulsiert und nach dort wieder zurückfliesst, richtig eingeschätzt und dementsprechend in D I L L Rekordfieber. Ein Sportroman von Alfred Nauck. (10. Fortsetzung) Später, beil Tanz, hatten sie noch einmal Gelegenheit, wenige Worte zu wechseln. Dabei überbrachte sie ihm eine Einladung zu einem Abendessen in ihrem Hause, die er dankend annahm. — In den folgenden Monaten war Regionald Clifferton häufig der Gast Lord Speath und seiner Nichte, Lady Astor. Er konnte es sich nicht verhehlen, dass ihre echte Fraulichkeit, ihr ganzes, ursprüngliches Wesen einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht hatte, und auch sie schätzte und achtete seine betonte Männlichkeit, die Konsequenz seines Tuns und die Strenge Sachlichkeit seiner Tätigkeit. Sie kamen in dieser Zeit häufiger zusamtnen und auch Alice fand in der Lady eine mütterliche, teilnehmende Freundin. Und dann kam der Tag, an dem Reginald Clifferton der Lady Ruth Astor seine Liebe erklärte und Gehör fand. Es war ein beson- 'ders glücklicher Tag gewesen: Bob Sagreve hatte mit seinem neuen Rennwagen, der «Blue Bird», die erste Probefahrt gemacht, die in jeder Beziehung befriedigend auslief. — Der alte Lord Speath machte grosse Augen, als ihm die Lady das Geständnis ihrer Liebe zu Clifferton machte. Minutenlang lief er wortlos in dem Salon hin und her und Bahnhofumbau seinem Projekt berücksichtigt. Wir sind in der Lage, nachstehend die authentischen Pläne des Projektes Gull wiederzugeben und haben zu Vergleichszwecken gleich den Vorschlag der S. B. B. gegenübergestellt. An Hand dieser beiden Darstellungen lassen sich erst so recht die unbestreitbaren Vorzüge der Gull'schen Arbeit erkennen, die Zürich zu einer Bahnhofanlage verhelfen würde, wie sie weit herum im In- und Auslande einzig dastände. Wie bekannt, ist der Hauptgedanke des Projektes der,. das jetzige Bahnhofsgebäude aufzugeben, das neue Aufnahmegebäude bis auf die Höhe der Löwenstrasse vorzuschieben und den gesamten Bahnhof sechs Meter ab Boden auf ein Planum hochzuheben. Die unmittelbare Folge wäre vorab ein Gewinn an 150,000 Quadratmeter Bodenfläche, indem eben der Raum unter den Perrons und der Bahnhofeinfahrt für Nutzbauten und Strassen zurückgewonnen würde. Zur besseren Illustration des Resultates dieser Umgestaltung ist im Plane Gull für dieses Gebiet ebenfalls die Flächenaufteilung ebener Erde eingetragen, da in diesem Zusammenhang die Anordnung auf dem sechs Meter höher gelegenen Planum keine Rolle spielt. Das alte Bahnhofgebäude soll in ein Kongressgebäude oder in ein Hotel mit Ladengeschäften, ähnlich wie die Galerien in Mailand, umgewandelt werden. Wie in der Zeichnung angedeutet, ist dieser Bau durch zwei in Kreuzform angelegt© Wandelgänge mit Tageslicht aufgeteilt und bildet also für den Fussgängerverkehr in den beiden rechtwinkligen Richtungen nicht nur kein Hindernis, sondern geradezu eine Annehmlichkeit. Wir brauchen wohl nur nebenbei darauf zu verweisen, dass ein derartig zentral gelegenes Kongress- und Versammlungsgebäude in Zürich, das an derartigen Räumlichkeiten sehr arm ist, besonders wertvoll wäre und als imposanter Hochbau entwickelt werden könnte. Der Verkehr nen Passage unter dem Bahnhof eine vor- Fortsetzung dieser Autostrasse er- aus der Bahnhofstrasse könnte sich weittreffliche besser als bisher nach links und rechts auf gäbe. Durch die Hochlegung der Geleiseanlage wird, wie eingangs erwähnt, eine den freien Platz verteilen und bequem nach allen Richtungen abfliessen, da das jetzige grosse Bodenfläche für andere Zwecke frei. Hauptgebäude ja frei umfahren werden kann. Es sollen dort, wie im Plan eingezeichnet, Der eigentliche engere Bahnhofplatz käme eine Serie Lagerhäuser entstehen, die durch an den Ausgang der Löwenstrasse zu liegen, ein feines Netz von breiten Zufahrtswegen die dadurch und dank des bereits beschlossenen Ausbaues zu einer zweiten Bahnhof- aufgeteilt werden. Die Anlage ist so gestrasse würde. Es ergibt sich daraus eine wesentliche Entlastung der bestehenden Bahnhofstrasse, die dringend notwendig ist. Die Löwenstrasse eignet sich für ihre neue Rolle übrigens um so besser, als der aus ihr abfliessende Verkehr nicht, wie bis anhin, in einem rechten Winkel in den Bahnhofplatz einmünden muss, sondern in der Geraden direkt in den Platz übergeht und in die Strasse dem Landesmuseum entlang führt. Die rechtsufrige Sihlpromenade sowie die Kasernenstrasse würden unter dem Bahnhofplanum ebenfalls direkt weitergeführt und fast in gerader Linie in den Sihlquai und die Limmatstrasse, beides wichtige Ausfallsrouten, enden. Die beiden Strassenunterführungen, die zwar wohl auf ebener Erde, aber doch unter dem Bahnhof durchgehen, sind so breit bemessen, dass reichlich Raum für .zwei Fahrstreifen vorhanden ist. Daneben bleibt noch genügend Fläche, um aus dem grossen Parkplatz, der sich zwischen den beiden Strassenstücken befindet, auszufahren. Die Anlage von Prof. Gull ist nämlich so ausgeklügelt, dass auch der Zürcher Misere an geeigneten Parkplätzen im Kreise 1 Rechnung getragen wird und in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes ein riesiger Parkplatz entsteht, der für wenigstens-190 Wagen Raum bietet. Auf diese Weise könnte endlich einmal davon abgesehen werden, die engen Querstrassen zur Bahnhofstrasse als Parkierungsgeleigenheiten beanspruchen zu müssen und der dafür gebotene Ersatz wäre geradezu ideal, weil die dort abgestellten Fahrzeuge einmal gegen die Witterung geschützt wären und den Verkehr in keiner Weise-mehr behindern würden. Mit der Zufahrtsstrasse am rechten Ufer der Silil hat es übrigens noch seine eigene Bewandtnis. Es bestehen nämlich bereits Pläne für die Umwandlung des Schanzengrabens in eine tiefgelegene Strasse, die ausschliesslich dem Schnellverkehr reserviert würde. Diese Idee gewinnt durch den Plan von Prof. Gull nur noch an Wert, da der letztere in der ei- dacht, dass vom Güterbahnhof her Geleise bis auf die eine Seite dieser Lagerhallen führen, damit die Waren vom Bahnwagen direkt in das Depot umgeladen werden können. Auf der entgegengesetzten Längsseite der Lagerräume führen die Strassen entlang, auf welchen die Lastautos und Lieferungswagen heranfahren und die Güter ohne grosse Wartezeit in Empfang nehmen können. Der Umlad würde damit vereinfacht, abgekürzt und gleichzeitig verbilligt. Es ergibt sich hier eine weitere bessere Möglichkeit der. Zusammenarbeit zwischen Bahn und Auto im Güterverkehr. Durch die Verlegung des Eilgutgebäudes an der Lagerstrasse, an welches einerseits ebenfalls Eisenbahngeleise und anderseits mehrere Strassen heranführen, resultieren auch dort die nämlichen Vorteile für den Güterverkehr. Es ergeben sich also bei Verwirklichung des Vorschlages von Prof. Gull eine Reihe Verbesserungen, die in verkehrstechnischer Hinsicht für Zürich von unschätzbarer Bedeutung sind. Vor allem wird einmal die Barriere, die bislang den Ausgang des Limmattales quer abriegelte und den Durchgangs- wusste nichts zu erwidern. Endlich sagte er mit ungewöhnlicher Schärfe im Ton: «Ich nehme an, meine Liebe, dass du den Entscliluss, Clifferton zu heiraten, reiflieh überlegt hast! Bedenke, dass diese Heirat in unserer weiten Verwandtschaft begreiflicherweise Aufsehen erregen wird! Ich selbst werde es nicht über mich bringen, diesen Schritt zu billigen, obgleich ich deinen Erwählten aus langjähriger Bekanntschaft, um nicht zu sagen Freundschaft, das Zeugnis eines Ehrenmannes ausstellen muss! Du bist frei und unabhängig — es liegt mir fern, deine Wahl zu beeinflussen, aber ich bin dein väterlicher Freund und Beschützer und erachte es als meine Pflicht, dich auf alle diese Momente aufmerksam zu machen!» Bei diesen Worten war der alte Herr seinem schönen Schützling näher getreten, hatte seine Hand ergriffen und drückte einen langen Kuss darauf. — «Ich — hatte — mir selbst Hoffnungen gemacht, Ruth,» sagte er leise und fühlte, wie ihn die Rührung zu übermannen drohte. «Ich bin ein alter Mann, Ruth; du hast mir die Sonne ins Haus gebracht und willst sie nun wieder nehmen !» Da zog die junge Frau den Alten zu sich heran und küsste ihn unter Lachen und Weinen: «Ich danke dir, du Guter, für alles, was du für mich getan; ich danke dir tausendmal! Ich werde dem Mann meiner Wahl folgen — ich muss der Stimme meines Herzens gehorchen — doch dir soll nichts dadurch genommen werden! Wir haben schon alles besprochen; Clifferton bittet dich, über sein Haus ganz nach deinem Wunsch und Willen zu verfügen. Seine Ruth wird sich freuen, ihren lieben, alten Herrn recht oft als Hausfrau begrüssen zu können!» — Die Hochzeit fand im engsten Familienund Freundeskreise statt. Lord Speath hielt eine besonders herzlich gehaltene Rede, die mit einem Toast auf das Brautpaar ausklang. Einige Verwandte hatten, wie vorauszusehen war, abgesagt, so die Familie des Bruder:, des Lord Speath und eine verwitwete Schwester der Braut. Dagegen war deren Bruder, Percy, der dem Auswärtigen Amt attachiert war, erschienen und hatte den Bräutigam in wohlgesetzten Worten begrüsst. Alice hatte Bob Sagreve zum Tischherrn erhalten, und beide waren mit diesem Arrangement sehr zufrieden. Bob hatte sein altes Selbstvertrauen, seine Energie und seinen Lebensmut wiedergewonnen und strahlte förmlich im Gefühl seines jungen Glücks. Die offizielle Verlobung der Beiden sollte einige Wochen nach der Hochzeit Cliffertons bekanntgegeben werden. Bob deutete mit einem Blick zu dem Brautpaar hinüber: «Jetzt sind wir auch bald so weit, meine liebe Alice ! Sie sah ihn mit frohen Augen an : «Ich freue mich darauf, Bob», antwortete sie leise und blickte zur Seite. Er beugte sich vor: verkehr schwer beeinträchtigte, durchbrochen. Der gesamte Ueberlandverkehr aus westlicher Richtung, der in der gegen Baden weitertendiert, findet nun an drei Orten Abfluss, währenddem er sich bisher am Bahnhof zu einem Knäuel zusammenballte und und kaum mehr den Ausweg nach der Limmatstrasse und deren Enden fand. Die Stadtquartiere, die sich in einem Kreis um die Balmhofanlage gruppieren, Unterstrass, Aussersihl, Kreis 1 und Industriequartier erhalten gegenseitig bessere Verbindungen und engen Kontakt, wobei hauptsächlich auch das letztere direkt neu erschlossen wird. Der Verkehr zu und vom Bahnhof, der an Bedeutung nur noch zunehmen wird, kann sich fliessend abwickeln und verteilt sich auf verschiedene Strassen, wodurch die chronische Ueberlastung einzelner Strassenzüge und die damit verbundenen Unzulänglichkeiten in der Verkehrsregelung alle dahinfallen. Der Bahnhof bleibt nicht der Prellblock, an dem der innerstädtische Verkehr wieder abprallt, sondern er wird zum Schwamm, der den Verkehr von allen Seiten aufsaugt, aber auch wieder nach allen Richtungen gibt. Demgegenüber zeigt das Projekt der S.B.B. auch nicht die geringste Rücksichtnahme auf das Stadtbild und den Zürcher Innenverkehr. Gleich einem unförmigen Polyp breitet sich der erweiterte Kopfbahnhof ä niveau im Stadtzentrum aus und wird nur noch zum grösseren Hindernis als bisher. Man will der Stadt neuen Verkehr durch die Eisenbahn zuführen, ohne ihr auch nur die geringste Möglichkeit zu geben, die Strassen auf die Mehrbelastung umzustellen, den städtebaulichen Charakter den Bedürfnissen der wirklichen Grossstadt anzupassen. Auf diese Weise würde der Mehrverkehr nur zu einem noch grösseren Sorgenkind der Behörden, als es zurzeit der Fall ist und das Bahnhofquartier wäre einem steigenden Chaos ausgeliefert. Die Behörden der Stadt und des Kantons haben deshalb die Pflicht, einem Projekt, das der Weiterentwicklung der Ansiedlung nicht entgegenkommt, sondern diese bezüglich des Verkehrs sogar behindert, ihre Zustimmung 1 zu versagen. Die Bahnhoffrage ist zu eng mit dem Problem des städtischen Wachstums verbunden, als dass sie nur vom S. B. B.-Standpunkt aus angepackt und gelöst werden könnte. Die Vertreter der städtischen und kantonalen Interessen dürften bei der Bahnverwaltung übrigens ein um so willigeres Gehör finden, als unseres Wissens auch vom finanziellen Standpunkt aus keiner der übrigen Vorschläge für die' Bahn derart günstig ist. Die finanzielle Seite der Angelegenheit sowie auch die Interessen der Stadt dürfen andererseits aber auch keiner Prinzipienreiterei geopfert werden, wie sie von den Befürwortern eines späteren Durchgangsbahnhofes betrieben zu werden scheint. Die heutige Verkehrskalamität verlangt gebieterisch eine Abhilfe, wie sie das Projekt Gull garantiert. b. (Proiektskizze siohc Seite 2) «Wir werden uns gut vertragen, mein Lieb!» —• Nach dem Aufheben der Tafel bildeten sich kleine Gruppen, die in zwangsloser Untertung heitere Nichtigkeiten austauschten, bis für das jüngere Volk der Tanz begann. Bei dieser Gelegenheit wurde Alice Percy vorgestellt, der das junge Mädchen mit weltmännischer Gewandtheit in ein anregendes Gespräch zog. Es ergab sich, dass sie gemeinsame Bekannte hatten, die ihnen beim Sport, in der Gesellschaft, begegnet waren. «Erinnern Sie sich, gnädiges Fräulein, des kleinen Erik, der als passionierter Reiter bei keinem Rennen fehlte?» Sie wurde lebhaft: «Aber ja doch, natürlich! «Der Kleine», wie er allgemein genannt wurde, tat doch über die Hürden einen bösen Sturz; in den Journalen wurde darüber berichtet!» «Ja, ganz recht, der kleine, blonde Schwede hätte wohl nie mehr ein Pferd besteigen können. Uebrigens stand er damals kurz vor seiner Hochzeit; der Tag war schon festgesetzt!» «O, wie traurig.» Er nickte: «Ja, das ist dem kleinen Kerl ganz besonders nahe gegangen. Seine Braut — Sie kennen sie wohl nicht, sie war Französin, Sängerin, wie es heisst — seine Braut hat sich bald nach dem Unfall ihres Verlobten zurückgezogen und ihm schliesslich auch den Ring- zurückgegeben. Das traf ihn noch auf dem Krankenlager. Unser Freund hat