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E_1929_Zeitung_Nr.006

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Projekfskizzen zum

Projekfskizzen zum Zürcher Babnhofumbau HAUPTBAHNHOFZÜRiCH.PROJEKT GULL AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N° 6 HAUPTBAHNHOF ZÜRiCH.PROJEKTSßß. Der 12. Mai. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom letzten Freitag beschlossen, die Abstimmung über die Strassenverkehrsinitiative auf den 12. Mai festzusetzen. Wie wir schon einmal zu erwähnen die Gelegenheit hatten, soll zugleich damit auch die Initiative über das Gemeindeverbotsrecht betreffend Branntweinfabrikation und Branntweinhandel, die sogen. «Schnapsinitiative» zur Abstimmung gelangen. Die Zusammenkupplung der beiden Initiativen ist ausserordentlich zu bedauern, da kein Moment daran gezweifelt werden kann, dass die letztere vom Schweizervolk abgelehnt werden wird. Wenn der Schweizer aber einmal im Zuge ist, ein Nein zu schreiben, so ist auch das zweite Nein bald geschrieben. Die Zusammenkupplung der beiden Vorlagen bedeutet demnach eine Benachteiligung der Strassenverkehrsinitiative. Es ist wohl nicht Zufall, dass die Abstimmung über beide Initiativen vom Bundesrate auf den gleichen Tag festgesetzt wurde. Wenn die Schweizerische Mittelpresse in einem ersten Artikel über die Verkehrsinitiative schreibt, dass die eidgenössischen Räte den bestbegründeten Begehren der Initianten Rücksicht getragen hätten und dass die Annahme der Initiative Folgen für den Bundeshaushalt hätte, auf die bei allfälligem Kampf um die Initiative nachträglich hingewiesen werden müsste, so ist darauf jetzt schon zu antworten, dass diese Behauptung nicht ganz stimmt, indem die Annahme der Motion in den eidgenössischen Räten den Initianten noch keine Gewähr für die Realisierung ihrer dringendsten Wünsche bietet. Ein ausgearbeiteter Gegenvorschlag, wie dies bei der Getreidekampagne der Fall ist, liegt leider nicht vor. Die im zitierten Satz versteckte Kampfansage nehmen wir mit aller Ruhe hin, • den Kampf um die gute Sache brauchen wir nicht zu fürchten. Als erste grosse schweizerische Organisation wird am 22. Januar der Schweizerische Bauernverband zur Strassenverkehrsinitiative Stellung nehmen. Da die schweizerische Bauernsame am 3. März ebenfalls Eisen im konzessionierten Versicherungsgesellschaften abgegeben wird, ausgestellt. Um die allgemeine Situation zu kennzeichnen, müssen wir beifügen, dass der Regieden Schlag nicht überwinden können, — vorige Woche erreichte mich die Nachricht, dass er sich erschossen habe!» Sie war ganz bleich geworden und fand minutenlang kein Wort der Entgegnung. Endlich brachte sie mühsam hervor : «Aber das ist ja entsetzlich; wie* war das nur möglich?!» Verlegen zuckte er die Achsel: «Ich will Ihnen etwas verraten, gnädiges Fräulein; die junge Dame, die Verlobte unseres Freundes, hatte niemals die ganze Sache wirklich ernst genommen. Bei einem Klubfest war sie einmal ohne ihn zugegen und hat das Aeusserste an Koketterie geleistet ! Erik wurde damals von uns gewarnt; er schlug alle Warnungen in den Wind. (Fortsetzung folgt.) 1\a«£esfw«a3fe die Einlagen in die Fonds zirka 147 Millionen Franken verwendet werden müssen, so steht ein Rein- Ueberschuss von 17 Millionen Fr. in Aussicht. Dabei ist allerdings zu betonen, d^ss unserer Ansicht nach der Rein-Ueberschuss von 17 Millionen Franken zum Betriebsüberschuss von 164 Millionen in keinem Verhältnis steht, und dass auch diese Zahlen in evidenter Weise darlegen, äass weniger das Automobil, als innere Krankheiten der S. B. B., die man leider durch operativen Eingriff nicht mehr ohne weiteres beseitigen kann, die Bahnen an dem Aufschwung verhindern, wie es das Schweizervolk von ihnen zu verlangen Berechtigung hat. Immerhin ist der Rechnungsabschluss so günstig, dass der in Aussicht genommene Gütertarifabbau auf den 1. Juli nicht mehr verfrüht erscheint, und dass dieser Teilabbau nur als erster Schritt bewertet' werden muss, da die Verfrachter von Stückgütern sich mit dem Abbau, der nur für ganze Wagenladungen vorgesehen ist, nicht ohne weiteres zufrieden geben können. Bei dem vorgesehenen Taxabbau bleiben trotz Artikel 13 des Tarifgesetzes die Ansätze für die Stückgüter noch in beträchtlicher Höhe belassen, was für Industrie und Landwirtschaft absolut nicht förderlich ist. -t. * * * Stuvmw^tt^r Dem nüchternen Basler wird nachgesagt, dass er sich nicht leicht begeistern oder emotionieren lasse. Den Eindruck bekam derjenige entschieden nicht, der am 18. Januar der von über 400 Motorfahrzeugbesitzern besuchten Protestversammlung im grossen Safransaale beiwohnte, wo nicht bloss jeder Stuhl besetzt war, sondern sich die stehenden Hörer bis zur Eingangstüre zusammendrängten. Betrachten wir diese Kampfstimmung als-gutes Omen für den Abstimmungs-. tag, der über der Erfolg der Verkehrsinitiative entscheiden wird! Der -Motorfahrzeugbesitzer und Strassenbenützer wird sich nicht mehr als quantite n£gligeable behandeln lassen. Was war geschehen? Es kann dies nicht in bloss ein paar Zeilen klargemacht werden und darf auch ausserhalb Basels auf Anteilnahme rechnen. Heute mir, morgen dir! Auch in andern Kantonen wird die Frage vielleicht akut werden. Wenn nicht, dann ist das geschlossene Vorgehen der Basler schuld an der Wendung zum Bessern. Also : Als Neujahrsgeschenk erhielten die Basler Automobilisten in den ersten Tagen des Januar ein «im Dezember 1928 » datiertes Zirkular der kantonalen Automobilkontrolle mit der Mitteilung, gemäss den vom Regierungsrat des Kantons Baselstadt erlassenen Verordnungen vom 4. und 22. Dezember betreffend die Haftpflichtversicherung der Motorfahrzeuge werde die Haftpflicht mit Wirkung ab l.Januar 1929 folgendermassen erweitert: 1. Die Garantiesummen betragen im Minimum: a) Fr. 30 000.—, wenn, eine Person verunglückt; b) Fr. 100 000.— für .'Automobile und Fr. 50000.— für Motorräder, wenn durch dasselbe Ereignis mehrere Personen verunglücken; c) Fr. 5000.— für Sachschaden. 2. Bei jedem Unfall ist ein Zehntel des entstandenen Personenschadens, mindestens Fr. 100.—, von der Versicherungsdeckung ausgeschlossen und vom Versicherungsnehmer selber zu tragen. 3. Die persönliche Haftpflicht jener Personen, die gelegentlich oder dauernd im Auftrag bzw. Einverständnis des Besitzers das Fahrzeug lenken, auch ohne im Besitze eines Fahrausweises zu sein, ist vorschriftsmässig in die Versicherung einzuschliessen. 4. In Schadenfällen, in denen die Gesellschaft ihre Leistungen gestützt auf Art. 14, Abs. 2 und 3, des Bundesgesetzes über den Versicherungsvertrag wegen grobfahrlässiger Herbeiführung des Schadenereignisses oder gestützt auf Art. 38, Abs. 2, des Bundesgesetzes über den Versicherungsvertrag wegen schuldhafter Verletzung der Anzeigepflicht zu kürzen berechtigt ist, wird sie den Verletzten, den Hinterbliebenen eines Getöteten und den Sachbeschädigten im Rahmen der versicherten Leistungen und der Konkordatsbestimmungen (Selbstbehalt) namens der Versicherten dio Haftpflichtentschädigung gleichwohl voll auszahlen, sofern die Berechtigten den abzuziehenden Betrag vom Versicherten nicht erhältlich machen können. Der Versicherte ist verpflichtet, der Gesellschaft den Betrag zurückzuerstatten, um welchen diese nach obigen Gesetzesbestimmungen zur Kürzung berechtigt ist. 5. Die Verkehrsbewilligungen pro 1929 werden erst nach Vorlage eines Ausweises, der von den in Basel Eine Massendemonstration gegen Polizeide partement und Versicherungsgesellschaften. rungsrat am 4. Dezember noch weitergegangen war und verfügt hatte, die Versicherungssumme für Sachschaden betrage 5000 Fr. pro Schadenereignis, und künftighin habe jeder Motorfahrzeuglenker auch für jedes Schadenereignis einen Selbstbehalt von 10 Prozent, im Minimum 100 Fr., zu tragen. Sofort richtete die BaslerVerkehrsliga gegen diese unge-t rechtfertigte Bestimmung eine Eingabe an die Regierung, und im Anschluss daran interpellierte Herr B'ertsch im Grossen Rat die Eegierüng, was zur Folge hatte, dass die Regierung ihre Verordnung in dem beanstandeten Punkte aufhob und den obligatorischen Selbstbehalt bei Sachschaden fallen liess. Dieser Aenderung hatte bereits das Rundschreiben der Automobilkontrolle Rechnung getragen. Zugleich mit dem Rundschreiben der Automobilkontrolle erhielten nun die Versicherungsnehmer ein Zirkular sämtlicher im Kon~ zern vereinigter Versicherungsgesellschaften (es sind ihrer zehn), in denen der Versicherungsnehmer aufgefordert wurde, seinen Vertrag « den neuen Vorschriften anzupassen » (Wichtig! eilt!» lautete der Schrägdruck die-* ses Zirkulars). In dem mitgesandten Polizen-; formular war das neue Vertragsverhältnis bereits festgelegt, und auch die Versicherungs-* nehmer, deren früherer Vertrag auf zehn. Jahre festgesetzt war, mussten gewahren, dass bei der Gelegenheit, entgegen der zehnjährigen Zusicherung, die von 1928 datierenden höhern Versicberungsansätze angewandt, waren. Gegen dieses Vorgehen nahmen sodann zuerst sämtliche baslerischen Motorfahrzeugvereinigungen Stellung. Materiell lassen sich die Aussetzungen hinsichtlich des von der Automobilkontrollen erlassenen Zirkulars folgendermassen zusammenfassen: Zu Punkt 2: Gemäss Art. 11 des bisher geltenden Automobilkonkordates waren bei jedem Unfall 10 Prozent des entstandenen Schadens, mindestens aber 100 Franken, von der Versicherungsdeckung auszuschliessen und vom Versicherungsnehmer selbst zu tragen. Wenn die Bestimmung nun durch die erwähnten regierungsrätlichen Verordnungen auf Personenschäden beschränkt wird, so bedeutet diese Beschränkung keine gesetzliche Erweiterung der bisherigen Haftpflicht der Versicherungsgesellschaften. Zu Punkt 3: Die Bestimmung, wonach' durch die Versicherung auch die HatpHicht derjenigen Personen gedeckt werden muss, die das Fahrzeug im Einverständnis des Eigentümers lenken, auch wenn sie nicht im Besitze eines Fahrausweises sind, ist, wenn auch nicht in wörtlich gleicher Fassung, ebenfalls in Art. 11 des Automobilkonkordates enthalten, bedingt also ebenfalls keine Erweiterung der bisherigen Haftpflicht. Die im Rundschreiben erwähnten regierungsrätlichen Verordnungen befassen sich mit dieser Bestimmung überhaupt nicht. Zu Punkt 4: Neu ist die Verfügung, wonach die Versicherungsgesellschaften in Fällen, da

N° 6 — 1929 AUTOMOBIL-RFV/im sie bisher ihre Leistungen wegen grobfahrlässiger Herbeiführung des Schadenereignis- M;S oder wegen schuldhafter Verletzung der Anzeigepflicht durch den Versicherungsneh-' mer die Haftung ablehnen konnten, nunmehr den Verletzten oder dessen Rechtsnachfolger •entschädigen müssen und lediglich den Rückgriff auf den Versicherungsnehmer haben. Diese Bestimmung findet sich aber weder im Automobilkonkordat noch in den erwähnten Verordnungen des Regierungsrates. Sie ist von der kantonalen Automobilkontrolle Baselstudt in U eher schreitung ihrer Kompetenzen erlassen worden und daher rechtlich nicht haltbar. Dagegen ist bereits ein Rekurs an den Regierungsrat und allenfalls an das Verwaltungsgericht eingereicht worden, zugleich auch ein Gesuch an- den Regierungsrat, wonach bis zur rechtskräftigen Entscheidung des Rekurses die erwähnte Verfügung des Polizeidepartements nicht in Anwendung gebracht werden soll. Die Versicherungsgesellschaften haben nun die Gelegenheit ergriffen, um nicht bloss die allfällige, nicht bedeutende Risikoerhöhung durch eine Mehrprämie decken zu lassen, sondern auch, um bei noch auf Jahre hinaus zu frühem, niedrigem Tarifansätzen abgeschlossenen Versicherungsverträgen einen neuen, viel höhern Tarif in Anwendung zu bringen. Beim Versicherungsnehmer wird aber der Eindruck erweckt, als ob die verlangte Prämienerhöhung lediglich durch eine Erweiterung der Haftpflicht bedingt sei. Dies ist die Situation, in der die Automobilinteressenten zu der öffentlichen Versammlung in der Safranzunft eingeladen wurden. Es würde zu weit führen, wollten wir die gefallenen Voten auch nur andeutungsweise wiedergeben. In der von Herrn Grossrat Nach 2%stündigen Verhandlungen brachte der Tagespräsident, Herr Grossrat Rapp, folgende Resolution zur Abstimmung: Die heutige Versammlung der Automobilisten und Motorradfahrer protestiert energisch gegen das Verhalten der Versicherungsgesellschaften, •welche die Verordnung 1 des Regierungsrates vom 4. Dezember 1928 dazu benutzen -wollen, alle langfristigen Vorsicherungsverträge aufzuheben und durch neue Verträge mit bedeutend höhern Prämien zu ersetzen, welche in keinem Verhältnis stehen zu der aus der Verordnung des Regierungsrates hervor» gehenden "anfälligen Risikovermehrung. Sio protestiert auch energisch gegen das Vorgehen der kantonalen Automobilkontrollo, welche es den Versicherungsgesellschaften ermöglicht, durch Nichtausstellung der in der Publikation vom 29 Dezember im Kautonsbiatt verlangten Bescheinigung auf die Versicherten einen unzulässigen Druck zum Abscliluss neuer Verträge auszuüben, da ohne diese Bescheinigung Verkehrsauswoisa nicht erteilt werden. Sie protestiert gegen den zur Irreführung geeigneten Wortlaut des Rundschreibens der kantonalen Automobilkontrolle. Sio ersucht den hohen Regierungsrat, das Po- Iizcidoparteinent zu veranlassen, die Verkehrsausweise auf Grund der Versicherungspolicen und der Prämienquittungon für das Jahr 1929 in allen den .fällen zu erteilen, in denen der Verordnung vom 4. Dezember 1928 in bezug auf die Höhe der Versicherungssummen Genüge geleistet ist, auch wenn diu Boscheinigung der Versicherungsgesellschaft nicht vorliegt. Sie ersucht den hohen Regierungsrat, dahin zu wirken, dass die Versicherungsgesellschaften die bestehenden Verträge respektieren und dasa allfälligo Risikovermehrungen nur in der Form angemessener Zuschlagsprämien angerechnet werden dürfen. Die Erhebung der Zuscblagsprämien solj erst dann erfolgen, wenn die anhängig gemachten Rekurse gegen die angefochtenen Verfügungen der kantonalen Automobilkontrollc und allfällige gerichtliche Entscheide über die Zulässigkeit einer Prämienorhöhung und deren Höhe erledigt sind oder durch eine Verständigung zwischen den Motorfahrzeugvorbänden und den Versicherungsgesellschaften ihre Erledigung gefunden haben. Sie ersucht den hohen Regierungsrat, in Zukunft bei Vorfügungen, welche einschneidende Veränderungen der Versicherungsverträge bedingen, nicht nur einseitig mit den Versicherungsgesellschaften in Verhandlungen zu treten, sondern auch Vertreter der Versicherten zu den Verhandlungen beizuzieben und derartige Verfügungen so rechtzeitig zu treffen, dass die Versicherungsnehmer wie die Versicherungsgesellschaften Gelegenheit haben, ihre Interessen wirksam zu wahren. Wir haben dem obigen nicht viel beizufügen. Es stehen zur Stunde,, da diese Zeilen geschrieben werden, Verhandlungen mit dem Vorsteher des Polizeidepartements unmittelbar bevor. Man braucht kein Optimist zu sein, um sich der Ueberzeugung hinzugeben, dass am Status quo nicht festgehalten wird. Die Demonstration in der Safranzunft wird den Behörden das eine gezeigt haben, dass in allen Fragen, die irgendwie mit dem Verkehrswesen zusammenhängen, der Verkehrsinteressent sich nicht mehr als Häfelischüler behandeln lassen will. Insofern wird den Motorfahrzeugfahrern der begangene faux pas zum Guten ausschlagen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist gestärkt worden, « die Massen marschieren» und werden ihren Standpunkt auch in der neuen baselstädtischen Verkehrsverordnung auf die oder jene Weise zur Geltung bringen. Mögen sie ebenso geschlossen im Mai für die eidgenössische Verkehrsinitiative eintreten! 0 Grenzpassierscheinhefte. Der Internationale Verband anerkannter Automobil-Clubs in Paris, dem bekanntlich auch der A. C. S. angehört,' gibt soeben bekannt, dass die Grenzpassierscheinhefte inskünftig nun auch für Litauen gültig ausgestellt werden können. Demnach können nun diese Hefte für Reisen nach folgenden Ländern verwendet werden: Deutschland, Oesterreich, Belgien, Luxemburg, Brasilien, Bulgarien, Dänemark, Aegypten, Spanien, Estland, Finnland, Frankreich, Rapp präsidierten Versammlung referierte einleitend Herr Dr. W. Wellauer über die Situation, während Herr Dr. Grüninger, der Rechtskonsulent des A. C. S., die Angelegenheit einer juristischen Würdigung unterzog, die von Herrn Dr. Antiker, ebenfalls Rechtskonsulent des A. C. S., ergänzt wurde. Herr Ständerat Dr. Thalmann sprach, wie er in fairer Weise von Anfang an erklärte, als Vertreter des Versicherungskonzerns. Man er-Algerienhielt dadurch den Eindruck, dass die Gesell- Holland, Umgarn, Irland, Italien, Tripolita- Grossbritannien, Griechenland, schaften zu Konzessionen geneigt sind, und nien, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Jugoslawien, Schweden, dass die Sünder weniger die Versicherungsgesellschaften als Polizeidepartement und Automobilkontrolle seien. Tragikomisch wirkten die Mitteilungen einzelner Betroffener, die von einer Prämienerhöhung bis zu 760 Prozent zu erzählen wussten, und auf impulsiven Beifall stiessen die Forderungen, es möchten sich die Automobilisten zu einer Selbstversichenmg auf dem Genossenschaftsprinzip zusammenschliessen. Dass mit Automobilkontrolle, Polizeidepartement und Regierungsrat nicht gerade schonend verfahren wurde, lag in der mit Explosionsstoff geschwängerten Luft, und nicht mehr wegzudenken ist die in der Diskussion mehrfach geäusserte Anregung, es müsse in der künftigen Wahlpropaganda etwas geschehen und die Parole ausgegeben werden, dass in die Behörden Männer hereingebracht werden, die nicht bloss vom grünen Tisch aus ohne Sachkenntnis reglementieren, sondern einiges Verständnis für die modernen Verkehrsfragen aufweisen. Zum Trost derjenigen, die ihre erhöhten Prämien bereits eingelöst haben, trotzdem die Versicherungsgesellschaften durch langfristige Verträge gebunden sind, sei die von juristischer Seite erteilte Aufklärung beigefügt, dass bei einem Erfolg der ganzen Aktion der Mehrbetrag von den Versicherungen zurückvergiitet werden müsse. Schweiz, Tschechoslowakei. Hingegen ist das Grenzpassierscheinheit noch nicht gültig für Argentinien, Marokko und Tunesien, s. l Packard Abfahrtsort für die Sternfahrt der Walliser bleibt Martigny ! Bekanntlich hatte Herr Chapuis, der Präsident der Sektion Wallis des A. G. S., Herrn Ghanter, den Präsidenten der Sektion Genf des A. C. S. und Organisator der Sternfahrt an den Genfer Salon, ersucht, den Startort vou Martigny nach Sitten zu verlegen. Diese Anfragt! geschah aus dem Wunsche heraus, die Walliser Equipe vom Sitze der Sektion unu von der Mitte des Kantons aus starten zu lassen, vor allem aber auch deshalb, um den Teilnehmern aus der Mitte des Kantons und vom OLeiwallis die Hin- und Rückfahrt zu ersparen. Der Vorschlag für Sitten hätte gegenüber demjenigen von Martigny keinen Nachteil gezeigt, da so nur ein einziges Mal die Strecke zu fahren wäre, während .für diejenigen von Sitten und Martigny der Weg gleich für die Sternfahrt zählen würde. Die Organisatoren der Stornfahrt haben diesen Vorschlag aufmerksam geprüft, aber diesem Wunsche konnte aus folgenden Gründen nicht entsprochen werden: Erstens wurde das Gesuch viel zu spät eingereicht. Nicht nur waren die Reiserouten bereits aufgestellt, sondern sio befanden sich bereits bei der Landostopographie zur Ausrechnung. Zweitens haben die Walliser Teilnehmer gegenüber den Konkurrenten aller andern Etappen einen ganz wesentlichen Vorteil. Die ersten 50 km sind zum voraus gegeben und umfassen nichts Unbekanntes. In der Tat ist es nicht leicht möglich, sich auf der Strasso von-Maitigny nach Vevey zu verfahren, da man sonst zu -dieser Zeit, "in der die Sternfahrt durchgeführt wird, auf verschneite N'ehenwege geraten miisste. Unter diesen Umständen ist es unmöglich, einen weiteren Vorteil dadurch zu schaffen, indem man den Startort nach Sitten verlogen würde. An. den geographischen Bestimmungen kann man nichts mehr ändern ! Die Teilnehmer der andern Etappen müssen mit der Ungewisshcit rechnen, bei irgendeinem Kilometer in irgendeine Richtung gewiesen zu werden. Anfangs Februar wird Herr Chantor seine Rundreise zur Aufstellung der Fahrstrecken antreten. Die Gruppen werden durch verschiedene Farben gekennzeichnet. Um die Fahrer der verschiedenen Startorte besser kenntlich zu machen, hat man für allo eine bestimmte Farbe vorgeschrieben. Diese Farbe wird nicht nur die Kontrollnummer des Wagens tragen, sondern auch alle die Fahrt betreffenden Papiere Die Zuteilung der Farben ist folgende: für Basel: schwarz; Martigny gelb; Zürich: rot; Neuenburg: hellbraun, Bern: grün; Luzern: blau, und Lausanne: violett. Für Basel wird das Papier weiss bleiben, und die schwarze Farbe wird in einer Ecke angebracht werden. Vom Klassement. Neben dem bestimmten Mittel, das bei der Abfahrt bekanntgegeben wird, wird auch eine Grenze gezogen werden, ianorbalb welcher Zeit (maximal Der Motor ist die Seele des Automobils. — Der im Jahre 1923 herausgekommene 8-Cylinder-Pakkard Linienmotor diente den Automobilkonstrukteuren der ganzen Welt als Vorbild. Etwa 80 verschiedene Fabrikanten haben nun diesen Motor nachgeahmt. Der V-Motor ist nahezu verlassen, d. h. auf etwa 4 Fabrikate zurückgedrängt. Packard Standard eight, der neue kleinere 8-Cylinder, dem weltberühmten grossen Packard 8-Cylinder in Qualität und Präsentation ebenbürtig, im Preise fast gleich wie der bisherige 6-Cylinder, ist die glänzendste Proposition der Gegenwart. Ash the man who owns orte Werner Risch, Zürich Maur. Guyot, Chaux-de-Fonds Albert Schmidt S. A., Genf R. Volz, Thun /&/.tfifijnji tiftifi! itiHttiih.fti Von der Sternfahrt nach Genf. Aast und minimal) ein Klassement möglich ist. Nehmen wir z. B. als bestimmtes Mittel 38, setzen wir das höchstzulässige Mittel auf 40 und das kleinstzulässigo auf 30 fest, so wird ein Fahrer nicht ausscr diese Zahlen gehen dürfen, wenn er klassiert werden will. Auch- diese Bedingung hilft neben anderen mit, die Sternfahrt für 1929 recht intereessant zu gestallen. R- Sternfahrt nach Rom. Auf die Eröffnung des zweiten italienischen Automobil-Salons hin veranstaltet der italienische Automobil- Club am 5. Februar eine Sternfahrt nach Rom. Die Formel der Sternfahrt ist denkbar einfach. Weder eine Beschränkung der Durchschnittsgeschwindigkeit irgend welcher Art wird die Fahrer belästigen. Sie haben einfach am vorgeschriebenen Tage in Rom einzutreffen. .. It. Sternfahrt nach Monte-Carlo. Vergangenen Samstag startete an den verschiedenen Ausgangspunkten in Athen, in Saloniki, in Riga und in Stockholm eine imposante Schar von Fahrern, um die 3000 km lange Strecke nach Monte-Carlo mit 40 km Stundenmittel zu durchfahren. Die Aufgabe, die sich den Fahrern bei den gegenwärtigen Schnee- und Wit'terirogsverhältnissen stellt, ist wahrlich mühsam genug. Es bedarf schon gewiegter Fahrer, die an grossen Veranstaltungen ihre Kunst erprobt haben, um das hohe Durchschnittstempo einzuhalten. Hohe Geschwindigkeiten von 60, 70 und mehr Kilometern sind bei den jetzigen Schneeverhältnissen beinahe unmöglich und Rutschpartien an steilen und vereisten Strassen kaum zu umgehen. Den Fahrern winkt aber die sonnige Riviera, die 'sie zum Ausharren bestimmen wird. " Eine Probe von Schwierigkeiten gibt uns die Fahrt englischer und französischer Bewerber nach Königsberg, die ihre Reise bereits im polnischen Korridor aufgegeben haben. Eine deutsche Equipe brauchte für eine Strecke von 130 km von Marienburg nach Königsberg rund neun Stunden und musste sich unterwegs viermal durch Pferdegespann aus Schneewehen herausschleppen lassen, von 21 Wagen, die in Riga zu starten haben, passierten bis Freitag erst neun Wagen in Königsberg, da die Strassen auf lange Strekken unkenntlich sind, des meterhohen Schnees wegen. Ob die Ueberlandstrassen rechtzeitig gepflügt werden können, ist zweifelhaft. t Campbell hat sich nach Kapstadt eilige. schifft Der englische Rennfahrer Capt. Malcolm Campbell hat sich mit seinem neuen 1000-PS-«Blue Bird»-Rennwagen von Southampton aus nach Kapstadt eingeschifft, um im Innern Südafrikas einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord aufzustellen. Seine Rekordversuche sollen in Verneuk-Pan, etwa 400 Meilen von Kapstadt entfernt, stattfin' den. Der Automobil-Club von Grossbritannien hat Campbell einen elektrischen Mess* apparat mitgegeben, ausserdem machen im Auftrage des R. A. C. Col. Lindsay Lloyd und L. Elridge die Reise als offizielle Zeitnehmer mit. Vor seiner Abreise erklärte Campbell, dass er nicht eher ruhen werde, bis er eine Stundengeschwindigkeit von 220 englischen Meilen, das sind rund 354 km, erreicht habe. Sollte ihm dies misslingen, so will er mit einem neuen Wagen den Versuch wiederholen. lt. ' Autoinobiftransport durch den Simplem von Doinodossola nach Brig. Die Automobilisten werden mit grosser Befriedigung den vollen Erfolg der Demarchen vernommen haben, die zu ihren Gunsten beim italienischen Verkehrsministeriüm zur Erlangung einer fühlbaren Ermässigung der Kosten für den Transport von Automobilen per Eisenbahn von Domodossola nach Brig durch den Simplontunnel unternommen worden sind. Diese Demarchen wurden auf Verlangen des Schweizerischen Touring-Clubs durch Vermittlung eines seiner Verwalter, R. Rusca in Chiasso, von den italienischen Vereinigungen für die Touristik in verdankenswerter Weise unternommen. Dadurch, dass das italienische Verkehrsministerium diesem Gesuch in weitem Masse entgegengekommen ist und gewisse Missbräuche, über die sich die Automobilisten beklagten, abgeschafft hat, hat es der internationalen Touristik einen Dienst geleistet, für den man ihm dankbar sein muss. Um den neuen Tarif zu gebrauchen, müssen sich die Automobilisten direkt an das Bureau der italienischen Staatsbahnen im Bahnhof von Domodossola wenden. Höflichkeit kostet wenig oder nichts. Ob du nun einem andern Fahrer der sich gegen die Verkehrsregeln verstossen hat, deine Sympathie oder deine Anthipathie bezeugen willst, die Höflichkeit wird dich in jedem Falle am besten aus der Angelegenheit ziehen. Passe deine Geschwindigkeit nicht dem Kilometerzähler, sondern dem Gelände und dem Verkehr an.