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E_1929_Zeitung_Nr.004

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AUTOMOBIL-REVUE

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N°4 II. Blatt BERN. 15 Januar 1929 N°4 II. Blatt BERN. 15 Januar 1929 Auch dem besten Fahrer kann es passieren, dass er im Winter seinen Wagen einmal «auf Grund setzt». Man braucht dazu nur den Fall anzunehmen, dass er auf verschneiter Strasse gezwungen ist, von der Strassenmitte abzuweichen, etwa um einem Pferdegespann vorzufahren. Sicher befindet sich dann gerade an dieser Stelle ein verwehter Strassengraben, bereit, die Räder liebevoll und unwiderstehlich zu umarmen. Und während man dann durch Vollgasgeben dem Verhängnis zu entrinnen versucht und die Räder winselnd in den Schneemassen herumwühlen, kutschiert unberührt wie ein indischer Philosoph der Rosselenker wieder neben einem vorbei. Aber auch nur hoher Schnee allein vermag den Wagen abzufangen wie ein Spinnennetz die Fliege. Sobald er sich gegen die Vorderoder Hinterachse des Wagens, eine tiefliegende Batteriekiste oder dergleichen anstemmen kann, hat er die Herrschaft. Dann helfen gewöhnlich auch die schönsten, best ange- £in vor die Hinterräder gebundenes Brett wird mit einer Radspeiche durch einen Strick so verbunden, dass das Rad das Brett gegen sich hin zieht. passten Schneeketten nichts mehr. Ist der Lauf des Wagens einmal aufgehalten, dann verschlimmert man durch weiteres Gasgeben die Situation meist nur noch. Die Räder graben den Schnee unter sich fort, bis der Wagen zuletzt auf seinem « Bauch » aufliegt, als ob er überhaupt keine « Beine » hätte. Die Räder hängen in der Luft. Merkt man, dass die Antriebsräder im Aus der Fahrpraxis Schiffbruch ••n Schnee*. Schnee nicht mehr fassen und der Wagen stillzustehen droht, dann gebe man nur noch gerade so viel Gas, als zu einem schleuderfreien Durchdrehen der Hinterräder notwendig ist. Auf diese Weise erzielt man noch den grösstmöglichen Vortrieb. Jedes Schalten erweist sich meist als verhängnisvoll, wenn man nicht ein wahrer Künstler im Schnellschalten ist. Denn während der Pause beim Uebergehen vom einen in den andern Gang kommt meist der Wagen vollends zum Stillstand. Ist der Wagen einmal zum Stillstand gekommen, so versucht man meist zuerst instinktiv durch stossweises Anstürmen den Gegner zu überwinden. Man bringt durch abwechslungsweises Einschalten des Rückwärts- und Vorwärtsganges den Wagen ins Hin- und Herschaukeln. Dieses Verfahren hat aber nur Wert, wenn der Wagen erstens noch auf den Rückwärtsgang reagiert und nicht einfach auch rückwärts « spult»; und wenn zweitens Aussicht vorhanden ist, dass man nach überwundenen ein bis zwei Metern auf besseres Terrain kommt; denn stundenlang wird man die Schaukelpartie nicht fortsetzen wollen, schon nicht aus Rücksicht auf den Wagen. Schieben verspricht Erfolg. Bei pulverigem Schnee versagt aber diese Methode von vornherein. Was dann ? Eine Schaufel nimmt ein Automobilist aus Prestigegründen wohl nie mit. So bleibt vorläu^ fig nichts anderes übrig, als dass man die Mitfahrer oder Zuschauer zum Schieben auffordert und dass man dann unter gleichzeitigem Gasgeben das international verständliche Kommando « Hüh ! » anwendet. Vom gleichzeitigen Anziehen von Mensch und Maschine hängt dabei der Erfolg in hohem Masse ab. Meist stellt er sich bei Anwendung dieser Methode aber überraschend schnell ein. Nur in ganz verzweifelten Fällen ist die Requisition von Pferden, Kühen oder Ochsen erforderlich, wobei man dann wissen muss, dass Ochsen weitaus am besten «ziehen. ,,>>. Gibt es « Gleitschutzmittel» ? Wenn.es gilt, einen festgefahrenen Wagen flott zu machen,, erweisen sich viele Fahrer als wahre Meister in der Anwendung untauglicher Mittel. Halbe Stünden wenden sie auf, um immer wieder Aestchen und Gräser unter die Räder zu streuen. Und obschon die Räder den « Gleitschutz » bei der ersten Umdrehung wegwischen, versuchen sie die Rettung auf Herausziehen eines Wajfen«: Wenn das Schieben nicht zum Erfolg führt, wird der Wagen mit einem mittellangen Sei] angeseilt. Zum Abschleppen sollte in die Mitte des Schleppseils ein farbiges Tuch gebunden werden. diese Art immer von neuem. Im Schnee nützen als Unterlage auch die schönsten trockenen Reiswellen nichts. Selbst das Unterlegen von Säcken und Decken hat nur dann Wert, wenn der Boden fest gefroren ist, wenn man den Rädern z. B. auf einer vereisten Schlittbahn eine Anhaltmöglichkeit geben will. Hingegen können vor die Hinterräder gelegte, trockene, rauhe Bretter oft gute Dienste erweisen, besonders wenn man ihr entfernteres Ende mit einer Radspeiche durch- einen Strick so verbindet, dass das •-Rad das Brett gegen sich hin zieht, wenn .sich-umdreht ,... „ Die Schaufel als wirksamer Helfer. Das einzige Mittel jedoch, das dem Automobilisten im Winter wirklich aus jeder Situation helfen kann und das ihn von Menschen und Tieren der Umwelt unabhängig macht, ist eine Schaufel. Mit einigen Schaufelstichen ist oft das ganze unüberwindlich scheinende Schneehindernis beseitigt. Mit einigen Schaufelhieben kann man in harten Schnee Kanäle bauen, denen die Räder folgen, als wenn sie auf Schienen liefen. Angelegt werden die Kanäle so, dass sie vom Strassengraben unweigerlich auf die feste Strassenmitte führen. Liegt der Wagen auf dem «Bauch», so bringt man ihn durch Wegschaufeln der tragenden Schneemassen wieder auf die «Beine». Es gibt keine Tücke des Schnees, der die Schaufel — zu der allerdings auch ein kräftiger Schaufler gehört — nicht gewachsen ist. at m Rvndsdtau Statistik der Betriebsstörungen Der englische «Royal Automobile Club» unterhält auf den Strassen des ganzen Inselreiches einen ausgedehnten Hilfsdienst für seine Mitglieder. Gerät ein Automobilist in Panne, so ist in der Regel in kurzer Zeit eine der mit Seitenwagen ausgerüsteten R.A.C.- Patrouillen mit Rat und Tat zur Stelle. Die von den Hilfspatrouillen behobenen Pannen werden registriert und alljährlich in einer Statistik zusammengefasst. Eine Zusammenstellung der verschiedenen Statistiken, von denen diejenige des Jahres 1927 unlängst herausgekommen ist, ergibt ein interessantes Bild von der Entwicklung der einzelnen Automobilteile: % Pannen im Jahr: 1924 1923 1928 1927 1. Gruppe Motor: Zündung 20,7 22,7 22.5 21,0 Vergaser 4,1 3.0 2.5 2.6 Kolben und Zylinder 5,8 6,9 8.0 105 Steuerung 1,0 1,0 0,9 0,7 Ventile 0,7 0,5 0.9 1,4 Schmierung 3,7 3,0 2,3 2,7 Wasserkühlung 0,9 1,3 1.7 1,1 Anlasser 0,8 0.4 0,6 0,9 Verschiedenes 6,6 7,8 7.1 6,9 Total 44,3 46,6 46.5 473 Der Wagen der sich in allen Teilen bewährt hat. Der Motor der sich beim Fahren verbessert. Generalvertretung für die deutschsprechende Schweiz Löwenstrasse 19 Löwenstrasse 19