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E_1929_Zeitung_Nr.012

E_1929_Zeitung_Nr.012

Ausgabe: Deutsche Schweiz. BERN, Dienstag 12. Februar 1929. Nummer 20 Cts 25. Jahrgang. - N° 12 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-interessen ABONN EM LNTS-PR EISE: Erscheint leden ntenstna und Praltaf Monatlich -Gelbe Liste 4 * Halbjanrtieh Fr. 5.-, jährlich Fr. 10 Im Ausland unter Portozutchlag, ADMIXISTUATION: BreltenriüDstrasse 97, Ben» lotern nicht pottamtlfch bestellt Zuschlag rar pactamtlicb* Bestellung ha In- und Ausland 30 Happen. I'ostehwsfc-Hrchnuns IH'414 Telenlwn Kollwerk S&84 Talecrwnm-AdrwM: Antororoe, Barn Betonstrassenbau. Dass sich die Schweiz nicht bloss im Vergleich mit den Vereinigten Staaten, sondern auch mit unsern Nachbarstaaten auf dem Gebiete des Betonstrassenbaues im Rückstand befindet, darauf ist an dieser Stelle wiederholt schon hingewiesen worden. Wie aber jedes Ding seine zwei Seiten hat, so besteht in dieser Rückständigkeit wenigstens ein Gutes: wir brauchen selber nicht viel zu pröbeln, sondern können uns die Erfahrungen der andern Länder, die das Lehrgeld bezahlten, zunutze machen. Bei keiner andern Art von Strassenbau ist das so eminent wichtig wie bei der Zementstrasse, wo ein gutes Stück des Gelingens von der Technik der Ausführung abhängt. Wie man eine Betonstrasse nicht bauen soll, dafür haben wir in Europa mehr als ein Beispiel, das sprechendste vielleicht in der Zementstrasse von Furnes in Belgien, die zu dem unerhört billigen Preise von 23 belgischen Franken für den Quadratmeter hergestellt wurde. Sie ist aber auch danach, weist nicht nur abnorme Risse auf (bei jeder Betonstrasse wird mit der Zeit das Ausgiessen von Rissen notwendig), sondern blättert sogar an der Oberfläche ab. Als Muster einer schweizerischen Betonstrasse, die nach mehrjährigem Gebrauch überhaupt keinen Schaden aufweist, darf die Betonstrecke in der «Lachmatt» zwischen Muttenz und Pratteln im Kanton Baselland genannt werden,-die überdies noch im feuchten Waldgebiet liegt. Es weiss das jeder Automobilfahrer aus diesem Landesteil aus Erfahrung, und eine Bestätigung für die untadelige Bewährung der Anlage haben wir neulich persönlich durch den kantonalen Strasseninspektor erhalten. Dass die Betonstrasse hinsichtlich der Fahrsicherheit — Ausschluss jeder Gleitgefahr auch bei Regenwetter — konkurrenzlos dasteht, dafür wird jeder Automobilist die Hand ins Feuer legen. Die Erhebungen in den Vereinigten Staaten erstrecken sich in neuester Zeit auch weniger mehr auf diese Eigentümlichkeit, als vielmehr auf das Utilitätsprinzip oder den Nutzeffekt vom Standpunkt des Strassenbenützers und des Strassenbauers aus. So wurden in der Grafschaft Erie im Staate I L L Rekordfieber. Ein Sportroman von Alfred Naack. (16. Fortsetzung) Nach einiger Zeit rief sie seinen Naoicn: «Anatole, Du?» «Ja, ich bin's, mach' auf!» Er trat ein und sah sich langsam in dem halbfinsteren Raum um, der von einer kleinen Lampe ungewiss erleuchtet wurde. Sie hatte sich eben von ihrem Lager erhoben. Auf dem Tisch standen die Reste eines Mahles nebst einigen geleerten Porterflaschen. Er streifte das alles mit einem langen Blick, sagte aber nichts Ruhig Hess er sich an dem Tisch nieder und begann zu essen. Sie hatte sich wieder zu ihrem Lager zurückgezogen und beobachtete ihn mit halbbeschlossenen Augen. Seine Ruhe, die von seinem sonstigen Wesen abstach, wusste sie sich nicht zu erklären. Sie fühlte eine merkwürdige Beklemmung aufsteigen. Noch immer sass er am Tisch und schob grosse Stücke Brot in den Mund. Er hatte den ganzen Tag nichts gegessen und jetzt machte sich der Hunger bemerkbar. Wortlos kaute er und schaute dabei in das Licht der trübe brennenden Lampe. Ihre Anwesenheit schien er vergessen zu haben. In wachsender Erregung stand sie endlich auf, strich sich das Haar glatt, machte sich an dem Herd zu schaffen und Hess sich dann gleichfalls am Tisch nieder. Er hatte die leeren Teller zurückgeschoben und eine Zigarette entzündet. New York Berechnungen darüber angestellt, was Bau und Unterhalt der Wege kosten, aber nicht nach der Kilometerlänge, sondern entsprechend der Belastung durch den tatsächlichen Verkehr. Nicht nur die Zahl, sondern auch das Gewicht der Fahrzeuge wurden kontrolliert und so die Bau- und Unterhaltungskosten auf den Tonnenkilometer errechnet. Danach sind, dank dem Ausbau des Betonstrassennetzes, die Gesamtkosten (Bau und Unterhalt) von 1.88 Cents für den Tonnenkilometer im Jahre 1923 auf 0,887 Cents im Jahre 1926 zurückgegangen. Wir möchten dem Leser nicht-die langen Tabellen dieser Erhebungen vorführen, sondern bloss die Schlusszahlen für; das Jahr 1926 angeben. In diesem Jahre betrugen die Durchschnittskosten für den Tonnenkilometer auf Strassen mit wassergebundenem Makadam 1,16 Cents, auf Teermakadam 0,385 Cents, auf Sandasphalt 0,239 Cents, auf Betonstrassen 0,193 Cents. In Worten also: auf Betonstrassen die Hälfte des Betrages für Strassen mit Teermakadam. Wohlwerstanden: es sind dies die Durchschnittskosten für Anlage und Unterhalt. Die Ersparnisse des Fahrers in bezug auf Reifenabnutzung und Brennstoffverbrauch sind dabei nicht inbegriffen. Wir haben von jeher den Standpunkt vertreten, dass wir uns in der Schweiz* nicht ö/wd/irz|:s4em"Betonstra4senbait verschreiben sollen, wenn auch die Erfahrungen der Vereinigten Staaten, die in den letzten Jahren 130,000 Kilometer Betonstrassen erstellten, eine gewisse Garantie bieten, die trotz allfälligen Misserfolgen, die auf mangelhafte Technik und Mangel an Erfahrung zurückzuführen sein könnten, nicht ausser Betracht zu lassen ist. Eine Wegleitung bietet unter allen Umständen die Anlegung von Versuchsstrekken mit verschiedenem Material, und wie das gemacht werden kann, dafür darf das Beispiel erwähnt werden das Experiment der Strassenbaubehörden in der Tschechoslowakei, die sich nicht gerade eines besonders guten Strassennetzes rühmen darf, für das «Ich habe Dich lange erwartet, Anatole!» Ruhig sog er an seiner Zigarette und blickte eine kleine Weile dem blauen Rauch nach. «So, Du hast mich erwartet, Claudine — hoffentlich ist Dir die Zeit nicht lang geworden!» «Lang geworden — warum? Ich weiss doch, dass Du zu mir zurückkommst, Anatole!» Er nickte und unterdrückte ein spöttisihes Lächeln. «Das freut mich, Hebe Claudine — aber —» er zögerte und sah sie lauernd an — «aber, ich glaube, dass Du auch ohne mich nicht umkommen wirst. Du wirst Dich zu trösten wissen, wenn ich nicht mehr bei Dir bin,- Claudine!» Erregt fiel sie ihm ins Wort: «Was soll das heissen, mein Lieber?» Er zuckte die Schulter und zerdrückte die Zigarette in der Schale: «Nun,» begann er langsam und streifte sie mit seinem Blick, «nun, meine liebe Claudine, es gibt ja noch andere Männer, die dich reiz-' voll und anziehend finden, zum Beispiel — zum Beispiel —» «Zum Beispiel — wer?» «Der «schwarze Raoul!» Sie war so jäh aufgesprungen, dass sie den Stuhl polternd umriss Hörbar stiess sie den Atem hervor und krampfte die Finger ineinander. Aber wenn er «rwartet hatte, dass sie leugnen würde, so sah er sich getäuscht Sie fand keinen Ton der Erwiderung. Mit stummer Bewegung wandte sie sich und Hess sich langsam wieder auf dem Lager nieder. jekt gleich von Grand auf das Beste vom Besten wählen kann. Vor einiger Zeit ist in der Tschechoslowakei die Verstichsstrasse Ruchelbaä-Königsaal dem Verkehr' übergeben worden, auf der ein sehr, gemischter' Verkehr herrscht, vom Pferdefuhrwerk für die agrühilturelle Betätigung der Landbevölkerung zum Lastfuhrwerk und dem Automobil- oder Motorradverkehr des Ausflüglerverkehrs. Die Versuchsstrecke hat 3,2 Millionen Kronen gekostet und enthält fünf Abschnitte : Solidititbeton, einschichtige Betonfahrbahn, Mexphalt und Beton, Trinidadäsphält und Beton, Beton mit Basaltoid als Zuschlagstoff. Das abschliessende Urteil wird später bekannt gegeben. Doch rechnet man jetzt schon durch den Wegfall der Ausbesserungsarbeiten auf eine jährliche Ersparnis von 30,000 Kronen. In der Schweiz stehen für das Jahr 1929 grössere Strassenbauten mit Betonausführung in Aussicht. ; Höchst interessant sind die Angaben, die der kantonal-thurgauische Strasseninspektor Wild über die Betonstrasse in Arbon gemacht hat. Es handelt sich um die am meisten beanspruchte Teilstrecke der thurgauischen Seestrasse zwischen Arbon und der thurgauisch - st. gallischen Käntonsgrenze bei Steinach, für die wegen des enormen Lastautoverkehrs Teer-, Bitumen- oder ein Walzasphaltbelag nicht in Betracht' kommen : konnte. Die technischen Einzelheiten für die Vorbereitungsarbeiten und die Ausführung, brauchen uns nicht ?u interessieren, so wenig,.als der -normale -Benutzer' einer wettgespatmtet* Brücke die für den Bau nötigen statisch«! Formeln kennen muss. Interessant im buchstäblichen Sinne aber sind die Preise für die Erstellung dieses zweischichtigen, eisenarmierten Betonbelages, die sich ohne Planie, fix und fertig auf 14 Franken für den Quadratmeter stellen, wobei die E. G. Portland als Erstellerin für die Haltbarkeit der Betonbahn ein zehnjährige Garantie übernimmt. Es steht der Baudirektion des Kantons Thurgau dagegen frei, nach Ablauf von fünf Jahren auf die weitere Garantieleistung der E. G. Portland zu verzichten, wobei die Gesellschaft an den Kanton eine Rückvergütung von 1 Franken pro Quadratmeter zu leisten hätte. Bei fünfjähriger Garantie käme also der Quadratmeter auf 13 Franken zu stehen. Da während der Garantiezeit die E G. Portland die Fahr- Er hatte sich eine neue Zigarette angezündet und überlegte lange, was er weiter sagen sollte: «Ich weiss alles, Claudine—alles; und ich könnte Dich ja jetzt hinauswerfen, oder Dich schlagen wegen Deiner Treulosigkeit Wenn Ich das nicht tue, so hast Du damit einen Beweis, wie anständig ich bin. Ich verfolge damit aber noch eine andere Absicht, deren Erfüllung in Deiner Macht liegt — hörst Du, Claudine?» Sie- hob das bleiche Gesicht mit den vor Hass erstarrten Augen. «Und das wäre?» «Du bist die Geliebte des * «schwarzen Raoui» geworden. Gut, damit inden wir uns ab; ich gebe Dich frei! Aber unter der Bedingnung, das Du ihn bestimmst, mir bei einem nicht ungefährlichen Unternehmen zu helfen. Gelingt das, so kannst Du ihm ganz gehören, gelingt es nicht, so wirst Du uns beide nicht mehr wiedersehen!» Unwillkürlich fuhr sie. bei diesen Warten zusammen. Instinktiv begriff sie, dass er nicht übertrieb. Sie zauderte mit der Antwort. Wird Raoul sich überreden lassen, er, der sich so selbständig gab und ihr, trotz ihrer forschenden Fragen, keinen Einblick in seine Taten gegeben? «Bevor ich mich dazu entschliesse, müsste ich wissen, um welche Sache es sich handelt», sagte sie endlich und setzte sich aufrecht «und die Entscheidung darüber bliebe natürlich Raoul vorbehalten, ich habe keinen Einfluss auf ihn — keinen — ich habe ihn nur einige Male flüchtig gesehen!» INSERTIONS-PHEIS: Die aentgesnaltene 2 mm hohe Grundzelle oder denn Baum 45 Cts. für die Schweiz: für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grossere Inserate nach -Seitentaril. iHsaratensefehiss 4 Taue vor Bnehclnen der betreffenden Hummer • Zukunftsprogramm aber in einer Hinsicht nicht schlecht gestellt ist, darin nämlich, dass sie für ihr grosszügiges Reorganisationsprobahn stets in brauchbarem Zustand zu erhalten und sie in ebensolchem Zustand am Schluss der Garantiezeit dem Staat zu übergeben hat stellen sich die Kosten also um 1 bis 2 Franken billiger als die in den letzten Jahren im Thurgau ausgeführten Kleinpflästerungen. Bei den genannten Bedingungen muss die Erstellerin ihrer Sache offenbar unheimlich sicher sein : es werden davon hoffentlich beide Teile profitieren. Während des Baues haben 80 Fachmänner des schweizerischen Verbandes die Arbeiten besichtigt, und es wurden in den offiziellen Ansprachen Worte der freudigsten Hoffnung geäussert. Wer als weitgereister Automobilist die Betonstrassen des Auslandes, die zum Teil schon die Existenz eines Dezenniums hinter sich haben, kennen gelernt hat, kann sich diesem Optimismus ebenfalls nicht verschliessen. Der bedächtige Schweizer will nun einmal die hundertprozentige Garantie für die Bewählung alles Neuen mit Händen greifen. Dass ihm durch zahlreiche schweizerische Ver~ Suchsstrecken dazu Gelegenheit gegeben werde, ist ein Wunsch, für dessen Verwirklichung sich vor allem die schweizerischen Automobilverbände einsetzen dürften. 0 Verkehrsunterricht im Film. Wie kommen wir zu einem Schweizer Verkehrsfilm ? Zürich als grösste Stadt der Schweiz hat die schwierigsten Verkehisprobletne zu. bewältigen. Es gibt wohl Städte und-Ortschaften: mit engeren und noch unübersichtlicheren Strassen, aber das Verkehrsproblem ist nirgends so vielfältig. Mehr oder weniger bedeutet jedes Motorfahrzeug, für das in der Schweiz "eine Verkehrsbewilligung gelöst wird, eine Belastung der Strassen Zürichs, heute mehr noch als früher, seitdem dio grosse Mehrzahl der Automobile zu geschäftlichen Zwecken verwendet wird : der Fahrer, der irgendwo in der Schweiz seinen Wohnsitz hat und verkehrstechnisch so be-. weglich sein muss, dass er das Auto benötigt, kommt ganz sicher mehrere Male im Jahre aus beruflichen Gründen nach Zürich, mancher in jeder Woche mehrere Male. Also kommt für den Zürcher Verkehr keineswegs nur das Kontingent der Zürcher Automobile in Betracht. Rechnet man dazu noch die stei- «Einige Male flüchtig, ist gut,» fiel er mit beissendem Spott ein, «er war die letzte Nacht bei Dir, hier, in diesem Zimmer, in meiner Wohnung, mein Püppchen, und da willst Du ihn nur flüchtig gesehen haben — dass ich nicht lache!» Da. fühlte sie, dass sie einlenken musste, um ihn nicht zu reizen. «Ich muss zugeben, Anatole, dass Du gut unterrichtet bist und weiter, dass ich Raoul liebe, mehr liebe als Dich, der Du in letzter Zeit so wenig für mich übrig gehabt hast Und um Dir noch einmal gefällig zu sein, will ich mit ihm sprechen. Wir haben für heute abend noch eine Zusammenkunft im «Nelson- Salon» verabredet. Du kommst mit, und ich mache Dich bekannt.» Er war damit einverstanden und freute sich ihrer Willfährigkeit Aber als er zärtlich werden wollte, wurde sie heftig und Hess ihn schliesslich allein «Wir sehen uns heute im «Nelson,» rief sie ihm zornig zu und verschwand. Der «Nelson-Salon» war ein Lokal niedrigsten Grades. Hier gab sich die Verbrecherwelt allnächtlich ein Stelldichein, hier wurde so mancher gelungene Beutezug so lange gefeiert, bis der Erlös verjubelt war. Und hier fand die Polizei bei den häufigen überraschenden Razzien so manchen schweren Jungen, den sie aus diesen oder jenen Gründen gesucht. Der Boss des Salons, ein stiernackiger, roher Geselle, der mit stillschweigender Duldung der Polizei sein Gewerbe betrieb, verhielt sich völlig neutral seinen Gästen gegenüber und diese sahen ein, dass er damit völlig In ihrem Interesse handlet.