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E_1929_Zeitung_Nr.012

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gende Zahl der

gende Zahl der ausländischen Automobile, die Zürich zu besuchen pflegen, so wird einem die Bedeutung des Verkehrsproblems für diese Stadt deutlich, die eben auch, wie andere Orte in unserem Lande, zu einer Zeit erbaut worden ist, da man an die Möglichkeit einer derartigen Verkehrszunahme noch nicht im entferntesten denken konnte. So ist Zürich in erster Linie daran interessiert, dass durch eine Erziehung aller Strassenbenützer die Schwierigkeiten, die sich der Bewältigung des Verkehrsproblems entgegentürmen, auf ein erträgliches Mass herabgesetzt werden. Eine indirekte Erziehungsar beit, wenn man so will, hat die Stadtverwaltung an den Benutzern des Fahrdammes in letzter Zeit dadurch verrichtet, dass sie den Verkehr mehr als bisher kanalisiert, ihn auf bestimmte Bahnen gedrängt hat. Dagegen wird in immer stärkerem Masse in den Strassen der Stadt fühlbar, dass es an einer allgemeinen Erziehung zur Strassendisziplin noch sehr fehlt, dass auf der einen Seite die Stras senbahnen, auf der anderen Seite die Velofahrer und die Fussgänger immer noch ungestraft machen können, was sie wollen. Unter diesen Umständen war es nur zu berechtigt, wenn der Polizeiadjunkt der Stadt Zürich, Herr Hartmann, kürzlich einen Vortrag mit dem Hinweise darauf begann, dass für die Erziehung zum Strassenverkehr und zur Unfallverhütung etwas geschehen müsse. Sein Vortrag bildete die Einleitung zur Vorführung eines Verkehrsfilmes, die von der Vereinigung zur Unterstützung der Volkshochschule veranstaltet wurde. Der Referent gab Aufschluss über die Bestrebungen zur Schaffung eines schweizerischen Verkehrsfilms und über den Stand der Vorarbeiten- Die Vereinigung schweizerischer Strassenfachmänner, so führte er aus, erstrebte schon lange die Schaffung eines Verkehrsfilms, und es wurde eine Kommission für die Vorbereitung gebildet. Diese hat auch ein Manuskript- Schema ausgearbeitet und daneben die Vorführung von im Auslande gut eingeführten Verkehrsfilmen veranlasst. Als Notwendigkeit für den schweizerischen Verkehrsfilm wurde betont, dass nicht nur für tadellose photographische Aufnahmen, sondern auch für eine sehr gute Regie gesorgt werden müsse. Die mutmasslichen Kosten sind auf 45 000 bis 50 000 Franken veranschlagt worden. Dabei wird damit gerechnet, dass Kanton und Stadt Zürich und Stadt Winterthur, sowie die Versicherungsgesellschaften sich an der Aufbringung der Kosten beteiligen werden. Der so geschaffene Verkehrsfilm soll dann den Schulen gratis zur Verfügung stehen, und es ist zu diesem Zwecke auch die kostenlose Einführung in Lehrerkreisen in Aussicht genommen worden. An andere Kantone und Städte ausserhalb des Kantons Zürich soll der Film mietweise, sollen Kopien auch käuflich abgegeben werden. Um den Film in der ganzen Schweiz verwendbar zu machen, sollen die Aufnahmen in verschiedenen Gegenden und Städten unseres Vaterlandes gemacht werden. Der so gestaltete Film dürfte sich dann zur Vorführung an Elternabenden, in gemeinnützigem Vereinen, Quartiervereinen usw. gut eignen. Es soll aber auch die abschnittweise Vorführung möglich gemacht werden; dann können die Kino-Theater leicht einzelne Bestandteile jeweilen in ihrem Programm mitlaufen lassen. Dafür, dass für einen solchen Film grosses Interesse vorhanden sein werde, spricht der Umstand, dass die Verkehrsfilme von Berlin und von München ausserordentlich begehrt sind. Den Zweck dieses ganzen Unternehmens für die Herstellung eines schweizerischen Verkehrsfilmes fasste Herr Hartmann am Schluss seiner Ausführungen kurz so zusammen: «Achte auf dich selbst, achte auf den Mitmenschen!» Beleuchtung der Notwendigkeit zu einer bestimmten Verkehrsordnung im Interesse der Abwickelung des Verkehrs, der öffentlichen Ordnung und der Sicherheit; und schliesslich: Einwirkung auf die Jugend durch eine besondere Ausgabe für Schüler. (Hinter die Frage, ob hierfür eine besondere Ausgabe notwendig oder nur zweckmässig ist, wird man viellleicht ein Fragezeichen setzen dür- Nahm er ihre Partei, so schloss die Behörde die Kaschemme und damit verlor man einen bekannten Treffpunkt, der in ihrer Existenz einen wichtigen Faktor bedeutete. Der Salon war an dem heutigen Abend noch spärlich gefüllt. Jim, der schwarze Kellner, wusch Gläser an dem Schenktisch und schielte gelegentlich nach einem Ecktisch hinüber, an dem ein älterer Mann einsam sass und seine Shagpfeife rauchte. Der Mann war hier unbekannt und so hatte Jim ihn misstrauisch gemustert, als der Fremde schon am späten Nachmittag den Salon betreten und einen Whisky verlangte. An der Fensterseite, von der aus man ein kurzes Stück der Strasse mit dann und wann vorübereilenden Beinen erblicken konnte, hatten sich zwei ältere Dirnen niedergelassen und tauschten mit halblauter Stimme ihre Gedanken aus. (Fortsetzung folgt) Der Kanton Graubünden hat die Strasse Maienfeld—Fläsch für den Automobilverkehr gesperrt. Als daher im April 1928 der Chauffeur einer Zürcher Speditionsfirma mit einem Möbeltransport in Maienfeld ankam, wollte er die Strecke vermittels eines Pferdevorspannes zurücklegen, wurde aber vom Gemeindepräsidenten von Maienfeld darauf hingewiesen, dass dieser Vorspann mindestens so viel kosten werde, wie die Hinterlegung einer Busse von 20 Fr. Man kam also überein, dass der Chauffeur 20 Fr. Busse hinterlege und ausserdem eine dreitägige Fahrbewilligung für 5 Fr. löse, worauf der Lastwagen mit eigener Kraft die 3 km zurücklegte. Die zur Festsetzung der Busse zuständige Behörde, der Kleine Rat (Regierungsrat) des Kantons, wurde vom Gemeindepräsidenten in Kenntnis gesetzt mit dem Bemerken, dem Chauffeur sei mitgeteilt worden, dass der endgültige Betrag der Busse später festgesetzt werde. Zu seinem Erstaunen wurde dem Speditionsgeschäft sieben Monate später, im Oktober, eröffnet, dass der Kleine Rat die Busse durch Beschluss vom 20. Oktober 1928 auf 50 Fr. bestimmt habe, so dass unter Abzug der deponierten 25 Fr. nochmals 25 Fr. zu zahlen seien. Die Firma reichte fen: eine «Schülerausgabe», die nur oder fast nur Schüleruntugenden zeigt, wird auf einen grossen Teil der Kinder weniger wirken, als wenn sie ihre eigenen Untugenden im grossen Rahmen aller anderen Verkehrunarten von gross u. klein sehen!) Die Selbsterkenntnis,die Selbsteinkehr, Selbstzucht, mit einem Worte: die Strassendisziplin soll der in Aussicht genommene Film bei allen Teilen des Strassenpublikums, Fussgängern wie Fahrzeugführern, fördern. Im Anschluss an diesen Vortrag erfolgte die Vorführung des Verkehrsfilmes, den die Polizeidirektion München hat herstellen lassen. Dieser steht auf einer sehr hohen Stufe und erweckte bei der zahlreichen Zuschauerschaft sichtlich sehr grosses Interesse. Die vielfach eingesteuten schematischen Darstellungen erwiesen sich als besonders glücklich; sie sind anschaulicher als die Vorführung «in natura», d. h. auf der Strasse selber. Mit Geschick ist die Verbindung beider Darstellungsarten so erreicht worden, dass für eine Reihe von Fällen nach dem belehrenden Text die schematische Wiedergabe des falschen und dann des richtigen Verhaltens gezeigt wird worauf dann das gleiche noch einmal auf der Strasse falsch und richtig zur Vorführung gelangt. Angesichts des Vorhandenseins eines so guten Verkehrsfilmes (der entsprechsnde Film von Berlin konnte leider aus zeitlichen Gründen nicht mehr gezeigt werden) drängt sich immerhin die Frage auf, ob es wirklich notwendig ist, die Kosten für einen besonderen schweizerischen Film aufzuwenden. Freilich sind dem Beschauer in der Schweiz grossenteils die örtlichen Verhältnis von München unbekannt. Aber es kommt ja weniger hierauf an als auf die sehr gute Darstellung der Verkehrsfehler und ihrer Vermeidung. Auf der anderen Seite wird ein in der Schweiz hergestellter Film zweifellos manche Besonderheiten unserer Städte und Landschaften, die eben auch besondere Massregeln für den Verkehr notwendig machen, berücksichtigen können. So wird man vermutlich doch darauf zurückkommen, dass es richtig sei, einen eigenen schweizerischen Verkehrsfilm herzustellen — wobei immer noch die Möglichkeit offen bleiben mag, dass besonders gut gelungene Stellen aus ausländischen Verkehrsfilmen übernommen werden : wir denken da besonders an die schematischen Darstellungen, die über Raum und Landschaft erhaben sind — warum soll man sie neu zeichnen und filmisch gestalten, wenn sie in ausgezeichneter Form schon vorhanden sind ? Jedenfalls hat die Vorführung durch Herrn Polizeiadjunkt Hartmann jedem gezeigt, dass es durchaus möglich ist, einen Verkehrsfilm zu schaffen, der belehrend ist, ohne in unangenehmer Weise in schulmeisterlichen Ton zu verfallen, den die Kinotheater mit Freuden in ihr Programm aufnehmen können, weil er nicht eine Last für sie bedeutet, sondern eine Bereicherung ihres Programmes. Das Nützliche kann mit dem Angenehmen in sehr glücklicher Weise verbunden werden, und wenn das mit Geschick durchgeführt wird, so werden sich die Kreise, die sich darum bemühen, ein wirkliches Verdienst um sämtliche Strassenbenützer erwerben. R. V. Beiträge an den Strassenunterhalt Der Ranton Zürich hebte* an die Rüsten des Unterhaltes der Strassen t und i Klasse der Stadt Zürich (Stadtkreise 2—8) 450 720 Fr und der Stadt Winterthur (gesamtes Stadtgebiet) 240125 Fr. an Staatsbeiträgen aus. ri- AUTOMOBTL-REVUE 1929— N" 12 Sonderbare Bussenpraxis Aus dem Bundesgericht. ein Wiedererwägungsgesuch ein, wurde aber damit vom Kleinen Rate abgewiesen. Sie wandte sich hierauf mit einem staatsrechtlichen Rekurs an das Bundesgerlcht, indem sie die Bussenverfügung als willkürlich anfocht. Diese Beschwerde ist indessen einstimmig abgewiesen worden. Es ist zunächst unbestritten, dass der Kleine Rat diejenige Behörde ist, welche zur endgültigen Festsetzung der Busse kompetent war; diese Behörde war daher nicht an den Betrag des beim Gemeindepräsidenten gemachten Bussendepositums gebunden, hat also durch die Erhöhung der Busse von 20 Fr. auf 50 Fr. sich keiner Willkür schuldig gemacht. Ebenso liegt keine Willkür darin, dass die Behörde den Tatbestand einer Polizeiübertretung als gegeben erachtete, so befremdend auch der Umstand ist, dass staatliche Organe (Gemeindepräsident und Automobilkontrolle) zu dieser Uebeftretuna Hand geboten haben. Der objektive Tatbestand der Polizeiübertretung ist eben doch gegeben und der Chauffeur wusste auch, dass er bussenfällig war, da er sonst die 20 Fr. nicht hinterlegt hätte. Die gelöste Fahrbewilligung gilt nur für die dem Auto geöffneten Strassen, ändert also nichts am Tatbestand der Uebertretung. Endlich war nach dem für die tatsächlichen Feststellungen massgebenden amtlichen Bericht des Gemeindepräsidemten der Chauffeur davon unterrichtet, dass der endgültige Bussenbetrag erst später festgesetzt werde. W. Grimselstrasse. Die bernische kantonale Baudirektion teilt mit, dass die Einfahrt in den Kanton Bern auf dieser Strasse weiterhin an die Tageszeit von 6—20 Uhr gebunden sei, bis das Kraftwerk Handeck im Sommer 1931 fertiggestellt ist. Bis dahin müsse die Nachtzeit unbedingt für die Lastertransporte für das Oberhasli-Kraftwerk freigehalten werden, da sonst der Fortgang dieser Arbeiten gehemmt und die Verkehrssicherheit auf der Strasse gefährdet würde. Die betreffende Amtssteile ist der Meinung, dass der Personenverkehr dadurch keine wirklichen Nachteile erleide. Die Begründung der kantonalen Baudirektion scheint uns ein wenig gesucht zu sein. Wir glauben, dass trotz der Lastentransporte auch der Personenverkehr nicht unbedingt unterbunden werden tnüsste. Nach 20 Uhr wird der Personenverkehr nicht mehr derart gross sein, dass eine Hinderung der Arbeiten am Handeck-Kraftwerk in Frage kommen könnte. Sollte er aber auch nach 20 Uhr derart stark sein, so würde dies nur beweisen, dass gerade die Einschränkung der Einfahrt in den Kanton Bern auf dieser Strasse unberechtigt ist und auch die Bauleitung der Grimselwerke auf den Verkehr Rücksicht nehmen sollte. Die Lastentransporte Hessen sich jedenfalls derart regulieren, dass daneben auch der Personenverkehr noch genügend Raum hätte. Zudem ist zu bedenken, dass Automobilisten, die nach 20 Uhr über die Grimselstrasse in den Kanton Bern einfahren, jedenfalls zum grössten Teil Berner sind, die noch vor Mitternacht ihre Penaten aufsuchen, oder aber fremde Autotouristen, die entweder im Berner Oberland oder in der Stadt Bern noch Unterkunft beziehen möchten. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als liege in der Verfügung eine kleine Schikane gegenüber den Automobilisten, 'die nicht von gutem sein kann. Ist das recht? Der Einsender des obigen Artikels in Ihrem Blatte vom 5. dies spricht aus dem Herzen sämtlicher Gesellschaftswagenbesitzer des Kantons Bern über das berüchtigte Dekret. Zur Orientierung der Oeffentlichkeit sei hier nachstehendes Beispiel skizziert: Ein Turnverein aus der Stadt Biel, d. h. aus dem Bezirk Madretsch, gibt im Bezirk Bözingen seinen Mitgliedern eine Abendunterhaltung, welche bis 3 Uhr morgens dauert. Um den Besuchern Gelegenheit zu geben, den ca. 4 Kilometer langen Weg nicht zu Fuss gehen zu müssen, bestellte der erwähnte Verein bei der Betriebsleitung des Omnibusdienstes einen Wagen für je eine Fahrt um Mitternacht und um 3 Uhr morgens. Um diese Kurse, die einzig und allein den Besuchern des Konzertes zugute kommen und bei welchen der Omnibusdienst sicher kein grosses Geschäft machpn wird, muss ein gestempeltes Gesuch an die hohe Polizeidirektion des Kantons Bern gemacht werden, um die behördliche Bewilligung für diese zwei Nachtfahrten in der Stadt Bie! zu erhalten. Sage und schreibe Fr. 10.40 lautet die Gebühr der kantonalen Instanz. Ist das richtig? Nein, das ist nicht recht, und es ist daher längstens an der Zeit, dass sich nicht nur die Autobesitzer, sondern auch das Volk zu solchen Dekreten äussert. Es ist daher Pflicht der Herren Grossräte, Vertreter des Volkes, dies an die Hand zu nehmen- i. ' Kampf! Die Strassenverkehrslnitiatlve wird durch, gefochten! Die schweizerische Strassenverkehrsliga vereinigte sich am 9. Februar in Bern zu ihrer ordentlichen Generalversammlung und bestellte die Verbandsleitung mit Herrn G. J. Megevet, Genf, als Präsidenten. Nach Erledigung der ordentlichen Geschäfte beschloss die Versammlung, die Strassenverkehrs-Initiative mit aller Energie und allen legalen Mitteln zu verfechten. Der Beschluss ist klar und deutlich. Er musste so ausfallen. Er bedingt allerdings Kampf. Aber ohne Kampf kein Erfolg. Der Erfolg ist unser, sofern alle Motorfahrzeugbesitzer treue Solidarität ausüben und das 13gliedrige Komitee tatkräftig in seiner Aufklärungsarbeit unterstützen. Die noch zur Verfügung stehende Zeit gilt es wacker auszunutzen. Mit dem 25fachen Verkehrschaos unserer kleinen Schweiz gilt es endlich aufzuräumen. Nicht willkürlich und unter Verletzung lokaler und berechtigter förderalistischer Interessen. Jedoch in einer grosszügigen, dem stets anwachsenden Motorfahrzeug- und Veloverkehr dienenden Weise. Der 12. Mai ist für die weitere volkswirtschaftliche Entwicklung unseres Landes von bedeutender Wichtigkeit. Wir verlangen freie Bahn dem Motorfahrzeug, eine moderne eidgenössische Regelung der ganzen Frage. Nur dadurch wird es dem Motorfahrzeug im allgemeinen und dem Auto im besondern möglich werden, erfolgreich am Aufblühen unserer Volkswirtschaft mitzuhelfen. Aus der Generalversammlung ist folgendes erwähnenswert: ' Die Strassenverkehrsliga, welche sich aus 18 grösseren Verkehrsvereinigungen zusammensetzt, beschloss, sich in eine ständige Organisation umzuwandeln. Eine ständige Geschäftsstelle wird kreiert und ein ständiger Pressedienst, der am 1. März in Funktion treten wird, eingerichtet. Das Budget für die Verwaltung und den Pressedienst wurde genehmigt. Ausserdem wurde beschlossen, das Komitee auf 13 Mitglieder zu erhöhen. Das Komitee setzt sich aus Vertretern des A. C. S., T. C. S., A. S. P. A., Radfahrerbund, Arbeiter-Radfahrerbund, U. M .S. und Chambre Syndicale zusammen. Die Vorstandsmitglieder sind von den Verbänden aus zu ernennen. Die Revisoren, Chambre Syndicale des Garages, Union Cycliste Suisse und U. M. S., wurden in ihrem Amte bestätigt. Ferner wurde dov Beschluss gofasst, dass die Liga, gleich wie die bereits bestehenden Verkehrsligen in Basel und Zürich, durch Untersektionen in den einzelnen Kantonen ergänzt werden soll. Diese Untersektionen sollen kantonale und lokale Aktionen durchführen und die Verhandlungen mit den zuständigen Behörden führen. Als neues Mitglied in die Strassenverkehrsliga "wurde der Auto- Gewerbeschutzverband der Schweiz aufgenommen. Die Rechnung, abgeschlossen auf den 31. Dezember 1928. wurde genehmigt. Sie weist Fr. 203 009.85 Einnahmen und Fr. 197 485.05 Ausgaben auf, so dass der Saldo Fr. 5524.80 beträgt. Dem Komitee ist für die Durchführung der Initiative piain pouvoir erteilt worden. T. Die englische «Safety First »- Propaganda und ihr Erfolg. London, Februar 1929. In einer kürzlich publizierten Propagandaschrift des Safety-First-Verbandes, in welcher über die gesamte weitverzweigte Aufklärungsarbeit dieser Institution Aufschluss gegeben wird, sind auch einige sehr interessante Daten enthalten, die zahlenmässig den Erfolg dieser grossartigen Arbeit belesen. Wie dringend notwendig die Erziehung ui.d Aufklärung sämtlicher Strassenbenützer ist, ergibt sich wohl ohne weiteres, wenn berücksichtig wird, dass in einem einzigen Dezennium, von 1918 bis 1928, rund eine Million Verkehrsunfälle in England zu verzeichnen waren, wovon beinahe 40 000 einen tödlichen Ausgang nahmen. In 1927 allein, für we.ciies Jahr die letzten abschliessenden Zahlen erhältlich sind, wurden 5300 Personen getötet und 148 500 Personen leichter und schwerer durch Strassenunfälle verletzt. Auf die Motorfahrzeuge bezogen ergibt sich daraus, dass jedes 20- Vehikel an einem Unfall beteiligt ist. Diese Proportion überrascht keineswegs, da in den letzten Jahren durchschnittlich je 200 000 neue Motorfahrzeuge in den Verkehr gebracht wurden. Die genaue Untersuchung der Unfallursachen ergibt, dass sich diese in vier Hauptkategorien teilen lassen, nämlich : 6% verursacht durch Defekte in der Strassenoberfläcbe; 1% verursacht durch mangelhaften Zustand der beteiligten Fahrzeuge; 4% verursacht durch ungünstige Wltterungaverbältnisse, vor allem Nebel; 83% verursacht durch den sogenannten menschlichen Faktor, d. h. dureb Fehler, die den Fussgängern, Velofahrern und Motorfabrzeugführern eugeschrieben werden müssen. !

N° 12 - 1929 AUTOMOBIL-REVl/C Bilder voxxx Tage Letzten Sonntag irorden von dem Ingenieur Valier auf dem Starnbergerseo mit seinem neuen Raketenschlitten, dei mit 18 Raketen ausgestattet ist, Versuchsfahrten veranstaltet. Das Fahrzeug erreichte eine Stundengeschwindigkeit von 378 km und hat dabei alle Erwartungen übertroffen. Eibsee-Eisrennen, Vergleichsrennen zwischen Flugzeug und Auto. Der Verkehrsminister bemerkt deshalb mit Recht im Vorwort zu einem Aufruf, dass, soviel auch für die Beseitigung der 17 % äusserer Unfallursachen getan werden möge, ein endgültiger Erfolg nur dann erhofft werden könne, wenn der Takt und die Rücksichtnahme jedes einzelnen auf seine Mitmenschen auf der Strasse dazu beitrage, die 83 % des «human element» auf ein Minimum zu reduzieren. Dieser Hauptursache der Verkehrsunfälle ist durch gesetzliche Vorschriften nur in sehr beschränktem Masse beizukommen, während die Erziehung, die hauptsächlich bei der Jugend schon frühzeitig einsetzen muss, der Bewegung allein den Sieg sichert. Seit 1925 nun führt die Safety First Organisation eine eigentliche nationale Campagne durch, während die früheren Anstrengungen, vielfach mangels der notwendigen Mittel, sich auf eine Anzahl von Städten, vorab London, beschränkten. Der Vollständigkeit halber rekapitulieren wir kurz noch einmal die bereits früher mehrfach zitierten Massaahmen, die zusammen das Arbeilsprogramm des Verbandes ergeben : 1. Es wird jährlich anlässlich der Erneuerung der Verkehrsbewilligung an sämtliche Motorfahrzeugbesitzer ein handliches, reich illustriertes Büchlein kostenfrei abgegeben, das einen vortrefflichea Ue'-eibH^k über die bestehenden Verkehrsvorschniten und -Signale sowie die gebräuchlichsten Verkehrsregeln gibt, die jeder Fahrzeuglenker zu beachten hat. Allein im vergangenen Jahr sind gegen 2% Millionen Exemplare ausgeteilt worden. 2. Der Wettbewerb unter Automobilfahrern für Absolvierung einer unfallfreien Fahrpraxis von 5, 10 und menr Jahren. 3. Der Aufsatzwettbewsrb unter Schulkindern, an welchem beispielsweise in London im Jahre 1928 insgesamt 180 000 Schüler teilnahmen. A. Abgabe und Placierung- von künstlerischen Plakaten, die in Wort und Bild über das korrekte Verhalten auf dei Strasse belehren. Es gelangen jährlich über 100 000 Plakate zur Verteilung. 5. Herstellung und Vorführung von Verkehrsfilmen und -Lichtbildern. Neben einer Unmenge von Lichtbildern sind bereits zwei umfangreiche Filme angefertigt worden, wovon der eine in drei Kopien das ganze letzte Jahr hindurch auf der Wanderschaft tvar und fast täglich an irgend einem Ort gezeigt wurde, 6. Ständige Propaganda durch Presse und Radio, sowie durch das eigene Organ des «Safety First»-Verbandes. 7. Ausarbeitung und Druck von Flugblättern, kurzen Abrissen etc., die an alle Kategorien von Strassenbenützern verteilt werden können. Abgabe von Unterlagen zu Referaten in Vereinen und Schulen über Verkehrsprotoleme. 8. Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen über Unfallverhütung. 9. Organisation von lokalen Aktionskomitees, die in jeder Ortschaft die Propaganda den örtlichen Verhältnissen anpassen and den Kontakt mit den Behörden pflegen. Wie hat sich nun diese Unsumme von Arbeit ausgewirkt? Die nachfolgende statistische Zusammenstellung, die vom Innenministerium herausgegeben wurde, gibt ohne weiteres die Antwort auf die Frage: Jahr Prozentuale Znnahme der Verkehnanfille gegenüber dem Voriahae 1919 1923 18% 1924 18% 1925 18% B«gtnn der nationalen Propaganda 1926 8% 1927 8% Der trotz dem jährlichen Anwachsen des Motorfahrzeugbestandes um rund 200000 Vehikel erreichte Rückgang in der Zunahme von Verkehrsunfällen ist geradezu frappant. Er bedeutet in absoluten Zahlen, dass bei gleichbleibendem Anwachsen der Unfälle in den beiden letzten Jahren 25 000 Kollisionen mehr stattgefunden hätten, die nun vermieden werden konnten- Sehr auffällig ist auch der Erfolg der besondern Erziehungsmassnahmen bei Jugendlichen. Während sich beispielsweise in London die Verkehrsunfälle unter erwachsenen Personen mit tödlichem Ausgang in den letzten zehn Jahren gerade verdoppelt haben, gingen diese tragischen Unfallereignisse bei den Minderjährigen in der gleichen Periode um einige Prozente zurück! Diese Beispiele könnten übrigens noch beliebig vermehrt werden; sie wurden aber bereits anlässlich des Berichtes über den Strassensicherheitskongress (in Nr. 92 des Jahrganges 1928) mitgeteilt und können deshalb übergangen werden. Mancherorts konnte nicht nur ein Stillstand in der Zahl der Unfälle, sondern Rückgänge von drei, vier und mehr Prozent gemeldet werden. Dies alles wurde mit verhältnismässig bescheidenen finanziellen Mitteln erreicht, indem dem Verband pro Jahr nur etwas mehr als eine Viertelmillion Franken an Beiträgen zur Verfügung stehen. Etwa 300 englische Gemeindebehörden zählen zu den regelmässigen Beitragspflichtigen und liefern, je nach der Grosse der Bevölkerung, Beträge von 50 bis 2500 Franken pro Jahr ab. Diese finanzielle Hilfe steht wohl in keinem Verhältnis mit dem Ergebnis, insbesondere wenn es sich um die Erhaltung von Menschenleben handelt, deren Wert kaum in Geld ausgedrückt werden kann und auf alle Fälie ein vielfaches von dem beträgt, was pro Gemeinde beigesteuert wird. bi. Ä„ C. S. A. C. S. SEKTION BERN. Eine Ballnacht Hit einiger Spannung betrat man am Samstag abend den grossen Saal des Kasino, war doch nicht mehr und nicht weniger versprochen, als dass man ins eigentliche Paris versetzt werden solle, ins Paris der Künstler, der Talente, derjenigen die einmal, als Arrivierte, den französischen Geist und die Charme französischer Weiblichkeit zu vertreten hätten. Ja, jenes Quartier du Montmartre, welches uns vertraut ist aus Mussets «La vie de Boheme» und welches nun schon der Vergangenheit angehört ... Also man hat es heraufgezaubert aus dem Orkus der Vergangenheit: mit seinen Linden, seinen Gne langjährige fyeZiatttat unserer Säbrzk. 2lnueberXjx>ffm In Mstungsßhigkeit, ZuvedässigAeit und