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E_1929_Zeitung_Nr.015

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den reglerungsrätlichen

den reglerungsrätlichen Entwurf zur revidierten Verordnung an den Regierungsrat zur nochmaligen Prüfung und unter Beizug der Interessenten, also der obwaldnerischen Automobilisten, zurückwies. Bereits haben Unterhandlungen beider Interessentengruppen stattgefunden und obschon die neue Verordnung zur Beratung auf der Traktandenliste der nächsten Kantonsratssitzung vom Samstag figuriert, dürfte dieselbe doch kaum spruchreif werden. Mit vollem Recht verlangen die Automobilisten von der Behörde eine bessere Instandstellung der Hauptverkehrsstrassen und einen zweckentsprechenden Ausbau derselben, ehe man von ihnen die im provisorischen Entwurf vorgesehene, fast hundertprozentige Erhöhung der Gebühren verlangt. Dem völlig unberechtigten Vorwurf, der Automobilismus nähre sich nur aus der Volkswirtschaft und trage kaum etwas an die stets sich steigernden Strassen-Unterhaltungskosten bei, muss einmal durch Zahlen begegnet werden, die unzweideutig darlegen, in welch bedeutendem Masse gerade die Automobilisten zum kostspieligen Strassenunterhalt beitragen. Eine Zusammenstellung der Einnahmen aus dem Automobilverkehr einerseits und den finanziellen Aufwendungen des Staates für die Strassen anderseits zeigt uns folgendes Bildchen: Einnahmen aus d. kantonalen Durchfahrtsgebühren: 1926 Fr. 59 815 — 1927 Fr. 73 953.— 1928 Fr. 90 000.— Total Fr. 223 768.— An Auto- und Fahrradtaxen: 1926 Fr. 21 520.— 1927 Fr..24a50— 1928 Fr. 25 000 — Total Fr. 70 870.— Dazu kommt noch der ordentliche und ausserordentliche Benzinzollanteil pro 1925/1927 und der im Budget 1928 mit Fr. 60,000.—eingestellte Betrag, womit die Summe von Fr. 400,000.— annähernd erreicht werden dürfte. Diesen Einnahmen stehen nun die Aufwendungen des Staates für das Strassenwesen gegenüber, und zwar wie folgt: 1926 Fr. 171 641.— 1927 Fr. 192 391.— Voranschlag 1928 Fr. 232 000.— Total Fr. 596 032.— Der nötigen Einsicht einer durch den Ausfall der Durchgangsgebühren bedingten Erhöhung der Automobil- und Fahrradgebühren verschliessen sich unsere Automobilisten nicht, auch sie sind überzeugt von der Notwendigkeit der dringlichen Beschaffung finanzieller Mittel zum Ausbau unseres kantonalen Strassennetzes und es überraschte sie angenehm, dass kürzlich der Regierungsrat dem kantonalen Rate zuhanden der Volksabstimmung einen Antrag auf Gewährung eines Strassenbau-Kredites von einer Million Franken unterbreitet hat, der nun durch eine kantonsrätliche Kommission geprüft und demnächst zur Beratung kommen wird. Diese Million soll innert den nächsten fünf Jahren für den Ausbau und die Verbesserung des kantonalen Strassennetzes verwendet werden. Die Deckungsfrage soll in der Weise geregelt werden, dass das Betreffnis aus dem Benzinzoll und den erhöhten Automobilgebühren zur Verzinsung und Amortisation dieses ausserordent'ichen Betrages verwendet werden soll. Würde dann dieser Betrag hiefür nicht ausreichend sein, hätte der Kantonsrat sodann das Recht, eine eventuelle Erhöhung der Staatssteuer von maximal 50 Rappen pro Mille zu beschliessen. würfe vernommen. Bei den gehässigsten Stellen der Rede Shumans musste er an sich halten, die Unverschämtheiten ohne Erwiderung hinzunehmen. Aber da hatte ihn der alte Lord Speath, der ihm gegenüber sass, mit einem beruhigenden Blick angesehen, hatte vielsagend das greise Haupt geschüttelt, so dass er die Auslassungen seines Gegners bis zu Ende angehört hatte. Und nun stand Clifferton vor der Versammlung. Tausend Gedanken stürmten auf ihn ein, mit tausend Argumenten wollte er den Angriffen des Konsuls begegnen, sie entkräften, aber er fühlte sich nicht Herr seiner selbst. Die Vorgänge der letzten Zeit, die Schicksalsschläge, die sich seinem Lebenswerk, seinem heissen Mühen und Wollen entgegen gestellt, hatten den starken Mann erneut mitgenommen. Er stand krank und elend vor der Versammlung, die durch den Sprecher der Opposition Rechenschaft von ihm forderte. - Zweimal, dreimal, setzte zum Reden an: Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom Dienstag morgen die endgültige Verteilung des Benzinzollviertels festgelegt. Beinahe endlose Verhandlungen im Nationalrat und Ständerat sind nun zum Abschluss gekommen. Der Bundesrat hatte seit der Abstimmung über den Bundesbeschluss vom 20. September 1928 im Ständerat und vom 21. September im Nationalrat den Beschluss in Kraft zu erklären (was am 9. Ja- Die neue Verkehrsordnung der Stadt Bern. Am Montagabend spra-h auf Einladung der Bauern- und Bülgerpartei im überfüllten Bürgersaal (viele zu spät Gekommene mussten umkehren!) Herr Polizeikommissär Müller über die neue Verkehrsordnung der Stadt Bern. Diese Verkehrsordnung hat hauptsächlich durch die Differenz mit dem Begierungsrat in bezug auf die Regelung des Vorfahrens bei stehenden Strassenbahnen das Interesse weiter Kreise auf sich gezogen. Herr Müller ging vom Leitsatz aus: Eine moderne Verkehrsordnung musa alle Strassenbeniitzer umfassen, auch die Pferdefuhrwerke, die Fahrräder -und-—: last Bot least die Fussgänger, ^Das Geltungsgebiet der neuen Verordnung umfasst das Gebiet der Gemeinde-Bern. Es sind zu Anfarig ?

N» 15 - 1929 AUTOMOBIL-RFVUE Mit einigen Worten über die dringendsten baulichen Aufgaben (Durchführung der Theodor Kochergasse zur Kirchenfeldbrücke; Neugestaltung des Bahnhof- und Bubenbersplfrtzes; Einführung des Einbahnverkehrs an der Aarberger- und Nouengasse usw.) und einem warmen Appell an den Regierungrart schloss der Referent seine auseerordentlich interessanten Ausführungen. Die Diskussion wurde nur von Herrn Regierungsrat Bösiger benützt, welcher sich als sehr befriedigt erklärte vom Entwurf der neuen bemischen Verkehrsordnung und im Namen des berniechon Regierungsrates versprach, die Verordnung, •welche erst vor wenigen Tagen beim Reeierungsrat eingelangt sei, zu prüfen und so rasch wie möglich die gesetzlichen Unterlagen zu schaffen, dasss die Verordnung von den berniechen Stadtgemeinden zur Durchführung gebracht werden könne. Unter Beifall der Versammlung für diese Zusage wurde darauf die Versammlung aufgehoben. Gr. Ein Rechtsstreit zur Klausen-Taxe. Ein im Kanton Glarus niedergelassener Automobilist hatte sich im Sommer 1927 geweigert, der Kontrolle am Klausen die gesetzliche Bergtaxe von Fr. 4.— zu entrichten unter der Begründung, dass gemäss Art. 30 der Bundesverfassung dem Kanton Glarus kein Recht zustehe; Weggelder zu erheben. Er wurde daraufhin vom Polizeigericht des Kantons Glarus mit Fr. 20.— gebüsst und zur Nachzahlung der Bergtaxe von Fr. 4.— nebst Kosten verurteilt. Gegen dieses Urteil ergriff der Verurteilte den staatsrechtlichen Rekurs an das Bundesgericht mit der Begründung, § 5 der Vollziehungsverordnung zum Gesetze über den Verkehr mit Motorfahrzeugen und Fahrrädern im Kanton Glarus, lautend: «für das Befahren der Klausenstrasse mit Motorfahrzeugen ist für jede Fahrt und für jedes Fahrzeug gegen Ausweis über gültige Verkehrs- und Fahrbewüligung eine besondere Bewilligung einzuholen und hierfür eine Gebühr zu bezahlen, die für Motorwagen Fr. 4 beträgt», sei bundesrechtswidrig, indem auf öffentlichen Strassen keinerlei Weggelder für deren Benützung erhoben werden dürften. Der Rekurrent hob mit Recht speziell hervor, dass die in Art. 20 des Konkordates über eine einheitliche Verordnung betreffend den Verkehr mit Motorfahrzeugen und Fahrrädern vom Jahre 1914 enthaltene Bestimmung, wonach der die Verkehrsbewilligung ausstellende Kanton alljährlich für Motorwagen und Motorräder eine Steuer beziehen kann, nicht Weggelder, sondern Steuern betrifft, welche der Kanton, gestützt auf seine Steuerhoheit, erheben kann. Dass es sich aber bei der Klausengebühr um ein typisches Weggeld handelt, steht zweifellos fest, um so mehr, als ja der Kanton nicht in gleicher Sache eine doppelte Steuer erheben dürfe. Gemäss Art. 40 Konkordat ist ein Kanton wohl befugt, den Verkehr von Motorwagen und Motorrädern auf gewissen Strassen ganz zu verbieten oder nur unter besondern Bedingungen zu gestatten. Unter diesen «besondern Bedingungen» sind aber nicht Steuern oder Weggelder zu verstehen, da, wie bereits erwähnt, in gleicher Sache nicht mehrmals Steuern erhoben werden dürfen und Weggelder durch die Bundesverfassung verboten sind. Es wäre nun Sache des Bundesgerichtes gewesen, in der Beurteilung des staatsrechtlichen Rekurses zu der Frage der Bundesrechtswidrigkeit der Klausenstrasse Stellung zu nehmen. Das Bundesgericht war aber anderer Ansicht. Es war der Auffassung, dass ihm «die Beurteilung diese.r Frage erspart werden sollte» und es bemühte sich daher im vorliegenden sowie in zwei weitern gleichartigen Fällen einen Vergleich herbeizuführen, dahingehend, dass der Kanton dem Automobilisten Busse und Bergtaxe zurückerstatten musste unter Uebernahme der Hälfte der Kosten. Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich! Soweit Durchgangsstrassen betreffend, ist diese Frage ja allerdings überholt, durch den Bunderatsbeschluss vom 21. September 1928 betr. Ausrichtung von Bundesbeiträgen an die Kantone für die Automobilstrassen, gemäss welchem der Bundesrat bestimmte für den allgemeinen Durchgangsverkehr von Motorfahrzeugen notwendige Strassen Sn vollem oder beschränktem Masseoffen erklären kann. Interessant bleibt sie aber immerhin noch bezüglich der innerhalb der Kantone auf Nichtdurchgangsstrassen erhobenen kantonalen und Gemeindeabeaben. — St. Kasko-Versicherung. Das erfolgreiche Vorgehen der Basler Automobilisten hat weit in unser Land hinein Nachhall gefunden. Bei diesem Anlass hat uns ein Kasko-Versicherter auf eine in der Kasko-Versicherung bestehende ungünstige Lage für den Versicherten aufmerksam gemacht, die sicherlich bis heute vielen unbekannt und fremd gewesen ist. Bekanntlich ist die Kasko-Versicherung bei den Versicherungsgesellschaften nicht in vollem Ansehen, da sich nicht immer genügend Rendite zeigt. Trotzdem werden aber von den Versicherungsgesellschaften gerne Kasko-Versicherungen abgeschlossen. Bei Abschluss einer Kasko-Versicherung hat, wie bei allen Versicherungen, der Agent ein Interesse daran, dass die Versicherung nicht bloss einjährig, sondern mindestens fünf- oder noch mehrjährig abgeschlossen wird. Der Versicherungswert der Kasko-Versicherung — und das ist der springende Punkt dieser Geschichte — d. h. der Betrag, der im Falle einer 100%igen Beschädigung des Automobils ausbezahlt wird, ist aber nie höher als der effektive Wert des Automobils im Zeitpunkt des Schadenfalles, d. h. also Katalogpreis weniger Amortisationsraten etc. Mit andern Worten, wenn ich im Jahre 1920 eine Kaskoversicherung auf fünf Jahre abgeschlossen habe für ein fabrikneues Automobil von 20,000 Fr., werden mir in einem 100% igen Schadenfalle nach fünf Jahren nicht etwa 20 000 Fr. vergütet, sondern bloss 20 000 Fr. weniger eine fünfjährige Amortisation, d. h. höchstens noch ca. 6000 Fr., während die jährliche Versicherungsprämie stets unverändert geblieben ist, d. h. im fünften Versicherungsjahr immer noch gleich hoch ist wie im ersten Versicherungsjahr und während die Leistung der Versicherung von Jahr zu Jahr mindestens um 20% zurückgeht. Diese Tatsache allein zeigt dem Kasko- Versicherten, dass langfristige Kasko-Versicherungsverträge nicht in seinem Interesse liegen. Es ist vielmehr zu seinem Vorteil, wenn er seine Kasko-Versicherung nur von Jahr zu Jahr abschliesst, alljährlich innerhalb der Kündigungsfrist rechtzeitig den bestehenden Vertrag kündigt und sich für einen Versicherungswert, der dem Werte des Automobils nach vorgenommener Abschreibung entspricht, neu versichert. Es wird wohl eingewendet werden, dass in einem solchen Falle dann höhere Prämien zu bezahlen seien. Dies ist nicht der Fal!. Eine Jahresprämie für ein Automobil, das fabrikneu 20000 Fr. kostet und nunmehr fünf Jahre alt ist, d. h. in seinem fünften Lebensjahr für ein Jahr kaskoversichert werden soll, kommt auf ca. 330 Fr. zu stehen, während der Automobilist, der sich das gleiche Automobil für fünf Jahre, d. h. vom ersten bis fünften Lebensjahr desselben kaskoversicherte, während fünf Jahren eine Prämie von 500 Fr. bezahlen muss. trotzdem er, wie bereits erwähnt, bei 100%igem Schaden im fünften Jahre bloss nur noch im Maximum 6000 Fr. zurückvergütet erhält! Er ergibt sich hieraus, dass mehrjährige Kasko-Verslcherungsverträge den Automobilisten benachteiligen. St. U.S Die bernische Autokontrolle vor dem waadtländiscben Grossen Rat In der Sitzung des Waadtländer Grossen Rates vom letzten Dienstag begründete Herr Valloton- Warnery eine Interpellation über die fliegenden Kontrollen der bernischen Polizei. Zahlreiche waadtländische Automobilisten und Motorradfahrer haben im Kanton Bern empfindliche Bussen erhalten, zudem sind verschiedene waadtländische Lastwagen an den bernischen Grenzen beschlagnahmt worden. Die waadtländische Regierung versprach, die vorgebrachten Fälle genauer zu untersuchen und nach der Prüfung auf die Interpellation zurückzukommen. lt. Genfer Salon 1929. 15.—24. März. In Genf herrscht das Vorbereitungsfieber, das der Bedeutung des in drei Wochen seine Tore öffnenden grossen internationalen (aber doch einzigen schweizerischen!) Automobilsalons angemessen ist. Das Organisationskomitee gibt soeben die imposante Liste der vertretenden Marken bekannt, die, wie man sieht, alle grossen kontinentalen und amerikanischen Fabrikate umfasst. Die Aussteller: Tourenwagen: Amerika: Auburn, Buick, Cadillac, Chandler, Chevrolet, Chrysler, De Soto, Dodge, Durant, Erskine, Essex, Ford, Graham, Hudson, Hupmobite, La Salle, Lincoln, Marmon, Nash, Oakland, Oldsmobile, Packard, Paige, Pontiac, Reo, Studebaker, Stutz, Velie. Victory, Whippet, Willys-Knight. Frankreich: Amilcar, Ballot, Berliet, Bugatti, Chenard & Walcker. Citroen, Delage, Delahaye, Delaunay-Belleville, Derby, Donnet, Farman, Hispano-Suiza, Hotchkiss, La Licorne, Lorraine, Mathis, Peugeot. Renault, Talbot, Voisin. Deutschland: Adler, Brennabor, Horch, Mercedes, Opel, Röhr, Stoewer, Wanderer. Italien: Ansaldo, Bianchi, Fiat, Isotta-Fraschini, Itala, Lancia. Belgien: Excelsior, F.N'., Imperia, Minerva, England: Rolls-Royce. Oesterreich: Steyr. • Tschechoslowakei: Tatra. Schweiz: Martini. Wagenbauer" Reinbolt & Christo, Basel; Hermann Graber, Wichtrach; Gangloff S. A., Genf; Rainseier, Streun & Cie., Bern; A. & E. Hess, Solothurn; L. Picker, Genf; Fr. Brichet, Genf; Baldenweg, Genf; Zanolo, Lausanne; Kunst- und Gewerbeschule Genf. Ve r seh iedene: Zubehör, Nebenteile, Motoren, Luftreifen, Massivreifen und Räder usw., 87 Aussteller. In den Ausstellungshallen wird eifrig an der Innendekoration — die Stände werden dieses Jahr in Gelb und Blau gehalten, ebenso Kein Schleudern mit Beaohten Sie die flache, breit aufliegende Lauffläche mit dem zähen, griffigen Gleitschutz-Profil und die weltberühmte Handelsmarke -PNEUS der United States Rubber Company Bessere Reifen gibt es nicht! Erhältlich in allen guten Garagen und Spezial-Geschäften Zur sofortigen Vermittlung: Tel. No 10.80, 10.81 oder 10.82, ÖLTEN die Anschriften der Marken — der dieses Jahr übrigens gleichbleibenden Beleuchtungsinstallation, der Einrichtung, der Bars, denen sich in der Eingangshalle, wo sich die Karosserien befinden, linker Hand eine neue zugesellen wird — kurz, an den tausend wichtigen oder nichtigen Einzelheiten gearbeitet, die ein lückenloses Ineinandergreifen eines so gewaltigen Räderwerkes, wie es der Genfer Salon erfordert, bedingt. V. Bahn und Auto. Automobilistische Bestrebungen. Während über das grosse Wasser die Meldung kommt, dass die Pennsylvania Railroad durch Beteiligung an drei von Philadelphia ausgehenden Autobuslinien ihren Passagieren Gelegenheit gegeben hat, am Tag mit den Autobussen und nachts mit der Eisenbahn die gleichen Strecken zu bereisen, mit dem Zwekke, die Reisenden durch die schöne Landschaft zu führen, die der Zug in Tunneis durchrast — traten dieser. Tage im Generalsekretariat der Internationalen Handelskammer die Präsidenten der interessierten internationalen Organisationen (Verkehrs- und Transportausschuss des Völkerbundes, Zwischenstaatlicher Eisenbahnverband, Internationale Vereinigung anerkannter Automobilclubs, etc.) zusammen, um die Ausschreibung eines internationalen Wettbewerbes zur Lösung des Problems zu studieren, welches System sich am besten für den durchgehenden Warentransport mit Automobil und Eisenbahn eigne. Diese Frage stand am Römer Automobilkongress 1928 im Brennpunkt des Interesses. Die Sitzung, von Alberto Pirelli, dem Präsidenten der internationalen Handeiskammer eröffnet, von Senator Crespi (Italien) präsidiert, ergab einstimmig die Notwendigkeit eines derartigen Wettbewerbes. Der Vertreter der «Automobilkammer» der Vereinigten Staaten, Lawrence, ist eigens zur Teilnahme an dieser Sitzung von Amerika herübergekommen. Er gab dem Ausschuss einen Ueberblick über die verschiedenen in seinem Land angewendeten «Containersysteme» und ihre bisherige Entwicklung. Der Wettbewerb würde sich, wenigstens für den Augenblick, auf Ausfindigmachen des besten «Containersystems» erstrecken. Unter dieser Bezeichnung versteht man einen besonderen Behälter, der vom Lastkraftwagen auf die Eisenbahnplattform übergeführt werden kann und nicht nur die Umladung der Waren, sondern auch ihre Verpackung überflüssig macht. Durch ein gut ausgearbeitetes System dieser «Container» kann viel Zeit und Geld erspart werden. Die Ausschreibung des Wettbewerbes wurde einstimmig beschlossen. Die Ausarbeitung der näheren Details ist einem besonders bestellten Ausschuss von Sachverständigen übergeben worden, der seine nächste Sitzung für den 11. März 1929 in den Räumen der Internationalen Handelskammer angesetzt hat. «Praktische» Arbeit eines kantonalen Automobilbureaus. Ein Automobilist, der mit Beginn des neuen Jahres von seinem bisherigen Wohnsitzkanton in einen andern Kanton übersiedelte, übermachte dem Kant. Automobilbureau seines bisherigen Wohnsitzkantons Verkehrsbewiliigung und Polizeinummer mit dem Bemerken, dass eine Erneuerung wegen Verlegung des Wohnsitzes in einen andern Kanton pro 1929 nicht mehr in Frage komme. Gleichzeitig ersuchte der betreffende Automobilist — es war an einem Mittwoch — schriftlich darum, es möchte ihm zur Ueberführung seines Wagens in den neuen Wohnsitzkanton eine Spezialbewilligung erteilt werden und diese bis Samstag gegen Rechnung oder Nachnahme an eine angegebene, am Orte des betreffenden Automobilbureaus liegende Adresse, gesandt werden, da der Automobilist nur am Samstag und Sonntag über seine freie Zeit verfügen konnte. Statt dessen erhielt die als Zustellungsadresse angegebene Person eine Vorladung auf das Automobilbureau, welche diese dem Automobilisten überwies, in der Auffassung, sie würde diesen betreffen. Damit war die Ueberführung an dem dafür in Aussicht genommenen Samstag oder Sonntag selbstverständlich illusorisch geworden. Das Automobilburau, zur Rede gestellt, teilte mit, dass für die Ueberführung eines Wagens für die bei diesem Anlasse übergebenen Schilder eine Hinterlage von Fr. 50 geleistet werden müsse u. dass es angenommen hätte, die ihm angegebene Adresse hätte eine Nachnahme in dieser Höhe doch nicht eingelöst. Der Automobilist überwies nun dem Automobilbureau mit Postscheck Fr. 55, diesem gleichzeitig mitteilend, wer die Ueberführungsbewilligung und Nummern an seiner Statt abholen werde. Zum nicht geringen Erstaunen des Automobilisten aber wurde die Posteinzahlung refüsiert, mit der Begründung, der Betrag sei auf dem Kant. Automobilbureau bei Entgegennahme der Nummernschilder zu bezahlen oder aber per, Postmandat einzubezahlen!