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E_1929_Zeitung_Nr.018

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vorberatende Kommission

vorberatende Kommission hatte die Einsetzung folgenden Satzes in das Gesetzes- Buch beantragt: «Zur Kostendeckung für Bau und Korrektion von Staatsstrassen können Eigentümer, deren Liegenschaft durch die Unternehmung einen Vorteil erfährt, mit einem Beitrag bis zur Höhe des dadurch eingetretenen Mehrwertes an die Kosten des Unternehmens belegt werden. Die Gesamtleistung der Eigentümer darf aber 25% der gesamten Erstellungskosten nicht übereteigen.» Die Meinungen gingen darüber auseinander ob der Begriff «Mehrwert» nicht durch «Vorteile», was der Ansicht des Regierungsrates entsprach,' zu ersetzen sei. Der Strauss der Beden wurde zu Gunsten des Kommisslonalantrages mit 69 gegen 57 Stimmen entschieden. Die Regelung der Beitragspflicht von Gemeinden und Anstössern bei der Erstellung von künftigen Strassenbelägen und Trottoirs rief erneut einer heftigen Diskussion, die ebenfalls zu Gunsten der Kommission endete. Nach Durchberatung dieses letzten Artikels 15 und 15bis wurden Sitzung und Session geschlossen. Der Kommissional-Entwurf des neuen St. Gallischen Strassengesetzes umfasst 123 Artikel, wovon heute erst 15 erledigt worden sind. In erster Beratung wohlverstanden. Die Durchberatunsr der übrigen, über 100 Artikel, dürfte noch viel Zeit beanspruchen und eine harte Probe an die Geduld stellen, kommentiert doch ein Blatt die Verhandlungen mit dem grosses Interesse an der Sache verratenden Satze: «An Langweiligkeit lässt eine derartige Gesetzesberatung nichts zu wünschen übrig». Mögen diejenigen, welche die Bedeutung eines wohlftmdierten StrassenGesetzes zu würdigen wissen, das Ganze zu einem guten Ende führen, d. h. ein Gesetz ausarbeiten, das dem Souverän in jeder Hinsicht empfohlen werden kann. «Gute Stras

N° 18 — 1929 AirrOMORTI -RFVUC Mit Motorlastwagen, mit denen die Domi- Külicferung verbunden werden könnte, wäre unbedingt ein besseres Ergebnis zu erzielen. Die Zahl der Fahrten könnte ganz dem Bedürfnis angepasst werden, was ja beim fahrnianmässigen Bahnbetrieb nie möglich sein wird. Auch hierin liegt somit das Ziel klar vor lAugen. Es kann sich niemals darum handeln, den Motorlastwagen - Unternehmungen die Transportpllicht zu überbinden, sondern nur Baselstadt sich am weiteren Ausbau der Bahn im gleichen Masse beteiligt wie Baselland. Zur Rechtfertigung einer Beteiligung weist die Regierung von Baselstadt im Vorschlag an den Grossen Rat darauf hin, dass der Kanton mannigfache Vorteile aus der engeren Gestaltung der Beziehung zwischen Stadt und Land gewinne. Von der Strassenbahnverwaltung wurden Berechnungen für den Betrieb aufgestellt, die entgegen ihrer sonstigen Praxis nicht mit einem Defizit enden. So beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat den folgenden Beschluss : «Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt ermächtigt den Regierungsrat, sich namens des Kan- Basel-Stadt an der Finanzierung der Ueber- darum, die kleinen Nebenbahnen von dertons Transportpllicht zu befreien und sie in die landbahnstrecke Pratteln-Liestal (drittes Teilstück) mit 35 Prozent der auf 1500 000 Franken veranschlagten Baukostensumme, im Maximum 525 000 Möglichkeit zu versetzen, ihren Betrieb uiirch die Verwendung von Motorlastwagen zu verbessern, sei es, dass sie diese im eigenen ritätsaktien zu gleichen Teilen, höchstens aber im Franken (durch Zeichnung von Stamm- und Prio- Betriebe verwenden, oder ähnlich wie die Betrage von je 262 500 Fr.) auf Rechnung des allgemeinen Staatsvermögens zu beteiligen, und genehmigt den vorgelegten Pachtvertrag betreffend Sesa und die Post mit privaten Unternehmen Führungsverträge abschliessen. Autostrasse Bern-Thun. Die Gemeinde Muri fordert andere Zufahrtsgebiete. Am letzten Freitag fand im «Sternen» zu Muri unter dem Vorsitz von Forstmeister Marcuard eine vom «Verkehrs- und Verschönerungsverein' Muri-Qümligen» einberufene Versammlung statt, die zu dem Projekte der Initianten Stellung nahm. Den orientierenden Vortrag hielt Dr. Marcel Nyffeler. Ausgehend von den italienischen Autostrassen, entwickelte er, unterstützt durch das Filmband, die Bedeutung von Nur-Autostrassen. Das Projekt Bern-Thun ist unseren Lesern bekannt. Interessant war die Diskussion. Hervorzu-, heben ist, dass kein einziger Antrag gegen das Projekt an sich eingebracht wurde. Die Einwände waren vorwiegend lokaler Natur. Der Haupteinwand richtete sich gegen das im Projekt vorgesehene Zufahrtsgebiet. Der Beginn der Autostrasse an ihrem nördlichen Ende, also von Bern her, ist in Muri-Bad festgelegt und wäre vorderhand nur unter Benützung der Staatsstrasse bis zum «Sternen» in Muri erreichbar..., das heisst, wenn von dort aus eine Zufahrtsstrasse nach Muri-Bad gebaut würde! Den Bau dieser Strasse legt das Projekt der Gemeinde Muri zu Lasten. Hier setzten die Proteste ein: Es wurde darauf hingewiesen, dass die Autostrasse die Umfahrung der Ortschaften bezweckt. In diesem Falle aber vergrössere ja die mitten in die Ortschaft führende einzige Zufahrt den Verkehr. Das Resultat ist, wie nicht mit Unrecht betont wurde, Verkehrsintensität, statt Entlastung. Muri ist Villenort und will nicht Durchgangszentrum sein. Die Feststellung, die Verkehrssicherheit würde durch die^ Ausführung des im Projekt vorgesehenen Zuiahrtsgebietes erheblich gefährdet, konnte nicht wiederlegt werden. Aber die Sprecher der Gemeinde beschränkten sich nicht auf Kritik, sondern unterbreiteten zwei interessante Gegenvorschläge für andere Zufährtsgebiete. Wir nennen nachstehend die neuen Vorschläge : 1. Trasse: Hunzikerbrücke-Iinkes Aareufer- Belpmoos-Flugplatz und Einführung beim Sandrain in die Stadt. Vorteile: Schonung der Gemeinde Muri und des Bades, gleichzeitige Entlastung der Kirchenfe'dbrücke. 2. Trasse: Wankdorf-rfühnliwald-Allmendingen-Aare. Die neuen Vorschläge wurden von den Initianten entgegengenommen und sollen eingehend geprüft werden. Bedeutsam ist schliesslich noch die weitsichtige Erklärung von Gerichtspräsident Rollier, des Obmannes der bernischen Vereinigung für Heimatschutz, welcher die Autostrasse im Interesse des Landschafts- und Dorfschutzes ausdrücklich begrüsste. Er gab der Zufahrt über das Belpmoos den Vorzug. Die Ueberlandbahn soll bis Liestal weitergeführt werden! Prompter als man es sonst in Tramangel egeniheitan gewohnt ist. wurde dem bäuerischen Grossen Bat ein Projekt zur Fortsetzung der Uel)er!ai)dliahn bis Liestal unterbreitet. Somit soll die Ueberlaudbahngesellschaft gemäss ihrer Konzessionsverpflichtung bis zum 20 Februar 1930 die letzte Teilstrecke ihrer Linie vollenden. Die Kosten hierfür beziffern sich auf 1,5 Millionen Franken, und daran soll sich der Kanton Baselstadt mit einer Summe von 525 000 Fr. beteiligen. Verkehrspolitisch entspricht eine direkte Verbindung von Basel nach Liestal einer wohlberechtigten Forderung, denn dadurch gewinnt Basel einen engeren Kontakt mi! seinem Hinterland. Ob aber die Strassenbahn hier dem bequemeren Autobus vorzuziehen ist, wie das die Regierung vorschlägt, ist eine Frage, über die man speziell vom verkehrspolitischen Standpunkt aus in guten Treuen verschiedener Meinung sein kann I Sowohl was die Bedienung der vielen verschiedenen Siedlungen als auch die Fahrtaxe und die Dauer der Fahrzeit an- Ibetrifft. darf man füglich sagen, dass man hier mit dem Autobus entschieden bessere Erfahrungen machen würde als mit der Trambahn. Auch hinsichtlich der Bequemlichkeit wird in dem Projekt nichts geäussert, und der Vorschlag bleibt auch hinsichtlich der Erörterung der Rollmaterialfrage recht unbefriedigend. Die Finanzierung der Strecke gestaltet sich schwieriger als diejenige der Linie bis PratteJn. an die bekanntlich der Verband schweizerischer Konsumvereine als Interessent wesentlich beigetragen hat. Heute liegen die Verhältnisse so, dass eine ^Vollendung der Bahn nur dann möglich ist, wenn die Uebernahme des Betriebes der vollausgebauten Linie Basel-Liestal durch die Basler Strassenbahnen.» Dieser Beschluss unterliegt dem Referendum. R. SPORTLICHES Um die tausend Meilen. Die