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E_1929_Zeitung_Nr.021

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AUTOMORII RFVtrff

AUTOMORII RFVtrff 1929 — No 21 Das Buch ist sofort lieferbar, es kann auf unseren Bureaux abgeholt werden, sonst sende man nebenstehenden Bestellschein der Administration nach Bern ein. Haben Si» den CH Tourine schon? S»hm«i«hl r\ onne ÖI in BIBS» U Zu Ostern will der Automobilist ein bisschen Sonne haben, kommt sie nicht zu ihm, so fährt er ihr durch Schnee und Eis entgegen. An den Gestaden südlicher Meere iinden sich jetzt schon Spuren des Frühlings. Nützen wir also die Zeit zu Reiseplänen. Europa Touring, führer schweizerischen Ursprungs, zeigt uns in seinem Textteil Reiseziele, die unbeschreibliche landschaftliche Schönheiten darstellen, in deren Umgebung Sie jetzt schon das blendende Schauspiel vornehmsten Autoverkehrs geniessen. Noch versperren die Nachwirkungen einer strengen Winterdiktatur die direkte Äutomobilstrecke ins Land der Sonne, noch müssen wir statt über der Berge Hohen, deren Eingeweide mit der Bahn durchqueren. Wer den Umlad scheut, der fährt aber jetzt zu unserem Äusfalltor an Frankreichs Grenze, besucht den Äutomobil-Salon von Genf. Die direkte Linie nach Genf und die Zufahrtsstrassen zu ihr von jedem Standort der Schweiz aus zeigt O. R. Wagners unvergleichlicher automobilistischer Reiseführer CH Touring, der sich ja in den Händen Tausender von Automobilisten befindet. Den vorteilhaitesten Weg zu den landschaftlichen Szenerien Südfrankreichs, zu den monumentalen Sehenswürdigkeiten • se ner Städte, zeigt das Kartenwerk von Europa Touring, in dem 18 Länder unseres Kontinents durch ein meisterhaftes Kartenwerk für die Zwecke des Äutotourismus dargestellt sind. Die touristisch hervorragenden Gegfenden jedes Landes, so auch die Riviera, sind sowohl im Text- als im Kartenteil besonders ausiührlich behandelt. Europa Touring ist ein europäischer Atlas von höchster Zuverlässigkeit, ein Meisterwerk kultureller und touristischer Länderbeschreibung, ein Werk, dessen Gebrauchswert das ganze Jahr bestehen bleibt. Wir haben auf den Vorfrühling die dritte Auflage unseres Europa-Führers herausgebracht. Sie ist, wie in den letztjähngen Erstausgaben, das Resultat Sorgfalt ger Arbeit der nationalen Verkehrsinstanzen. Offizielle Ausgabe des T. C. S., steht sie unter dem Patronat der Alliance Internationale de Tourisme. Preis des prächtigen Bandes in Rotleinen nur Fr. 12.—. Abonnenten erhalten 20 % Rabatt. Verlag nntomoi-Rem Bern Zürich Löwensfrasse 51 Bern Hallwashaus Genf 12, Crolx d'or Senden Sie sofort per Nachnahme Exempl. Europa Touring, Automobil-Führer von Europa zum Abonnentenpreis von Fr. 9.60 zum regulären Preis Ton Fr. 12.— den ÄU Büclierzettel T. C. S. AUTO-SEKTION WALDSTATTE DES T. C. S. Sonntag, den 10. März 1029 hielt die Sektion Waldstätte des T. C. S. ihre dritte ordentliche Generalversammlung im Hotel Rössli in Luzern ab. Trotz des prächtigen Sonnenscheines waren etwa 60 Mitglieder erschienen, um die ordentlichen Jahresgeschäfte zu erledigen. Anträge aus dem Kreise der Mitglieder waren keine eingelaufen; die zweijährige Amtsdauer der Vorstandsmitglieder war noch nicht abgelaufen, und so wurde unter der schneidigen Leitung von Herrn Präsident H. Helmlin rasch ein Punkt nach dem andern ohne grosse Opposition erledigt. Um 15 Uhr wurde die Versammlung vom Präsidenten eröffnet. Vorerst wurden als Stimmenzähler gewählt die Herren Wüst und Villiger, hierauf verlas der Aktuar Herr Dr. Zeiger das Protokoll der letzten Generalversammlung, welches ohne weitere Bemerkungen genehmigt wurde. Hierauf folgte der Jahresbericht des Präsidenten. Es ergibt sich daraus, dass das verflossene Jahr ein sehr arbeitsreiches war. Der Mitgliederbestand war am 31. Dezember 1928 580, während wir heute schon zirka 600 Mitglieder zählen. Die Entwicklung kann also durchaus eine erfreuliche bezeichnet werden. Wenn sich unsere Mitglieder etwas mit Werbung beschäftigen wollten, so würde sich unser Bestand leicht verdoppeln lassen. Administratives. Zur Erledigung der Vereinsgeschäfte besammelte sich der Vorstand in 12 Sitzungen. Die Durchführung des Jahresfestes wurde durch die Unterhaitungskommission in Verbindung mit dem Vorstande besorgt. Neben diesen Sitzungen beschäftigte den Vorstand eine Anzahl Zusammenkünfte, Unterredungen, Delegationen, etc., so namentlich die Gymkhana der uns befreundeten Sektion Zürich, die Beratung des neuen, nun vom Grossen Rat angenommenen Automobilgesetzes, etc. Office. Das Office hat im letzten Jahr 211 Triptyks ausgestellt, gegenüber 164 im Vorjahre. Klubfahrten und Veranstaltungen. Das abgelaufene Jahr führte die Mitglieder zu 14 Klubfahrten und Veranstaltungen zusammen; sie sind seinerzeit ausführlich in der Presse besprochen worden, so möchten wir nur kurz noch einige Namen anführen. Die Eröffnung der Fahrsaison bildete eine gut gelungene Osterfahit nach Samen und Stans. Vielleicht die pompöseste Veranstaltung war die Rundfahrt auf dem Vierwaldstättersee in Verbindung mit den beiden Schwestersektionen Zürich und Basel. Besonderer Dank gebührt den Herren Präsidenten Fehr (Zürich) und Levaillant (Basel), für den zahlreichen Besuch. Am 26. Mai hatten wir die Ehre, den Zentralschweiz. Presseverein, anlässlich seines Pfingstausfluges nach St. Urban und Willsau, zu führen. Sehr interessant war die Klnbfahrt nach Arbon mit dem Besuch der Saurerwerke in Arbon und der Luftschiffhalle in Friedrichshafen. Gut geraten war die Ausfahrt ins Oberland, mit Besuch der Trümmelbachfällo und Mittagessen in Oberdiessbach und Zobig in Schüpfheim. Der daselbst von unserm Mitglied, Herrn Grossrat F. J. Muther organisierte Empfang war geradezu grossartig, und nicht weniger freute uns der Massenaufmarsch unserer Freunde aus dem Willisau, unter Führung von Herrn Gemeindeammann Schürch. Nicht übermässig gut besucht war eine Stammtischabend-Ausfahrt nach Stansstad. — Das Haupteroignis der Klubfahrten war die zweitägige Fahrt ins Elsass mit Besuch des Ballon d'Alsace. ungeahnt zahlreiche Beteiligung wies die Stammtischausfahrt nach Eschenbach auf, wo sich über 60 Mitglieder eingefunden hatten. — Die letzte Ausfahrt des Jahres führte uns nach Solothurn zum Besuche der Scintilla-Werke. Den vielen, die zum restlosen Gelingen dieser Veranstaltungen beigetragen haben, sei hier der wärmste Dank des Vorstandes ausgesprochen. Jahresfest. Das zweite Jahresfest vom 17. Nov. 1928 im Hotel « Rössli » in Luzern stand ganz im Zeichen des Automobils; es war von 300 Personen besucht und wies einen sehr familiären Charakter auf. Motorenkurs. Der vom 6. bis 30. November dauernde Motorenkurs war von 33 Teilnehmern besucht und fand allseitig grosses Interesse. Besondern Dank gehört den Kursleitern, HH. Hans Güdel in Firma Ferner, Güdel & Gie. und Georges Schwerzmann für ihre grosse und uneigennützige Arbeit; es wurde vom Vorstande beschlossen, ihnen ein kleines Zeichen unserer Anerkennung zu überreichen, Vorträge und Versammlungen. Der auf den 23 November 1928 im «Monopol »-Saal angesetzte Lichtbildervortrag von Hrn. Ing. Guanter: «Das Abblendproblem in der Automobilbeleuchtung » war sehr zahlreich besucht, wobei erfreulicherweise auch Vertreter der Behörden, Hr. Meyer-Burri, kant Automobilexperte, und Hr. Dr. Lienert, Adjunkt der Stadtpolizei, erschienen waren. Automobilgesetz. Nach Verwerfung des eidg. Automobilgesetzes waren die Kantone darauf angewiesen, selbst die Neuordnung des Automobilwesens an die Hand zu nehmen. Die Sektion Waldstätte wurde wiederholt eingeladen, sich zu' den verschiedenen Entwürfen ZXL äussern. In einer Eingabe vom 20. Dezember haben wir mit nachfolgenden Verbänden: Motorfahrer-Club der U.M.S., Motorport-Club, Arbeiter-Motorradfahrerverband, schwei- ;erischer Radfahrerbund (Abt. Motorfahrer) und Automobil-Club der Schweiz, Sektion Luzern, sowohl zu dem geplanten N'achtfahrverbot als auch zu der Erhöhung der Gebühren Stellung genommen. Wenn man auch schliessüch mit Rücksicht auf den Nutzen der Allgemeinheit die Erhöhung der Gebühren grundsätzlich nicht mehr bekämpfen wollte und so auf diesen Punkt unseres Programms zu verzichten sich veranlasst sah, so sind wir doch andererseits mit der Verwirklichung anderer Forderungen durchgedrungen, so mit dem Fallenlassen des Nachtfahrverbotes und dem Fallenlassen des Selbstbehaltes bei Unfällen. Ein Wort des Dankes und der Anerkennung gehört Hrn. Regierungsrat Dr. Walther, Chef des Militär- und Polizeidepartementes, für seine loyale und wohlwollende Haltung gegenüber den Automobilisten bei der Beratung und Ausarbeitung des Gesetzes. Vorstand und Mitarbeiter. Der Präsident dankt den Vorstandsmitgliedern für ihre treue Mitarbeit und ihre der Sektion geleisteten treuen Dienste und erwähnt das andauernd beste Verhältnis der Vorstandsmitglieder unter sich. Dasselbe gilt für die Unterhaltungskommission. Weiterer Dank gehört dem infolgs Wegzuges ausgetretenen Vorstandsmitglied H. Chauvet. den HH. Gemeindeammann Schürch, Dr Franz Fischer und C. Mattmann für ihre Dienste anlässlich des Studiums des Automobilgesetzes, ferner Hrn. Grossrat Zemp. der im rossen Rate unsere Interessen so erfolgreich ver- I treten hat. Unser Dank gehört auch der Sektioa Luzern d«s A.C.S., dem Autosohutzgewerbeverband, Sektion Luzern, die sich unserer letzten Einsähe betreffend das Automobilgesetz angeschlossen haben und uns in der Verfechtung unserer Interessen tatkräftig unterstützt haben. Der Bericht schliefst mit den besten Wünschen für das weitere Gedeihen der Sektion Waldstätte, Der Jahresbericht wurde einstimmig angenommen und bestens verdankt. Jahresrechnung. Der Kassier, Hr. Louis Dönni, verliest den Kassabericht. Auf Antrag der Rechnungsrevisoren ersucht Hr^ Bucher die Versammlung, die Rechnung unter bester Verdankung und Dechargeerteilung an den Kassier zu genehmigen. Mit grosser Mehrheit wurde sodann die Erhöhung des Jahresbeitrages auf Fr. 5.— beschlossen. An Stelle des letzten Oktober weggezogenen H. Ghauvet wurde neu in den Vorstand gewählt Hr. Heinr. Zimmermann, welchem die Funktionen eines II. Kassiers und Archivars übertragen wurden. H. Chauvet selbst wurde einstimmig zum Ehrenmitglied erwählt; er war Mitbegründer der Sektion Waidstätte und langjähriges Vorstandsmitglied. Einige Diskussion verursachte die Frage eines Nachrichtcnblattes. Der Vorstand hatte die Entscheidung hierüber dem Plenum überlassen. Mit sehr grosser Mehrheit wurde der Antrag Dr. Erni zugunsten des «Motors» verworfen und der Antrag Zuber zugunsten der « Automobil-Revue» angenommen. Im Programm 1929 sind folgende Veranstaltungen in Aussicht genommen: Osterfahrt nach Willisau. Pfingstfahrt nach Engelberg-Dallenwil, Lehrfilm der «Automobil-Revue», im Mai wiederum die Rundfahrt auf dem Vierwaldstättersee in Verbindung mit den Sektionen Zürich und Basel, im Juni eine Appenzeilerfahrt, im Juli eine Welschlandfahrt nach Freiburg, im August eine zwei- bis dreitägige Auslandsfahrt, voraussichtlich in den Schwarzwald, für Herbst und Winter: Motorenkurs, Familienabend und auf vielfachen Wunsch ein Fastnachtsanlass. Unter Varia wird ein Antrag Bucher einstimmig angenommen, dem Vorstand eine bescheidene Gratifikation für die geleistete grosse Arbeit zu stiften. Ebenfalls wurde die Drucklegung des Jahresberichtes des Präsidenten und des Mitgliederverzeichnisses beschlossen. — Um 17.00 wurdo der geschäftliche Teil geschlossen. Der Vorstand, setzt sich, folgendennassen zusammen: Präsident: Hr. 0. Helmlin, Spitalverwalter, Vizepräsident: Hr. Dr. Fritz Stimimann, Kinderarzt, Luzern. Aktuar: Hr. Dr. Rudolf Zeiger. Augenarzt, Luzern, 1. Kassier: Hr. Louis Dönni, Wcinliändler, Luzerne 2. Kassier: Hr. Heinrich Zimmermann, Prokurist, Luzern. Beisitzer: Hr. Haas Bucher, Gemeindeschreiber« Udligenswil. Hr. Josef Odermatt, Landrat, Dallenwil. Hr. Dr. Karl Real, Arzt, Schwyz. Hr. Jos. Schüren. Gemeindeammann, Willisau« Rechnungsrevisoren: HH. Bucher und Kühne. Rechtskonsulent: Hi. Dr. Franz R. Fischer. Rechts^ anwalt, Luzern. Im zweiten Teil hielt Hr. Dr. C. Lienert, Adjunkt der Stadtpolizei in Luzern, ein sehr gediegenes Referat mit Lichtbildern über die Verkehrsunfälle in der Stadt Luzern im Jahre 1928. Herr Präsident Helmlin dankte dem Reforenten für seinen sehr instruktiven Vortrag. Es setzte. Eine hierauf eine längere Diskussion ein, wobei allerhand Wünsche und Meinungen von Automobilisten geäussert wurden. Einstimmig angenommen wurde der Antrag eines Mitgliedes, das« der Vorstand der Sektion Waldstätte beauftragt wird, bei den Behörden vorstellig zu werden, zwecks Gründung einer Verkehrskommission im Sinne der heutigen Besprechungen. Nach einem kurzen Schlusswort wurde die Vor-» Sammlung (19 Uhr) geschlossen. Dr. R. Z. AUTO-SEKTION GRAUBÜNDEN DES T. C. S. Letzten Samstag, den 9. März 1929, feiorte die Sektion Graubünden des T. C. S. im Hotel «Drei Könige» zu Chur nach beinahf Sjähngem Bestände, ihre erste Abendunterhaltung. Bisher hatten Existenzfragen und vor allem der Kampi um die Freiheit der Bündner-Strassen ihre vollen Kräfte bean* spracht. Unterdessen ist aber der «schwarze Fleck»« der in Europas Autokarten «Graubünden» kennzeichnete, verschwunden. Erhalten haben alle Motorfahrzeuge, bis aufs Lastauto, auch im Lande der drei Bünde ihren Freiheitsbrief. Die neue Strassengesetzgebung, die den Verhältnissen entspricht, ist in Kraft ge'reten, so dass die junge Sektion an den inneren Ausbau ih^es Gebündes schreiten kariiu Ein gemütlicher Fami^pnabend mit einfachem Programm, bildete den ersten Schritt in dieser Richtung Er brachte die Mitglieder von Chur und Umgebung freundschaftlich näher. Die Teilnahme war über Erwarten gut und die Darbietungen ernteten vollen Beifall Dem Hauptgründer und ersten Präsidenten, Herrn Martin Huber, jetzt in St. Galion, der dem Heeresrufe der Bdndner Sektion Folge geleistet hatte und mit Frau Gemahlin erschienen war, wurde zunl Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung das seidene Fpnon in den Bündner- und Schweizerfarben fiberreicht. Nach der warmen Begrüssung des Präsidenten führten Witz und Humor and die schönen Künste den Herrschaftsstab. Sio erweckten in allen Gemütern und Herzen den erforderlichen Widerhall, so dass die Stunden nur allzu rasch verflogen. Männlein und Weiblein haben ihr Bestes dargebracht in Musik, Gesang und Mimik. Schlager folgte auf Schlager. Im «Heiratsbureau, der neuen Unterabteilung der Office des T. C. S. Graubünden» und «Im Kampfe um den Mann», oder «Wehe, wenn sie losgelassen», haben die mitwirkenden Damen meisterhaft verstanden, mit echtem Humor, gerade die Wägsten und Besten zu verulken, dass der ganze Saal klatschte und sich die Leute kugelten vor Lachen. Grossen Genuss bereiteten die musikalischen Produktionen, und erwähnt sei auch vor allem die Posse «Praktische Selbsthilfe eines notleidenden Bündner Bauern», der Sense und Heugabel zum alten Eisen wirft, um mit einer alten Henne und einem Ferkel als Grundkapital ein schwunghaftes Gewerbe zu eröffnen, wobei die Automobil- und Motorfahrer die Zeche :ahlen. Erst spät nach Mitternacht setzte die Kapelle «Ranzato» mit alten und neuen Tanzweisen ein. Zwischen den Tänz&n gelangte das «Hispano- Suiza»-Grossrennen zum Aastrag, das mancher Flasche den Hals, manchem Fahrer den genossenen Ruf als Meisterif.hrer kostete. Nur das helle Tageslicht vermochte die Gesellschaft aufzulösen und alle schieden mit dem Bewusstsein, einige schöne, frohe Stunden, genossen zu haben und mit dem Willen, unter keinen Umständen den nächsten T. C. S.-Anlass zu verpassen. -11-

Was hat die Kälte gezeigt? Beobachtungen und Betrachtungen. i. 4. Die .letzte Kältewelle, die härteste seit Die Wasserpumpen sind ein Kapitel für Vielen Jahren, hat viel Verwüstungen angerichtet. Unermesslich sind die Schäden auf welle gebrochen, trotzdem der Fahrer das sich. An manchem Wagen ist die Pumpen- allen Gebieten. Man braucht nur ein Teilgebiet herauszugreifen, wir brauchen uns Ablassen vergessen, die Maschine ganz zum Wasser abgelassen hatte. Es wurde beim nur in der Welt der Automobile umzusehen. Was da an Kühlern, Wasserpumpen zu lassen, um den letzten Rest Wasser her- Schluss noch einige Minuten durchlaufen und Maschinen durch den Frost ruiniert auszudrücken. Es blieb noch eine kleine wurde, schreibt K. S.-B. in der Motorsport- Menge in der Pumpe hängen und blockierte Zeitung, was da an Lackierungen und Federn zu Bruch gegangen ist, das übersteigt lassen der kalten Maschine reissen musste. die Pumpenwelle, so dass sie beim An- beinahe die vorstellbaren Zahlen. 5. Bei 25 Minusgraden kann niemand einen Wagen abschmieren. Es sei denn, er taut das Fahrzeug in einer geheizten Garage auf. Da aber die wirklich gut geheizten Garagen knapp sind, und weil bei einer derartigen Aussentemperatur die Beheizung der Garagen in der gewünschten Form sich als unmöglich erwiesen hat, musste aus Notgründen die sachgemässe Pflege des Fahrgestells in den meisten Fällen unterbleiben. Die Folgen: trockene Federbolzen, sich fressende Federn, die keinerlei Bewegungsmöglichkeit in den Gelenken mehr hatten rind zu Bruch gingen. Nun kostet ja eine Federlage nicht alle Welt, aber es darf nicht übersehen werden, dass die Generalunkosten isich erst bemerkbar machen, wenn die ausgeschlagenen Federbolzen und Gehänge ausgewechselt werden müssen. Was durch den erwähnten Umstand an übernormalem Verschleiss angerichtet worden ist kann nie wieder gut gemacht werden. 3. Es gibt Reinlichkeitsfanatiker, es gibt Leute, die ihre Fahrzeuge trotzdem gewaschen haben. Es ist in vielen Fällen eine Arbeit gewesen, die einige hundert Franken gekostet hat. Man sollte meinen, dass die einfachste Logik oder das einfachste Gefühl jedem sagen müsste, dass die Verwendung von Warmwasser für den Lack unbedingt schädlich sein muss. In Zeitungen ist auf die Gefahr hingewiesen worden, in den Prospekten verschiedener Automobilfirmen steht die Warnung. Und doch hat es genügend Besserwisser gegeben, die entgegen aller Erfahrung und Logik warmes Wasser vei-wendet haben. Man muss nur überlegen, dass der Temperaturunterschied zwischen Karosseriewand und dem Wasser mitunter 50 Grad betragen hat, um das Unsinnige der Reinlichkeitsfanatiker recht zu würdigen. Wer ein Auge für den Verkehr hat, wird Automobilen begegnet sein, bei denen der Lack abblättert. Wie teuer sich eine Neulackierung stellt, braucht nicht gesagt zu werden. Wer in einer derartigen Kälte die Neigung verspürt, sein Fahrzeug zu waschen, der muss e's wenigstens einen Tag lang in einem geheizten Raum stehen lassen, bevor er damit anfängt. Die Lawine. Frühe Märztage. Zwei Skifahrer stampften den Hang hinan, in steilen Kehren dem Grate zu. Tief zu ihren Füssen lagen die Täler, wo Menschen wohnten, lagen letzte Schneereste auf grau-grünen Matten. Oben aber, zwischen Gräten und ewigen Firnen, war weisse Pracht, war eisigatmender Winter. Ein Seil verband die Körper der beiden jungen Männer, die mit schweren Säcken berganspurten. Eine kurze Rast. Eisig und weiss schössen die Hänge in die Tiefe, blau gleisste fernes Eis. Die beiden blickten hinab, dann empor zum Ziel, der stolzen Kuppe, die sich vor ihnen in graues Gewölk türmte. Man mag zu den Mitteln, die dem Kühlwasser zugefügt, das Gefrieren verhüten sollen, stehen, wie man will. Sie sollen ja den Zweck haben, die Massnahme des Wa'sserablassens unnötig zu machen. Alles schön und gut, aber leider bei Temperaturen, die unter einer bestimmten Grenze liegen, nicht angebracht. Wir wollen nur den Fall setzen, der Wagen wird einige Stunden nicht gebraucht, das Wasser passt sich der Aussentemperatur an. Man kann die Maschine nur anwerfen, indem man sie anschleppen lässt. Und das ist, da das Oel in dem Falle ja vollständig steif ist, jedesmal mit der Schädigung der Maschinerie verbunden. Das beste Mittel ist noch immer in der alten Methode zu erblicken: wird das Fahrzeug ausser Betrieb gesetzt (es genügen schon wenige Stunden), so ist das Wasser abzulassen (man müsste sonst die Maschine in kurzen Intervallen laufen lassen). Soll sie wieder in Betrieb genommen werden, heisses Wasser in Kühler und Zylindermantel, eine Viertelstunde (damit sich Block und Oel etwas erwärmt) stehen lassen und dann andrehen oder anschleppen lassen. 6. Viele Automobilisten wissen nicht, wie sie sich zu verhalten haben, wenn em Teil des Kühlers eingefroren ist. Sie lassen die Maschine rasen; da durch die eingefrorene Stelle die Wasserzirkulation unterbrochen oder mangelhaft ist, fängt der Kühler an zu kochen, bei welcher Gelegenheit dann die vereiste Stelle platzt. Ist ein Kühler oder ein Teil desselben eingefroren, so kann nur eins (nicht immer) retten. Nämlich Ruhe und Umsicht. Man muss die Stelle allmählich erwärmen. Hat man eine Lötlampe zur Hand, so streicht man mit der Flamme vorsichtig über die vereiste Stelle hinweg, bis sie auftaut. Das kann unter Umständen länger dauern, als einem lieb ist, aber es ist besser, als wenn durch Ueberhitzung das bestimmt eintritt, was durch Besonnenheit vielleicht noch vermieden werden kann. Eine Anzahl von Schäden an Motorfahrzeugen sind infolge Unaufmerksamkeit, andere infolge Unkenntnis aufgetreten. Es hat «Weiss der Teufel,» durchbrach der Hintermann die Stille, «weshalb ich wieder hier oben bin; wir beide haben uns doch nichts mehr zu sagen.» Sein Pickel bohrte sich eigensinnig in den brettigen Schnee. «Meinst du?» kam es zurück. «Höre, Balz, es hat wirklich verdammt wenig Sinn, dass du dich auf den Dulder herausspielst!» «Gehen wir weiter?» Der andere ging nicht auf den Vorschlag ein. Hart und eigensinnig kam es über seine Lippen: «Seit deiner Jugend bist du ein Duckmäuser gewesen, nie zu offener Rede und Antwort zu haben, alles hast du in dich liineingedrückt. Und diesmal — warum sagst du nicht, ich hätte schlecht gehandelt, ich hätte dir Lillie genommen? Warum sagst du kein Wort darüber und zeigst nur dein vermauertes Gesicht und heissest mich dazu noch, mit dir in die Berge zu gehen? Ein Esel bin ich, dass ich mitging!» «Gehen wir jetzt weiter, Josy?» Ein verbissener Schrei lag in der Aufforderung, über die der andere erschrak. Wortlos stiegen sie weiter, Balz voran, mit dem Pickel sich am steilen Hang anstemmend, die Bretter tief in den gefrorenen Schnee eingekantet. Mürrisch folgte der zweite, pflichtbewusst, früherer Bergfahrten eingedenk, handhabte er die Seilschlaufen. In jähem Aufschwung stieg die Flanke des Berges dem Gipfelkamm zu. Kein Wort wurde getauscht. Einmal wurden die Skier gelöst, sie stiegen ein kurzes Felsband hinan, um wieder auf Schnee zu gelangen. Der letzte Anstieg war harte Arbeit ; mühsam stemmten sie sich am Steilhang hoch. Gegen Mittag standen die Freunde auf dem Gipfelgrat, umflutet von Sonne, die Nebel und Gewölk verjagt hatte. Der Schnee zu ihren Füssen war weich geworden. Bei Josy brodelte Tee im Kocher, Balz schnitt Brot und Dörrfleisch. Beide schwiegen, kauten den Imbiss; dann zündete Josy eine Zigarette an, Balz studierte die Karte, sie wollten nicht auf derselben Seite des Berges hinunter... HL Blatt der „Automobil sich gezeigt, dass der bisherige Erfahrungsschatz nicht immer ausreichte. Wir wollen nicht hoffen, dass der letzte Winter nur der Anfang einer Reihe ähnlicher Winter gewesen ist. Aber wir wollen hoffen, dass er genügt hat, vielen Automobilisten zu zeigen, dass es einer Menge Sorgfalt und Ueberlegung bedarf, ein Fahrzeug gut und unversehrt durch die Kälte zu bringen. Nur 5o,ooo „anständige Amerikaner. Und bei ans? Man spricht bei uns so gern von der Europa in jeder Hinsicht nottuenden und bevorstehenden Amerikanisierung, als ob die Alte Welt auch mit ihren traditionellen Kulturwerten für immer ins Hintertreffen geraten wäre. Die Mechanisierung und Motorisierung des Lebens in den Vereinigten Staaten hat uns im Glänze der drüben aufgehäuften Goldbarren den letzten Funken von Selbstgefühl genommen. Wenn wir die Salonhelden des amerikanischen Grossfilms betrachten mit ihrem Ueberschuss an Energie auf der einen und ihrem Unterschuss an Egoismus auf der anderen Seite, nämlich auf der des Vaters, Gatten und Liebhabers, so fällt uns unwillkürlich der Kanadier Seumes ein, «der noch Europens übertünchte Höflichkeit nicht kannte». Dazu kommen noch die Ueberheblichkeiten der Yankees, die ihre Moral turmhoch über die europäische erhaben dünken, weil sie gegebenenfalls einem jungen Manne wegen eines in plötzlichem Gefühlsüberschwang verabfolgten Kusses sechs Monate Zuchthaus diktieren — ein colored Gentlemen muss natürlich beim gleichen Delikt, um das Verhältnis zu wahren, gelyncht werden—, der Yankees, die sich überhaupt als die korrektesten der Korrekten gebärden, glossiert eine führende Wiener Zeitung den amerikanischen «Thats nothing-Dünkel». Aber anscheinend doch nur nach aussen hin. In camera caritatis ist es offenbar anders, sonst gäbe es keinen Club of polite men, die Vereinigung der höflichen Leute, die es sich zum statutengemässen Ziel gesteckt haben, das gute Benehmen in europäischem Sinne zu pflegen. Dass für solche Bestrebungen ein Bedürfnis bestellt, beweist der Umstand, dass der Club ein Riesenpalais in New York, unzählige Filialen in den einzelnen Staaten und Hunderttausende von Mitgliedern besitzt. Natürlich will man sich nicht in allem den Europäern anpassen, dazu fehlt der gleiche Lebenszuschnitt, vor allem aber der Standpunkt den Frauen gegenüber. Die Frau gilt in Uebersee, aus anglikanischem Konservativismus heraus, immer noch als ein Seltenheitsobjekt, obwohl sie, rein numerisch genommen, bereits längst überwiegt. Hier unterscheidet sich die « Höflichkeit » der Neuen Welt eben ganz wesentlich von der Alten. Auch der chevalereskeste Mann Europas könnte sich zu jenen Lächerlichkeiten nicht entschliessen, die drüben täglich vorkommen und manchmal einen Grad von Exaltiertheit erreichen. Davon abgesehen, findet man in- Bis auf einmal Josy auf die Hisse sprang, breitspurig vor den Freund hinstand und ihn aus vollen Kräften an den Schultern rüttelte. «Jetzt red' einmal etwas, mach endlich dein Maul auf und sag mir die Meinung, du verdrückter Kerl!» «Hock ab!» kam aus wetterhartem Gesicht die Antwort. Der Klang der Stimme war's, der Josy zum Gehorsam zwang. Balz stopfte seine Pfeife, während Josy mit heissen Augen auf seinen Mund starrte. Balz's Pfeife brannte und blaue Wölklein stiegen in die Luft, die vorn Licht der jungen frühlingsstarken Sonne erfüllt war. Dann sprach Balz, und es war dem Kameraden, als gälten die Worte nicht ihm, sondern den fernen 'Felszacken jenseits des Tales. Rings glänzte und glitzerte der nasse Schnee, der vor einigen Stunden noch glashart gefroren gewesen. «Ich soll dir meine Meinung sagen, Josy, denn sonst haben wir uns wirklich nicht mehr viel zu sagen — dies wird wohl unsere letzte Fahrt sein.» Nüchtern und sachlich klang es durch das Schneeglitzern des Mittags. «Du glaubst, ich hasse dich dafür, dass du sie mir weggenommen — du irrst, ich kann meinen Freund nicht hassen. Was uns trennt, ist weder Eifersucht noch Missgunst. Ich hätte Lillie früher oder später doch verloren; nur durch einen andern vielleicht. Schau, der Unterschied ist der : Du hast sie als Mädchen, als Weib gewollt und hast sie auch Der rasende Reporter. Von Max Kolpe. Er gibt der Zeit das Tempo an und steht mit der Welt intim: er ist ihr Mann! Und rast mit ihr — wie sie mit ihm. Wo er ist, ist auch Sensation; ohne ihn geschieht kein Mord. Sein Hirn, Aufnahmeapparat und Sendestation, reagiert akkurat und kabelt sofort Rapport. Seine Augen-Linsen sehen alles objektiv und betrachten nur die Binsenwahrheiten schief. In seinen Adern fliesst Tinte bloss. Sein Körper gleicht — ruhelos — einem Füllfederhalter-Stativ. Er äroplant sich selber fort und eisenbahnt sich jeden Weg, den er nicht kennt. Er strebt nach dem Geistesflug-Höhenrekord und befindet sich auf dem wackligsten Steg vielleicht im gleichen Moment. Er reist durch die Welt, er kreist um die Erde. Die Zeit bestellt für ihn frische Pferde. Und lässt sie auf manchen Stationen ihn auch allein... Er trifft doch auf den Redaktionen stets vor ihr ein. dessen in U. S. A., dass die europäische Höflichkeit noch immer besser fundiert sei und trachtet sie als Veredelungsmittel zu benutzen. Auf der vorjährigen, in Boston abgehaltenen Generalversammlung dieses Clubs, der zu den vornehmsten der Vereinigten Staaten gehört, wurde der Generalsekretär Mr. Thomas Gisborne beauftragt, einen «Kodex des guten Benehmens» zu schreiben, nachdem man sich tagelang mit der beispiellosen Verlotterung in der amerikanischen Höflichkeit befasst hatte. Seitenlange Beispiele von groben Taktlosigkeiten wurden verlesen, deren sich erste Kavaliere schuldig gemacht hätten und immer wieder von neuem schuldig machen, unglaubliche Verstösse gegen den guten Ton brachte man entrüstet vor und verlangte auf Grund dieser reichen Beobachtungen und statistischen Zahlen dringendste Abhilfe. Mr. Gisborne übergab sein Werk soeben der Oeffentlichkeit und — ganz U. S. A. ist verblüfft: auf manche Unrichtigkeiten, wegen derer man sich selbst an der Nase fassen wollte, war man ja vorbereitet, dass man aber ein solcher Barbar sei, hatte doch niemand gehofft. Kein Wunder, stellt doch der Verfasser die Behauptung auf, dass es in den gesamten Vereinigten Staaten höchstens 50,000 Menschen gebe, die sich in jeder Hinsicht wirklich gut benehmen. Die Moral, auf die man sich, gewiss mit Recht, soviel einbilde, habe bekommen, weil sie dazu gerade reit geworden. Es ist Begehren, das gewöhnliche zwischen Mann und Frau, das dich zu ihr hinzog. Ich aber habe sie geliebt» — hell klang das Wort — «ganz rein und leidenschaftslos, ganz wunschlos, so wie ich eine Soldanelle im Frühling liebe, so habe ich in ihr die Schönheit, die Jugend in Menschengestalt geliebt, das Reine, das Göttliche, solange es göttlich war. Das hast du mir genommen — es wäre mir auch ohne dich genommen worden, aber dass gerade du es warst — mein bester Freund...» Schweigen. Es wurde so, still, dass man den Schrei zweier Bergdohlen hörte, die jenseits des Tales durch die Luft schaukelten. Balz legte sich auf den Rücken, Josy stocherte mit der Pickelspitze im weichen Schnee. Es war warm geworden. Ueber ihnen zog faseriges, dünnes Gewölk einher : Föhn! Die unheimliche Stille, die nur durch das Paffen von Balzens Pfeife unterbrochen wurde, legte sich wie ein Schleier um Josy. Sein Kopf brannte. Ein ferner Donner erschütterte die Stille. Widerhallend kollerte das Echo an den Wänden der Berge. Die beiden fuhren auf, blickten in der Richtung des Schalles. Nichts war zu sehen, weiss und glänzend lagen die weissen Flanken der Berge. «Die erste Laue,» sagte Balz, ohne den Freund anzusehen, «es wird warm, wir sollten gehen, der Schnee ist schon breiweich.>