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E_1929_Zeitung_Nr.020

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Ausgabe: Deutsche Schweiz. BERN, Montag 11. März 1929 Erste Hummer Nummer 20 Cts 25. Jahrgang. — N° 20 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint Jaden Dienstag und' VMItaf Uonatllch „Gelbe Liste" HalbJIlirHeh Ft. 5.—, Jährlich Fr. 10.—. bn Ausland mt« Fortozoteblag, •ofern nicht postamtlicb bestellt Zuschlag für postamtllche Bettelltmc ha ADMINISTRATION: Breltenralnstras» 97, Ben» In- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-RechBnng tlf/414 Telephon BollwerJt 39.84 IWacnunm-Adress*: Autorevue. Bern INSERTIONS-PREIS: Die aehtgespaltene 2 nun hohe Grundzeile oder daran Baum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grossere Inserate nach Seitentaril. lnseraicnseMtn» 4 Tage vor Erscheinen der betreffenden Nummer Kti'm F OKTW/U^^1(9 ^Slw ^^MHflv ^^Tf» bereit . Seine Bedeutung. Frühling heisst Fortschritt, heisst Leben, Glauben, Sieg. Nicht umsonst öffnet deshalb der Genfer Salon seine Tore im ersten Frühlingsmonate. Auch er verkündet Leben, neues Schaffen, neuen Sieg. Nun ruft er zur Heerschau, und wie in den letzten Jahren, so werden auch dieses Jahr Hunderttausende von Menschen nach der Stadt Calvins, nach der Stadt des Völkerbundes pilgern, um sich diese mächtige Revue einer internationalen Automobilindustrie anzusehen. Ueber die Merkmale des Salons brauchen wir uns nicht mehr des nähern zu äussern. Der Genfer Salon hat guten internationalen Klang. Man weiss von ihm, dass er über eine einwandfreie Organisation verfügt, dass er der Vermittler der letzten grossen internationalen Neuheiten ist und dass die Zahl der Aussteller sich in steigender Kurve bewegt Beweis hiefür ist die Zweiteilung des Salons, die ja dieses Jahr erstmals durchgeführt wird. Der Genfer Salon ist ein nationales Werk, auf das wir mit Recht stolz sein dürfen. Es ist deshalb nicht mehr als angebracht, wenn auch die schweizerischen Behörden dieser Veranstaltung ihr vollstes Interesse schenken. So werden wir auch dieses Jahr die Freude haben, unsere oberste Landesregierung durch Herrn Bundesrat Schulthess vertreten zu sehen. Aber auch die Vertreter des Natkwialund Ständerates werden mit dabei sein wollen. Mit ihnen das Volk. Genf wird in den Tagen vom 14. bis 23. März der Treffpunkt eines grossen Teils unseres Schweizervolkes sein, das mit lebhafter Anteilnahme die Entwicklung unserer schweizerischen Automobilindustrie und des schweizerischen Automobilismus verfolgt. Die Bedeutung des Genfer Salons geht aber über die nationalen Grenzen hinaus. Genfs Eigenart, in aller Nationalität doch international im besten Sinne des Wortes zu fühlen und zu denken, hat sich auf den Genfer Salon übertragen, und so wird er auch zum Treffpunkt der internationalen Welt werden, heisst doch Automobilismus an und für sich Befreiung vom Engen, Befreiung von alten eingefahrenen Geleisen, Befreiung von kleinlichem Chauvinismus und argem Zopfbürgertum. Genier Salon und schweizerischer Automobilismus sind miteinander gross geworden. In nichtgeahnter Weise hat die Zahl der Motorfahrzeugbesitzer die Hunderttausende überschritten. Die Entwicklung ist damit Rekopdfiebei*. Ein Sportroman von Alfred Naack. (23. Portsetznne) Die Mannschaft hatte Freizeit. Der Alte Hess sich für den Rest des Tages nicht blikken. Erst nach Sonnenuntergang kam er aus seiner Kajüte hervor und ordnete an, dass in zwei Stunden alles klar zum Auslaufen sei. Aber erst gegen zehn Uhr wurde das Beiboot wieder gesichtet. Murchison war die ganze Zeit über wie ein wütender Löwe an Deck hin und her gelaufen. Und seine Laune wurde nicht besser, als beim Ueberholen des Bootes der Steuermann melden musste, dass die Erwarteten zur verabredeten Stunde nicht eingetroffen waren. Längeres Warten war zwecklos, und so gab Kapitän Murchison ingrimmig Befehl zur Weiterfahrt. Allmählich verschwand Old - Englands Küste, und die «Mayflower» war bald am Horizont untergetaucht. — Um dieselbe Zeit war auch das Verhör von Anatole Etienne und des «schwarzen Raoul» durch den' Polizeichef von Barmouth beendet. nicht abgeschlossen, sie zeigt nur, dass es augenblicklich noch keinen Halt gibt und dass sich das Lebenskräftige und das Lebensbejahende nicht durch engstirnige Gesetzesparagraphen zurückbinden lassen. Sie brechen sich mit Gewalt Bahn und öffnen dem Fortschritt den Weg. Der Automobilsalon hat mit dieser Entwicklung Schritt gehalten. Vorerst eine Organisation mit lokalem Kolorit, ist er heute zum schweizerischen Salon geworden, den niemand mehr missen möchte. Er ist mit einer der grossen Schrittmacher im Automobilwesen, er ist zum grossen Faktotum unseres Wirtschaftslebens geworden, er ist der grosse Bruder der Basler Mustermesse und des Comptoirs in Lausanne, er bildet mit diesen das leuchtende Dreigestirn, das von schweizerischer Zähigkeit, schweizerischem Organisationstalent, schweizerischer Arbeitstüchtigkeit und Arbeitskraft spricht. Er verdient deshalb die Sympathie des gesamten Schweizervolkes. Um seinen Erfolg braucht es uns auch dieses Jahr nicht bange zu sein. Wir danken den vielen Arbeitern am Werke, wir danken den Herren des Organisationskomitees und entbieten ihnen als Mitarbeiter an unserem Orte die herzlichsten Glückwünsche. Jonathan Stups Hess sich das Protokoll noch in der Nacht an sein Krankenlager bringen. Befriedigt hatte er davon Kenntnis genommen und Hess sich dann erschöpft in die Kissen nieder. XXI. Die Stammgäste des «bloddy Jim> hatten heute eine vergnügte Nacht. Zu später Stunde waren noch zwei fixe «fellows» gelandet, die alsbald grossen Betrieb machten. Man hatte sich nach Mitternacht in den Keller verzogen, wo man hübsch unter sich war und auch einen flotten Tanz riskieren konnte, ohne dass die Policemen, die natürlich «bloddy Jim» und seine Freunde nicht aus dem Gesichtskreis Hessen, darauf aufmerksam wurden. Heute war wohl nichts zu befürchten. Jim wusste, dass Sergeant Donaldson, der sein besonderer «Freund» war und ihm schon so manches Geschäft verdorben hatte, schon seit mehreren Tagen zu einem Kursus in London weilte und voraussichtlich überhaupt nicht mehr zur Inspektion Barmouth-East zurückkehren würde. Das war eine hochwillkommene Nachricht gewesen, die den Genossen und ihrem Anhang sogleich mitgeteilt wurde Geschichtlicher Abrlss. Die erste salonmässige Ausstellung fand schon nm Jahre 1905 in Genf statt. Obgleich sie nur schweizerischen Konstrukteuren und Automobilhändlern zugänglich war, brachte säe es doch auf eine Besucherzahl von 15,714. Der unerwartete Erfolg bewog den A. C. S., die Veranstaltung im Bätiment Electoral zu wiederholen. Und er tat damit einen guten Griff, bezifferte sich doch die Besucherzahl diesmal bereits auf 25,000. Es folgte im Jahre 1907 der dritte Salon in der Tonhalle in Zürich, der ein weiteres Ansteigen der Besucherzahl auf 30,000 brachte. Die Landesausstellung in Bern räumte der Automobilindustrie einen bedeutenden Platz ein. Dann kamen die Kriegs- und Nachkriegsjahre, die jede Hoffnung auf die Durchführung eines Salons im Keime erstickten. Erst 1923 durfte man einen solchen Schritt wieder wagen, und so trat denn auch das Genfer Garagisten-Syndikat an die Aufgabe heran. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen; so zahlreich gingen die Anmeldungen ein, dass die Ausstellung, die bisher immer im Bätiment Electoral untergebracht worden war, durch einen Barackenbau erweitert werden musste. Hatte schon der und mit grossem Hallo aufgenommen wurde. Jim warf sogleich eine Lage Whisky und keiner wollte sich lumpen lassen. Die Feier war auf ihrem Höhepunkt angelangt, als Anatole Etienne und Raoul ankamen. Sie hatten sich nach ihrer Flucht aus dem Hause Tuggs bis zur Dunkelheit in den Dünenwäldern verborgen, in denen der verfolgende Kommissar ihre Spur bald verloren hatte. Zudem nahmen ihn auch die sich abgespielten Ereignisse und besonders der vollkommen zusammengebrochene junge Fischer so in Anspruch, dass an eine ernsthafte Verfolgung der Verbrecher im Augenblick nicht zu denken war. Ausschlaggebend für ihn war jedoch die Gewissheit, dass die beiden Flüchtlinge, wegen der scharfen Üeberwachung sämtlicher Zufahrtsstrassen der näheren und weiteren Umgebung Barmouths und seines Hafens nicht weit kommen würden. Und dann blieb immer noch eine Razzia durch die Kneipen und Spelunken des Hafenviertels. Man würde dabei auch dem «bloddy Jim» gehörig auf den Zahn fallen müssen! — Die beiden waren im Besitz grosser Geldmittel. Raoul hatte bei seinem Einkauf in Barmouth der Zweigstelle einer grossen Bank Salon 1923 alles Dagewesene durch seine Reichhaltigkeit und eine glänzende Organisation zu überflügeln gewusst, so sollte 1924 noch eine weitere Steigerung bringen. Jetzt übernahm das schweizerische Garagisten- Syndikat die Organisation des Salons — das Attribut «schweizerisch» war deshalb vollauf gerechtfertigt. Wiederum erwiesen sich die alten Räumlichkeiten als viel zu klein, der Rahmen musste neuerdings gesprengt werden. Und so erstanden auf der Plaine de Plainpalais neue Gebäude mit einem Flächeninhalt von 8000 Quadratmetern. Ueberflüssig zu bemerken, dass der 1924er Salon seine Vorgänger auch sonst in jeder Beziehung weit hinter sich Hess: 68,000 Besucher, 10,000 Dauerkarten, 80,000 Franken Reingewinn 1 Der Salon 1925 bedeutete den Schlussstein einer Epoche und zugleich den Beginn einer neuen. Zum letzten Mal beherbergten ihn die Hallen auf der Piain© von Plainpalais. Auf einer Fläche von 12,500 •Quadratmetern (gegen 8000 im Vorjahre) waren nicht weniger als 371 Wagen und 137 Motorräder zur Schau gestellt, insgesamt also 508. Die Stände allein nahmen eine Fläche von 8100 Quadratmetern in Anspruch, gegenüber 6500 im Jahre 1924. 83 Personenwagen- und Motorradfirmen waren vertreten. Zwei Tage vor der Eröffnung wurde der Grund zu einem neuen Ausstellungsgebäude gelegt, und die Subskription war bereits im Gange, als der damalige Bundespräsident, Herr Musy, in seiner Eröffnungsrede vom 20. März'den damals zur Berühmtheit gelangten Satz aussprach, dass der Benzinzoll keine egoistische fiskalische Massnahme sei. Ausser dem kommerziellen verzeichnete der Salon 1925 auch einen gewaltigen Publikumserfolg, wurden doch rund 100,000 Besucher registriert. 1926 sah den Salon in seinem neuen Heim, dem Palais des Expositions. Die Tatsache, dass der Bau des neuen Palastes erst zu Beginn 1926 in Angriff genommen werden konnte, zwang zu einer Verschiebung der Schau bis in den Juni hinaus. Mit seinen 10,000 Quadratmetern Fläche blieb das neue Ausstellungsgebäude in seinen Ausmassen etwas hinter dem Salon des Vorjahres zurück. Dagegen schnellte die Ausstellerzahl auf die neue Rekordhöhe von 224 empor, darunter 83 Personenwagen- und 17 Lastwagenfirmen. einen Barscheck über einen hohen Betrag vorgelegt, der anstandslos honoriert wurde, nachdem eine telephonische Rückfrage am Ausstellungsort ausreichende Deckung ergeben hatte. Zunächst hatten sie mit Jim eine kurze geschäftliche Aussprache. Es handelte sich darum, auf welche Weise es möglich war, aus England nach Uebersee zu gelangen, nachdem der erste Versuch fehlgeschlagen war. Der Wirt machte einen weiteren Vorschlag, nannte einen Preis, den Etienne zu hoch fand, aber schliesslich einigte man sich, und die Flucht sollte am kommenden Dienstag vor sich gehen. Bis dahin blieben sie hier im Hause in sicherer Obhut. Als das alles besprochen und geregelt war, gingen die Ehrenmänner zu den Kumpanen und bald war ein wüstes Gelage im Gange, zu dem Etienne und Raoul mit Spenden nicht zurückhielten. In den frühen Morgenstunden kam dann noch eine kleine Keilerei in Gang, die aber bald durch den Wirt beigelegt wurde. Immerhin hatte dabei der «schwarze Raoul» einen harten Schwinger in die Magengegend erhalten, der ihn mit heftigen Schmerzen ,zu Boden warf. (Fortsetzung folgt.)