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E_1929_Zeitung_Nr.016

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ÄUTOMOBTT.-RFVirC 1929 — N° 16 ;\Belnwil 1O?d OmcT-Barsehwin] \Passhöha f OWr-Barsdtwan« Vorder Erzberq Jetzige Passwanq strasse Route du Passwanq actuelle Strassenprojekt Salzmann Projet Salzmarm Schelten strasse Route de la Scheulte - Mumliswil^i hat eine H5he von 5,5 Metern und eine Breite von 6 Metern. Die Fahrbahn ist 5 Meter breit, dazu kommt ein einseitiges Trottoir von 1 Meter. Vom Nordportal des Tunnels bis zum Sattel bei hm 640 folgt die Strasse aul eine Länge von 1739 Meter der alten Strasse. Vom Sattelweg führt sie in S-förmiger Entwicklung als Neuanlase mit drei Wendeplatten nach cStucketen>. Von «Stucketen» bis Neuhüsli. wo die Strasse dem alten Trasse folgt, beträgt das Gefälle 10.6%. Auf eine Länge von zirka 200 Metern sind Stützbzw. Futtermauern notwendig, die auf Fels fundiert werden können. Auf der Schlussstrecke Neuhüsli bis Schachen wird auf eine Länge von 1308 Metern die bestehende Kantonsstrasse benützt. Abgesehen vom Landerwerb kommen die Arbeiten auf dieser Strecke einer Neuerstellung ziemlich gleich. Es soll daher, einem Wunsche der Gemeinde Beinwil entsprechend, noch näher geprüft werden, ob die Strasse nicht durch die Ebene in gerader Linie zu verlegen sei Es würden sich dadurch Gefälle von 5—3 % ergehen. Die Strasse ist durchgehend mit 5 Meter Fahrbahnbreite und mit Seitengraben in den Einschnitten projektiert. Kurven von 20—200 Metern Radius sollen mit einseitigem Gefälle und angemessener Verbreiterung durchgeführt werden. In Geraden und grösseren Kurven ist die Fahrbahn firstförmig mit beidseitigern Gefälle von 5% vorgesehen. Die Beschotterung soll aus einem Steinbett von 18 Zentimeter und einer Bekiesung von 12 Zentimeter — wovon die obersten 3—4 Zentimeter aus feinerem Material — bestehen. Eine Walzung fällt vorläufig nicht in Betracht, sie kann überhaupt erst nach gehöriger Setoung der Dämme in Frage kommen. Der Kastenvoranschlag des definitiven Projektes ist auf Fr. 900,000 vorgesehen; er wurde mit aller Sorgfalt aufgestellt und stützt eich auf Sondierungsergehnisse und genaue Massermittlungen. Dm auch in bezug auf die Einheitspreise eine sichere Grundlage OT haben, wurden sämtliche Arbeiten zur öffentlichen Konkurrenz ausgeschrieben. Die eingegangenen Offerten betragen im Durchschnitt Fr. 695.000. Dazu kommen noch: Landerwerb, Vermarkungen. Unvorhergesehenes. Projekt und Bauleitung im Betrage von Fr. 130.000. so dass sich also ein wirklicher Kostenvoranschlag von Fr. 825,000 ergibt. Der solothurnische Regierungsrat hat nun beschlossen, das vorliegende Projekt der Passwangstrasse dem Kantonsrate mit dem Antrage der Genehmigung vorzulegen und dem Begehren der Gemeinde Mümliswil bestmöglich Rechnung zu tragen und die obenerwähnte Variante zur Ausführung EU bringen. Wenn sich weitere Aenderungen dieses Projektes ala notwendig erweisen sollten, dann sollen diese der Genehmigung des Regierungsrates unterliegen. R. Zur Frage der Passwangstrasse. Die solothurnische Regierung hat dem Kantonsrat das neue Projekt über den Ausbau der Passwangstrasse vorgelegt. Leider stiess das ser freudig einschlug, rührte sich niemand. Erst nach langer Pause fand Konsul Shuman •als Versammlungsleiter die Sprache wieder: «Sie haben, meine Herren,» begann er stockend und mit sichtlicher Anstrengung, «die sehr überraschenden Ausführungen Lord Chasterlins gehört. Obgleich ich wohl annehmen darf, dass die Mehrheit der ehrenwerten Versammlung dem Wunsche nach Stützung und Förderung der Sagreve - Angelegenheit nicht gutgeheissen wird, möchte ich doch die Aussprache über diese Angelegenheit aus Loyalitätsgründen nochmals eröffnen. Ich bitte Sie, meine Herren, zu den Ausführungen Lord Chasterlins Stellung zu nehmen !> Am Ende des Saales entstand eine Bewegung. Und unter der atemlosen Spannung der Versammlung schritt der alte Lord Speath langsam, auf seinen Stock gestützt, zum Rednerpult. Mit der Pedanterie des Alters strich er sich den Bart glatt, putzte lange und aufmerksam sein Glas, holte endlich ein kleines Notizblatt hervor und begann mit brüchiger, leidenschaftsloser Stimme: «Wir haben keinen Grund, Gentlemen, uns zu erregen! Jetzt, wo der Sagreve-Motor in der letzten Etappe seiner Vollendung steht, wo unser Werk, die World-Motor-Car-Company, nach Arbeit und Mühen, nach Rückschlägen und Enttäuschungen und nach Ueberwindung einer beispiellos unfairen .Konkurrenz die Früchte ihrer Arbeit ernten Projekt in der letzten Sitzung des Kantonsrates auf eine ziemlich lebhafte Opposition. Das vom Ingenieurbureau Salzmann in Solothurn ausgearbeitete Projekt mit einem Kostenvoranschlag von Fr. 825,000 war im Prinzip schon in dem 1927 genehmigten Programm über den Ausbau der solothurnischen Staatsstrassen beschlossen worden. Nun aber erstund Opposition in den letzten Wochen aus Mümliswil und Ramiswil. Die Vertreter beider Gemeinden verlangen eine sogenannte Basisstrasse Ramiswil-Neuhüsli-Beinwil mit einer mutmasslichen Kostenfolge von rund 1,6 Millionen Franken, da dieses Projekt auf gewisser Bergeshöhe einen Strassentunne! von etwa 700 Meter Länge vorsieht. Nach leidenschaftlicher Debatte wurde ein Verschiebungsantrag gutgeheissen, um eine Willenskundgebung der beteiligten Bevölkerung für das eine oder andere Projekt einzuholen, -t. Die Glarner Dorfstrassen bleiben schlecht. Der Glarner Landrat hatte in seinen Verhandlungen vom 20. Februar zu zwei Anträgen bezüglich der Verbesserung der Dorfstrassen-Strecken Stellung zu nehmen. Die Situation im Kanton Qlarus ist heute so, dass die Kantonsstrassen im guten Zustande sind, die Dorfstrassen indessen sehr zu wünschen übrig lassen. Die Korrektion der Dorfstrassen ist bis heute nur den finanzstarken Gemeinden möglich. Die beiden Anträge gingen deshalb darauf aus, eine Unterstützung der finanzschwachen Gemeinden zu finden, mit dem Zwecke, die Dorfstrassen-Strecken dieser Gemeinden auszubauen. Der eine Weg ist der, den finanzschwachen Gemeinden zinslose Darlehen auf zehn bis fünfzehn Jahre zu gewähren, der andere eine Erhöhung des kantonalen Gemeindebeitrages für den Strassenbau von 50 auf 70 %, wenigstens aber auf 60 % vorzunehmen. In der ziemlich rege benutzten Diskussion wurde gegen die beiden Anträge Stellung genommen. Es wurde geltend gemacht, dass das Strassenbauprogramm mit fünf Millionen bereits eine enorme Summe darstelle, dass die noch ausstehenden Dorfstrassen- Korrektionen für Gemeinden und Kanton je 624 000 Franken erfordern (die Erhöhung auf kann, steht es bei Ihnen, die Ernte ztt ermöglichen! Denken Sie daran, meine Herren, England blickt auf uns, auf die World-Company, und erwartet, dass wir uns des nationalen Vertrauens würdig erweisen!> Einige Stimmen riefen Beifall, einzelnes Händeklatschen erscholl. Die Versammlung drängte sich um den greisen Sprecher. «Wir haben immense Verluste erlitten; — das ist wahr, und niemand empfindet das mehr als ich ! Aber die Leitung unserer Werke und insbesondere unsere Direktion ist daran schuldlos, das kann ich auf Grund meiner genauen Kenntnisse behaupten! Ich bitte Sie deshalb, der bewährten Leitung der World-Company auch fernerhin zu vertrauen und dieses Vertrauen auch auf Sagreve und seine verdienstvollen Arbeiten auszudehnen. Der Sagreve-Wagen wird gebaut und sein weitgestecktes Ziel erreichen. Das ist meine Ueberzeugung!» Der alte Herr fuhr sich über das gerottete Gesicht und suchte mit gleicher Umständlichkeit seinen Platz auf. Kein Widerspruch wurde laut. Die Opposition hatte eine Schlappe erlitten. Am nächsten Tage trat Konsul Shuman von dem Vorsitz des Aufsichtsrates der World- Motor-Car-Company zurück. 70 % würde diese Summen um 345 000 Fr. steigern)..., dass selbst steuerfreie Gemeinden die Korrektion nicht ausführen könnten, dass es bedauerlich sei, dass alle Jahre ein Beutezug auf die Kantonsfinanzen versucht werde etc. etc. Die Abstimmung ergab eine Ablehnung jeglicher Erhöhung mit grosser Mehrheit. Es fehlte allerdings nicht an Stimmen, die den Ausbau der Dorfstrassen-Strecken in absehbarer Zeit als Notwendigkeit bezeichneten. Der allgemeine Kehrreim lautete indessen: «Später, später.» Für den Automobilisten bleiben also die Dinge beim alten. Er wird im Glarnerland auch weiterhin über schlechte Dorfstrassen fahren müssen, und die Bevölkerung wird sich darüber auflassen, dass die Automobile Staub entwickeln und Lärm verursachen! v. XVIL Oestlich der Hafenstadt und des Seebades Barmouth in Nordwales stehen an der Mündung des Mawaddach einige Fischerhütten. Die Männer sind tagsüber in der Tremadoc- Bucht mit Fischfang beschäftigt, indes die Frauen und halbwüchsigen Kinder das Fanggerät instand setzen und das Fanggut zum Verkauf in die nahe Stadt bringen. Hart und schwer ist das Tagewerk der Waleser Fischer und oft liegen sie tagelang vergeblich in ihren Kuttern draussen auf See und kehren ohne Beute heim. Etwas abseits von den übrigen Hütten lag das ärmliche Anwesen von Joseph Tuggs. Der junge Fischer hatte erst vor kurzer Zeit, nach langen Jahren Seefahrt, sein Heim gegründet, nachdem der Vater seiner jungen Frau hochbetagt verschieden war. Anna Tuggs, die junge Frau, war an diesem Sommertage vor dem Hause mit dem Ausbessern der Netze beschäftigt. Die Fischerflottille, darunter der Kutter Tuggs, befand sich seit der Nacht auf See. Kurz vor der Hütte machte der Weg eine Biegung. Hier sah die Frau zwei Männer stehen, die unschlüssig die Gegend musterten. Sie legte das Netzwerk aus den Händen und stand neugierig auf. Da hatte sie der eine schon gesehen. Einige Worte tauschte er mit dem Gefährten; dann kamen beide langsam näher. Sie grüssten und der grössere der beiden fragte mit einem verlesenen Lächeln: Die stadtbernische Verkehrsordnung. Die Verkehrsverbände stellen sich hinter den Gemeinderat. Die Einmischung begann damit, dass die bernische Regierung der vom Gemeinderat für die Stadt Bern ausgearbeiteten Vorschrift betreffend das Verhalten der Automobile hinter stationierenden Tramways die Genehmigung versagte. Nunmehr besteht der höchst sonderbare Zustand, dass die kantonalen Behörden über die Verkehrsregelung der Bundesstaat, die doch ganz anderen Verhältnissen untersteht als der kantonale Deberlandyerkehr, in verschiedenen Sonderkommissionen zu Rate sitzen wollen. Gegen die langsam mahlenden Mühlen des regierungsrätlichen Apparates wehrt sich das nachfolgende, dieser Tage adressierte Schreiben der bernischen Verkehrsverbände. Die Red, An den Gemeinderat der Stadt Bern Bern. Sehr geehrte Herren! Die unterzeichneten Verbände sind seinerzeit in zuvorkommender Weise von Herrn Polizeidirektor Schneeberger zur Vorberatung einer neuen Verkehrsverordnung für das Gebiet der Stadt Bern zugezogen worden und haben mit grosser Genugtuung von der Vorlage Kenntnis genommen, die eine gründliche Regelung dieses dringenden und schwierigen Problems anstrebt. Da sie denStrassenverkehr in seiner Gesamtheit umiasstund von jedem Verkehrsteilnehmer die Ihm zukommende Stellung, Einordnung und Unterortnung deutlich umschreibt und abgrenzt, um die total veränderten Verkehrsverhältnisse überhaupt in eine angängige und zweckdienliche Neuordnung einzufügen, haben diese Verbände in voller eigener beberzv-u» gung der Wünschbarkeit und Dringlichkeit diesem Verordnungsentwurf zugestimmt. Zudem sind dieselben voll und ganz davon überzeugt, dass ohne ein rasches und gründliches Eingreifen von Seite der verantwortlichen Gemeindeorgane diese Verhältnisse total unhaltbar werden und fortgesetzt Veranlassung zu einer sich ständig mehrenden" Unfallgefahr geben. Dazu verlangt aber schon eine glatte und ungehemmte Verkehrsentwicklung heute eine gänzliche Aenderung und Anpassung der Verkehrsordnung an neuzeitliche Verhältnisse und andere Zeitansprüche. Der moderne Strassenverkehr zeigt bekanntlich viele Erscheinungen und rasch zunehmende Bedürfnisse, denen alte Reglemente nicht mehr gerecht zu werden vermögen und welche eine ausgesprochene Eigenart der heutigen Verkehrsweise und Fahr- 1 zeugarten sind. Dabei sind sich die Verkehrsverbände ferner bewusst, dass das Regelungsbedürfnis auf dem kantonalen Gebiet des Ueberlandverkehrs nicht dasselbe ist wie In dem viel dichteren Stadtverkehr mit seiner Unübersichtlichkeit, seiner Konzentrierung des Verkehrs auf gewisse Hauptverkehrsadern, seiner Vermehrung an Fahrzeugarten durch Hinzukommen des Tram-, Omnibus- und Taxiverkehrs, semer Inanspruchnahme des öffentlichen Grundes durch das Garagierungsbedürfnis und schliesslich auch seiner unentbehrlichen Verkehrsleitung an zahlreichen Knotenpunkten durch die Verkehrspolizei oder bestimmte Fahrregeln. Liegt somit schon die Notwendigkeit einer Regelung zwischen Stadt- und Landverkehr total anders, so trifft dies erst recht zu in bezug auf die Verschiedenartigkeit der Verhältnisse auf diesen zwei Verkehrsgebieten. Für eine Stadt von dem Ausmasse Berns und seine besonderen Verkehrsverhältnissa als Bundes- nnd Kantonshauptstadt, Fremdenzentrum sowie seine geographische und banliche Eigenart sind nach unserer vollen Ueberzeugung in erster Linie seine eigenen Verwaltungsorgane weitaus am besten geeignet, in das moderne Getriebe Ordnung zu «Können wir hier nicht irgendwo unterkommen, gute Frau?» Anna fühlte instinktiv Misstrauen aufkeimen. Der kleine Schwarze gefiel ihr nicht mit seinem stechenden Blick und dem verkniffenen Mund. «Das wird schwer halten, meine Herren,» entgegnet sie zögernd, «darf ich fragen, wo^ her Sie kommen und wohin Sie wollen?» Der Kleinere hatte eine scharfe Antwort auf der Zunge, doch schnell kam ihm sein Gefährte zuvor: «Wir haben uns auf einer Ferienfahrt verlaufen, junge Frau,» meinte er lächelnd und drehte das dünne Bärtchen, «ursprünglich wollten wir nach Barmouth oder in die Nähe davon, zur Küste hin, um dort einige Wochen auszuspannen. Sie müssen nämlich wissen, junge Frau, dass wir aus London kommen und erholungsbedürftig sind. Wir würden auch hier bleiben; hier ist es schön ruhig und abgeschieden; und wenn Sie uns ein Unterkommen verschaffen können, würden wir Ihnen dankbar sein. Wir zahlen gern, was wir schuldig sind!» Frau Anna überlegte. «Ich kann Ihnen jetzt noch nichts dazu sagen,» meinte sie nach langer Pause in ihrer bedächtigen Art, «mein Mann ist auf See und kommt erst heute abend zurück. Wenn Sie nochmals vorsprechen wollen, morgen vormittag .. .> (Fortsetzung siehe Seite 11)

No 16 _ 1929 bringen und allen berechtigten Wünschen und Postulaten seiner Einwohner in bezug auf Verkehrsgestaltung- gerecht zu werden. Um so mehr mü'ssen wir unserem Erstaunen Ausdruck geben, dass im Gegensatz hiezu die Kantonsregierung das Recht für eine Verkehrsreglementierung auf städtischem Boden für sich in Anspruch nehmen und einer Verkehrsverordnung die Genehmigung versagen will, welche aus einer wohlüberlegten Zusammenarbeit der direkt beteiligten Kreise hervorgegangen ist. In dem Entscheid erachten wir zudem eine verwerfliche Verschleppungstaktik, wo doch nach allgemeiner Ueberzeugung ein beschleunigtes Eingreifen als Gebot der Dringlichkeit erscheint. Zudem verstehen wir nicht, wie unsere oberste Kantonalbehörde unseren städtischen Behörden das Verfügumgsrecht im Rahmen ihrer Verwaltungsoberhoheit verweigern will, wo doch das vorliegende Reglement in der Hauptsache den von dem Schweiz. Städteverband aufgestellten Normen entspricht, die bereits in anderen Kantonen I.i zahlreichen Ortschaften ohne einen derartigen Widerspruch ihrer vorgesetzten Kantonalbehörde Eingang gefunden haben und voraussichtlich auch die Grundlage für eine eidgenössische Regelung bilden werden. Sie entsprechen zudem ebenso einer wünschenswerten Vereinheitlichung auf diesem Gebiet. Statt der erwünschten baldigen Inkrafttretung wird somit die für Bern unumgänglich gewordene Neuordnung künstlich hinausgezögert, so dass wir in diesem Zusammenhang die Verantwortlichkeitsfrage für alle daraus erwachsenden weiteren Missstände aufwerfen möchten. Von der Einsicht getragen, dass für unsere Stadt die Forderung einer neuzeitlichen, alle Verkehrsarten umfassenden Verkehrsordnung einem wirklichen Zeitbedürfnis entspricht und demzufolge mit allen Mitteln gefördert werden soll, sehen wir uns veranlasst, dem Gemeinderat nicht nur unser volles Zutrauen und unseren Dank für die bisher geleistete Arbeit auf diesem Gebiete auszusprecheni sondern gleichzeitig an ihn das dringende Ansuchen zu stellen, kein Mittel unversucht zu lassen, um die heutigen Hindernisse im Interesse unseres gesamten städtischen Verkehrswesens so rasch wie möglich zu beseitigen. Er wolle dabei unsere Zusicherung entgegennehmen, dass wir in der Verwirklichung dieses Postulates vollzählig hinter ihm stehen und er unserer Unterstützung versichert sein darf, soweit dies in unseren Kräften steht. Genehmigen Sie, sehr verehrte Herren Gemeinderäte, die Versicherung unserer vorzüglichen Hochachtung! Sektion Bern des Automobil-Club der Schweiz. Sektion Bern des Schweiz. Touring-Club. Bernische Kantonalgruppe des Verbandes Schweiz. Motorlastwagenbesitzer. Motorradfahrer-Club Bern. Kantonal-bernischer Radfahrer-Verband. Zentralvorstand des Schweiz. Arbeiterradfahrerbund «Solidarität». Sektion Bern der Schweiz. Berufs- Chaufieur-Vereinigung. SP@iTI3CÜES Riga!, der bekannte französische Rennfahrer, ist für Alfa Romeo verpflichtet worden. Das deutsche Herkules-Rennen ist mangels Beteiligungsaussichten für dieses Jahr abgesagt worden. Raoul de Rovin, eine markante Persönlichkeit der französischen Konstrukteur- und Rennfahrer-Kreise, wird in der nächsten Saison auf Delage starten. »11 AUTOMOBIL-REVUE ammm Aus den Tagen der grimmigsten Kälte: Ein Taxi mit geheiztem Innern. Der Frost hat den Lack der Karosserie stückweise gelöst. Der Kilometer-Arrete Das Duell Bugatti-Alfa Romeo begegnet von Eaumorte. dieses Jahr ausserordentlichem Interesse, schickt doch Alfa Romeo erstmals einen speziellen Targa Florio-Typ ins Feuer. Seit 1923 Eine sensationelle Einschreibung. Der bekannte französische Rennfahrer Andre Morel, auf Amilcar, Inhaber zahlreicher der seit vier Jahren unentwegt siegenden ist Alfa Romeo der gefürchtetste Konkurrent internationaler Rekorde, hat seine Nennung Bugattimarke. Letztes Jahr war Campari dem für die 1500-ccm-Klasse, Kategorie Rennwagen, abgegeben. Er wird mit seinem bewähr- Wohl noch nie ist eine Targa Florio mit so siegreichen Albert Divo hart auf den Fersen. ten Sechszylinder mit 1270 ccm Zylinderinhalt grosser Spannung erwartet worden wie dieses Jahr. v. vom Start gehen. Der Beteiligung des Champions wird mit Interesse entgegengesehen. Ein Grosser Preis von Irland bei Dublin. Amilcar startet ausserdem einen zweiten Der Automobil-Club von Irland hat für den Rennwagen mit dem bekannten Genfer Sarbach. Grossen Preis für Automobile ausgeschrie- 12. und 13. Juli 1929 einen internationalen Delage wird sich auch dieses Jahr an den ben. Das Rennen wird auf dem über sieben Rennen nicht beteiligen. Wie wir vernehmen, Kilometer -langen Circuit im Phoenix-Park ist indessen in den Werken die Konstruktion bei Dublin ausgetragen und zwar in zwei eines neuen Renntyps aufgenommen worden, Teilen: am ersten Tag für Wagen bis \% der besonders für Lances und Bergrennen Liter, am zweiten Tag für Wagen über IV2 konstruiert wird. Der neue Typ wird 1930 Liter. Das Rennen wird handicap gestartet. auf die Rennbahn gebracht. Die Totaldistanz für scratch-startende Wagen wird 60 Runden gleich 490 Kilometer betragen. Das Rennen ist mit über 8000 Pfund do- Der englische Fahrer Eldridge, dessen Angriff auf den 24-Stunden-Rekord gemeldet -worden, ist, dementiert die Meldung. Er beabsichtigt lediglich, einen serienmässig 4 gestellten Chryslerwagen auf dem Autodrom von Montlhery in einer 24-Stunden-Fahrt zu prüfen. Die Prüfung wird aus technischen Gründen durchgeführt. Grosser Preis von Frankreich. An Einschreibungen für den Ende Juni auf dem Circuit von Mans stattfindenden Grossen Preis sind bis jetzt nur zwei offizielle Nennungen eingegangen. Der A. C. F. rechnet indessen bis zu dem in Monatsfrist ablaufenden Termin auf 20 weitere Meldungen, worunter diejenige von Bugatti. Verlängerung der internationalen Formel? Verschiedene Konstrukteure sollen beabsichtigen, die Verlängerung der internationalen Rennformei um ein Jahr an der nächsten Generalversammlung der A. I. A. C. R. zu beantragen. Der Antrag wird damit begründet, dass die bereits festgesetzte Dauer, von zwei Jahren 1929 und 1930) zu kurz bemessen sei, um die Bewährung der Formel zu beurteilen, haben doch erst Erfahrungen gesammelt und hierauf technisch verwertet zu werden. Die Targa FIorio-Equipe von Alfa Romeo. In Ergänzung unserer Meldung in der letzten Nummer sei noch mitgeteilt, dass die unter Führung von Campari stehende Alfa Romeo-Equipe sich des weitern aus Brilli Peri und Ramponi zusammensetzt. •i«SSiit»B:3{SK»iS tiert. Der Sieger eines jeden Rennens erhält 1000 Pfund, der zweite 500 und der dritte 200 Pfund etc. v. Das Reglement der schweizerischen Automobilmeisferschaft ist soeben erschienen. Wir werden die neuen Vorschriften in der nächsten Nummer in extenso veröffentlichen. Die «Route bleue». Pulman-Omnibus London-Nizza. Die grosszügigen Kombinierungen der amerikanischen Reisegesellschaften, welche die Reisenden bald im Pullman-Express, bald im raffiniert eingerichteten Eil-Omnibus durch das Land führen, soilen demnächst auch auf dem Kontinent verwirklicht werden. Die erste europäische « Eisenbahn - Schiff - Autobus-Verbindung» wird von London aus über Boulogne-sur-Mer bis Nizza führen. Dieser modernst eingerichtete, ganz neuartige Reisedienst nennt sich « Route bleue » : Der Weg aus dem nebligen London dem blauen Süden entgegen! Vorgesehen sind wöchentlich zwei Kurse in jeder Richtung unter Benützung zweier Itineraire, von denen das erste auf vier Tage berechnet über Paris, Grenoble und die Route des Alpes, das zweite, fünftägige, über Paris, Dijon, Lyon, St. Raphael und Cannes führt. Zum erstenmal funktioniert diese Verbindung für die viertägige Route ab Boulogne am 15. und für die fünftägige am 19. März, in umgekehrter Richtung ab Nizza für Route I am 25. und für Route II am 20. März. Die Reisenden werden von Victoria-Station in London mit der englischen Südbahn nach Folkestone und von dort mit dem Schuf nach Boulogne-sur-Mer gebracht, wobei das eingeschriebene grosse Reisegepäck, wie bei Benützung der französischen Bahnen, direkt und zu den gleichen Bedingungen nach Nizza aufgegeben werden kann. Der von Thos. Cook & Son und der Internationalen Schlaiwagengesellschait, unter Mitwirkung der englischen Südbahn, der französischen Nordbahn und der Gesellschaft P. L. M. betriebene Autocardienst benützt luxuriös ausgestattete 40pferdige Pullmanwagen französischer Konstruktion mit je elf Sitzen und einem besondern Reiseführer ausser dem Chauffeur. Die «Route bleue» zeigt neuerdings, in welche Richtung die Entwicklung des modernen Reiseverkehrs zielt. Sie ist eine Bestätigung dafür, dass Bahn und Auto mehr und mehr geschaffen sind, einander zu ergänzen. Der heutige Reiseverkehr verlangt nicht nur Eile, sondern auch Komfort. Im Fremdenverkehr kommt noch der Umstand dazu, dass der Reisende die Eigenarten des von ihm besuchten Landes kennen lernen will. Dort wo die Eisenbahn im Tunnel durch den Berg füiirt, verschafft der Autobus die freie Fahrt auf der Landstrasse, die einen unmittelbaren intimen Kontakt mit Land und Bevölkerung ermöglicht. Die Schweiz wird gut daran tun, die Entwicklung dieser Autocar-Linien im Nachbarlande im eigenen Interesse wachsam zu verfolgen, v. LETZTE IfSELDUNCEN Die Benzinzoll-Brücke. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt will den Anteil Basels am Benzinzollviertel für den künftigen Bau einer neuen Rheinbrücke zurückstellen. Hairaba. Die genaue Einteilung für den Bau der Teilstrecke Mainz-Neckar ist wie folgt ausgearbeitet worden: Erster Abschnitt: Heidelberg - Mannheim - hessische Grenze ; zweiter Abschnitt: hessische Grenze-Frankfurt; dritter Abschnitt: Frankfurt-Mainz- Wiesbaden. Die nächste Aufgabe der Organisatoren wird es sein, Kommissionen für die drei Abschnitte zu bilden. Sie werden der Oberleitung von Prof. Otzen, Hannover, unterstehen. :—: Eisfahrer. Um die Liste der Automobilisten zu vervollständigen, welche die bei der grimmigen Kälte zugefrorenen Schweizerseen zu einer sausenden Fahrt über den Eisspiegel benützten, sei gemeldet, dass ein Automobilist den Untersee in seiner ganzen Breite überfuhr. Noch am Samstag sah man in dem Gewimmel der Schlittschuhläufer auf dem zugefrorenen Neuenburgersee Automobile und Motorradfahrer. :—: Das Komitee für das Referendum gegen das Automobiiversicherungsgesetz in Genf hat beschlossen, sich nach der Abstimmung vom 3. März ist ein ständiges Genfer Komitee für die Verteidigung der Strassenbenützer umzuwandeln. An den Präsidenten des Grossen Rates wird eine Petition gerichtet werden mit dem Begehren, dass der Ertrag aus dem Benzinzoll für die Verbesserung der Kantonsstrassen verwendet werden soll. Alle Vereinigungen von Strassenbenützern waren an dieser Sitzung vertreten. Die Strasse Genua-Rom gesperrt. Automobilisten, die nach Süditalien zu reisen beabsichtigen, seien darauf aufmerksam gemacht, dass infolge eines Bergrutsches bei Sestri Levante ein Strassentunnel vollkommen zerstört und die Strasse verschüttet wurde, so dass der Verkehr nur durch Umleitung auf die Eisenbahn durchgeführt werden kann. CCC.AIi.EOOARDO ßIANCHl-M1l*N CAPITAL 30.000.000 DE LIRES La S. 5: Voiture de grande classe, appreciee des connaisseurs Agents dans tous les cantons de la Suisse Stock pieces detachees: GARAGE SPICHER ä FRIBOURG L'Inspecteur commercial pour la Suisse: RENOUD, la Pommiere, Hermance (Canton Geneve)