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E_1929_Zeitung_Nr.014

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12 ÄUTOMOBTL-REVUE

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. Blatt der „AutomobU'Rerue" (Eine Fastnachtserzählung.) Man hat sich ein grosses, schönes Boudoir vorzustellen: das Zimmer einer jungen Dame aus gutem Hause. Weiter Raum, dreiteiliger Toilettenspiegel, Ottomane und Teppiche, einige Armstühle, alles blau, Bezüge und Tapeten. Die junge Dame aber sass eben in dem Momente wenig damenhaft aber sehr jung auf einem der Sessel und kaute an den Fingernägeln, während ihre schlanken Beine in die Luft baumelten. Sie war, um es gleich herauszusagen, von ganzem Herzen wütend über alles und jedes, und seltsam kontrastierend sass die Wut unter dem blonden Strubel im hübschen Gesicht der kleinen blonden Else. Gott weiss warum, aber an diesem Abend war es Maskenball. Sa sagten es Plakate und Zeitung, und wenn Else am Radio einen Knopf drehte, so flutete ihr ein Rausch von Rhythmen und Takten ins Ohr, in dem Gekicher und lautes Treiben fröhlicher Menschen wogten. Aber davor hütete sie sich. Das durfte sie nicht hören, sonst würde sie am Ende doch noch durchbrennen. Wenn denn ? Sich selber, ihren guten Vorsätzen und ihren Auffassungen von Treue, und gerade über die war sie am meisten wütend. Es war aber auch wie verhext: gerade heute musste sein Brief ankommen, der so lieb zu ihr redete, aus dem alles andere als Faschingslaune tönte, dabei lag var ihr auf dem Tischlein die rote, unverschämt rote Eintrittskarte, die ihr die Freundin gesandt; dabei hatte vor zehn Minuten der indifferente, liebenswürdige Freund auf geläutet: — Höre mal, Elslein, wir erwarten dich! — Worauf aus roten Lippen das geflügelte Wort flog: — Den Fizzlipuzzli könnt ihr erwarten! — und ein: — ach du, tu doch nicht so verheiratet — zurückkam. Der Hörer war kräftig in die Gabel gefahren. Verhexte Lage; dabei war man selber ein kleiner blonder Teufel, der andere verhexen und behexen konnte. Oh, die kleine Else, kannte ihre Macht, so jung sie war. Man ist eine, nicht umsonst eine Frau. Vom andern Stuhl bückte die schwarze Katze mit grünen und dummen Augen herüber. Draussen schlärpelte die Groissmutter herum, guckte durch den Türspalt : «Hör, Else, geh doch hin, damit nimmst du deinem Mannel doch nichts — man ist nur einmal jung, und wenn ich zurückkönnte... «Wenn er aber doch so eifersüchtig ist •und — er geht auch nie tanzen!» sprach, nein schluchzte sie gegen die alte Dame. Sie ^ Erinnerungen an Fasching... Die Treue der kleinen Else. ^^^wi^^^^B^^I Festtage im Hami. Von Sven Hedin. Sven Hedin, der Name bedeutet «in Programm: die wissenschaftliche Eroberung der grossen Wüstenwelt Innerasiens. Nach der Entdeckung des Transhimalaja, die seinen Namen in der ganzen Welt berühmt machte, hatte Sven Hedin nur eine Pause von wenigen Jahren vorgesehen, ehe er wieder hinaus wollte; im Jahre 1926 begann er dann in Peking die neue und grösste Expedition zusammenzustellen, die je aufgebrochen ist. Erbitterter Widerstand der chinesischen Regierung war zu überwinden, doch zäher Wille, diplomatisches Geschick und die Macht seiner Persönlichkeit trugen auch hier den Sieg davon. Noch ist die Expedition mitten in der Arbeit, aber Sven Hedin läsat schon jetzt das Buch über den ersten grossen Abschnitt der Reise unter dem Titel «Auf grosser Fahrt — meine Expedition mit Schweden, Deutschen und Chinesen durch die Wüste Gobi, 1927/28. bereite jetzt bei seinem alten Verleger F. A. Brockhaus, Leipzig, erscheinen. Wir lassen hier mit Genehmigung einen Abschnitt daraus folgen. An einem der ersten Tage gab unser Freund, der Postmeister Cheng, uns ein kam die schweigsame schwarze Schnurr-, freundin einen Nasenstüber, dass das arme Tier mit einem weichen Sprung vom Stuhle fuhr und sich in eine Ecke drückte. — Papperlappap, ging das-Mädchen, diese dumme, dumme Liebe! Da hatte man einen Mejischen lieb und .seinetwegen nahm man sich Freude und Jugend. Nichts, gar nichts war sie wert, die Liebe, nur schwer machte sie es einem und liess die schönen Sätze von der modernen Frau vergessen. Vor ihren Augen wirbelten Musik und tanzende Paare, Konfetti und Masken in wirrem Taumel durcheinander. Sich selber sah sie, schlank und lebendig unter der Seidenmaske mitten drin, frei, ohne grossmütterliche Fittiche. Ein Ballkleid wurde übergeworfen and mit dem Spiegel kokettiert. Einige Zeit später aber warf sich ein hübsches, blondes Bubiköpfchen aufs Bett und schluchzte, schluchzte, während das Grammophon einen Valse summte. Diese Nacht brachte nicht viel Schlaf; Kissen sind zum Hineinbeissen da, Taschentücher zum Zerreissen. Aber am andern Morgen brachte die Grossmutter einen Brief schloss die Tür mit einem Gesicht, das sagte: «Ja, dann ist dir nicht zu helfen.» Die blonde junge Else kurbelte am Grammophon, ein Yale Blues wiegte durchs Zimmer- Auf schlanken Beinen tanzte sie einige; Schritte, drehte sich in den Hüften, dann beans Bett mit einer Heben Handschrift. Verschlafen und müde riss Else das Kuvert auf und las: «Liebstes! Was tatest Du gestern Abend? Denke Dir nur, ich'war am Künstler-Maskenfest im...» Münchener Carneval 1929. Ein lustiger Wagen „Das Tempo". Weiter kam sie nicht Noch am gleichen Tag sah man die kleine Else mit einem neuen Freunde... G. R. Seh. bei seinen vier Besuchen in Peking erhalten hatte. Essen. Die achtunddreissig Gerichte wurden Wir waren kaum in ein kleineres Audienzzimmer geführt worden, als der Fürst, Schah in unser Haus gebracht und eins nach dem andern aufgetragen. Der einzige, der dabei Maksut, von den Chinesen Satschingwang ge- erschien und uns in der verbindlich- fehlte, war der Gastgeber. Er hielt es fürnannt, das klügste, bei den herrschenden heiklen sten Art begrüsste. Er ist ein kleiner wohlbeleibter Herr von siebzig Jahren mit röt- Verhältnissen seine freundschaftlichen Gefühle für uns nicht allzu offen zu verraten. licher Gesichtsfarbe, freundlichen Augen, Adlernase und schneeweissem Bart und trägt Während wir noch bei Tisch sassen, erklang Musik vor unserm Tor. Es war General Lin chinesische Kleidung. Seine Dynastie hat seit Darin, der, begleitet von Reitern und FäÜ- dem sechzehnten Regierungsjahr Kanghsis nen, kam, um seinen Neujahrsbesuch abzustatten. Wir empfingen nicht. Es gilt als Zeichen mangelnder Lebensart, zu Hause zu sein, wenn ein hoher Mandarin 'seine Neujahrsbesuche macht. Wenn alle ihn empfingen, würde der Tag nicht reichen. Am Tag darauf fuhren Siu und ich aus, um Besuche zu machen. Geleitet von sechs Soldaten in Schafpelzen, staubigen Strassen und Wegen zwischen Mauern, Bäumen und Kanälen dahin und erreichten schliesslieh die Residenz des mohammedanischen «Königs». Sein Palast ist in chinesischem Stil erbaut und von einer hohen Lehmmauer umgeben, durch deren Torbogen gerade Esel getrieben wurden, beladen mit den als Brennstoff dienenden dürren Grasbüscheln der Steppe und Wasser in ableisten Holzbottichen- Wir betreten einen geräumigen Salon mit Teppichen, Tischen und Reihen rotüberzogener Stühle. An den Wänden hängen vier gewaltige Plakate, auf denen man die Zeichen der Glückseligkeit und des langen Lebens erkennt. Es waren Gnaden- und Ehrenbezeigungen der Käiserinwitwe, die der Fürst Nichtarabische Abenteuer einer Nacht. Aus den Karnevalstagen. Von W. Szypszyna. Deutsch.von L. Kaszella. Herr Kalasanty Kolasko-Afantowicz sass im Auto und lehnte seine Schläfe mit Vergnügen an die weich ausgeschlagene Wand und beobachtete durch das gegenüberliegende Fensterchen den lebhaften abendlichen Strassenverkehr. Er fühlte, dass ihm so selten; wohl zumute war. Ein besonderes Vergnügen empfand er beim Anblick rasch flimmernder Weihnachtsbäume, die vereinzelt noch immer aus hellen Zimmern emportauchten — dann steigerte sich alles so stark in ihm, sein Herz wurde so übervoll, dass er schon die Weste aufknöpfen wollte, bis er sich plötzlich beschämt erinnerte, dass er ausserhalb seines Heims war und durch die lärmende Strasse zum Ball fuhr. Uebrigens Hami als ihre Haupt- und Residenzstadt gehabt. Die Macht, die Schah Maksut ausübt, ist jedoch nur ein Wahn; streng genommen wird er von den Chinesen nur geduldet. Auch in Turfan, wo sein Schwiegersohn residiert, und in Kutscha gibt es noch derartige mohammedanische Schattenfürsten. Von den Rechtgläubigen erhebt er eine Abgabe, die grösser rollten wir aufsein soll als die Steuern der Chinesen, und er soll daher bei den Bekennern des Islams auch nicht besonders beliebt sein. Schah Maksut, den die Seinen «Padischah» (König) betitelten, war ein lebhafter, aufge- kein Wunder. Herr Kalasanty Kolasko öffnete allem vertrauensvoll sein Herz und alles trat hinein und liess beim Verlassen die Visitenkarten zurück, auf denen stets ein und dasselbe in Gold gepresste Wörtchen schimmerte: «Glückseligkeit». Er liebte alles. Er liebte seinen Namen, an dessen Melodie er sich nicht genug erfreuen konnte: Kalasanty Kolasko - Afantowicz, seine Zigarettendose, seinen Schreibtisch, seine Kollegen, seine Zigarre, seine Bridgepartie und seine Bekannten — ach! Und ausserdem liebte er auch noch seine Frau! Furchtbar, über alle Massen! Er vergötterte diese Frau wegen ihrer stillen Stimme und am meisten um ihrer Feinheit und Zartheit willen. Erst heute hatte sie ihn gedrängt, auf ihre Migräne nicht zu achten, auf den Maskenball zu gehen and sich zu zerstreuen; denn «das ganze Haus liegt — wie sie sagte — auf deinen armen Schultern.» Welch zartes Mitgefühl und Verständnis, dass sich der Gatte am besten unterhält, wenn er allein ist! Er war ihr dafür unendlich dankbar Bei der Erinnerung an seine «armen Schultern», auf denen das ganze Haus zusammen mit den drei Stockwerken ruhte (ohne Hochparterre, Parterre, den Dachboden, die Schornsteine und Antennen zu zählen, was auch nicht gerade wenig war), zusammen mit der grossmäuligen Portiersfrau, mit den Mietern, ihren Töchtern und Klavieren — bei der Erinnerung an diese Last lüftete er seinen Hut und berührte voll Zufriedenheit seine Fiisur. — Eine feinfühlige Frau — wiederholte er im Geiste — sie wollte mir nicht Gesellschaft leisten, ja, sie hat mir sogar eine originelle Maske zurechtgemacht: einen Schmetterling, und sagte, dass ich in ihr wunderbar aussehen würde; lächelnd drohte sie mir mit dem Finger, wurde plötzlich ernst und fragte: «Du liebst mich dach?» Wie sollte man hier nicht lieben! Eine leichte Erschütterung und ein dumpfes Knurren des haltenden Autos brachte ihn aus den Gedankengängen heraus. Er war mi Ort und Stelle. Rasch legte er das Visier auf, sprang heraus, zahlte und begann die breiten, leicht überfluteten Stufen heranzuschreiten. In der Garderobe gab er den Pelz ab und betrat gleichzeitig mit einigen gleichfalls maskierten Herren den Saal. Sofort schlug ihm die Atmosphäre der Heiterkeit entgegen, deren Bestandteile waren: Uebermass an Licht, starker Parfümgeruch, prunkvolle Toiletten, Aufflackern entblösster, voller Schultern, wunderbares Zusammenspiel verschiedenartigsten Schmuckes, geschmeidige, schlanke, eng anliegende männliche Kostüme, die v on fern den Eindruck wohlgelungener und räumter und unterhaltender Mann. Wir brauchten keinen Dolmetscher, um uns zu verständigen; wir unterhielten uns in seiner eigenen Muttersprache, Osttürkisch. Seine erste Frage galt Professor A. v. Le Coq in Berlin, der durch seine epochemachenden Expeditionen in der Gegend von Turfan und anderen Fundorten in Innerasien berühmt ist. «Und ob ich v. Le Coq kenne? Er ist einer meiner allerbesten Freunde!» konnte ich erwidern, worauf der Fürst von seinen Erinnerungen aus jener Zeit erzählte und mich bat, v. Le Coq seine Grüsse zu überbringen. Von meinem Vaterland Schweden und seiner Lage hatte er recht unklare Vorstellungen. «Wie weit liegt Ihr Land von Istambul entfernt?» — «Vier Tagreisen mit der Eisenbahn» — «Oh, da sind Sie ja Nachbarn der Türken!» — Er selbst braucht ja drei Monate, um nach Peking zu reisen. Dann erkundigte er sich nach unserer Reise durch Asien und konnte nicht verstehen, warum wir acht Monate unterwegs gewesen waren, wo die Karawanen doch nur drei Monate dazu brauchen. Ich erklärte ihm, dass wir gearbeitet, beobachtet und gesammelt hätten, und fragte ihn, warum sie sich vor uns gefürchtet und den Verdacht gehegt hätten, wir hätten Böses im Sinne. Er entgegnete : «Wenn so viele gutbewaffnete Europäer sich unseren Grenzen nähern, ist es wohl nicht verwunderlich, wenn wir argwöhnen, sie. seien der Vortrupp eines feindlichen Heeres. In China herrscht Krieg und wir müssen vorsichtig sein. Aber gefürchtet vor Ihnen haben wir uns nicht, zumal wir wussten, dass der Sohn Ihres Königs Gutes von Ihnen gesagt und Sie der Regierung in Peking empfohlen hat. Wir konnten jedoch nicht wissen, ob Sie die Rechten waren oder andere. Jetzt verstehen wir den Zusammenhang.» Wir verabschiedeten uns und setzten unsere Runde fort. General Liu war jetzt eitel Wohlwollen und lud den ganzen Stab zu einem Festessen ein, bei dem er selbst, der Magistrat und Schah Maksut die Wirte sein würden. Das Gastmahl werde im Hause Jollbars Khans stattfinden, dem einzigen, in das der König sich begeben könne, da er dort vor der Gefahr sicher sei, ein mit Schweinefett zubereitetes Gericht zu essen zu bekommen. Schliesslich beehrten wir mit unserer Aufwartung noch den Bürgermeister, einen stattlichen, gesprächigen Herrn, sowie den liebenswürdigen General A., der dreissig Jahre in Sinkiang, besonders in Ili und Tarbagatai, gedient hatte, und den Postmeister Cheng, der uns mit kandierten Walnüssen bewirtete und gute Ratschläge gab. Am 29. Januar kamen unsere treuen Mongolen von ihrem Lager in die Stadt, um Kleider und Proviant zu kaufen. Sie füllten unseren Hof mit ihren grossen Zelten, ihren