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E_1929_Zeitung_Nr.014

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mando zur Anzeige zu

mando zur Anzeige zu bringen, damit dasselbe die zuständigen Baudirektionen hievon avisieren kann. Auch bei Unfällen haben sie ihre Dienste anzubieten und für Beizug von rascher Hilfe besorgt zu sein. Ueber alle ihre Konstatierungen haben sie periodisch ihrer Oberbehörde Bericht zu erstatten und hiebei im speziellen auch von allfälligen Verbesserungsvorschlägen Kenntnis zu geben. Die italienischen Polizeibehörden sind der Ansicht, dass auf diese Weise verschiedene Unzukömmlichkeiten im Strassenverkehr den zuständigen Behörden zur Kenntnis gebracht und durch Vornahme von Verbesserungen, sei es in der Verkehrsregelung oder im Strassenzustand, zahlreiche Unfälle verhütet werden können. Es kommt daher der neuen italienischen Verkehrspolizei — und das ist das besonders Erfreuliche an ihrer Schaffung — neben ihrer kontrollierenden Tätigkeit auch eine starke unfallverhütende Betätigung zu, so dass deren Neuschaffung zweifellos sehr befriedigende Erfolge, ähnlich wie dies bei dem Strassenhilfsdienst der englischen Automobile-Association der Fall war, mit sich bringen dürfte. s. Der betrübende Fall. Das Polizeikommando des Kantons Bern schreibt uns: Nachdem das Opfer des Verkehrsunfalls in Zwingen (Nacht vom Sonntag auf Montag, 11. Februar 1929), Fräulein Fanny Marquis, Hotelangestellte in Grellingen, an den Folgen des Unfalls Freitag, den 15. Februar gestorben, der verantwortliche Führer aber bisher immer noch unbekannt geblieben ist, setzt die Polizeidirektion des Kantons Bern eine Belohnung von Fr. 500.— zur Ermittlung des Täters aus. Die Ausrichtung würde, unter Ausschluss des Rechtsweges, durch die Polizeidirektion des Kantons Bern vorgenommen. Sachdienliche Mitteilungen beliebe man auch weiterhin an den nächsten Polizeiposten oder das Polizeikommando des Kantons Bern (Telephon Bollwerk 13.42) zu richten. Wiederholend wird dabei, im Anschluss an die bereits ergangenen Pressemeldungen, mitgeteilt, dass das in Frage kommende Motorfahrzeug Beschädigungen aufweisen muss. Dabei bleibt in hohem Masse verdächtig ein blaues (eventuell dunkelblau bis schwarzes) Auto, das nur noch mit einem Scheinwerfer fahrend, in der kritischen Zeit von verschiedenen Zeugen in übermässiger Geschwindigkeit zwischen Zwingen und Laufen sowie Laufen und Röschenz gesehen worden ist Ziinhev Notiazen Zwei bedeutende Verkehrsvorträge In Zürich. Die verschiedenen Strassenverkehrsprobleme gewinnen mit dem rapid zunehmenden Verkehr immer mehr an Bedeutung und ist es bei der Prüfung neuer Projekte und Lösungen der mannigfachen Fragenkomplexe von besonderem Interesse, feststellen zu können, wie im Ausland und speziell in den europäischen Grossstädten die Verkehrsregelung und -Abwicklung verbessert und gefahrloser gestaltet wird. In sehr verdienstvoller Weise hat es die Sektton Zürich des Automobil-Club der Schweiz unternommen, zwei kompetente Auslands-Fachleute des Strassenverkehrs in Zürich zu Worte kommen zu lassen, indem sie am 25. Februar und 4. März 1929 nachstehende öffentliche Vortragsabende veranstaltet: 25. Februar, 20.15 Uhr: Vortrag von Herrn Gustave Dallier, sous-directeur ä l'Administration Centrale de la Police Muni cipale de la Ville de Paris, über «Mesures recentes prises pour ameliorer la circulation routiere. Projets et Suggestion pour l'avenir.> 4. März, 20.15 Uhr: Vortrag von Herrn Staatsanwaltschaftsrat Grau, Syndikus des Automobil-Club von Deutschland, Berlin, über «Moderne Verkehrsprobleme und die Verkehrsregelung in den deutschen Grossstädten. Beide Vortragsabende finden im grossen Saal des Restaurant «Kaufleuten», Pelikanstrasse 18, in Zürich statt. Die Vorträge sind öffentlich und können Eintrittskartn beim Sekretariat der Sektion des A.C.S., Waisenhausstrasse 2, Zürich, und an der Abendkasse im Restaurant «Kaufleuten» bezogen werden. Den beiden Vorträgen, die von zahlreichen Lichtbildern begleitet sein werden und zu denen auch die städtischen und kantonalen Behörden eingeladen sind, dürfte im Hinblick auf die zur Verfügung stehenden Referenten zweifellos eine besondere Bedeutung zukommen. Sie dürften willkommenen Anlass bieten, sich aus dem Munde prominenter ausländischer Fachleute über die Verkehrsschwierigkeiten und neuen Lösungen für eine reibungslose und rasche Verkehrsabwicklurig in den europäischen Grossstädten in ausführlicher und kompetenter Weise orientieren lassen. Eine weitere Gruppe von Unfallursachcn, die direkt mit dem Motorfahrzeugbetrieb in Zusammenhang steht, für welche aber der Fahrer nur in den wenigsten Fällen verantwortlich gemacht werden kann, bilden die technischen Fehler und Mängel des Fahrzeuges- Sie werden in der Statistik folgendermassen klassifiziert: Prozentualer Ulifallursache Anteil Fehler und Mängel der Wagenausrüstung (exkl. Bremsen und Steuerung 2,1% Mangelhafte Beleuchtung am Wagen 1,3% Ungenügend wirkende Bremsen 1,1% Unwirkanie Ahblendungsvorrichtung 0,8% Fehlerhafte Steuerung 0,5% Ueberladen des Fahrzeuges 0,4% Verschiedenes 0,8% Die Ergebnisse dieser Erhebung sind gewiss ebenso überraschend als belehrend. Sie dokumentieren den hohen Grad der Zuverlässigkeit, welchen die Motorfahrzeugkonstruktion heute erreicht hat. Gerade der Umstand, dass auf hundert nur je ein einziger Unfall durch unwirksame Bremsen verursacht worden ist, sollte vorab die Behörden interessieren. Die Tatsache ilustriert so recht, wie z.B. auch die schweizerischen Konkordatsvorschriften, die eine Maximalgeschwindigkeit von 18 km innerorts vorsehen, vollständig veraltet und deplaciert sind. Wenn in Städten wie London, wo die Fahrgeschwindigkeit überhaupt nicht limitiert ist, nur ein Prozent der ernsten Unfälle auf das Versagen der Bremsen zurückzuführen ist, dann steht fest, dass bei der jetzigen Vervollkommnung der Bremsen ein Tempo von beispielsweise 30 km innerorts bezüglich der Bremsmöglichkeit mindestens so ungefährlich ist wie das geradezu lächerliche Maximum von 18 km, das vor zwanzig Jahren seine Berechtigung gehabt haben mag. Die technischen Mängel der Wagenausrüstung haben absolut gerechnet gegenüber dem Vorjahre in vermehrtem Masse zu Unfällen beigetragen. Wenn aber die Zahl der Ereignisse mit dem enorm angewachsenen Motorfahrzeugbestand in Beziehung gesetzt wird, dann ergibt sich sogar eine Abnahme. Möglicherweise ist die absolute Zunahme an derartigen Unfallursachen auf die stark vermehrte Zahl von im Verkehr befindlichen älteren Fahrzeugen, die als Occasionsvvagen noch Liebhaber gefunden haben, zurückzuführen. Es mag dies darauf hindeuten, wie notwendig eine sorgfältige technische Nachkontrolle bei Besitzwechsel älterer Wagen ist und wie viel zweckmässiger es ist, wenn die Polizei ihr Augenmerk mehr den schon lange im Gebrauch stehenden Fahrzeugen widmet und diese gelegentlich einer Kontrolle auf Herz und Nieren prüft, als ihre Tätigkeit' hauptsächlich auf Geschwindigkeitskontrollen zu beschränken. Und nun zu den übrigen Strassenbenützern! Für 43 % aller Verkehrsunfälle mit tragischem Ausgang tragen sie die Schuld! Allen einseitig orientierten Leuten, die in Wort und Schrift immer nur den Motorfahrzeugführer in Acht und Bann erklären, sei mit Nachdruck mitgeteilt, dass die Fussgänger, Velofahrer und Fuhrleute sogar in höherem Masse als die ersteren durch fehlerhaftes Benehmen an der schwarzen Liste der Verkehrsunfälle mitschuldig sind! Ihre verantwortliche Beteiligung an den Ereignissen hat empfohlen worden. Bob SagTeve, der in dieser Zeit häufig erst in der Nacht aus den Betrieben oder seinem Bureau kam und gelegentlich von Hause bereits in den frühen Morgenstunden zu seinen Zeichnungen und Berechnungen zurückkehrte, hatte sich bei diesen Gelengenheiten wiederholt überzeugt, dass der Wachtdienst zuverlässig war und wie angeordnet funktionierte. — Der Wächter blickte nach der Uhr. Es war wenige Minuten über halb drei. Die Nacht war kalt, regnerisch und stockdunkel. Von dem Haupteingang her leuchtete ein Schimmer des grossen Tiefstrahlers herüber. Auch am Verwaltungsgebäude, um das sich ein Stück der Uebungsbahn zog, brannte eine Lampe. Von drüben wa» auch vor einer guten Stunde der Kontrollbeamte gekommen, der es aber schnell vorgezogen hatte, wieder sein warmes, helles Zimmer aufzusuchen. «Der hat es besser als unsereiner,» murmelte bei diesem Gedanken derWächter halblaut vor sich hin und wischte sich die Müdigkeit aus den Augen. Die Nässe und Kälte legten sich dicht und schwer auf ihn und Hessen ihn apathisch den Weg verfolgen. Er war ein alter Mann und das Rheuma steckte ihm in den Gliedern. Jetzt befand er sich auf der Rückseite der weiten Halle. Hier lag ein Bahngeleise mit einer Laderampe, dahinter die breite Schiebetür, mit Schiebestangen verschlossen. Eben hatte der Mann die Rampe passiert, als er ein scharfes, metallisches Knacken vernahm, so laut, dass er es. trotz seiner AUTOMOBTL-PFVUE 1929 — Wodurch werden die schweren Verkehrsunfälle verursacht?") *) Siehe „Auto-Revue" No. 13. (Fortsetzwijr des Feiiflrtons.) zwar erfreulicherweise gegenüber dem Vorjahre um ganze fünf Prozent abgenommen, steht aber immer noch vier Prozent, d. h. mit 38 Fällen, höher als diejenige der Lenker von schnell fahrenden Vehikeln- Für die Erwachsenen und die Schuljugend sind die Berechnungen getrennt durchgeführt worden, da die Mittel der Aufklärung entsprechend den unterschiedlichen Gewohnheiten der beiden Altersklassen verschieden gestaltet werden müssen. Die hauptsächlichsten Untugenden der Jugend ergeben sich aus nachstehenden Zahlen: Prozentuale Unfallursache Unvermitteltes Verlassen des Trottoirs bei Spielen oder Verfolgung von Spielzeugen 6,5 Achtloses Ueberschreiten der Strasse 4,8 Plötzliches Hervorspringen hinter Fahrzeugen 2,4 Spielen auf der Strasse 1,2 Anhängen an Fahrzeuge 0,4 Verschiedenes 1,0 Beteiligung 16,3 oder 152 Fälle. Das achtlose Spiel auf der Strasse ist immer noch für den grössten Teil der durch Kinder verschuldeten Unfälle verantwortlich. Es wird also die gemeinsame Aufgabe von Schule, Eltern und Aufsichtsorganen sein müssen, die Kinder immer mehr davon abzubringen, die Strasse als Tummelplatz zu benützen. In Grossstädten wird dies allerdings nur dann erreicht werden können, wenn genügend Spielplätze und Anlagen der Jugend für ihre Freizeit offenstehen. Es muss deshalb auch in städtebaulicher Hinsicht bei der Ausgestaltung oder Neuanlage von Quartieren immer mehr darauf Bedacht genommen werden, der Jugend die notwendigen verkehrsfreien Flächen für ihre Erholung und Spiele einzuräumen. Die Erwachsenen begehen im Strassenverkehr vielfach noch die nämlichen Fehler, die sie sich schon als Kinder angewöhnt haben, wozu sich noch einige weitere gefährliche Untugenden gesellen, wie dies die Tabelle dokumentiert: Prozentualer Unfallursachen XX. Anteil von der Gesamtheit der registrierten Ursachen Nachlassiges und unvorsichtiges Ueberqueren der Fahrbahn 7,8% Verlassen des Trottoirs, ohne dem Verkehr auf der Strasse die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken 3,8% Plötzliches Auftauchen hinter Fahrzeugen 2,2% Körperliche Gebrechen 1,6% Auf- und Abspringen von in Bewegung befindlichen Vehikeln 1,6% Unvorsichtiges Kreuzen vor Fahrzeugen 1,0% Betrunkenheit 0,4% Unnötiges Begehen des Fahrdammea 0.3% Verschiedenes 0,4% 19,1% oder 178 Fälle. Die üble Gewohnheit, die Fahrbahn zu überqueren, ohne sich vorher durch einen Blick nach beiden Seiten über die Verkehrsverhältnisse auf der Strasse orientiert zu haben, hat nicht weniger als 73 Todesopfer gefordert. Diese Unfallursache steht bezüglich ihrer Gefährlichkeit somit an zweiter Stelle. In Ländern mit einer weniger straffen Organisation der Verkehrspolizei ist dieser Prozentsatz sicher noch bedeutend höher. Der Go- und Stoppverkehr, der leider in der Schweiz u. W. noch nirgends eingeführt Schwerhörigkeit deutlich hörte. Mit einem Ruck drehte er sich um und leuchtete mit einer Handlampe die Front der Halle ab. Und plötzlich fühlte er förmlich, wie ein dunkler, schwerer Körper mit einem mächtigen Satz von der Rampe herunter auf ihn zusprang. Mechanisch Hess er in jähem Schreck die Lampe fallen und versuchte die Alarmpfeife an die Lippen zu bringen. Es war zu spät ! Ein dumpfer Schlag und haltlos fiel der Mann in sich zusammen. Das alles hatte sich blitzschnell und lautlos abgespielt. Die Lampe lag an der Erde und leuchtete dem Mann, der sich jetzt an dem bewusstlosen Wächter zu schaffen machte und ihm mit einiger Mühe den dicken Mantel auszog, in den er sogleich hineinschlüpfte. Dann setzte er sich die Mütze des Wächters auf, ergriff Schlüsselbund und Lampe, überzeugte sich mit einem kurzen Blick, dass der Ueberfallene in tiefer Bewusstlosigkeit verharrte und eilte mit schnellen Schritten davon. Er hatte gerade das Eingangstor der Halle erreicht, als sich aus dem Dunkel ein Schatten löste. «Vorwärts, Etienne,:» klang die unterdrückte Stimme des «schwarzen Raoul», «der Weg ist frei!» Etienne in der Wächteruniforni eilte zum Tor und klopfte: «Aufgemacht, John,» rief er mit verstellter Stimme und zog den Schirm der Mütze tiefer ins Gesicht. Nach einer kurzen Weile kam ein Lichtschein näher und in einer kleinen Türöffnung erschien das Gesicht des zweiten Wächters. worden ist, reduziert die Möglichkeit der gedankenlosen Ueberquerung der Strasse auf ein Minimum, indem eben der Verkehrspolizist für den bequemen Fussgänger denkt und ihm die Strasse in bestimmten ZeitabständerJ in einer Richtung frei gibt. In Städten aber, wo Jeder einzelne noch nach eigenem Gutdünken die Strasse benützen kann, muss es zwangsläufig in vermehrtem Masse zu Kollisionen zwischen Fahrzeugen und Passanten kommen. Erfreulicherweise ist das Selbstverschulden der erwachsenen Fussgänger innert drei Jahren bereits um einige Prozent zurückgegangen und ist anzunehmen, dass die ständigen Anstrengungen gerade der Safety First Organisation auch hier bereits ihre guten! Früchte gezeitigt haben. Das umfangreiche Sündenregister der Fussgänger zeigt aber noch deutlich die Notwendigkeit weiterer Erziehungs- und Aufklärungsarbeit- Die Velofahrer endlich, als weitere Kategorie der Passanten, haben 7,1 % aller Unfälle oder 66 Ereignisse durch vorschriftswidriges Fahren verursacht. Auch hier lässt sich durch geeignete Massnahmen noch manches erreichen, was um so eher erwartet werden kann, als die Beteiligung der Velofahrer an Kollisionen bereits zurückgegangen ist. Zu den Unfallursachen, die ausser dem Machtbereich des Strassenbenützers liegen, gehören einmal die Ungunst der Witterung, die 4,2 % aller tödlichen Unfälle verschuldet hat, ferner Feuer, das nur in drei Fällen (0,3 % vom Total) ein Unglück veranlasste und endlich der Strassenzustand, weichem 6,2 % der Unglücksfälle zugeschrieben werden. Die durch irgendwelche Defekte der Strasse begründeten Unfälle haben aber gegenüber dem Vorjahre um 1,5 % abgenommen, woraus hervorgeht, dass die Behörden bestrebt sind, die Strassen immer weitgehender dem Verkehr anzupassen. Interessant ist endlich noch die Feststellung, wonach gerade dort, wo die Voraussetzungen für die Verkehrsabwicklung am günstigsten wären, die Unfälle sich überraschenderweise häufen. So fallen nur 20,9 % der Unfälle in die Verkehrsstosszeiten, während 79,1% sich während den ruhigeren Tagesstunden ereigneten. Auf die Anlage der Strasse bezogen, ereignen sich 66,7 % der Kollisionen auf geraden Strassenstrecken, 19,4 % f an Strassenkreuzungen und nur 13,9 %' in Kurven. Die gegenseitige Aufmerksamkeit lässt also sofort entsprechend nach, sobald der Strasenbenützer glaubt, sich in Sicherheit wiegen zu können, und dieser Trugschluss ist gefährlicher als der ärgste Verkehrsknäuel im Herzen Londons! So zeigen denn die obigen Zahlen, dass Verantwortung und Schuld sich stark auf die verschiedenen Klassen von Strassenbenützern verteilen und d'e Fussgänger vorab absolut keine Ursache haben, sich pharisäerhaft über die Motorfahrzeuglenker zu beklagen. Es wird aber bei gegenseitigem guten Willen und unter der fachkundigen Anleitung eines Verbandes wie der Safety First-Organisation wohl möglich sein, dem Verkehr viel von seiner scheinbaren Gefährlichkeit zu nehmen. Sache ausländischer Behörden und Verbände aber sollte es sein, aus obigen Zahlen ebenfalls die notwendigen Schlüsse zu ziehen und nach Mitteln zu suchen, die Sicherheit auf der Strasse weitmöglichst zu heben. bi. «Was ist denn los, alter . . .> «Sei still, Mr. Sagreve wünscht seinen Wagen zu sehen!» Und da sagte auch schon Sagreve — ohne Zweifel war es Mr. Sagreve's Stimme, diese tiefe, ein wenig scharfe Stimme, gegen die es keinen Widerspruch gab: «Oeffnen Sie, John, ich habe eine kurz« Feststellung an meinem Wagen zu machen!» Da griff John mit geschäftigen Händen zu den schweren Riegeln. Weit sperrte er das Tor auf und legte die Hand an die Mütze: «Guten Morgen, Mr. Sagreve, alles ist in Ord.. .5» Das letzte Wort wurde ihm durch einen schweren Schlag auf den Kopf abgeschnitten. Wie ein Sack knickte er zusammen. Unter ohrenbetäubendem Krachen sprang der Motor, der von einer Probefahrt*des Vortages betriebsrertig war, an- Jetzt war der Wagen aus der Halle, jetzt vor dem Haupttor. Raoul riss die beiden Flügel auf und mit einem Aufheulen jagte der Wagen in den grauenden Morgen hinein. Als der Alarm in der Fabrik einsetzte, als Jonathan Stups wie elektrisiert aus dem Bett sprang und nur notdürftig bekleidet in seinem kleinen World die Werksanlagen erreichte, war der Sagreve mit Etienne am Steuer in wahnsinniger Fahrt auf dem Wege zur Küste begriffen. Ein Einholen war unmöglich. In fliegender Hast wurde die Polizei verständigt, die sogleich alle Stationen durch Funkspruch alarmierte. (Fortsetzung folgt)

jjo 14 — 1929 Das Rennen am Marchairuz. Die beiden Sektionen Genf und Waadtland haben an einer gemeinsamen Sitzung, die am 13. Februar in Nyon stattfand, die definitive Durchführung des Rennens beschlossen und gleichzeitig die Organisation in grossen Linien festgelegt Die Organisation des Strassendienstes wird von der Sektion Waadtland und die sportliche Organisation von der Sektion Genf übernommen. Die Rennstrecke ist von 6 auf 10 km ausgedehnt worden. lt. Neuer Weltrekord-Versuch. Ettore Bugatti hat den bekannten Rennfahrer Divo beauftragt, mit einem Wagen der Molsheimer Fabrik den 24-Stunden-Weltrekord in Angriff zu nehmen. Der Tag des Versuches ist noch nicht festgesetzt. V. Die neue Formel des Grossen Preises von Indianapolis. Das bedeutendste amerikanische Rennen wird, wie wir bereits früher ankündigten, unter einer neuen Formel gestartet. Die alte Formel hiess: 1500 cem Zylinderinhalt (Kompressoren ermächtigt), Minimalgewicht 635 kg, Einplätzerkarosserie. Als neue amerikanische Formel wurde aufgestellt: 1. Zylinderinhalt frei. 2. Minimalgewicht entsprechend den Zylinderinhalten. Die Gewichte normaler Serienkarosserien dienen als Massstab für den Vergleich der Gewichte und Zylinderinhalte. 3. Höchstens zwei Ventile pro Zylinder, aber keine Beschränkungen für ventillose Motoren. 4. Höchstens zwei Vergaser. 5. Keine Kompressoren. 6. Zwei Bremsvorrichtungen, wovon die eine alle 4 Räder bedient. 7. Breite des Chassis, gemessen an der Basis des Führersitzes, 67,5 cm. 8. Zweiplätzerkarosserie. Dieser amerikanischen Formel, die auf den Verbrauch an Betriebsstoffen keinerlei Rücksicht nimmt, steht die internationale Formel des A. I. A. C. R. gegenüber: Zylinderinhalt frei, Minimalgewicht ohne Belastung 900 kg, 14 kg Oel und Benzin auf 100 km. Dass gerade die Amerikaner sich um die heftig umstrittene Formel einen Deut scherten, war nicht anders zu erwarten. lt. Der Kilometer-Afrete von Eaumorte. Die offizielle Reglementierung des schweizerischen Autosportes. Das Reglement des Kilometer-Arrete von Eaumorte, dessen Vorbereitungen bereits in der «A.-R.» eingehend gewürdigt wurden, ist soeben erschienen. Wie üblich, gliedert es sich in zwei Teile : der internationalen und der nationalen Ausschreibung. Die Charakterisierung des Reglementes ist durch folgende, dieser Tage erlassene Erklärung der nationalen Sportkammission gegeben: Die Wageneinteilung bei den nationalen Veranstaltungen bleibt im Jahre 1929 die gleiche wie im Vorjahre. Die Fahrzeuge sind in drei Kategorien (Renn-, Sport- und Tourenwagen) eingeteilt; jede Kategorie umfasst zehn Klassen. Die Wagen müssen ausserdem den Vorschriften des Anhangs A des Nationalen Sportreglementes entsprechen. Hingegen weist die internationale Regelung für 1929 in bezug auf die von den Sportwagen der Klassen A, B und C mitzuführende Personenzahl oder den mitzunehmenden Ballast eine leichte Aenderung auf. Die Fahrzeuge brauchen nur mit zwei Sitzen versehen zu sein, müssen aber aussejr dem Fahrer ein mindestens drei Passagieren entsprechendes Gewicht transportieren. Das internationale Rennen. weist — und wie man weiss, vielleicht als letzte Sportsaison, ist doch bekannt, dass die internationalen Sportbehörden auf energisches Drängen verschiedener nationaler Sportkommissionen hin, worunter wir die Schweiz an erster Stelle nennen dürfeni sich mit dem Gedanken tragen, als dritte gleichberechtigte Kategorie die Tourenwagen zuzulassen — die traditionellen Kategorien Sport- und Rennwagen auf. Die Vorschriften für die Bemannung, das Gewicht und die Karosserie etc. sind bekannt. Wie beim Kilometer-Lance wird als Zeit das Mittel zwischen Hin- und Rückfahrt genommen. Meldungsfrist mit einfacher Nenngebühr (Fr. 50.— für die Sportkategorie, Fr. 80.— für die Rennkategorie): 4. März, 18 Uhr; mit doppelter Nenngebühr: 9. März, 24 Uhr. Postscheck 1277, Genf. Die Wagenabnahme . findet am 16. März, zwischen 15 u. 16 Uhr, im Hof der Plainpalais- Kaserne Genf statt. Reklamationen werden bis 19 Uhr desselben Tages vom Sportkommissär entgegengenommen. Der Wagenpark bleibt von der Wagenabnahme bis eine Stunde vor dem Rennen gesperrt. Eine Versicherungsprämie von 14 Franken wird zur Deckung der Risiken während dem Rennen erhoben. Dieselbe Prämie hat auch Geltung für das Training, welches für den Donnerstag, Freitag und Samstag zwischen 5 und 8 Uhr morgens vorgesehen ist. Das nationale Rennen. Hier finden wir unsere heimischen Kategorien Tourenwagen, Sportwagen und Rennwagen. Selbstredend fehlen die beiden helvetischen Koeffizienten für die Tourenwagen nicht: 1,7 für die Zweitaktmotoren und 1,3 für die Kompressoren. Auf Einzelheiten einzutreten erübrigt sich. Die Meldungsfristen (4. und 9. März) sind die gleichen wie für das internationale Rennen, die Gebühren betragen indessen 40 Franken für die Touren- und Sportwagen und 70 Franken für die Rennwagen. Ebenso gelten die weiteren Bestimmungen bezüglich Abnahme der Wagen, Versicherung und Prämie. Im internationalen Rennen wird bei einer Startbeteiligung von mindestens drei Konkurrenten ein Preis pro Klasse plus ein Preis pro Kategorie ausgesetzt, im nationalen Rennen ist der Gabentisch ausser diesen Preisen durch einen Amateurpreis bereichert V. Die grossen Automobilturniere des Jahres 1929. Es scheint, dass die allgemeine Rennmüdigkeit den eigentlichen Automobilturnieren, die neben dem eigentlichen Sport auch besonders den gesellschaftlichen Charakter der Veranstaltung betonen, weniger Abbruch angetan hat als den eigentlichen Geschwindigkeitsrennen. Wenigstens waren die letztjährigen derartigen Veranstaltungen ziemlich gut besucht, und auch für die diesjährigen grossen Automobilturniere kündigt sich bereits ein lebhaftes Interesse an. Die interessierten Clubs tun aber auch alles, um ihren Meetings Jahr für Jahr durch Einbeziehung neuer Konkurrenzen zu vermehrtem Erfolge zu verhelfen. Von den diesjährigen Automobilturnieren müssen diejenigen von Wiesbaden und Baden- Baden genannt werden, die auch diesmal unter der Organisation der rührigen Wiesbadener Automobil-Club und Badischer Automobil-Club stehen. Beide Veranstaltungen haben ihre hauptsächlichste Konkurrenz in den beiden Geschwindigkeitsrennen Rund um den Neroberg einerseits: und im Bergrennen Baden-Baden-Plättig anderseits. An weitern bedeutenden Automobilturnieren Deutschlands sind zu nennen diejenigen von Saarbrücken, Bad Neuenahr, Bad Kreuznach, Bad Pyrmont und Berlin. In Oesterreich sieht erstmalig der Oesterreichische Automobil-Club ein Wiener Automobilmeeting vor, das mit einer internationalen Automobilsternfahrt nach Wien seinen Anfang nimmt. AUTOMOBIL-REVUE In Frankreich erfreuten sich die Automobil- Meetings der verschiedenen Touristen- und Kurorte stets einer besonderen Beliebtheit, und Namen wie Nizza, Cannes, Comminges, Boülogne-sur-Mer, Sable-d'Olonnes, etc. besitzen guten internationalen Klang. Auch Monaco besitzt in seinem grossen internationalen Autoturnier von Monte Carlo alljährlich eine sehr bedeutende Veranstaltung dieser Art. Auffallenderweise hat diese Art Automobilveranstaltungen bis 1928 in Italien wenig Anklang gefunden. Erst im November 1928 hat erstmalig der Rivierakurort San Remo die Initiative zur Abhaltung eines Automobil- Meetings ergriffen, und wie die Resultate gezeigt haben, mit sehr schönem Erfolg und guter Beschickung. Belgien hatte in den Nachkriegsjahren und bis 1928 stets seine bekannten Automeetings von Spa und Ostende ausgefahren, und es ist seither nie bekannt geworden, aus welchen Gründen eigentlich von deren Wiederholung abgesehen wurde. Wenn man die Anstrengungen des Auslandes auf diesem Gebiet des Automobilsportes verfolgt, so fällt es um so mehr auf, dass sich die Schweiz, das Touristenland par excellence, und deren bedeutende Kurorte und Touristenzentren wie Genf, Lausanne, Montreux, Bern, Interlaken, Luzern, Zürich etc. bis anhin auf diesem Gebiet nicht betätigt haben, trotzdem gerade während der Sommermonate zahlreiche ausländische Autotouristen sich in unserem Land, aufhalten und sou wenn der Veranstaltung noch ein gewisser gesellschaftlich-propagandistischer Anstrich gegeben wird, die Beschickung der diversen Konkurrenzen sicherlich eine erfreuliche wäre. Um so mehr ist es zu begrüssen, dass es nun gerade das schweizerische Automobilneuland Graubünden ist, das hier mit begrüssenswerter Initiative vorangeht und erstmalig für den Monat August (15. bis 18. August) ein grosses Automobilmeeting in St. Moritz ankündigt. Es ist denn auch anzunehmen, dass bei dem guten Organisationstalent der Engadiner Sportleute mit einer tadellosen Organisation und Aufmachung der Veranstaltung zu rechnen ist und daher der sportliche und propagandistische Erfolg ein sehr guter sein wird, besonders wenn es gelingt, #ass die Veranstaltung nicht mit der Internationalen Alpenfahrt kollidiert, was u. E. eine conditio sine qua none für das Graubündner Automobilmeeting bedeutet. Der zu erwartende Erfolg dürfte vielleicht auch dafür sorgen, dass das St. Maritzer Meeting dann auf dem Automobilkalender 1930 als internationale Veranstaltung figuriert. s. Wie verlautet, projektiert der Schweizerische Touring-Club für dieses Jahr aussenkm eine grossangelegte Sternfahrt nach Bern. Auf der Strasse nach Engelberg wird der Verkehr mit Gesellschaftswagen mit mehr als 23 Sitzplätzen in diesem Jahre verboten werden. Der Pariser Salon 1929. Der nächste Pariser Automobil-Salon soll in drei Abteilungen durchgeführt werden, und zwar Tourenwagen vom 3.-13. Oktober 1929, Fahrräder u. Motorräder vom 23. Oktober bis 3. November, Lastwagen vom 14.—24. November. :—: Der Autobus der Stadt Schaffhausen beförderte im vergangenen Januar 33 458 Personen und nahm 7939 Franken ein. Die Fahrleistung im Januar beträgt 9101 Kilometer, gegenüber 9003 Kilometer im Dezember 1928. Das rührt wohl daher, dass nun beim Stossverkehr mehr Ersatzwagen eingestellt werden, damit die Leute nicht mehr allzu sehr zusammengepfercht werden müssen. Die erhöhte Fahrleistung wurde aber auch durch 'Extrafahrten nach Konzerten und nach dem Theater, bedingt. -ie.- Das Präsidium des A. v. D. In der konstituierenden Sitzung des Repräsentanten-Ausschusses de3 Automobil-Clubs von Deutschland, die. wie gewöhnlich, nach der Generalversammlung stattfand, wurde Graf v Arnim-Muskau wiederum zum Präsidenten und die Herren Czermak. Fritsch. v. Meister und v. Radowitz zu Vizepräsidenten einstimmig wiedergewählt. Herr Kommerzienrat Dr. Mamroth hatte bereits vor längerer Zeit gebeten, wegen starker anderweitiger beruflicher Inanspruchnahme von seiner Wiederwahl zum Vizepräsidenten absehen zu wollen. Das Problem der Strassenlärm-BekamrJfung. Der Pariser Polizeipräsident Chiappe hat eine Verordnung erlassen, wonach zur Bekämpfung des Strassenlärms das Hupen um 1 Uhr nachts grundsätzlich verboten ist. Die Chauffeure sind gezwungen, langsamer zu fahren und sich an Strassenkreuzungen durch Scheinwerfersignale zu verständigen. Aehnliche Vorschläge sind von den deutschen Behörden auch bereits erwogen worden, doch glaubt man, dass die Lichtsignale allein nicht genügend Sicherheit bieten. X Die Autostrasse Bonn - Köln - Düsseldorf. Mit dem Bau dieser Strasse soll es vorwärts gehen. Einzig die beissende Kälteperiode gebietet noch Halt. Sobald diese aber einmal gebrochen, wird mit dem Bau der Autostrasse Bonn-Köln begonnen, die ohne Berührung von Ortschaften unterwegs künftig die beiden Städte verbinden wird. Man hofft, bis zum Herbst mit den wichtigsten Wegstrekken fertig zu sein. Im Frühjahr beginnt denn auch der Bau der Autostrasse für die Strecke Köln-Düsseldorf und ebenso der Bau einer rechtsrheinischen Autostrasse Köln-Beuel- Linz. Die sistierte Hilfsaktion. Wir haben in unserer letzten Nummer berichtet, wie in Basel die T.-C.isten den verschiedenen Verkehrspolizei-Plantons, während der Kälteperiode mit Schwarztee-Wärmeflaschen zu Hi.fe kommen wollten. Mit besonderer Begeisterung haben während den grimmigen Tagen die Hüter der Ordnung bei der Ablösung zu diesen Wärmeflaschen gegriffen. Allein das hohe Polizeidepartement des Kantons Basel legte gegen diese Aktion sofort sein Veto ein, indem es betonte, dass es für seine Leute selber sorgen könne! Gottlob hat P-etrus von, diesem Intermezzo erfahren und ist nun dem Basler Polizeidirektor dadurch zu Hufe gekommen, dass er der bissigen Kälte ein Ende bereitete... i Opel. Zur Berichtigung der ständigen Fusionsgoliiste betreffend Opel und General Motors wird uns von autorisierter Seite mitgeteilt, dass sich das Aktienkapital nach wie vor noch im Besitz der Mitglieder der Familie Opel befindet. Es hat wohl zwischen den beiden Konzernen eine Annäherung stattgefunden, die sich aber auf das Gebiet der Technik beschränkt. Zurzeit weilen eine Anzahl Ingenieure der General Motors in den Opelwerken, um mit den in Deutschland praktizierten Methoden der Serienfabrikation bekannt zu werden. Das Fabrikationsprogramm der Opelwerke ist gänzlich unverändert und es werden sämtliche bisher auf den Markt gebrachten Typen weiterfabriziert. Die einzige Aenderung macht sich nur in einer moderneren Linienführung sämtlicher Karosserien bemerkbar, bei der allerdings der amerikanische Einfluss nicht abgesprochen werden soll. W. Skijöring-Meisterschaft. Der Motorfahrer-Club Glarus veranstaltet am nächsten Sonntag, den 24. Februar, unter Mithilfe der Verkehrsvereine von Glarus und Linthal sowie des Glarner Reitclubs die erste zentralschweizerische Skijöring-Meisterschaft hinter Motorrädern. An dieser Veranstaltung können Solo- und Seitenwagenmaschinen in getrennten Kategorien starten. Der Start ist in Lintbal am Ausgang der Klaustmstrasse, das Ziel in Glarus. Die Strecke misst genau 17 km. Zu dieser interessanten sportlichen Veranstaltung werden sich gewiss auch viele Automobilisten als Zuschauer einfinden, (Mitg.)