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E_1929_Zeitung_Nr.019

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Motoren und »arschal

Motoren und »arschal fünf Werken ip&fteiz hergestellt ?yvv.i: Daimler-Benz A.-G. Werk Berlin-Marienfelde Bau von Bootsmotoren Rohölmotoren Flugzeugmotoren 65 Angestellte 600 Arbeiter ••':•;'•'•& Daimler-Benz A.-G. Werk Stuttgart-Untertürkheim Sitz der Zentralverwaltung Personenwagenbau 780 Angestellte 4600 Arbeiter Typ 200 . . . . ab Fr. 11700 Typ Stuttgart . . ab Fr. 12550 Kompressormodelle ab Fr. 2780J Sportwagen Daimler-Benz A.-G. werk Mannheim Personenwagenbau 270 Angestellte 3500 Arbeiter Typ Nürburg ab Fr. 22700 Typ 350 . ab Fr. 17000 Daimler-Benz A.-G Werk Sindelfingen Karosseriebau 160 Angestellte 2000 Arbeiter • ••-•••. •••:

W19 II. Blatt BERN. 8 März 1929 II. Blatt BERN, 8. März 1929 Das Anspringen des Motors (ScbJuss) •) Bereichemng des Benzin-Luft-Gemisches. Fast jeder Wagen ist heute mit dieser oder durch Versuche festgestellt werden. Ist der Motor dann einmal angelaufen, so erkennt ein verständiger Fahrer leicht gefühlsmässig und durch das Ohr, ob der Motor ein noch etwas benzinreicheres oder benzinärmeres Gemisch verlangt. Als allgemeine Regel gilt, dass Rückschläge in den Vergaser, das sog. cNiessen» oder «Schiessen», auf ein zu ben- jener Vorrichtung ausgestattet, die ein mo-zinarmementanes wunschgemässes Anreichern des gerung des Motors, durch Gasgeben sich be- Gemisch deuten, während die Wei- Benzin-Luftgemisches ermöglicht. Aber wenig Fahrer wissen diese Vorrichtung richtig Auftreten von Aussetzern ein zu benzinreischleunigen zu lassen und das periodische zu handhaben. Viele betrachten den Bedienungsknopf oder -hebel der Gemischkorrek- Der routinierte Fahrer hat bei Wagen, die ches Gemisch andeuten. tur-Vorrichtung als eine Art Stgnalglocke, mit solchen Gemisch-Luftklappen oder verstellbaren Düsen ausgerüstet sind, meist nur mit der man beim Betätigen des Anlassers den Motor wecken muss- Je energischer gedrückt oder gezogen wird, um so grösser Bedienungsknopf: Er zieht während den er- zwei genau bestimmte Stellungen für den soll dann der Effekt sein. Und sie können sten paar Umdrehungen des Anlassers den nicht begreifen, dass man den Knopf nicht Knopf ganz heraus und schiebt ihn sofort, einfach zwangsläufig mit dem Starterknopf wenn die ersten Zündungen auftreten, beispielsweise halb hinein. oder Gaspedal verbindet. Trotzdem sie vielleicht die grössten Feinschmecker sind, haben sie kein Verständnis dafür, dass der Mo- eingestelltem Gemisch zu lange am Motor Lässt man den Anlasser bei benzinreich tor ein richtig zubereitetes Gemisch verlangt herumorgeln, so dass die Zylinder «ersaufen», so ist nachher längere Zeit keine Hoff- nnd dass die Bereitung eines geniessbaren Gemisches einzig von der richtigen gefühlvollen Bedienung dieses Knopfes abhängt. besten nimmt man dann die Zündkerzen hernung mehr auf ein Anlaufen des Motors. Am aus und entzündet den Benzinniederschlag, Bedienung der Cemisch-Korrektur- der sich an ihnen gebildet hat. Während sich Vorrichtung. nun so die Zündkerzen für ihre Aufgabe erwärmen, dreht man den Motor bei offener Wird der Knopf ganz herausgezogen u. damit die Klappe ganz geschlossen oder die Düse Gasdrossel eine Zeitlang durch, damit das ganz geöffnet, so saugt der Motor nahezu unbrennbare Gemisch aus den Zylindern gedrückt wird. Nachher mache man einen neuen reines Benzin an. Eine halbe Sekunde lang hat das Wert: Das Benzin löst das in der Versuch, aber bei vorsichtigerer Behandlung Kälte erstarrte Oel an den Zylinderwänden der Gemischbereicherung-Vorrichtung. und erleichtert damit dem Anlasser das Nicht zuletzt sind Anlass-Schwierigkeiten Durchdrehen des Motors. Nachher kann aber oft darauf zurückzuführen, dass die durch der Motor mit dem reinen Benzin beim besten Willen nichts Gescheites anfangen, Drosselklappe nicht in der richtigen Stellung das Gaspedal und den Gashebel bediente ebensowenig wie unser Versuchspferd komprimierte 50-cm 3 -Haferwürfel fressen könnte. leichtesten an, wenn man den Gashebel wäh- ist. Weitaus die meisten Motoren laufen am Folglich muss man nach der ersten halben rend des Anlassens in die Leerlaufstellung Sekunde durch teilweises Loslassen des bringt, während sie anderseits alle möglichen Knopfes die Gemischklappe wieder soweit Tücken zeigen, wenn während des Anlassens Gas gegeben wird. Damit der Motor mit öffnen, dass eine Vergasung möglich ist. Welche Stellung des Knopfes dabei die günstigste ist und das beste Gemisch ergibt, dem bisschen Leerlaufgas durch das erstarrte muss *) Siebe ..Auto-Revue" No. 17. Rundschau der Technik. kalte Oel nicht nach den ersten Zündungen wieder zum Stillstand abgebremst wird, stellt man den Leerlauf durch die Drosselklappen- Regulierschraube auf eine etwas höhere Tourenzahl ein, muss dann meist aber das Leerlaufgemisch auch entsprechend bereichern. Auch hier kommt aber der routinierte Fahrer durch gefühlvolles Behandeln des Gaspedals ohne Neueinstellung aus. Ein genialer Bremsausgleich. Der einfachste aller einigermassen wirksamen Bremsausgieiche ist wohl derjenige, den Bugatti kürzlich zum Patent angemeldet hat. Seit längerer Zeit schon bestand die Bremsbetätigung bei den Bugatti-Wagen aus zwei Drahtseilen, von denen jedes eine Vorderund eine Hinterradbremse bedient. Durch das Verkürzen dieser Drahtseile, die in der Mitte um die Enden eines doppelarmigen Hebels geschlungen sind, treten die Bremsen in Funktion, wobei Rollen an den erwähnten Hebelenden den Ausgleich zwischen je einem zusammengehörigen Bremsenpaar ermöglichen. Ein Ausgleich zwischen den Bremsen der linken und rechten Wagenseite war jedoch noch nicht vorgesehen, wahrscheinlich weil Bugatti die Komplikationen aller bisher bekannten diesbezüglichen Ausgleichvorrichtungen scheute. Seine neueste Erfindung Schema des neuen Bremsanssflefcnes. ergibt nun aber alle Vorteile, ohne dass Nachteile in Kauf genommen werden müssen. Die ganze Abänderung gegenüber dem vorherigen Zugseüsystem besteht darin, dass, wie es die beistehende Skizze zeigt, die Stelle A und B durch eine seitlich verschiebbare Zugstange mit Rollen verbunden sind. Die Länge der Stange ist dabei so bemessen, dass die gerade Zugrichtung der beiden Seile etwas gebrochen wird. Sind die Breml-'sen der rechten und linken Seite gleichmäs- sig eingestellt, dann nehmen die Verbindungsstangen eine Mittellage ein. Andernfalls verschiebt sich die Stange einfach nach der Seite des weniger straffen Bremszuges hin, wodurch automatisch ein Ausgleich erfolgt, m(r) Ein Verbrennungsmotor ohne Kurbelwelle. In Deutschland ist em Motor patentiert worden, desen Kolben nicht auf eine Kurbelwelle, sondern auf zwei entgegengesetzt umlaufende Kurvenscheiben wirken. Die beistehende Zeichnung stellt das Prinzip in sei- Sternraotor, hei dem die Kurbelwelle durch di< beiden entgegengesetzt umlaufenden Kurvenschei-' ben c und d ersetzt ist Die Kolben h rollen sich auf diesen Kurvensoheiben ab. ner Anwendungsform für einen Sternmotor dar. Abgesehen davon ist aber auch di« Herstellung von Reihenmotoren nach dieser Bauart mög'ich. Der Zweck des vorliegenden Triebwerkes besteht darin, dass die Seitwärtsdrücke der P'euelstangen auf die Kolben und damit di« Zylinderwände vermieden und so die Rei* bungsverluste vermindert werden. Allerdings gibt der Erfinder nicht an, wie er sich die zwangsläufige Führung des Kolbens gegen die Welle hin denkt. Gerade hierin liegt aben die Hauptschwierigkeit. at. Eine wertvolle kleine Verbesserung. Es gibt Kupplungen, die auch bei der rücksichtsvollsten Behandlung oft wie störrische Esel SALON AUTOMOBILE STAND No. S9