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E_1929_Zeitung_Nr.025

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AUTOMOBIL-REVUE

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• Blatt der »Automobil-Revue Der Herr Professor ist so Professor Gallettl, ein Unikum seiner Art. Der zerstreute Herr Professor ist seit langem eine stehende Figur unserer Witzblätter, denn die Zerstreutheit der Gelehrten ist sprichwörtlich. Zahlreiche, sehr belustigende Anekdoten berichten uns von ihrer oft kaum glaublichen Geistesabwesenheit, die ja eigentlich das Gegenteil von ihr ist, nämlich eine Konzentration der Gedanken, allerdings auf einen Gegenstand, der meist mit ihrer unmittelbaren Umwelt nichts zu tun hat. Ein wahres Musterspiel für diese Menschengattung, vielleicht sogar das Nonplusultra, war, wie die «Münchener Telegrammzeitung» zu berichten weiss, der Gothaer Gymnasialprofessor Johann Georg August Galletti (1750—1828), der sich als Historiker einen Namen gemacht hat. Seine «Kleine Weltgeschichte» in 27 Bänden trägt ein ungeheures Material zusammen, kann aber bei dem Stand der heutigen Geschichtsforschung wohl nur noch einen Kuriositätswert beanspruchen. Noch vor einem Jahrhundert fanden sie jedoch eine rückhaltlose Anerkennung. Galletti war in Altenburg geboren und studierte in Göttingen. Den ersten Anstoss zu seiner schriftstellerischen Tätigkeit gab ein gewiss seltener Fall. Er fand nämlich auf dem Gute eines Herrn von Schlotheim, bei welchem er Hauslehrer war, eine Handpresse, die ihn reizte, sich als Buchdrucker zu versuchen. Auf ihr druckte er einen selbstverfassten «Leitfaden der Geschichte» für seine Zöglinge. 1783 wurde Galletti Professor am Gymnasium zu Gotha; bis zum Jahre 1819 verblieb er in dieser Stellung. Dann trat er in den wohlverdienten Ruhestand und verbrachte das letzte Dezennium seines Lebens ausschliesslich im Verkehr mit seinen Büchern, deren geräuschlose Un- I Handeis-Sdiule I Widemann Gegr. 1876 BASEL Kohlenberg 13 Fachschule für Handel und Sprachen Höhere Handelsausbildung mit Diplomabschluss. Deutschkurs für Fremdsprachige. Privatsekretärinnen-, Stenotypisten- u. Hotelfaohkurse. Alle Fremdsprachen.» Semesterbeginn: Mitte April PROSPEKTE DURCH DIE DIREKTION. Variete und Revue. Glossen eines gelangweilten Aestheten Vor G.R.Sch. Gutes, Mittelmässiges und viel Schlechtes zieht über die gutmütigen Bühnen einer Stadt. Ein Plakat schreit einen zügigen Titel ins Volk, also gut, damit wird man gewissermassen vergütet und lässt sich ziehen. Oder man bummelt mit einem verfadeten Zug um den Mund und mit nasalem «Warum denn nicht?» hin. Man geht, weil der Titel etwas verspricht, was sich nicht jeder Bürger am häuslichen Herd ansehen kann. So die fünfundzwanzig echten Kilhnantscharo- oder Mississippi-Girls (aus Berlin N, oft kopiert, nie erreicht. Man achte auf die Schutzmarke!), oder die dreihundertsiebenundzwanzig (dekolletierten) Prachtskostüme, eine Augenweide für den Geniesser der Schönheit. Dann hangen wohl im Tramhäuschen oder an andern sinnigen Orten Photographien der Berückendsten der Berückenden, übersetzt: Wird dem frommen Bürger der Honigseim durch den Mund gezogen. Praxis: Es wird stirnrunzelnd eine Sitzung vorgeschützt, und er geht und sieht sich alles an. I. Auch ich habe schon manche Sitzung vorgestirnrunzelt. Und werde es vermutlich noch oft tun, zugegeben. Warum auch nicht? Das Leben ist ja bekanntlich nicht dazu da, um zwischen Schreib-, Esstisch und Bett abgetrottelt zu werden. Aber: Weiss der Herr, ich kann nichts zerstreut... terhaltung im wohltuenden Gegensatz zu der lärmenden Beweglichkeit seiner Schüler stand. Ihr zerstreuter Präzeptor gab ihnen aber auch reichlichen Stoff zur Belustigung, denn seine rednerischen Fehlschüsse suchen in der Geschichte des deutschen Gymnasialprofessors ihresgleichen. Verhältnismässig spät allerdings begannen Gallettis Schutzbefohlene, diese unvergleichlichen Aussprüche aufzuzeichnen. Mit gezücktem Bleistift passten sie wie die Schiesshunde auf, um sofort eine seiner berühmten Entgleisungen zu Papier zu bringen. Es handelte sich hierbei weniger um ein «Versprechen», sondern vielmehr um ein «Verdenken». Galletti war bei seinem Vortrage entweder mit seinen Gedanken den Worten voraus oder zurück, so dass dadurch bisweilen die abstrusesten Sätze zum Vorschein kamen. Zahlreiche Belege dafür sind uns, dank der in diesem Falle einwandfreien Aufmerksamkeit seiner Schüler, übermittelt worden. Wir wollen aus den vielen hunderten ein paar ergötzliche anführen: Die Kathederblüten-Sammlung. «Alexander wurde 21 Jahre vor seinem Tode vergiftet. Der Tod Alexanders des Grossen wurde von ganz Asien empfunden, aber erst nach seinem Tode. Brutus und Cassius ermordeten den Gaesar auf eine seiner Gesundheit höchst nachteilige Weise. Alfons war bei seiner Geburt erst zwei Jahre alt. Edmund der Grosse wurde von zwei Hofbedienten ermordet, die Knut der Grosse erstochen hatte. Nach der Hinrichtung der Maria Stuart erschien Elisabeth im Parlament, in der einen Hand das Schnupftuch, in der andern die Träne. Marat wurdet zwar ermordet, aber er starb vorher an einer Krankheit, die ihm sogar das Leben raubte. Es kam mit Napoleon sogar so weit, dass sein erstes Kind sogar ein Sohn war. Beim Ueberfalle von Hochkirch schnallten die Preussen die Sättel über die blossen Hemden und ritten in aller Eile zum Tore hinaus. Er zog den Säbel und schoss ihn nieder. Nach der Schlacht bei Leipzig sah man Pferde, denen drei, vier und noch mehr Beine abgeschossen waren, herrenlos umherlaufen. Die Schlacht bei Leipzig kostete 15 Dörfern in der Umgegend das Leben, ungerechnet den Viehstand. Gustav Adolph, König von • Schweden, lebte kurz vor seinem Tode noch. Karl XII. wurde 22 Jahre nach seinem Tode erschossen. dafür, dass ich Augen und ein Gedächtnis habe, mir Schongesehenes zu merken. II. Es muss ja schwer sein, Neues zu bringen. Und muss sicherlich auch schwer sein, hauptsächlich wenn schon ein paar Dutzend Jahrringe in den Knochen liegen, umzulernen. Aber ist es nicht so, dass man sich vor dem Glockenzeichen an den Rockknöpfen abzählen kann: Es wird einen Jongleur zu sehen geben, einen komischen Musikalakt, einen Clown, dressierte Pudel ? Also gut: Nehmen wir einmal die Tradition der Programmmimmern als in Fels gehauen und unabänderlich an. Gut. Jetzt aber soll mir einer sagen, warum sich alles gleichen muss? III. Der Clown: Es fiel mir auf, dass ich eigentlich ganz gut auch als solcher auftreten Auch in der Geographiestunde gab es allerlei bisher noch nicht Vernommenes zu hören, z. B.: «Gotha ist nicht viel weiter von Erfurt entfernt als Erfurt von Gotha. Unter die vorzüglichsten Produkte von Aegypten gehört das Klima. Die Afghanen sind ein sehr gebirgiges Volk. Die Hitze in Koromandel ist so gross, dass es die Laternen nicht aushalten können. Die Bewohner von Hinterindien haben südlich unter dem Munde eine Oeffnung. Ich habe sie mir auf der Karte gemerkt. In Persien sind manche Berge so hoch, dass der Schnee nur auf Maultieren heruntergeschafft werden kann. Nordamerika besteht aus lauter grossen und kleinen Inseln, von denen jedoch nur die wenigsten von Wasser umflossen sind. Die Karaiben sind keine Menschenfresser, denn sie fressen ja bloss das Fleisch von Menschen, sonst wären wir ja Ochsenfresser, denn wir fressen auch das Fleisch von Ochsen. In Portugal fängt das Klima erst im Februar an, im Sommer ist grosse Hitze, aber der Herbst benebelt alles wieder. Die venezianischen Gondoliere sind so geschickt, dass sie sich mit einem Ruderschlag über den Markusplatz schwingen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Die polnischen Juden gehören unter die Pelztiere. In Berchtesgaden wird aus Knochen Holz geschnitzt». Auch in dem Fach der Naturgeschichte leistete Galletti besonderes. Er sagte u. a.: «Der Elefant wehrt sich mit seinem Schnabel gegen Löwen, Tiger und andere kleine Insekten. Das grösste Insekt ist der Elefant. Der afrikanische Löwe wächst bis zum zehnten Jahre, und von da ab wird er immer grösser. Ratten und Mäuse bekommfi man selten zu sehen, und fast niemals in: einer Mäusefalle.» Sehr komisch zeigte sich Galletti auch im unmittelbaren Verkehr mit seinen Schülern. So sagte er einmal, als diese etwas vorlaut wurden: «Schweigt, wir sind ja noch alle dumme Jungen,» warauf ein Schüler sich erhob: «Ich nicht, Herr Professor». «Aber ich!» replizierte der Lehrer. Ein andermal sagte er: «Der dumme Junge, der Sustorf, soll eingeschrieben werden !» Ein Schüler wagte zu bemerken: «Herr Professor, er heisst nicht Sustorf, sondern Thomas.» «Nun, da soll er auch nicht eingeschrieben werden,» meinte Galletti. Bemerkenswert ist auch sein Ausspruch: «Nicht wahr, der Knauer da, das ist der Thomas?» — Berühmt wurde der später auch andern Lehrern zugeschriebene Satz: «Ich sehe heute wieder so viele, die nicht da sind!» — Bei einer andern Gelegenheit sagte er: « Dort sitzt wieder ein Unruhiger, Museum und in Fuchs' Sittengeschichte zu finden sind? Es genügt uns ja, dass wir wissen, dass er totsicher auf die Stuhllehne sitzt, wenn er sein Waldhorn oder seine Schalmei bläst. IV. Der Chinesendarsteller: Ueberall gedeihend, als Gehilfe eines Zauberers oder als selbsttätiger Wundermann. Aber warum um Gotteswillen muss jeder, der gelbe Schminke und einen Zopf trägt, in winzig kleinen Schrittchen einhergetrippelt kommen und dazu seine Zeigefinger bolzgrad in die -Luft richten? Taten oder tut man das im Reich der Mitte, oder gibt es unter der Gilde der Bühnengelben einen geheimen Kodex mit Treueschwur und Bluteid: § 1, kurzer Trippelschritt, § 2, Finger in die Luft? Das Ballett: Die fünfundzwanzig echten könnte, weil ich genau weiss, wie man dasMississippierinnen werden sicher reizend tanzen; sie beherrschen ihre Glieder und hopsen macht. Warum muss er sich die Nase röten und oder marschieren in Grazie. Gewiss. Aber den Mund geisterhaft bleich einstreichen? weshalb, meine schönen Girls (sprich ja Weil es der berühmte X so tat? Warum nicht nicht «Görls», das tut kein anständiger Conferencier!), müsst ihr nach anstrengender garl Die Karikatur gibt noch andere Möglichkeiten. Warum hat er totsicher eine Kalamität mit seinen Hosen? Sind sie entwe- Schluss kommend, in Erwartung unseres Ap- Fussspitzen- und Rhythmenarbeit elegant zum der so viel zu gross, dass er sie fortwährend via Hosenträger hochziehen muss, oder ausstossen? Weil euch die Luft ausgeht? plauses, mit dem letzten Takt einen Schrei aber so furchtbar kurz und eng, dass man Nicht dass ich es hoffte! an Hochwasser denkt? Oder hat er unter Den Schwanengesang hat es nur bei Lo- einem Dutzend Westen womöglich ein Kor-hengrisett an, wo er doch wissen müsste, dass man hengrin... gegeben, meine Lieben, nur bei Lo- diese Dinger vor zwanzig Jahren wohl trug, VI. dass sie aber heute nur im Kulturhistorischen Der Jongleur: Ihn liebe ich, wenn er mit v. ich will ihn aber nicht nennen; er heisst mit dem ersten Buchstaben Meyer.» Ferner: «Ich, der Herr Professor Ukert und ich, wir drei machten eine Reise.» — «Es ist eine üble Gewohnheit, abends im Betto zu lesen; denn man hat Beispiele, dass mehrere Leute, die abends ihr Licht auszulöschen vergassen, am Morgen, wenn sie aufwachten, verbrannt waren.» Klassisch ist Gallettis Begrüssung eines Bekannten: «Als ich Sie von ferne sah, Herr Hofrat Ettinger, glaubte ich, Sie wären Ihr Herr Bruder, der Buchhändler Ettinger. Als Sie jedoch näher kamen, sah ich, dass Sie es selbst sind — und jetzt sehe ich nun, dass Sie doch Ihr Herr Bruder sind!» Wir alle, die wir je die Schulbank gedrückt haben, erinnern uns ähnlicher Kathederblüten unserer Lehrer, und wir lachen noch heute darüber, wenn wir ihrer gedenken. Aber ein solcher Gallimathias, wie ihn der Professor Galletti in Gotha verzapft hat, dürfte kaum seinesgleichen haben. Der Hinkende, Ein© Hautabschürfung, eine Sehnenzerrung, ein verstauchter Fussknöchel: du hinkst. Jeder Schritt schmerzt, man versucht, es zu verbeissen, es gelingt nicht, und man muss doch seinem Beruf, seinen «Geschäften» « nachgehen ». Man greift zum Stock — jetzt geht es besser, jetzt gehst du besser, nein, nicht besser, völlig anders, jetzt bist du ein anderer geworden, plaudert Paul Eisner in der « Prager Presse >. Losgelöst von den anderen, die auf ihren zwei Beinen eilen können, indes du auf drei Beinen langsam gehen musst. Da sie eilen können, müssen sie es; da du langsam gehen •JLJU! JUUULJUUUUULJUUDuDLJUUUULJLJOQ Ein Auto-Koffer 3 hilft mit, eine Reise in Ihrem Wagen angenehm zu gestalten. MODELLE AM LAGER. % SPEZIALANFERTIGUNGEN. AIFIEDJCHMID FEINE LEDERWAREN« RE1SEAKTW£U ST.GAUEN SPEISERGASSE 1\ iWWWWWWWWWWWiaWWMBWiUlL Bällen, Scheiben und Reifen vor unsern Augen herumwirbelt; dann bewundere ich seine tausend Hände. Aber ich hasse ihn, wenn er so auftritt: Bühne stellt ein kirres Tete-ä-Tete-Zimmer dar, mit Sekttischchen und Ständerlampen, Tischtelephon und Blumenvasen. Er im Frack, mit geöltem Haar, seine Partnerin in der grossen Silber-lame-Abendrobe. Erst wird ganz umgebungsgemäss gehandelt: Den Herrschaften werden die Abendmäntel abgenommen, Handschuhe werden ausgezogen und weitere Marscherleichterungen besorgt. Plötzlich fliegt das Tischtelephon in die Luft, die Blumenvase steigt nach, der Rest ist ein Gewirbel des ganzen Mobiliars. Pardon! Kann man sich solch reizendes Schäferstündchen vorstellen ? In welchem christenmenschenmöglichen Verhältnis stehen die zwei zueinander, die so ihre Abende verbringen? Oder, falls sie verheiratet sind: welch inniges Familienidyll! Eine jonglierende Dame in Abendtoilette ist eine Unmöglichkeit, ebenso wie wenn sie sich am Xylophon betätigt, d»-ss die Anstren. gung alle Muskeln spannt. VII. Grosse Entschuldigung, meine Damen und Herren, ich bin furchtbar boshaft. Tradition ist Tradition, Variete Variete. Ein Clown ist ein Wesen mit roter Nase und weissem Mund, das Ballett hat beim Schlusstakt zu schreien, der Jongleur soll im Frack, seine Partnerin in Abendtoilette Ah, hier hör ich auf zu tippen — das Farbband ist mir entzweigerissen. •r—i