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E_1929_Zeitung_Nr.025

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1929 - N°25 STAND MARMON N° 35 MARMON - FABRIKAT /•: 900 Wiederum ist die Automobil-Industrie an einem Wendepunkt ihrer wunderbaren Entwicklungsgeschichte angelangt. Einmal mehr wird das bisherige überholt: ein 8-Cylinder in Linie zu einem unglaublichen Preise ist zur Wirklichkeit geworden. Nachstehend beschreiben wir diese neueste Schöpfung Marmons: Roosevelt. Wäre Roosevelt nur wieder ein anderer 4- oder 6-Cylinder-Wagen, so würde dies nicht eine so grosse Bedeutung haben; es handelt, sich aber bei Roosevelt um einen 8-Cylinder in Linie, und zu dem offerierten Preise • bildet dieser Wagen eine der erstaunlichsten und wunderbarsten 'Schöpfungen der Automobil-Industrie. Sie werden sich fragen, wieso es Marmon möglich ist, einen 8-Cylinder in Linie zu diesem Preise zu konstruieren. Antwort: Strikte Konzentration auf einen Motorentyp. Seit mehreren Jahren konzentriert Marmon seine Tätigkeit auf die Fabrikation von 8-Cylinder-Wagen in Linie. Die Fabrik konstruiert keine anderen Motorentype. Marmon setzt sich zum Ziel, aus dem 8-Cylinder in Linie einen praktischen, wirtschaftlichen, dauerhaften und beliebten Wagen zu machen. Roosevelt wird unter günstigsten Vorbedingungen konstruiert welche es ermöglichen den Wagen zum Preise eines mittleren 6-Cylinders zu verkaufen. In den Marmon-Fabriken existieren keine alten Werkzeug-Einrichtungen, alles ist neu und modern; auch in dieser Beziehung gibt es keine Hemmungen das Modernste zu schaffen. Es ist eine einzig dastehende Tatsache in der Geschichte der Automobil-Industrie, dass diese neue Schöpfung einer der grössten amerikanischen Fabriken in der Schweiz zum ersten Mal dem Publikum presentiert wird. Die internationale Automobil-Ausstellung in Genf presentiert Roosevelt nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt. AARAU Administration Exklusiver Import für die Schweiz: eis £r ie • HALLWAG A.-G. Haltersche Blichdruckerei und Wagnersche Verlagsanstalt, Bern.

Ho 2: II. Blatt BERN, 20. März 1929 Rand um die Stände (Fortsetzung) De Soto (Schluss) chen. Chrysler betont bei seinen Karosserien seit jener die geschwungenen, inein- überlaufenden Formen und das mit deshalb bemerkenswert sparsam im Ben-andezinverbrauch. Boihiung und Hub betragen grösstem ästhetischen Erfolg. Er weiss mit 76 bzw. 105 mm, was einen Gesamtinhalt der künstlerischen Wirkung aber auch von 2870 ccm ergibt. Die Leistung beträgt sehr gut das Praktische zu kombinieren. bei 3000 Touren pro Minute 55 PS. Zur So gibt der neue, hohe, schmale Kühler mit Steuerung dienen seitlich stehende Ventile. seiner Einfassung, die, von der Seite ge-l Besondere Vorsorge wurde getroffen, um zu sehen, nur den Eindruck eines Bandes verhindern, dass sich die Benzindämpfe in macht, sowohl eine bessere Kühlung wie der Saugleitung kondensieren. Weiter auch dem Fahrzeug ein schnittigeres Aussehen. Zugleich schliesst diese Kühler- wurde auf die denkbar beste Zugänglichkeit der Nebenapparate, wie Verteiler, Dynamo und Magnet, geachtet. Alle diese Einhaube an ihren Auflagestellen zu pfeifen form, die Möglichkeit aus, dass die Motorzelheiten gehen aus den Schnitten am Mo- beginnt und sich rasch durchscheuert. tor deutlich hervor. 1 Das Chassis hat einen tiefliegenden Schwerpunkt und lässt damit die Eignung des De Soto-Wagens als Sportfahrzeug erkennen. Durch die Anwendung hochwertiger Materialien konnte ferner weitgehend an Gewicht gespart werden, eine Tatsache, die dem Betrachter am Salon sofort an der feinen Dimensionierung aller Organe auffällt. Umgekehrt deuten die ungewöhnlich stark ausgeführten Räder und die zwar im Durchmesser kleine, aber in der Breite sehr gross gewählte Bereifung darauf hin, dass der Konstrukteur hohe Geschwindigkeiten auch auf schlechten Strassen der Berechnung zugrunde gelegt hat. Die hydraulischen, absolut gleichmässig wirkenden Der Chevrolet 1929 ist nun wirlich ein Vierradbremsen sind uns schon von denSechszylinder, der nach der Devise: «Höch- andern Chrysler-Produkten her bekannt. In diesem Zusammenhang braucht demnach nur auf die Neuheit hingewiesen zu werden, dass sich die Bremsen automatisch nachstellen, wenn eine Abnützung der Beläge eingetreten ist. Dadurch, dass der Hauptbremszylinder beständig unter Oel liegt, wird auch verhindert, dass Luft in die Leitung gelangen kann, die früher oft schuld am zu weichen Funktionieren der Bremsen trug. ' Die Sedan-, Cabriolet- und Coupe-Karosserien entsprechen mit ihrer schönen Linienführung den verwöhntesten Ansprü- Chevrolet. Nachdem Ford letztes Jahr, das wie eine Sensation erwartete Modell A auf den Weltmarkt gebracht hat, richteten sich alle Blicke auf die Chevrolet-Werke, da es jedermann klar war, dass nun diese Riesenunternehmung ihrerseits zu einem Schlage ausholen werde. Man wurde nicht lange im Ungewissen gelassen, auf was die Bemühungen der Werke hinauslaufen:. einen modernen Sechszylinder zum Preise eines Vierzylinders zu schaffen, und damit der Volkstümlichkeit eines Chevrolet neue Wege zu öffnen. ster Wert mit niedrigstem Preis» hergestellt wird. Der innere Grund für die staunenswerte Preiswürdigkeit liegt in der Fabrikation immenser Serien, die beispielsweise letztes Jahr bis zu einer Tagesproduktion von 4000 Wagen führte. Er ist der meistproduzierte Wagen der riesigen Werke von General Motors. Eine harmonische und ästhetisch vollwertige Karosserie auf einem grossdimenskmierten, bis in alle Details mit ungeheuren technischen Mitteln durchgebildetes Chassis wird dem Wagen auch bei uns viele Liebhaber sichern. Revue r Der Chevrolet ist in Genf als Coach, Sedan, Cabriolet und als Convertible Landau Sedan ausgestellt. Der in drei Punkten aufgestellte Motor ist obengesteuert und mit Kupplung und Getriebe zu einem Monoblock zusammengefasst. Er ist mit seinem Zylinderinhalt in die mittleren Klassen einzureihen. Kennzeichen eines gepflegten Motors sind ferner : der Hochkompressionszylinder, der abnehmbare Zylinderkopf, die Delco-remy- Zündung, Vergaser mit Accelieratorpumpe. Die Federung durch die halbelliptischen Federn aus Chromvanadiumstahl wird von hydraulischen Stossdämpfern wirksam unterstützt. Dieses Federungssystem, das allgemein in hohem Ansehen steht, wurde nach einigen Abwegen für Wagen mit Vierradbremsen als das (beste erkannt. Bemerkenswert ist die überaus wirksame Vierradbremse, die auf den Vorderrädern als Innenbacken- und auf den Hinterrädern als Aussenbandbremse konstruiert ist. Eine unabhängige Handbremse als Innenbackenbremse auf die Hinterräder ergänzt die Bremswirkung auf vorzügliche Weise. Das Bestreben, einen recht praktischen Wagen zu bieten, äussert sich auch im Einbau eines verstellbaren Führersitzes und in der Verwendung eines Abblendpedales. Die Ausrüstung des Chevrolet ist im Bereiche seiner Preisklasse mustergültig. Grössere Kraft, grössere Geschwindigkeit und grössere Wendigkeit werden der Verbreitung des Wagens in der Schweiz die Wege bereiten. Citroen. Der Stand dieser grössten französischen Firma übt von Jahr zu Jahr eine immer stärkere Anziehungskraft aus. Letztes Jahr traf man hier den Typ B 14, der in seiner Eigenart als strapazierbarer, leistungsfähiger Gebrauchswagen schon unübertrefflich erschien und denn auch reissenden Absatz fand. Dieses Jahr finden wir in den Typen C 4 und G 6 Fahrzeuge von noch besseren Eigenschaften. C 4 ist ein Vierzylinder mit 72 min Bohrung, 100 mm Hub, 1628 ccm Zylinderinhalt und 10 PS Steuerleistung; C 6 hat bei gleichen Abmessungen sechs Zylinder und 2442 ccm Inhalt. Beide Motoren haben seitlich stehende Ventile, einen modernen Hochleistungs-Zylinderkopf und zahlreiche andere gemeinsame Merkmale. So sind z. B. die Zündkerzen und Kabel in einem Schutzgehäuse eingeschlossen, das zugleich dem Block nach oben einen sauberen, glatten Abschluss gibt. Infolge Anwendung des Batteriesystems zur Zündung konnte der Verteiler-Unterbrecher-Mechanismus musterhaft zugänglich über dem Motorblock aufgebaut werden. Zur Beschleunigung des Kühlwasserumlaufes dient eine Zentrifugalpumpe, deren zweckmässiger Einbau ebenfalls den modernsten spricht. 25 II. Blatt BERN, 20. März 1929 Konstruktionsprinzipien ent- Befestigung der Vorderfeder beim Citroen C6^ Alle die unzähligen interessanten Verbesserungen kommen an einem aufgeschnittenen Wagen ganz besonders deutlich zur Geltung, der zu den meist umlagerten Objekten des Salons zählt. An der sorgfältigen Durchbildung jedes noch so neben-| sächlichen Details erkennt man dabei die Qualitätskonstruktion. Man beachte z. B. die ungewöhnlich gross dimensionierten Lagerflächen und die langen, also nicht umsonst so dauerhaften Kolben, die leicht zugängliche Anordnung jeder Mutter und Schraube, die sorgfältige Verbindung zwischen Karosserie und Chassis usw. Die Stahl-Karosserie stellt allein ein Meisterstück dar. Die wenigen Press-Stücke ergeben hier ein Ganzes, das praktisch absolut undeformierbar und infolgedessen auf unbeschränkte Dauer unbedingt geräuschlos ist. Bei alledem hat Citroen für die grösstmögliche Bequemlichkeit der Fahr- Fiir die Berge seit Jeher der Beste! Toujours la meillenre en montagne! STAND 42 SALON DE L'AVTOHOBILE TITAN S. A. ZÜRICH