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E_1929_Zeitung_Nr.027

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Zur Frage der

Zur Frage der Sustenstrasse Ihre Tragweite für die Landesverteidigung. Von Major Max Schoch, Kommandant des Geb.-Inf.-Bat. 87. Seit einiger Zeit regen sich Bestrebungen, den Sustenweg, der auf lange Strecket vor allem auf der Urnerseite nur von Fussgängern und Saumtieren begangen werden kann, zu einer breiten, für Automobile fahrbaren Strasse auszubauen. Leider glaubt man, es seien grösstenteils nur lokale Interessen der an diesem Passweg Hegenden Ortschaften im Kanton Uri und im Gadmental, welche zu diesem Postulat geführt haben. Selbstverständlich hoffen diese durch eine Belebung des Verkehrs durch ihre Täler auf grössere Verdienstmöglichkeit. Aber es bestehen vor allem auf seiten Uris auch schwerwiegende ideale, kulturelle Absichten. Der abgelegenen, körperlich und geistig schwer geschädigten Bevölkerung des Meientales soll durch Belebung des Verkehrs und Erhöhung der Verdienstmöglichkeit auch wieder ein Aufstieg in hygienischer und geistiger Hinsicht verschafft werden. Neben diesen unzweifelhaft eintretenden und sehr segensreichen Wirkungen des Baues einer Sustenstrasse sind aber in Presse und Besprechungen wiederholt auch Urteile über eine gewisse Bedeutung dieser Strass© für die Landesverteidigung geäussert worden. In vorliegender Betrachtung soll die militärische Seite dieser Frage ins Auge gefasst 'werden. Welche Bedeutung hat die Existenz einer Sustenstrasse für die Verteidigung unseres Landes? Die Lage dieser Strasse veranlasst in erster Linie ihren Wert bei einem feindlichen Einfall von Süden zu würdigen. Bei dieser Kriegslage werden sich die beiden Gegner zunächst auf einer Linie, die ungefähr unserer Landesgrenze entspricht, gegenüberstehen, nämlich vom igrossen St. Bernhard über den Simplon, San Giacomo und nach Süden zurückbiegend an den Langensee. Ein Gebiet starken Widerstandes für uns und ein wichtiges Angriffsobjekt für den Gegner wird neben dem Ausgang des Rhonetales und der Bündnerpässe sicher das Gotthardgebiet sein. Der Gegner wird kraftvoll vom San Giacomo und vom Griespass her ins Goms und gegen die St. Gotthardwest- Wir entnehmen diese interessanten Ausführungen der c Schweizerischen Monatsschrift für Offiziere aller Waffen >, deren Schriftleitung uns ! Beachten Sie am Salon seine neuen Vier-und Sechszylinder-Modelle Generalvertretung für die Schweiz s Albert GOY, Grand Garage du Kursaal, Genf UNTERVERTRETER: YVERDON: L. Spaetb. ROHRBACH: Hans Lanz. NEUCHATEL: A. Morin, Clos Brodlet, 6. LAUSANNE: ILTerrier,^^ ^ ^ PORRENTRUY: Luc Brossard. LUGANO: Art. Belloni, a Garage Excelsiör! B1ENNE: F. Hosenberger, ZÜRICH: Gustave Bäuerlein, 9a, nie d'Aarberg. Waldmannstrasse 8. GlASSPUTTER BEDEUTEN EHE GrambaduGa TRIPLEX-GLAS empfiehlt sich von selbst ist allein SPLITTERFREI!! Auto-Scheiben Vertrete für die Schweiz; Tripiex Sicherheitsglas • Splittert nicht Grambach & Co., Seebach u. St. Gallen Telephon Llmmat 84.17 — Telephon St. Gallen 10.51

N° 27 — 1929 AUTOMOBTL-RBVUB 5 für diesen Fall anzunehmen, dass die Strassen durch das Wallis, über Furka und Grimsel uns zur Verbindung von Westschweiz, Bern mit dem Gotthard und Rheintal nicht mehr zur Verfügung stehen. Diese durch den Gegner im Krieg unterbrochene aber sicher unbedingt notwendige Verbindung stellt die sichere weiter rückwärts in den Bergen liegende Sustenstrasse am besten her. Sie tritt als sehr wertvoller Ersatz an Stelle von Grimse] und Furka. Rasche Verschiebung von Kräften von einem Abschnitt in einen andern ist bei unserer kleinen Armee Grundbedingung des Erfolges. Durch Beweglichkeit können wir auch im Gebirge mehr Truppen vortäuschen, als wir tatsächlich haben und unsere geringe Zahl gegen die Uebermacht eines Feindes aufwiegen, dann wird er uns nicht niederzwingen, wenn er auch mit noch so überlegeien Mitteln in unsere Täler eindringt. Die grosse Bedeutung einer direkten Verbindung des obern Aaretales mit dem Reusstal haben auch schon die französischen Revolutionsgenerale ernannt. Auf Verlangen Bonapartes in Paris Hessen Lecourbe und seine Unterführer an einer Strasse über den Susten arbeiten. Hinter Färnigen im Meiental ist das Fundament dieser Strasse noch auf lange Strecken sichtbar, deren solider Unterbau wird zum Teil heute noch benutzt. Nachdem die Franzosen das Land verliessen, wurde deren Bau eingestellt. Bei der Beratung über ein so kostbares Werk, wie es der Bau einer Alpenstrasse darstellt, sollen vor allem verkehrspolitische, wirtschaftliche und kulturelle Gründe in den Vordergrund treten. Es soll nicht nur den direkt an der Strasse liegenden Talschaften Nutzen bringen, sondern einem weitern Kreis der Bevölkerung, die die Lasten zur Erstellung auch tragen muss, zum Vorteile gereichen. Nach diesen naheliegenden Vorteilen darf dann aber sicher such die Bedeutung für die Landesverteidigung mit in Betracht fallen Diese kommt dem gesamten Land zugut. Der Hinweis zur Betrachtung dieses Problems vorn Standpunkt der Landesverteidigung aus war der Zweck dieser Zeilen. Das Automobil als Urheber des amerikanischen Wohlstandes. Von Alfred Reeves, Direktor der National Automobile Chamber of Commerce in den U. S. A. Was vor 25 Jahren als Luxusindustrie bezeichnet wurde, ist heute durch die ungeheure Entwicklung im Verkehrs- und Transportwesen zu einer der grössten Industrien der U. S. A. geworden, deren Produktion im Jahre 1928 sich auf 4,6 Millionen Wagen stellte, die einen Wert von 3,5 Milliarden Dollar repräsentierten. Zugleich ist diese einstige Luxusindustrie zur Grundlage und Vorbedingung des amerikanischen Wohlstandes geworden. Heute liest man in den Zeitungen keine langen Abhandlungen mehr über das Einkommen der Leute und ob der einzelne in der Lage ist, sich ein Automobil anzuschaffen. Im Gegenteil, die Männer, die sich früher mit solchen Erwägungen abgegeben haben, sind heute nur zu bereit, festzustellen, dass die Vorteile, die in jeder Beziehung der Besitz eines Wagens mit sich bringt — erzieherisch wie wirtschaftlich — so gross sind, dass man kaum ohne einen solchen auskommen kann. Interessant dürfte es sein, dass es in Amerika mehr Automobile als Telephone gibt. All dies rührt aber daher, dass das Auto eine freie und unabhängige Reisemöglichkeit gewährt, die Amerika gleich allen andern Ländern zu schätzen und vor allem geschäftlich auszunützen weiss. Ja, die Verwendung von Automobilen wird unseres Erachtens nach in immer weiterem Masse um sich greifen. Das Auto gehört mit zu den wenigen Dingen, die jeder Mensch begehrt, und so erklärt sich auch die Zahl von 20,2 Millionen Personenwagen und 3 Millionen Lastautos und Omnibussn, die in den Vereinigten Staaten registriert sind, d. h. Amerika besitzt 78 % aller Automobile der Welt. Seit Christi Geburt bis zur Entdeckung des Dampfbootes durch Fulton hat es kaum irgendwelche wesentlichen Fortschritte im Verkehrswesen gegeben. Erst dann trat ein rapider Umschwung ein und zwar in Gestalt grösserer Fahrzeuge; man baute seetüchtige Dampfer und Züge, die auf grossen Strecken liefen. Das Automobil jedoch war auf Grund seiner praktischen Bauart ganz dazu geeignet, eine viel grössere Bewegungsmöglichkeit zu schaffen, die von Fahrplänen und -Linien unabhängig war. Diese aussergewöhnliche Entwicklung hat zahllosen Menschen Arbeit verschafft und einen gewaltigen Geldumlauf auf den verschiedensten Gebieten gezeitigt. Das Automobil hat die Tätigkeit der Aerzte segenbringender gestaltet, hat den Geschäftsleuten geholfen und ist sogar den Hausfrauen von Nutzen. Lastautos haben die Kosten für den Warentransport wesentlich herabgedrückt und dadurch zur Hebung des allgemeinen Wohlstandes im ganzen Lande beigetragen. Der alte Einwand, das Automobil sei unwirtschaftlich und sauge Gelder von Investierungs-, Versicherungs- und Baumärkten auf, entbehrt jeder Begründung, denn gleichzeitig mit den Verkaufsrekorden in der Automobilbranche finden wir die höchsten Ziffern auf den Sparkonten, erlebt die Börse eine Hausse nach der andern, während das Versicherungswesen blüht und gedeiht. Bauunternehmen haben alle Hände voll zu tun, neue und bessere Häuser als früher in grosser Zahl zu errichten. Es ist eine sehr interessante Tatsache, dass die Automobilindustrie die höchsten Löhne, die man je gekannt, ihren Arbeitern zahlt, während zugleich die Preise für den Konsumenten ständig weiter heruntergesetzt werden. Wenn heute neue und bessere .Maschinen eingeführt und gebaut werden, erhebt sich nicht wie einst ein Sturm der Entrüstung unter den Arbeitern aus Furcht, dass diese Verbesserungen sie um die Arbeit bringen werden. Die Führer dieser grossen Industrie sind stolz darauf, dass ihre Wagen heute zu einem Preise verkauft werden können, der unter dem Vorkriegsniveau liegt und jeder Käufer in der Ueberzeugung kauft, für sein Geld auch einen wirklichen Gegenwert zu erhalten. Statistiken zeigen deutlich, dass das Automobil dem Güterverkehr der Eisenbahnen einen grossen Nutzen gebracht hat und einen starken Geschäftsaufschwung in den Reparaturwerkstätten zur Folge hatte. Um es nur kurz anzudeuten : Reifen, Reinigen, Benzin, Schmieröle, Garagebauten und Unterstellen der Wagen, Gehälter für Chauffeure und Lastautofahrer, Versicherung, Registrierung und Steuern, Strassenbau und Unterhalt der Chausseen — alles dies ist direkt oder indirekt miteinander und untereinander verbunden und zieht im Wirtschaftsleben immer weitere Kreise, eröffnet neue Ausblicke und ergibt weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Ehe wir jedoch das Auto als Wirtschaftsfaktor würdigen, der in den Vereinigten Staaten eine so wesentliche Rolle gespielt hat, und ehe wir an die künftige Entwicklung auf diesem Gebiet denken, wollen wir zunächst einmal einige jener Faktoren in Erwägung ziehen, die das Ganze in Bewegung gesetzt haben. Die Erfindung des Motors und seine Bedeutung können hierbei wohl kaum in Frage gestellt werden, doch sind es noch andere Momente gewesen, die von ausschlaggebender Bedeutung sind. Die Beschränkung der Einwandererzahl hat viel mit dem Wohlstand und Aufstieg Amerikas zu tun, denn dadurch blieb die Kaufkraft des einheimischen Arbeiters auf einem hohen Niveau erhalten. Das Alkoholverbot, das den Verbrauch an Getränken einschränkte, hat aus jedem einzelnen in der Fabrik einen besseren Arbeiter gemacht als es in den alkoholfreien Zeiten der Fall war. Ich bin mir wohl bewusst, dass sich über diese Frage leicht streiten Hesse, doch will ich hier nicht auf das Für und Wider des ganzen Problems eingehen. Jedenfalls stimmen die Führer der Industrie fast alle dahin überein, dass, soweit es sich um Fabrikarbeiter und den Wohlstand ihrer Familien handelt, dieser aus dem oben angeführten Grunde wesentlich gehoben wurde. Hat man alle diese Faktoren gewürdigt, so kommt man zu folgenden Fragen: Was gab den Männern, die durch die Verbesserungen der Maschinen ihre Arbeit verloren hatten, neue Verdienstmöglichkeiten? Was machte es möglich, riesige Grundflächen zum Aufbau neuer Häuser zu verwenden? Welche Industrie sorgte für einen Markt zum Absatz neuen Materials, das während des Beginns des letzten Dezenniums vorhanden war? Was gab dem Touristenverkehr einen hohen Aufschwung und machte eine Industrie daraus? Die Antwort lautet: Das Automobil. Und darum zum Schluss noch einige interessante Zahlen, die einen Einblick in die amerikanische Automobilindustrie gewähren: Das Automobil gewährt mehr als vier Millionen Menschen Arbeit, bringt Kapital in Fluss und belebt den Handel und den Arbeitsmarkt im allgemeinen. Es hat andere Industrien gehoben und vergrössert, wie Gummi-, Garagebauten-, Benzin-, Strassenbauindustrie, hat ein Anwachsen der Vorstadtbauten bewirkt usw. Die Autoindustrie ist die Grundlage für einen Verkehr geworden, der einen Umsatz von 14 Milliarden Dollar jährlich erreicht, und hat einen Ueberseeabsatzmarkt für jährlich 800 000 Wagen geschaffen, wobei man mit ziemlicher Sicherheit voraussagen kann, dass der Export in Automobilen bald die MÜH lionengrenze erreicht haben wird. A.N.S. AUTOMOBIL SALON Genf. 15.-24. März 1929 Wenn Sie sich ein modernes Automobil wünschen, das alle Eigenschaften eines Hochluxus-Wagens besitzt, SO WAHLEN SIE 4- oder B-Zylinder Geschmeidiger, kräftiger Motor, breite, bequeme Karosserie, ganz aus Stahl, bemerkenswerte Stabilität bei jedem Gang, kräftige Servo-Bremsen. — Aussergewöhnliche Strassenhaltung Societe Anonyme pour la vente en Suisse des Automobiles ANDRE CITROEN GENEVE 6, Rue du Mont-Blanc ZÜRICH 25, Utoquai, 25