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E_1929_Zeitung_Nr.028

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ÄUTOMOBIL-REVUE

ÄUTOMOBIL-REVUE 1929 - N°28 Verlag, Administration. Druck und Clicherie : HALLWAG A.-O. Hallersche Buchdruckerei und Wagnersche Verlagsanstalt Bern

II. B a£t BERN, 26. März 1929 No 28 II. Blaff BERN, 26. März 192Q In kurzer Zeit wird Segrave mit seinem »Goldenen Pfeil» in Daytona Beach zu neuen iWelrekordversuchen starten. Auch wenn er «nur» den auf rund 334 Kilometer stehenden Rekord von Ray Keech schlagen will, muss -sein Wagen in der Sekunde mehr als 92 Meter zurücklegen. Viele unserer Leser mögen sich schon gefragt haben, wie es überhaupt möglich sei, bei derart phantastischen Tempi einigermassen genau chronometrieren zu können. Jeder Sekunden-Bruchteil spielt Wer ja unter Umständen die ausschlaggebend© Rolle. Es ist wohl ohne weiteres klar, dass ein Chronometrieren von Hand nicht in Frage kommt. Ein automatischer Apparat ist zur Bewertung dieser oft nur einmal erreichbaren Höchstleistungen unbedingt erforderlich. Die Association Internationale des Automobile-Clubs Reconnus (A.I.A.C.R.) verlangt, dass ein solcher Apparat bis auf Vioo Sekunde genau arbeitet, dass seine Auslösung automatisch erfolgt, wenn das Fahrzeug durchs Ziel geht und dass die abgenommene Zeit registriert wird. Trotz allen Schwierigkeiten hat die Feinmechanik dieses Problem schon im Jahre 1910 gelöst. Der damals von Holden geschaffene Apparat ist noch heute in Verwendung. Im Jahre 1925 wurde ein neuer Chronograph von Leroy-Brillie eingeführt, der hauptsächlich Verbesserungen hinsichtlich der Handhabung aufwies. Der neueste Chronograph, derjenige von Charles H. Warner, sei im folgenden näher beschrieben. Der Apparat besteht aus drei Hauptteilen: Dem Chronometer, der Schreibvorrichtung und der Auslösevorrichtung. Der Chronometer, ein «Bliss»-Marinetyp, ist mit der Schreibvorrichtung elektrisch gekuppelt, und zwar nur insofern, als er dieser jeder halben Sekunde kurz einen Stromstoss übermittelt. Der Gang des Chronometers kann bei dieser elektrischen Kupplung nicht von aussen be- «influsst werden. Die von ihm halbsekundlich ausgesandten Vier-Volt-Strcmistösse ha- Technische Rundschau Wie Chronometrien man Weltrekorde? ben den Zweck, die dauernd rotierenden Zahlenscheiben der Schreibvorrichtung auf der genau richtigen Tourenzahl zu halten. Die Schreibvorrichtung arbeitet, abgesehen von dieser Kontrolle, wiederum selbständig. Ein kleiner, durch Vorschaltwidefden Chronometer auf sie einwirken, und zwar so, dass immer dann eine Hemmung erfolgt, wenn die schnellste Trommel der Zeit vorausläuft. Diese Trommel (und damit auch all© andern) wird dann solange stillgesetzt, so einregliert, dass die Sekundenbruchteil- 1 bis der Halbsekundeh-Stromstoss, der vomTrommel anstatt 60 Umdrehungen pro Minute ungefähr 60 H Umdrehungen macht* Chronometer ausgesandt wird, eintrifft. In der ersten der beigefügten Skizzen ist dieser Eine Rutschkupplung im Antrieb der Trommeln sorgt dafür, dass bei den zwangsläufi- Mechanismus schematisch dargestellt. Auf der Trommel T sitzt ein Anschlagestück B, gen Synchronisations-Arretierungen der Me- Abbildung 1. Der SynchTonisations-Mechanisnitts. C = Chronometer; T = rotierende Typentrommel; B = Anschlagbalken; H = Arretierliebel; E = Elektromagnet; R = Relais; A = Akkumulatorenoder Trockenbatterien. stände in der Tourenzahl fein abstimmbarer 12-Volt-Elektromotor hält vier Trommeln, welche die Drucktypen tragen, in ständiger Rotation. Uebersetzungen zwischen den einzelnen Trommeln bewirken dabei, dass sich die vom Motor am weitesten entfernte Trommel pro Sekunde ungefähr einmal umdreht. Diese Trommel dient zum Registrieren der Sekundenbruchteile bis zu Hundertsteln. Die nächste Trommel macht eine Umdrehung pro Minute und dient so zum Registrieren der Sekunden, die dritte dreht sich einmal pro Stunde und registriert die Minuten und die letzte registriert die Stunden. Die Typentrommeln kommen aber nur dann zum Druck, wenn das Fahrzeug gerade das Zielband durchfährt und dabei für kurze Zeit einen Kontakt, den wir noch kennen lernen werden, auslöst. Synchronisation. Um nun die Rotation der Trommeln ganz genau mit der Zeit abzustimmen, Jässt man das sich mit der Trommel dreht. Macht das Anschlagstück mit der Trommel eine halbe Umdrehung in weniger als einer halben Sekunde, so stösst es auf den Hebel H und wird aufgehalten. Eine Auslösung erfolgt erst, wenn die halbe Sekunde verflossen ist und der Hebel durch den Elektromagneten E losgelassen wird. Der Elektromagnet E steht mit dem Chronometer nicht direkt in Verbindung, sondern über das Relais R. Mit dieser Komplikation wird eine Schonung der Chronometer-Kontakte bezweckt, die so nicht den ganzen, für die Betätigung des Elektromagneten nötigen Strom aufnehmen müssen. Natürlich strebt man die Umlaufzeit der schnellsten Trommel trotz der Synchronisations-Vorrichtunig möglichst genau von vornherein auf eine Sekunde einzustellen, da sonst ja die zwischen den einzelnen Haibsekunden registrierten Zeiten nicht genau stimmen würden. Immerhin erfordert der hier angewandte Mechanismus, dass die schnellste Trommel der wirklichen Zeit immer vor- aber nie nachläuft. Praktisch wird deshalb die Tourenzahl des Elektromotors chanismus keinen Schaden leidet : Das Registrieren der Fahrzeit. Um das Zahlenbild, das die Trommeln im gegebenen Moment in Stunden, Minuten, Sekunden und Hundertstel-Sekunden darbieten,, festzuhalten, wird sehr rasch unter Zwischenschaltung eines Farbbandes ein Papierstreifen gegen die Trommeln gedrückt* Selbstversätndlich erfolgt auch diese Bewegung automatisch, und zwar durch kräftige Elektromagnete, die in dem Augenblick in Aktion treten, in dem das Fahrzeug durchs Ziel geht und momentan einen Kontakt betätigt. Nach erfolgter Registrierung wird; das Papierband selbsttätig um eine Zeile wei* tergeschoben und der Druokmechanismus kehrt in seine Ausgangsstellung zurück. In Abbildung 2 ist ein Ausschnitt eines auf IOO ©.,.22 00 00 2 00 1 / t 33c es?* j^ m 2g 3£ 11 /7- Abbildung 2. Ausschnitt aus einem automatiscS registriertem Zeiten-Protokoll. Wir erwarten Ihren Besuch an der Automobil-Ausstellung Genf II. Serie 27. April bis 5. Mai 1929 ARBON - BASEL - MORGES - ZÜRICH Jurid-Bresnsbelag Westinghouse-Batterien Stromberg- Vergaser Werkzeugkasten Kotflügel Sind unsere bewährten Snovialifäton FRABIKOÜIA A.-G. ZURSCH 5 I Uafnerstrasse 24 — Telephon Selnao 9740/9747 i Lancia-Lantbda 10 HP mit Ballon, sechsfach bereift, Bosch-Anlage, Preis Fr. 6500.—. 39576 Spezialwerkstatt für Lancia-Automobile, H. Eggmann, Lessingstrasse i, Zürich 2. — Telephon Uto 32.23. !••••••••••••••••••••••••• Zu verkaufen Ein 3-Tonnen-Lastwagen-Chassis BERLIET, mit Gesellschaftskarosserie, 25plätzig, ganz wenig gefahren, 16,85 HP, Modell 1926. 1 älterer PRESTO, Luxuswagen, sehr stark gebaut, würde sich eignen für Gamionnette. 1 Führersitz, gebraucht. — Sehr billige Preise. Anfragen unter Chiffre 39557 an die Automobil-Revue, Bern. MERCEDES 8/22 PS, 4/5-Plätzer, offen, vollständig durchrevidiert und neu lackiert, mit Garantie, ausgerüstet mit elektr. Licht und Anlasser Bosch, prima Schweizer Karosserie. Fr. 3000.— Ev. 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