Q SPORTLICHES Automobilindustrie und Sport in Deutschland. Der Reichsverband der Automobi'.-" />
 
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E_1929_Zeitung_Nr.029

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Nicht ganz so einfach zu

Nicht ganz so einfach zu erreichen wie die oben erwähnten Ausflugspunkte ist unsere südliche Visitenstube, der Tessin. Tief verschneit sind noch die Alpenpässe; wer aber dennoch einen Tessineraufenthalt auf sein Programm nimmt, der fährt mit seinem Wagen bis Göschenen, verladet ihn dort für 20 Minuten auf die Bahn, um ihn in Airolo wieder auszuladen und dann die Leventina hinunter und weiter entweder über den Ceneri oder an den Lago Maggiore nach Locarno oder Brissago zu fahren. Nicht vergessen sei auch als Ausflugsgebiet der Thunersee, für dessen Schönheit zu werben heute fast überflüssig erscheint, denn wer einmal im Sommer oder im Herbst .dort war, der wird auch nicht versäumen, eine Frühlingsfahrt dorthin zu unternehmen, besonders da es kaum etwas Dankbareres gibt als eine «Tour du Lac», die von Thun aus über Hilterfingen, Oberhofen, Gunten, Merligen, die Beatenbucht nach Interlaken führt und von dort entlang dem Südufer über Därligen, Leissigen, Spiez wieder nach Thun zurück. Darauf aufmerksam zu machen ist, dass das Berner Oberland an Ostern nur von Thun her zu erreichen ist, well der Brünig •noch nicht für den Automobilverkehr geöffnet ist. Mancher wird aber an Ostern gerade den bekannten und vielbesuchten Fremdengebieten stillere Gegenden unseres Landes vorziehen. Auch hier ist ja die Auswahl gross und die Wahl kann schwer werden. Immerhin seien aus der grossen Zahl einige wenige erwähnt. Da ist vor allem im aargauischen Seetal Schloss Brestenberg am Hallwilersee, das seine alte Anziehungskraft immer wieder bewährt. Von hier aus ist es nicht weit ins Napfgebiet, vorbei am Sempachersee, nach dem prächtig gelegenen Menzberg, und ob man von hier.aus nun in ; der Richtung Zürich oder Bern seinen Penaten zufährt, man wähle den Weg über 1 Langenthal, um dort die grosse Zürich-Bern« strasse zu erreichen. Auch in der Ostschweiz gibt es der Ausflugsziele eine Menge; man denke nur ans Appenzelleriand, an die Waldstatt, Teufen, Trogen, Heiden, Walzenhausen, um nur diese wenigen, bekannten Orte zu nennen. Lohnend ist sicher auch elfte Fahrt entlang dem Bodensee, sei es nun von Schaffhausen herkommend rheinaufwärts und über Kreuzlin* gen, Romanshorn nach Rorschach oder in umgekehrter Richtung vom st. gallischen Rheintal her bis. hinunter zum berühmten Rheinfall. ' "!; So ist, wie schon erwähnt, die AuswahJ gross und schwer wird der Entschluss werf 'den, sich für das eine oder andere zu enti •scheiden. Sicher ist aber, dass alle, die him ausziehen, um das Schweizerland zu durchfahren, und sei es hier oder dort Station zu machen, doppelte Freude haben werden an ihren Feiertagen als diejenigen, die zu Hause sitzen bleiben; und jeder, der an Ostern hinauszieht in den Frühling, wird sich etwas Sonnenschein hinüberretten in den darauffolgenden einförmigen und oft sorgenvollen Alltag. Lr. Lastautoverkehr im Kanton Graubünden. Einer Anfrage des kantonalen Bau- und Forstdepartements wurde die Antwort zuteil, dass die Gemeinde Davos von der ihr in Art. 17 des kantonalen Stiassengesetzes betreffend Zulassung des Lastautomobils zustehenden Kompetenz nicht Gebrauch gemacht hat und dass demnach der Traktorenverkehr anders als für landwirtschaftliche Zwecke im eigenen Betrieb und für Strassenzwecke nicht zugelassen sei. ry. Weisst du, Paul, als ich noch ein kleines dummes Mädchen war, glaubte ich am Ostermorgen lauter Hasen zu seheo . . . Der „reiche" Bund. Herr Bundesrat Musy darf zufrieden sein. Die eidgenössische Verwaltungsrechnung für das Jahr 1928 schliesst mit einem Einnahmenüberschuss von 23 Millionen Franken ab. Also geht es doch vorwärts und ist Aussicht vorhanden, dass unser Schuldenberg nach und nach abgetragen werden kann. Allerdings ist sofort beizufügen, dass der grösste Teil dieser 23 Millionen zur Deckung ausserordentlicher Ausgaben des Jahres 1928 zu dienen hat. Es sind da zu erwähnen die 10 Millionen Franken Jahresquote an die Bundesbahnen für die Elektrifikation, ebenso die bei der endgültigen Regelung der Rechnung mit den Bundesbahnen allfällig zu zahlende Summe, die ebenfalls In die Millionen geht. Der Rest ist zur Stärkung der besonderen Reserve bestimmt, welche die Durchführung des Tilgungsplanes der Staatsschlud sicherzustellen und nötigenfalls wesentliche unvorhergesehene Kosten zu decken hat. Herr Bundesrat Musy wird froh sein. Stempelsteuern, Couponsteuern, eine erkleckliche Zollbelastung sichern ihm die nötigen Finanzen und gewähren unserem hohen Par* lamente die Freiheit, die Millionen manchmal ziemlich unbesehen in den gewaltig am gewachsenen Verwaltungsapparat zu stecken. Wie aber, wenn diese ausserordentlichen Einnahmen, die nur durch eine aufwärtssteH gende Wirtschaftskonjunktur sichergestellt werden, wieder versiegen würden? Es ist zweifellos Tatsache, dass unsere WirtschaftmitüW direktenSteuern zustark-belasteMst unddas& die Sanierung; unserer Bundesfinanzen jsöii die Deckung der ausserordentlich- grossen Staatskosten zu Lasten unserer Volkswirt* schaff gehen, die damit in ihrer Entfaltung sicherlich gehindert wird.. .;'.;, Greifen wir ein Beispiel heraus. Im Jahre Am Ostertagisf alles leicht und frei, Die Welt erlöst, gesühnt find auferstanden, Gereinigt jeder, was er sonst auch sei. An diesem Tag, nach' langen Winters kalten Banden Erhebt die Erde sich zum sommerlichen Feste, Und wir, die Menschen, ihre flüchtigen Gäste, Wir blicken wieder aufwärts, weit in Zukunft, Welt und Zeit, Und wohl auch nach der Ewigkeit... ÄUTOMOBTL-REVUE 1929 - Auf der Osterfahrt . . . 1928 hat der Bund nicht weniger als rund 50 Millionen Franken aus der Zollbelastung der Strassenfahrzeuge gezogen. Seine Bundeseinnahmen sind vom Jahre 1925 bis 1928 auf den Strassenfahrzeugen um 25,8 auf 48,1 Millionen Franken gestiegen, durchschnittlich pro Jahr somit um 7,5 Millionen Franken. Ziehen wir von dieser Summe den an die Kantone zugeteilten Benzinzollviertel ab, so verbleiben ihm justament die 23 Millionen Franken, die er in seiner Verwaltungsrechnüng als Einnahmenüberschuss verbuchen kann. Dieses Geld, das zum grössten Teil wohl aus Zolleinnahmen von Strassenfahrzeugen herrührt, wird zum beträchtlichen Teil den Bundesbahnen für ihre Elektrifikation und ihre Sanierung zugewendet. Diese Tatsache allein sollte für die Bahnen genügen, den Kampf gegen das Automobil einzustellen. Ferner ist auch im kommenden Jahr mit einer weiteren Steigerung der Einnahmen aus Zöllen auf Strassenfahrzeuge zu rechnen, und so dürfte bereits im Jahre 1929 mit einer runden Einnahme von 56 Millionen Franken zu rechnen sein. Von diesem Betrage wird der Bund im Maximum 8 Millionen Franken den Kantonen zurückzuvergüten haben. Es werden ihm somit 48 Millionen Franken oder genau ein Siebentel der im Budget von 1929 aufgestellten Einnahmensumme verbleiben. Eine Gegenleistung des Bundes findet nicht statt. Deshalb die Frage: Ist wirk' lieh nur der Strassenfahrzeugbesitzer dazu da, um die durch den Krieg deputierten Finanzen des Bundes zu sanieren,, und muss es wirklich so sein, dass der MotorfahrzeagbesUzer, der durch' die kantonalen Steuern bereits stärk genug belastet ist, noch indirekt .'zur- Sanierung der Bundesbahnmisere herangezogen werden muss? Die Strassenverkehrs - Initiative kommt wahrlich ; nicht von ungefähr. Es sind nicht Ostern. Wir sind voll Hoffnung und voll gutem Glauben, Wir feiern alte Bräuche und durchtränken sie mit neuem Leben. Und mit der Erde, die sich jetzt gewaltig regt, Entfaltet sich in uns auch neues Streben, Erstehen Träume, Wünsche — vieles was uns tief bewegt... Das ist der Ostertag, mit seinem zukunftsfrohen Weben, Der immer wieder uns in seinen Zauber schlägt. Ko. überspannte Forderungen, die sie erreichen möchte, sie verlangt einzig neben einer vernünftigen eidgenössischen Strassenverkehrsregelung die Beseitigung der gegenwärtig einseitigen Belastung der Motorfahrzeugbesitzer und dementsprechend eine gerechtere Heranziehung des Bundes an den Unterhalt des schweizerischen Strassennetzes. K. Zu einer kleinen Anfrage. No 29 In Nummer 28 der «Automobil-Revue» sind wir auf die kleine Anfrage von Nationalrat Vallotton zu sprechen gekommen, welche den Automobilimfall betrifft, zwischen dem Gesandten von Uruguay, Herrn de Castro, und Herrn Fürsprecher Tenger aus Bern stattgefunden hatte und der vom ersteren in fahrlässigerWeise verschuldet worden war. Nach dem Geschäftsbericht des Politischen Departements konnte vom betreffenden Missionschef erreicht werden, dass der Streitfall einem Schiedsgerichte unterbreitet werden konnte, bei dem der Fall nun hängig ist. Infolge der Exterritorialität ausländischer Gesandten blieb dem Bundesrat jedenfalls kein anderer Weg offen. Dagegen sollte der Bundesrat doch Mittel und Wege prüfen, um das Obligatorium der Haftpflichtversicherung auch für ausländische Gesandte erreichen zu können. Das wäre das Minimum, was man von diesen Herren verlangen darf. t. Italien erschllesst Touristikgebiete. In dem jetzt italienischen Abbazia hat kürzlich die Konferenz für Organisation und Entwicklung der Verkehrsmittel des grossen internationalen Tourismus getagt. Man war darüber einig, dass nur der Automobildienst helfen könne, den Kranz von landschaftlichen Schönheiten und historischen Merkwürdigkeiten, der sich von Ventimiglia den Alpen entlang bis nach dem Luganer- und Comersee und bis nach dem Tirol und Dalmatien erstreckt, dem grossen Tourismus in vollem Masse zu erschliessen. So ist denn in den Gegenden, die dem « Circolo ferroviario» von Turin unterstehen, ein dichtes Netz von Autoverbindungen geschaffen worden, zum Teil auch internationalen Charakters, so in den Gegenden des Montblanc, des Kleinen St. Bernhard, des Mont Cenis, des Colle di Tenda. Im « Circolo ferroviario » von Mailand hat man gesorgt für stabile Autoverbindungen mit den oberitalienischen Seen, mit den Kurorten Salsomaggiore und San Pellegri'no; ferner wurde die ibmbardische Ebene verbunden mit einem neuen und schnellen Dienst über das Stilfser Joch, die Pässe. Tonale und Gavia. Andere Linien, z. T. international, umkreisen den Luganersee. Im «Circolo ferroviario» Brescia wurde nicht minder energisch für die Verbindungen mit dem Gardasee gesorgt, dem Trentino und Bozen. In der Venezia Giulia arbeitet man für die Erschliessung der Naturwunder der Postumiahöhlen sowie der Kurorte Abbazia, Grado und Brionischen Inseln, und dann nicht zuletzt zugunsten des patriotischen italienischen Publikums für den bequemen Besuch der durch den Krieg berühmt gewordenen Gegenden des Karsts. So wird man von Triest täglich auf einer permanenten Autolinie alle denkwürdigen Orte des Kriegsschauplatzes des Karsts besuchen können. Die Konferenz hat sich, wie auch die letztjährige von Cortina d'Ampezzo, nur mit den Gegenden Norditaliens befasst. Das nächste Jahr sollen aber Mittel- und Süditalien auch an die Reihe kommen. h. Vermutung, die sich alsobald bestätigte, als die Feststellung ins Wanken, dass sie in sie feststellte, dass ein lederner Automantel ihrem Knopfloch ein Schlüsselblümchen trug. an der Wand hing. Die Bedientenseele Eine Blume und Scheidungskummer? das brachte endlich den Tee, die Mohrenköpfe harmonierte nicht zusammen. Oder täuschte und den Schlagrahm, denen Georgette in der er sich nur? Er betrachtete sie genauer. EH Folge eine rührende Aufmerksamkeit widmete, obwohl sie keinen Hunger hatte. Schnitt unleugbar mädchenhaft, aber der Hut gentlich war ihr Jackettkleid in Farbe und Der Herr mit den blonden Haaren beschäftigte sich, über seine erkaltete Tasse Hut wird eine Mutter ihrer Tochter nie war wieder ganz Emanzipation. So einen gebeugt, nicht minder eifrig mit seiner Nachbarin. Er hatte ihre Ankunft im Auto beob- der Stirne waren entschieden frech. Mund erlauben. Die dunkelbraunen Haarsträhnen in achtet und als freudigen Unterbruch seiner und Naschen betonten den Gesamteindruck Selbstbetrachtungen begrüsst. (Auch er war, selbstgefälliger Nonchalence. Auf alle Fälle o Doppelspiel des Schicksals, der Stadt überdrüssig, kreuz und quer über Land gefah- * hatte sie ganz entzückende Beine... ren.) «Sie ist nicht schön, aber sie ist sehr Der blonde Herr räusperte sich, drückte hübsch,» dachte er mit, wie ihm schien, unbeirrbarer Loigik, um hinzuzufügen: «Vielderte mit dem lässigen Schritt des heutigen den Stuhl knarrend an die Wand und schlenleicht ist sie es doch, wenn sie lächelt». Gentleman durch die kleinen Tischchen auf Worauf er sich den Kopf nach dem tiefsinnigen Grunde zermarterte, weshalb sie es felte. Vor ihrem Platze blieb er stehen, die Ecke zu, in der sie ihre Schlagsahne löf- nicht tat. Er entschied endlich auf unglückliche Liebe. (Warum könnte eine Dame denn an ihr vorbei und schien sich lange Zeit über zwängte sich mit einem flüchtigen Pardon sonst über die Ostertage die Einsamkeit aufsuchen?) Seine Vermutung schien sich darin nicht einigen zu können. Das Rascheln im die Wahl einer Zeitung am Zeitungsständer zu bestätigen, dass ihre Wimpern wie tiefe Rücken Georgettes dauerte solange, bis sie Schatten über den Augen lagen und ein überdrüssiger Zug ihre kühn geschminkten Lippen vösen Wenden ihres Kopfes sich nach ihm mit einem höchst verwunderten, höchst ner- umspielte. «Scheidung,» dachte er, «sie umsah. «Blaue Augen», stellte der blonde trägt keinen Ring mehr. Die Schuld kann nur Herr fest. «Blaue Augen zu dunklem Haar, an ihm liegen. Nun ist sie mit seinem Auto sehr grosse, sehr fragend blaue Augen. auf und davon. Geschieht ihm recht.» Der Quatsch mit der Scheidung. Schlüsselblume, Turm seiner weisen Schlüsse geriet durch das stimmt schon eher.» Mokant, sehr mokant pfeifend umbummelte er ihr Tischlein, entschuldigte sich wegen der Störung und hatte ein vielsagendes Lächeln, das indessen unter einem Blitz aus den blauen Augen erstarb. Ernüchtert schlich er sich in seine Ecke. ,. Georgette spitzte nach Bubenart den Mund. Dem hatte sie heimgeleuchtet! Herrlich! Im übrigen fand sie, dass er sehr energische Gesichtszüge habe. Wohl Sportsmann? Auf alle Fälle nicht so ein blasser Fadling mit blasierten Tanzmanieren. Sie hasste das Tanzen. Nicht an sich, sondern der sinnlosen Plappereien der Partner wegen. Ob der in der Ecke dort auch von der Saaldekoration quatschen würde... ? Schien auch ein Mann von Geschmack, trug ja eine ganz fabelhafte Krawatte. Und dann, seine Haare glänzten nicht wie frisch geteerter Asphalt, sondern wellten und wirbelten mutwillig über der gebräunten Stirne. «Sicher ist er ein glänzender Fahrer», dachte sie und konnta sich der Vorstellung nicht enthalte«, neben dem blonden Herrn dahinzufahren. Natürlich würde sie lenken! Alle Himmel, hatte sie jetzt nicht sein Lächeln erwidert? Zu dumm! Nun kam er wieder daher mit seiner Zeitung. Wenn er' sie jetzt anredete, konnte sie nicht mehr gut... «Auch der Langeweile geflohen?» Georgette fühlte, wie ihr alles Blut zu Kopfe stieg. Sie versuchte überlegen zu nicken. (Schliesslich, was ist dabei! Warum hatten ihre Freundinnen sie allein gelassen!), «Sie fahren nach Bern zurück?» Georgette nickte abermals. «Kennen Sie den Weg über den Belpberg?* «Ja!» «Schade.» «Schade?» Seine weissen Zähne blitzten. «Ich hätte Sie gerne geführt, wissen Sie.» «Ach so.» Sie senkte den Kopf und schloss die Augen. Blitzschnell tauchte ihr einsames Zimmer vor ihr auf. Der lange trostlose Abend und morgen war noch ein freier Tag! Warum hatten die Freundinnen... Sie fuhren über den Belpberg. Sie soupierten in einem stillen Restaurant. Sie vereinbarten eine Autofahrt für den Ostermontag. Sie nahmen nur den blauen Sportwagen. Aber nicht sie sass hinter dem Volant, sondern er. Und Georgette fand es ganz in der Ordnung. Sie hat sich überhaupt geändert in jenen beiden Ostertagen. Ihre Freundinnen behaup» ten es wenigstens... Georgette ist sehr glücklich. Und wenn sie noch nicht gestorben ist Das ist ihre Geschichte. Eine sehr belanglose Ge-j schichte. Aber für Georgette bedeutete sie den Wendepunkt in ihrem Leben. Und sie hat ihn nie bereut. Felix Vitati.

"RIO 9U 1O'>Q SPORTLICHES Automobilindustrie und Sport in Deutschland. Der Reichsverband der Automobi'.- industrie hat den weittragenden Beschluss gefasst, sich in aller Zukunft von sportlichen Veranstaltungen, ja selbst touristischen Prüfungen wie auch wirtschaftlich-technischen Prüfungen fernzuhalten. Durch diesen Beschluss sind die grossen automobilistischen Veranstaltungen Deutschlands: der Grosse Preis von Deutschland, die A.D.A.C.-Qebrauchs-Wertungsfahrt, namentlich aber auch die internationale Alpenfahrt (soweit dies hier die deutsche Beteiligung betrifft!) stark gefährdet. Ein «Stadtrennen» in Monte. Eine glanzvolle Besetzung hat der erste «Grand Prix» des Automobil-Club von Monaco erhalten, der am 14. April zum Teil durch die Strassen von Monte Carlo zum Austrag ^gelangt. Zahlreiche prominente europäische Rennfahrer sind zur Teilnahme eingeladen worden, so dass man also eine Elitegesellschaft im Kampf sehen wird. Von französischen Fahrern sind Dreyfus, Lamy, Lehoux, Michel Dore, de Rovin zu nennen, aus Ungarn wird Graf Esterhazy erwartet, aus Deutschland Rud. Caracciola auf Mercedes «SS». Louis Rigal und Zehnder sind die Führer der Alfa- Romeo-Mannschaft, und eine interessante Neuerscheinung am Volant ist der italienische Motorradmeiser Pietro Ghersi. Der fünft© Schnelligkeitspreis von Tripoli. Vor einer echt südländisch begeisterten Menge und hohen Vertretern der Regierung zum Austrag gebracht, nahm der Grosse Preis von Tripoli einen sportlich glänzenden Verlauf. Neunzehn Fahrer starteten zu dem für das italienische Championat zählenden Rennen. Die beste Tageszeit erzielte Brilli Peri auf Talbot mit einem Stundenmittel von 143,666 km. Erster der Klasse 1500 ccm wurde Borzacchini auf Maserati, der einzige der Erstklassierten, der eine italienische Marke fuhr. In der Klasse 1100 ccm finden wir Biondetti auf Salmson an erster Stelle. Resultate: Ueber 1500 ccm (419,200 km): 1. Borzacchini (Maserati), in 3 Std. 8 Min. 39% Sek. Bis 1500 ccm (419,200 km): 1. Brilli Peri (Talfoot), in 3 Std. 7 Min. 45 Sek. Bis 1100 ccm (366,800 km): 1. Biondetti (Salmson), in 3 Std. 27 Min. 5 Sek.; 2. Fagioli (Salmson), in 3 Std. 27 Min. b% Sek. v. Das Argenteuil-Rennen sah Lepicard auf Donnet, dem bei jedem Start in der Schweiz das Glück, wie es am Kilometer-Arrete in Genf neuerdings bewiesen wurde, abhold scheint, an erster Stelle der Klasse 1100 :cm. Er und Banchi auf Bugatti 3 Liter sind die beiden einzigen Konkurrenten, die neue K issenrekorde schafften. Mme. Schell verletzte sich den Arm in einer Kurve. Resultate: Sportwagen 1100 ccm: 1. Lepicard (Donnet), 1 Min. 25,90 Sek. (Std.-Mittel: 75,436, neuer Rekord); 2. Dugat (Derby), 1 Min. 35,95 Sok. 1500 ccm: 1. Lo Foll, 1 Mm. 35,18 Sek. 2 Liter: 1. Bussienne (Sizaire), 1 Min. 27,48 Sek. 3 Liter: 1. Blanchi (Bugatti), 1 Min. 20,14 Sek. (Std.-Mittel: 80,858 km, neuer Rekord); 2. Serryn (Bugatti), 1 Min. 21,84 Sek. 5 Liter: 1. Ghica Cantacuzino, 1 Min. 37,83 Sek. Rennwagen 1100 ccm: 1. G. Fontaine (Derby) 1 Min. 20,72 Sek., 2. Jeuffrain, 1 Min. 30,61 Set 1500 ccm: 1. Dore (La Licorne), 1 Min, 18,85 Sek.; 2. Tersen, 1 Min. 24,34 Sek. 3 Liter: 1. Claisse, 1 Min. 21,86 Sek.; 2. Montier (Montier Sp.). 1 Min. 26,45 Sek. Die Mille Miglia 1929. Das am 13. und 14. April zum dritten Mal zum Austrag kommende Strassenrennen um die «Coppa delle 1000 Miglia» scheint sich in Italien wieder zu einer der populärsten Veranstaltungen auswachsen zu wollen. Seit Wochen bringen alle Blätter Kommentare über die Organisation und die wahrscheinlichen Teilnehmer, und tatsächlich ist diese Organisation auch etwas Einzigartiges. Wo in einem anderen Lande könnte sonst so etwas, wie dieses Schnelligkeitsrennen durchs ganze Italien, auf den öffentlichen Strassen durchgeführt werden? Aber der Fascismus, der die politische Auswirkung solcher grosser Sportveranstaltungen wohl zu würdigen weiss, verfügt, und genau wie es vorigen Sommer anlässlich der internationalen Alpenfahrt war, werden die Strassen dem übrigen Verkehr entzogen, und in Städten und Dörfern sorgen Mitglieder der fascistischen Miliz, der Gendarmerie und des Heeres dafür, dass auch dort die «Rennbahn» frei ist. Unterstützt werden diese Massnahmen durch die immense Sportbegeisterung der Italiener, so dass derartige Veranstaltungen, trotz ihrer grossen Ausdehnung, meist Muster von Organisation sind. Bisher liegen zum Rennen 33 Meldungen vor. Nichtitalienische Firmen haben bloss zwei gemeldet, nämlich 1 Dordon und 1 Combard. Dafür findet man bereits die wichtigsten italienischen Marken auf der Liste, so Alfa Romeo mit 13 Wagen, O.M. mit sieben Wagen und Fiat mit sechs Wagen, ausserdem bisher ein Lancia. Unter den Piloten finden wir den im letzten Jahre siegreichen Campari wieder auf Alfa Romeo. Ferner Minoia, Brilli Peri, Varzi. Mariani, de Martis und andere bekannte Namen. Ueber dampfende Felder, von schwacher Sonne beschienen, Wanderte ich nach langem Winter zum ersten Mal, Hob meine Augen zu schneeerlösten Bergen Und blickte ins neuerwachende Tal... Sah kleine Blumen sich regen Und am Landhaus beim Fluss schon violette Glyzinen — Stuck macht von sich reden. Es startet an der Targa Florio. Der Austrodaimlerfahrer Hans Stuck, uns Schweizern kein Unbekannter — er gewann letztes Jahr mit einem neuen Rekord den Zugerberg — stellte, wie wir berichteten, am Turbie-Rennen eine neue Glanzzeit auf, den Rekord'des Franzosen Divo ganz beträchtlich unterbietend. Namentlich erregte aber Stucks Fahrkunst grosses Aufsehen. Stuck sitzt schon einige Jahre hinter dem Volant. Vor Jahren war er zunächst Besitzer eines normalen Serien-Autos und hatte bereits zwei Rennen gewonnen, als er am Stilfserjoch den später in Monza tödlich verunglückten Italiener Materassi fahren sah. Materassi scheint es Hans Stuck angetan zu haben. «Ich stellte mich» so schreibt er dem «Sporttelegraph», «in einer der vielen Kehren auf und beobachtete genau die Fahrweise des damals schon berühmten Italieners. Meine darauf angestellten ersten Versuche, es diesem gleich zu tun, endeten sämtliche an Bäumen oder Strassengräben. Bei meinem lieben alten Herrn erntete ich damals keinen besonderen Beifall. Im Gegenteil erklärte er mich für verrückt und verbat sich solche halsbrecherischen Experimente. Aber mich Hess die Sache nicht ruhen. In aller Stille übte ich weiter und Sie können sich meinen Stolz vorstellen, als Materassi selbst später erklärte, dass ich ihn übertroffen habe. «Ich fahre stets mit Vollgas — wie es für mich überhaupt nur Vollgas oder Bremse gibt — bis möglichst nahe an die Kurve heran. Dann bremse ich auf die höchste Geschwindigkeit herunter, welche die vor mir liegende Kurve erlaubt. Dies lässt sich natürlich nur durch mehrmalige Versuche und genaues Studium jeder Kurve feststellen. Ich fahre dann nach Möglichkeit mit dem inneren Vorderrad zum Anklammern in den Strassengräben und durchziehe die Kurve bereits wieder mit voller Motorleistung. Das Hinterteil Frühling. Und wusste, das sei nun der Frühling, und staunte still, Wie mitreissend ich heute sein Kommen empfand. Ich bückte versonnen über dunstiges Land, Und eine weite Sehnsucht iasste mich, ein grosses Fragen, Wie ich es lange Zeit nicht mehr gekannt, Seit meiner Jugend frühsten Tagen... Ko. des Wagens vollführt unterdessen natürlich allerlei Tänze. Aber soJange das Vordergestell seine Richtung beibehält, liegt kein Grund zur Beunruhigung vor, wenn man auch mit dieser Fahrweise natürlich unerschrokken sein muss. Aber ohne diese Eigenschaft gehört man ja überhaupt nicht auf die Rennstrecke.» «Von ganz besonderer Wichtigkeit ist es selbstverständlich, das Uebersetzungsverhältnis des Wagens der jeweiligen Rennstrecke anzupassen, damit die Maschine möglichst immer auf derjenigen Tourenzahl läuft, bei der sie die beste Leistung aufweist. Je kleiner der Gang, um so grösser die Kurvensicherheit. Für lange Strecken kommt diese Art des Kurveniahrens natürlich nicht in Frage, da sie auf die Dauer für den Fahrer viel zu anstrengend ist und die Maschine zu sehr beansprucht. Ich betrachte es als die grösste Kunst, auf kurzen Strecken aus einer Maschine das Allerletzte herauszuholen. Ich bin selbst gespannt, ob ich auch fähig bin, in längeren Rennen etwas zu leisten. Dies festzustellen, werden mir die bevorstehende Targa Florio und die kurz darauf folgende Coppa Messina willkommene Gelegenheit sein.» 10,000 km im Tourenwagen. Der A. V. D. plant für 1930 einen Riesenraid über 10,000 Kilometer durch ganz Europa. Zweck der Veranstaltung ist eine Zerreissprobe für serienmässig hergestellte. Tourenwagen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit wird auf 25 km festgesetzt sein. Die Fahrt wird ausser- Als Termin ist die Zeit vom 10. bis 29* Juni 1930 vorgesehen. Die Strecke ist vor* läufig folgende: Köln—München (600 Kilometer); München—Belgrad (1125 Kilometer); Belgrad—Konstantinopel (1000 Kilometer);* Ruhetag in Konstantinopel; Konstantinopel—Bukarest (675 Kilometer); Bukarest—Budapest (900 Kilometer); Budapest—Wien (300 Kilometer); Wien—Warschau (775 Kilometer); Warschau—Königsberg (375 km); Königsberg-Reval (825 Kilometer); Ruhetag in Reval; Reval—Haparanda (1200 Kilometer); Haparanda—Stockholm (1320 Kilometer); Stockholm—Kopenhagen (675 Kilometer); Kopenhagen—Berlin (400 Kilometer). Kleine tflittfeilun^em Fahrbestimmungen über die Osterfeiertage. Die nachfolgend aufgeführten Kantone kennen am Ostersonntag und Ostermontag eine Beschränkung der Geschwindigkeit, Bei den meisten Kantonen tritt die Reduktion der erlaubten Geschwindigkeit am Sonn-* tag erst vom 1. Mai an in Kraft. Für die hier nicht aufgeführten Kantone gelten dio das ganze Jahr gültigen Konkordatsvorschriften. Reduzierte Geschwindigkeit. Ostersonntag Fre'e Strecke | Ortsctaiten Ostermontag Freie Strecke | Ortscbalten Appenzelll.-R. 30 km 18 km 30 km 18 km Basel-Land . . 30 „ 18 „ 30 „ 18 „ Bern 40 „ 25 „ — — Glarus . . . . 30 „ 18 „ — — üri 30 „ 15 „ — — Zürich . . . . 30 „ 18 „ 30 „ * ' 18 „ Stand der Alpenstrassen. Touristikbulletin vom 27. März 1929. (Auszug.) Sirassen im Mittelland und im Jura: Schon seit ordentliche Anforderungen stellen, da dieeiniger Zeit schneefrei. Strecke durch Gegenden führt, die nur Strassen minderer und mindester Qualität aufwei- mit Ketten alle passierbar. Schanfigg nur schwer Graubünden: Die meisten Strassen schneefrei, sen. Den Teilnehmern werden keine besondern Verpflichtungen auferlegt. Die Wahl passierbar. Innaufwärts ist die Strasse zwischen fahrbar. Oberhalbstein von Mühlen aufwärts un- Zernez und Zuoz unfahrbar. der Strecke zwischen zwei Etappenorten Glarus: Hauptstrasse bis oberhalb Linthal und bleibt jedem Konkurrenten überlassen. Ablösung ist Sernfthal bis Elm schneefrei. '. gestattet. Innerschweiz: Klausenstrasse auf der Unterseite bis ünterschächen ohne Schneeketten. Die Strassa nach Engelberg wird bis Karfreitag frei geschaufelt. Schneeketten empfohlen. Strasse Stansstad bis Bürgenstock, Brünigstrasse bis Lungern, schneefrei. Strasse Beckenried bis Seelisberg nur bis Emmetten fahrbar. Brünigpass unpassierbare Strasse Einsiedeln-Oberiberg schneefrei. Berner Oberland: Grimselstrasse bis Guttannen, Interlaken bis Lauterbrunnen, schneefrei. Zweilütschinen bis Grindelwald bei vorsichtigem Fahren, Strasse im Kandertal ohne Ketten bis Kandersteg. Frutigen bis Adelboden, Simmentalstrasse bis Lenk schneefrei. Strasse Zweisimmen-Saanenmöser-Saanen seit 23. März dem durchgehenden Verkehr geöffnet. Berner Jura: Die Schneeschmelze hat sämtliche Hauptstrassen freigelegt. Solothurner Jura: Der Weissenstein gesperrt. Neuenburger Jura: Automobilverkehr überall ohne Ketten. Waadtländer Jura: Uebergänge nach Frankreich: Col des Etroits, Vallorhe, Les Hopitaux, Nyon-St. Cergue-La Cure-Morez durchwegs; Col du Mollandruz ohne Ketten, Marchairuz mit Ketten, Les Avants, Glyon, Caux, Villars, Chesieres passierbar; Diablerets-Leysin schneefrei, Col dea Mosses-Comballaz unpassierbar. Strasse nach dem Col de Pillon öffnet auf die Festtage bis Les Diablerets. Rhonetal: Talstrasse offen bis Fiesch. Montana, Vermala, Leukerbad, Stalden schneefrei. Simplonstrasse bis Berisal offen. Frankreich: La Fancillo öffnet auf Karfreitag; durchgehend. Route des Alpes schneefrei. Um die neue Basler Strassenverkehrsord. nung. Am Montag abend fand im Restaurant «Helm» in Basel die Generalversammlung des Verkehrsvereins statt, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag von Herrn Regieruragsrat Niederhauser über die Strassenverkehrsordnung und den Fremdenverkehr stand. Der Referent wies in seinen interessanten Ausführungen, auf die wir noch zu sprechen kommen werden, auf die Dringlichkeit der Vereinheitlichung im Verkehrswesen hin, der Schaffung von Parkplätzen, von Radfahrerwegen etc. Dem Vortrag folgt© eine längere Diskussion. Der vollständige Postautokurs Trubschachen- Fankhaus konnte am letzten Sonntag aufgenommen werden. r. Die Vermessungsarbeiten für eine rechtsufrige Walenseestrasse werden zurzeit ausgeführt und sie sollen beendigt werden, bevor das Laub die Sichtverhältnisse ungünstig beeinflusst. y. Mit der Bodenseefähre wurden im Februar 913 Personenwagen, 120 Motorräder, 855 Velos, 7 Verkehrswagen, 433 Lastwagen, 18 Anhänger, 17 Fuhrwerke, 73 Stück Vieh, 85 sonstige Objekte und 10 305 Personen befördert. -ey. Mit der Passwangstrasse befasst hat sich der thiersteinischo Gewerbeverein; er hat eine Resolution angenommen, in der die beförderliche Ausführung der Korrektion der Strasse über den Passwang verlangt wird, . -er,