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E_1929_Zeitung_Nr.038

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und sein Grass galt auch

und sein Grass galt auch unserai diplomatischen Vertreter in den Vereinigten Staaten, Herrn Minister Peter. Herr Marchand hiess ebenfalls den Verteter der schweizerischen Motorradimporteure, Herrn Paul Kehrer, willkommen. Die Motorradimporteure haben bekanntlich beschlossen, diesen zweiten Sa- Jon, weil für ihre Produkte zu spät, nicht zu beschicken. Ihnen wurde vom Organisationspräsidenten aber die Zusicherung gegeben, den nächstjährigen Salon so anzusetzen, dass die Interessen aller berücksichtigt werden können. Herr Maurice Duval, der Präsident des speziellen Organisationskomitees für die Luftfahrtausstellung, sprach hierauf ein kurzes Begrüssungswort. Dann überbrachte Herr Oberst Isler, der Direktor des eidgenössischen Luftamtes, die Grüsse des Bundesrates. Er würdigte vor allem die Errungenschaften des schweizerischen Flugwesens und des Flugzeugbaues. Herr Staatsratspräsident Boissonnas wies auf die Entwicklung hin, welche das Fahrrad, dann das Automobil und das Motorrad durchgemacht haben und er prophezeite, dass auch das Flugzeug, das heute noch allgemein ein Sportsartikel weniger Bevorzugter ist, im Laufe der Zeit eine grosse Popularisierung als Verkehrsmittel finden werde. Am Samstagnachmittag führten verschiedene Flieger über der Stadt Demonstrationsflüge aus, die vom Publikum mit grösster Aufmerksamkeit verfolgt wurden. Der Kantonalverband der genferischen Motorfahrerclubs hatte eine Sternfahrt an diesen zweiten Genfer Salon organisiert und die Ankunft der Sternfahrer, die zwischen 6 und 7 Uhr auf der Plaine de Plainpalais recht zahlreich und mit grosser Disziplin eintrafen, lockte recht viele Spotfreunde herbei. Der Salon ist eröffnet und wenn auch den nächsten Tagen das gleiche klare Frühlingswetter beschieden ist, wie man es am Samstag in der festfreudig gestimmten Stadt geniessen konnte, dann wird sicher auch dieser zweite Teil des Salons von überall her recht zahlreichen Besuch erhalten und entgegen den Prophezeiungen mancher Pessimisten ein ganzer Erfolg werden! R Und nun die Reden . . . Ansprache vom Präsident des Organisations. komitees Robert Marchand. In seiner Eigenschaft als Präsident des permanenten Komitees des Genfer Automobilsalons be- -grüsste Herr Robert Marchand die Vertreter des Bundesrates und der Bundesbehörden, des Genfer Regierungsrates, der Stadt Genf, der genferischen Gemeinden, dei- Armee, die Konsule, das diplomatische ' Korps, die Repräsentanten der Syndikalkammer und beteiligten Industrien, die Vertreter der grossen automobilistischen., motorradsportlichen und aviatischen Verbände, die Repräsentanten der .Basler Mustermesse und des Comptoirde Lausanne, die Aussteller und — last but not least — die Tages-, Fach- und Sportpresse. Herr Marchand wies auf die dringenden Gründe hin, die einen dreiwöchentlichen Abstand zwischen den beiden Serien bedingt hatten. Trotz der späten Ansetzung der zweiten Serie und trotz dem Zurücktreten einer gewissen Zahl von Ausstellern aus der Motorradbranche könne heute mit besonderer Genugtuung eine sehr starke Beteiligung, besonders von seiton der Lastwagen, Karosseure und Zubehör-Aussteller festgestellt werden. Herr Marchand versprach, dass die Erfahrungen dieses Jahres bei Festlegung der Daten für den Salon 1930 zunutze gezogen und weiteste Wünsche berücksichtigt werden sollen. Mit grossor Freude begrüsste er die -starke Beteiligung der schweizerischen Industrie und betonte, dass jeder Besucher davon überzeugt sei, dass unsere einheimischen Firmen, besonders in der Lastwagenindustrie, eine führende Stellung behaupten. Die Aussteller der Flugzeuge zeigen, dass sich die Schweiz auch hier langsam emporarbeite Sein Glas erhebend, sprach Herr Marchand dem Organisationskomitee urfd allen, die am grossen Werk mitgeholfen, seinen Dank aus und trank auf den Genfer Salon 1930. Cranmores Stimme brach, als er antwortete: «Sie ist meine Frau!» Der Franzose griff nach seiner Hand. «Was soll das bedeuten?» fragte Cranmore. «Wer kann sie umgebracht haben?» Boulot zuckte die Achseln. «Geduld! Noch ist alles dunkel. Kein verständlicher Grund: die Perlenkette ist 1 noch da, und auch das Geld in ihrem Handtäschchen . . .» Cranmore wandte sich ab von ihm, legte den Arm auf das Fensterbrett und Hess den Kopf darauf sinken. Alles an ihm drückte eine hoffnungslose Verzweiflung aus. «Sie kennen den Herrn?» fragte Manderton flüsternd den Franzosen. «Mais oui!» Und in ausgezeichnetem Englisch fügte er hinzu: «Wir waren im englischen Hauptquartier zusammen während des Krieges.» Die Rede von Maurice Duval, Präsident des Club Suisse d'Aviation. Nachdem Herr Robert Marchand, der Präsident des Automobilsalons, die anwesenden Autoritäten willkommen geheissen, begrüsste Herr Maurice Duval, der Präsident -des Club d'Aviation die anwesenden Vertreter des schweizerischen und ausländischen Flugwesens. Auch er bedauerte die Abwesenheit von Herrn Bundespräsident Haab. Als spezieller Abgeordneter des Bundesrates nahm Oberstlieutenant Isler, Chef des eidgenössischen Luftamtes, an den Eröffnungsfeierlichkeiten teil. Unter den Ehrengästen nennen wir: die Konsule der beteiligten Staaten, Oberst Immenhauser, Vorsteher der schweizerischen Militäraviatik, Oberst Messner, Präsident des Schweizerischen Aeroclubs, Major Nabholz, Präsident der Avia, Graf de la Vaulx, Präsident der Föderation Aeronautique Internationale, Clifford Harmon, Präsident der Ligue Internationale des Aviateurs, Pitois, Chefingenieur des französischen Luftministeriums, sowie mehrere KSmstflieger, worunter Hauptmann Ferber. In kurzen Zügen entwarf Präsident Duval in der Folge Werdegang und Vorarbeiten dieser ersten Schau, zu deren Organisation so viel Zeit, Arbeit und Mut geopfert worden war. Er sprach sein volles Vertrauen aus, dass dieser erste Aviatiksalon einen durchschlagenden Erfolg buchen werde — und wie könnte dies anders sein, würden doch die erfolgreichen Leiter des Automobilsalons dem Benjamin nicht nur zu Paten stehen, sondern als Mitglieder des Organisationskomitees selbst tatkräftige Arbeit leisten. Der Zweck des Salons sei wie beim Automöbilsaloa die Förderung des Motores und dessen Popularisierung. Dia Aufgabe des Flugwesens sei es, nicht ein Werkzeug der Zerstörung, sondern der Annäherung zwischen den Völkern zu sein. Ueber Statistiken, Ausstellerzahlen etc. glaubte sich der Redner ausschweigen zu können, orientiere darüber doch der Katalog. Nicht weniger als sieben Nationen seien mit ihren Apparaten in Genf vertreten: Frankreich, Italien, Deutschland, die Tschechoslowakei, England, die U. S. A. und die Schweiz. Dies sei denn auch ein Grund gewesen, dsa Salon von dem vorgesehenen Bätiment Electoral nach den weiten Hallen des Automobilsalons zu verlegen, was den Gedanken des zweiten Salons verwirklicht habe. Genf schätze sich stolz, den ersten Flugzeugsalon in seinen Mauern zu eröffnen. Präsident Duval gab sich der Hoffnung hin, dass das Flugwesen nie der Bahn und der Strasse als Konkurrent gegenübergestellt werde. Der heutige Verkehr sei auf gegenseitige Ergänzung und Unterstützung angewiesen. Herr Duval schloss seine mit grossem Applaus aufgenommene Rede, indem er der Pioniere des Luftwesens, insbesondere unseres grossen Fliegers Bider gedachte und, in die Zukunft blickend, von March legte einen Finger auf Mandertons Arm. «Wer ist Ihr französischer Kamerad da? Ich kenne ihn nicht, oder?» «Ex-Chef des französischen Kriminaldepartements. Hat erst letztes Jahr den Dienst verlassen. Kaum zu uns, um einige Fälle für seine Memoiren zu studieren und war gerade auf der Station, als sie wegen des Mordes anriefen. So nahm ich ihn mit, aber amtlich hat er damit nichts zu tun. Und, Freund March, in der Zeitung darf von ihm nichts kommen, verstanden?» «Schön.» Manderton trat ans Fenster. «Es ist wohl kein Zweifel wegen der Identität?» fragte er Cranmore. Der Makler schüttelte langsam den Kopf. «Nicht der geringste. Aber haben Sie denn keine Erklärung? Was soll das alles nur bedeuten?» «Es hätte keinen Sinn, jetzt etwas erklären AUTOMOBIL-REVUE 1929 — Die Ehrengäste vor dem Stand Saurer. ...und zwischen den Ständen Berna und Martini. dem noch bevorstehenden gewaltigen Aufschwung des nationalen und internationalen Luftwesens sprach. Er dankte allen denen, die ihre Kräfte der Förderung des ersten Aviatiksalons im besonderen und der Aviatik im allgemeinen zur Verfügung gestellt haben. Ansprache von Oberst Isler, Direktor des Eidg. Luftamtes. Der Bundesrat hat mich beauftragt, Ihnen seinen Glückwunsch für das gute Gelingen der zweiten Serie des Automobilsalons und besonders zur Eröffnung der ersten internationalen Ausstellung für Sport- und Touristikflugzeuge, die auf schweizerischem Boden abgehalten wird, auszusprechen. Der Bundesrat beglückwünscht Sie insbesondere zu der Idee, einen schweizerischen Luftfahrte alon zu inaugurieren. Das Automobil und das Flugzeug sind Geschwister, welche viele gemeinsame Entwicklungspunkte besitzen, aber welche sich in der Praxis verschiedener Wege bedienen. Hier sehen wir sie einmal friedlich vereinigt, eines neben dem andern. Das Flugzeug verdankt dem Automobil vieles. Durch die Entwicklung, welche der Explosionsmotor im Automobilbau genommen hat, wurde erst die Grundlage geschaffen für eine technisch befriedigende Lösung des Luftfahrtproblems. Gleich wie im Verlaufe der Jahrhunderte die Menschheit gelernt hat, die verschiedensten Quellen der Natur zu benützen zur Befriedigung ihrer täglichen Bedürfnisse, müssen wir uns auch daran gewöhnen, die Mittel der Technik rationell zu verwenden. Auch der moderne Verkehr muss rationalisiert werden, d. h. jedes Transportmittel soll dort Verwendung finden, wo es technisch und wirtschaftlich die günstigsten Resultate ergibt. Wir können heute in der Entwicklung unseres zivilen Flugwesens auf eine zehnjährige Erfahrung zurückblicken. Im Jahre 1919 war unsere Handelsluftfahrt noch in den Anfängen. Man praktizierte die Touristik nur in ganz geringem Masse, man bildete einige Schüler aus, und man versuchte, die ersten regulären Transportlinien einzurichten. Ein einziges Flugzollamt stand zu unserer Verfügung. 1929, nach zehn Jahren, bedienen die schweizerischen Luftfahrtunternehmungen ein Netz von 3500 zu wollen,» entgegnete der Inspektor. «Ich bin selbst erst seit einer Stunde hier. Wenn Sie in den Laden hinauskommen wollten, möchte ich Ihnen einige Fragen vorlegen. Und der Drogist kann Ihnen erzählen, wie die arme Dame starb. — Was Sie betrifft,» fuhr er fort, sich plötzlich zu March wendend, «50 wissen Sie, dass Sie hier nicht bleiben könnea» Der Reporter sah ruhig auf seine Uhr. Hätt's ganz gern getan,» warf er gelassen hin, «aber es eilt, wenn ich noch zur ersten Morgenausgabe zurechtkommen will. Gute Nacht, Manderton. Auf Wiedersehen morgen!» Er nickte Boulot zu und war fort. «Was für Nerven!» murmelte Manderton. Dann traf sein Auge das des Franzosen und sein ernster Gesichtsausdruck wurde um eine Nuance freundlicher. «Ah! La Presse!» sagte der Franzose leise und lächelte nachsichtig. (Fortsetzung näohste Nummer „Autlsr- Feierabend") Nß38 Kilometer Länge, welches sich zwischen den Grenzpunkten Marseille—Amsterdam—Wien ausbreitet. Der Flugdienst dieses Sommers wird zwölf Auslandlinien bedienen und unser Land mit zwölf verschiedenen Ländern verbinden. Die Alpenflüge sind zu einer regelmässigen Einrichtung geworden, und die Luftphotographie wird immer mehr im Dienst« der Handelsluftfahrt verwendet. DU sportlich« Aviatik nimmt immer grössere Ausdehnung an dank der Tätigkeit verschiedener Flugsportclubs, von denen sieben ihr eigenes Flugzeug besitzen. Diese ganze Luftfahrttätigkeit stützt sich auf 6 schweizerische Flugplätze, welche in einer Entfernung von 60 bia 100 km auseinanderliegen. Es besteht ein lufttechnischer Hilfsdienst, •weloher über fünf Radiosendestationen verfügt und in* den drei internationalen Flugplätzen (Basel, Zürich, Genf) befinden sich Einrichtungen für Funkpeilung. Ein meteorologischer Dienst wird für die Luftfahrtstationen vom eidgenössischen meteorologischen Zentraldienst besorgt, mit Hauptstationen auf den Flugplätzen und HilfsStationen, welche 6ich auf dem ganzen Lande verteilen. Die Passagierbeförderung, die Beförderung von Postsachen und der Expressgüterdienst nehmen voa Tag zu Tag zu. Unsere schweizerische Flugzeugindustrie ist noch nicht stark entwickelt, aber sie schreitet vorwärts und hat mehrere ausländische Lizenzen erworben, welche sie mit Erfolg ausnützt. Insbesondere ist die Flugzeugfabrik Alfred Combe zu nennen, deren Apparate auch im Auslande Anerkennung gefunden haben. — Endlich erinnern wir an die erfolgreichen schweizerischen Flugexpoditionen Mittelholzers und anderer Flieger nach Afrika und Asien. Zusammenfassend können wir sagen, dass in den letzten zehn Jahren die schweizerische zivile Luftfahrt ihren Weg gemacht und dass sie sich trotz vieler Hindernisse gut entwickelt hat. Wir können diese Jahre als eine Lehrzeit bezeichnen und hoffen, dass die nächsten Jahre uns erlauben werden, auf Grund der gemachten Erfahrungen den zivilen Flugdienst auszubauen. Das Handelsflugzeug ist ein teures Transportmittel. Es dient nicht dem Massentransporte, sondern ist überall dort am Platze, wo die besondern Bedürfnisse auf rasche Beförderung gerichtet sind und dadurch die höhern Kosten rechtfertigen. Das Sportflugzetig, im Gegensatz zum Handelsflugzeug, ist einfacher und billiger. Es kann in grossen Serien gebaut werden. Auch verlangt es keine besondere Flugplatzeinrichtung wie die Handelsaviatik. Wir können aus den Erfahrungen der letzten Jahre die Schlussfolgerung ziehen, dass das Flugzeug als Transportmittel unser volles Interesse verdient. Als Probleme, die in nächster Zeit der Lösung harren, sind folgende zu nennen: Die Anpassung an die grossen europäischen Luftverkehrslinien; Einschränkung der für den Posttransport notwendigen Zeit zwischen der Schweiz und dem Auslande mit Hilfe von Nachtflügen; Schaffung von günstigen Tageskursen während der Hauptreisezeit sowie Ausbau und Förderung der privaten Luftfahrt. Darüber hinaus ist das Flugzeug ein wichtiger Paktor, um das Funktionieren der internationalen Organisation zu garantieren. Es verkürzt die Hauptreisezeiten um zwei Drittel, und die Diplomatie macht von diesem schnellen Beförderungsmittel einen ausgiebigen Gebrauch. Wir haben noch nicht gesprochen von der Bedeutung des Flugzeuges als Bestandteil unserer nationalen Verteidigung. Die Militäraviatik ist ein unerläßlicher Zweig einer modernen Armee. Wir brauchen das Flugzeug ala Abwehrmittel. Die Opfer, welche wir für die militärische Verteidigung bringen (man könnta sie mit einer Versicherungsprämie vergleichen), sind auch in Friedenszeiten nicht unnütz. Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Ausgahen in Form von Arbeitslöhnen zum grössten Teil im Lande verbleiben. Ausserdem hat die Militäraviatik als Ausbildungsstätte unserer meisten Flugzeugführer eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Sowohl die Flugzeugführer als auch die Chefs unserer ZivilflugpJätze stammen zum grössten Teil aus der Militäraviatii. Ohne die vorbereitende Tätigkeit unserer Militäraviatik wäre die Entwicklung des zivilen Flugdienstes gar nicht denkbar. Die Militäraviatik, die sportliche Luftfahrt und die berufsmässige Zivilluftfahrt bilden die drei Elemente, auf denen sich unser nationales Flugwesen aufbaut. Sie müssen sich gegenseitig ergänzen und ihre Zusammenarbeit wird die Entwicklung der Luftfahrt weiterhin fördern. In unserem gesamten Verkehrswesen aber ist die Luftfahrt angewiesen auf die Mitarbeit des Automobils und der Eisenbahn. Ganz besonders ist für sie wichtig die Unterstützung durch das Automobil, welches den Zubringerdienst zu den Flugplätzen vermittelt. Die Geschwister Flugzeug und Automobil müssen also auch in Zukunft Hand in Hand arbeiten. — Wir bewundern heute die Arbeit unserer Konstrukteure auf beiden Gebieten. Wir freuen uns, das3 eine so grosse Zahl schweizerischer und ausländischer Aussteller sich eingefunden hat, und wir wünschen ihnen allen einen guten Erfol?. Ansprache von Herrn Boissonnas, Präsident des Genfer Staatsrates. «Zum zweiten Male kommen wir hier innerli einiger Wochen zusammen, um der Eröffnung eines Salons beizuwohnen. Dieser zweite Salon ergab sich durch die Notwendigkeit, Platz zu schaffen für dia Ausstellung der Lastautomobile und Motorräder. Erhöhtee Infpre«so wurde diesem zweiten Salon dadurch gegeben, elftes zum ersten Mal eine Ausstellung von Sport- und Touristikflugzeugen damit verbunden wurde. Die beiden Verkehrsmittel, Auto und Flugzeug, brauchen nicht eifersüchtig aufeinander zu sein, benutzen sie doch jedes seinen eigenen Weg. Wir haben vom Präsidenten des Organisations-' komitees gehört, dass die Schweiz stolz sein darf auf ihre Lastwagenfaibriken, deren Erzeugnisse es mit den Produkten anderer Länder in jeder Be-* Ziehung aufnehmen können. Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass unsere Strassen durch das Anwachsen des La;stautomobilverkehrs in einenl schlechten Zutand kommen. Es ist unbedingt notwendig, dass der Gebrauch von Vollgummireifen! sobald wie möglich eingeschränkt wird und am deren Stelle die für Strasso und Fahrzeug vorteilhafteren Luftreifen treten. Ich beglückwünsche den Schweizerischen Avia" iik-Club für seine Ausstellung der Sport- und Touristikflugzeuge. Sie wird in hohem Masse dazu bei-

N° 38 — 1929 AUTOMöBfL-RFVin! tragen, unser Volk auf die Wichtigkeit dieses neuen Verkehrsmittels aufmerksam zu machen. Man darf eich hier nicht durch den Ausdruck «Sportflugzeug verwirren lassen. Erinnern wir uns daran, dass vor vierzig Jahren auch das Fahrrad und vor zirka 25 Jahren das Automobil rein sportliche Instrumente waren und dass sie heute zu einem eminent volkswirtschaftlichen Beförderungsmittel geworden sind. Gleich wird es mit dem Flugzeug gehen. Heute noch ein Mittel zu sportlicher Betätigung privilegierter Klassen, wird es das Verkehrsmittel der Zukunft sein, dessen Bestimmung es ist, üher die Grenzen hinweg die Völker zu verbinden. Ich hebe mein Glas auf jene glückliche Zeit, wo die Zöllner aller Länder machtlos den über die Grenzen wegfliegenden Flugzeugen zusehen werden. Bankett der « Avia » (Gesellschaft der Schweiz. Fliegerofilziere). Am Samstagabend fand im Hotel des Bergues das Bankett der «Avia» 6tätt, an welchem über hundert Gäste anwesend waren. Unter den Anwesenden waren viele in Uniform, Mitglieder unseres Fliegerkorps und Offiziere anderer Waffen. Major Nabholz ergriff als Erster das Wort und erinnerte an die Zeit, da man die Lufttaufe in Fesselballons erwarb. Ziel und Zweck der « Avia > seien: Förderung der Kameradschaft und Popularisierung des militärischen und zivilen Flugwesens. Das erstere habe in den letzten Jahren einen grossen Aufschwung genommen und Oberstl. Gerber und seine Mitarbeiter verdienten hohes Lob. Darauf ergriff Clifford Harmon. Präsident der internationalen Liga; der FJiegeroffizierc, das Wort. Er sieht auch in der Militäraviatik in erster Linie ein Friedensinstrument. Wir werden soweit kommen — hofft er — dass wir die Fliegertruppe aller Länder dem Völkerbund unterstellen können, zur Sicherung des Friedens. Stadtrat Turrettini spricht im Namen des Genfer Stadtrates ; auch er erinnert daran, dass die Zivilaviatik in heutiger Zeit höhere Aufgaben habe, als die Militära^iatik. dass die letztere aber die Grundlage geschaffen habe und noch schaffe, für ein erfolgreiches ziviles Flugwesen. Nachdem noch Oberst Messmer und Oberst Sarasin gesprochen hatten — ihre Worte richteten ßich in erster Linie an die jungen Mitglieder der * Avia» — bestieg M. Harmon eine hoho Tribüne, welche mit Tüchern in amerikanischen Farben dekoriert war, zur Vorteilung der Preise, welche die Internationale Liga den FHegeroffizieren Mittelholzer und Wirth gestiftet hatte. Die Schweiz ist das 22. Land, welches die Trophä« der Liga erworben hart. Dieser Preis bleibt während 15 Jahren im Eigentum des Aero-Clubs und wird Jahr für Jahr demjenigen schweizerischen Flieger überreicht, welcher sich am meisten ausgezeichnet hat. Sein Name wird «ruf dem Sockel der Trophäe (einem künstlerisch ausgefahren Globus mit den Genien des Flugwesens) eingraviert. Ausserdem erhält der Inhaber des Ligal-Preises noch eine goldene Medaille. Für die Jahre 1926 und 1927 figurierte der Name Mittelholzers auf der Trophäe, für das Jahr 1928 der Name von Hauptmann Wirth. Ausser dieser Ehrung unserer Flieger überreicht M. Clifford Harmon Herrn Staatsrat Boissonnas eine Medaille für Bundespräsident Haab. Endlich übergibt Herr Major Nabholz im Namen der « Avia;» Hauptmann Wirth die grosse silberne Plakette und Hauptmann Bartsch, Inhaber des schweizerischen Höhenrekords (10,000 Meter) und Major Ryhner, Inhaber des Höhenrekordes mit belastetem Flugaens (7000 Meter mit 500 kg Last) die bronzene Plakette, Gesamtansicht der Ausstellungshalle der zweiten Serie. Zur Eröffnung des Genfer Salons: Die Ehrengäste vor dem Apparat Bider. In der Mitte Herr Oberstlt. Isler, Chef des Eidg. Luftamt&s, Vertreter des Bundesrates. Zu seiner Rechten Herr Marchand, Präsident des Salon: zu seiner Linken Herr Oberst Immenhauser. fahrt den glanzvollen früheren Veranstaltungen keinesfalls nachstehen wird. Es wird auch heuer wieder die gesamte Strecke von Dürrbach bei Selibühl, also 9 km, in die Wettfahrt einbezogen, bekanntlich eine äusserst rassige Erprobung für Fahrer und Fahrzeug, deren Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit in hohem Masse beansprucht wird. Zweifelsohne werden sich dem Gurnigel- Starter am 30. Juni wieder die wägsten und besten einheimischen und ausländischen Fah-i rer stellen und gerade diese Ueberzeugung hat die veranstaltende Sektion zum Entschluss gebracht, einen wertvollen Gaben-« tisch für die Höchstleistungen in den einzelnen Kategorien aufzustellen. Nicht nur wird die Sektion dabei tief in den eigenen Beutel greifen müssen, sondern sie ist auch im besonderem Masse auf das Entgegen* kommen ihrer Freunde und Gönner angewiesen, die bereits von dem rührigen Gabenkomitee einen freundschaftlichen Wink zur Ausstaffierung des Tisches erhielten oder nächstens noch erhalten werden. Jedenfalls darf auch an dieser Stella ein warmes Wort der Emfehlung für die Beteiligung an der Donatoren * Liste eingelegt werden; wer für die Wettfahrt auf die herrliche Höhe des Gurnigels einige Sympathie übrig hat, soll seinen Gefühlen in dieser Beziehung vollständig! freien Lauf lassen. Die Gabenliste wird seinerzeit in der «Automobil-Revue» und der. «A. C. S.-Zeitung» verdankt werden. Freiheit oder Zwang? Den politischen Parteien der Schweiz liegen zwei Initiativen stark auf dem Magern. Beide, die Brantwein-Initiative, als auch die Strassenverkehrs-Initiative, wollen sie nicht recht verdauen. Von oben wurde diktiert, man schluckte und nun sind die Störungen da. Um beide Initiativen ist ein harter Kampf. entbrannt, wobei die Parteiführer ihre ganze Geschicklichkeit aufbieten müssen, um ihre Leute bei der Stange zu halten. Die freisinnig - demokratische Partei desl Kantons Zürich hat am letzten Sonntag überj die beiden Initiativen des langen und breitem debattiert. Für Verwerfung der Strassenverkehrs - Initiative votierte Dr. Weisflog, währenddem die Herren Kantonsräte Gassmamr, Stadler und Moosberger sich energisch und; geschickt für die Initiative einsetzten. Sie. unterlagen, vereinigten aber auf ihren Antrag, der auf Stimmfreigabe zielte und der der freisinnigen Partei zu Ehre gereicht hätte, immerhin einen Drittel der anwesen" den Stimmenzahl. Die freisinnig - demokratische Partei von Appenzell I. Rh. dagegen hat für die Strassenverkehrs-Initiative die Stimme freigege* ben. Ebenso die freisinnig - demokratische! Partei von Baselland und die Fortschrittspartei des Kantons Uri. Aus diesen Beschlüssen ist zu ersehen, dass die Strassenverkehrs-Initiative im ganzem Schweizerlande Anhänger besitzt und dass der Ausgang am 12. Mai eventuell Ueber* raschungert für den Bundesrat und ffir Herren Parlamentarier bringen dürfte. O, Klausenrennen 1929. Der deutsche Text des Reglementes ist soeben erschienen und zum Versand gelangt. Ein schwerer Unfall ereignete sich beim Stendaler^Automobilrennen vom letzten Sonntag. Der bekannte deutsche Rennfahrer von Wenzel-Moosau, der das Rennen gewann, wollte nach seiner Rekordfahrt sieben Meter hinter dem Ziel einem Radfahrer ausweichen, wobei sich der Wagen überschlug und zwei Zuschauer auf der Stelle tötete. Von Wenzel- Moosau selbst erlitt schwere Verletzungen. Der bedauerliche Unfall ist auf die Disziplinlosigkeit des Radfahrers zurückzuführen. Rekorde Campbeüs. Kapitän Campbell hat am Verneuk-Pan-See im Laufe seiner Versuche den Fünfkilometer- und den Fünfmeilen-Weltrekord verbessert. Ueber fünf Kilometer erreicht© Campbell ein Stundenmittel von 211 Meilen (339,5 km) und über fünf englische Meilen ein solches von 212 Meilen (341 km). Die bisherigen Weltrekorde lauteten für fünf Kilometer 326,175 Stundenkilometer (Fahrer: Segrave, Daytona-Beach), für fünf Meilen 226,295 Stundenkilometer (Fahrer: Eldrigde). Die beiden Rekordverbesserungen, namentlich diejenige des Fünfmeilen-Rekordes, stellen eine sehr hochstehende Leistung dar. Wenn auch CampbeMs Ziel, den Weltrekord Segraves über den Kilometer mit fliegendem Start zu verbessern, noch nicht erreicht worden ist, so müssen die Versuche am Verneuk-Pan-See dennoch als erfolgreich betrachtet werden. Campbell scheint seine Rekordfahrten abbrechen zu wollen. Die Erschütterungen bei den Rekordversuchen waren derart gross, dass er schmerzhafte Kontusionen erlitten hat. Vom Gurnigel - Wettbewerb. Bekanntlich bringt die Sektion Bern des A. C. S. diese hochinteressante Veranstaltung dieses Jahr wieder zum Austrag, und zwar ist der 30. Juni hiefür in Aussicht genommen. Die Organisation liegt einmal mehr in den bewährten Händen von Herrn Major Thommen, der bereits mit einem Stab tüchtiger Kräfte energisch an der Arbeit. Di© Gurnigel - Fahrt gilt neben dem Klausen - Rennen als die schönste und interessanteste des A. C. S., es besteht begründete Aussicht, dass die diesjährige Wett- STUTZ und das kleine Stutzmodell die fortschrittlichsten Wagen bringen als einzige die technische Neuerung «Noback», eine automatische Rücklaufsicherung, die Rückwärtsrollen ohne Bremsbetätigung bei jedem Steigungsgrade verhindert. Sie haben ein ausgezeichnetes Viergang, getriebe, sehr engen Drehradius, Bijour- Chassisschmierung durch Fussdruck, Luftreiniger, Oelfilter, Thermostat, doppeltwir« kende Stossdämpfer, Sicherheitsglas. Ihre Lockheed-Bremse hat regulier- und ausschaltbare Vakuum-Drucksteigerung, die sich vom Führersitz aus den Strassenverhältnissen anpassen lässt. IAS£L • ZURiCH • IEAM Katalog und Probefahrt für Sie unverbindlich. Betriebsbeginn be? den Autoposten. Di« folgenden durch Postautomobile betriebenen!! Linien nehmen am 1. Mai den Autobetriebii wieder auf: Chur-Schiertschen, Thusis-Splü^ gen-Hinterrhein, Zernez-Ofenpass-Münster,* Beckenried - Emmeten, Sarnen - Melchthal„ Schüpfheim-Flühli, Wolhusen-Romoos, AH rolo-ßedretto, Trogen-Altstätten. Der glarnerisch© Landrat genehmigt© dem» Bericht des Regierungsrates über die Korrektion der Strasse Mitlödi-Schwanden. Das Pro-* jekt kostet 255,000 Franken. Die Strasse eH hält Hartpflästerung und Mexphaltbelag. Ein* Projekt, das neben der Strasse auch ein, neues Trottoir vorsah, welches eine Mehr-* ausgäbe von 45,000 Franken verursacht hätte,' wurde mit allen gegen vier Stimmen abgelehnt, mg. .. Ein weitblickender Beschluss der Obwaldner Landsgemeinde. Am letzten Aprilsonntag! versammelte sich das stimmfähige Obwald» nervolk auf dem historischen Landenberg zur. ordentlichen Landsgemeinde'. Es galt einen wichtigen Beschluss zu fassen über die beiden kantonsrätlichen Vorlagen, die je ein» Million Franken für Verbauungsarbeiten ant; der Giesswilerlaui und für Strassenausbau und Korrektion vorsahen. Den beiden kantons-' rätlichen Vorlagen wurde stillschweigen dl zugestimmt. Das Obwaldner Strassenneta umfasst 55 Kilometer, wovon allein 35 Kilometer auf die Brünigstrasse entfallen. Im letzten Jahre gaben die Obwaldner für den Strassenunterhalt der Kantonsstrasse 110,000 Franken aus, was auf den Kilometer, wenn; man die ordentlichen Verbesserungen hinzu zählt, fast 3000 Franken ausmacht. Wir beglückwünschen das Obwaldner Volk zu sei«* nem weitblickenden Entschluss und hoffen, der kileine Bergkanton werde aus dem steigenden Automobilverkehr Nutzen ziehen. Die «Automobil-Revue» erscheint diese Woche anlässlich der zweiten Serie des Genfer Automobil-Salons, die heu* tige Ausgabe inbegriffen, dreimal Der «Aatler-Feierabend» wird der am Donnerstag erscheinenden r Aas* gäbe beigelegt sein.