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E_1929_Zeitung_Nr.043

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AUTOMOBIL-REVUE

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KP 43 II. Blatt BERN, 14. Mai 1929 II. Blatt BERN, 14. Mai 1929 50 Jahre Autotechnik Die Strassenlokomotive von A. Schmid Wenn man den gegenwärtigen Stand unserer Nutzfahrzeugindustrie beurteilen will, so wird man einerseits einen Blick nach dem Ausland werfen, anderseits zurückschauen in die Vergangenheit, um vor allem die Gegensätze zu erkennen, die sich aus jähre- und jahrzehntelanger Entwicklung ergeben. An den Gegensätzen lässt sich die Entwicklung bemessen. Die Firma Saurer stellte z. B. an der Mustermesse in Basel neben ihren heutigen Konstruktionen einen alten Personenwagen, den ersten Wagen der Firma, zur Schau, der aus dem Jahre 1898 stammt. An Hand dieses Wagens konnte man anschaulich und eindringlich den heutigen Stand der Autotechnik und die Entwicklung von 30 Jahren beurteilen. Noch enormer sind die Gegensätze.innerhalb fünfzig Jahren. Aus einem Dokumente entnehmen wir nachstehend Angäben über die :« Neue Strassenlokomotive » von A. Schmid, Zürich, die zugleich als Lokomobil und als Dampffeuerspritze diente. Im Textteil des, Prospektes finden wir folgende amüsante Angaben, die für uns historischen Wert besitzen und einen Vergleich zulassen, was damals und was heute erreicht ist. Sie lauten: «Der Hauptvorteil dieser Maschine gegenöber andern bis jetzt konstruierten Systemen besteht darin, dass die Anordnung der verschiedenen Teile der Lokomotive derart getroffen ist, dass mit der grösstmöglichen Leichtigkeit, Schnelligkeit und Sicherheit jedes nötige Manöver ausgeführt werden kann. Die Lokomotive wird von 3 Rädern getragen, 2 Triebrädern und 1 Lenkrad, welch letzteres sich vorn an der Maschine befindet. Diesem Rade kann vom Führerstande aus mittelst eines einfachen Hebels jede beliebige Richtung gegeben werden. Die Triebräder, auf welche die Bewegung der Kurbelwelle durch eine Kette ohne Ende übertragen ist, sind so montiert, dass sich beide Räder unabhängig voneinander drehen und somit auch verschiedene Geschwindigkeiten annehmen können, wodurch es möglich wird, selbst Kurven von 2 m Radius zu befahren. Der Kessel hat 10 Quadratmeter Heizfläche und ist so konstruiert, dass in der Zeit von 30 Minuten Dampf erzeugt werden kann. Die mittlere Dampfspannung beträgt 10 Atmosphären. Der Kohlenverbrauch stellt sich im Durchschnitt auf 40—60 Kilogramm pro Stunde, je nach Beschaffenheit der Strasse; der Wasserkonsum in der gleichen Zeit auf zirka 400 Liter. Die Maschine ruht auf Federn und ist sehr solid und äusserst kompendiös konstruiert; dieselbe bewegt sich geräuschlos,'so dass erfahrungsgemäss Tiere nicht erschreckt wer- den öder höchstens solche, welche nachlässigerweise ohne Führer belassen sein sollten. Auf annähernd horizontaler Strasse kann diese Lokomotive eine Last von 15 Tonnen 6 km weit pro Stunde fortbewegen. Bei entsprechend geringerer Belastung kann natürlich eine grössere Schnelligkeit erzielt werden, — auf horizontaler gerader Strasse z. B. bis zu 15 Kilometern pro Stunde. Steigungen oder Gefälle von 10 Prozent werden ohne Mühe überwunden. i Im übrigen diene als bester Beweis der aussergewöhnlichen Leistungsfähigkeit dieser Strassenlokomotive, dass damit die Strecke Zürich-Paris, zirka 600 Kilometer, auf der gewöhnlichen Strasse via Basel-Belfort-Langres-Troyes zurückgelegt wurde, wobei oft Steigungen von über 10 Prozent vorkamen, die schlechtesten Strassen benutzt werden mussten und jeder Witterung getrotzt wurde. Der Maschine war ein Gepäckwagen angehängt und wurde die Fahrt ausschliesslich der Ruhezeit in 82 Stunden und ohne jeden Unfall ausgeführt Als Lokomobil verwendet gibt die Maschine eine Leistung von 6—^8 Pferdekräften. Die Pumpe oder Dampffeuerspritze, welche natürlich nur in speziellen Fällen angebracht Die Strassenlokomotive von A. Schmid, die an der grossen Pariser Weltausstellung 1878 mit der Goldenen Medaille bedacht wurde. wird, arbeitet mit einer Leistung von 1500 Liter Wasser pro Minute, bei 6 m Saughöhe und einer horizontalen Wurfweite von zirka 55 m. Das Gewicht der ganzen Maschine, im Dienst, ohne Pumpe ist 6000 Kilogramm, und zirka 7000 Kilogramm mit Pumpe. Die ganze Länge beträgt 3,25 m, die Breite 1,75 m. Es können natürlich auch grössere Maschinen gebaut werden. l Die eben beschriebene Lokomotive eignet «|ch •vorzüglich zur Vermittlung eines kleinen Lokalverkehrs auf den gewöhnlichen Strassen und mit Vermeidung der kostspieligen Schienen-Anlage. In Fällen von Mangel an Zugspferden (Kriegszeiten) oder wenn die Kraft dieser Tiere ungenügend, deren Verwendung zu umständlich oder zu teuer wäre, wird die Maschine sehr gut als Transportmittel für grössere Quantitäten Proviant oder: sonstige Ma-* • terialien, sowie für Artilleriezwecke dienen können und ist deshalb von bsonderem Interesse für Armee-Leitungen, Behörden, Lieferanten, grössere Bauunternehmer etc. Besonders ist die Maschine zum Betrieb einer mobilen elektrischen Beleuchtung, resp. einer Grammeschen Maschine geeignet, welch letztere leicht vor oder hinter dem Dampfkessel placiert werden kann. Die Lokomotive kann namentlich aucS Städten oder grösseren industriellen Etablissements empfohlen werden, welche damit eine ausgezeichnete Dampffeuerspritze be«. sitzen, die, nicht wie andere, nur m Brahdfällen nutzbringend ist, sondern täglich, sei es als Zugsmaschine, sei es als Lokomobil, verwendet werden kann. Die « Revue Industrielle», in ihrer Nummer vom 2. Oktober 1878, sagt u. a.: « Die Strassen-Lokomotive des Herrn A. Schmid ist gut konstruiert und kann als sehr gute Lösung des Problems der Befahrung gewöhnlicher Strassen durch Dampfwagen betrachtet werden. Die verschiedenen Bestandteile, aus welchen dieselbe besteht, sind einfach und solid und sichern einen regelmässigen Betrieb, ohne dass man Reparaturen oder Störungen, die stets grosse Kosten mit sich bringen, zu beifürchten hätte. Die Idee, die Maschine durch eine Dampffeuerspritze zu vervollständigen, finden wir höchst ingeniös; in kleinern Ortschaften und in industriellen Etablissements, wo Strassenlokomotiven einen regelmässigen Dienst versehen können, wird der Vorteil, eine wirksame Dampfpumpe zu seiner Verfügung zu haben, nach Verdienst gewürdigt werden.» Klarheit ist das erste Prinzip einer einwandfreien Verkehrsregelung. Glaube nicht, dass jemand Freude an dir hat, wenn du dich mit schnoddrigen Armbewegungen durch den Verkehr drängst. Die MobiloikStrasse führt dem Rhein entlang Die Mobiloilstrasse fuhrt sowohl der Rhone als dem Rhein entlang. Sie ist überall, weil man überall ihren Schutz fordert. Mobiloil ist das unvergleich* liehe Qualitätsschmieröl. Es widersteht besonders den Wirkungen der Ver* dünnung, welche wie bekannt durch das Durchsickern von Brennstoff in das Kurbelgehäuseöl entsteht. Zur wirk* samen Bekämpfung dieser gefährlichen Erscheinung muss das an Schmier* Stoffen reichste Oel verwendet werden, d. h. Mobiloil, welches gleichzeitig eine bessere Abdichtung der Kolben sichert Jeder der mehr als 2000 Wiederver* käufer, welche sich über die Mobiloils: strasse verteilen, verkauft Ihnen die Ihrem Motor am besten zusagende Mobiloiltype nach den Angaben un* serer Schmieröltabelle. Wenn Sie störungsfreie und genuss* reiche Fahrten zu machen wünschen, so folgen Sie der Mobüoilstrasse. Vacuum Oil Company S. A. F., Spalenberg 65, Basel Die Citroenwerke empfehlen ausschliesslich Mobiloil