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E_1929_Zeitung_Nr.046

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Baron M. Sulzer-von

Baron M. Sulzer-von Wart, I. Präsident der Sektion. April 1904 stammt die erste Mitgliederliste, die 36 Mitglieder umfasste. Unter ihnen finden wir bereits Herrn Wunderly-Volkart, den heutigen Präsidenten. Der damalige Präsident, der erste des Clubs überhaupt, war Baron von Sulzer-Wart aus Neftenbach. Ein volles Mass Arbeit lastete damals auf den Schultern der jungen Sektion. Mit Liebe und Feuereifer lebten die Mitglieder ihrer selbst gestellten Aufgabe : Schutz und Pionierarbeit dem Automobilismus. Schon drei Monate nach ihrem Bestehen organisierte die Sektion die erste ordentliche Generalversammlung des A. C. S. in Zürich (5. Juni 1904). (Die Delegiertenversammlung vom Sonntag findet also fast genau 25 Jahre später statt!) Wie ernst es die Mitglieder mit ihren Pflichten nahmen, zeigt, dass für unentschuldigtes Nichtbesuchen von Veranstaltungen Bussen verhängt wurden. Bereits traten Fragen des Verkehrs an die Sektion heran. So führte der Vorstand einen energischen Kampf gegen die rücksichtslosen Fahrer, namentlich Chauffeure, denen man mit allen gesetzlichen Mitteln zu Leibe rückte. Die Sektion Zürich machte sich also schon in ihrem Gründungsjahr zum Wahrer der Moral im Strassenverkehr. Aufrufe und Flugschriften, oft in gewaltigen Auflagen gedruckt, ersuchten alle Automobilfahrer, die Fahrvorschriften des interkantonalen Konkordates (damals waren noch 10 Kilometer innerorts und 30 Kilometer ausserorts (!) vorgeschrieben) innezuhalten. Neben der Erziehung und Beeinflussung der Automobilfahrer besorgte die Sektion grosszügige Aufklärungsarbeiten bei der noch zum igrösstea Teil automobilfeindlichen Bevölkerung. Mehrmals lesen wir auch noch im Laufe der folgenden Jahre, dass « die Kinder Automobile mit Steinen zu bewerfen pflegten. » Einen erbitterten Kampf hatte man gegen die vielen tendenziösen Berichte der Tagespresse auszufechten. Wie es in jener Zeit zuging, beweisen viele groteske Zwischenfälle, die in den Protokollen Aufzeichnung fanden. So soll das Vorstandsmitglied Henri Heer zu spät zu einer Sitzung gekommen sein, da ihn ein Fuhrmann mit der Peitsche derart geschlagen habe, dass er ein Loch im Kopfe hatte und stark geschwollen war. Herr Dr. Brennwald, der damals schon die Rechtsauskunftsstelle der Sektion leitete, befasste sich in der Folge mit dem liebenswürdigen Fuhrmann. Neben dem Unerfreulichen brachte das erste Sektionsjahr manch erfreulichen Fortschritt, wie die Fühlungnahme mit den zürcherlschen Oberrichtern, « die den lebhaften Wunsch geäusseTt hätten, einmal Automobil zu fahren, um dieses sie in letzter Zeit oft beschäftigende Vehikel persönlich kennen zu lernen», und eine Vermehrung des Mitgliederbestandes auf 86. Bei der Bestellung des Vorstandes im Jahre 1905 herrschte einige Misstimmung, die hauptsächlich davon herrührte, dass «auch Mitglieder mit kleinen Wagen in den Vorstand hineingehörten ! » Im gleichen Jahre wurde das erste touristische Bulletin geboren und im «Rauch- und Automobilsalon» des Herrn C. J. Schmidt am Paradeplatz ins Schaufenster gehängt. Die gemeinsame Arbeit weckte das Bedürfnis für gesellschaftliche Anlässe, die mehr und mehr zum Treffpunkt der zürcherischen Gesellschaft wurden. Von Kolonnenfahrten wurde indessen bei Ausflügen noch abgesehen, da sie « wegen des Staubes und der verschiedenen Schnelligkeiten der Wagen wohl kaum zu arrangieren seien.» Dann aber warben auch sportliche Veranstaltungen für das Automobil. Ein erstes Rennen wurde von der Sektion organisiert: die Coupe Rochet- Schneider. Ein Teil der Rennstrecke führte durch die Stadt Zürich. Die Regierung förderte die Veranstaltung. 1905 regte Herr Dr. Bierbaum, der an der «N. Z. Z.» getreulich für die Sache des Automobilismus focht, die Einführung der ersten Statistik der in die Schweiz einreisenden Automobile an. Ein Beitrag zum Kapitel der damaligen Verhältnisse bildet die Tatsache, dass die Firma Chocolat Sprüngli besondere « Chocolattaler > fabrizierte, das Kilo zu Fr. 3.30, die unter die Jugend geworfen wurden, « um eine bessere Stimmung für das Automobil auszulösen. % Der Gruss der Stadt Zürich. Sehr geehrte Delegierte des A.C.S.! Im Namen der Bevölkerung Zürichs entbietet der Stadtrat den geehrten Delegierten des A.C.S. freudigen Willkomm in unserer Stadt und verknüpft damit den Wunsch, es mögen Ihre Verhandlungen dazu beitragen, die grossen und dringenden Fragen der Verkehrsregelung einer umfassenden Lösung näher zu bringen, im Interesse des Automobilismus und der Nichtautomobilisten. Die verantwortlichen Behörden von Zürich sind Ihnen dankbar für die bisherige treffliche Mitarbeit, für die aus Ihrer reichen Erfahrung resultierenden Ratschläge in bezug auf Minimalschnelligkeit innerorts, den Ausbau der Strassen und Plätze, die Führung der Durchgangsstrassen, die wichtige Frage der akustischen und optischen Signale usw. Nur auf dem Wege einer rationellen, in vollem, gegenseitigem Vertrauen durchgeführten Zusammenarbeit Ihres Verbandes mit den Behörden wird es möglich sein, die Gefahrenmomente zu vermindern und damit die Zahl der Verkehrsunfälle auf ein erträgliches Mass zu beschränken. Diese grossen Ziele mit Ihnen zu erreichen wird stets der Leitstern für den Stadtrat von Zürich sein. Darum frohes Glückauf Ihrer Tagung! Der Polizeivorstand der Stadt Zürich: Ribi. 1906 und 1907 finden wir Herrn R. Westermann-Hofer als Präsidenten am Steuer des Clubschiffleins, das wegen inneren Zerwürfnissen unter den Mitgliedern ein Stürmchen zu überdauern hatte. Am 29. März 1906 wurde die «Automobil-Revue» neben der «Suisse sportive » zum offiziellen Organ des A. C. S. bestimmt, um schon am 21. November des gleichen Jahres als alleiniges Organ des Schweizerischen Automobil clubs bestätigt zu werden. Der Vertrag mit der «Suisse sportive » wurde gelöst. Inzwischen war der touristische Dienst der Sektion kunstgerecht ausgebaut worden. Eine Triptyk-Abgabestelle für Frankreich, Italien und Deutschland wurde vom Zentralvorstand mit der Begründung abgelehnt, dass « das Generalsekretariat nur je ein einziges Heft Triptyks für jedes dieser drei Länder besitze.» Auch 1907 blieb Herr Westermann Präsident. In diesem Jahre wurde die erste Automobilausstellung in Zürich, welche vom 15. bis 26. Mai in der Tonhalle eingenistet war, eröffnet. Ehrengast der Eröffnung war Bundesrat Forrer. 112 Firmen stellen aus und die ansehnliche Zahl von 32000 Personen besuchte den Salon, der ein schönes finanzielles und propagandistisches Ergebnis zeitigte. Ein Schildbürgerstreich aus diesem Jahre zeigt deutlich, wie sehr noch die Sektion gegen die Behörden, namentlich auf dem Lande, anzukämpfen hatte : Im Protokoll der Vorstandssitzung vom 30. August ist ein Vorfall in Lachen eTwähnt, wo ein amerikanischer Aatomobilist einen tauben Mann überfahren und getötet hat, worauf « alle dort durchfahrenden Automobilisten zur Beruhigung des Publikums mit je 50 Fr. gebüsst wurden.» Gleichzeitig wurden die Automobilisten vor dem Besuche des Luzerner Pferderennens der Bussenjägerei wegen durch Zeitungsinserate gewarnt. An der Monatsversammlung vom 4. März 1908, an der wiederum Herr Wunderly-Volkart zum Präsidenten erwählt wurde, sollen Geschwindigkeitsmesser «mit Kurvenanzeige AUTOMOBIL-REVUE 1929 — Ein Interview mit dem Präsidenten der Sektion Zürich. Fünfundzwanzig Jahre Automobilsektion: ein Ereignis, das sicher einer Jubiläumsfeier würdig ist. Da die Sektion gerade in den letzten Jahren und seitdem Herr Wunderly- Volkart, Meilen, mit Auszeichnung und Geschick das Präsidium führt, eine so markante Entwicklung erfuhr, haben wir uns an den Vorsitzenden gewandt, mit der Bitte, uns über die erfolgreiche Geschichte der Sektion und ihre tieferen Gründe seine eigenen Erfahrungen bekanntzugeben. Der Präsident äusserte sich in liebenswürdiger Weise darüber wie folgt: Sie fragen mich, geehrte Redaktion, warum unsere Sektion eine so erfreuliche Entwicklung genommen hat? Ich antworte darauf mit einem Satz den die Franzosen als veritö de Monsieur Lapalisse bezeichnen würden: nämlich, weil sie eine grosse Sektion ist. Und warum wurden wir eine grosse Sektion? Siehe oben, weil wir nie daran dachten, uns zu verkleinern, d. h.. weil wir durch eine rechtzeitige Auswahl unserer Vorstandsmitglieder aus den Landschaftskreisen die Abspaltung von Untersektionen verhinderten. Denn von Anfang an war immer unser Bestreben, und zwar schon unter meinen Vorgängern, die Sektion gross und mächtig werden zu lassen, damit sie ihren Mitgliedern, dank ihrer starken finanziellen Stellung, alle möglichen wirtschaftlichen Vorteile bringen kann. Und wenn wir dieses Ziel heute, wenn auch noch nicht in allen seinen Auswirkungen, erreicht haben, so dürfen wir dies ruhig diesem Grundprinzip zuschreiben. Kleine Sektionen sind einfach nicht imstande, ihren Mitgliedern nachhaltige wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen und sie sind zum vornherein zu einer kümmerlichen Entwicklung verdammt. Sie werden mir einwerfen, es gebe auch grosse Sektionen, v, eiche sich nicht mit der Zeit entwickelt haben? Gewiss, das gibt es; aber daran sind die Mitglieder der betr. Sektion selber schuld. Denn wenn eine Sektion stagniert, so liegt die Schuld daran fast immer beim Vorstande, und da ist es eben Sache der Mitglieder, den betr. Vorstand beizeiten wegzuwählen und ihn durch andere tatkräftige und energische Persönlichkeiten zu ersetzen. Wenn sie das nicht tun, sondern nach Schweizerart nur die Faust im Sacke machen und damit ab und zu an sicherem Ort auf den Tisch schlagen, so ist damit nicht geholfen. Nun haben wir allerdings in der Sektion von jeher in der Auswahl der Vorstands- und der verschiedenen vielen, vielen Kommissions-Mitglieder eine glückliche Hand gehabt, und dem Präsidenten einer solch wohlbestellten und gut organisierten Sektion bleibt dann fast nichts anderes übrig zu tun, als in grossen Zügen die Richtlinien anzugeben und dann zur richtigen Zeit auf den richtigen Knopf zu drücken und im übrigen den betreffenden Herren möglichst viel Freiheit und möglichst viel Verantwortungsgefühl zu Überlasseen. Das haben wir in der Sektion Zürich von jeher getan und damit sind wir gross und mächtig geworden und wir hoffen damit auch dem ganzen A. C. S. einen nicht unerheblichen Dienst geleistet zu haben. Der Präsident der Sektion Zürich A. C. S.: H. Wunderly-Volkart. Die Behörden an den Festlichkeiten. Unter den zahlreichen Ehrengästen, welche ihre Teilnahme an den Jubiläumstlranstaltungen und der Tagung der Delegierten zugesagt haben, ist auch die städtische und kantonale Behörde Zürichs würdig vertreten. Herr Stadtrat Ribi, Polizeivorstand, repräsentiert die Stadt. Vom Regierungsrat wird am Samstagabend dessen Vizepräsident, Herr Dr. Streuli, und an den Veranstaltungen des Sonntags Herr Pfister, der neugewählte Direktor des kantonalen Polizei- und Motorfahrzeugwesens, anwesend sein. und Kilometerangabe» vorgeführt worden sein, da Herr Bundesrat Forrer für die damals ausgebrütete gesetzliche Regelung des Motorfahrzeugverkehrs grosse Stücke auf diese Instrumente hielt. Am 19. Juli lieferten sich 17 Konkurrenten am Töss-Breite-Rennen einen frisch-fröhlichen Strauss, aus dem 3urnier auf Diatto-CISment siegreich hervorging. Wohl als Gegengewicht zum Rennen empfahl Herr Wunderly-Volkart allen Mitgliedern, in der Stadt mit geschlossenem Auspuff zu zirkulieren. 1909 wurde immer noch unter dem unermüdlichen Präsidium von Herrn Wunderly- Volkart am 1. April das Sekretariat der Sektion Zürich des A. C. S. und gleichzeitig die Auskunftstelle für die deutsche Schweiz der Firma O. BrandenbeTger und F. Christen in Zürich übertragen. Der Zentral vorstand genehmigte eine angemessene Subvention. Die Rechtsauskunftstelle blieb nach wie vor in den Händen von Dr. Brennwald. Aus einer in diesem Jahre veröffentlichten Statistik veTnehmen wir, dass im Vorjahre sich 222 Automobilisten der Uebertretungen von Verkehrsvorschriften schuldig gemacht hätten. Unfälle ereigneten sich dabei sechs. Am 25. August berief deT A. C. S. Zürich die erste Konferenz zur Regelung des städtischen Strassenverkehrs ein. Später fiel auch der Sektion das Mandat zu, eine Strassenverkehrsordnung auszuarbeiten. Hier ist schon von einer Erhöhung des Innerortstempos von 10 auf 20 Kilometer und von einem Verbot des offenen Auspuffes die Rede. Die Sektion zählte 228 Mitglieder. 1910 und 11 blieb deT Club unter dem Präsidium von Herrn Wunderly-Volkart. Am 29. Mai 1910 wurde auf der Töss-Breitestrecke die Coupe Peugeot ausgetragen und am 3. September auf der Albisstrecke die Coupe Boüinger-Elmenhorst. Die Popularität des Automobils lässt immer noch zu wünschen übrig: Das Gesuch um blumengeschmückte Automobile für den Kinderhilfstag 1911 wurde abgelehnt, da den Mitgliedern die «bei solchen Anlässen üblichen und auch hier zu erwartenden Beschimpfungen und Feindseligkeiten nicht zugemutet werden dürfen». Die Bundesbahnen erklärten sich nach langwierigen Verhandlungen bereit, die missllchen Verladeeinrichtungen für Automobile in Göschenen, Airolo und Faido zu verbessern. Ende 1911 zählte die Sektion 326 Mitglieder. 1912 übernahm Herr Dr H. Wyss an Stelle des demissionierenden Herrn Wunderly-Volkart, der jedoch im Vorstand blieb, das Präsidium. In einer Monatsversammlung wurde eine Resolution des Sinnes gefasst, dass es im Interesse des Verkehrs" gelingen möge, die Bundes- und kantonalen Behörden an der Schaffung eines Schweiz. Automobilstrassennetzes zu interessieren. Im gleichen Jahre musste die Sektion Schritte unternehmen, um die drohende Wolke des Sonntagsfahrverbotes zu verscheuchen. Mehr und mehr wurde die Sektion das Bollwerk der Automdbilinteressen. Das Jahr 1913 wurde dem inneren und äusseren Ausbau gewidmet. Die Kriegsjahre griffen auch in das Sektionsleben hemmend ein. 1914 übernahm Herr Schoch die Leitung der Geschicke, um sie 1917 an Herrn Dr. Bircher abzutreten. Die allgemeine Not auferlegte die grössten Einschränkungen. Der Betriebsstoff wurde beinahe unerschwinglich. 1916 trat der Kanton Zürich dem interkantonalen Kon- i N»4i kordat bei. In diesem Jahre rollte in Zürich der erste Verkehrsfilm. 1917 und 1918 waren stille Jahre, die ganz unter dem Druck der Ereignisse standen. Zum Brennstoff- und Pneumangel gesellte sich ein neuer Feind, die Grippe, die das Sektionsleben vollständig lahmlegte. 1919 brachte die Befreiung von der Rationierung, und damit sollte ein mehrere Jahre dauernder Kampf einbrechen, um verlorenes Terrain wieder zu gewinnen. Eine Initiative Brandenberger über das Sonntagsfahrverbot schlug Lärm, dann 1 forderten die Strassenverhältnisse die volle Aufmerksamkeit der Sektion. 1920 lebte auch dpr Sport wieder auf. Wie die meisten andern Kantone erhielt Zürich das heiss bekämpfte Sonntagsfabrverbot. Unentmutigt kämpfte die Sektion für Verkehrsdisziplin. 1921 gelang es der vom Präsidenten Dr. Bircher gegründeten Liga der Verkehrsinteressenten, die Gesetzesvorlage vom 11. Dezember zu Fall zu bringen. Am 11. September war das Albisrennen ausgefahren worden. 1922 organisierte die Sektion zum ersten Mal das internationale Klausenrsnnen: es war ein voller Erfolg. 1923 überliess Dr. Bircher. der in schwersten Jahren treu auf seinem Posten gestanden, das Steuer wiederum Herrn Wunderly-Volkart. Gemeinsam mit der Verkehrszentrale bemühte sich Herr H. Wunderly-VolkaTt, der gegenwärtige Pra-i sident der Sektion, seit 25 Jahren im Vorstand, der Vorstand um die Oeffnung der Durchgang*- strassen im Kanton Graubünden. Zum Klausenrennen fand eich ein starkes Feld ausländischer Fahrer ein, das zum ersten Mal international ausgefahren wurde. Die Leitung lag in den bewährten Händen von Herrn A. Töndury. der sich als Klausengeneral einen Namen gemacht hat Im Jahre 1924 zählte man 1000 Mitglieder. Das Klausenrennen, das auf den A. C. S. übergegangen war, gewann der Deutsche Merz für Mercedes. Aber neben dem Sport war es der Ausbau des Tourismus und der faire unermüdliche Kampf zur Wahrung der berechtigten Interessen des Automobilismus, der der Sektion zu einem gewaltigen Aufschwung verhalf. Am Klausenrennen schuf der italienische Graf Masetti auf Sunbeam einen neuen Rekord. Am 14. Juli wurde zum ersten Mal ein Kilometerrennen auf der Industriestrasse Altstetten- Sehlieren abgehalten, das Kracht auf Bugatti gewann. 1926 wurde die Leitung des Sekretariates Herrn. Dr. H. Schmidlin anvertraut, gleichzeitig fand ein weiterer Ausbau des Touristikbureaus statt. Das Kilometerrennen in Altstetten erlebte seine zweite Auflage, da wie am Klausenrennen siegte Kessler auf Alfa Romeo. Die geselligen Anlässe schafften dem Club neue Freunde. 1927 und 28 endlich beginnt die Sektion nach harten Jahren der Prüfung die Früchte ihrer Tätigkeit zu ernten. Dank ihrer tatkräftigen Initiative wird der morsche Bau des Schweizerischen Automoboliclubs reorganisiert und dezentralisiert und einer neuen lebenskräftigen Zukunft entgegengeführt. Die sportliche, die gesellschaftliche und TOT- 1 kehrspolitische Tätigkeit wird immer lebhafter, ein- Xlussreicher, der Tourismus blüht auf und der Zustrom neuer Mitglieder hält ununterbrochen anj Die Sektion ist der treue Berater der Automobilisten in Versichernngs- und Rechtsschutzfragen, der Wahrer automobilistischer Interessen und der Hort geselligen Lebens. Heute zählt die Sektion 2291 Mitglieder, denen ein selbstlos arbeitender, klug wägender Vorstand mit einem trefflich durchorganisierten Verwaltungssystem vorsteht. Präsident ist immer noch Herr H^ Wunderly-Volkart. Die Sektionsereignisse der letzten Jahre, sowohl in verkehrspolitischer als sportlicher Hinsicht waren Ereignisse des gesamten schweizerischen Automobilismus. Sie sind ans noch in frischer Erinnerung. Zum Segen des zürcherischen und schweizerischen Automobilismus wünsche ich: Glückauf und guten Kurs für die Zukunft! V* Ein bernisches Verkehrsamt. Der bernische Grosse Rat behandelte in seiner gestrigen Sitzung die Frage der Schaffung eines Strassenverkehrsamtes. Kommission und Regierungsrat befürworteten die neue Institution, an die jedenfalls grosse Anforderungen gestellt werden* Das Strassenverkehrsamt, das der Polizeidirektion unterstellt wird, soil unter der Leitung eines Vorstehers und eines Adjunkten stehen. Aufgabe des Amtes wird die Vorbereitung und Durchführung gesetzlicher Erlasse über den Straßenverkehr sein, sowie die Debersicht über die Einhaltung des Lärm- Verbotes, der Geschwindigkeits- und Gewichtsüberschreitungen. Der Geschäftskreis des Amtes ist in nicht abschliessender Weise umschrieben worden* da der ganze Strassenverkehr sich noch in fortwährender Entwicklung befindet. Die Automobilisten begrüssen den im Verkehrsamt unbedingt liegenden Fortschritt. Ueber dessen Unterstellung kann man in guten Treuen zweierlei Meinung sein. Mit dem Amte allein ist es natürlich nicht getan. Es kommt auf den Geist an, mit dem es geführt werden wirdj Es ist zu hoffen und zu erwarten, dass das Amt einen Vorsteher erhält, der dem Automobilismus das grösste Verständnis entgegenbringt und Weitsicht and Initiative genug besitzt, um den Verkehr auf den bernischen Strassen in modernster Art zu leiten und zu regeln, K

No 46 — 1929 Aus den Kantonen Die schwyzerische AtitomobÜverordnnng vor dem Kantonsrat. In einer ausserordentüchen Mai-Sitzung beriet der schwyzerische Kantonsrat die Abänderung der Automobilverordnung vom 30. November 1928. Aus Automobilkreisen war bekanntlich gegen die genannte Verordnung das Referendum ergriffen worden. Um diese Verordnung in der Abstimmung duirchzubringen, stellte die Regierung den Motorfahrzeugbesitzern die Revision einiger Artikel in Aussicht Es wurden folgende Aenderungen vorgesehen und vom Kantonsrate genehmigt: die Bestimmung über die Haftpflichtversicherung ist mit dem Bundesrecht in Einklang gebracht worden, dagegen wurden die Taxen in der Hauptsache auf der festgesetzten Höhe belassen, sie wurden bloss für Anhänger an Traktoren reduziert. Die Zuschläge fürVoügummibereifunx fallen weg, aber Motorfahrzeuge und Anhänger mit solcher Bereifung werden nur noch bis Ende Dezember 1932 geduldet. Die Aerzte-Gesellschaft des Kantons Schwyz hatte das Gesuch gestellt, die Automobile der Aerzte mit einer Grundtaxe von 125 Franken zu besteuern. Dann hatten die Autobesitzer von Unteriberg und die Automobil A.-G. Schwyz in besonderen Eingaben gewünscht, dass für ihre Wagen, wie für Saisonautomobile, nur die halbe Taxe berechnet werde. Ein Kantonsrat aus dem Muotatai wollte diese Vergünstigung auch auf die Automobile anderer Berggemeinden ausgedehnt wissen. Alle diese drei Anliegen fanden aber beim Kantonsrat keine Gnade und wurden abgelehnt. Ein Antrag, auch die für die Hotelautobusse bisher gewährte Vergünstigung zu streichen, wurde angenommen, so dass auch diese Fahrzeuge inskünftig die ganze Taxe zu entrichten haben. Das zulässige Maximalgewicht des Lastenzuges wurde auf 15 Tonnen festgesetzt und die zulässige Breite der Motorfahrzeuge auf 2,3 Meter erhöht, und zwar mit Rücksicht darauf, dass verschiedene bestehende Wagentypem diese Breit© besitzen. Es wurde femer vorgeschlagen, für den 'ausseren Kantonsteil eine eigene Autokontrollstelle zu schaffen, welcher Antrag vom Kantonsrat aber abgelehnt wurde. Dagegen wurde.der Wunsch von der Regierung entteeengenommen, den Kontrollbeamten anzuweisen, an bestimmten Wochentagen im flusseren Kantonsteil Führer- und Wagenprüfungen abzunehmen. Bei der Beratung der Abänderungsvorlage wurde von verschiedenen Seiten eine 'bessere Kontrolle, sowohl in bezug auf die Prüfung von Fahrern und Wagen als auch der Belastung und der Geschwindigkeit gefordert R. Bernische Verkehrspropaganda. Em Genfer berichtet uns folgendes: «Die Art und Weise, wie Ihre Behörde für die Bundesstadt Verkehrspropaganda macht, ist stupid. Ich bin seit mehr als 20 Jahren in Genf eingeschriebener Automobilist Es ist mein Stolz, •durch korrektes Fahren bisher keinerlei An* zeigen oder Bussen erhalten zu haben. Kürzlich fuhr ich mit meinen Angehörigen an die Hunde-Ausstellung in Bern, habe in der Bundesstadt übernachtet und in Bern und Umgebung, wie alljährlich ein- bis zweimal bei ähnlichen Besuchen, einen ganz netten Beitrag ausgegeben. Einige Zeit später erhielt ich nun von der beraischen Polizeidirektion einen Bussenzettel für Fr. 20.— nebst Kosten. Da ich nicht deutsch verstehe, musste ich mir erst die Anzeige übersetzen lassen; es hiess, ich sei in der und der Zeit über die Kornhausbrücke einem Tram vorgefahren. Selbstverständlich konnte ich dies nicht bestreiten (in der Tat erinnere ich mich, das Tram ganz am Anfang der Brücke, Seite Theater, überholt zu haben; der Polizist stund sozusagen daneben, ohne jegliche Bemerkung zu machen); denn wer kann in Genf oder Lausanne wissen, dass man auf der Berner Kornhausbrücke dem Tram nicht vorfahren darf? Jedenfalls wird kein Berner in Genf oder Lausanne gebüsst, wenn er eine äokale Verkehrsregel - übersieht, höchstens dass ihn der Verkehrspolizist anhält und auf die besonderen Verhältnisse aufmerksam macht Im Kanton Genf wird man bei Nichtbeaehten der Verkehrsreglemente von Automobilisten anderer Kantone vom Polizisten auf höfliche Weise auf das Verstossen des Reglementes aufmerksam gemacht Ich werde die Fr. 20.— nebst Kosten bezahlen, auch andere Genfer Fahrer werden das gleiche tun. Man sagte mir hier bei meinen Erkundigungen, dass die Genfer Polizei zurzeit von den Bernern sehr stark beschäftigt werde, um die bernischen Bussenzettel den Genfer [Automobilisten ins Haus zu bringen. Meine Sympathie für die Berner Land- Schaft ist vorläufig geschwunden, mich sieht de* Kanton Bern so schnell nicht wieder; Ich kann mein Geld aucli anderswo ausgeben und werde überall in meinem grossen Bekanntenkreise erzählen, wie die Automobilisten in der Bundesstaat behandelt werden.» Anmerkung der Redaktion: Man kann es den auswärtigen Automobilisten wohl nachfühlen, dass sie darüber verärgert sind, wenn sie Strafanzeigen erhalten für Vorfälle, die im tätlichen Verkehr sozusagen bedeutungslos sind. Die Vorschrift auf der Kornhausbrücke, dem Tram und anderen Motorfahrzeugen nicht Torzufahren, hat ihre Berechtigung ;- auswärtigen Fahrern aber wegen Nichtbeachtung derselben Fr. 20.— aufzuhalsen, ist schon ein starkes Stück und der Genfer hat ganz recht, wenn er dies ah Schikane auffasst. Kein Schweizer Fahrer wird jemals im Ausland wegen Missachtung einer nebensächlichen Verkehrsvorscbrift unter Strafe genominen worden sein. Man kann es einem derart Gebüssten nicht verdenken, wenn er Bern meidet. Der bernische Verkehrsverein dürfte sich doch dafür verwenden, dass seine Propaganda für die Bundesstadt nicht durch derartige Geniestreiche illusorisch gemacht wird. A AUSLAND AUTOMOBIL-REVUE Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Automobilwesens für ein Land wird erneut durch kürzlich in der deutschen Presse bekanntgegebene Zahlen bestätigt. Zuverlässigen Schätzungen zufolge werden die im Jahre 1928 für die Motorfahrzeugwirtschaft gemachten Aufwendungen auf 3,5 Milliarden Mark berechnet Vergleichsweise sei erwähnt, dass die Betriebsausgaben der Reichsbahn 4,2 Milliarden betragen. In der Automobilindustrie und den zugewandten Gewerben waren im vergangen Jahre rund eine halbe Million Personen beschäftigt Jeder 66. Erwerbstätige in Deutschland arbeitet also für das Motorfahrzeugwes sn. Die ausrangierten Automobile machen bekanntlich mancher amerikanischen Stadt gewaltig Sorgen, weil die Unsitte, ein unbrauchbar gewordenes Vehikel einfach irgendwo stehen zu lassen, immer mehr überhand nimmt. Einzelne Städte wie Cleveland sind bereits dazu übergegangen, besondere Schmelzofenanlagen zu bauen, in welchen die verlassenen Motorfahrzeuge verbrannt und eingeschmolzen werden. Andere Verwaltungen wieder haben die herrenlosen Wagen in die Kategorie der von dem städtischen Abfubrwesen abzuholenden wertlosen Abfälle eingereiht Sie werden auf dies« Weise in regelmässfeem Turnus mittels speziellen Abschleppwagen abtransportiert und mit dem übrigen Mull im Meer versenkt z. Die amerikanische Automobilstatistik ist eine Fundgrube interessanter Details. Auf Ende 1928 waren nach offiziellen Angaben 21,2 Millionen Personenfahrzeuge, 3,1 Millionen Lastwagen und 91,200 Omnibusse in den Vereinigten Staaten registriert. Erstmals registriert wurden etwa 1,1 Millionen Fahrzeuge, währenddem 3,56 Millionen Wagen allein im Inland abgesetzt wurden. Es ergibt sich somit, dass rund 2,4 Millionen Automobile aller Arten aus dem Verkehr gezogen und durch neue Wagen ersetzt wurden. Mit welchem Automobilreichtum einzelne Staaten rechnen können, geht daraus hervor, dass beispielsweise der Staat New York kürzlich die Kontrollnummer 2,000,000 ausgab ! Der Autoomnibusverkehr in Berlin gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die vermehrte Frequenz ist nicht nur auf die ständige Verkehrszunahme zurückzuführen, sondern erfolgt auch auf Kosten der übrigen städtischen Verkehrsmittel, hauptsächlich der Strassenbahnen. In Berlin wurden von allen Transportmitteln im Monat März 123,8 Millionen Fahrgäste befördert was gegenüber dem nämlichen Monat des Vorjahres einer Zunahme von sieben Prozent entspricht. Mit dem Omnibus wurden 23 Millionen Passagiere transportiert, was eine neue Höchstleistung darstellt. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Omnibusverkehr eine ständig anwachsende Verkehrskurve, indem die Zahl der Fahrgäste von 19,5 Millionen im Januar auf 23 Millionen im März anstieg, womit der bisherige Rekord von 20,7 Millionen, der auf den letztjährigen Oktober entfällt, ordentlich überboten worden ist z. Ueber das englische Automobilwesen geben die vierteljährlich erscheinenden Bulletins des Transportministeriums knappen und übersichtlichen Aufschluss. Während der letzten Berichtsperiode, umfassend die Monate Dezember 1928, Januar und Februar die gleichzeitig der Regierung vorgeschla- 1929 wurden an Motorfahrzeugsteuern 392,5) Millionen Franken dem Staate abgeliefert. Wenngleich dieser enorme Betrag durch KSB» Rückvergütungen, Verwaltungsspesen etc. noch eine erhebliche Reduktion erfährt, so können doch ganz gewaltige Summen dem staatlichen Strassenfonds überwiesen werden, aus welchem der Unterhalt des Strassenwesens und Neukonstruktionen finanziert werden. Auf Ende Februar waren 1,48 Millionen Fahrzeuge registriert, wovon 343,000 Motorräder und der Rest Automobile. In den drei Berlchtsmonaten wurden über 62,000 Fahrzeuge erstmals fahrberechtigt Die Personenwagen beanspruchen dabei den Löw^m anteil für sich, indem insgesamt 37,200 neu dem Verkehr übergeben wurden- bL Neue Zollansätze für Automobilzubehör. Im Zollvertrag mit Deutschland hat die Schweiz ihre Ansätze für Automobilzubehör erhöht Sie standen bisher bedeutend unter denjenigen Deutschlands (z. B. für Lichtmaschinen: Schweiz 35 Fr., Deutschland 150 Mark; Anr fassen Schweiz 40 Fr., Deutschland 150 Mark; Zündapparate: Schweiz 170 Fr., Deutschland 300 M.; Scheinwerfer: Schweiz 120 Fr., Deutschland 360 Mark). Die Angleichung soll nicht allein durch Zollermässigung erfolgen, sondern ausserdem dadurch, dasS die Schweiz sich vorbehält, ihre eigenen Ansätze zu erhönen. Die durch das Abkommen vorgesehenen Ansätze lauten nun foilgendermassen: Deutschland 1 Schweiz RM. Fr. per 100 kg per 100 kg Lichtmaschinen 1 110.— 110.— Löchtzündmaschinen 110.—. 170.—> Anlasser 110.— 110.—> Magnet-Zündapparate 160.— 170.— Scheinwerfer 120.— 120.— Für Batterie-Zündapparate bleibt es bei dem hohen deutschen Zoll von 300 Mark gegenüber einem schweizerischen Ansatz von 170 Fr. Verkehrsdebatte im deutschen Reichstag» Anfangs dieses Monats tagte der Verkehrsausschuss des Reichstages, der u. a. einen Antrag zu behandeln hatte, welcher die Beschränkung der Geschwindigkeit für Motorfahrzeuge vor Bahnübergängen und ein grundsätzliches Vorfahrrecht für Eisenbahnen und Strassenbahnen vorsehen wollte. Der Antrag ist von sämtlichen Parteien abgelehnt worden. Dieser Beschluss wird auf gene Revision der Verordnung über den Kraftfahrzeugverkehr zweifelsohne von bedeutendem Einfluss sein. Es ist übrigens sehr bemerkenswert festzustellen, dass die gültige Verkehrsordnung vom März 1928 datiert und trotzdem der Verkehrsausschuss der Auffassung ist, die Vorschriften benötigen ein« Neufassung. Die Behörden können zwar bei uns am Aufschwung des Automobilismus auch nicht mehr achtlos vorübergehen, aber man regiert und urteilt in VerkehTSsabhem immer noch mit Bestimmungen, die 15 und mehr Jahre zurückliegen! Die vorgeschlagen© Revision 1 "wCl verschiedene Bestimmungen abändern, welch« sich in der Praxis als nicht mehr zweckmässig erwiesen haben. So soll die Haftpflicht des Motorfahrzeugführers neu geregelt werden, damit die als übertrieben scharf empfundene Rechtssprechung, die sich auf die bisherigen Bestimmungen stützt, zukünftig vermieden werden kann. Ferner sollen die Vorschriften, welche Sondermassnahmen gegen das Motorfahrzeug darstellen, abgelehnt werden. Die vorgesehene Neuregelung des Vorfahrrechtes wird, nach der Ablehnung des obenerwähnten Antrages, auf alle Fälle kein« Bevorzugung der schienengebundenen Fahrzeuge bringen. b. Hoovers Mitarbeiter über die Zukunft der amerikanischen Automobilindustrie. Robert Patterson Lamont, Handelssekretär in Hoovers Kabinett, wurde kürzlich über seine Stellung zur Automobilindustrie befragt Er sagte* wörtlich: «Nie waren die Bedingungen für di© Entwicklung der amerikanischen Automobilindustrie günstiger als jetzt Das Jahr 1928 erreichte die Rekordziffer von 4,360,000 Personen- und Lastautomobilen, d. h. nahezu eine Million mehr als im Jahre 1927.» Der neue Handelssekretär Lamont ist in Automobilsachen ein erfahrener Mann. Zur Zeit seiner Ernennung war er Präsident der American Steel Foundries, welche Stellung er seit 1912 mit Erfolg bekleidet hat Vordem war er Direktor in den Dodge^Brothers-Werken gewesen. Ausser einer genauen Kenntnis der einheimischen Automobilmarken besitzt Mr„ Lamont auch eine genaue Kenntnis ausländischer Marken. Er hatte seinerzeit ein auf genauen Studien beruhendes Gutachten über die Situation der europäischen Automobilindustrie abgegeben. «Ich betrachte die Zukunftsaussichten für den einheimischen Markt entschieden günstig. Der amerikanische Wagen hat sich den Weltmarkt erobert und nach einer Schätzung des letzten Jahres betragen die amerikanischen Wagen 90 Prozent der gesamten Weltproduktion (? Red.). Auch der ausländische Markt wird für uns von immer grösserer Wichtigkeit Die Statistik hat ergeben, dass im letzten Jahr beinahe zehn Prozent der in Amerika gebauten Personenautomobile und mehr als 25 Prozent der Lastwagen ins Ausland verkauft wurden. Das grosso Anwachsen des Ueberseegeschäftes in den Jahren 1922 bis 1928 1ässt einen vermehrten Export in den nächsten Jahren vor-