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E_1929_Zeitung_Nr.049

E_1929_Zeitung_Nr.049

AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N° 49 M.«W4 r*-ms- IBINGQ ABAQE FBEY & VON FELBEBT BlNQSr&ASSE ÖLTEN MERCEDES-BENZ AUTO-VERTRETUNGEN: OAKLAND — HUPMOBILE PONTIAC — OPEL Die neue Ringgarage in Ölten. An der Ecke Ringstrasse-Dornaüherstrasse in Ölten Hess die Firma FREY & von FELBERT nach dem Entwurf und unter der Leitung der Architekten A. von Arx & W.Real in Ölten den Neubau einer Gross-Garage erstellen. Der Garagebau nimmt eine Grundfläche von ca. 1100 m 2 ein. Die Räume verteilen sich auf drei Stockwerke, die unter sich, längs den Brandmauern, mit fahrbaren 2 Bahnenrampen für den Verkehr mit den Autos verbunden sind. Im Erdgeschoss, ä Niveau mit dem Trottoir, befinden sich der grosse Ausstellungsraum mit vier Schaufenstern, die Vorhalle mit Box für den Portier, der weite Abstellraum für die Garagierung der Autos der ständigen Kunden, die keine besondere Boxe gemietet haben, und für die Einstellung fremder Autos, die Wagen-Wäscherei, Räume für Kisten und Fässer, der Laden und das Privatbureau, die Toilettenräume. Im Untergeschoss, über die Rampe von der Ringstrasse her erreichbar, sind 21 Boxen für die Autos der ständigen Kun-r den untergebracht, daneben Archiv- und Magazinräume sowie, noch tiefer in den Boden versenkt, die Räume für Zentralheizung und Kohlen. Im I. Stock, über die Rampe von der Dornacherstrasse her zugänglich, liegen die grossen Reparatur-Werkstätten, das WerkzeugTimmer, Ersatzteillager, die Schmiede und die Werkstätte des Auto-Elektrikers. Durch die vom Keller bis zur Dachterrasse durchgehende Treppe, mit Eingang an der Ringstrasse, erreicht man im I. Stock das Bureau für die Buchhaltung. Die Ring-Garage steht ganz auf Felsen (es mussten 1000 m 3 Sprengfelsen ausgehoben werden); sie ist ganz massiv in Beton, Eisenbeton, Backsteinen und Hunzikersteinen erbaut. Die interessanten armierten Betonarbeiten der Decken, Pfeiler und Rampen wurden durch das Ingenieur-Bureau W. Siegfried in Bern entworfen und berechnet. Für die armierten Konstruktionen wurden insgesamt 88 Tonnen Rundeisen in den Beton eingelegt. Der Bau ist als Ständerbau im Aeussern und Innern in einzelne Pfeiler aufgelöst. Im Erdgeschoss, gegen aussen, sind die Pfeiler in bearbeitetem Kunststein ausgeführt. Gegenüber einer Ausführung der Decken und Stützen in Eisenkonstruktion war eine solch« in Eisenbeton wesentlich wirtschaftlicher. hn übrigen erscheint der gewaltige Bau mit seinen Seitenlangen von 35,63 m an,der Dornaeherstrasse und 41,92 m an der Ringstrasse als Putzbau mit ganz grossen Fensteröffnungen, durch die eine Fülle von Licht die Räume durchflutet. Ueberdies erhellen vier grosse Oberlichter, kittloses System von Simon Kully, Ölten, die Werkstätten im I. Stock derart, dass überall die besten Beleuchtungsverhältnisse für die Vornahme der Reparaturarbeiten bestehen. Die grosse Terrasse wurde mit natürlichem Travers-Asphalt belegt. Bemerkenswert ist der geräumige Ausstellungsraum, der für mindestens drei grosse Automobile Platz bietet, mit seinen grossen Schaufenstern, die bis auf den Fussboden reichen und so die ausgestellten vornehmen Wagen bestens zur Geltung kommen lassen. Speziell sei auch auf den eigenartigen Boden, der nach der Idee der bauleitenden Architekten in kleinen, segmentförmig ausgeschnittenen, gelben und grauen Steinzeugplättchen erstellt wurde, hingewiesen; die immer variierenden Dessins bilden einen Boden mit sehr gutem, gleichmässigem Gesamteindrück. Interessant ist die verdeckte Beleuchtungsanlage:, 52 Projektoren strahlen ihr Licht an die Decke; ein sehr schönes, gieichmässiges, blendungsfreies Licht erhellt so den Raum. Im Innern wurde der Bau naturgemäss sehr einfach gehalten. Neben dem Ausstellungsraum wurde lediglich das Treppenhaus und die Bureaus etwas reicher durchgebildet. Das Treppenhaus mit Kunststein-Treppentritten auf armierter Betonplatte wurde in Oelfarbe grün gestrichen, passend zu den gebrannten grünen Wandplatten-Belägen., Die Böden der Bureaus wurden mit Kork - Expanko - Platten, die unter hohem Druck und Hitze aus Korkschrot gepresst werden, einem neuen unä wie es scheint sich bewährenden Material, belegt. Die modernen Reklamebuchstaben im Aeussenr, die des Nachts in Rot und, ohne aufdringlich zu sein, auf weite Distanz aufleuchten, stammen von Maurice Rötheli in Altstetten-Zürich. Für gute Beleuchtung ist gebürgt, wurde doch der grösste Teil der Beleuchtungskörper von der B. A. Q. Turgi, einer Firma geliefert, welche die beleuchtungstechnischen Forderungen kennt und denselben bei ihren Konstruktionen in weitgehendstem Masse Rechnung trägt. Für die Beleuchtung sämtlicher Räume und Einfahrten wurden durchwegs Zweckbeleuchtungskörper gewählt, welche neben günstiger Licbtausbeute undi Die für die Füllung der Ballonpneus be- Lichtverteilung der Eigenart des Baues auch nötigte Luft wird durch einen von einem Elektromotor getriebenen Kompressor in einen eisernen, geschweissten Behälter gedrückt. Wird ein gewisser Druck erreicht, so stellt der Motor automatisch ab; wird an den Zapfstellen Luft zu irgend einem Zwecke entnommen, so sinkt der Druck in diesem Behälter; bei Erreichung einer gewissen untern Grenze schaltet der Motor automatisch ein, um bei Erreichung des eingestellten ma- bestens entsprechen. Im Absteilraum und in der Kellereinfahrt wurden Diffusoren-Ampeln verwendet, welche ein sehr angenehmes, diffuses Licht erzeugen. In der Wäscherei sind extra starke, in Eisen ausgeführte Wandlampen montiert, wo mit ein sehr günstiger Lichteinfall auf die Wagen erzielt wird. Die Lampen sind wasserdicht abgeschlossen, so dass auch beim Abpritzen keine Kurzchlussgefahr zu befürchten ist. An Installationen sind im fernem zu erwähnen die von der Zentralheizungsfabrik A.-G. Ölten projektierte und ausgeführte Heizungs- und Ventilations-Anlage. Sie ist eine Warmwasser-Pumpenheizung mit in zwei Etagen aufgestellten Lufterhitzern. Zur Entfernung der .in jeder Garage auftretenden schädlichen Gase dient die Ventilations-Anlage, die in jeder Etage sowie in den sieben Putzgruben der Werkstätte im I. Stock ihre Absaugstelle besitzt. Als Abschluss der Einfahrt ist ein Senktor der Firma Hartmann & Cie. in Biel, durch Elektromotoren, gesteuert von Druckknopftableaux aus, zu betätigen. Als Abschlüsse' der Auto-Boxen im Untergeschoss wurden Holzrolladen aus der Rolladenfabrik Griesser in Aadorf verwendet. Eine Benzin-Tank-Anlage "von 20,000 Liter Fassungsvermögen, ausgestattet mit den modernen Sicherheitsanlagen, mit Elektromotor und Zentrifugalpumpe und den zwei Hardoll-Abfüllstationen, die nach der Drehung eines elektrischen Schalters ganz automatisch funktionieren, registriert die Benzinausgabe selbsttätig. Die beiden autogen ;eschweissten Behälter wurden im Trottoir ausserhalb des Neubaues feuer- und explosionssicher versenkt. Die Oettankanlage von sechs Bassins für diverse Oele mit Oelstandanzeiger ist prakisch unter dem Werkstätteboden neben den D utzgruben angeordnet, im Erdgeschoss beim Haupteingang die Abzapfstation mit Hahnenverriegelung. Die fahrbare Höchstleistungs- Azetylen-Anlage mit der vorzüglichen Druckwirkung und den flammenrückschlagsichern Schweiss- und Schneidbrennern, sowie die Transmission in der Reparaturwerkstätte und der im Nebenlokal installierten elektrischen Schmiede stammen von der Firma Bauhofer- Ineichen, Ölten, Fabrik für moderne Schmiedeeinrichtungen und Tankanlagen. ximalen Druckes ebenso abzuschalten. In allen Etagen kann Druckluft entnommen werden; ebenso am Ständer auf der Strasse und bei der Luftdruckwaage in der Vorhalle (diese Waage ist auf jeden beliebigen Luftdruck einstellbar). Druckluft vermischt mit Benzin wird auch gebraucht, um die Motorteile zu reinigen; Druckluft vermischt mit Petrol dient zum Schmieren der Wagen; was früher mühsam mit Pinseln ausgeführt werden musste, wird heute einfach und handlich mit der Druckluftpistole erreicht Interessant ist die moderne, leistungsfähige Wasch-Anlage. Heute wird in einer besondern Maschine, durch einen Elektromotor betätigt, das städtische Druckwasser (ca. 7 bis 8 Atm.) mit Luft vermischt und auf 25—35 Atm. Druck komprimiert. Zur Reinigung des Untergestelles der Autos wird dieses Wasser-Luft-Gemisch aus einer Brause mit niedrigerem Druck verwendet. Selbst altes Fett kann mit diesem Wasser-Luft-Gemisch weggespritzt werden. In den Werkstätten, auf deren praktische Gestaltung und Einrichtungen die allergrösste Sorgfalt verwendet wurde, gelangte ein grosser Maschinenpark zur Aufstellung. Im fernem ist eine Bremsnietmaschine in Betrieb, die das rasche und exakte Aufziehen .der neuen Bremsbeläge besongt: 1 Mann betätigt diese Maschine, während früher die Ausführung dieser Arbeit ohne Maschine eine recht umständliche und zeitraubende war. Die saubere Instandstellung der Trottolrs nach Ausführung der sämtlichen umfangreichen Bauarbeiten besorgte die Schweiz. Strassenbaugesellschaft in Ölten. Die vorstehenden Ausführungen geben in kurzen Zügen einen Einblick in den Bau und die vielgestaltigen Einrichtungen der neuen Ring-Garage der Herren Frey & von Feibert. Damit haben die bewährten Architekten A. von Arx & W. Real in Ölten von neuem eine moderne Bauaufgabe in vorbildlicher Weise gelöst.

ÄUTOMOBIL-REVUE beteiligte Firmen: ArcliitektonisclierDESx Bauleitung ARX und W. REAL FABRIK FÜR ZENTRALHEIZUNGEN & WÄRMETECHN. ANLÄGEN Ä.-G. TELEPHON Nr. 7.42 TELEPHON Nr. 7.42 Erstellt Heizungen and Lüftungsanlagen aller System^ BÄUHOFER-INEICHEN, fXl TFM Fabrik für moderne V/L# 1 ML,1\ Schmiede^Einrichtungen Gegründet 1880 .. Telephon ,13 TANKS fürOel, Benzin, WASSERRESERVOIR HÖCHSTLEISTUNGS-AZETYLEN -APPARAT Rückschlagsichere Schweiss-, Schneid- und Lötbrenner, Transmissionen, Maschinen, Werkzeuge, Hebezeuge aller Art ist ein Nitrozelluloselack, der von der amerikanischen Firma Dupont de Nemours, New Jersey, seit 15 Jahren hergestellt wird. c o -Lack »st der älteste und bewährteste A u-Ka*par lieber hau Alleinfabrikanten des beliebten Patent-Hartmann-Tores Hartmann & Biel. Weitere Spezialitäten für Garagen: StahlblechroüadcD, Stahl-Lameüen- Laden, Senktore, Holzrolladen. erstellte an der RINGGÄRAGE GEGR. 1854 TELEPHON 56 IKITTLOSE GLÄSDÄCHER, SYSTEM KULLY Co.