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E_1929_Zeitung_Nr.058

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den unsere

den unsere Alpenstrassen, die von den Privatautomobilen weit mehr als von den Postautos beansprucht werden, ohne diese finanzielle Bundeshilfe in einem bedenklichen Zustand sein. Ein weiterer Stein des Anstosses ist für den Artikelverfasser die Konzession B. Ohne diese Konzession hätten wir aber heute in der Schweiz im Personentransportwesen einen wilden Betrieb, der früher oder später zu einer finanziellen Katastrophe führen müsste. Das haben die Unternehmer selber eingesehen und sogar verlangt, dass die Post in die Konzessionsbestimmungen die Festsetzung von Mindestfahrpreisen und Höchstprovisionen aufnehmen solle. Verschiedene Unternehmergruppen haben durch den Motorlastwagenbesitzerverband die von ihnen selbst festgesetzten Mindestfahrpreise durch die Konzession schützen lassen. Zum Schluss noch ein Wort über die Provisionen an die Hotelconcierges. Bekanntlich ist jede Arbeit ihres Lohnes wert, und es ist nicht einzusehen, warum ein Hotelconcierge, der seine Zeit für die Werbung von Reisenden aufwendet, hierin eine Ausnahme machen soll. Auch die Reisebureaus erhalten Provisionen für ihre Vermittlung, und niemand wird daran Anstoss nehmen. Es ist auch nicht einzusehen, warum die Verwaltung auf ein Hilfsmittel verzichten soll, ohne das auch die Privatunternehmen nicht auskommen können, denn auch diese bezahlen den Concierges eine Entschädigung für ihre Arbeit. Tut eine Verwaltung aber dasselbe, so wird der Lohn plötzlich zum Schmiergeld. Dabei hat die Post von jeher höchstens 10% der Taxen als Provision bezahlt, während von Privatbetrieben big auf 30% gegangen wurde. Daher auch das Verlangen der seriösen Unternehmer nach einer behördlichen Regelung. Die Verwaltung hat zudem von jeher nur Provisionen für die Bestellung ganzer Wagen ausgerichtet, was bekanntlich keine leichte Sache ist, da 17 Reisende aus einem Hotel schwer zu sammeln sind. Die Privatunternehmer dagegen bezahlen Entschädigungen auch für die Werbung von Einzelreisenden. Eine kleine Anfrage. In unserem eidgenössischen Parlamente werden oft über Nichtigkeiten derart lange Reden gedroschen, dass wichtigere Fragen, die unser Volk mehr interessieren, als beispielsweise politisches Geplänkel über Faszismus und Antifaszismus, leicht ins Hintertreffen geraten. So besenritt denn auch Herr Naüonalrat Carnat, um gehört zu werden, den Weg der kleinen Anfrage an den Bundesrat. Di© Anfrage hat folgenden Wortlaut: «Die schweizerische Postverwaltung muss für die eingerichteten Postautokurse schwere Opfer bringen, trotz den Leistungen, die auf die Landgemeinden entfallen. Sollten die den Unternehmern ausgerichteten Entschädigungen nicht neu geordnet und nach der Leistungsfähigkeit der vorgeschriebenen Maschienen abgestuft werden? Ist der Bundesrat nicht der Meinung, dass, ohne die modernen wirtschaftlichen Bedürfnisse zu vernachlässigen, der Betrieb mit Postpferden auf ganz kurzen Strecken mit Vorteil beibehalten werden könnte, unter Entlastung der Gemeinden und unter Förderung der einheimischen Pferdezucht?> Was bezweckt Nationalrat Carnat mit dieser Anfrage? Nationalrat Carnat ist Veterinär und Vertreter der jurassischen Pferdezucht. Das Automobil droht dem Jurapferd ein grosser Konkurrent zu werden. Es ist ganz klar, dass unsere schweizerische Pferdezucht im Zeitalter der motorisierten Strasse einen schweren Stand besitzt und gegen ausländische Konkurrenz und den aufstrebenden Automobilismus nur mit Mühe ankämpfen kann. Für unser Jurapferd ein Wort einzulegen, ist Ehrenpflicht, leistet es doch unserem Lande grosse Dienste und könnte es noch grössere Dienste leisten, sofern man es noch besser verwerten wollte. Das Jurapferd eignet sich sowohl als Zug- als auch als Reitpferd und ist deshalb bereits ganz besonders unserer Feldartillerie unentbehrlich geworden. Aber auch in anderen Waffengattungen leistet es überall da gute Dienste, wo das Pferd durch den Motor aus den verschiedensten Gründen nicht ersetzt werden kann. Es bildet somit ein wichtiges Hilfsmittel unserer «Warum ging sie zu Quayre?» wiederholte Boulot wie zu sich selbst. «Julian war doch in London der einzige, den sie noch von New York her kannte . ..» «Das ist wahr!» «Und er kannte alle beide: Ramon und Carmen. So ging vielleicht Carmen zu ihm, um Ramon dort zu treffen oder seine Adresse in London zu erfahren ...» «Oder», schloss BouÜot, «sie hatte Angst. Vielleicht suchte sie bei Quayre Schutz vor diesem Manu, Schutz, den sie von ihrem Gatten nicht zu verlangen wagte . . .» .(Fortsetzung folgt.) Landesverteidigung; daneben aber auch ein unentbehrliches Faktotum unserer Landwirtschaft. Wir haben deshalb alles Interesse, sowohl vom Gesichtspunkte unserer Landesverteidigung, als auch von demjenigen unserer Volkswirtschaft aus, uns dieses Pferd zu erhalten. Aus diesem ersten Grunde wohl hat Dr. Carnat die kleine Anfrage gestellt. Nun hat aber jedes Zeitalter das ihm entsprechende Verkehrsmittel. Das Zeitalter der Technik und das Zeitalter des Tempos verlangen nach dem Automobil nach dem Motor. Heute kommt es auf rasche und bequeme Beförderung an. Dieser Forderung entsprechen die Pferdeposten nicht mehr. Sie gehören in die Zeit der Romantik. Der Zeit der Realistik ist das Automobil geschenkt worden. Es ist nicht mehr nur das Verkehrsmittel der Stadt, sondern auch des Landes und des Dorfes. Auch für die Dorfbewohner bedeutet Zeit Geld, und so stammen denn die Begehren nach Postautomobilverbindungen aus den Gemeinden selbst. Wir erwähnten bereits oben die Wichtigkeit unserer Pferdezucht. Wir wollen und sollen sie behalten. Allein gegenüber dem Automobil kann das Pferd nicht aufkommen. Dagegen können Armee und Landwirtschaft den Fortbestand unserer Jurapferdes sehr wohl sichern — sofern sie dazu nur gewillt sind. —t. Aktuelle Fragen beschäftigen die Vereinigung der schweizerischen Strassenfachmänner an ihrer letzten Generalversammlung, die in Lugano abgehalten wurde. Ingenieur Kirchhofer aus St. Gallen sprach über die Verbesserung der Strassenfahrbahn bei den Niveaukreuzungen von Strossen mit Bahnen. Schon die Konferenz kantonaler Baudirektoren hat an die Verwaltung der Schweizerischen Bundesbahnen seinerzeit ein Begehren eingereicht, das den Einbau von Leitschienen und für die Strassenfahrbahnen sowohl im Geleisegebiet als in den Anfahrten einen einheitlichen Belag postulierte und für die Kosten eine für beide Teile annehmbare Lösung in Vorschlag brachte. Die Forderung der kantonalen Baudirektoren wurde auch von den Technikern der Strasse gut geheissen und der Beschluss gefasst, dass diese Arbeiten nur im Interesse der Bahn lägen und demzufolge auch die Kosten von ihr zu tragen seien. Normalisierung im Strassenbau, so hiess der Titel des Referates, das Herr Kantonsingenieur Wydler in Aarau. hielt. Der Wunsch nach Normalisierung ist in Kreisen der Fachmänner vorhanden. Als ganz besonders dringlich hält man einheitliche Vorschriften oder doch Empfehlungen über Strassenbreiten, die Ausgestaltung des Verkehrsprofils in Geraden und Kurven und bei den verschiedenen Belagsarten und Steigungen, den Ausbau der Niveau-Uebergänge in Geraden und namentlich in den Kurven und die Feststellung einheitlicher Wagenbreiten und Normen für die Lichthöhe bei Unterführungen. Kantonsingenieur Schläpfer aus Herisau referierte über Frostschäden bei Strassen und Strossenbelügen im verflossenen Winter und Stadtingenieur von Moos aus Luzern gab Kenntnis über den Entwurf zu Normalvorschriften für die Ausfährung von Grabarbeiten im öffentlichen Strassengebiet. Herr Bauverwalter Vogt aus Aarau, der schon letztes Jahr über die Verkehrsregelung in den Städten referiert hatte, ergänzte seine letztjährigen Ausführungen durch Bekanntgeben der etwas abgeänderten Signalvorschläge der Konferenz der kantonalen Baudirektoren, indem er auf die Notwendigkeit hinwies, dass die Städte diese neuen Signale, die mit denjenigen des Völkerbundes in den wesentlichen Punkten übereinstimmen, nun ebenfalls zu den ihrigen machen sollten. In ebenso ausführlicher als interessanter Weise sprach zum Schluss Herr Ingenieur Maillart aus Zürich über die Materialbean' spruchung bei Betonstrassen und Herr Kantonsingenieur Zoppi erläuterte das in Arbeit stehende Projekt einer Strasse von Lugano- Cästagnola über Gandria nach der italienischen Grenze. D Ein sonderbares Urteil. Stand da vor den Schranken des Zürcher Obergerichtes ein sonderbarer Student der Rechtswissenschaften, der als der Urheber von zwei Strolchenfahrten mit gestohlenen Automomobilen ermittelt* werden konnte. Den einen Wagen schnappte er vor dem Stadttheater weg und fuhr damit nach Weesen-Amden, und einen Monat später eignete er sich ein anderes Auto, das vor einem Restaurant parkiert war, an, reiste nach Baden und verunfallte dort, mit dem Gefährt. Das Bezirksgericht verurteilte ihn wegen ausgezeichneten Diebstahles im Betrage von Fr. 23 (Gegenwert für das verbrauchte Benzin) zu einer Woche Gefängnis. Der Strafaufschub wurde dem Strassenpiraten mit Recht nicht bewilligt, indem die untere Instanz die Auffassung vertrat, es fehle dem jungen Tagdieb ganz gehörig an Selbstbeherrschung und Verantwortlichkeitsgefühl, AUTOMOBIL-REVUE 1929 - N» 58 und zudem bedeute die Strolchenfahrt eine erhöhte Gefahr für das Publikum. Das Obergericht, das sich mit der Sache nun ebenfalls noch zu befassen hatte, glaubte, diesem Strolchenfahrer besondere Rücksicht schuldig zu sein, leitete gründliche Erhebungen aller Art ein und zog... sage und schreibe . •. noch einen Psychiater zu. Derselbe stellte eine komplizierte Natur des Eingeklagten fest (sie war zwar nicht zu kompliziert, um fremde Autos zu klauen, wobei die Folgen eines solchen Deliktes einem Rechtsstudenten besonders, geläufig sein müssten!), und so wurde einem Antrag um bedingte Verurteilung zugestimmt. Dieser Entscheid steht in einem sonderbaren Gegensatz zu der vielfach als geradezu hart empfundenen Praxis des Obergerichtes gegen- 3. Juü 1929. Bern erwartet hohen Besuch. Wieder einmal. Noch nicht lange ist es her, seitdem der afghanische König Amanullah seine Visitenkarte im Bundeshaus abgab. Seine Krone ist seitdem, wie so manch' andere in den Staub gerollt. Tränenden Auges hat er von seinen nächsten Freunden in Indien Abschied genommen, und sich mit seiner Familie nach Italien begeben. In der Schweiz warten seine Gläubiger noch auf ihn. Damals prangte ganz Bern unter den schwarz-weissen Fahnen... Unterdessen hat uns auch eine hohe Frau mit ihrem Besuche beehrt. Schlicht und einfach ist sie zu uns gekommen. Sie begehrte keine militärische Aufmachung noch besonderen Flaggenschmuck. Die Königin von Holland wollte unter freien Schweizern freie Bürgerin sein. Sie war froh, sich der Hofetikette entziehen zu können. Der Empfang, der ihr in der Bundesstadt bereitet wurde, war dafür nicht weniger herzlich. Er galt der feinen Frau und der weisen Landesmutter. Heute stand Bern wiederum unter Etikette. Von den Häusern grüssten die Wimpel. Das Bundespalais zeigte Blumenflor. Das Zimmer des Ständeratspräsidenten, wo der offizielle Empfang des ägyptischen Königs Fuad I. stattfand, duftete nach weissen und roten Rosen. Grün-weiss war die Losung. Bernstand im Zeichen des weissen Halbmondes, der drei weisse Sterne in sich schliesst, das Wahrzeichen des ägyptischen Königtums, der Stätte ältester Mittelmeerkultur. Der alte morsche König Fuad I. und Bundespräsident H&ai>. S. B. B.-Bahnhof hatte ebenfalls grün-weissen Firnis erhalten. Kostbare Perserteppiche sorgten dafür, dass seine königliche Majestät nicht allzu sehr mit demokratischer Erde in Berührung kam. Der Zeiger rückt gegen 10 Uhr 30. Auf dem Bahnhöfplatz staut sich das Volk. Aus allen Gassen rollen die Automobile, die Schaulustige an den Bahnhof bringen. Viel Militär, viele Offiziere, viel Polizei besorgen den Ehren- und den Bewachungsdienst. Die Ehrenkompaghie steht bereit, schnurgerade ausgerichtet. Weisse Handschuhe beleben das Grau der Uniformen. Die Kavallerie-Offiziersschule ist aufgesessen, um den Automobilen mit den hohen Gästen das Ehrengeleite zu geben. Das Schweizervölk sperbert zwischen den Pferdeschwänzen hindurch, um wieder einmal eine königliche Hoheit bemustern und bekritteln zu können. In der Bahnhofhalle harrt di© bernische Stadtmusik. Sie kann sich rühmen, bald alle Nationalhymnen auswendig zu spielen. Die ägyptischen Studenten erwarten mit Ungeduld die Ankunft ihres Oberhauptes. Hinter einem Seile hat die Presse Platz nehmen müssen, mit Papier und Bleistift bewehrt. Bundespräsident Haab, die Bundesräte Scheurer und Motta, der bernische Regierungspräsident Dr. Guggisberg und der bernische Stadtpräsi- über den Automobilisten. Zur Begründung der Praxis in Automobilstrafsachen heisst es, das Richterkollegium wolle damit einen Ausgleich zu den oftmals zu milden Wahrsprüchen der Geschworenen und gleichzeitig auch die notwendigen Exempel statuieren. Sonderbarerweise scheint das Obergericht aber nicht das Empfinden zu haben, es sei für die verantwortungslosen Strolchenfahrer ein mindestens ebenso scharfes Exempel aufzustellen, was um so notwendiger wäre, als bekanntlich die widerrechtliche zeitweis© Aneignung des Wagens nicht geahndet werden kann und nur der Brennstoffkonsum als Diebstahl qualifiziert und bestraft wird. Schon wegen dieser Lücke in unserem Strafgesetz wäre es bitter nötig, wenn diese unsauberen Elemente, die auf gestohlenen Wagen Schwarzfahrten ausführen, ganz gehörig gemassregelt würden. Statt dessen holt man noch Psychiater und Arrnne, um ein© komplizierte Natur, feststellen zu lassen, di© besondere Rücksichtnahme erheischt! Erkläre mir.,.l z. Königsbesuch in Bern dent Lindt haben sich in Zylinder und elegan-» tem Gehrock eingefunden. • - - * Die ersten Böllerschüsse krachen. Ein ägyptisches Gesicht entfärbt sich und kommt erst wieder zur Röte, als es merkt, dass es sich nur um einen guteidgen&ssischen Salutschuss handelt. Mit grösster Pünktlichkeit fährt der Salonzug ein. Der grosse Augenblick ist gekommen. Die Herren Bundesräte haben sich in Positur geworfen. Temperamentvoll entsteigt Fuad L, ziemlich beleibt, in königlicher Uniform und rotem Fez dem Salonwagen! Hinter ihm die Suite in grosser ansprechender Uniform. Das Ganze macht keinen schlechten Eindruck. Die ägyptische Nationalhymne erklingt, tiefe Bücklinge erfolgen. Gegenseitige Vorstellung. Der erste Akt der Begrüssung ist in wenigen Minuten beendet. Nun haben die ägyptischen Studenten das Wort. «Vive le Roi, vive la Suisse, vivo l'Egypte!» braust durch die Halle. Seine Exzellenz schreitet mit Bundespräsident Haab und Oberstdivisionär Favre als Flügeladjutanten dem Ausgange zu. Di© Presseleute, als zweite «Suite», drücken sich um die nächste Ecke, um der Vorstellung von einem anderen Standpunkte aus zu folgen. Auf dem Bahnhofplatz brütet nicht gerade ägyptische, wohl aber gut föhntemperierte Berner Hitze. Der Ordnungsdienst klappt Unsere Milizen stehen in Reih und Glied, nur dann und wann zeigt sich ein munteres Rösslein etwas ungeduldig. Der Fahnenmarsch ertönt. König Fuad schreitet die Ehrenkompagnie ab, dann haben die Motoren das Wort. Prächtige Limousinen nehmen die Gäste auf. Die weiss-roten Mäntel der Bundesweibel beleben das Bild, unter militärischer Eskorte fahren die Gäste ins Hotel «Bellevue». Reiterei und Fussvolk haben auf dem Bundc-splatz Stellung bezogen. Das Ganze ein buntes, farbenprächtiges Bild. Auf 11 Uhr 15 ist der Besuch des Königs im Bundeshause angesagt. Mit Ellbogen und Knie hauen wir uns durch die schwitzende Meng© und Kinderwagen und gelangen in die kühlen Räume des Bundeshauses. Hinter Seilen wiederum an einer Ecke ist Raum geschaffen für die Presse. Die bereitstehenden gepolsterten Bänke sind jedoch nicht für sie. Viel Polizei übt < geheime Kontrolle >. Man wartet und ist einigermassen in Erwartung. Die Weibel sind als Richtungsanzeiger an verschiedenen Orten aufgestellt Bis 11 Uhr 15 sind vor dem Empfangszimmer die Herren Bundesräte Schulthess und Musy gestikulierend und in eifrigem Gespräch auf und ab geschritten. Thema? Altersversicherung. Man weiss ja, dass... Das Thema interessierte sie jedenfalls stärker als die königliche Anwesenheit aus dem Pharaonenlande. Von aussen herein klingt gedämpft die ägyptische Hymne. König Fuad erscheint be-^ gleitet von Oberstdivisionär Favr©, in gros^ ser Uniform, gefolgt von einer Reihe hohen Persönlichkeiten, deren Namen hier anzuführen gar keinen Wert hätte. Aegyptisch© hohe Politiker und Militärs in adrettem Dress. Zum Teil hagere aber recht schmissige Gestalten. Die drei Eidgenossen sind derart gross, dass sie keines Blickes gewürdigt werden. Auf der oberen Treppe hält der König an und lässt aufschliessen. Ein kleines Räuspern, ein kurzer Ruck in die Glieder, der aufmerksame Bei obachter merkt, dass königliche Hoheit sieb auf den Empfang eingestellt hat. Die Begrüssungsreden haben wir nicht erlauschen können. Das tut auch nichts zur

WO 5ß 1Q9Q ÄUTOMOBIL-REVUE Sache. Man hat sich wohl gegenseitig Höflichkeiten ins Gesicht gesagt und sich gute Freundschaft versprochen. Hoffen wir, dass der historische Augenblick im Zimmer des Ständeratspräsidenten für beide Länder die erwarteten Früchte zeitigen wird. Unterdessen werden die Pressevertreter durch den Eingang Ost ins Freie geführt. Sie hätten gerne um dem Schauspiele besser beiwohnen zu können, die Treppe des Osteinganges belegt. Allein das ist verboten, es wäre jedenfalls stilwidrig gewesen. Hinter Pferdeschwänzen und Velofahrern versuchen die Vertreter der Feder noch verschiedene historische Augenblickezu erhaschen. Amüsante Szenen fehlen nicht Aber mit der bernischen Polizei lässt sich nicht spassen. Das wissen die Vertreter der Automobilpresse viel besser, als diejenigen der Tagespresse. Deshalb fügt man sich. Kurz nach halb' zwölf Uhr ertönt die Schweizerhymne. Die Audienz ist zu Ende. Der ägyptische König hat, wie uns ein Bundesweibel begeistert erzählt, sich mit seiner Suite erhoben, um dem Schweizerlande und Schweizervolke die Ehre zu erweisen. Dann rollen die Automobile unter militärischer Eskorte dem Hotel «Bellevue» zu. Die Schwadronen ziehen ab, die Bataillone marschieren unter schneidigen Klängen ihrer Verpflegsbasis zu, das Volk zerstreut sich. Nach wenigen Minuten hat der Bundesplatz den täglichen Verkehr wieder aufgenommen. Das Schweizervolk hat ruhig und gelassen, ohne Hochrufe und Kundgebungen den obersten Vertreter des Nillandes begrüsst und an Zeremoniellem das geboten, was ein demokratisches Land verantworten kann. Was gefolgt ist,'war intimerer Natur, so der Besuch des Historischen Museums, die Fahrt auf dem Thunersee, die offiziellen Trinksprüche an den offiziellen Diners von Mittwoch und Donnerstag abend. Mögen den schönen Worten die rechten Taten folgen und der Besuch des ägyptischen Königs dazu beitragen, die Freundschaftsbande beider Länder enger zu gestalten und unserer Volkswirtschaft neue und erspriessliche Absatzgebiete zu erschlies- 'sen... K. Zur Not der Nebenbahnen. steuert auch die Ftauenfeldef-Wil-Ueberlandbahn einen Beitrag bei. Die vor wenigen Tagen abgehaltene Aktionärversammlung konnte mit Freude sowohl den Bericht ihres Präsidenten Dr. Halter, als auch denjenigen des Direktors Hürlimann entgegennehmen» Den beiden Referaten ist zu entnehmen, dass der. Personenverkehr im letzten Jahr eine ausserordentlich starke Zunahme erfahren hat und zum ersten Male die Zahl von 400,000 Passagieren überschreitet. Die Betriebseinnahmen sind von 1919 bis 1928 von Fr. 265,343 auf Fr. 359,401 gestiegen, währenddem die Betriebsausgaben merklich zurückgeschraubt werden konnten. Betrug rtier Betriebsüberschuss im Jahre 1919 16,256 Franken, so im Jahre 1928 Fr. 99,750. Nebenher wurden aus den Betriebseinnahmen der letzten sieben Jahre noch ausserordentliche Ausgaben hn Betrage von Fr. 105,805 gedeckt. Für laufende Erneuerungen und für den aussergewöhnlichen Unterhalt wurden bis Ende 1928 weitere Fr. 83,748 in Reserve gelegt Wie wenig eigentlich das Automobil die Bahn konkurrenziert, zeigt die Tatsache dass der Personenverkehr sich seit 1919 von 81,907 auf 204,528 Personen vermehren konnte. Wenn die Bahn trotz der raschen Verkehrsentwicklung sich nicht einer besonders guten finanziellen Lage erfreuen kann, so is daran nicht das Automobil, sondern die Höhe der Annuität schuld, die der Bund verlangt. Wie Herr Dr. Hürlimann betonte, müssen jährlich Fr. 55,000 nach Bern geschickt werden. Nachdem auch diese Bahn sich über einen unbedingten Verkehrsfortschritt auszuweisen vermag, scheint das Begehren der Neben bahnen um eine Nachkriegssubvention nach gerade immer unbegreiflicher zu werdea Jedenfalls wird das eine immer klarer, dass auch die Nebenbahnen bei richtiger Leitung trotz des Automobilverkehrs wohl bestehen können und eine Subvention des Bundes ab solut nicht benötigea Aus dem Begehren der Nebenbahnen schaut mehr und mehr das schwarz-rote Zeichen hervor. Wie aus einem Artikel im «St Galler Tagblatt» hervorgeht, stellt sich hinter die ausgesprochenen Berner Begehren Herr Nationalrat Mächler, der für die Bodensee-Toggenbursbahn sich eine Unterstützung sichern möchte, währenddem Herr Ständeratspräsident Wettstein In der «Züricher Post» eher die Auffassung vertritt, dass die Nebenbahnen keinen An Spruch auf Entschädigung für ausserordent liehe Leistungen besitzen. Jedenfalls geht auch aus der finanziellen Lage der Frauenfeld-Wil-Bahn hervor, dass weniger das Automobil, als andere Faktoren der Entwicklung der Nebenbahnen hindern im Wege stehen. • * *. • Zunhev Notizen Der Bau einer Garage für städtische Automobile, ist vom Grossen Stadtrat in einer seiner letzten Sitzungen bewilligt worden. Für die der Verwaltung zurzeit zur Verfügung stehenden 15 Wagen, ist der Platzmangel immer akuter geworden, und da die im Neubau des Amthauses V vorgeschlagenen utoremisen erst in zwei Jahren fällig sind, musste für anderweitige Unterkunftsmöglichkeit gesorgt werden. Zwischen den beiden neueren Amtshäusern findet sich ein fast unbenutzter Geländestreifen, der nur für diesen Zweck nutzbar gemacht wird. Die Anlage kommt auf netto Fr. 85,000 zu stehen, was pro Wagen einen jährlichen Mietzins on Fr. 750 ergibt. z. Zum Ausbau der Durchgangsstrasse Zürich —Wmterthur. Die Strasse Zürich—Winterthur ist eine der wichtigsten Durchgangstrassen des Kantons -Zürich, nicht einzig weil sie den Verkehr fast der ganzen Ostund Nordschweiz mit der bedeutendsten Stadt der Schweiz vermittelt, sondern auch als kürzeste Verbindung der beiden aufstrebenden Städte Zürich und Winterthur. Ueber die Zunahme des Verkehrs dieser Strasse ;eben folgende Daten Aufschluss : Zählstelle Glattbrücke, Zählungen von 6 bis 20 Uhr; Mittel dreier Zähltage pro Jahr: 1921 1925 1928 Personenautos 55 136 769 Winterthur in Brüttisellen und die.Niveaukreuzungen der Klotenerlinie ausserhalb Baltenswil; ferner die enge Kurve im Zürichrank oberhalb Kempttal, Der Regierungsrat beabsichtigt, den Ausbau dieser Strasse mit einer Fahrbahn von 8 m Breite und zwei anliegenden Radfahrerstreifen von je 1 m und zwei Gehwegen von normal 2 m. Für die Fahrbahn sind solide Beläge vorgesehen, je nach dem Bedürfnis verschiedener Art. Ueber den Ausbau der Teilstrecke vom Zürichrank kempttalabwärts bis zur Abzweigung der Kempttalstrasse hat der Regierungsrat kürzlich Beschluss gefasst. Der Zürichrank, der zurzeit eine recht enge Kurve von nur 25 Meter Radius ist, wird in eine solche von 100 Meter Radius ausgebaut. Daselbst wird der bestehende wichtige Betriebsweg der Firma Maggi, welcher die Oekonomiegebäude mit den oberhalb der Strasse gelegenen ausgedehnten Gütern verbindet, unterführt, so dass der sehr rege landwirtschaftliche Betrieb, wie Viehherden, landwirtschaftliche Fuhrwerke usw. die Verkehrsstrasse nicht mehr ä niveau kreuzen muss. Diese moderne Lösung ist durch finanzielles Entgegenkom men der Firma Maggi möglich geworden. Andere Strasseneinmündungen werden den Anforderungen des modernen Verkehrs entsprechend verlegt und ausgebaut. Die Baukosten für diesen rund 1100 m langen Strassenausbau sind bedeutend, Fr. 730,000, einschliesslich Beläge. Lastwagen 99 294 213 Ein- und Mehrspänner 35 28 2 Hoffentlich werden auch bald weitere Velos, Motorräder und Handwagen 346 344 290jenige durch Brüttisellen, wo täglich Hun- Strecken dieser Strasse verbessert, so die- Schon 1921 wurde mit dem Ausbau dieses derte von Fabrikarbeitern zur Zeit des grössten Verkehrs die Fahrbahn benützen müssen, Strassenzuges durch Verlegung der Strasse ausserhalb die Ortschaft Schwamendingen weil noch keine Trottoirs bestehen, dann aber begonnen. Dann folgten Walzungen und Teerungen der Fahrbahn. Heute drängt sich Baltenswil, wo die Strasse in enger Unter- auch das Teilstück zwischen Brüttisellen und aber ein gründlicher Ausbau dieser Verkehrsstrasse mit aller Notwendigkeit auf, bahn kreuzt. Mit der Verbreiterung der führung (nur zirka 4,5 m breit) die Bundes- denn die Strassenfahrbahn ist bei dem grossen Verkehr, besonders aber für den Stoss- und Wallisellen duTch Erdschüttungen begon- Strasse ist bereits zwischen Schwamendingen verkehr der beiden Städte zu knapp, die nen worden. Ueber die Beseitigung des Niveauüberganges im Hof-Wallisellen arbeitet Walz- und Teerdecken genügen dem Verkehr nicht mehr, müssten deshalb innerhalb kurzer Zeit ersetzt werden und an verschiedenen Der Ausbau der Strasse Zürich—Winter- die S.B.B-Verwaltung ein Projekt aus. Stellen lässt die bauliche Anlage selbst zu thur entspricht einem tatsächlichen Bedürfnis, und es wäre wünschenswert, wenn die wünschen übrig. Mängel letzterer Art sind die beiden engen Brücken über die Qlatt Durchführung Zug um Zug, ohne Unterbruch und den Kanal bei Schwamendingen, die Niveaukreuzungen mit der S.B.B.-Linie Wal- im Interesse des grossen Verkehrs, aber durchgeführt werden könnte. Sie liegt vorab lisellen-Rapperswil im Hof Wallisellen, die auch im Interesse der ganzen Landesgegend enge Unterführung der S. B. B.-Linie Zürich- J r. u.s. ROYAL-PNEUS Das unübertroffene Standard-Produkt der United States Rubber Company Bessere Reifen gibt es nicht! Erhältli'ch in allen guten Garagen und Spezialgeschäften ROYAL CORD IMPORT A.-G., ÖLTEN Telephon Nr. 10.80, 10.81, 10.82, Ölten Depot BASEL: Albanvorstadt 42, Telephon Safran S8.57 Depot GENF: 1, Rue Pierre Fatioj Telephon Stand 4025 Depot ZÜRICH i Neue Adresse: Florastr.41, Telephon Limmat37.27 SPORTLICH VII. Internationales Klausenrennen 1929. Das grösste Bergrennen des Jahres. Die Organisationsarbeiten sind ganz beträchtlich gefördert worden, und man wird mit Interesse davon Kenntnis nehmen, dass der Nachrichtendienst durch den Schweizerischen Militär-Funkerverband besorgt wird. :ine moderne und äusserst leistungsfähige 'hilipp-Lautspreoheranlage wird die Zuschauer am Ziel und in der Vorfrutt während beiden Renntagen über die einzelnen Phasen der verschiedenen Konkurrenzen fortlaufend orientieren. Den Polizeidienst besorgen die Mannschaften der Kantonspolizei Glarus und Uri, welche durch 50 Mann der Zürcher Stadtpolizei verstärkt werden, so dass ein© vorzüglich« Streckenbewachung gewährleistet ist. Dem Gabenkomitee sind bis zur Stunde schon Geldspenden und Preise in Natura im Gesamtwert von rund Fr. 20,000 zugegangen, und es darf mit Sicherheit damit gerechnet werden, dass diesem Komitee am Rennen selbst mindestens Fr. 40,000 zur Verfügung stehen. Für die beste Zeit der Tourenwagen, Sportwagen, Rennwagen, Motorräder und Sidecars sind prächtige Speziaipreise im Werte von Fr. 1500 ausgesetzt. St. Morltzer Automobilwochc. (Telegraphischer Ir.-Bericht.) In den nächsten Tagen wird das Reglement der I. Internationalen St. Moritzer; Automobilwoche zum Versand gelangen. Ausser ihm soll noch ein reich illustrierter Pliaoit herauskommen, der alles Wissenswerte über diese umfassendste automobilsportliche Veranstaltung der Schweiz enthält und allen Inhabern der, internationalen Lizenz zugestellt wird. Anfangs dieser Woche nahm Herr Regierungsrat Huonder, Chef des Baudepartements von Graubünden, die Berninarennstrecke in Augenschein. Die Strasse wird nun noch verschiedene Verbesserungen erfahren. Dass sie für eine Bergprüfungsfahrt geradezu prädestiniert ist, haben neuerdings wieder sportlich anerkannte Autoritäten bestätigt. Ein ganzes Heer von Arbeitern ist mit der Instandstellung der «Shellstrasse» Samad«n-Punt-Muraigl beschäftigt, auf der &ich das Kilometerrennen abspielen wird. Durch eine wertvolle Zuwendung ist unlängst der Gabentisch! bereichert worden: Die Rätischen Bahnen haben einen Preis im Werte von 2000 Fr« gestiftet, und nach der heutigen Lage der Dinge darf mit ziemlicher Sicherheit darauf gerechnet werden, dass dieser Zuwendung noch weitere, nicht minder grossartige folgen werden. Erinnern wir nochmals daran, dass das Bureau des Kurvereins St Moritz die Punktionen des Rennsekretariates übernommen hat Soviel steht heute schon fest: die I. Internationale St. Moritzer Automobilwoche begegnet in der Schweiz wie im Ausland lebhaftem Interesse. Fiat an der Alpenfahrt Die grosse Turiner Marke hat sich diesef Tage für die Alpenfahrt offiziell eingeschrieben. Diese Meldung wirkt sensationell. Nachdem sich Fiat einige Jahre lang von jeder Fabrikbeteiligung an sportlichen Veranstaltungen enthielt, ist die Rückkehr der ehedem so siegreichen Marke ein Ereignis, das der Alpenfahrt 1929 ganz besonderen Wert geben wird. Fiat wird für sein Fabrikteam Feiice Nazzaro, Salamano und Pastore stellen. Wem tauchen nicht beim Klange dieser Namen Erinnerungen auf an die grossen Siege vor drei, vier Jahren ? Feiice Nazzaro ist der Mann, von dem einst Segrave gesagt hat, dass er der beste Rennfahrer der Welt sei. Internationale Alpenfahrt. Da die Reglemente der Alpenfahrt, insbesondere dasjenige in italienischer Sprache, den Interessenten mit einer Verspätung zugestellt wurden, haben die Organisatoren beschlossen, die Einschreibefrist bei einfacher Gebühr bis zum 10. Juli zu verlängern. Dieser Beschluss ist für die zahlreichen Konkurrenten, die sich noch zur internationalen Alpenfahrt einschreiben wollten, von schätzenswertem Vorteil. Die Einschreibungstermine sind nun: Einschreibung gegen einfache Gebühr: bis zum 10. Juli. Einschreibung gegen doppelte Gebühr bis zum 16. Juli. Fortsetzung der Sportnachrichten i Seite 4