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E_1929_Zeitung_Nr.062

E_1929_Zeitung_Nr.062

Ausgabe: Deutsche Schweiz. BERN, Freitag 19. Juli 1929 Nummer 20 Cts.« 25. Jahrgang. - N° 62 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für das schweizerische Automobilwesen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint jeden Dienstag und Freitag - • - Monatlich „Gelbe Liste" Halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portozuschlag, sofern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliche Bestellung 30 ADMINISTRATION: Breitenisjinstrasse 97, Bern Rappen. Postcheck-Rechnuna III/414 Telephon Bollwerk 39.84 Teleeramm-Adresse: Autorevue, Bern Unsere Benzixieinfuhr Der Ertrag des Benzinzolles pro 1929 wahrscheinlich 30 Millionen Franken. Im-abgelaufenen ersten. Semester 1929 haben wir laut statistischem Ausweis 62 426 894 kg Benzin und Benzol eingeführt ge'genüber 53 899 548 kg in der Parallelperiade des Vor- •• jahres. Der Benzinzoll für dieses Einfuhrkontingent beträgt auf Grund der 23 Franken je 100 kg 14358 208,62 Franken gegenüber 12396.896,04 Franken in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres. Somit stehen wir einem Mehreinfuhrwert von 1961312,58 Franken gegenüber. Diese Vermehrung entspricht dem Zuwachs der Automobileinfuhr, die sich um 1260 Stück höher stellt als im ersten Halbjahr 1928. Wie gross wird Ende des Jahres die Totaleinfuhr sein ? Eine Frage, die heute schon ziemlich genau beantwortet werden darf. Im 2. Halbjahr. 1927' stund das eingeführte Benzinkontingent um 38% höher als dasjenige des ersten Halbjahres. Im Jahre 1928 übertraf die Einfuhr des zweiten Semesters diejenige des ersten Halbjahres noch um 19,5 %. Vorausgesetzt, dass im kommenden Halbjahre 1929 die Erhöhung der Benzineinfuhr prozentual sogar unter derjenigen des Vorjahres stehen wird, dürfte diese doch um 9,5—10 % höher kommen als diejenige des- ersten Halbjahres 1929, sich somit auf. rund 68,35 Millionen kg belaufen. • • Für das ganze Jahr ergibt sich-demzufolge mit ziemlich sicherer Wahrscheinlichkeit eine TotaTeinfüfir von T30.784 Millionen kg. Dieses Einfuhrquantürn wird der eidgenössischen Staatskasse nicht weniger als 30,28 Millionen Franken einbringen. Diese Tatsache heisst es richtig zu würdigen. Der Benzinzoll füllt heute den Bundessäckel in vorher nie geahnter Weise. Der Er^ trag des Jahres 1929 wird doppelt so gross sein als im Jahre 1924, da der heutige Benzinzoll eingeführt wurde. Die Eidgenossenschaft, so hiess es damals, brauche 12 Millionen. Diese Summe ergab sich mit Leichtigkeit aus den drei Vierteln des 16 Millionen betragenden Benzinzolles. Was wäre logischer, als von diesen 30 Millionen diese 12 Millionen abzuziehen und den Rest von 18 Millionen den Kantonen zum Unterhalt und zur Ausbesserung ihres Strassennetzes auszuhändigen? Es entspräche dies ja nicht unserer. Forderung, den ganzen Benzinzoll seiner ureigentlichen Bestimmung getnäss, den Kantonen zur Verfügung zu stellen. Immerhin wäre dem Verlangen einer grossen Bevölkerungsschicht in schöner Weise, teilweise wenigstens, entgegengekommen. Man hat es uns in- letzter Zeit auf alle Arten plausibel zu machen versucht, dass der Der Fall Cranmore Kriminal-Roman von V. Williams. Copyright 1925 by Georg Muller Verlag A.-G., München. (24. Fortsetzung) Manderton dachte einen Augenblick nacli. « Telephonieren Sie sofort auf die Station. Die Frau muss gefunden werden. Meinetwegen kann man sie verhaften, wenn's nicht anders geht. Sie sollen im Ostend nachsuchen, da wohnen ihre Freunde.» Kaum war Smith wieder draussen, als Dolores erschien. In ihrem schwarzen Kleid sah sie fast wie ein Kind aus. Sie erklärte, dass Tante Letty nicht zu Hause wäre und es wohl am besten sein würde, die Geschichte mit dem Mö'ibelhändler aus dem IMunde des Dienstmädchens selber zu hören. So wurde aiso Agnes gerufen, und sie berichtete, was sie wusste. Der Mann war gestern nachmittag an die Dienerschaftstür gekommen und hatte ihr und der Köchin Schmucksachen gegen Abzahlung angeboten. Sie hatten seinen Kram angesehen und waren dabei ins Gespräch Finanzhaushalt des Bundes keineswegs ein .rosiger sei. Von oberster Stelle aus wurde den Herren National- und Ständeräten doziert, dass keine Ausgaben mehr ohne die nötige Deckung gesprochen werden dürften. Die Quelle des Benzinzolles fliesst jedoch so .reichlich, dass aufsteigende Bedenken berechtigt sind, die Herren eidgenössischen Räte möchten mit wachsendem Benzingolde ihre Popularität mit, steigenden Subventionsbegehren etc. vergolden und damit die Gefahr erhöhen, dass dieses den Automobilisten abgenommene Geld seinem ursprünglichen Zwecke noch mehr entfremdet werde als bisher. Auf jeden Fall entspricht der heutige Verteilungsmodus nicht mehr dem Zweckgedariken des Jahres 1924. Acht.Millionen Franken Benzinzoll an die Kantone, einer Totaleinnahme von 30 Millionen Franken gegenüber, sind in keiner Weise mehr gerechtfertigt. Angesichts dieser Tatsachen darf wohl die grosse schweizerische Automobilgemeiride erwarten, dass in den Räten die Initiative ergriffen wird, damit die Verteilung des Benzinzolles auf eine neue und bessere Basis gestellt werden kann. Während der Initiativ- •kampagne haben die' Herren Verwaltungsräte unserer Bahnen das grosse Wort im Parlamente und im Volke geführt. Es wäre nicht verfrüht, Wenn nun' diejenigen Parlamentär rief, die mit dem Automobilismus enger liiert sind — und es gibt solche — vor einem entschiedenen Schritte im Rate nicht mehr zurückschrecken würden. K. Ein abgeschlagener Angriff Man. ist sich bald gewohnt, dass in der englischen Automobilzeitschrift «The Autocar» regelmässig, Jahr für Jahr, gewisse Angriffe gegen die Schweiz als Autoreiseland erscheinen. Früher waren die schlechten Strassen und das rigorose Bussensystem das Ziel dieser Angriffe, nun, nachdem in dieser Hinsicht merkbare Fortschritte erzielt worden sind, geht man der Hotellerie zu Leibe. So haben sich in den letzten Monaten verschiedene Einsender im «Autocar» zu Worte gemeldet, die das eine Mal die Schweizerflagge als das Abzeichen moderner Piraterei bezeichneten, das andere Mal unter Zitierung der hohen Hotelpreise, speziell in Davos, ausführten, dass die schweizerischen Hoteliers im Gelde schwimmen, dass sie enorme Vermögen erzielt haben. Bezüglich Davos wird speziell ausgeführt, dass über den Mord gekommen. Da habe der Mann gesagt, dass er nebenbei auch Möbelhändler wäre, und er hätte gehört, dass das Haus jetzt verkauft würde, und sie möchten's ihn doch wissen lassen, wenn die Sachen wegkämen. Er zahlte gute Preise. Und von dem gelben Diwan habe er auch in der Zeitung gelesen, und ob ihn Mr. Cranmore nicht verkaufen wolle... « Wahrscheinlich fragte er Sie, » fiel Manderton ein, «wo der Diwan steht und ob der Raum parterre wäre ? » «Im Gegenteil, » widersprach Agnes, « Er meinte, er stände im Salon im ersten Stock. » « Und da haben Sie ihn natürlich auf seinen Irrtum aufmerksam gemacht ? » «Ich nicht, die Köchin. Die beiden Polizisten wechselten lächelnd einen Blick. « Wie sah er denn aus ? » «Ein gut angezogener junget Bursche, redselig wie all diese Hausierer. Und eine grosse Nase hatte er, dass man gleich den- Juden merkte.» «Also, wie ging's dann weiter?» «Die Köchin fragte ihm, wenn der Herr etwas verkaufen wolle, so müsste er schon, an wen er sich zu wenden habe. Und dann wurde er zudringlich und bat, den Diwan dort.» die. Hotelpreise in. den. letzten sechs Jahren um mehr als 100 Prozent zugenom- •meni haben und dass .in diesem bekannten Bürtdfler Kurort sich-in den letzten zwei Jahren eine wahre Geldmacherei (!) eingebürgert habe. Es ist nun erfreulich, dass ein Bündner Hotelfer; Herr A. Gredig vom Flüela Post-und Sporthotel, in Davos-Dorf, zu diesen masslosen Kritiken im «Autocar» energisch Stellung genommen und diese Beschwerden in die richtigen Grenzen zurückgewiesen hat. Er führt'hierbei aus, dass die Hotelpreise in Davos.seit Kriegsanfang nicht um 100 Prozent, sondern um 50 bis 70 Prozent zugenommen haben und dass die Davoser Hotels sich heute immer noch nicht in einer günstigen Läge befinden, haben doch, ausgenommen von einigen wenigen Sanatorien, die das ganze Jahr offen sind, die meisten Hotels in den letzten, Jähren nur vier bis fünf Prozent an Dividenden bezahlt. Im letzten Sommer seien die Preise in Davos nur ca. 50 bis 70 Prozent über den Vorkriegspreisen, gestanden. Herr Gredig führt dann in sehr richtiger Weise aus, dass wir heute in der Schweiz Hotels für alle Börsen haben, es komme, nur immer darauf an, welche Anforderungen von den Reisenden punkto Komfort etc. gestellt werden. ••> Erfreulicherweise wird nun in einer der letzten Nummern des «Autocar» auch noch von einem Engländer selbst zu dieser Slreitr frage Stellung genommen. Derselbe gibt hierbei seine Erfahrungen bekannt, die er anlässlich einer Schweizer Autoreise, wobei er Genf, Montreux, Zweisimmen, Luzern, Andermatt, Göschenen, Zürich, Schaffhausen, Bern, Spiez, Thun, Lugano, Locarno, Como, Chur, St. Moritz, Sierre, Zinal, d. h. fast die ganze Schweiz berührte, machte. Seine Erfahrungen waren die, dass die. Schweizer Hoteliers die freundlichsten und hilfreichsten Leute der Welt (the most friendly and helpful people in the world) seien. Die Hotellerie werde nach seriösen Geschäftsprinzipien geführt und wenn eine gerechtfertigte Reklamation am Platze sei, so brauche man nur an die zuständigen kantonalen Instanzen zu gelangen, damit der Hotelier zurechtgewiesen oder auf die schwarze Liste (!) gesetzt werde. Der betreffende Reisende, Mr. Muralis, in Warrington, schliesst seine Ausführungen mit der Konstatierung, dass er schon ganz Europa bereist habe, aber nirgends habe er Reiseerleichterungen oder Hotels angetroffen, die dem schweizerischen Standard gleichkämen. s. sehen zu dürfen, was wir natürlich nicht zuliessen, obwohl er uns Geld dafür anbot. Und dann sah er, dass nichts zu machen war und ging fort, und sagte nur wieder, wir möchten's ihn wissen lassen, wenn der Diwan verkauft würde.» «Liess er seine Adresse zurück?» «Nur seine Telephonnummer. Hier ist sie.» Das Mädchen zog einen schmutzigen Papierfetzen aus der Tasche. «Mr. Jack Herris, Westend 9991» stand darauf. «Natürlich ein falscher Name,» bemerkte Manderton. «Warten Sie, ich werde gleich die Telephonzentrale anrufen.» Aber es dauerte einige Zeit, bis er Anschluss hatte. Boulot ging nervös im Zimmer auf und ab. «Was wir für ein Pech haben!» rief er ärgerlich. «Wenn wir das nur gestern schon gewusst hätten! Das erklärt Ramons Einbruch. Nun, da er die Diamanten hat, wird er. natürlich jede Verbindung mit dem Möbelhändler abbrechen. Mein Gott...!» «Still!» kam's vom Telephon her. «Einen Augenblick, ich schreibe auf: Mr. Issy Soker, Arborstrasse 84. Vielen Dank!» Smith war inzwischen wieder eingetreten und hatte die letzten Worte gehört. «Aber das ist ja der Bruder von Mrs. Amschel,» rief er aufgeregt. INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2mm hob« Gruridzeile oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; tür Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts Grössere Inserate nach Seitentarif. Inseratensehluss 4 Tage vor Ersehamcn der Hummern AUSLAND Amerika hat im ersten Halbjahr 1929 3,38 Millionen Automobile hergestellt. Die Automobilproduktion Amerikas, einschliesslich der Ford-Werke, ist somit im ersten Halbjahr 1929 gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres um 45 Prozent gestiegen. Diese stark© Zunahme ergibt sich in der Hauptsache aus der Wiederaufnahme des Betriebes in den Ford-Werken. Die Erzeugung aller andern Automobilfabriken Amerikas hat sich dagegen zusammengenommen um nur 150,000 Wagen oder sieben Prozent erhöht. ; Kongress für Normierung in der Automobil- Industrie. Kürzlich ist unter Beteiligung Deutschlands in Paris ein internationaler Kongress für Normierung der Automobilindustrie abgehalten worden. Gegenstand der Beratungen bildete das Studium der: Vereinheitlichung der in den verschiedenen Ländern geltenden Normen des Automobils. In einer ganzen Reihe von Punkten ist eine Einigung erzielt worden. Man rechnet damit, dass weitere Kongresse folgen werden. (W.T.B.) Die Eroberung des ungarischen Automobumarktes durch die amerikanische Industrie. Das sechste Jahr hindurch haben sich die Umsätze der amerikanischen Automobilindustrie auf dem ungarischen Markt,alljährlich annähernd verdoppelt, heisst es in einem Bericht- des amerikatiischeii Jiän^eisaftaches in Budapest an das Bureau-pf forejg« ähd Domestic Commerce des Department of Commerce in Washington. Im verflossenen Jahre hat Ungarn 796 Automobile im Werte von 634,410 Dollar' aus den Vereinigten Staaten bezogen. Seit dem Jahre 1922, in welchem sich die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten auf nicht mehr als neun Automobile belaufen hat, haben die Umsätze der amerikanischen Automobilfabrikanten auf jenem Markt eine beständige Steigerung erfahren, und zwar von 14 Automobilen im Werte von 16,050 Dollar im Jahre 1923 auf 58 Automobile im Werte von 69,143 Dollar im Jahre 1924,. auf 74 Automobile im Werte von 82,492 Dollar im Jahre 1925, weiterhin auf 139 Automobile im Werte von 129,892, Dollar im Jahre 1926, sodann auf 369 Automobile im Werte von 366,109 Dollar im Jahre 1927 und schliesslich, wie bereits erwähnt, auf 796 Automobile im Werte von 634,410 Dollar im verflossenen Jahre. Noch anfangs 1927 waren die in Ungarn registrierten Automobile vorwiegend italienischer Herkunft, während die amerikanischen Marken erst an »weiter Stelle folgten. Zu Beginn des laufenden Jahres ist diese Manderton schlug mit der* Faust auf den Tisch. «Ich hätt's doch wissen können, dass die alte Hexe überall ihre Hand drin haben muss! Mr. Cranmore, dürfen wir Ihren Wagen- nehmen? — Sie wollen selbst steuern? Schön! Boulot —, Sie kommen doch auch-mit. Wir haben keinen Augenblick zu verlieren. Smith, Sie bleiben bei mir!» ' Cranmore schien nur; zu froh, sich endlich einmal nützlich machen zu können. Er eilte schnell hinaus, und Boulot und Smith folgten ihm. Als Manderton nach seinem Hut griff, trat ihm Dolores in den Weg. , «Und Mr. Quayre?» fragte sie schüchtern mit niedergeschlagenen Augen. «Monsieur Boulot hat doch jetzt seine. Unschuld festgestellt!» Der Inspektor schüttelte kühl den Kopf. «Darüber, wollen wir weitersprechen, wenn wir erst diesen Ramon gepackt haben. Draussen fand Manderton schon den Wagen in Bereitschaft und Cranmore am Volant. Bewundernd betrachtete er einen Augenblick das Auto. «Wieviel können Sie damit machen?» fragte er. «Auf freier Strasse bis zu huridertzwanzfe Kilometer.» antwortete Cranmore. (Fortsetzung folgt.) '