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E_1929_Zeitung_Nr.056

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26 REVUE AUTOMOBILE —

26 REVUE AUTOMOBILE — AUTOMOBIL-REVUE 1929 - N» 56 Russland will Automobile bauen Von Zeit zu Zeit hört man von grossen Industrieplänen, welche in Russland gemacht werden. Man darf diese Pläne nicht allzu ernst nehmen, denn wie man weiss, hat die russische Regierung genug damit zu tun, den weitern Verfall der russischen Industrie aufzuhalten und das zur Betriebsführung notwendige Kapital für die bestehenden Unternehmungen aufzubringen. Das «Berliner Tageblatt» enthält in einem Artikel: «Russische Automobilträume» einige Angaben über die bestehende Automobilindustrie und über die Zukunftspläne der russischen Sowjet-Regierung in bezug auf den Bau neuer Automobilfabriken. Das Automobilwesen in Russland steckt noch in den Anfängen. Nach der letzten Zählung gab es in der Sowjet-Union nur 28 772 Automobile, Autobusse und Motorräder, darunter 9403 Lastautos, 9610 Personenautos und 200 Autobusse. Somit entfällt in Russland ein Automobil auf 10 000 Einwohner, während beispielsweise in Amerika ein Auto auf sechs Einwohner kommt. Nach der Tabelle über den Automobilbestand einiger europäischer Staaten (die wir in Nummer 36 der «Automobil- Revue» veröffentlicht hatten), würde Russland erst nach Rumänien und vor Oesterreich in der Reihenfolge der europäischen Staaten figurieren. Mit wenigen Ausnahmen stammen die russischen Automobile aus den Jahren 1908 bis 1916, wobei die meisten von ihnen im Weltkriege und den folgenden Jahren stark mitgenommen wurden. In Russland selbst wurden in den Nachkriegsjahren nur rund 500 Automobile hergestellt. Eingeführt wurden in der gleichen Zeit etwa; 6000 Automobile und Motorräder. In der Einfuhr ist eine grosse Zersplitterung festzustellen. So wurden Personenautomobile 52 verschiedener Typen und Lastautos von 33 Einzelmarken importiert. Nur Ford bestritt einen grössern Teil der Einfuhr. Das Verkehrskommissariat arbeitete vor einigen Jahren einen Plan für die Automobileinfuhr aus, der 150 Millionen Rubel für den Bezug ausländischer Automobile vorsah. Dieser Plan ist jedoch mit Rücksicht auf die prekäre Finanzlage wieder aufgegeben worden. Im Vergleich zur ungeheuren Ausdehnung des Landes ist der Automobilverkehr in Russland nur schwach entwickelt. Die Gesamtlänge der Autobuslinien beträgt nur 19 917 km. Der Ausbau des Autobusverkehrs, der besonders in den verkehrsarmen Gebieten Sibiriens und russisch-Mittelasiens erforderlich wäre, wird durch den sehr schlechten Zustand der Strassen behindert. Nur in Moskau hat der Autobusverkehr einen Umfang erreicht, der einen Vergleich mit westeuropäischen Verhältnissen zulässt. Die Sowjet-Regierung hat nun den Bau von Automobilfabriken beschlossen. Bisher bestehen in Russland nur zwei Fabriken, die «Arno» in Moskau, und eine Fabrik in Jaroslawl (Wolgagebiet). Diese beiden Fabriken sind stark veraltet und verfügen nur über abgenutzte Anlagen. Wie üblich wollen die Russen gleich grosszügig vorgehen: «Der Automobilismus wird Verkehrspolizist in Oslo. L'autobus 40 pour cent plus eher que le tram? Comment la municipalite zuricoise avait- «II« JMI aboutir ä la grotesque conclusdon qu'un cotnmunkiu£ se häte d« faire savoir aux quatre coins de la Suisse? Tout simplement sur la foi des chiffres qui lui avaient e"te remis par... la direction des tramways. Les voici, tels que oe rapport officiel les avait endoss6s sans sourciller : Une Urne falte pour ne pas rapporter. DaB4 les cinq premiers mois «d'exploitation de 1927, les depenses pour le eervice ipax autebu» se eont

N° 5« - 1929 REVUE AUTOMOBILE — AUTOMOBIL-REVUE 27 in der Sowjet-Union eine Massenerscheinung sein, oder er wird nicht sein». So sprach sich der Sowjet-Wirtschaftler Ossin- 6ki über die Automobilpläne der Sowjet- Regierung aus. Der stellvertretende Vorsitzende des obersten Volkswirtschaftsrates, Meshlauk, wurde nach Amerika entsandt, wo er längere Zeit mit Ford und General- Motors verhandelt hat. Diese Verhandlungen sollen vor dem Abschluss stehen und betrafen sowohl die technische Hilfeleistung der Amerikaner beim Bau von Fabriken in Russland, als auch die Finanzierung dieser Fabriken. Wie man weiss, ist die russische Regierung seit dem Bruch mit England in wirtschaftlicher Beziehung amerikanisch orientiert und die russische Automobilindustrie soll, wie der Vorsitzende des russischen Automobiltrustes, Sorokin, erklärte, vollständig auf Amerika 1 eingestellt werden. Oemäas einem Abkommen sollen demnächst mehrere amerikanische Ingenieure nach Moskau kommen, um dort das Projekt für den Umbau der Fabrik «Arno» auszuarbeiten und den Umbau zu leiten. Die russische Regierung selbst hat beschlossen, eine crosse Automobilfabrik mit