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E_1929_Zeitung_Nr.059

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18 AUTOMübii-küvur.

18 AUTOMübii-küvur. lazo — Ich werde rasend. «AVas schaust du denn- andauernd diesen Kerl auf der Photographie an? Wer ist denn das?» brülle -ich in meinen Sendeapparat. Sie erschrickt. Verbirgt —*ö ihr Weiber'! — mit unwillkürlitüiieT Bewegung das, Bild unter ihrer Decke. «Woher weisst. du >;". »stammelt sie. Und " da verrate ich Esel alles. . «Ich sehe es doch ....» , «Was siehst du? Mit 'dem Apparat?» /Ich sehe, , dass. du rot wirst, falsche Katze!» schreie ich. «Zeige mir das Bild! Oder ich schreie so, dass dein ganzes Haus sich' vor deinem Schlafzimmer versammelt.» «Um Gottes willen, sei nur ruhig. Hier ist .es.» Sie holt das. Bild. «Du bist verlobt mit diesem hier, denn ich sehe äii deiner Hand einen Ring, den du nicht, hattest, als du bei mir .warst.» «Auch das siehst du?» sagt. sie,, «und du siehst seit langem schon?» «Ich. sehe dich, seitdem du das Kästchen aufgemacht.hast...» Wie ein Hohepriester rufe ich Rindvieh das in'den Apparat. IGH höre einen Schrei und sehe, wie das Gesicht sich" wegbewegt:, r'asch, sehr, rasch. Ich ßehe eine vorbeifliegende Zimmerein- richtung, höre" einen Krach, und tiefe Finsternis ist auf meiner Mattscheibe. Ohne Zweifel, sie hat den Apparat von sich geschleudert. Er ist kaputt. Und es war der einzige. Ich habe das Modell in meiner Verliebtheit fortgeschickt... >. Nun muss ich; Jahre dazu verwenden, es neu zu konstruieren.. 0 diese negativen . Wellen! s -'< .. ;, < Ihre Verlobungsanzeige bekam ich heute. Sie verstehen, verehrte Redaktion, dass ich vor Aufregung ka^sr schreiben kann. Die billige Betäubung Grien geht zum Zahnarzt. «Mit oder ohne lokale Betäubung?» 1 :r «Was"koStet denn das?? • «Mit Narkose zwölf Franken* ohne nur fünf Franken.» ' ' "~ versagt ihr schon, — sie bringt nichts mehr «Also < dann mit Gott und mit Narkose», aus ihm heraus.» — Vorwärts! —«Die soll setzt sich Grienen den Sessel. • Der Zahnarzt nimmt 'Seine Kokäinspritze und rammt sie Grien dreimal zwischen die .Zähne. «So, mein. Lieber, jetzt, warten Sie im" Vorzimmer fünf'Minuten, bis die Narkose wirkt.» ; ; • . .,,-- , -> , ;( ' . . Gri§n geht hinaus. Der 1 Zahnatzt behandelt unterdessen einen anderen Patienten. Eine halbe Stunde verstreicht."' Endlich öffnet er die Tür. «Herr Grien, bitte!» Aber Grien ist verschwunden. Am Abend trifft der Zahnarzt mehrere Berufskollegen. Plötzlich hört er, wie einer erzählt: «Heute ist mir der seltene Fall unterlaufen, dass ein Patient Sich einen Zahn ohne Betäubung ziehen Hess.» «Wissen Sie vielleicht, wie er hiess?» fragt unser Mann interessiert. «Ja. Warten Sie mal. Ich glaube — Grien hiess er.», • • (Der Ulk, Berlin*), Das Sportgirl Dritter Gang. Der Wagen raste in die endlose Gerade hinein. Die Pneus sangen auf dem Asphalt. Rauschend streifte die Luft die beiden Fahrer. Aber von hinten, tönte, ein kurzes, verärgertes Hupen. «Hallo — wir sind nicht allein. Es ist einer hinter uns her.» Gerold Geering warf einen raschen Blick zurück. «Ein Bugatti. Ich geb' ihm mal den Weg frei und nehme den Kampf, auf.» H-u-u-u-p! Gering hielt um Wagenbreite nach rechts und 1 gab Gas. — Der Wagen schien kaum mehr den Boden zu berühren. Die Züge des Fahrers waren straff gespannt. — Er lauschte auf das näher kommende Geräusch in seinem Rücken. Alle Wetter! — Ein blauer Wagen glitt an ihm vorbei, als ob^es eine kinderleichte Spielerei wäre,- und — aber das konnte ja nicht sein? das war ja rein ausgeschlossen, das musste eine Täuschung sein! — Ueber das Steuerrad neigte sich ein Bubiköpfchen und nickte ein freundliches: «Danke sehr» herüber, i- «Hast du das gesehen?» schrie der Freund. «Das ist ja fabelhaft! — Und noch dazu so ein blonder Wuschel-» Geering kochte das Blut. • «Diese Mannweiber, die alles können wollen, — die uns in alles hineinpfuschen! Diese Amazonen, die alles sind, nur keine Frauen! — Siehst du — da haben wir's, der Wagen •zurück!» Der Freund schüttelte missbilligend den Kopf. ., Der Abstand verringerte ; sich. — Geering näherte sich dem Blauen. Hup! , Drohend, wie Zorn klang es aus dem Hörn. 'Sie wicht zur Seit© und—• Geering»fiberho/lte sie... • - Das blonde Girl lächelte nachsichtig,,: $rie man über eigensinnige Kinder lächelt. r Im nächsten Moment machte aber der kleine blaue Koboldwagen einen übermütigen Satz und — die Strasse weitete sich hier — flog mit 90 km wieder an Gerold Geering vorbei. Das war zu viel. Geering befiel ein Zittern vor Wut. Er sah nichts anderes mehr, als den kleinen Teufel vor ihm. Es war, als führte der Blaue Geerings Wagen am Bändel hinter sich her. 100 km! — alles umsonst! in genau berechnetem Abstand rasten die beiden Wagen über die Gerade. Da! — Was war das? ses kleines Wesen gerettet und es jetzt wie eine Mutter in den Annen hielt — war doc v ein echtes Weib ! Kleinlaut fuhr er von dannen. Der letzte Wille Von Sado. Mr. Andrew Ward schloss die Augen für immer. Die Verwandtschaft öffnete schwarz gekleidet das Testament. Alle waren in grosser Erwartung. Mr. Ward hatte 120,000 Dollar hinterlassen — aber mit einer seltsamen Klausel, dk Zeugnis von seiner Habgier selbst nach dem Tode gab. Jim, sein Neffe, erhielt den gan- Speed! Die Räder von Grit Hartmanns Wagen heulten unter den Bremsen. Mit einem Sprung schwang sich das Mädel über die Wagentüre und stürmte mit erhobenen Armen Geerings anrasendem Wagen entgegen. «Himmel, — dieses Mädchen ist doch wahn...» Stopp! Der Wagen stand, aber um eine Kleinigkeit zu spät Er hatte Grit Hartmann noeh leicht angerannt. Sie fiel zwischen die Vorderräder — stand aber schon wieder auf den Füssen, noch ehe die beiden Männer von Bord waren. Sie wankte einige Schritte die Sjrasse vorwärts und neigte sich über Geering erbleichte — das hatte er nicht gesehen! Jetzt aber hob Grit Hartmann den kleinen Buben, der spielend mitten auf der Strasse gelegen* zu-sich empon-w- .. • s ;i . -Dem abgehärteten Sportsmann stieg es mit einem Mal heiss in die Äugen : Die er da vor sich sah, die unter eigener Lebensgefahr diezen vorhandenen Betrag zugesprochen —mil der Bedingung, dass dem Verblichenen 100,000 Dollar davon in den Sarg mitgegeben würden. Da blieben also bloss noch 20,000 Dollai für die Erben übrig. Jim stierte enttäuscht vor sich hin. Da trat sein Vetter Hesekiel Brown auf ihn zu. «Gibst du mir zehn Prozent, wenn ich dir die 100,000 Dollar, ohne gegen das Testamen^ #; 1 zu verstossen, rette?» Jim erklärte sich einverstanden. Und mar, legte dem heimgegangenen Andrew Ward einen Scheck über 100,000 Dollar pietätvoll ic den Sarg. («Judge» New York.) Die Gelegenheit. «Muttichen, du siehst so blass aus.» = «Ja, 'Kleines,, ich bin so müde, ich Jcann mich kaum rühren.» «Muttichen, ich hab' den Honig aufgegessen !» Welche Unvorsichtigkeit GEWINNBETEILIGUNG die Insassen Ihres Wagens nicht zu versichern!. Warten Sie nicht zu! Gehen Sie eine Versicherung ein, bevor ein Unfall geschehen ist. Assurance Mutuelle Vaudoise, Lausanne Die Zufahrtsstrassen Führer für Kurhaus er-Ausflugsziele aus derMifielschweiz aus der ganzen Schweiz ei nd ersichtlich In O. R. Wagners Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C S. A. C.S.-Station-T.es Magenschmerzen sind äusserst unangenehm. Dieselb. verschwinden aber nach kurzer Zeit beim Gebrauch von Colnmba-Magenpulver Es ist ein unschädliches, sicher wirkendes Mittel gegen Verdauungsstörungen jeder Art, gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen^ Magenkrampf, UebeLkeit, Erbrechen, Magendrücken; Sodbrennen, Blähungen, Aufstossen, übelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr. 3.—. 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NO 59 - 1929 AUTOMOBIL-REVUE EDUEEK» ILPD BEBTTIE Sei vollschlank! Aber wie? HDaOE Schlankheit und Magerkeit sind zweierlei. «Vollschlank» verlangen die anspruchsvollen Heiratsannoncen und sie wissen warum. Eine magere Frau - ist kein sehr erfreulicher Anblick. Ihre Nerven, die nicht in schützende Fett- und Fleischpolster eingebettet sind, liefen bloss und sind dadurch empfind- * lieber und reizbarer. Wenn dies auch bestimmt nicht immer zutrifft, so rate ich Ihnen doch dringend: wenn die Mode auch lieber dünn als dick sieht, wenn die Kleider auch leichter sitzen — suchen Sie Ihren Nerven zuliebe ein wenig Fleisch und Fett anzusetzen. Ihr ganzes Befinden, Ihre Laune (und zuweilen auch die Ihrer Umgebung) werden sich dadurch heben. Aber wie werden Sie es ? Eine Prager Zeitung wartet mit einem fertigen Programm auf : Wenn Ihre Tätigkeit es Ihnen erlaubt, so frühstücken Sie ausführlich im Bett. Statt Kaffee oder Tee — Milchschokolade, Porridge und Hafergrütze, die eine kleine Prise Salz, Zucker, Zimt, Schokolade oder Himbeersaft dem Gaumen verlockender macht, ist das geeignetste Frühstück. Zu den anderen Mahlzeiten : Nudeln und Makka- Toai, Kartoffelbrei mit Milch und Butter, Griess, Graupen, Reis, dicke Suppen, Puddings, Sahnenspeisen, Tapioka, alle Hülsenfrüchte, saftreiches, süsses Obst, viel Feigen, Bananen, Datteln. Massiger Sport, gesunde, massvolle Bewegung. Ich kenne Magere, die alles darum geben würden, sanftgerundete Formen zu bekommen; ja, eine Dame meiner Bekanntschaft schwört, dass ihr Eheglück davon abhänge. Sie isst in wahrer Verzweiflung unwahrscheinliche Qualitäten — aber es hilft nicht. Ursache : man muss mit Ruhe und Hingabe essen lernen. Man muss sich seelisch disziplinieren und zur Ruhe zwingen, auf Schlaf und Verdauung achten. Paquin, Poiret, Lanvin... Pariser Modedynastien Die Schöpfer der Pariser Mode sind sehr interessante Leute. Die meisten kamen von ganz unten empor, manche hatten anfänglich zu der Mode gar keine Beziehungen, bis sie eines Tages durch Zufall ihr Talent entdeckten. So beispielsweise der be- Tühmte Paquin, der in einem Geschäft als Schreiber angestellt war. Er verlobte sich mit einer kleinen Näherin, gab ihr manchmal zum Spass Ratschläge, die sich aber stets als erfolgreich erwiesen. Dadurch wurde Paquin ermutigt, seine Stelle aufzugeben und ein kleines Schneideratelier zu begründen. Zehn Jahre später war er in der Rue de la Paix etabliert und machte dem grossen Worth Konkurrenz. Als er starb, hinterliess er ein Riesenvermögen. Seine Frau führt das Geschäft mit demselben Erfolg wie ihr Mann weiter. Im Hause Paquin zahlt man den Arbeiterinnen weit über den Tarif, unä die Inhaberin wurde vor zehn Jahren für ihr wohltätiges Wirken mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet. /ösxmi Der bekannteste Pariser Modeschneider ist heute Paul Poiret, der von Einfällen strotzt, eich aber trotzdem nur durch die lärmendste Reklame der Oeffentlichkeit aufzwingen konnte. Er war zuerst als Zeichner bei Worth angestellt. Man vertraute ihm die Schaffung einiger Roben und Mäntel an, die er in den grellsten Farben und den seltsamsten Zeichnungen herstellte, so dass keine Verkäuferin es wagte, diese < Scheusslichkeiten > den Kundinnen vorzuführen. Eines Tages aber stellte sich eine russische Prinzessin ein, die von dem < chinesischen Mantel» des Revolutionärs entzückt war. Poiret lieh 6ich etliche tausend Francs, mietete, einen Laden nahe der Oper und arrangierte die Auslage in einer Weise, dass den Beschauern die Augen übergingen angesichts dieser schreienden Farbenzusammenstellungen. Die Toiletten, die Poiret damals anfertigte, wurden in Paris scherzhaft « Bomben » genannt; sie wüteten förmlich in allen Stilarten und es war ein Wagnis, eine solche Robe in der Gesellschaft zu tragen. Aber Poiret gewann einige der schönsten Pariser Schauspielerinnen für sich, so Jeanne Provost von der Comedie Fran- Caise, und man bewunderte diese neuen Schöpfungen in modernen Stücken. Das berühmte Haus Lanvin wurde von einer kleinen Modistin begründet. Jeanne Lanvin arbeitete allein in einer Mansarde; sie fertigte Hüte an, die sie billig verkaufte, und da sie keine Austrägerin bezahlen konnte, so hatte sie sich einen Wäschekorb auf Räder montieren lassen und zog dieses Vehikel durch die Pariser Strassen. Heute ist Jeanne Lanvin eine der Königinnen der Pariser Mode und Präsidentin des Syndikats der Haute couture. Alle Kenner der Pariser Mode wissen, dass die mit «Jenny» signierten Toiletten einen Weltruf geniessen. Die Inhaberin der Firma heisst Jenny Sacerdote. Sie war Lehrerin und gab Literaturstunden. Andere und nicht minder berühmte Firmen entstanden sozusagen durch Zufall. Es gibt Anfängerinnen, die sehr begäbt sind, auf die man bereits aufmerksam wird, da sie noch die Abendschule für Mode besuchen. Jedes Jahr -werden die besten Schülerarbeiten preisgekrönt und ausgestellt. Es gibt Kapitalisten, die da eine gute Verzinsung ihres Geldes wittern. Die Preisträgerin sieht sich eines Tages selbständig an der Spitze eines Unternehmens, und es hängt fortan nur von ihrer Begabung ab, zehn Jahre später Besitzerin eines Modepalais zu sein. Haferlsocken und Kaviar Eine Wienerin berichtet im «N. W. J.» über ihre Eindrücke vom heutigen Russland: Es war 10 Uhr vormittags als ich in Charkow ankam. Mein Mann, der in Oesterreich gewohnt war, peinlich sauber gekleidet zu gehen, erwartete mich auf dem Bahnhof in einem schleissigen, zerrissenen Mantel mit heraushängenden Taschen. Sein Anblick war in allem desolat. € Warum vernachlässigst du dich denn so?» war einemeiner ersten Fragen. < Es ist. ganz gleichgültig, wie man hier aussieht,» war seine Antwort < Man achtet doch gar nicht darauf, ob du zerrissen« oder ganze Luft, Wasser, Sonne! Bilder aus dem neu eröffneten Lido In Luzern 5 fi * ! * l( *^v ~iLJ!r' _A, Strandbad Kleider am Leibe hast, sieh dich nur um!» Und er hatte recht. Während wir die Hauptstrasse entlang fuhren — in einem alten Iswoschtschik (Kutsche), einem der wenigen, die auf dem einst von Verkehr wirbelnden Bahnhof platz auf ihre kärglichen Fuhren warteten — sah ich, dass sich seit 1918 hier gar nichts vorwärts entwickelt hat, im Gegenteil, es war eher ärger geworden. Geflickte Frauenröcke, und zwar mit Mustern, die kaum zu dem Stoff passen, sind durchaus keine Seltenheit. Man vermeidet tunlichst das Tragen von Strümpfen, eine Art russischer Haferlsocken erfreuen sich nolens volens besonderer Beliebtheit. Strümpfe besserer Gattung sind scheinbar wirklich nur an etwa dreissig bis vierzig Frauen der Stadt zu sehen. Man weiss sehr bald, wer diese Frauen sind — es handelt sich um die Gattinnen der Kommissäre — Kommunisten ... Das alte Lied. Es ist selbstverständlich, dass ich hier nicht alles genau so sagen kann, wie ich will, nicht alles genau-so beschreiben'darf, wie ich es wirklich sah, denn ich würde in unverantwortlichster Weise den Zorn der Tschekisten auf die Meinen, die dort verblieben sind, herabbeschwören. Was am stärksten und sofort, zwei Stunden nach der Ankunft in- Sovietrussland, auffällt, ja, in die Augen- springt, das ist die drückende Brotnot. Am krassesten tritt dies an folgendem Beispiel zutage, das man besonders im Süden Russlands im- mer wieder studieren kann;: es gibt Kaviar in Unmengen, sogar unverhältnismässig billig — aber, kein Brot, auf das man ihn streichen kann! Das Brot ist so knapp bemessen, die Rationen so ganz auf das Format der schwersten Tage von Wrangel* Koltschak, Denikin-Rückzug unseligen Angedenkens zugeschnitten, dass es ganz unbegreiflich erscheint« wie die Bevölkerung dieses' neue Unheil des Ver« pflegskartenwesens ertragen kann, • Von den verschiedenen Jahreszeiten, dia es für die Mode und ihre Schöpfungen gibt, macht die fünfte den Modefirmen das.grösste Kopfzerbrechen: die tote Saison... BflHNHOFSTR.62 Bein im Gläschen oder gespritzt mit Siphon, G. Morsen. Zürich 1 Räm Istrasse 5. beim Beüevueplatz Spezialist in Ausführung augenärztL Rezepte Brillen, Zwicker, Lorgnetten, Barometer. Zelss-Feldsteoher, Reisszeuge. ZWEI. unentbehrliche BEGLEITER för Jeden Automobilisten: AlbrecM-Schläpfer & Cia neben Hotel da Faxo ZCJIRICH am Lintheseherplatz Erstes Spezialgeschäft für Auto-Garage, Benzin- und Oel- Station. Telephon Kr. 8. feinste Kamelbtiideektn Autodecken Kühlerdecken ä Fr. 5.— 6.50 7.50. 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