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E_1929_Zeitung_Nr.059

E_1929_Zeitung_Nr.059

ca. 1,5 Millionen .m s .

ca. 1,5 Millionen .m s . Brennholz., und die rationelle Verwertung dieses Produktes, das in den öffentlichen Waldungen 54% der gesamten Holznutzung ausmacht, bildet für den schweizerischen Waldbesitz geradezu eine Lebensfrage. Es ist nun aber offensichtlich, dass das Brennholz in seiner hauptsächlichsten Verwendung für Koch- und Heizzwecke immer mehr durch Kohle, Gas und Elektrizität verdrängt zu werden droht. Dazu kommt als weitere Gefährdung, des Absatzes eine heute noch recht ansehnliche Brennholzeinfuhr aus verschiedenen Staaten, namentlich Frankreich und Oesterreich, zu Preisen, mit denen die schweizerische Forstwirtschaft kaum zu konkurrieren vermag. Wenn sich auch'die Absatzkrisis noch nicht in der ganzen Schweiz zeigt, so hat sie doch in einzelnen La'ndesgegenden mit aller Schärfe eingesetzt. Die Forstwirtschaft ist deshalb in die Zwangslage versetzt, für diese minderwertigeren Produkt» nach neuen Absatzgebieten Umschau zu halten und es ist einleuchtend, dass ein solches von fast unbegrenzter Aufnahmefähigkeit gerade durch die Förderung der Verwendung von Holzkohle als Betriebsstoff geschaffen werden könnte. Die Lebensinteressen der Forstwirtschaft verlangen deshalb gebieterisch, dass dies wichtige* Problem von Grund aus geprüft werde. Es wird also zu den Aufgehen der neu gegründeten Studiengesellschaft gehören, in engstem Kontakt mit der Forstwirtschaft diese Arbeiten und Versuche an die Hand zu nehmen. Gleichzeitig mit den Versuchen betriebstechnischer Natur sollen Holzverkohlungsversuche mit- Meilerverkohlung sowohl als mit modernen Verkohlungsöfen die Wirtschaftlichkeit dieser Holzverwertung in möglichst verschiedenartigen Verhältnissen (Alpen, Jura, Mittelländ) und mit den verschiedensten Sortimenten untersuchen. ' - Heute sind die Vorarbeiten soweit abgeklärt, dass an die Gründung der angeregten schweizerischen Studiengresellschaft herangetreten werden Ttann. Neben der administrativen Verwaltung durch einen Vorstand, zusammengesetzt aus den verschiedenen Interessentenkreisen, soll ihm . eine spezielle Studienkommission zugeteilt «ein, welcher die Veranstaltung und die Kontrolle der Versuche obliegt und sodann die Erstattung eines unparteiischen Rapportes. Es ; ,ist jedoch in Aussicht genommen, diesen Äufgabenkreis je nach Erfordernis gleichzeitig auf die Prüfung von .Neuheiten auf. dem Gebiete der Motorbetriebsstoffe auszudehnen, um so den ausgedehnten Konsumentenkreisen' als nützliche Beratungsstelle zu dienen und ihnen einen Schutz vor ungeeigneten oder minderwertigen Trieb- und eventuell auch . Schmiermitteln zu gewähren. • Das Budget für die Prüfung der gesamten Ersatzbrennstoff rage, soweit sich das Problem heute schon übersehen lässt, sieht für eine dreijährige Versuchsperiode vor: Holzkohleversuche mit Beschaffung der- erforderlichen Verkohlungsöfen und Vergaserapparate . Fr. 36 000.— Untersuchung anderer Ersatzbrennstoffe . . . . > 30000.— Bureaubetrieb, Techn. Kommission, Expertisen usw. ' » 24 000.— Total Fr. 90 000.— .Die Mittel sind durch Beteiligung von Einzelinteressenten und Firmen, sowie durch Subventionen amtlicher Stellen und durch Verbände aufzubringen. Bei der grossen nationalwirtschaftlichen Bedeutungj welche dieser wichtigen Zeitfrage zukommt, dürfte zu erwarten sein, dass sich zahlreiche Kreise finden, welche geneigt sind, derselben -ihre moralische und finanzielle Unterstützung angedeihen zu lassen. Aus diesem Grunde laden wir Sie zur Teil- höf- nahme an der Studiengesellschaft lichst ein. Bern, im Juni 1929. Unterzeichnet von der stand ein Geräusch, als wenn ein Möbelstück vom Platz gerückt würde und ein merkwürdig knirschender Laut wie vom Ansetzen eines Werkzeuges. Die Atemzüge des Mannes gingen schneller, offenbar war er bei einer harten Arbeit. ... Plötzlich schlug, die Tür zurück, Boulots Stimme rief: «Wer ist da?» und der Raum war in Licht getaucht. Aber nur für den Bruchteil einer Sekunde. Ein betäubender Knall, das Klirren zerbrechenden Glases, und wieder dicke Finsternis. Dolores hörte einen Aufschrei Boulots an der Tür, sah das Aufzucken eines Feuerstrahls, ein neuer Knall, wieder das Klirren splitternden Glases — die Vorhänge flogen raschelnd ins Zimmer — schwere Fusstritte draussen. — das Geschrille von Pfeifen — Dolores fühlte, wie sich alles um sie drehte und Hess sich in einen Stuhl fallen ... Fortsetzung siehe Autler-Feierabend. bestellten vorberatenden Kommission: F. Aubert, inspecteur des forets, Rolle. B. Bavier, Direktor der Forstwirtschaftlichen Zentralstelle der Schweiz, Solothurn. R. Endtner, Oberingenieur der Oberpostdirektion, Bern. Ing. R. Hohl, Vizedir. der Schweiz. Express A.-G. (Sesa), Zürich. Fr. Hostettler, Vizepräsident des Verbandes Schweiz. Motorlastwagenbesitzer, Bern. J. Käch, Leiter der Preisberichtstelle des Bauernsekretariates, Brugg. Obering. H. Mayer, Motorlastwagenfabrik Ad. Saurer A.-G., Arbon. C.-Jules .Me?evet, President de la Chaznbre syndicale suisse de 1'Automobile, du Cycle et Parties qui s'y rattachent, Geneve. Prof. Dr. Schläpfer, Eidg. Materialprüfungsanstalt an der E. T. H., Abteilung für techn. Chemie und Brennstoffe, Zürich. Ing. E. Thommen, Delegierter des Automobil- Club der, Schweiz, Bern-Genf. Ing. Waetjen, President de j'Union motocycliste, et del6gue du T. C. S., Bäle-Geneve. Die Strasse Im englischen Regierungsprogramm. Man weiss, im letzten englischen Run ist. Baldwin auf der politischen Strecke geblieben. Die bis anhin konservative Mehrheit in England wurde geschlagen, und Lloyd George hat seine Männer im englischen Unterhaus bald einmal gezählt. Der Sieg des Tages fiel dem englischen Arbeiterführer Mac Donald in den Schoss. Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt die gesamte Welt die zukünftige Regierungstätigkeit des Labour- Ministeriums, Wird es ihm möglich sein, zwei grosse für England bedeutungsvolle Probleme zu lösen, dasjenige der Abrüstung und das andere der Arbeitslosen? Ueber die erstere Frage ist hier nicht der Ort, langfädige Betrachtungen zu spinnen. Dagegen interessiert uns die zweite Frage schon wesentlich stärker. Nachdem schon die liberale Partei Englands auf ihrem Wahlprogramm die Frage grosser Strassenbauarbeiten aufgenommen hatte, ist dieser Gedanke nun vom Labour- Kabinett. aufgegriffen worden und hat in der ersten Unterhaus-Sitzung der Lord-Siegel- Bewahrer Thomas, der sich in erster Linie mit der Behandlung des Arbeitslosen-Problems zu befassen hat, zwei grosse Pläne für die Ausführung von Strassenbauarbeiten eingebracht, deren Kosten sich auf 28 Millionen Pfund, bezw. 9,5 Millionen Pfund stellen sollen. Es ist in Aussicht genommen, die in diesen beiden Plänen vorgesehenen umfangreichen Arbeiten sofort in Angriff zu nehmen* Ihre Finanzierung soll mit Hilfe des bereits bestehenden Strassenbaufonds erfolgen, ^ Bezeichnend für die englische Einstellung gegenüber der Wichtigkeit eines ausgebaute!! Strassennetzes ist die Tatsache, dass auch der ehemalige Schatzkanzler Churchill dem Vorschlage Thomas im grossen und ganzen zugestimmt hat. Für den Engländer ist ohne Zweifel die Strasse wiederum zum Hauptverkehrsstrang geworden. Der Engländer, der das Sprichwort «Time is Monney» geprägt hat, will sich den Luxus schlechter Strassen nicht leisten. —t. AUSLAND Strassen und Autos statt Eisenbahnen in China. Angesichts der schwierigen Finanzverhältnisse in China kann ein Bau neuer Eisenbahnlinien vorläufig nicht in Angriff, genommen werden. Die Regierung hat sich entschlossen, die dringendsten Verkehrsverbindungen mit Hilfe von regelmässigen Kraftwagendiensten für Güter- und Personenbeförderung herzustellen. Die Militärverwaltung hat bereits verschiedene Verkehre eingerichtet und ist mit dem weiteren Ausbau des Liniennetzes beschäftigt. Es wird damit gerechnet, dass auch künftig die Erschliessung der weiten Flächen Ostasiens in erster Linie durch die Anlag© von Strassen und die Einsetzung von Kraftwagen durchgeführt wird, weil die hohen Anlagekosten für neue Eisenbahnen — abgesehen von den finanziellen Schwierigkeiten — sich nur für einige durchgehende Strecken dichtesten Verkehrs rentieren. Staubentwicklung. Da auf den liechtensteinischen Landesstrassen lange Jahre ein stark kalkhaltiges Aufschüttungsmaterial verwendet worden ist (erst seit ca. einem halben Jahre 1 durch ein anderes Material ersetzt) und Sprengwagen nicht vorhanden sind, begünstigen die Strassen zurzeit noch, selbst nach ganz kurzer Trockenperiode, eine ausserordentlich starke Staubbildung, welche selbst bei herabgesetztem Tempo der Motorfahrzeuge nicht vermieden werden kann. In den meist vorgartenlosen Ortsstrassen bildet der Staub naturgemäss für die Anwohner eine grosse Belästigung und für die Automobilisten übrigens auch eine Gefahr, insofern bei Begegnung zweier Motorfahrzeuge oft weder der eine noch der andere; Fahrer sehen kann, ob seinem Gegenüber ein anderes Fahrzeug oder Personen unmittelbar folgen. Im eigenen Interesse sowie auch im Interesse der Strassehahwohner empfiehlt es sich daher, die Innerorts-Toleranzgrenzen von 30 km/Std. nicht voll auszunützen, sondern ein massigeres Tempo einzuhalten, ca-r. AUTOMOBIL-REVUE 1929 — 59 Betriebstoffsteuer contra Volumen - Besteuerung. Wir haben seinerzeit" über die deutsche Studieakommission berichtet, welche die Vereinigten Staaten bereiste, um die wirtschaftliche Auswirkung der Benzinsteuer und deren eventuelle Einführung für Deutschland' zu prüfen. Nach dreiwöchentlichem Aufenthalt in Amerika, ist die Kommission wieder zurückgekehrt und arbeitet rnunmehr ihren Schlussbericht aus. Die Delegation ist zur Ueberzeugung gelangt, dass die Brennstoffsteuer, dank ihrer vielseitigen Vorteile, jeder anderen Besteuerungsart-vorzuziehen sei. Die Amerikaner sind durchwegs der Ansicht, die Besteuerung des Brennstoffes biete am ehesten die Gewähr dafür? dass die Fortschritte in der Autoihobilkonstruktion nicht gehemmt.werden. Zudem -wird, der Mo- .torfahrzeugverkehr durch, .diese Steüerform am. wenigsten nachteilig beeinflusst Die Erhebung der Steuer «ntbindet! den Fahrzeugbesitzer von der Erfüllung jeglicher Formalität'und" die Abgabe ist für'ihn auch •am tragbarsten, weil sie nur in kleinen Quoten erhoben wird. Die Ergebnisse der Studienreise sprechen derart für die Aenderung der Besteüerungsform. für Motorfahrzeugbesitzer, dass - angenommen werden kann, dieses amerikanische System bilde bei kommenden Erörterungen über die Revision der Motorfahrzeugbesteuerung das Haupttraktandum. z. Der deutsch© Omnlbusverkehr. Der Betrieb regelmässig befahrener Omnibuslinien hat sich im letzten Jahre weiterhin enorm entwickelt. Das von der Reichspost zusammen mit den städtischen und privaten Omnibusgesellschaften und den sogenannten Kraftverkehrsgesellschaften nach festem Fahrplan bediente Streckennetz erreicht eine Gesamtlänge von über 60,000 km, worauf das bestehende Schienennetz der Reichsbahn um: mehrere Tausend Kilometer Ausdehnung übertroffen wird. Die in zwei Verbänden zusammengeschlossenen gemeinwirtschaftlichen Unternehmen bedienten über 500 Per-; sonen- und 40 Güterlinieri, auf welchen ins-! gesamt 45,5 Millionen Wagenkilometer zurückgelegt wurden, was einer Steigerung der! Betriebsleistung gegenüber 1927 von rund 50 : Prozent entspricht. Die finanziellen Ergebnisse, waren durchwegs zufriedenstellend, indem -die Gesellschaften ihr Aktienkapital grösstenteils mit 6 bis 7 Prozent verzinsen konnten. .. • ; Im laufenden Jahre ist eine besonders aus-: geprägte. Zunähme: der Gesellscftaftsfahrteij! per Omnibus zu registrieren; .an; deren ?Qr- ; ganisation die Reichspost einen regen. Anteil nimmt; So wird sie zusammen mit einem privaten Reisebureau mehrere Autoreisen ins Ausland vorsehen, worunter Touren nach Paris von -neun Tagen, nach Brüssel und Venedig von 17 Tagen usw. Die Fahrpreise sind so gehalten, dass sie sich ungefähr mit den Eisenbahnbillets zweiter Klasse decken, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass die verwendeten modernen Pullman-Autos mit allem modernen Komfort ausgerüstet sind und die Reiseroute eben nach den landschaftlichen Schönheiten der Gegend und nach eigenen Bedürfnissen und nicht nach starren Fahrplänen festgelegt wird. z. Das 24-Stunden-Rennen von Belgien. Am Samstag wurde auf dem Circnit von Spa der traditionell© 24-Stundenpreis des belgischen Automobilclubs gestartet. 14 Marken hatten sich für den Grossen Preis gemeldet: Alfa Romeo, der Titelverteidiger des letzten Jahres, Minerva, Bentley, ein Favorit in den diesjährigen Dauerrennen, Chrysler, Lancia, Bugatti, Scap, Amilcar, B.N.C., Rally, Chenard, Licorne, Auburn und Georges Trat. Nach einem prächtigen Start ging die belgische Marke Minerva in Führung und hielt vier Runden lang-die Spitze. Dann aber arbeitete sich die starke Alfa Romeo- Equipe mit den Fahrern Benoist-Marinoni, Rigal-Zehender nach vorne. Die beiden Alfa Romeo-Fahrer Minoia-Canavesi verloren bei einem Verpflegungsstand 40 Sekunden. Am Ende der ersten Stunde bot das Rennen folgendes Bild: Dock-Kervyn, 110 km; Benoist-Marinoni, 109 Kilometer 280; Rigal-Zehender, 107-km 900;i Iwanowsky-Eyston, 107 km 400 etc. Hasche-Diet mussten aufgeben und Char J Her-Delzaert verloren 50 Minuten an einem Stand mit ihren schlecht funktionierenden Bremsen. Kurz vor der zweiten Stunde überholte Benoist den Minerva und übernahm mit seinem Alfa Romeo das Kommando. Während in der ersten Stunde, trotz der scharfen Zeiten und des erbitterten Ringens; alles glatt ablief, ereignete sich in der zweiten Stunde ein tragischer Unfall, der dem bekannten Fahrer Charlier das Leben kostete. Bei der zweiten Kehre hinter Malmedy schluz sein Wägen gegen die Umzäunung. Charlier wurde kopfüber zu Boden geschleudert und war auf der Stelle tot Zum Un- , glück trug er ausnahmsweise in diesem Rennen keinen Sturzhelm. (Wahrscheinlich wäre dieser Sturz, der ihm nun zum Schicksal geworden ist, mit dem vorgeschriebenen Kopfschutz kaum tödlich verlaufen.) Die Gattin Charliers befand sich während dem Unfall, der sich an derselben Stelle ereignete, wo der englische Motorradfahrer Hollowel vor drei Jahren ums Leben kam, auf den Tribünen. Nach der dritten Stunde führten immer noch Benoist-Marinoni. Hinter ihnen lagen Rigal-Zehender. Es folgten Eyston-Iwanowsky, ebenfalls auf Afla Romeo, Dock-Kervyn etc. Eine Stunde später hatte sich das Spitzenbild nicht geändert. Minoia-Canavesi mussten infolge Kompressor-Panne ihren Wagen von der Bahn nehmen. Der heftige Regen gefährdete das hohe Tempo auf der Bahn ausserordentlich. In der Stavelot-Kurve ging der Minerva-Fahrer Kervyn aus der Bahn und jagte mit Vollgas in eine Gruppe Polizisten, wobei der Marechal Schmitt so schwere Verletzungen erlitt, dass er beim Transport in den Spital starb. Der Wagen setzte das Rennen fort. Kapriolen waren auf der glitschigen Bahn nun an der Tagesordnung, ver- Hefen aber ohne nennenswerte Unfälle. Der Kampf' spitzte sich immer mehr zu einem Duell zwischen den Alfa Romeo-Fahrern zu. Eine Zeitlang führte die Equipe Iwanowsky-Eyston das Feld, dann aber holten Marinoni-Benoist wieder auf, um die ganze Nacht durch bis nachmittags 4 Uhr das Rennen überlegen zu behaupten. Vor dem Einnachten gaben zwei Bugatti-Equipen auf. Die ganze Nacht goss es In Strömen. Der letzte Minerva-Wagen wurde drei Stunden vor Rennabbruch von der Bahn gewiesen, da er bei einer Panne die Hilfe der Zuschauer beansprucht hatte. Als der Grosse Preis von Belgien um 16 Uhr abgeläutet wurde, hatten die Siegel Benoist-Marinoni mit 2433,26 km in 24 Stunden die grösste Distanz zurückgelegt. Eyston- Iwanowsky hatten 2407,05 km erzielt. Der Speziaipreis von Fr. 60,000 wurde eine sichere Beute von Alfa Romeo. Die italienische Marke hat somit das Rennen zum zwei- -ten Mal gewonnen. ; ; Resultate: Klasse über 5000 cem: Kein Sieger, weil die Bedingungen nicht erfüllt (Minimaldistanz). Klasse 3000-^-5000 cem: 1. Chrysler II (Stoffel-Rossi°nol) 2188 km (Stundenmittel 91,19 km); 2. Chrysler I (Devers-Mangin), 2158,2 km; 3. Chrysler III (Homel-Delvoux), 2084,3 km Klasse 2000—3000 cem: 1. Lancia I (Gouvion-Zwahlen) und Lancia II (Thebusson-Georges), -2228,54 km (Stundenmittel 92,85 km); 3. Georges Irat (Gorali-Minsart), 2126,1 km. Klasse 1500—2000 cem : 1. Alfa Romeo I (Benoist-Marinoni), 2433,26 km (grösste Distanz, Stun-^ denmittel 101,38 km; 2. Alfa Romeo III (Rigal-Ze 1 * hender), 2255 km. Klasse 1100—1500 cem: 1. Alfa Romeo (Eyston-Ivanowsky), 2407,05 km (Stundenmittel 100,88 km); 2. Bugatti VII (Evrard-Van Stapel), 1964,85 km. Klasse 750—1100 cem : 1. Arif-s Laly-Duray), 1921 km (Stundenmittel 80,08 km); 2. Amilcar I (Gebrüder Rouleau), 1867,8 km. V. Internationale Alpenfahrt Nach der durch Strassenbauarbeiten bedingten und in unserer letzten Nummer bereits erwähnten Aenderung der Rundstrecke der Alpenfahrt werden sich die einzelnen Etappen wie folgt gestalten : Am ersten Tage von München über Rosenheim, Freilassing, Stainach, Katschberg- Höhe, Hermagor nach Villach. Am zweiten Tage von Villach über Klagenfurt, Tauern-Höhe, Mittersill, Vipiteno, P. die Giovo (2129 m) nach Merano. Am dritten Tage von Merano über Canazei, P. del Pordoi (2242 m), Carbonin, Pieve di Cadore, Agordo, Fiera dt Primiero, Egna, Trento, Tione, Bolzano nach Merano. Am vierten Tage von Merano über Spondigna, Stelvio, Tresenda, Corna, Castro, Introbbio, Bellagio, Erba, Chiasso (Grenze) nach Lugano. * Am fünften Tage von Lugano über Hospenthal, Iselle (Grenze), Ribellasca (Grenze), P. Valmara (Grenze), Borgomanero nach .Como. ~~ Aus Oesterreich kommt die Mitteilung, dass der Oesterreichische Automobil-Club -sich mit der Frage befasst, ob statt des als Prüfstrecke ausgeschalteten Klatschberges die Tauernhöhe in Betracht gezogen werden soll. Die Entscheidung über diese Frage wird in der nächsten Sitzung der Sportkommission, die gelegentlich des «Grossen Preises der Nationen» des Automobil-Clubs von Deutschland in Adenau stattfindet, getroffen werden. In Oesterreich rechnet man mit einer Teilnehmerzahl von ungefähr 15 Wagen, unter denen die Marken Steyr, Austro-Daimler, < Der weg nach Barcelona lockt manchen Schweizer Automobilisten zu einer Kreuz- und Querfahxt . durch die herrlichen Gefilde Spaniens. O. R. Wagners Spanien-Karte mit Führer leistet ihm hierbei die vorzüglichsten Dienste. Preis Fr. 6.—. Verlag der «Automobil-Revue». Bern.

No 59 — Mercedes-Benz, La Salle und Citroen bisher eingetragen sind. Es ist anzunehmen, dass aus dem Lande, in welchem die Alpenfahrten ihren Ursprung genommen haben, noch eine weitere Reihe von Meldungen eingehen wird. Zu den bereits gemeldeten sieben deutschen Fabrikteams werden voraussichtlich noch andere hinzukommen, ebenso haben noch zahlreiche Sportleute die Absicht, sich zur Alpenfahrt in die Meldeliste einzutragen. Fabrikmeldungen liegen deutscherseits bis jetzt von Brennabor, Wanderer, Stoewer, Hansa, ferner von Hanomag, B.M.W. u. Röhr vor. Zu erwarten sind wohl noch die Meldungen von Mercedes-Benz und Adler. Der erste Nennungsschluss mit einfacher Emschreibegebühr läuft Mittwoch den 10. Juli ab. Nennungen sind zu adressieren an den Sitz des A. C. S., 16, Rue du Mont-Blanc, Geneve. Die Gebühr beträgt 20 RM pro Wagren. Nationale Sportkommission des A.C.S. Am letzten Mittwoch, dem Tage des grossen Königrummels, tagte in Bern, unter Vorsitz von Präsident Decrauzat, die nationale Sportkommission. Anwesend waren die Herren Töndury, Lumpert, Geisshüsler, Dr. A. Schmidt, Pierrehumbert, Chantre und Brieger. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand der Entwurf eines modernen Sportreglementes. Dieses Reglement befasst sich unter anderem mit dem Schicksal der Solofahrer. Die Möglichkeit einer Klassierung ist hier gesucht worden. Glücklicherweise werden endlich einmal auch die Roadsters aufs Korn genommen. Bekanntlich haben diese Wagentypen, die eigentlich mit ihren zwei Plätzen bei den Sportwagen zu konkurrieren hätten, jeweilen den Trick benutzt, sich auf die zwei Notsitze im Heck zu berufen und ein luftiges Scheinverdecklein zu spannen, womit sie formell das Recht fanden, bei den Tourenwagen zu starten. Nun sollen inskünftig die Roadsters bei den Tourenwagen fahren dürfen, aber nur unter der Bedingung, dass sie für die für ihre Klasse vorgeschriebene Personenzahl Ballast mit sich führen. Die Preise des Klausens gaben Anlass ziu einem Meinungsaustausch. Das nationale Reglement gestattet die Verabfolgung der vorgesehenen Preise, aber es verbietet den Experten und Amateuren die Annahme derselben, da diese sonst in die Liste der Professionels eingetragen werden müssen. Es wurde beschlossen, den Zentralvorstand um eine Ausnahmebewilligung für internationale Rennen zu ersuchen. Die Kommission foefasste sich schlussendlich mit verschiedenen aktuellen Fragen,, so mit der Bestrafung der Mitglieder, die 1928 an zwei vom A. C. S. nicht autorisierten Rennen teilnahmen (der Bestrafung haben sich alle Mitglieder bis auf zwei unterworfen), des weltern mit einem neuen Startfunktionär, mit der Internationalen Alpenfahrt, einer Kollektiwersicherung für sämtliche sportlichen Veranstaltungen des Jahres (das vorgelegte Projekt wurde von der Kommission abgelehnt) und endlich mit der Feststellung des gegenwärtigen Standes des schweizerischen Championats 1929. Aü VüMüBlL-kÜ v üü Der Nürburgring,. nächsten Sonntag Schauplatz des Grossen Preises der Nationen. Die neu© Rennformel. Das Ergebnis des fünfzehnten Grossen Preises von Frankreich wurde durch die neue internationale Formel nicht sehr wesentlich beeinflusst. Nach den Erfahrungen der Targa Florio von 1925 ist zu vermuten, dass Bugatti ohne diese Formel wahrscheinlich bedeutend schneller als Pneugeot gewesen wäre. Es ist ihm aber ohnehin gelungen, auch diesen Preis zu erringen, gegen den er anfangs, bei Feststellung der internationalen Formel, in schärfster Weise Sturm gelaufen war. Es sei nur noch festgestellt, schreibt der «Sporttelegraph >, dass die neue Formel keine wesentliche Neukonstruktion gebracht hat, wenn man von einer beträchtlichen Verkleinerung des Schwungrads der Motoren, um deren Bremswirkung zu erhöhen, als einer sich kaum einbürgernden Neuerung absieht. Keiner der gestarteten Wagen ist wegen Brennstoffmangels auf der Strecke geblieben, und sogar die beiden Ersten, die sich das ganze Rennen über einen scharfen Kampf lieferten, haben trotz ihres forcierten Fahrens keine Brennstoffschwierigkeiten zu beklagen gehabt. Die neue Formel war mithin nur insofern wirksam, als sich nur Wagen von ungefähr gleicher Leistung am Starte trafen, eine Erscheinung, die zwar sportlich begrüsst werden konnte, die man aber anders bequemer hätte erreichen können und die die neuesten Schöpfungen der Technik (Bugattis Sechzehnzylinder-Wagen) dem Rennen ferngehalten hat. B«h Die Vereinigten Bern-Worb-Bahnen haben nach den Ausführungen ihres Verwaltungsratspräsidenten, Herrn Kammermann.ein gutes Geschäftsjahr hinter sich. Das Betriebsjahr 1928 habe eine Vermehrung der Einnahmen gebracht und zudem Einsparungen in den Betriebsausgaben erzielt Die Fahrkraft, die Personal - Leistungen und der Wagenpark seien klüger ausgenützt -worden. Die Betriebseinnahmen ergaben 788,650 Franken, die Totalausgaben 569,413 Franken, so dass ein Ueberschuss an Einnahmen von 219,413 Franken geeen 193,061 Franken im Vorjahre erzielt werden könnte. Ein Aktivsaldo von 96,167 wird zn einer 3prozentigen Dividende verwendet Nach Ausführungen des Direktors, Herrn Kradolfer, konnte der Vertrag mit der Stadt Bern über die Einfahrt in die Stadt noch nicht erneuert werdea Es wird jedenfalls niemand bestreiten wollen, dass die Einfahrt dieser Bahn, besonders über die Kornhausbrücke, gerade zu Zeiten des Stossverkehrs ein gewaltiges. Hindernis bildet und dass sich demzufolge die Stadtverwaltung ernstlich die Frage vorlegen muss, ob sie bei wachsendem Automobilverkehr die Einfahrt, besonders über die Kornhausbrücke, noch weiterhin gestatten kann, D Rhätlsche Bahn und St. Moritzer Automobilwoche. * (Korr.) Etwas nicht Alltägliches:, der Verwaltungsausschuss der Rhätischen Bahn hat vor einigen Tagen auf Antrag der Direktion beschlossen, an die obgenannte Veranstaltung einen Wanderpreis im Werte von Fr. 2000—2500 zu stiften, dessen Zweckbestimmung näherer Vereinbarung mit dem Rennkomitee vorbehalten bleibt. In dieser, sehr anerkennenswerten und noblen Geste einer grossen Bahnverwaltung kommt das gute und angenehme Verhältnis zum Ausdruck, das sich im Kanton Graubünden zwischen den dortigen Schmalspurbahnen, speziell der 277 km umfassenden Rhätischen Bahn, und den Automobilinteressenten von Anfang an herausgebildet hat Eine gewisse gegenseitige, durch die besonderen- Verhältnisse des Kantons bedingte Rücksichtnahme kommt den Interessenten des Verkehrs auf der einen wie der andern Seite zugute und drückt sich nach mannigfacher Richtung aus. So hat die nämliche Behörde der Rhätischen Bahn kürzlich die Beseitigung -der beiden Niveau-Uebengänge bei Landquart mittelst Unterführung beschlossen, und ein gleiches ist auch an anderen Stellen des Bahnnetzes geplant. Da auch die S. B. B. die Erstellung einer Unterführung bei der Niveau-Kreuzung der Strasse bei der Tardisbrücke beschlossen hat — mit allen diesen Arbeiten in Landquart soll nächster Tage begonnen werden — bietet sich die Möglichkeit, von der Kantonsgrenze bei Maienfeld und Mastrils aus via Chur—Lenzerheide—Julier per Automobil das Engadin zu erreichen, ohne auf dieser langen Strecke eine einzige Bahnschiene kreuzen zu müssen, Ve-k^h» Trinkgelder der Hotelconcierge. Man schreibt uns: Viele haben mit grösstem Interesse diesen Artikel in den Spalten Ihres geschätzten Blattes (Nr. 55 vom 25. Juni 1929) gelesen, und ich kann es nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, dass die von Herrn Bundespräsident Haab vorgebrachten Argumente hinsichtlich der «Schmierung der Hotelconcierge» in dem Sinne sehr deprimierten, dass er nicht ein Wort des Bedauerns fand, dass die Postbehörden Umstände halber zu diesem Vorgehen, das von der schweizerischen Oeffentliohkeit mit Recht als unmoralisches Geschäftsgebaren bezeichnet wird, gezwungen waren. « Wer seit Jahrzehnten in einem grösseren Transportbetrieib in einer der grössten Schweizerstädte tätig ist, kann einen Einblick in diese Verhältnisse gewinnen, die als ein ganz schwarzer Fleck in unserem Wirtschaftsleben bezeichnet werden dürfen. Es werden an Lieferanten und Transportunternehmer von Seiten der Concierge (vielfach auch noch von anderem Hotelpersonal) teilweise Verlangen gestellt, die einem reellen Geschäftsgebaren direkt widersprechen; man geht sogar soweit, dass einzelne Hotelinhaber ihre Kundschaft an den Meistbietenden direkt verkaufen. Wohin führen solche Zustände ? Zu einem vollständigen Verfall der moralischen Geschäftssitten. Ein behördliches Verbot der Provisionsabgabe existiert in der Schweiz noch nicht; die Frage ist aber heute akut, ob nicht die Notwendigkeit eines Verbotes angebracht wäre. Es ist ein schlechtes Zeichen unserer heutigen Zeit, dass fast auf allen Gebieten behördliches Einschreiten verlangt werden muss, um das Wirtschaftsleben noch auf einer einigermassen reellen Grundlage 'halten zu können. A.M. Anmerkung der Redaktion: Wir verweisen noch auf die postalische Vernehmlassung in Nr. 58 der A.-R. Schweizerische Zollämter. Es dürfte wohl für die Autotouristen von Interesse sein, über diejenigen schweizerischen Grenzzollämter orientiert zu sein, welche die zollamtliche Abfertigung von Automobilen vornehmen: Grenze Schweiz-Deutschland t Basel-Freiburger-* strasse, Riehen-Weilstrasse, Riehen-Inzlingerstrasse, Bettingen, Basel-Grenzacherstrasse, Säckingerbrücke, Rheinfelden, Laufenburg, Schwaderloch» Klemme, Jüppen, Koblenz, Zurzach-Burg, Zurzach- Barz, Kaierstuhl, Rheinsfelden, Osterfingen, WiW chingen, Wunderklingen, Hausen - Unterhallau». Schieitheim, Begangen, Wasterkingen, Wil-Grenze, Buchenloo, Diessenhofen, Dörflingen, Buch-Dorf* Buch-Grenze, Ramsen-Grenze, Stein a. Rh., Barz» heim, Thayngen, Bibern, Höfen, Altorf, Opfertsho» fen, Kreuzlingen-Seestrasse, Emmishofen, Täger* wilen. Grenze Schweiz-Oesterreich: Rheineck-St. Mar* gretenstrasse, Monstein-Au, Au-Oberfahr, Widnan* Schmitter, Kriessern, Montlingen, • Oberriet, Büchel» Ruggel-Strasse, Hinter-Schellenberj, Binsen, Schaanwald, Steg, Martinsbruck. Grenze Schweiz-Italien : Münster i. M., Sta. Ma-* ria i. M., Campocologno, Castasegna, Splügen, Ma- ?lio di Colla, Ponte Tresa, Ponte Cremenaga, Fornasette, Termine-Cassinone, Termine-Paese, Astano* Ghiasso-Strada, Bruzella, San Simone, Pedrinate, Novezzano, Brusata, Stabio-Confine, Stabio-Paese, Ligornetto San Pietro, Besazio, Arzo, Madonna di Pente, Spruga, Dirine'lla, Camedo, Gondo, Bourg» St. Pierre. Grenze Schweiz-Frankreich: St. Gingolph, Chätelard, Hermanee, Moillesullaz, Pierre-ä-Bochet* Anieres, Veigy, Chevran, La Renfile, Cornieres, Thonex, Veyrier, Perly, Certoux, Croix-de-Rozon, Bardonnex, Soral, Dardagny, ChouUly, Matagnin« Ghancy, La Plaine-Route, Meyrin, Vireloup, Bossy, Chavannes, Sauverny, La Rippe, La Cure, Vallorbe, Charbonniere, L'Auberson, Col des Roches, Brenets, Biaufonds, La Goule, Goumois, Reclere, Damvant, Grandefontaine, Fahy, Bure, Boncourt, Lugnez, Beurnevesin, Vendllncourt, Miöcourt, Charmoille, Lucelle, Roggenburg-Neumühle, Roggenburg-Säjemühle, Burg, Rodersdorf, Flug, Benken, Basel« Kleinhüningen, Basel - Liesbüchel, Schönenbuch, Allschwil, Basel-Hegenheimerstrasse, Basel-Burgfelderstrasse, Basel-Hüningerstrasse. & Bussenwesen. Es gibt Gemeinden, die das Busseneintreiben nicht lassen können. So di« Gemeinde Schübelbach, die letzthin einen An. tomobilisten mit 22 Fr. schröpfte, da er aus« serorts mit einem Tempo von 60 km gefahren sei. 0 Ueber die Einführung von Autobuskursen ztu direkten Verbindung des südlichen und westlichen Teiles des Kirchenfeld- und Brunnadernquartiers mit dem Stadtzentrum in Bern, vorerst morgens, mittags, nachmittags und abends, wurde in der letzten Sitzung des Berner Stadtrates von freisinniger Seite eine Motion eingebracht. In der gleichen Sitzung interpellierte der Sozialist Meer den Gemeinderat über die schlechten. Wegverhältnisse an der Verbindunjsstrasse Tiefenaustrasse bis zur neuen Brücke in der Felsenau* Die gesundheitsschädigenden Staubverhältnisse verlangen hier eine sofortige Strassenkorrektion. ry« Bei Nichterhalt einer Nummer wollen Sie beim znstindigen Posfbureao reklamieren. Dort sollen Sie als Abonnent xnr regclmässigen Bedienung eingetragen sein* Expedition Automobil-Revue. Eine Farienfour durch den Schwarzwald bietel erstaunlich viel an unberührter landschaftlicher Schönheit und frohen Erlebnissen. Die Vorbereitung einer solchen Fahrt geschieht am besten mit O. R. Wagners neu erschienener Schwarzwald- Karte. Preis Fr. 4.—. Verlag der «Automobil- Revue». Bern. ist der repräsentative W%en Europas. Seihe Karosserie - bequem und elegant - gibt ihm die eigenartige Note, der er - neben technischer Reife - den vorzüglichen, internationalen Ruf verdankt