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E_1929_Zeitung_Nr.059

E_1929_Zeitung_Nr.059

•Ein Menschenherz ist

•Ein Menschenherz ist stärker-als Stahl. Stählerne Herzen sind wie Maschinen. Maschinen sind Leben von unserem Leben, Geist von unserem Geist. «Verwandte sind sich .alle starken Seelen... > Noch ehe die Sonne erwachte, stand « Heinz *, der grosse Achtsitzer, vor meiner Tür, ; spielend geäugelt, gelenkig, ausgeruht,. mit der versammelten Kraft von 120 Pferden. Seine glitzernden Augen, mit silbrigen Netzhäuten, weiteten sich zur Ferne, kündeten einen machtvollen Körper, bereit 1 , seihe Kräfte zu verschleudern. Wie ein Mensch stand er da, der, aus dem Abgrunde des Tiefschlafes erwachend, erfrischt und gestärkt, gewillt ist, Spannkraft und Drang seiner Seele in den Stahl der Sehnen und Muskeln zu verlegen, seine Glut in die Luft zu puffen... Um halb vier Uhr früh verliessen wir lautlos den Asphalt Zürichs und zogen auf leise rauschenden Rädern durch den Silberdunst des Zürichsees am rechten tUfer entlang und wechselten nach einer halbstündigen erfrischenden Fahrt bei Rapperswil daa Seeufer, griffen in das Glarnerland hinein und erkletterten den Kerenzerberg, « Heinz > neugierig die Nase voran, bei jeder Kurve. Unter den Churfirsten, schwer eingebettet, lag der Walensee wie blaues Metall in einem Schmelztiegel. In der Allee von Ragaz kamen uns bereits die Frühaufsteher unter den Kurgästen entgegen. Bei Landquart schwenkten wir in den schluchtartigen Passweg ein, Richtung Davos, erstiegen Schiers, überholten Klosters und gingen mit kühnen Wendungen den Bandweg nach Davos hinauf, erreichten Davos- Platz um halb 7 Uhr morgens und unterbrachen die Fahrt eine halbe Stunde, weil es Zeit war, den durch die Frühfahrt erweckten Heisshunger durch ein kurzes Frühstück zu stillen. Dann setzten wir unser Maschinentier auf den Flüelapass. In den Alpenrosenfeldern seiner Höhe «— ©in Bild, wie von Johanna Spyri gezeichnet: Städtischer Besuch in einer Alphütte. Der Alm- Oehi mit dem « Heidi» winkte aus der Tür. Der Geissenpeter schwang seine lange Rute über dem Schneehöppli und dem Türk und. empfing mit freundlichen Zurufen das Schwänli und das Bärli. Heidi hinab ins Engadin nach Süs und Zernez! Um 10 Uhr griffen wir den Ofenpass an, durchflogen die romantischen Reservationen des schweizerischen Nationalparkes — ein Habicht stiess vor uns auf einen Junghasen — und um 11 Uhr lenkten wir in der Talsohle von Santa Maria zum Tourismus Fünf Hochpässe an einem Tag Von Carl Friedrich Wienand. Umbrailpass hinüber, schraubten uns über die Baum- und Pflanzengrenze in die kahlen Schuttund Karren gebiete der Passhöhe hinein, erledigten beim italienischen Grenzsoldaten schnell die Zoll- «Egelegenheiten und hielten um halb 2 Uhr in der «cfcarfen Luft der Schneeregion, auf 2760 Meter über Meer, vor dem Passhoteli des Stilfserjochs, umringt von rotbraunen italienischen Grenzsoldaten und Offizieren, die, von einer Skiabfahrt aus dem Ortlergebiet heimkehrend, mit uns das Hotel betraten. Dutzende von Autos standen parkiert um das Berghaus herum. « Heinz » hatte alle Schwierigkeiten der heroischen Fahrt bezwungen, lachte aus lichten Augen, herrlich wie am Morgen, kühlte sich, ohne Herzklopfen, in dem Höhensturm, der über den Passweg schnitt, während seine Genossen aus allen Nüstern dampften und von der Anstrengung noch' ächzten. Drunten im Tal brannte eine Hitze von über 30 Grad Celsius. Hier oben traten wir in die angenehm geheizten Säle des Berghotels und speisten, inmitten der turbulent sich gebärdenden Italiener, einfach und gut zu Mittag. Die aus der Schweiz stammenden Bedienerinnen retteten sich mit Liebenswürdigkeit aus der Attake der Italiener, aus einem Kreuz- und Wirbelfeuer von Spässen, Gelächter, Tanz und Gesang. Gewappnet mit Vorsicht und Ruhe stiegen wir darauf, Schritt für Schritt, die ungezählten Haarnadelkehren des Stilfserjochs hinab, zügelten in jeder der engen Kurven unser Maschinentier einen halben Schritt vor dem sturzsteilen Hange, bis die geschickte Wende vollbracht war. Spannungsempfindungen schnürten mich wiederholt, stärker als ich sie bei den Wagestücken eines Alpenfluges in einem Leichtflugzeug erlebte, der mich auf über 6000 Meter in die Höhe führte. Dann kam die gestreckte Bahn; im Aufatmen sausten wir an den Ortlergletschern vorüber, durch Trafoi hindurch, in den schäumend fruchtbaren Vintschgau hinein, dessen gutdeutsche Namen sämtlich verwelscht sind, und gelangten in webernder Hitze um 4 Uhr nach Meran. Nach einstündigem Aufenthalt brachen wir nach Bozen auf, und während ein unvergesslicher Sonnenabschied im Osten den Rosengarten Laurins in Purpur tauchte, setzten wir zum letzten Sprung auf den Mendelpass an. Eine wundervoll angelegte Autostrasse, breit und wohlig. Durch würzige Waldstrassen stiegen wir in die Höhe der Felsenwege hinein, und um 8 Uhr abends stand « Heinz » mit glitzernden Augen, die Sonne und Eiswind auf meilenweiten Bergstrassen eingesogen hatten, nach der siegreichen Ueberwindung von einem halben Tausend Passkurven vor dem Grand Hotel des Mendelpasses. « Heinz» atmete aus allen Gliedern die Wärme seiner Anstrengung. Ein Sturzbad erfrischte ihm Brust und Gelenke, und er versank in den Tielschlaf des Ueberwinders. Maschinen sind Leben von unserem Leben, Sie fühlen im Innern, sie schaffen und denken. Vom Geist, den ihnen der Mensch gegeben. Sind sie beseelt in allen Gelenken. Sind rassige Renner. Aus allen Poren Siehst du Verlust ihres Lebens tropfen. f Du hörst in ihren heissen Motoren Den heissen Schlag ihres Herzens klopfen* Sie sind unterjocht, in Stahl und Eisen, Entfesselt, wie freiheitsdurstende Sklaven ... Doch lasst eure Renner nach jauchzenden Reisen Zur Nachtzeit ruhen, verkühlen und schlafen.,. AUTOMOBIL-REVUE 1929 — 50 Appenzellerland und Toggenburg In der letzten Stunde der Schöpiungswoohe — erzählt die Sage — soll der liebe Qott das Appenzellerland erschaffen haben. Er schüttelte den Sack, darinnen er die Häuschen und Menschen trug, über dem Lätidchen noch hurtig aus, mit der Absicht, sie dann in der Sonntagmorgenfrühe zu ordnen. Als er aber am Sonntag zum Himmelfenster hinausschaute und sein Werk betrachtete, da fand er es ganz lustig und malerisch. Darum Hess er darnach die Häuschen stehen, wo sie hingefallen waren. Diese hübsche Sage vermittelt ein treffliches Bild von der Besiedelungsart im Appenzellerländchen. Man sieht in Gedanken (das Gelände mit seinen unzähligen verstreuten Häuschen, in deren Mauern der lärmmüde Stadtmensch findet was er sucht: Ruhe, Behaglichkeit und urwüchsigen Humor. Also verbringen wir Weekend einmal im toggenburg-appenzellischen Bergländchen, das wie eine Insel im Strome des Reiseverkehrs daliegt. Bei der Strassengabelung südlich von Wil biegt unsere Route direkt ins Tal der Thur ein und führt über das hübsche Industriestädtchen Lichtensteig mit seinen anmutigen Laubengängen dem stattlichen Dorfe Wattwil zu. Auserhalb des Friedhofes, in östlicher Richtung, windet sich die Strasse in Kehren und Krümmungen über Krummbach (900 m), Heiterswil und Oberschlatt den sonnigen Bergrücken von Hemberg hinan. Die landschaftlich überaus abwechslungsreiche und lohnende Szenerie über die sogenannte Landscheide wird weiter oben abgelöst durch das herrliche Säntispanorama der Satlediegg. In geruhsamer Fahrt geht es der Talsohle zu, wo, direkt zu Fassen des Säntis, der Luftkurort Urnäsch liegt. Die letzte Etappe über Jakobsbad und Gontenbad nach dem Kantonshauptort der Appenzeller Iässt das Auge keinen Augenblick mehr ruhen. Links und rechts der Fahrstrasse beschauliche, ruhige Weglein, die an Hängen und Hägen, mitunter auch über Tobel, hinschlendern und sich manchmal im üppigen Graswuchs schier verlieren. Und inmitten dieses Wies- und Weidenlandes steht das Appenzellerhaus. Was man anderwärts erst vor zwei und drei Jahrzehnten gemerkt hat, nämlich, dass Licht und Sonn© ein unschätzbares Gut seien, das haben die Appenzeller immer gewusst und darnach gebaut, Die Giebelfront ihrer Häuser mit vielen Fenstern wendet sich breit der Sonnseite zu, indes der First des angebauten Stalles senkrecht daran stösst. Fast jedes zweite Haus, hat unten seinen Webkeller, wo zur rauhen; Jahreszeit fleissig gewoben wird, mag es auch nur kargen Verdienst eintragen. Wenig ist besser als nichts, denkt der AppenzellerJ und diese Ueberlegung hat allezeit ihre Ber rechtigung gehabt. j Appenzell, das an Sehenswürdigkeiten überaus reich ist, bietet bequeme Unterkunft für Wagen und Insassen. Eine recht lohnende Variante ist aber auch der Abstecher nach dem Weissbad im Talkessel des Säntis, Altmann und Hohen Kastens. Auch hier Iässt sich gut rasten und schlafen, so dass in der Morgenfrühe des Sonntags die Route übet Gais, Taufen nach Trogen an Wiesen und Tobein vorbei mit frischem Geiste fortgesetzt werden kann. Ein kleiner Abstecher nach Speicher und Vögelinsegg, wo die Appenzeller anno 1403 das Joch unerträglicher Fremdherrschaft unter Mithilfe der befreundeten Schwyzer abgeschüttelt hatten, ist der wundervollen Aussicht wegen wohl zu empfeh* len. Von Trogen führt eine etwa fünf Kilometer lange, mittlere Fahrstrasse nach dem bekannten Appenzeller Kurort Heiden, das im Frühjahr und Sommer zahlreiche Gäste beherbergt. Von Heiden neigt sich die Route dem Rheintal zu. Es steht aber immer noch genügend Zeit zur Verfügung, um bei Wolf« halden rechter Hand abzubiegen und den* prächtig gelegenen Walzenhausen, in Autler-j kreisen durch das alljährliche Bergrenneiij Rheineck-Walzenhausen bekannt, einen Be-j such abzustatten. Von der Terrasse des Kur-i hauses aus geniesst man einen wundervollen Ausblick auf den Bodensee und die Vorarl*, berge. Rückfahrt über St. Mangrethen, Altstätten,, Linz und Sennwald am Ostfusse des Hohen Kastens entlang nach Haag, wo die gute und. landschaftlich ungemein fesselnde Hauptroute nach dem Obertoggenburg einbiegt. In Wildhaus erreicht die zwischen AÜtmann und Churfirsten gelegene Talsohle wiederum ein© Höhe von etwas über 1000 m, führt kurz van Lisighaus, am vielbesuchten Geburtsort des Reformators Ulrich Zwingli vorbei, nach Unterwasser. Von allen Seiten strömen hfen die Quellwasser der Thur zusammen, den wir talwärts folgen bis Alt St. Johann. Ueber Nesslau, Krummenau und Ebnat-Kappel geht Die Wirtschaftlichkeit des Continental-Reifens wird durch die hohen Dauerleistungen bewiesen, die er heute auf Strassen jeglicher Art erzielt. Kein anderes Fabrikat der Welt übertrifft ihn an Haltbarkeit. CONTINENTAL-REIFEN FAHREN BEDEUTET ZEIT UND GELD SPAREN. 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N5 59 — 1929 die prächtige Fahrt an unzähligen Tobein vor- •bei zurück nach Lichtensteig und ins Untertoggenburg. Jene Fahrer, denen das NaturgeiüM nicht erst bei 2000 m und darüber aufgeht, werden durch eine Sonntagsfahrt ins Appenzellerländchen um unvergessliche Landschaftsbilder bereichert. Dazu kommt der eigen- 'artige Volkscharakter, der sich durch Schlagfertigkeit und Witz auszeichnet. Wo man anderwärts nach dem Stock und Kieselstein greift, um etwa die Begegnung mit einer unfreiwilligen Staubwolke heimzuzahlen, da greift der Appenzeller zum Witz. Der Erfolg ist sicherer. Der Witz ist sogar ein gutes Allheilmittel der Neugierde. Das mussten jene Gwundrigen erfahren, die gar gerne gewusst hätten, was der arm© Teufel verübt hat, den der Landjäger gerade dem Posten •zuführt: «Er hed halt letschte Sontig falsch gsunge i de Cherohe», versetzte der Mann des Gesetzes. -o- Weekend im Oberwallis Wer sich nicht dem Samstagtrubel der Städte aussetzen will, lässt natürlich den Motor schon an einem schönen Freitagabend anspringen und fährt ruhig und sicher in die abendliche Kühle hinaus den Bergen zu. Schon röten sich die Firne •des Jungfraumassives und über den Oberländerseen liegt sanfte Abendstimmung, sobald man, ob von Thun her über Interlaken, oder über den Brünig eintauchend, Meirin?en erreicht hat. Hier wie in Innertkirchen oder Brienz lohnt sich ein zünftiger Halt, denn hier gibt es Herberge für Wagen und Insassen. Sofern die Stunde nicht zu vorgerückt ist, empfiehlt es sich auch, nach Brienz die neue Fahrstrasse einzuschlagen und den schönen Giessbachfällen zuzusteuern, wo nicht nur für rauschende Abendkühle und behagliche Gastlichkeit, sondern auch für geräumige Boxen gesorgt ist. Jetzt hebt das Pläneschmieden an und zwischen Consomme und Dessert hat man sich entschlossen, den kommenden Tag recht voll auszunützen. Unter dem Rauschen der Wasserfälle lässt sich zehnmal besser schlafen als in den heissen Mauern der Stadt, und darum fällt es nicht schwer, den •Motor am anderen Morgen anzudrehen, noch bevor die Sonne die Bergkanten und Flühe abgetastet -hat. Schon.zieht der Wagen, dass es eine Freude ist, und im Nu stoppen wir vor dem Eingang zur Aareschlucht. Innertkirchen lädt noch zu einer kurzen Rast im freundlichen Dorfe ein. Guttannen, das seit Beginn des Fremdenverkehrs die tüchtig- .sten . Bergführer liefert, liegt schon auf halber Strecke des Haslitales. Es folgt eine etwa einen Kilometer lange, weniger steile Route. Aber bei der Verengerung des Tales steigt die Strasse neuerdings durch die Felsenschlucht zur Tschingelund Schwarzbrunnenbrücke hinauf. Die stäubenden Wasserfälle werden immer häufiger. Der fichten- ' bewachsene- Querriegel des- mächtigen 'Handeggfalles wird in drei grossen Kehren umfahren, und ehe man sich's versieht, ist die Höhe 1380 mit dem gastlichen Handegg-Hotel erreicht. Die neue Talstufe, der Hellmadboden, dehnt sich fast einen Kilometer aus. Die Tannen verschwinden allmählich und werden von Legföhren und Krüppelbirken abgelöst. Nach der grossen Kehre zum Rötherichsboden, hart an der Aareschlucht hinauf, nährt der magere Boden nur noch Moose und Alpenrosen. Mächtig tost der Fluss in der Tiefe. Die Strasse musste hier oft senkrecht in die Felsen eingehauen werden. Mit Hilfsmitteln vergangener Zeiten wäre das wohl kaum möglich gewesen. Noch eine Kehre, und wir stehen vor dem Hospiz (1875 Meter 27,1 Kilometer) am Anfang des Grimselsees. Der Grimselgrund, .wie dieser öde Bergkessel genannt wird, '^ist ein Chaos von Felsblöcken, fast ohne Vegetation. Das alte Wirtschaftsgebäude ist heute Eigentum der Bernischen Kraftwerke, welche hier wie am Gelmersee mächtige Stauwerke angelegt haben, die als wahre Wunder der Technik angesprochen werden können. Beide Talsperren haben trotz der Strenge dieses Winters keinen Schaden genommen. Die Betonierungsarbeiten konnten daher schon Ende Mai wieder fortgesetzt werden. Die Stauung des Gelmersees ist schon so weit im Gange, dass das Oberhasliwerk bereits Mitte Sommer Energie abgeben kann. In sechs steilen Kehren windet sich von hier die Strasse zum Teil in neuer Anlage zur GrimseJpasshöhe hinauf, wo die herrliche Aussicht auf die Walliser Alpen das Auge gefangen nimmt und zur Rast einladet. Noch überwältigender ist die Aussicht an der botanisch berühmten Maienwand, die in mehreren steüen Kehren nach Gletsch hinunter leitet. Schon etwas unterhalb der Passhöhe führt die Route so nahe zum Rhonegletscher, dasa ihn der Strassendamm einmal unmittelbar berührt, was auf allen schweizerischen Alpenstrassen ohne Beispiel bleibt. Hier steht das Hotel Belvädere, das seinen Namen mit Recht führt. Das Dorf Gletsch in der Talsohle ist einer der beliebtesten Touristenorte. Hier erbauten zwei Oberwalliser vor fast 100 Jahren ein kleines Wirtshaus «Zum Rhonegletscher >, um das sich im Laufe der Zeit ein ganzes Dorf bildete. Drei nahe beim Hotel sprudelnde warme Quellen, um die es selbst im Winter grünt, gelten als Ursprung der Rhone. Die Talsohle des Oberwallis, das Paradis • der höchsten Fels- und Eisgipfel, ist erreicht. In beschaulichem und ruhigem Tempo steuert der Wagen durch das Sagenreiche Gomsertäl hinab, vorbei am Lawinensturz von Oberwald, durch die lieblich gelegenen Dörfer Ulrichen, Münster und Reckingen mit ihren eigenartigen Kirchen im gotischen Süle nach dem immer noch 1077 Meter hoch gelegenen Fiesch. Es ist auch hier wie anderwärts so, dass .vieles vom Schönsten abseits liegt. Also entschliesst man sich einmal, den Wagen einzustellen und' einen Abstecher auf einen der herrlichsten Aussichtspunkte des Oberwallis zu machen. Den Knochen tut das auch wohl und wer keine geeigneten Schuhe hat, dem stehen sogar Reittiere zur Verfügung. Von Fiesch aus geht es gleich rechts bergan, meist durch den Wald in bequemem Zickzackwej zur Fiescheralp hinauf, dann über Matten zum 2193 Meter hoch gelegenen Eggishornhotel hinauf; Für diese Tour muss man etwa 3% Stunden rechf nen, Rast mitinbegriffen. Die, Aussicht von hier auf die Walliser Alperi ist unvergleichlich schön,, und ?»•••»#*t»«ftt»»t< «• •»••»•«< ÄUTOMOBIL-REVUE wer es sich leisten kann, bei schönem Wetter Grenzpassierscheinheft...unnötig..macht, und!i seinem Walliser Weekend einen Tag beizufügen, die für einen fünftägigen Aufenthalt in einer» der lasse es sich nicht entgehen, das Eggishorn mit seinem weltberühmten Gletscherpanorama (Aletschgletscher und Jungfraumassiv) zu? besteigen. Sogar ermächtigt, wird nun inskünftig gegen Be- Rayon von 350 km vom Einreisezollamt art schlechte Bergsteiger erfreuen sich hier aller Bequemlichkeiten. Vom Hotel aus gelangt man auch abgegeben. Und zwar ist nun die Abgabe* zahlung der herabgesetzten Gebühr von L. 20 zum sagenhaften Märjelensee, dessen Eisblöcke bei Sonnenschein alle Farben wiederspiegeln. neuerdings auf folgende italienischen Zoll* Für die Rückfahrt am ; Sonntag oder Montag ämter erweitert worden : Grimaldi, Chiasso,. wählen wir die Route Brig, Sitten, Aigle, Col de Piena, S. Dalmazzo di Tenda, Molaretto^ Pillon. Zwar birgt das Unterwallis so viele Kleinijkeiten von europäischem Ruf, die alle im CH-Toü- mara, Villa di Chiavenna, Brenner, Tarvis undi Kleiner St. Bernhard, Iselle, Piaffio di Val-^ ling-Führer verzeichnet sind, zu weiteren Abstechern verlocken, dass es das Herz kaum über sich Postumia. Die Abgabe der Karten erfolgt! bringt, sie für heute liegen zu lassen. Der Sommer auch durch die neugeschaffenen Auskunfts-4 ist indessen lang und wir nehmen uns vor, dem stellen des Italienischen Automobilklubs ans ersten Abstecher im Oberwallis gleich einen zweiten den Grenzorten und durch eine Anzahl v aus-i und dritten ins Unterwallis folgen zu lassen. ländischer Automobil-Clubs- (in der Schweiz! An der malerisch gelegenen Hauptstadt Sitten vorbei führt nun die Route über meist schnurgerade durch die Touristikbureaux des A. C.S...yorffl Strecken nach Martigny-Ville, dem Ausgangspunkt Chiasso, Lugano, Luzern, Zürich, Sitten und3 des Grossen St. Bernhard. Hier biegt sie stark Lausanne). « nördlich über St. Maurice, den bekannten Badeort Bex, nach dem rebenumsponnenen Waadtländer Bezüglich des Vortrittsrechtes bei. Sfrässenkreuzungen ist nun nenerdings für Italien! Städtchen Aigle ab. Von da beginnt nun gleichsam als glanzvoller bestimmt worden, dass überall das voitj Abschluss der Walliserfahrt, noch eine der schönsten Automobilstrecken der Schweiz über Diablerets, rechts kommende Fahrzeug den Vortritt hatj den Col du Pillon nach den beliebten Sommer- und Bei Niveauübergängen hat inskünftig deu Winterkurorten Gsteig und, Gstaad im Berner Fahrer sein Fahrzeug nicht mehr anzuhalten^ Oberland. Ueber die Saanen-Möser erreichen wir sondern die betreffende Vorschrift lautet nun* schliesslich das Nieder-Simmental und den Thunerseenähern an einen unbewachten Niveaufiber* neu: Jedes Motorfahrzeug hat beim An- Die Hotels sind fast durchwegs anf massige Schweizerpreise eingestellt. Wenn man für das gang seine Geschwindigkeit zu verringern. • Zimmer 5 ' bis 7 Franken rechnet, für Frühstück Um den einreisenden Automobilisten den 2 und für das Abendessen 5 einsetzt, so kommt man mit rund 30 Franken zu einem schönen Weekend-Arrangement, das nur noch mit dem Mittagmobil-Club von Italien die Errichtung von Grenzübertritt zu erleichtern, hat der Äutoessen nnd sonstigen Nebenspesen zu belasten ist. Auskunftsstellen bei den Grenzzollämtern Lo. ins Auge gefasst, und zwar sind soU ehe heute bei den Zollämtern von Chiasso, Iselle, Postumia und Mölaretto in Betrieb. Andere werden in den nächstem Monaten noch folgen. Der Auskünfte- und Hilfsdienst durch diese Stellen ist vollkommen gratis für alle Automobilisten. Die Annahme von Trinkgeldern durch die ßearnten-dieser Auskunftsstellen 1 ., ist strikte ver-, boten. Diese Stellen geben auch Karten ahd? Führer, sowie Itineraires ab, sowie änderet Verkehr mit Italien. Im Automobilverkehr mit Italien haben sich verschiedene Aenderungen bestehender Vorschriften eingestellt, welche den nach dem Süden fahrenden Autotouristen besonders zur Beachtung anempfohlen .werden müssen. Nach den neuen Vorschriften haben auch die Angehörigen von Deutschland, Argentinien, Brasilien, Chile, U.S.A., Ungarn und Lettland kein italienisches Visa auf ihren Reisepässen mehr nötig. Der internationale Fahrausweis kann in Italien bei den Auskunftsstellen des Italienischen Automobil- Clubs gegen eine Gebühr von L. 6 (man vergleiche damit die übersetzten, hohen schweizerischen Gebühren) gegen Einreichung eines auf Stempelpapier geschriebenen Gesuches und unter, Vorweisung der Verkehrsund Führerbewilligung und zweier Photographieh bezogen werden. Di© letztes Jahr neu geschaffene provisorische Einrelsekärte, welche Triptyks fesp. Veröffentlichungen des Italienischen .Auto-! mobil-Clubs. Ausserdem werden Zusammen- Stellungen aller für Italien wichtigen .Verkehrsvorschriften an die einreisenden fremden Automobilisten abgegeben. .s. Der Zauber des Südens nimmt manchen fefan gen, der dieses Jahr eine schöne Spanienreiie intreten kann. Wer 8ein Reiseprogramm mit Mnlse zusammenstellen, sich über die interestantesten Touren, schönsten Gebiete' nnd sehenswertesten. Städte nnterrichten will; bestelle sofort O. R.' Wagners Spanienkare mit-Führer. Preis 6 Ft. V öer -Äutömöbil-Rerne, Bern. r - r=v. •••;•» Leconfortde laConduiteinterieure, les avantages du Torpedo dans une merrte voiture sont actuellement röunis par une voiture k TOIT OUVRABLE. Simple et rapide. Etancheite absolue. Ligne. Teiles sont les qualites qu'apporte le €TOIT OUVRABLE,. Adaptation en quelquesjours 6urtoute voiture condulte Interieure dans nos ateliers de Zürich, Geneve, Colmär. •^^1 W^^—^fc. .4k ^m H IBklB I C H . 6 E N fabrik, AUTER BACJiMANNäC 1 ! 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