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E_1929_Zeitung_Nr.067

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T«>«C. Ss» Frage

T«>«C. Ss» Frage 7305. Automobilschläuche als Scliwimmgürtel. Des Schwimmens unkundige Kinder sieht man heutzutage vielfach Automobilschläuche zur Erleichterung des Schwimmens verwenden. Sind aber geflickte Schläuche seetüchtig? A. B. in 2. Antwort- Ein Sportfachmann teilt dazu mit, dass sich Schläuche erfahrungsgemäss nur dann eignen, wenn sie keine Flickstellen aufweisen. Sonnenwärme vermag die Flicke aufzulösen, wobei natürlich die Luft entweicht und ein Schwimmunkundiger in Gefahr kommt. Da nun aber die Schläuche nicht nur, wie in diesem Falle, mit Gummilösung geflickt werden, sondern z. B. vulkanisiert werden, ist es wichtig, in Erfahrung zu bringen, wie sich vulkanisierte Flicke im Wasser und an der Sonne halten. Vielleicht kann ein Leser für den Sprecheaal seine Erfahrungen mitteilen. Gerade jetzt in den warmen Tagen können solche Experimente mit Schläuchen am ehesten gemacht werden. Frage 7306. Komfort fü die Insassen. Ist es nicht möglich, zur Erhöhung der Bequemlichkeit der Insassen, die Sitze des Wagens nicht nur mit gefederten Polstern, sondern auch im unteren Teil mit Federn zu versehen, damit die Schwankungen, die ein Wagen trotz der Federung noch macht, für den Insassen kaum mehr fühlbar sind? G. L. in Z. Ein Sitz mit gefedertem Rateien. Antwort: Es sind tatsächlich schon Versuche in dieser Richtung unternommen worden. Unsere Abbildung führt Ihnen beispielsweise einen derartigen Sitz vor, der auf einen Spezialrahmen montiert ist. Der Rahmen ruht auf Blattfedern und ist ferner noch mit Stossdämpfern ausgerüstet. Immerhin sind unseres Wissens diese Versuche selten, da doch eine gute Polsterung in Verbindung mit einer guten Wagenfederung (und die Wajenfederungen werden von Jahr zu Jahr besser!) den Dienst leidlich erfüllt. wlt. Frage 7307. Kurbelgehäuse lässt Oel durch. Gibt es ein Dichtungsmittel, um das Auslaufen des Oels beim Motorgehäuse zu verhüten ? Trotz Bleiweiss a-innt das Oel durch. Das betreffende Gehäuse hat früher öldicit verschlossen, hatte jedoch keine PakkuBg. B. H. in B. Antwort: Wir wiederholen hier, in Erinnerung an frühere Antworten, dass es wohl allerhand Mittel zum Abdichten derartiger Stellen gibt, dass es aber besser ist, die beiden Teile aufeinander einzuschreiten, da sie alsdann jederzeit wieder leicht auseinander genommen werden können, was bei der Verwendung von Kitten gewöhnlich nicht der Fall ist. Wenn Ihnen das Einschleifen der beiden Gehäuseteile aufeinander wegen der zu geringen Anlageflächen Schwierigkeiten macht, so können Sie beide Gehäusehälften mit dem gleichen Erfolg auf einer geraden Platte, z. B. auf einer sog. Richtplatte, einschleifen, ebenso auf einer gleichartigen Steinplatte aus Schiefer, Marmor, Kunstoder altem Lithographiestein mit glatter Oberfläche usw. wlt. Antwort 7272. Lieferungswagen für 500 kg Nutzlast. Einen ausgesprochenen Lieferwagen für 500 kg gibt es nicht. Es befasst sich aber eine Anzahl Firmen damit, auf ihre, eventuell verstärkten Personenwagenchassis Plateaus und Kästen aufzubauen. Zur Beförderung von 500 kg auf so kurze und wahrscheinlich nicht schwierige Strecken eignet sich ein 4-Zylinderwagen mit 12 bis 16 PS. Die Rechnung stellt sich dann wie folgt (Durchschnitt) : 500 kg Nutzlast, 14 PS, 15 1 Benzin auf 100 km, 13,500 Jahreskilometer, 800 Arbeitstage, täglich 45 km, Hin- und Rückfahrt durchschnittlich 6 km, 6 Fahrten zu 12 Min. per Tag. Jahreskosten bei einem Wagen-Neupreis von Fr. 8000 : Verbrauch : 2025 Liter Benzin Fr. 1000 » 75 kg Oel » 150 Verschleiss: 1 Garnitur (4 St.) kompl. Pneus » 480 Revisionen, Ersatzteile 3,5 Rp. per km > 575 A. Reine Fahrkosten pro Jahr Fr. 2205 Abschreibung 20 Prozent p. a. » 1600 B. Reine Wagenkosten pro Jahr Fr. 3805 Um nun die richtigen Transportkosten zu erhalten, wäre nun der Chauffeurlohn da.zuzuschlagen. Da dieser Lenker auch noch andere Wagen bedienen kann und auch seine Wartezeit (mit Ausladen) nicht feststeht, beruhen folgende Zahlen auf Annahmen : Chauffeurlohn für reine Fahrt, durchschnittlich 8 Fahrten täglich zu 6 km Tour-retour, Fahrzeit 10 Minuten Fr. 675 Abladezeit oder Wartezeit 20 Minuten je Fahrt > 1125 C. Transportkosten mit Fahrerlohn für Fahrt jährlich Fr. 4480 D. Transport- und Ladekosten mit Fahrerlohn jährlich » 5615 Von einer Verrechnung für Garage wurde in diesem Falle Abstand genommen, weil diese wohl vorhanden. Dia Abschreibung wird wohl jährlich kleiner, dafür können aber die Auslagen für Betriebsstoffe und Ersatz in gleicher Weise wachsen. Auf den km bereoiinet betragen die Kosten : Für A Fr. 0.16 » B » 0:28 » G » 0.33 > D » 0.42 respektive, bei Annahme, deT Wagen sei immer mit 500 kg beladen, jo das Doppelte für den Tonnen- Kilometer. CH. AUTOMOßlL-RriVUfi 1929 - N ü ö? Oarages mecan/crem Frage 7308. Gegen den Nebel. Man sagte mir, das gelbe Licht durchdringe den Nebel besser als das weisse Licht. Aber ich kann mir nicht recht ausdenken, wie ich sowohl gelbes als weisses Licht anwenden kann, ohne dass ich den Wagen verlassen muss, um eine zeitraubende Montage vorzunehmen. Dr. T. in S Lampe mit NebeLsehirm. Links : Schirm geschlossen. Rechts: Schirm offen. Antwort: Das Montieren von Nebelscheiben ist keine langwierige Sache, wenn man das rechtzeitig besorgt. Hingegen haben Sie dann nur gelbes Licht, das den Nebel ja am besten durchdringt. Ihre Anforderung, gelbes Licht und weisses Licht je nach Bedarf einzuschalten, kann man so erfüllen, dass man um die Scheinwerferlampe einen Schirm befestigt, der zusammenklappbar ist und sich durch ein Bowdenkabel betätigen lässt. Auf diese Weise werden die direkten Strahlen weiss bleiben und die indirekten Strahlen, die durch den Schirm nach aussen geworfen werden, müssen durch den Nebelschirm durch und werden gelb gefärbt. wlt. St» Anfrage 806. Haftung des Geschäftsherrn für seinen Handlungsbevollmächtigten. Beiliegend sende ich Ihnen einen Auto-Kaufvertrag. Ferner lege ich Ihnen zur Orientierung noch einige Kopien von mir bei, ebenso ein Schreiben des Verkäufers dat. 16. 4. 29, worin dieser mitteilt, dass der Kaufvertrag nicht genehmigt sei. Der Kaufvertrag wurde am 18. 3. 1929 abgeschlossen und erst unterm 16. 4. 1929 teilt mir der Verkäufer mit, dass der Vertrag nicht genehmigt sei. nachdem inzwischen auch schon einige Schreiben an die- Autoverkaufsfirma abgegangen sind. Dieser Wagen wurde laut Vertrag fest gekauft und lauten die allgemeinen Verkaufsbedingungen auf der Rückseite wörtlich cEinzig kann der Kaufvertrag uns verpflichten:». Meines Erachtens ist Käufer wie Verkäufer an diesen Vertrag gebunden, nachdem eine Genehmigungsklausel nicht vorhanden, und wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilen würden, wie ich gegen den Verkäufer vorgehen soll. Garagemiete kann ich doch verrechnen ? Wie und wie gross dürfen meine Schadenersatzansprüche sein und wie können solche eingefordert werden ? W. in D. Antwort: In Ihrem Falle dürfte der Vertreter der Automobilgesellschaft, mit welchem Sie einen Vertrag abschlössen, ein Handlungsbevollmächtigter dieser Firma sein; denn er zeichnet mit dem Filialstempel und seinem Namen. Man könnte sich sogar fragen, ob der Unterzeichnete nicht gar Prokurist der Filiale der Autoverkaufsgesellschaft ist; doch kann dies nach den vorliegenden Schriftstücken nicht entschieden werden. Sowohl der Prokurist als der Handlungsbevollmächtigte dürfen alle Rechtshandlungen vornehmen, die der Betrieb des Geschäftes oder die Ausführung derartiger Geschäfte gewöhnlich mit sich bringt. Doch darf der Prokurist keine Grundstücke verkaufen oder Hypotheken darauf aufnehmen und der Handlungsbevollmächtigte allgemein keine Wechselgeschäfte besorgen und keine Prozesse führen, der Prinzipal kann den Kreis seiner Arbeit durch Vollmacht noch mehr einschränken. Aus dem uns vorgelegten Kaufvertrag geht durch den Titel der Autoverkaufsgesellschaft deutlich hervor, dass diese Gesellschaft gegründet wurde, um den Verkauf einer einzigen bestimmten Automarke in der Schweiz zu fördern. Es ist demnach nicht ein Autohandelsgeschäft, welches al3 Geschäftszweck den An- und Verkauf von beliebigen Autos bestrebt, sondern eine Unternehmung, die einzig eine bestimmte Automarke in der, Schweiz vertreiben will. Der Name der Autoverkaufsgesellschaft musste Ihnen schon zeigen, dass deren Vertreter (Prokurist oder Handlungsbevollmächtigter) sich nur mit dem Verkauf von dieser ganz bestimmten Marke zu befassen hatten. Gehen die Vertreter, ohne Ihnen eine einschlägige Vollmacht bewiesen zu haben, über diesen Geschäftskreis hinaus, so wird die Firma durch die Handlung ihrer Vertreter nicht verpflichtet. (Siehe hieizu Bundesgerichtsentscheid, Band 35, II. Seite 614). Sie konnte daher die Erfüllung des Vertrages ablehnen, wenn ihr Vertreter seine Vollmacht überschritt, indem er Ihren Wagen anderer Maike in Zahlung nahm. Dass die Autoverkaufsgesellschaft ältere Wagen der von ihr vertriebenen Marke in Zahlung nimmt, spricht nicht dagegen, da sie ein Interesse daran haben muss, die altern Modelle durch neuere zu ersetzen Ihre Rechtslage würde sich ändern, wenn Sie einwandfrei beweisen könnten, dass die genannte Autoverkaufsgesellschaft durch ihre Vertreter schon in vielen Fällen Wagen anderer Marken in Zahlung genommen hat. Dann könnten Sie von der Firma Erfüllung des Vertrages verlangen. K'ach den uns vorgelegten Schriftstücken können Sie von der Autoverkaufsgesellschaft bloss eine allfällige, beieits geleistete Anzahlung, zuzüglich 5% Zins seit dem Zahlungstage zurückverlangen! Gegenüber dem Vertreter der Autoverkaufsgesellschaft, welcher offenbar seine Vollmacht überschritten hat. können Sie den aus dem Dahinfallen des Vertrages erwachsenen Schaden verlangen, aber nur dann, wenn Sie von der Ueberschreitung der Vollmacht nichts wussten und auch nichts wissen konnten. Als Schadenersatz können Sie, wenn die obigen Voraussetzungen zutreffen, verlangen: 1. Die Auslagen, die der Vertragsabschluss verursacht hat, z. B. Stempelmarke für den Vertrag. 2. Die Aufwendung, die Sie im Hinblick auf die Vertragsausfühiung gemacht haben, z. B. das Mieten einer Garage für den neuen Wagen. 3. Ferner diejenigen Kosten, welche Ihnen entstanden sind, dass Ihnen Ihr Wagen nicht abgenommen worden ist (nicht aber dessen Verkaufspreis). Sie müssen aber diese drei Punkte genau beweisen können. Werden Ihre Ansprüche nicht gutwillig anerkannt, so müssen Sie die Gerichte anrufen und • ein Urteil erstreifen. * Altdorf Kinzige mach. Reparatur- Werkstätte am Platze. Garage, Taxameter. 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N° 67 — 1H2U AUTOMOBIL-REVUE 9 Die Oeffentlichkeit und die Strasse von Staatsrat Canevascini, Bellinzona. (Schluss.) Ein Geschichtsschreiber erzählt, dass in Gewiss war es das weniger, als die General- von Burgund im Jahre 1698 unter der Brie 200 Soldaten nötig waren, um diestände Bevölkerung zu Strassenbauarbeiten zu zwingen. Ich erinnere mich noch selbst, vor 20 Statue Ludwigs XIV. gekauft hatten, die sie grossen Feierlichkeiten eine lebensgrosse Jahren gehört zu haben, wie ein Abgeordneter einer ländlichen Gegend, ein Advokat, ten, von wo der Transport auf dem Land- auf dem Wasserwege bis Auxerre beförder- sich im Grossen Rat dem Bau einer Brücke wege bis nach Dijon erfolgen sollte. Die sogenannte Strasse befand sich aber in einem über ein kleines Tal widersetzte, weil nach ihm durch diesen Brückenbau die Strasse derartigen Zustande, dass die Burgunder den Müssiggängern zugänglich gemacht nach wenigen Kilometern ihre Absicht aufgeben und die Statue in einem Sumpf zurück- würde. Sie werden sagen, dass dieser Abgeordnete weniger fortschrittlich war als lassen mussten, wo sie dann während gut seine Wähler, und ich kann Ihnen darauf antworten, dass dieser Fall gar nichts weniger blieb, bis die Strasse sich in einem besse- 20 Jahren in einem Schuppen untergebracht als selten ist. ren Zustande befinden würde. Jeder Tag bringt neue Untersuchungen, Neben der Unmöglichkeit einer Wiederholung solcher Ereignisse, die einem neue Experimente, neue Arbeit: Umbauten fast und Wiederherstellungsarbeiten, Verbreiterungen, Befestigungen und Verstärkungen des Unterbaues, der Mauern und Brücken, Ausbau der Kehren und Kurven, Beseitigung unübersichtlicher Kurven, Fahrbahnbeläge, Gehwege und eigene Fusswege für die Sicherheit der Fussgänger und Radfahrwege. Früher war das anders. Da wurden die Strassen — und was für Strassen — nur bei besonderen Gelegenheiten etwas in Stand gestellt oder rasch und ohne grosse Vorbereitung erbaut. Der Reise des Fürsten ging ein Befehl an die Behörden voraus, für freien Durchgang zu sorgen, das Gras auf den Strassen zu überdecken und die Misthaufen aus der Fahrbahn zu entfernen. Minister Golbert schrieb an den Vorsteher einer Provinz, die der König zu besuchen vorhatte, « die Löcher sind mit Kies und mit Steinen auszufüllen und wo sich solches Material nicht vorfinden sollte, sind dafür Holz und Erde zu verwenden. Es gibt noch ein drittes Mittel : Anlegen einer neuen Strasse •durch die Felder, indem man die Hecken beseitigt und Gräben ausfüllt. Das sind die Mittel, deren wir uns immer bedient haben. > Und heute ! Wenn heute in der Strasse ein kleines Schlagloch ist, eine etwas grössere Unebenheit, eine zu enge Kurve, kleine Auswaschungen und Geleise oder wenn Kies •herumliegt, dann regnet es Verwünschungen und Proteste. Man verlangt, dass die Strasse nochi mehr als nur vollkommen sei. Das ist ein zu anspruchsvolles, ein nie zu befriedigendes Publikum, werden Sie sagen. märchenhaft anmuten, würde man heute kaum mehr einen 24stündigen Unterbruch ertragen und für das geringfügigste Ereignis wird der Staat verantwortlich gemacht, so dass Entschädigungen für die auf ungenügenden Zustand der Strasse zurückzuführenden Unfälle und ihre weitern Folgen grösser werden als die Kosten der an der Strasse vorzunehmenden Verbesserungen. Die Ausbesserungen müssen unverzüglich erfolgen. Die bestehenden Strassen genügen nicht mehr, immer neue Strassenbauten werden gefordert. Für unseren Kanton weise ich in diesem Zusammenhange auf den Bau der Strasse nach Gandria hin, mit dem hoffentlich gegen Ende dieses oder doch anfangs des nächsten Jahres begonnen werden kann; ferner auf die Strassenforderungen und -Projekte im Gamborogno, im Val Colla, im Mendrisiotto usw. Es besteht keine Gefahr für die etwas eifrigen Baudirektoren, dass sie sich den nämlichen Vorwurf gefallen lassen müssen, wie seinerzeit Minister Turgot, dass er die Gasthausbesitzer durch seine Förderung der raschen Transportmittel ruiniere. Noch wird freilich nicht alles getan, was nötig wäre, um den immer neuen und wachsenden Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft zu genügen, und die Entwicklung der Städte und des Landes zu fördern. Man ist eben von den vorhandenen Mitteln abhängig« Und doch gibt es keinen Kanton und keine Stadt, deren Strassen in den letzten zehn Jahren nicht eine enorme Umwandlung im Sinne einer Anpassung nicht nur an die heutigen, sondern auch an die zukünftigen Verkehrsbedürfnisse, erfahren hätten. Der Kanton Tessin, der in dem ersten Jahrhundert seiner Unabhängigkeit gewattige Anstrengungen gemacht hat, um sich gute Schulen, Spitäler und ein Netz von Regionalbahnen zu schaffen, der ausserdem an den Bau der Gotthardbahn einen Beitrag von vier Millionen geleistet und ein Netz von 930 Kilometern Staats- und Kreisstrassen geschaffen hat, abgesehen von den Gemeindestrassen, hat mit den eigentlichen Verbesserungsarbeiten, die in Rekonstruktionen und Erneuerungsbauten bestehen, erst spät, gegen 1925, begonnen. Er fand sich demzufolge unvermittelt einer gewaltigen Aufgabe gegenüber, deren Lösung zehn und abermals zehn Millionen Franken erfordert. Nachdem die ersten Unsicherheiten abgeklärt und die ersten Widerstände besiegt sind, soll nun die Aufgabe fest und vertrauensvoll in Angriff genommen werden. Wir müssen jedoch in allem vorsichtig vorgehen und auf die Mentalität und die verschiedenen Interessen, die sich oft scharf entgegenstehen, Rücksicht nehmen, nicht in gefährlichem Umfange Anstoss erregen; das Gleichgewicht der öffentlichen Finanzen darf nicht gestört und die andern Zweige der öffentlichen Tätigkeit des Staates, namentlich seine soziale Wirksamkeit, die noch ergänzt und vervollkommnet werden muss, dürfen nicht gehemmt werden. 1. August beim Berner Touringclub. Ein harschiges Lüftlein strich dem Wagen entgegen, der, gen Thun eilend, die Kühlernase tief in bedrohliches Gewölk hineintrug. Platsch — flitzte der erste Tropfen von der Scheibe und trudelte boshaft über das Glas. Der niederbrechende Regenschauer begrub die letzten Hoffnungen auf Feuerwerk, Lampionkorso, mitternächtlichen Schlossbesuch, Gartengeflüster, Wellengesäusel, und wie die angepriesenen Herrlichkeiten alle Messen. Nun war den Kommunisten der Spass gründlich verdorben — und uns auch. Traurig schlappten die Fahnen des alten Thun im Wind. Die lukullischen Genüsse des Beau Rivage gaben den welken Lebensgeistern einen steifen Schuss Selbstvertrauen. Herr Hofstetter-Petri und Gemahlin waren schon da, Papa Hofstetter mit dem obligaten geheimnisvollen Riesenpaket Ueberraschungen und Pointen und auch die Lampions steckten dabei, aber «sein» schönes Wetter (Es wird da scho gu-et!) hatte er vergessen, dito seinen Hund. Mählich tröpfelten die Touringclübler und siehe da, als der letzte über den unpatriotischen Wolkenbruch gut eidgenössisch geschumpfen hatte, warsn die stimmungsvollen Säle des Beau Rivage besetzt und holla! über hundert Glieder, und nicht die unrühmlichsten, der grossen Berner Touringclubfamilic beisammen. Auch der Vorstand war vertreten. Papa Hofstetter eröffnet« den Abend, der Bedeutung des Bundestages in -wenigen schlichten Worten gedenkend und das Vaterlandslied erklang. Durch die Fenster leuchtete, wie ein roter Brand, das beleuchtete Schloss herein und vereinzelte Raketen zischten in den regnerischen Himmel. Aus der Enge der Gassen hallte, pietätisch gedämpft, vom rauschenden Nass, bübische Knallerei. Die Saalwärme auf den Scheiben sonderte die Touring-Clübler ab von der unfreundlichen Welt H Munter und munterer drehten sich die Paare,'fröhlicher klingelten die Gläser* man hatte sich wieder in der lieben alten Gemütlichkeit I Wenn auch dia Lampionpolonaise mit den «Touring Club» Buchstaben nicht über die Terrasse und durch das Bengal führte, sondern immer träm, Uäm im Kreis herum und beim Ballontanz die meisten Paare mit einem zweiten und dritten cLehen» starteten und sich in einer regelrechten Schwihdelkonkurrena (wörtlich zu nehmen, es war ein Walzer!) den Ausstich holen mussten, so moussierte doch die Stirn-« mung in dem Stadium, da man die Schreckgespenster Morgentram und Bureausessel zu vergessen pflegt. Herr Monteo entpuppte sich in seinen Zaubereien als fabelhafter Tausend-Trixsassa und die Verblüffung ob seiner Hexereien und Gedanksaleserkünsten ergriff den skeptischsten Busen der von Beruf misstrauischen Journalistengilde. Madama «Touring de Paris», eine Professionelle von erfrischender Charme, tanzte drei zarte Bilder in klassischem Stil. Um Mitternacht umlagerte die Ballgemeinde das von Herrn Gartenmann, dem liebenswürdigen Besitzer des Hotels in persona mit erlesenem Geschmack betraute kalte Büffet. Es gab noch allerlei engere Konkurrenzen, auch die Herren rückten aufs Parkett und das war allerhand. (O armes Damenpreisrichterkollegium!) Etwas später verknacksten ein. paar synkopierte Charlestonbeine. Aber das war dann leider, nur allzufrüh, der Schluss. Denn die Fahrt nach Ben* ist um drei Uhr früh noch lang.••> % V l Ä. C. S. A.C.S. SEKTION ZÜRICH. Als letzte Auslandsfahrt dieses Jahres folgt in den Tagen vom 10. bis 15. September die Herbstfahrt ins Burgund. Für dieselbe ist nachstehendes Fahrtprogramm vorgesehen: 10. September: Fahrt Zürich, Baden, Meilingen, Lenzburg, Ölten/ Solothurn, Lengnau. Biel, Neuenburg, La Chaux-i de-Fonds, Le Locle, Les Brenets' (196 km). 11. September: Fahrt Les Brenets, Saut-du-Douba, Morteau, Pontarlier, Omans. Besanson, Dampierre, Dole, Auxonne, Genlis, Dijon (195 km). 12. September: Vormittags Besichtigung von Dijon, nachmittags Ausflug auf den Mont Africrae (23 km). 13. September: Besuch der Cote d'Or: Dijon, Chambertin, Cloa, Vougeot, Nuits, St-Geoiges, Beaune, Pommard« Volnav, Dijon (74 km). 14. September:: Fahrt Dijon, Sombernon, Pouilly, Saulieu, Flavigny, Bligny-le-Sec, Val Suzon, Dijon (114 km). 15. September: Heimfahrt: Dijon, Auxonne. Jallerange, Besanc.on, Roulains, Montbfiliard, Beifort, Dannemarie, Altkirch, Basel, Zürich (330 km), miimimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiniiiiiiiiinliniiiiniiniiiiiiiiininiiiiiiiiinin II exttte un Exile pour chaque utage, quel qu'll toit: iclairagedomestique T. S. F., posfe fixe, marine, chemlns de /er. elc* etc. Sicherheit, Lebensdauer und Höchstleistung eines Motors sind Faktoren, die von der Verwendung des richtigen OELES abhängen. Les accumulateurs en 1911 En 1911, ce fut, gräce amc accumulateurs Ezide que la premiJra voiture a demarrage electrique a pu etre mise au point. Depuis, Exide n'a cesse d'affirmer sa snpeiiorite, en am6liorant san» cesso sa qualite. Le premier, Exide a fabrique des accumulateurs pour toutes les branches de l'industrie. Le^premier, il a installe des Service Station» pour accumulateur. Exide est aujourd'hui employe' dans le raonde entier plus que tout autre marque. 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