Aufrufe
vor 7 Monaten

E_1929_Zeitung_Nr.070

E_1929_Zeitung_Nr.070

II. Blatt BERN, 16.

II. Blatt BERN, 16. August 1929 II- Blatt BERN, 16. August 1929 Der Klausenpass Das klassische Alpenstrassenrennen der Schweiz am Klausenpass ist jedem Automobilisten bekannt. Das Rennen beginnt in Linthal und endet auf der Klausenpasshöhe. Um die landschaftliche Schönheit der Klausenstrasse voll zu würdigen, ist es aber besser, den Pass in der umgekehrten Richtung von Altdorf nach dem Startort Linthal zu befahren. — Die Ende der 90er Jahre gebaute Klausenstrasse ist die teuerste Alpenstrasse der Schweiz. Sie weist aber auch, wie keine andere, technische Vollkommenheit und landschaftliche Schönheiten auf. Vom Südende des Vierwaldstättersees führt die Gotthardstrasse nach dem Hauptort von Uri, Altdorf (462 m hoch). Von hier zweigt, einen Kilometer weiter südlich, die Klausenstrasse ab ins Schächental, nach Bürglen, dem Heimat- und Wohnort Wilhelm Teils. An der Stelle, wo Teils Haus gestanden haben soll, steht heute am alten Weg eine kleine Kapelle. Nach der Kapelle Loreto fällt die Strasse zur stattlichen Brücke von Brügg, wo der für Autos und Fuhrwerke nicht fahrbare Kinzigpass abzweigt. Ueber diesen Alpenpass zog 1799 der russische General Suwarow mit seinem Heer. Linker Hand sehen wir die Schächentaler Windgälle und bald taucht der rote Kirchturm von Spiringen auf, dahinter der weisse Glaridenfirn und eine Spitze des Scheerhorns. Bei Spiringen (938 m) kommt eine weit ausladende Kehre, die uns hoch über den Talfluss nach dem Dorfe Unterschächen bringt. Ein Stück weit noch führt die Strasse taleinwärts, wendet sich dann aber plötzlich in einer mächtigen Kehre nach der Poststation Urigen (1280 m), von wo man weit ins Brunn ital hineinsieht. Von Urigen an beginnen die kunstvollen Strassenbauten und der 115 m lange Seelitaltunnel. Durch die Oeffnung der Galerie erblickt man in der Tiefe den alten Klausenweg, der am Steubifall vorbeiführt. Noch einmal nimmt die Strasse vor der Passhöhe zwei Kehren, bei der untern und obern Balm, wo das Scheerhorn in ganzer Grosse erscheint. Dann wird es gegen die Passhöhe zu öde. In aussichtsreicher Lage auf 1838 m steht das Hotel Klausenpasshöhe, vomeigentlichen Scheitelpunkt des Passes noch 1,2 km entfernt. Nach der herrlich gelegenen Bödmeralp, wo der Fussweg von Aesch her einmündet, stehen wir auf devPasshöhe (1952 m) amFusse descharakteristischen Märcherstöckli. Hier beginnt nun die Rennstrecke des Klausenrennens. Kurz nach dem Ziele macht die Strasse eine doppelte Kehre und führt hinunter zur Vorfrutt (1812 m). Vor uns liegt das wildeste Gebiet der Klausenstrasse, die sogenannte Klus, welche der Strasse den Namen gegeben hat. Den Felsenkessel der Klus bewältigt die Strasse in fast einem Dutzend enger Kehren. Am Ausgang der Klus weitet sich der Blick, und man hat vor sich den Urnerboden, den man die schönste Alp der Schweiz genannt hat. Obschon dieser Teil noch jenseits der Passhöhe ist, gehört er doch zu Uri. Er wurde ini jenem berühmten «Grenzlauf» erstritten, den die Gebrüder Grimm in ihren Märchen und Sagen festgehalten haben. Der Urnerb'oden ist mehr als 5 km lang und 500 Ms 600 m breit, am nördlichen Hang baumlos, am südlichen bewaldet. Die Strasse zieht sich fast gerade hin durch die Siedlungen. Den nördlichen Abschluss der Strasse bilden die Mährenberge und die Jägerstöcke, die noch vom Silberstock überragt werden; auf der Südseite steigen die Gräte des Kammerstocks und des Gemsfayrenstocks in breiten Vorstufen auf. Dort, wo der flache Boden endet, mündet von links das Scheidbächli, das Uri von Glarus scheidet. Wieder beginnen die steileren Strassenkehren, bis wir bei der untern Fritternalp aus dem Walde heraustreten und in der Tiefe, mehr als 400 m unter uns, der Endpunkt der Strecke, das Dorf Linthal auftaucht. Kehre folgt auf Kehre gegen das Bad Stachelberg hinab. Talaufwärts bilden Selbsanft (3029 m), Bifertenstock (3024 m) und Tödi (3623 m) einen herrlichen Talabschluss und jede neue Kehre lässt uns ein neues Bild schauen. Aber auch die nähere Umgebung ist reizvoll, denn hier folgen sich gleich drei Wasserfälle nacheinander, nämlich der Hellstüber, der Berglistüber und der Oelstüber. Die zwei letzten Strassentunnel sind mit Fenstern versehen, und fast auf der ganzen kurvenreichen Strasse verleihen mächtige Seitenmauern als Strassenwehr dem Fah- Die vier neuen Chrysler-Wagen der Chrysler-Vertretung in Zürich, Amag Automobile und Motoren A.-G., die auf den beiden Zufahrtsstrassen des Klausens für einen Strscssenhilfsdienst verwendet werden. renden das Gefühl der Sicherheit. Nach einer letzten Kurve sind wir in Ennet-i Linthal, um nach kurzer Fahrt über die eiserne Brücke in Linthal (661 m), dem Ausgangspunkt des Klausenpassrennens, einzufahren. gr. Hilfsdienst des A.C.S. Der A.C.S. wird für die zwei Tage des Klausenrennens, d. h. vom Samstag den 17. August vormittags bis Sonntag den 18. August abends, im Hinblick auf den grossen Andrang von Zuschauerautos zum Klausenrennens einen Strassenhilfsdienst auf beiden Zufahrtsstrassen zum Klausenpass; organisieren. Dieser Hilfsdienst wird auf fo;-| genden Strassen durchgeführt: 1. Zürich, Sihltal, Sihlbrugg, Zug, Artti, Sehwyz, Altdorf, Klausenpasshöhe; und 2. Zürich, Meilen, Rapperswü, Uznach, Gla« rus, Linthal. Der Hilfsdienst wird mit vier neuen Chrys-i lerwagen ausgeführt, welche in zuvorkom« mender Weise von der Chrysler-Vertretung! in Zürich, Amajg, Automobil- und Motoren A.-G., zur Verfügung gestellt worden sind. Extrazüge!... Wie bereits gemeldet, haben die Bundesbahnen in zuvorkommender Weise die Führung verschiedener Extrazüge zugesagt, für welche der definitive Fahrplan vorliegt So> verlassen am 17. August abends 2 Züge Zürich um 23.30 bzw. 23.45 Uhr, die beide in Linthal um 01.50 Uhr morgens ankommen und dem linken Seeufer entlang geführt werden. Rechtsufrig fährt am 18. August ein weiterer Zug Zürich ab 04.25 mit Ankunft in Linthal um 06.52. Für die Besucher aus der Ostmark ist ein Zug bestimmt, der Sonntag den 18. August St. Gallen um 04.35 Uhr verlässt und Linthal um 07.03 Uhr erreicht. Die glarnerische Bevölkerung hat Gelegenheit, in Glarus um 04.00 und in Oberurnen um 04.10] Uhr wegzufahren, um 04.45, bzw. 05.05 Uhc Linthal zu erreichen. Da die Rennstrecke erst 8.30 Uhr morgens gesperrt wird, ist allen mit der Bahn reisen* den Zuschauern reichlich Gelegenheit gebo ten, sich an der prächtigen Klausenstrassf einen günstigen Standort auszusuchen. Auf langen Fahrten. Rückvergütung für die leere Kanne Versehen Sie sich mit einer neuen, räcknehmbaren 2-KiIo- Mobiloil-Kanne für Ihren Wagen. Der flache, kompakte Behälter findet leicht in einer kleinen Ecke Ihres Wagens Platz und bildet einen praktischen Oelvorrat, der es Ihnen ermöglicht, dem Rat der Fabrikanten zu folgen und den Oelstand im Kurbelgehäuse durch häufiges Nachfüllen kleiner Mengen aufrechtzuerhalten. Es ist wichtig, dass Sie auf langen Fahrten einen Reservevorrat an Oel bei sich führen. Die neue Mobiloil-2-Kilo-Kanne verschafft Ihnen diese Reserve; sie ist praktisch und stets sauber. Sobald die Kanne leer ist, können Sie sie irgendwo in der Schweiz gegen eine neue gekapselte Kanne lediglich zum Preise des Oels eintauschen und Sie haben die Gewähr dafür, dass Sie auch wirklich die Type erhalten, welche auf der Kanne angegeben ist. Die neue rücknehmbare Kanne ermöglicht es Ihnen, von jetzt ab das Qualitätsol Mobiloil in einem gekapselten 2-Kilo-Behälter für weniger als 5 Fr. zu erhalten. Sie bezahlen nichts für die Kanne — Sie hinterlegen lediglich 50 Cts., die Ihnen auf Wunsch bei der Rückgabe der Kanne zurückerstattet werden. Verlangen Sie diese Kanne überall da, wo Sje den Email-Reklame-Schild mit dem be kannten roten Gargoyle sehen. V a k u u m Oil C o m p a n y S. A. F., S p a l e n b e r g 65, B a s e l

10 AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N» 70 Marke Fahrer Zyl. null und Iihnmg Nietb 6 100X140 Merz 6 100X140 Kessler 4 72,5X120 Muhl 4 80 X130 Merz 8 79,4X130 Kracht 4 66 X100 Ramseyer 4 69,9X130 Veladini 6 80 Xno Lepori 6 69,9X130 Lepori 6 69,9X130 Hispano-Sza Hispano-Sza. Ansaldo Benz Cadillao Bügätti Ballot Steyr Ballot Ballot Steyr Alfa Romeo Hispano-Sza. Bueatti Steyr ,, Die Klausen-Rekorde nach dem 14. August 1927. — Les records du Klausen apres \e 14 aoüt 1927. 1925 I 1926 T Cüurse nauonaie 1927 course miernanonaid Klasse Fahrer Marke Zelt Fahrer Marke Zelt Fahrer Marke Zelt Fahrer Marke Zelt Classe Coureur Marque Temps Coureur Marque Temos Coureur Marque Temps Coureur Marque Temps Touren wagen l'ourenwagen l'onrenwagen Tourisme Tonrisme Tonr-sine 600 emo — — — H. ßutenntb Hanotnag 37.23,(1 H. Butenutb Hanomag 33.09 1100 emo A.Fuehser Salmson 25.36,4 4. Zimber Opel 24.08,8 Kerwer Opel 26.65,* r 1500 emo O.R.8ohmidt Talbot 24.05,2 J Lamarche F. N. 21.53,2 J. Lamarche F. N. 20.15,* 2000 emo Ch. Nigg Ansaldo 22.37,2 i Kessler Ansaldo 22.04,6 Binelli Itala 24.68.2 3000 emo T.Walser Lancia Lambda 25.01,0 l\ Walser Lanoia 26.09,2 fTgg Angaldo 81.03.« 5000 emo Rigal Peugeot 21,23,t A. Segard Panh. Levassor 22.29,4 Qacon Martini tOJtf>,X 8000 eme Caraooiola Mercedes» ? 1.25,0 N. Caerels Exoelsior 21.62,0 — — — pl. dehOOOcmc — — — Caraooiola Mereedesoompr. 20.50,2 Caracrola Mere*d&a-«ompr. 17.43^ Die besfen Zelten des Klausen aller Klassen und Kategorien. 1822! Iv'inder Zeit 6600 21.43 6600 22.48 1980 22.50 2614 23.16,2 5155 23.21,6 1390 23.27,4 2000 23.48,6 1455 24.08,6 2000 24.20.2 2000 24.48,6 1823 Rützler 6 85X115 4000 20.24,4 Mäsetti 6 76XH0 3000 20.25,2 Merz 6 100Xl4O 6600 20.34,6 Beck 8 60X 88 1989 21.41,2 Veladini 6 80>