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E_1929_Zeitung_Nr.071

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Bern, Dienstag 20. August 1929 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 7t Im heutigen „Autler-Feierabend": Von Anatol Krakowiecki. Deutsch von Dr. Leo Koszella. ^ Miss Bessie, schreiben Sie, bittet — Sofort, Mrs. Smith. — Einen Privatbrief. Nehmen Sie, bitte, mein Privatpapier. — Sind Sie so weit? •— All right. — «Geliebter Dick, alter Kakadu i • -.» '—€... Kakadu...» — «Ich wette mit dir um fünf Dollar, dass du nach der Lektüre dieses Briefes einen Wutanfall bekommst und dich an der nächsten Tanne aufhängst ...» — «... aufhängst...» — «Also ich habe, du ungehobelter Felsenbär, beschlossen...» Parenthese, bitte «und du weisst, dass mir alles gelingt...» Parenthese geschlossen ... zu heiraten. flätiger Tramp, in zehn Tagen zu mir, da meine Hochzeit ohne dich nicht stattfinden könnte. Aber bemühe dich nicht, mir dreinzureden; denn sonst schlage ich dich knok-out. Dein James. — Schluss, Miss Bessie. — Die Adresse? — Dort, in der Privatadressen-Mappe. Brams, Dick Brams. — Well. ! Seite Mrs. Smith 17 Va banque 17 Der stolze Johann 18 Seife der Frau 19 Die Frau im Stadion 19 Worauf die Frau achten sollte 19 Sport 20 Schöne Ecken des Schweizerlandes 21 Sprechsaal, Kreuzworträtsel 22 Mrs. Smith — Flugpost. Ha, der Alte wird überschnappen. 1 — Herr Smith.-., — Bitte .. — Ich gratuliere Ihnen. —Danke. Zu früh,-Sie weiss noch von nichts. .—*;Wieso"? ' -'•'• -- ,'" .-• "•— Wim,- weil sie nichts weiss. Zum Kuckuck, «e wild mich — vielleicht gar nicht erhören — in diesem Augenblick kam mir dieser Gedanke. Ach, das wäre furchtbar! — Wer ist es denn? — Geheimnis. Miss Bessie. Hübsch, sehr hübsch. Jung. Elegant. Vornehm. Lieb. Tausend Vorzüge. Hunderttausend Reize. Eine Million Unterpfänder der Fraulichkeit. Aber: Geheimnis ... — Ich gratuliere nochmals. — Zu früh. Der Himmel mag wissen. ; 9 — Werden Sie mich noch benötigen? — Heute nicht mehr... — Mabel — es ist schrecklich! >—i Was ist wieder los? — James heiratet.. •< ;— James Warwick? — Ach- nein. Was geht- mich der an.. Smith. , i — Ach so, dein Chef? — Mein Chef. — Nun, und? Bist du noch immer in ihn vernarrt. Mädel? — Nicht mehr, Schwesterchen, weshalb auch? Aber es ist mir unangenehm. — 0! — Heul' nicht! Bessie, heul' nicht! Ich gehe. — Wohin, Mabel? — Um ihm die Augen auszukratzen. — Mabel, bist du verrückt geworden. Das ist nicht unser Business. Soll er heiraten. — Dann heul' mich nicht an. Ich repräsentiere hier Vater, Mutter, Tanten, Grossvater. Die ganze Familie vom siebenten Grad angefangen. Heul' nicht. James Warwick hat auch viel Zeit... — Zeit, Mabel? — Zeit ist Geld. — Er liebt dich. — Ach derl ' — Und Brown, Bennet. Cornwell, Webbs? — Nichts! — Warner? Gray? Jackson? Mac Doole? Va banque Wagen um Wagen schob sich an den Startplatz. Brummen der Motoren, aufgeregtes Stimmengewirr, Sprachrohrkommandos von der Tribüne der Rennleitung her-' ab... Wieder einmal stand eine tausendköpfige Menge im Banne des Industrierennens von Berneck.. Werner Kettrupp lehnte sich tief in die Polsterung zurück und holte tief Atem. Es war sein erstes Rennen, das nun beginnen Komme also, du un- sollte. Noch vor kurzem ein unerreichbares Phantom und jetzt lebendigste Wirklichkeit! : Wie im Fluge lebte er die letzten Tage noch' einmal durch... Er schüttelte den Kopf: Toller Kerl, dieser Dr. Hülsmänn! Dass der ihm seinen Rennwagen, den er wie seinen Augapfel hütete, für das Bernecker Rennen geliehen hatte," war ja zur,Not zu verstehen: Bei einem so anerkannt glänzenden Fahrer wie Werner Kettrupp konnte Hülsmann das schliesslich riskieren... Aber es ging gegen Benno Borst! Gegen Borst, der mit seinem Bugatti-Grand-Prix- Wagen in Dutzenden von Rennen gesiegt hatte, der als rücksichtsloser Fahrer bekannt war! Wenn der eine Kurve nahm, traten die Zuschauer zehn Meter zurück!... Kettrupp kaute an seiner Oberlippe. - .!— Kindsköpfe! — Watt? Robinson? Cooper? Scraill? , —Lass' mich endlich in Ruhe! — Ach, Bessie, nur Smith ist ein Genie? Wie? — Er all — ein! Bessie betrat die Halle. Der Chef hatte sie zu seiner Heirat eingeladen. Der Ueberwurf hing auf dem Arm eines Lakaien, ein zweiter schritt hinter ihr. Bessie blickte in den Spiegel. Sie hatte heiss bemalte Lippen. Die rasierten Augenbrauen waren mit schwarzem Stift nachgezogen, die Abendtoilette schmiegte sich an ihren herrlichen Körper. Der nackte Rücken war kühl, lockend und weiss wie Schnee. Und unter den langen Wimpern blickten helle, junge Augen hervor. Ach, Bessie ist ein überaus schönes Weib. Der Lakai überholte sie. Er hob den Vorhang. Dann blieb er hochaufgereckt stehen und meldete mit andachtsvoller Stimme: — Mrs. Smith. — Mrs. Roonwell, die Dame des Hauses, und einige befrackte Herren gingen ihr entgegen. Unter ihnen befand sich augenscheinlich Mr. James Smith, 'Bessies Gatte. Wenn nur die Wette nicht wäre, die verdammte Wette! dachte er. So ein hoher Betrag: Hundert Mille! Die zu verlieren war schliesslich kein Pappenstiel, nicht einmal für einen Dr. : Hülsmann, trotzdem der reich war, sehr reich sogar! * Ein bellender Knall riss den Rennfahrer aus seinem Brüten heraus. Der Startschuss! Er war an der Reihe! Trotzdem Kettrupp.nie gespielt hatte, empfäriet'er in ! diesem Augenblick den gleichen Schauer wie der Spieler, der «Va banque» ruft. Und trotz allem: eine selbstsichere Ruhe durchtränkte ihn; er würde es schon schaffen! " ' *"• ' ' " Er schaltete wie ein Fahrlehrer; wie er's als junger Mensch gelernt, wie er's geübt durch viele Jahre hindurch: Erster Gang; Gas — Kupplung; zweiter Gang; Gas — Kupplung; dritter Gang... Und dann auf dem dritten den Motor auf Touren geschraubt ...! Ja, es war schon eine Lust, diesen Wagen zu fahren, der auf den leisesten Druck reagierte! — Langsam, unaufhaltsam schier rückte die Nadel des Tachometers vor: 120 — 140 — 145 — 148... Jetzt kam die S-Kurve! Kettrupp brauchte gar nicht zu überlegen, die Bewegungen lagen ihm im Blut: Gasi weg; 'Kupplung; kleinen Gang — Bremse S Der Tachometer rückte von 110 auf 90, von 90 auf 65. Hochauf spritzte der Sand auf der rechten Seite... und schon ging es mit Vollgas weiter: 90 — 110 — 130... Und der Fahrer hatte nicht im geringsten das Gefühl, sich in Gefahr zu befinden. Vielleicht fuhr er ja ein wenig schneller als sonst, vielleicht sogar ein wenig waghalsiger. Aber dafür war ja die Bahn frei; kein Hindernis konnte, wie sonst auf der Landstrasse, unvermittelt auftauchen! Immer mehr steigerte er das Tempo, aber das Gefühl der Sicherheit blieb. Eigentlich hätte er sich ein Rennen aufregender gedacht. So etwa als ein Spiel mit dem Tode, als eine unerhörte Bewährung des Selbsterhaltungstriebes gegen ungeahnte Gefahren* Aber in der Wirklichkeit war alles viel einfacher: Ruhe, Ueberlegung, scharfes Abschätzen der Entfernungen, exakte Ausführung gewisser Griffe... War das wirklich alles? * Zu seinem Erstaunen sah Kettrupp ßlötzlich nach einer Kurve den Bugatti vor sich; auftauchen. War es so leicht, zu gewinnen? Näher und näher rückte er heran. Dass er in einer knappen Runde fast sechs Minuten Vorsprung aufgeholt hatte, kam ihm so unbegreiflich vor, dass er Verrat witterte: Was führte Borst im Schilde, dass er sich* anscheinend absichtlich besiegen Hess? Als er aber noch näher an den Bugatti herankam, konnte er hören, was los war: Borsts Motor war noch zu kalt; das gab Fehlzündungen, die donnernd im Auspuffrohr zerknatterten. Nun wäre Kettrupp beinahe übermütig geworden: So leicht war es ja, so einfachwap es, zu siegen! Wenn er wollte, konnte er den Bugatti jetzt schon überholen! — Doch die Vernunft siegte, und einer plötzlichen Eingebung folgend, beschloss er, zu warten, um seinen Gegner nervös zu machen; Er-gafc Signal; als "Volle er überholeni Borst drehte sich um. Als er den blauen Renner so nahe hinter sich sah, schaltete er den Kompressor ein und mit einem sichtbaren Ruck sprang der Bugatti vorwärts. «Ein vorzüglicher Wagen,» dachte Ketfrupp, «wirklich ein erstklassiger Wagen! Da muss man sich schon anstrengen, wenn man sich nicht glatt abhängen lassen will!» Nun kam die sechseinhalb Kilometer lang« Gerade, und in höllischem Tempo riss die entfesselte Technik die beiden Wagen vorwärts. 175 — 180 — 183 zeigte die Tachometernadel! Der Schuldige Von Traugott Erni. (1. Fortsetzung) Der Untersuchungsrichter antwortete apathisch, dass ich mich darob nicht aufzuhalten hätte, das seien Formalitäten, die man in solchen Fällen nicht umgehen könne. Darauf nannte ich sechzig Stundenkilometer. Ich hatte mich durch diese Prozedur schon bedeutend verspätet. Irgendwie kam mir die Gemütlichkeit des Richters auf die Nerven. Nach langem Stillschweigen erhob ich mich: «Wenn Ihnen meine Angaben genügen, Herr Untersuchungsrichter, erlaube ich mir, mich zu entfernen, ich habe es eilig!» «Sie haben es eilig?» sagte der Untersuchungsrichter. «Sie stehen dringend in Verdacht, den Mann selbst überfahren zu haben. Sie verstehen meine Offenheit. Es hat doch für Sie, da Sie es eilig haben, keinen Wert, dass wir Katze und Maus spielen. Wenn Sie mir die Wahrheit sagen, werde ich Sie sofort auf freien Fuss setzen, andernfalls müsste ich Ihnen Bedenkzeit einräumen!» Ich trat zurück. Vor meinen Augen brannte es. Wie besinnungslos glotzte ich den Untersuchungsrichter an. Die Tatsachen! Der Boden schwand unter meinen Füssen. Ich musste mich auf den Stuhl setzen. Ich wollte mich verteidigen, aber ich konnte nicht. Ich weiss nicht mehr, ob ich deshalb plötzlich so mutlos und niedergeschlagen war, weil der Untersuchungsrichter in mir einen Verbrecher sah. oder deshalb, weil mir wie ein fürchterlicher Schlag zum Bewusstsein kam, dass ich verloren war, dass ich kein Beweismaterial in Händen hatte, dass alles gegen mich sprach, dass ich ja nur log, um mich meiner Strafe zu entziehen. Anfänglich hatte sich innerlich alles gebäumt und aufgelehnt; Hass kochte in mir gegen diesen Menschen, der vor mir sass und in sich eine solche Vermutung trug. Aber den armen Familienvater fahrlässig getötet. jetzt war ich auf einmal müde. Diese traurige Ohne das Bewusstsein wieder zu erlangen,, Wendung, dieses unglaubliche, schreckliche ist er gestorben.» Ereignis, hatte mich gelähmt. Träumte ich oder hatte jemand zu mir gesprochen? War das nicht der Untersuchungs-i Endlich wurde ich abgeführt — ins Gefängnis. Aber dieser Gang erschien mir innerlich rächter, der dort sass? Oder war ich zu Hause und phantasierte? 'Schien nicht die Sonne nichts weniger als mühselig. Irgendwie hatte mich die jämmerliche Ironie zerbrochen. zum Fenster herein, oder war's nur eine Am andern Morgen sprach der Untersuchungsrichter von Betrunkenheit: «Sie mö- Und waren das schwarze Wände um mich? Strassenlampe? Oder sass ich im Zuchthaus. gen wohl ehrlich glauben, dass nicht Sie es Ich drohte zusammenzubrechen. Autos waren. Aber ich muss Ihnen sagen, dass Sie tanzten um mich. Der Untersuchungsrichter sich in einem bedauerlichen Irrtum befinden.» verschwand vor mir und tauchte wieder auf. Anklage auf Anklage flog mir ins Gesicht. Nicht aus dem Bedauern heraus, dass dieser arme Mann gestorben war, nicht weil Beweis über Beweis wurden mir entgegen geschleudert. «Sie sind ganz ein gefährliches mein Samariterdienst vergeblich, war ich so Individuum,» sagte der Untersuchungsrichter, traurig, sondern deshalb, weil damit mein einziger Zeuge und Fürsprech für immer mit der ausgestreckten Hand auf mich zeigend, «aber nicht nur das. Sie sind auch ein schwieg. gewiegter Verbrecher! Es ist geradezu himmelschreiend, wie Sie sich aus der schlimmen scharf zu reden, so wie man auf verstockte Der Untersuchungsrichter begann nun sehr Affäre zu ziehen gedachten. Sie sind ein Mörder. Sie sollen es endlich wissen. Sie haben stehe, müsste er sofort eine Einvernahme Sünder einspricht. Wenn ich nicht sofort ge- in Ci garet ten Virg inier