Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1929_Zeitung_Nr.071

E_1929_Zeitung_Nr.071

16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N° 71 • • Baskische Paulino, der durch den Deutschen Schmeling nach Punkten geschlagen worden ist, gehört bekanntlich dem Baskischen Volke an. Der Sport, und der Boxsport im besonderen, hat von jeher das rätselhafte Volk der Basken mächtig interessiert. Die körpergewaltigen Bauern und Fischer jenes atlantischen Küstenstriches verwandeln alle möglichen Aeusserungen menschlicher Geschicklichkeit und Kraftentfaltung in Gegenstände von Wettkämpfen und — Wetten. Das baskische Ballspiel, das Wettlaufen, Barrenwerfen, Gewichtheben, Weitspringen, Ruderregatten, ja sogar Wettpflügen und Wettmähen sind bei ihnen seit Urzeiten im Schwünge. Die originellste Sportart aber ist wohl der Axtkampf der baskischen Holzfäller, der «Aizkolaris», die die Woche über in den Bergen arbeiten und am Sonntag in die Dörfer hinabsteigen, um ihre Wettkämpfe auszutragen. Jeder «Aizkolari» ist der Held und die Hoffnung seiner engsten Landsleute. In ihn setzen sie ihre Ehre, auf ihn — ihr Geld. Auf dem Marktplatz sind schon die wuchtigen, über einen Meter dicken Baumstämme vorbereitet. Hinter abgrenzenden Seilen drängt sich, vor Erwartung fiebernd, die Menge. In Hemdsärmeln, die stahlharten Beine gespreizt, ohne Schuhe, damit die Füsse ins Holz richtig einkrallen können, fassen die Gegner, auf ihren Baumstämmen buchstäblich Fuss. Es ist eine furchtbare Arbeit, die Stämme der Quere nach entzweizuhacken. — \uf Axtkämpfe. ein gegebenes Zeichen beginnt der titanische Kampf, Wie Blitze sausen die Aexte durch die Luft und graben sich, von gewaltigen, gelenken Armen geschwungen, tief ins harte Eichen- oder Buchenholz. Ohne Pause, taktmässig, wohl berechnet, folgt ein Schlag dem andern. Jeder «Aizkolari» hat einen Helfer bei sich, der sich ihm gegenüber, direkt unter die Axt hockt. Er hat die Bewegungen der Axt zu verfolgen, mit einem Stab die Stelle .zu bezeichnen, wo der vorteilhafteste Schlag zu führen ist. Zugleich räumt er die hinderlichen Holzsplitter weg, und manchmal steckt er gar die Hand in die Oeffnung, um einen Sparren zu entfernen, der dem Schlag die Wucht rauben könnte. Ein atemberaubender Anblick! Die Axt saust ohne Unterbrechung; man glaubt, die Hand im Splitterregen wegfliegen zu sehen. Der Champion der heutigen Axtkämpfer trägt den urwäldlich klingenden Namen Aramburu. Seinen härtesten Gegner besiegte er mit einem Vorsprung von vier Axtschlägen, nachdem er zwanzig Baumstämme zu je 1,35 Meter entzweigeteilt hatte. Einer der ganz wenigen, die seiner Herr werden konnten, war Paulino, der zu Beginn seiner Boxerlaufbahn, nach dem Sieg über Townley, in Paris einen 1.5 Meter dicken Baum in der ersten Runde, in weniger als zwei Minuten, so gründlich knock-out schlug, dass er in zwei Teile zerfiel. Läufer an einem englischen Cross Country Schau, dort kommt ein Faltboot! Schon nicht mehr" aussergewöhnlich! Es gehört zur Aare, gehört zum traulichen Elfenaubummel im verkühlenden Abend. Geduldig trägt sie es auf ihrem blaugrünen Rücken stadtwärts. Man glaubt nicht, dass der leichte, sich rechts- und linkshin wiegende Paddelschlag noch beschleunigt — es trägt, es trägt da kommen sie, eins, zwei, und weit oben Photograph und Weltrekord. leuchten auch schon Paddel auf aus der Der neue Weltrekord Hirschfelds-inv Kugelstossen hat eine höchst eigenartig© Ur- Wasserfläche, ein weisser Punkt strebt dort der Mitte des Flusses zu, kommt näher, sache gehabt. Bei dem Osram-Sportfest wird grösser, gleitet und bleibt, mitten in war bekanntlich ein Wettbewerb im. Kugel-* der Postkarte von Wasser vorn und neben, stossen veranstaltet worden, 'bei dem Hirschfeld mit 15,41 Meter Sieger wurde.. Grün und Tann zu beiden Seiten und wei- Damit ten, blässelnden Bergen hinten. Und fort — unten sind sie, es waren zwei, einer und eine, ja, die haben's heute schön gehabt, sicher? — Die Arme nach vorn, hoch, auf Schulterhöhe, dann, wie war's? Rechter Arm vor aufwärts, linker zieht ab rückwärts... tja, ob man da nicht sehr, sehr müde wird? Und dann am Abend todmüd ins Bett und am Morgen Schmerzen vom ewig gleichen Sitzen, vom auf und ab und Ziehen und Stossen der Ruder? Das ißt wohl -nichts für mich. Nein. Ich bin nämlich leider ziemlich diek» habe einen Spazierstock mit- Hörn;unten* und einen silbernen Beschlag oben ! .undi bummle gern so nach dem Essen, mit; einea fast ebenso dicken Zigarre.... Paolo. war der Wettbewerb zu Ende. Aber einige l Phofographen hatten von Hirschfeld noctt keine Aufnahmen gemacht und wollten von allen Dingen von ihm ein Bild in-dem Augenblick haben, wo er in sportlicher Tätigkeit zu sehen ist. Hirschfeld kam dem Wunsch der Photographen nach und erklärte sich bereit, noch einmal die Kugel zu stossen. Kaum aber hatte die Kugel den Erdboden-erreicht, da lag ein neuer Weltrekord vor. ZÜRICH Grand Cafe ,0DE0N< Bellevueplatz Erstklassiges Familien-Cafe Eigene Konditorei (reine Butter) Vr ictoriaÄpothekeZiipich H.Feinsrein M \ Bahnhof straße No. 71 vorm.Oiaerlin,» » TeJephe

N° 71 — 19*9 AUTOMOBIL-REVUE 17 y Schöne Ecken des Schweizerlandes. Schinznachbad. Auch dieser -weltberühmte Badeorti,hat Hochsaison. Obschon er nicht mitten in der Gletscherwelt liegt oder an den Ufern eines romantischen Bergsees, ist Schinznachbad dennoch einer der beliebtesten schweizerischen Kurorte. Viel wird er auch als sonntägliches Ausflugsziel gewählt, denn von Basel, Zürich und Bern ist er ja 1 vonden Automobilisten leicht zu erreichen. Zur dem bietet seine Umgebung landschaftlich, abgesehen von dem prachtvollen alten Park, so viel des Schönen, dass man eine Fahrt hierher ins Aargau ebenso schätzen lernt wie irgend eine Alpendurchquerung. In der Nähe befindet sich die altö Habsburg, die noch recht gut erhalten ist, und weiter die Ruine Bruneck, und dann die Schlösser Wildegg undyLenzhurg, also Grund genug, Schinznach als Weekend-Ziel zu wählen, um von hier aus all den oben erwähnten Burgen einen Besuch abzustatten. J 1. Tourismus der Sage aus der Römerzeit stammenden Säulen lässt einem unwillkürlich etwas von dem historischen Geschehen, das sich hier abspielte, ahnen. Es hat einen eigenen Reiz, auf der guten Strasse durch' dieses landschaftlich sehr abwechslungsreiche Tal aufwärts zu fahren. Tiefencastel ist Ausgangspunkt und Savonin eine' der wichtigsten Ortschaften und zugleich Ferienort des Tales. Beinahe 400 Meter hat man schon von Tiefencastel ßis hierher gewonnen. Erst' auf der rechten, später auf der linken Seite der Julia steigt die Strasse allmählich gegen Mühlen, einem ebenfalls vielbesuchten Ferienort und bevorzugten Absteigecruartier für Automobilisten. Einsam wird die Gegend, sobald man sich der Passhöhe nähert, und man kann sich schon im Sommer einen Begriff von der vollständigen Abgeschiedenheit dieses Gebietes zur Winterszeit machen. sucht sie der Reihe nach, oben bei Maloja angefangen, bis hinunter an die Grenze nach Martinsbruck. r. Grimmialp. Neben all den .berühmten Fremdenorten des Berner Oberlandes könnte es leicht geschehen, dasa man die kleineren, etwas abseits gelegeneren ve'rgisst. Um auch eines dieser weniger berühmten landschaftlichen Kleinode nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, möchten wir die Automobilisten, denen es eventuell noch nicht bekannt sein sollte, daran erinnern, dass es hinten im Diemtigtal einen ganz prächtigen Ausflugsort gibt. Von Bern oder Interlaken her wird man in der Richtung Wimmis fahren, dort, wo die Felsen nahe zusammentreten und neben dem Flusse gerade noch knapp Platz ist für Bahn und Strasse, sind dann alle die Strassenzüge vereinigt, die vom Thunersee her ins Simmental führen. Eine kurze Strecke geht es der Simme entlang, dann biegt die Strasse aber südlich ab, um hineinzuführen ins Diemtigtal. Auf einem prächtigen Stiässchen kommt man höher und höher, bald duTch blumige Alpweiden, vorbei an blumengeschmückten Berner Bauernhäusern, dann wieder durch abwechslungsreiche Waldgegenden längs dem schäumenden Bach. Fast unmerklich steigt gie Strasse bis fast zu hinterst ins Tal, wo sie gänn in einer Kehre etwas steiler ansteigt. Plötzlich grüsst von weitem das Hotel «Grimmialp» aus den Bergtannen hervor, und man ist erstaunt, So weit der Anstieg durchs Oberhalbstein hinauf ist, so kurz ist der Abstieg hinunter ins Oberengadin nach Silvaplana. Ueberraschend ist der Ausblick, der sich plötzlich auf die Berge des Ober- Engadins öffnet und je tiefer man kommt, um so gewaltiger wächst das Bernina-Massiv in die Höha. Bei Silvaplana erreicht man den Talgrund und je nach dem Ziel wird der Fahrer talauf- oder ab- Auf der Julierstrasse. Zwischen den beiden Endpunkten Tiefencastel und Silvaplana verläuft so leicht in diese» Höhe gekommen zu sein, liegt die Julierstrasse als uralter Passweg, der einen wärts seinen Wagen lenken, in Gebiete, wo esdoch das Hotel 1260 m über Meer. Von hier geht's grossen Teil europäischer Geschichte über sich hat schwer fällt, aus der grossen Masse der schönen nun allerdings mit dem Auto nicht mehr weiter, hinziehen sehen. Die ganze Fahrt durch Oberhalbstein und über die Julierpasshöhe mit ihren nach besten ist, man setzt sie alle aufs Programm, be- fachen Spaziergänge unternehmen, die in der Ausflugsziele sich das schönste auszulesen. Am aber der Autler wird gerne irgendeinen der mannig- nähe- •. ren oder weiteren UmgebunK vom Grimmialp sich in den verschiedensten Variationen ausführen lassen. —th— Die Passkärichen der Alpenposten. Als Fortsetzung der auf letzten Sommer- veröffentlichten Serie von Streckenkarten liegen folgende'neue Karten vor: Pillon—Les Mosses, Simplon, Lukmanier, Flüela, Ofen—Umbrail. Wie bisher, lag es auch diesmal im Bestreben der Post, ein zweckmässiges und handliches Orientierungsmittel zu erstellen und dem Passreisenden über eine ganze Reihe von Fragen Aufschluss zu. erteilen. Die Titelbilder suchen nach Möglichkeit das Wesentliche des betreffenden Gebirgspasses zu unterstreichen. G. Francois hat ein duftiges Aquarell von Les Mosses geschaffen und das historische Simplonhospiz ist durch ein Aquarell von Winterlin vertreten, von V. Surbek stammen die Titelbilder (farbige Originallithographien) für Lukmanier, Flüela und Ofen. Für die Panoramen zeichnen Dr. W. Adrian, W. Blumer und P. Wyss. Die geologischen Profile samt den dazugehörenden Erklärungen stammen vom Dr. Leupold und Dr. W, Adrian. Insgesamt eindi bis heute folgende Streckenkarten herausgekommen: Pillon—Les Mosses, Grosser St. Bernhard, Simplon. Grimsel, Furka, Gotthard, Klausen, Lukmanier, Bernhardin, Lenzerheide, Julier, Flüela, Ofen—Umbrail. Sie können bei den Poststellen oder im Buchhandel bestellt werden. Wald 'Zürich) 910 m ü M. Gasthaus z. Lauf Schönster A nstlugsort desZürcher Oberlandes. — Jtanern - Spezialitäten. Vorzügl. Küche. Reelle Weine. Bleu renoviert. Telephon 722. H. EIHOLZER. Cliches Hallwag sind erstklassig !••••••••••••• LAUSANNE Port de Pully Lycee Jaccard (Gegr. 1900.) Internat für Jünglinge von 10—18 Jahren. Vorbereitung: für alle Examen. Sorgfältige Erziehung. Sport. Athletik. Körperpflege. Ferienkurse(FranzÖsisch, Sport, Berge) vom 15. Jnli bis 15. September. Scliwarzwald, Mittelpunkt für Schwarzwald-Tourea und Bodensee. Keich an Sehenswürdigkeiten, oonauqueue, fürstl. Schlosspark usw. Hotel-Solbad z. Schützen grosae Säle, Bierstube. 120 Betten, Garagen, Boxen, Tankstelle. — Forellen. Besitzer: J. BUBI. ZÜRICH STADTHOF- POSTHOTEL vis-ä-vis Hauptbahnhof. Haus II.Eanges, renoviert 1927. §11 140 Betten. Fliessendes Wasser, Lifts, Zentralheizung. ^=/ Amtsteiephon,LichtsignaL. Grosses Oaf