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E_1929_Zeitung_Nr.072

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Resultate der

Resultate der Sternfahrt. Den grossen Sternfahrtspreis von St. Moritz gewinnt Q. Zettritz, Berlin auf Mercedes-Benz. Er startete in Pitkäjarvi in Lappland am nördlichen Eismeer; Luftdistanz 2826 km. Goldene Plakette. Luftdistanz Ober 1000 km. Rang Name Marke Startort Land Luft-km 1. G. Zettritz Mercedes-Benz Pitkijarvi Lappland 2826 2 J.S.Wessels Mercedes-Benz Karesuando Schweden 2548 3. Bernet Wanderer Skagen Dänemark 1378 4. A. Wolf Hanomag Danzig Danzig 1071 Silberne Plakette. Laltdistanz 500—1000 km. 1. A. Quaglino Fiat Blarrltz Frankreich 845 2. R. Kudrnac Tatra Hronov Tschechoslowakei 620 3. C. Bianchini Fiat Roma Itaita 552 Herr Töndury, der Rennchet der St. Moritzer Automobiiwoobe. Bronzene Plakette. Lultdlstanz untei 500 km. 1. O. Jansohn Mercedes-Benz Mannheim Deutscht. 360 2. O. Just Mercedes-Benz Handel Pfalz 3. B. Zlolkowsk« Chevrolet Gent 4. W. Oesterlein Mathis Stuttgart 5. A. Töndury Lancia Zürich 6. W. Buchwald Dixi Konstanz 7. Frau Handge Dixi Konstanz 8. H. Loenholdt Chrysler Brunnen 9. Hauss Mercedes-Benz Andennatt Nennungen zur Geschicklichkeitsprüfung vom 22. August. Nach Nationalitäten geordnet. Deutschland: Rolf von Doimi, München Mercedes-Benz (R.) Caracciola, Berlin Mercedes-Benz (R.) Hirte. Berlin Mercedes-Benz (T.) Steinweg, München B.N.C. (S.) Bernstein, München Bugatli (T.) Ricardo, Berlin Amilcar (R.) Lönholdt, Essen Chrysler (T.) Just. Pfalz Mercedes Zettritz. Berlin Mercedes-Benz (T.) Burggaller, Berlin Bugatti Kompr. (S.) Italien: De Sterlich, Rom Maserati Kompr. (R.) Saccomani. Verona Alfa-Romeo (S.) Glerici. Mailand Salmson Kompr. (T.) Frankreich: Chiron. Paris Busatti Kompr. (R.) England: Kagami, Surrey Morris Belgien: Lambert, Brüssel Auburn (S.) Oesterreich: Löffler, Bregenz Groffri CT.) Schweiz: Escher. Zürich Buiratti (S.) Nyffeler. Genf AmUcar (S.) Billwiler, Genf Mercedes-Benz CS.) Sarbach, Genf Amilcar (R.) Probst, Bern Mathis (T.) Stuber, Bern Butratti Kompr. (R.) Gacon. La Chaux-de-Fonds Martini (T.) Kaspar, St. Gallen Martini (T.) Giffer, Zürich Martini (T.) Kessler. Zürich Alfa-Romeo (S.) Sertori. Sondrio Fiat (T.). Nennungen für die Schönheitskonkurrenz. Escher, Zürich Mayer, Frankfurt a. M. Dr. Ammann, Muri Merz. Zürich Wessels, Bremen Dr. Wessely, Wien Simons, Berlin Deutschi. 310 Schweiz 286 Deutschi. 258 Schweiz 140 Deutschi. 139 Deutichl. 139 Schweiz 109 Schweiz 97 *35tiT>u(iy Bueatti (S.) Mercedes-Bens (T.) Aubnrn (S.) Mercedes-Benz (S.) Mercedes-Benz (S.) Steyr 12 CT.) D.K.W. (S.) Baron v. Lemheny, Zürich Billwiller, Genf Lambert, Brüssel 0. Wild. Muri (Aargau) Hürlimann, Zürich Handjce. Davos Dr. Fisch. Herisau Steyrwerke, Zürich (mit Isotta-Fraschini (T.) Mercedes-Benz (S.) Auburn (S.) Auburn (T.) Mercedes-Benz (T.) B.M.W Dixi (L.) Bustatti (T.) Steyr (T.). drei Wagen) Nennungsliste für das Bernina-Rennen. Nach Kategorien und Klassen geordnet: Tourenwagen. 750—1100 ccm: Dr Kudrnac. Prag Tatra Löffler, Brejjenz Groffri 1100—1500 ccm: Bianchini. Rom Fiat Keller, Zürich Alfa-Romeo 1500—2000 ccm: Petley. Lausanne Lagonda 2000—3000 ccm: Quaglino, Turin Fiat 3000—5000 ccm: Lanfranchi Fiat 5000—8000 ccm: A. Hirte, Berlin Mercedes Zettritz. Berlin Mercedes Kompr. Sportwagen. 500—750 ccm: W. Buchwald. Filisur B.M.W. Dixi 750—1100 ccm: ' Simons. Berlin D.K.W Kompr. Nyffeler, Genf Amilcar Kompr. Steinweg Bregenz B.M.U. Kompr. 1100—1500 ccm: Keller. Zürich Alfa-Romeo Scheibler. Laupen Fiat Gloggner, Luzern Bugatti Dr. Fisch, Herisau Bugatti 1500—2000 ccm: Bernstein. München Bugatti Escher. Zürich Bugatti Kompr. 2000—3000 ccm: A. Müller. St Gallen Ford 3000—5000 ccm: Frank], München Chevrolet Häny, St. Gallen Ford Weber. Zürich Ford Zwimpfer. Zürich Chrysler Lambert. Brüssel Auburn 5000—«000 ccm: Momberger, Frankfurt Mercedes Kompr. Billwiller. Genf Mercedes Kompr. Rennwagen. 750—1100 ccm: Sarbach Genf Amilcar Kompr. Ricardo. Berlin Amilcar Kompr. 3000—5000 ccm: Rosenberger. Pforzheim Daimler-Benz Kompr. 5000—«000 ccm: Caracciola, Berlin Mercedes Kompr. von Doimi, München Mercedes Kompr. Die Tourlst-Trophy. Am Samstag wurde, wie wir bereits in letzter Nummer der »A.-R.» noch melden konnten, bei Belfast in Irland das- internationale Automobilrennen um die Tourist- Trophy ausgetragen. Daa Rennen ging über 650 km auf einer Rundstrecke von 22 km. Wie man es vorausgesehen hatte, spielte sich ein hartnäckiger Kampf zwischen den Fahrern der eingeschriebenen •Nationen ab. Trotz des schlechten Wetters umzäunten etwa 700 000 Zuschauer die Rennstrecke. Der deutsche Mercedes-Fahrer Caracciola setzte" sich sofort nach Beginn des Rennens an die Spitze und legte ein gewaltiges Tempo vor, so dass er bald einen neuen Rundenrekord erzielt hatte, mit einem Stundendurchschnitt von 126 km. Der Fahrer Rubin vom englischen Bentley-Team wollte ihn einholen und wurde in einer Kurve hinausgetragen, wobei sich sein Wagen überschlug. Wie durch ein Wunder kamen Fahrer und Begleiter ohne Verletzungen davon. Die Hoffnung der Engländer wurde dadurch «unichte, dass der Sieger des Vorjahres, Kay-Don, auf Lea Francis wegen Maschinenschaden aufgeben musste. Nach drei Stunden hatten bereits dreizehn Wagen aufgegeben, und Caracciola führte unbestritten. Deutschlands populärster Rennfahrer eroberte sich durch seine glänzende Fahrweise im Sturm die Herzen des englischen Publikums. Das Endklacsement: 1. Caracciola (Mercedes), ö Std. 32 Min., Mitte? 117.178 km. 2. Campari (Alfa-Romeo), 5 Std. AUTOMOBIL-REVUE 1929 - N" 72 39 Min., Mittel 108.671 km. 3. Frazer-Nash (Austin), 5 Std' 43 Min., Mittel 95,796 km. 4. Nolbrock (Austin), 5 Std. 44 Min., Mittel 95,719 km. 5. Eyston (Alfa-Romeo). 5 :46 : 35. 6. Ramponi (Alfa-Romeo), 5:48:55. 7. Mariani (Alfa-Romeo), 5 : 49 : 52. 8. Cushal (Alvis), 5 : 50 : 52. 9. Ivanowsky (Alfa-Romeo), 5:51:45. 10. Harvey (Alvis). 5:52 :37. Wie sich der heutige Rennfahrer die modernsten Hilfsmittel der Technik und des Verkehrs zunutze zu machen weiss, hat ein eigentliches Husarenstücklein gezeigt, das sich der Genfer Herrenfahrer Billwiler leistete. Nach dem Training am Donnerstag ergab sich die Notwendigkeit, in einem seiner beiden gemeldeten Wagen das Getriebe auszuwechseln. Da die Lieferung direkt ab den Mercedes-Benzwerken in Untertürckheim erfolgen sollte, schien der Start beinahe verunmöglicht. Der unternehmungslustige Sportsmann liess sich aber nicht einschrecken, telegraphierte seine Bestellung' dorthin, welche umgehend ausgeführt und per Flugpost nach Zürich transportiert wurde. In der Zwischenzeit fuhr der Mechaniker nach Zürich, nahm die Sendung in Empfang, fuhr, was das Zeug hielt, nach Glarus. Die ganze Nacht von Freitag auf Samstag wurde mit fieberhafter Eile montiert und morgens 8 Uhr war der Wagen zur Abnahme und zum Rennen marschbereit! Eine Promptheit, welche die Fabrik, wie auch Fahrer und Mechaniker auszeichnen. Delmar, der sympathische ungarische Sportsmann, der früheren Klausenbesuchern noch in bester Erinnerung ist, zählt zu den treuen Freunden unseres Bergrennens. Als er im Jahre 1927 mit seiner « Hausmarke» Steyr im nationalen Rennen der Sportwagen einen neuen Rekord mit 18.15.0 aufgestellt hatte, erklärte er bereits damals, sich vom aktiven Rennsport zurückziehen zu wollen. Tatsächlich hat er seine ehrenvolle Rennkarriere aufgegeben, hat es sich aber nicht nehmen lassen, dem diesjährigen Klausen beizuwohnen. Er hatte sich mit seiner Gemahlin, einer ebenso vorzüglichen Sportdame, rechtzeitig in Linthal eingefunden und verfolgte mit grossem Interesse die verschiedenen sportlichen Darbietungen. Das Klausenrennen erhielt auch Fliegerbesuch, der allerdings ob den vielfach über dem Pass liegenden Nebelschwaden und Wolkenbänken nur von wenigen bemerkt wurde. Es war die" Maschine CH-204, ehrprivates Kleinflugzeug, das dem eifrigen Mitglied des Zürcher Sportflieger-Clubs, Herrn Ing. Tschudy, gehört und auch von ihm pilotiert wurde. In zirka 2500 Meter Höhe zog der Apparat von Glarus über Linthal gegen die Passhöhe, kehrte dann aber wegen der zunehmenden tiefliegenden Nebel wieder um, liess sich in elegantem Gleitflug auf wenige hundert Meter hinunter und erregte bei den im untersten Teil der Strecke postierten Besuchern lebhaftes Interesse, da es zufolge seiner geringen Höhe sehr gut sichtbar war. . Herr Kantonsrat Gassmann, Zürich, präsidierte bekanntlich das Bankett im Glarnerhof in Glarus. Mit Recht benützte er die Gelegenheit, um die anwesenden kompetenten Persönlichkeiten in- und ausländischer Automobil-Clubs auf die Notwendigkeit einer Revision des Reglementes für die Internationale Alpenfahrt hinzuweisen. Wir wissen, dass auch die diesjährige Veranstaltung zu einem Rennen ausartete und in manchen Etappen mit einer Zuverlässigkeitsfahrt nichts mehr gemeinsam hatte. Es ist zu begrüssen, dass Die Kategorien-Sieger: 8-Liter-Wagen: 1. Caracciola (Mercedes). 5-Liter-Wagen: 1. Birkin (Bentley). 3-Liter-Wagen: 1. Divo (Bugatti). 2-Liter-Wagen: 1. Headlam

N°72 — 1929 AUTOMOBIL-REVUE Prominente vom Klausen-Rennen . •* NEW Herr F. Frey, Rennchef des Internationalen Klausenrennens. €HUN VtoN STÜCKT Herr Brüäerlin, Mitglied des Organisationskomitees V.Stuck (Austro-Daimler), der Bergmeister, schlug und Präsident der techn. Kommission. Rosenbergers absoluten Klausenrekord. De Sterlich auf Maserati, der beste Mann der Italiener. gemacht hatte. Als wir ihn zufällig in einem Lokal etwas abseits der grossen Heeresstrasse antrafen und unser Erstaunen darüber ausdrückten, wieso er gerade auf dieses Cafe gestossen sei, meinte er, verständnisvoll lächelnd: « Oh, on mange ici si bien! > B.. Nachträgliches zum Klausenreniien. Wie wir erst heute vernehmen, ist die Fahrt des Zürcher Konkurrenten Schmohl auf Spa durch das Platzen eines Vorderpneus unterbrochen worden. Die Kollision mit der Seitenmauer war bei dem vorgelegten Tempo unvermeidlich und es ist nur der sicheren Fahrkunst des Vorgenannten zuzuschreiben, wenn der Zwischenfall so gnädig abgelaufen ist. Ferner erfahren wir noch, dass der von Giibelin gefahrene Chrysler deshalb sein anfängliches schneidiges Tempo nicht durchhalten konnte, weil die Benzinförderung ungenügend wurde und der Fahrer zufolge des Brennstoffmangels das Rennen im ersten Gang beendete. Die uns nachträglich zugegangenen Mel-, düngen hätten wir gerne rechtzeitig verwendet, doch ist es ein Dinjr der Unmöglichkeit, auf einer 21,5 km langen Rennstrecke der Ursache jedes kleinen Zwischenfalles nachzugehen, dies um so mehr, als ab and zu ein Fahrer die Aufgabe der Presse nicht eben erleichtert, was — um Missverständnisse zu vermeiden — sich keineswegs auf die beiden vorgenannten Fälle bezieht. Z. Ergänzung: In -der Legende zu unserem Bilde einiger Herren des Orgsraisationskomitees (S. 4) in letzter Nummer wurde leider Herr Dr. Rietmftnn Frauenfeld, der als Trainingskommissär amtete nicht erwähnt. Wohl alle, welche den eifrigen Präsidenten der Sektion Thurgau des A. G. S. kennen, werden die bekannte markante Erscheinung auf dem Bilde alsbald identifiziert und die Liste entsprechend ergänzt haben. Auch ein Rekord. Die Bundesbahnen haben zum und vom Klausenrennen in total 30 Extrazügen 11,000 Personen befördert. Das Auto im Dienste der Schweizerischen Bundesbahnen... Zeit und Geist. Red© von Herrn Regierungsrat Heft!. Am Begriissungsbankett in Glarus. Dem Sprechenden fällt neuerdings die ehrende Aufgabe zu, namens und im Auftrage des Regierungsrates des Kantons Glarus, des Gemeinderates von Glarus und des kantonalen Verkehrsvereines Sie alle in unserem Ländchen willkommen zu heissen. Ich begrüsse insbesondere die Herren der Organisation und danke für die freundliche Einladung. Ein Willkonlm den Mitgliedern der Automobil- und Motorrad-Verbände sowie den Rennfahrern und den Vertretern der Firmen, die das Klausenrennen beschickt haben. Ich begrüsse ferner alle Freunde und Gäste, die den Bestrebungen unserer Klausenrennen Interesse und Anteil bekunden. — «Neuzeitlicher Geist räumt wohl oft rücksichtslos mit Althergebrachtem auf, unbeugsame Tatkraft findet neue Wege. In ungeahnter Entwicklung zeigt sich heute das Bild der Produktion von Motorfahrzeugen. Am 27. August 1922 sah Glarus das erste Klausenrennen. Wohl sind seit dieser Zeit unsere Täler und unsere Berge dieselben geblieben, aber geändert hat sich die Meinung unseres Volkes über die heutige Veranstaltung und überhaupt über die Nutzanwendung der Motorfahrzeuge. Wir finden dies dargestellt in dtr Erweiterung der bezüglichen Gesetzgebung und im Ausbau Unseres Strassennetzes. In einer Motion von 1902 an den Bundesrat hiess es: «Dass die Verwendung von Motorwagen in unserem Kanton im Interesse der Sicherheit auf den Strarssen eine gefährliche Sache sei >, obwohl im ganzen Jahre 1903 nur eine einzige Busse wegen zu schnellem Fahren gefällt werden muaste. 1904 wurde an Herrn Ryffel die erste Bewilligung zur « Leitung eines Automobils » erteilt, und zwar ist dieser Beschluss durch den Gesamt-Regierungsrat gefasst worden. — Es ertönte bald das Jammergeschrei wegen zu schnellem Fahren; schrieb doch 1905 sogar ein Mann der Wissenschaft in unserer Presse dass ein Mensch beim Besteigen eines Sanftmut verlassen werde. — Und von der Landsgemeinde von 1912 verlangten 350 Unterschriften : Der Kanton Glarus ist für den Automobilverkehr zu echliessen. Dass damals die Stimmung dem Automobil gegenüber eine etwas kriegerische war. sagte auch ein Antrag, der wollte, « dass die Automobile nur im Winter und nur bei hohem Schnee verkehren dürfen ». 1908 kam das Sonntagsfahrverbot, wo sogar am Klägerlohn festgehalten wurde. Bis 1915 war die Klausenstrasse und auch die Sernftalstrasse gesperrt. Die Zeit schreitet aber, schafft Taten, reiht Werk an Werk. Unsere Gesetzgebung über Motorfahrzeuge sucht eich den heutigen Verhältnissen anzupassen. Alle Kantonsstrassen sind heute zu jeder Zeit für den Verkehr frei, das Sonntagsfahrverbot ist aufgehoben. Allein auch wir sehnen uns nach einer eidgenössischen Gesetzgebung auf diesem Gebiete, denn die verschiedenen Vorschriften jedes Kantons wirken erschwerend auf den Verkehr, und ich werde behaupten dürfen, dass dann auch die Motorlenker jeder Art in ihrem Interesse einer zweiten eidgenössischen Vorlage zustimmen müssen. Durch die endliche Erledigung der Frage der Verteilung des Benzinzolles an die Kantone wurde die Klausengebühr 1928 zum- letztenmal erhoben — wir weinen dieser nicht nach. nur den Wegfall der Statistik. Ich bedaure damit Es befuhren den Klausen 1912, im ersten Jahre als dies gestattet war, 20 Wagen, im Jahre 1928 aber 9203 Motorfahrzeuge. Der Bestand an Motorfahrzeugen im Kanton Glarus hat sich gegenüber dem Vorjahre um 23 Prozent vermehrt. Diese Zahlen liegen auch in der Entwicklung unseres Strassenbaues begründet, und es wäre ungerecht, wenn man 6ich nicht des fortschrittlichen Ideenganges unserer Bürger dankbar e r i nn e würde, die den Strassenbauprojekten noch nie ihre Zustimmung versagt haben. In zwei Jahren wird unsere Landstrasse von der Schwyzer Grenze bis über Schwanden hinaus modernisiert ßein und auch die Kerenzerbergstrasse wird den Bedürfnissen des Verkehrs angepasst werden, und zwar umgehindert darum, ob eine Walenseestrasse kommt oder nicht. Und nun zum Klausenrennen, dessen Zweck es ist, ein Werk sportlicher und industrieller Arheit vorzuführen. Unsere Urväter vor einigen tausend Jahren mussten, wollten 6ie ihr Leben durchbringen, das Wild erjagen. Machten sie auf den Jagden Fehler, so war ihr Leben gefährdet, darum brauchten sie Mut, flinke Beine, gute Muskeln, sicheres Augenmass. — Wenn wir auch der genannten Fähigkeiten für den Unterhalt des täglichen Lebens heute nicht mehr so bedürfen, so schätzen wir dieselben aber heute ebenso, denn sie erhalten die Schönheiten des Körpers und geben der Menschheit Rasse, ei« brachten Sport und Spiel. Die besten Resultate am Klausen-Rennen sind mit CASTROL erzielt worden. Chiron auf Bugatti Beste Zeiten aller Automobile Beste Zeit der Rennwagen Claude Ceresole auf Harley-Davidson Beste Tageszeit aller Motorrader Eigener und sämtliche anderen Kategorierekorde geschlagen und Neuer Klausenrekord für Motorräder aufgestellt Diese Resultate sprechen für sich selbst, sie beweisen die weltbekannte Qualität des OASTROL'S aufs Neue. Das Riesenf lugschiff DoX mit seinen 12 Motoren k 500 PS wird ebenfalls mit CASTROL geschmiert, weil die Erbauer dieses Flugzeuges CASTROL als das zuverlässigste Schmieröl anerkannt haben. Generalvertreter für die Schweiz: Bürke * Co., Zürich Abteilung: Motorenocl« Telephon: Selnau 46.77 Und was verleiht dem Sport seine Grosse und seine Schönheit? Es ist der erkannte 'Wert der Kaltblütigkeit, Selbstbeherrschung, Ausdauer uni Geduld, der Berechnung, sich den gegebenen Situa j tionen anzupassen. Diese Eigenschaften, dies* Fähigkeiten üben heute Anziehungskraft aus. —« Das Interesse am Sport hat aber noch andere TJT* Sachen. Die Menschen wissen, dass an diesen Veranstaltungen der Schwindel und der Betrug keinen: Platz haben. Das Bessere siegt, die eelbetausgeführte Höchstleistung verdient den Jubel. Aul vielen Lebensgebieten wird der Mensch getäuscht) hier findet er Recht und Gerechtigkeit. Die Zuschauer sehen hier Siege ohne Protektion undi Schwindel. — Ganz das gleiche zeigt das Klausen* rennen. «Steige ein, oder eitze auf und zeige, wi« schnell du mit deiner Maschine fahren kannst.> Trotzdem das Klausenrennen heute erst zum 7« Male ausgetragen wird, ist es schon Tradition geworden, und Traditionen pflegen ist auch im Sport von grösster Bedeutung. — Allein das Klausenrennen hat noch andere Werte auf dem Gebieta der industriellen Arbeit, der Volkswirtschaft und des Fremdenverkehrs. Wer offenen Auges durch die Welt geht, sieht, dass ein anfänglich als unerwünschtes Vehikel verschrieenes Fahrzeug zur Notwendigkeit geworden ist. — Ganz ähnlich ist es mit dem Klausenrennen. Nicht allseitig war bei uns anfänglich die Begeisterung. Aber vom Jahr zu Jahr steigt das Interesse der Menge für dieses Sportereignis, in der Erkenntnis, dass solche Errungenschaften der Technik und des Sportes nicht bekämpft werden dürfen, sondern gefördert werden müssen. Möge das VII. Klausenrennen, dad die Sektion Zürich, mit Unterstützung von Glarus umd Uri, wiederum so glücklich organisiert hat, diesen Errungenschaften neue Impulse geben, vermehrtes Verstand»« wecken und weitere Förden rang sichern. > Lebensgefährliche Eisenbahnschienen. Eisenbahnschienen auf der offenen, stark frequentierten Strasse bilden nicht nuT für Fahr- und Motorräder eine grosse Gefahr* sondern auch für Automobile. Ein Besucher des Klausenrennens aus Freiburg i. Br., der auf dem Heimweg begriffen war, geriet mit seinem Wagen bei Oberdorf in die Schienen der Waldenburgbahn, wodurch das Automobil ins Schleudern kam, gegen einen Hydrantenstock fuhr und dabei umkippte. Der Besitzer des Wagens, dessen Frau und auch der Chauffeur kamen unter das Automobil zu liegen, während ein elfjähriger Knabe herausgeschleudert wurde. Infolge erlittenen Schädelbruches war die Frau sofort tot, der Mann erlitt Verletzungen am Kopf und an den Schultern, die glücklicherweise nicht lebensgefährlich sind. Der Chauffeur, der schwere Kopfwunden und innere Verletzungen erlitt, schwebt dagegen immer noch in Lebensgefahr. Es ist wahrlich höchste Zeit, dass d!e Strassen von den Ueberlandsbahnen befreit werden! -ey. Alpenpostkurse vom 12.—18. August Int Gegensatz zu den vorhergehenden Wochen hat die achte Betriebswoche wieder eine bedeutende Verkehrszunahme zu verzeichnen. Die Frequenzziffer lautete für die entsprechende Betriebswoche 1928 auf 29,400, während sie sich heute auf 35,233 stellt. Die ffektive Zunahme beziffert sich (sechs Kurse, die letztes Jahr noch nicht im Bulletin figurierten, abgezogen) auf 2552. lt. Eine Reise nach Barcelona wird am 1. Oktober vom spanischen Gesandten in Bern und dem schweizerischen Ausstellungskommissär veranstaltet. Am 3. Oktober findet am Platze der Weltausstellung ein offizielles Bankett statt. Ein grosser Teil unserer Automobilisten wird die Reise durch Frankreich über die Pyrenäen mit dem eigenen Fahrzeug unternehmen, um bei dieser Gelegenheit Spanien als Touristenland von unvergleichlicher Schönheit kennen zu lernen. Vortreffliche Dienste wird ümea dabei O. R.' Wagners Karte mit Führer von Spanien leisten. Dieser ausgezeichnete Wegweiser für Automobilisten unterrichtet über alle fährbaren Strassen, die schönsten Gegenden und sehenswertesten Städte der Pyrenäen-Halbinsel. Preis Fr. 6,— s Ver-