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14 Kongress aktuell

14 Kongress aktuell diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 1/2 · 28. Februar 2018 Der DiaTec rückt Digitalisierung und Diabetestechnologie in den Fokus. Foto: iStock/spainter_vfx Welches Messsystem eignet sich für welchen Patienten? Neue DDG-Praxisempfehlung zur Glukosemessung und -kontrolle BERLIN. Die Zahl der verschiedenen Glukosemesssysteme ist klein, doch die Fülle der Patiententypen ist schier unüberschaubar. Da liegt es nahe, Diabetespraxen mit einer Praxisempfehlung ein Instrument an die Hand zu geben, das sie bei der Wahl des geeigneten Messsystems für ihre Patienten unterstützt. Es gibt den pubertierenden Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes, die Frau mit Gestationsdiabetes, den Diabetespatienten mit häufigen Unterzuckerungen, den mit Hypowahrnehmungsstörungen und den Älteren mit Typ-2-Dia betes mit massiver Insulinresistenz – die Liste lässt sich beinahe beliebig fortsetzen. Nicht immer fällt es den Diabetesteams leicht, für all diese verschiedenen Patiententypen das passende Messsystem auszuwählen. Evidenzbasierte Leitlinie würde hinterherhinken Sandra Schlüter, Diabetologin aus Northeim und stellvertretende Vorsitzende der AG Diabetes & Technologie (AGDT), präsentierte daher die aktuelle Praxisempfehlung der DDG. 1 Sie ist nicht evidenzbasiert, sondern fußt auf Experteneinschätzungen. Allerdings berücksichtigt sie dafür auch sämtliche aktuell verfügbaren Messsysteme, während eine evidenzbasierte Leitlinie dem Stand der Technik mindestens fünf Jahre hinterherhinken würde, bis für alle Systeme valide Studien vorliegen. »Sämtliche verfügbaren Messsysteme berücksichtigt« Blutzuckerselbstmessung: Diese ist bei allen Patienten mit Typ-1- sowie Patienten mit insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes indiziert. Bei Typ-1-Diabetes geht die Praxisempfehlung von einem Quartalsbedarf von mind. 800 Teststreifen aus, der bei Kindern sogar noch höher ausfallen kann. Patienten mit Typ-2-Diabetes und ICT benötigen mind. 500 Teststreifen pro Quartal, Patienten mit Typ-2-Diabetes und CT oder Bedtime-Therapie mindestens 150–250 Teststreifen. Patienten, die ohne Insulin mit Sulfonylharnstoffen behandelt werden, benötigen mind. 50 Teststreifen pro Quartal, dieselbe Menge sollte auch Typ-2- Diabetes patienten mit oraler antidiabetischer Therapie bei Manifestation, zu Schulungszwecken oder bei Nichterreichen der Therapieziele zustehen. Insulinpflichtige Schwangere mit Typ-1-, Typ-2- oder Gestationsdiabetes benötigen mind. 700 Teststreifen pro Quartal, Frauen mit Gestationsdiabetes, die ohne Insulin behandelt werden, sollten zwei- bis dreimal pro Woche postprandial ihren Blutzucker messen. iscCGM-System: Ein System zum intermittierenden Scannen der kontinuierlich gemessenen Glukosewerte sollte der Praxisempfehlung zufolge bei insulinpflichtigen Patienten erwogen werden, die ihre Therapieziele aufgrund instabiler Glukoseverläufe nicht erreichen. „Es eignet sich auch für Patienten, die Probleme mit Hypoglykämien haben, sofern sie keine Hypoglykämiewahrnehmungsstörung haben“, erklärte Schlüter, „allein die Trendpfeile helfen bereits ungemein, ungünstige Verläufe rechtzeitig zu erkennen.“ Der Einsatz eines iscCGM-Systems ist aber auch intermittierend, etwa zu Schulungszwecken, bei verschiedenen Patientengruppen denkbar. Typ 1 SMBG Hypo-Probleme (fehlende Wahrnehmung, Schwangerschaft/ Sport/Beruf/Kinder) rtCGM Entscheidungsbaum für Glukosemessung rtCGM-Systeme: Gegenüber der Glukosemessung mit einem iscCGM-System punktet das rtCGM mit seiner Alarmfunktion bei Glukosewerten außerhalb des Zielbereichs. rtCGM-Systeme werden von der DDG deshalb für insulinpflichtige Patienten empfohlen, die Hypoglykämien nur unzureichend wahrnehmen. Sie können aber auch bei Schwangerschaft, sportlich aktiven Patienten, besonderen beruflichen Herausforderungen oder bei Diabetestyp „komplexe“ Patienten (Nicht-Erreichen der Therapieziele, instabile Glukosekontrolle) iscCGM Intensivierte Insulintherapie (SMBG) iscCGM rtCGM Typ 2 (bei Risiko von schweren Hypoglykämien) Keine Insulintherapie (SMBG bei Bedarf ) Konventionelle Insulintherapie (SMBG) Quelle: nach Heinemann L et al. Diabetologie 2017, MT-Grafik Der Entscheidungsbaum verhilft zu einem schnellen Überblick, welches Glukosemesssystem für den einzelnen Patienten am besten geeignet erscheint. Kindern eingesetzt werden, um die Glukoseverläufe eng maschig zu kontrollieren. Antje Thiel 1. Heinemann L et al. Diabetologie 2017; 12 (Suppl 2): 242-262 DiaTec 2018 Link zur „Praxisempfehlung der DDG: Glukosemessung und -kontrolle bei Patienten mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes“: http://bit.ly/2BchcMU Jetzt für Medienpreis der DDG 2018 bewerben! Noch bis zum 31. Juli 2018 können sich JournalistInnen mit ihrer Presseveröffentlichung, ihrem Hörfunk- oder TV-Beitrag sowie Webseite/Blog/Video bewerben. Alle weiteren Informationen und Anmeldung auf http://bit.ly/2sdd8sZ 13 Fachorganisationen unterstützen den gemeinsamen Appell »Ärzte gegen Fehlernährung«. Schließen Sie sich an auf www.aerzte-gegen-fehlernaehrung.de diabetesDE erhält Stimme im IDF-Vorstand Bastian Hauck, Vorstandsmitglied von diabetesDE und Gründer der #dedoc° Diabetes Online Community wurde im Dezember in den Vorstand der International Diabetes Federation (IDF) Europe gewählt. Quelle: PM diabetesDE

diabeteszeitung · 3. Jahrgang · Nr. 1/2 · 28. Februar 2018 Kongress aktuell 15 Diabetestechnologie auf internationaler Bühne Prof. Heinemann über CGM und eHealth auf dem IDF Congress Der digitale Fortschritt verändert auch die Medizin. Foto: fotolia/sdecoret ABU DHABI. Wie wird der Alltag von Diabetespatienten durch CGM- Systeme erleichtert und wie profitiert die Therapie von eHealth-Angeboten? Zwei wichtige Aspekte der Diabetestechnologie und Digitaliserung, die auf dem Kongress der International Diabetes Federation 2017 diskutiert wurden. Die Glukosebestimmung ist auf dem Weg von der herkömmlichen Blutzuckermessung zum kontinuierlichen Glukose-Monitoring. Professor Dr. Raimund Weitgasser, Privatklinik Wehrle-Diakonissen, Salzburg, präsentierte Ergebnisse von aktuellen Studien mit rtCGM- Systemen und dem iscCGM-System (FGM) – auch im Hinblick auf den Einfluss auf die Lebensqualität. Trotz des höheren Aufwands in der Handhabung führt die rasche Verfügbarkeit der Glukoseinformation zu einer Reduktion von diabetesbezogenem Stress, emotionaler Belastung und Angst vor Hypoglykämien. Fortschritte gibt es aktuell bei der Vereinheitlichung der Darstellung und Auswertung von CGM-Profilen, u.a. durch die Nutzung von ambulanten Glukoseprofilen (AGP). Diese Darstellungen machen deutlich, wie unterschiedlich die individuellen Glukoseverläufe sein können trotz ähnlicher HbA 1c -Werte. Für das iscCGM-System gibt es eine neue Software, die eine vergleichbare Auswertungsoption ermöglicht. Aktuelle Analysen von Daten unter Alltagsbedingungen zeigen ein deutliches Absinken des Risikos von niedrigen und hohen Glukosewerten je häufiger das iscCGM von den Patienten zum Auslesen der Werte genutzt wurde. Dabei liefert die Applikation des Sensors am Arm wohl deutlich bessere Messergebnisse als am Bauch. Ein klarer Trend ist die „Konnektivität“, d.h., die Daten aus den CGM- Systemen werden automatisch an die Cloud und von dort z.B. an Partner, Eltern oder den Arzt weitergeleitet. Diese können z.B. bei schweren Hypoglykämien gezielt eingreifen. Es ist beeindruckend wie rasch die Entwicklung bei den CGM-Systemen weitergeht. Die rtCGM-Systeme werden zunehmend kleiner, zudem ist auch mit neuen Generationen von iscCGM-Systemen, auch von anderen Herstellern, zu rechnen. Ein implantierbares rtCGM-System wird ebenfalls zunehmend erfolgreich genutzt. Diese Fortschritte drücken sich auch in einer besseren und sichereren Glukosekontrolle aus, d.h., bei Studien mit neueren CGM-Systemen nimmt die Anzahl von Hypoglykämien permanent weiter ab. Dies ist wohl auch auf die zunehmende Nutzung von spezifischen Schulungsprogrammen und Praxisempfehlungen zurückzuführen. Die Digitalisierung und damit auch die medizinische Betreuung durch Algorithmen stellt die vierte industrielle Revolution dar, das betonte auch Professor Dr. Cees Tack, Raboud University Medical Center, Nijmegen. Es gibt de facto wohl keinen Bereich der DE/FA/1216/0192(2) Schneller Doppelt so schnelle anfängliche Resorption verglichen mit NovoRapid ®**1 Medizin mehr, in den die Digitalisierung nicht Einzug gehalten hat. eHealth-Angebote vereinfachen die Patientenbetreuung Problematisch ist, dass die damit einhergehenden Versprechungen nicht einfach zu belegen sind, für viele Ansätze fehlt schlicht die Evidenz. Die Wirksam Bei Erwachsenen mit Diabetes ist Fiasp ® : Erwiesene HbA 1c - und PPG- Reduktion † bei vergleichbarer Inzidenz von Hypoglykämien wie NovoRapid ®***1 Flexibel Flexible und bedarfsgerechte Anwendungszeiten, ohne den HbA 1c zu beeinträchtigen *§ * Subkutane Verabreichung bis zu 2 Minuten vor Beginn und bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit. 1 ** Gezeigt bei Patienten mit Typ 1 Diabetes. *** Infolge des früheren Wirkeintritts von Fiasp ® kann eine Hypoglykämie im Vergleich zu NovoRapid ® möglicherweise früher nach der Injektion/Infusion auftreten. † Bei Gabe zur Mahlzeit. § vs. NovoRapid ® verabreicht zu den Mahlzeiten; basierend auf Daten der onset ® 1 Studie bei erwachsenen Patienten mit Typ 1 Diabetes. 2 IMS MIDAS (MAT Feb 2017 volume). Fiasp ® ist für Typ 1 und Typ 2 Diabetes 100% verordnungs- und erstattungsfähig. 1. Fiasp ® Fachinformation, aktueller Stand 2. Russell-Jones D et al. Diabetes Care 2017 Jul; 40(7): 943–950 3. NovoRapid ® Fachinformation, aktueller Stand Fiasp ® 100 Einheiten/ml, Injektionslösung in einem Fertigpen (FlexTouch ® ). Fiasp ® 100 Einheiten/ml, Injektionslösung in einer Patrone (Penfill ® ). Fiasp ® 100 Einheiten/ml, Injektionslösung in einer Durchstechflasche. Wirkstoff: Insulin aspart. Zusammensetzung: Arzneilich wirksamer Bestandteil: 100 Einheiten/ml Insulin aspart, gentechnisch hergestellt mithilfe rekombinanter DNS. Sonstige Bestandteile: Phenol, Metacresol, Glycerol, Zinkacetat, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Argininhydrochlorid, Nicotinamid (Vitamin B 3 ), Salzsäure (zur Einstellung des pH-Wertes), Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH- Wertes), Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Diabetes mellitus bei Erwachsenen. Art der Anwendung: Zur s.c. Injektion (Abdomen, Oberarme). Fiasp ® kann in Insulininfusionspumpen zur kontinuierlichen subkutanen Insulininfusion (CSII) verwendet werden. Falls notwendig, kann Fiasp ® durch medizinisches Fachpersonal intravenös verabreicht werden. Fiasp ® kann während der Schwangerschaft angewendet werden. Bei geplanter oder vorliegender Schwangerschaft und während der Stillzeit sind möglicherweise Dosisanpassungen notwendig. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Insulin aspart oder einen der sonstigen Bestandteile. Vorsicht bei der Kombination mit Pioglitazon (Spontanmeldungen von Herzinsuffizienz). Nebenwirkungen: Hypoglykämie. Reaktionen an der Injektionsstelle (Ausschlag, Rötung, Entzündung, Bluterguss, Juckreiz), allerg. Hautreaktionen (Ekzem, Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Dermatitis). Lipodystrophie, allerg. Reaktionen (generalisierter Hautausschlag, Gesichtsschwellung). Anaphylaktische Reaktionen sind möglich und können lebensbedrohlich sein. Eine Intensivierung oder schnelle Verbesserung der Blutzuckereinstellung kann mit revers. Sehstörungen, Verschlechterung der diabet. Retinopathie, akuter schmerzhafter periph. Neuropathie und periph. Ödem verbunden sein. Das Sicherheitsprofil bei sehr alten Patienten (≥ 75 Jahre) oder Patienten mit mittelschweren bis schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen ist begrenzt. Verschreibungspflichtig. Novo Nordisk A/S, Novo Allé, 2880 Bagsvaerd, Dänemark. Stand: Januar 2017 Vom ersten Bissen an* hohe Weiterentwicklungsgeschwindigkeit all dieser Ansätze macht die Durchführung von Studien allerdings problematisch. Die Diabetesbetreuung ist prädestiniert für neue digitale Ansätze. Ein Grund für die vielen Start-ups in diesem Bereich und auch Pharmaunternehmen haben nun eine „digitale Agenda“. Wir werden gemeinsam daran arbeiten müssen, damit sich die Hoffnung auf eine bessere und einfachere Betreuung auch erfüllt. Prof. Dr. Lutz Heinemann IDF Congress 2017 Fiasp ® Eine neue, schnellere Insulinantwort zu den Mahlzeiten verglichen mit NovoRapid ®1 Bewährt Eine schnellere Formulierung von Insulin aspart 1 – dem weltweit am meisten verschriebenen kurz wirksamen Insulin, mit mehr als 17 Jahren klinischem Einsatz 3 NovoRapid ® FlexPen ® 100 Einheiten/ml, Injektionslösung in einem Fertigpen. NovoRapid ® Penfill ® 100 Einheiten/ml, Injektionslösung in einer Patrone. NovoRapid ® 100 Einheiten/ml, Injektionslösung in einer Durchstechflasche. NovoRapid ® PumpCart ® 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone. Wirkstoff: Insulin aspart. Zusammensetzung: Arzneilich wirksamer Bestandteil: 100 Einheiten/ml Insulin aspart, gentechnisch hergestellt mithilfe rekombinanter DNS. Sonstige Bestandteile: Glycerol, Phenol, Metacresol, Zinkchlorid, Natriumchlorid, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Salzsäure, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Diabetes mellitus bei Patienten ab 1 Jahr. Art der Anwendung: Zur s.c. Injektion. NovoRapid ® kann auch zur kontinuierlichen subkutanen Insulininfusion (CSII) in Pumpensystemen, die für die Insulininfusion geeignet sind, verwendet werden. NovoRapid ® PumpCart ® ist nur für die Verwendung mit geeigneten Insulin-Infusionspumpensystemen wie Accu-Chek ® Insight oder YpsoPump ® vorgesehen. Wenn nötig, kann NovoRapid ® auch intravenös verabreicht werden, jedoch nur von einem Arzt oder anderem med. Fachpersonal. Insulin aspart kann während der Schwangerschaft angewendet werden. Bei geplanter oder vorliegender Schwangerschaft und während der Stillzeit sind möglicherweise Dosisanpassungen durch den Arzt notwendig. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Insulin aspart oder einen der sonstigen Bestandteile. Vorsicht bei der Kombination mit Pioglitazon (Spontanmeldungen von Herzinsuffizienz). Nebenwirkungen: Hypoglykämie. Sehstörungen oder Ödeme zu Beginn der Behandlung. Allergische Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Rötung, Nesselsucht, Entzündungen, Blutergüsse, Schwellung oder Juckreiz). Lipodystrophien an der Injektionsstelle. Sehr selten generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen, die lebensbedrohlich sein können. Bei schneller Verbesserung der Blutzuckereinstellung vorübergehende Verschlechterung der diabet. Retinopathie und revers. akute schmerzhafte Neuropathie. Verschreibungspflichtig. Novo Nordisk A/S, Novo Allé, 2880 Bagsvaerd, Dänemark. Stand: Juni 2017 »Vierte industrielle Revolution« Fiasp ® , FlexTouch ® , Penfill ® , NovoRapid ® , FlexPen ® , PumpCart ® und NovoPen ® sind eingetragene Marken der Novo Nordisk A/S, Dänemark. Accu-Chek ® ist eine eingetragene Marke der Roche Diabetes Care GmbH. mylife und YpsoPump ® sind Markenzeichen der Yposmed Gruppe. Weitere Informationen unter novonordiskpro.de

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