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E_1929_Zeitung_Nr.073

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AUTOMOBIL-REVUE 1029 -

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N°73 II. Blatt BERN. 24 August 1929 Automobil-Revue II. Blatt BERN, 24. August 1929 Technische Rundschau Behälterverkehr zwischen Bahn und Auto. Der Wettstreit zwischen Automobil und Eisenbahn nimmt immer schärfere Formen an. Allzulange haben die Eisenbahnen auf ihr Transportvorrecht vertraut. Bevor sie sich aufraffen konnten, hatte der Lastwagen einen Teil der Macht an sich gerissen. Neue technische Errungenschaften hatten neue wirtschaftliche Möglichkeiten gezeitigt. Heute nun machen die Bahnen Anstrengungen, um das verlorene Gebiet wieder zu erobern. Sie beschreiten dabei allerlei Wege. Das Volk wird als Mitbeteiligtes angerufen. Plötzlich gehören nun die Bahnen dem Volk, während jahrzehntelang das Volk den Bahnen nur Geldspender war. Wenn wirklich das Volk den Ausschlag zu geben hat, wenn man es sich wirklich ehrlich angelegen lassen sein will, dem Volk durch rationellen Verkehr möglichst viele Werte zu erhalten, dann muss man auch anerkennen, dass der Lastwagen in vielen Verkehrsarten durch die Bahn nicht zu ersetzen ist. Gerade in unserem Land mit den verhältnismässig kleinen Distanzen und den zahlreichen, der Bahn nicht oder doch nur seht schwer zugänglichen Ortschaften hat der Lastwagen mehr Daseinsberechtigung als irgendwo sonst. Er ermöglicht den raschen Transport von Haus zu Haus ohne unnütze Umladearbeiten. Sowohl die Bahn wie der Lastwagenverkehr haben ihre fest abgegrenzten Wirkungsgebiete. Für die Bahn besteht ein grosser Vorteil darin, dass sie in Zügen fahren kann und dass sie deshalb Lasten, für die der Lastwagen niemals in Frage kommt, mit geringem Aufwand an Begleitpersonal über grosse Distanzen befördern kann. Diese Spezialität auszubauen sollten sich die Bahnen zur höchsten Aufgabe machen. Dass dazu der Lastwagen als Zubringer und als Wegfuhrmittel beigezogen werden muss, versteht sich von selbst. Aber auch darüber hinaus gibt es noch manches zu verbessern. Der .Bahngüterverkehr ist *bis~ heute zum DM0B11WERKE ZÜRICH BADEN ERST FS, Z: grossen Teil deshalb nicht immer rentabel, weil das kostbare RollmateriaL.. nur ganz schlecht ausgenützt wird. Der Güterwagenpark der Bahnen steht durchschnittlich während 85—90 Prozent seines Daseins still und dient nur während der Restzeit seiner eigentlichen Bestimmung, dem Transport. Die kolossalen Totzeiten werden durch Rangier- und Umladearbeiten verursacht und sind glatte Verluste, die das Volk tragen muss. Wäre es möglich, die Laufzeit der Wagen auch nur zu verdoppeln, so könnte man mit dem halben Wagenpark auskommen. Sollte das nun unmöglich sein, wo täglich viel schwierigere technische Probleme gelöst werden? Das Beispiel des Auslandes lehrt das Gegenteil. Die einfachste Lösung allerdings, eine Kombination von Bahnverkehr Abb. 1. Maschinelles Aufladen eines Behälters auf den Lastwagen.- und Lastwagenverkehr, derart, dass man dem Lastwagen die Aufgabe des Lasteinsammelns und Lastablieferns überlässt, ihm aber die Fahrt über lange Strecken abnimmt, indem man ihn einfach auf einen Bahnwagen auflädt, erfüllt den Zweck noch nicht genügend. Die Wirtschaftlichkeit würde durch das zu transportierende tote Gewicht des Lastwagens beeinträchtigt. Man einen speziell für den Lastwagen- und Eisenbahnwagentransport gebauten Behälter. In Amerika und England ist dieser «Behälterverkehr» schon lange zu grosser Bedeutung gelangt* Der amerikanische Bahnpostverkehr bedient sich seiher fast ausschliesslich. In England bestehen besondere Organisationen, mit. der Aufgabe, die Verteilung der Behälter unter möglichster Vermeidung von Leerläufen in Anpassung an den Bedarf zu regeln. Und auch in Deutschland ist die Einführung des Behälterverkehrs nur mehr eine Frage der Zeit beschäftigen sich doch das «Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit» und die Deutsche Reichsbahn schon intensiv mit der Angelegenheit. Durch den Behälterverkehr wird die kapitalfressende Umladezeit auf einen Bruchteil vermindert. Der Lastwagen fährt neben oder vor den Eisenbahnwagen und die ganze Arbeit besteht darin, die Ladung mitsamt ihrem Behälter von der einen auf die andere Plattform zu verschieben. Versieht man den Boden des Behälters mit Rollen und die Plattform beider Fahrzeuge mit Schienen, bringt man ferner am Lastwagen eine Winde an, die die Handarbeit des Ver- Ischiebens durch Maschinenarbeit ersetzt, so geht der Umlad in kürzester Zeit vor 'sich. Beide Fahrzeuge sind dann sofort wie- 'der für ihren eigentlichen Verwendungszweck brauchbar. Der Behälterverkehr eignet sich sowohl für die grössten wie für die kleinsten Transportgüter. Wesentlich ist nur, dass sich der Umlad mit wenigen Handgriffen erledigen lässt. Die Neubeschaffungen, die er erfordert, sind minim. Der Spediteur oder Verfrachterhat einzig die Behälter anzuschaffen. Die bestehenden Bahnwagen können z. T. ohne weiteres benützt werden, und die Anpassung der Lastwagen ist mit geringen Kosten möglich. Indirekt gestattet der Behälter noch eine weitere Reduktion toter Zeit und nutzlosen 'Kraftaufwandes. Während man bisher oft •gezwungen war, ganze Züge vor- und rück- "wärts zu rangieren, um einen bestimmten Wagen an eine bestimmte Stelle- zu bringen, kann mäir das in einem Behalter vereinigte Gut als Ganzes in den oder aus dem geschlossenen Zug laden. Einen vielversprechenden Anfang in dieser Richtung bildet der in gewissen Bezirken Deutschlands geschaffene interne Stückgutverkehr mit Gütertriebwagen. Diese Triebwagen, Grbssraumpackwagen, dienen nur dazu, um die bereitgestellten Behälter an den zerstreut liegenden Laderampen und Güterschuppen einzusammeln und dem Fernzug, der als fertige Komposition dasteht, zuzuführen. Bei ankommenden braucht aber nur einen Schritt weiter zu gehen und hat gleich eine vorzügliche Lösung: Man kann nur die Ladebrücke des Lastwagens veriraehten, oder, noch besser, Von Jokkmokk nach Baden-Baden Torpedo Fr. 8500.— Limousine Fr. 8900.— BUREAU UND AUSSTELLUNG: Badenerstrasse 313. Telephon Selnau 80.44 legten die 6000 km lange Strecke Frankfurt a. M. - Jokkmokk (J5ÄT) Baden-Baden Diese hervorragende Leistung zeigt, daß die Adlerwerke auch bei ihrer neuesten Schöpfung demalten Grundsatz: „Gediegene Arbeit und höchste Qualität des Materials" treu geblieben sind. Der billige Preis und die niedrigen Unterhaltungskosten sollten auch Sie veranlassen, dem ADLER-FAVORIT erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. 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