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E_1929_Zeitung_Nr.073

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Knall über die kurze

Knall über die kurze Böschung sprang. Billwiller und ich sahen uns an und dachten, das ist das Ende des Wagens. Drei zentnerschwere Wehrsteine sind niedergemacht. Bangenden Herzens sehen wir nach und entdekken, dass ein wahres Wunder geschehen ist: der Stossfänger hat die Steine genau in der Mitte getroffen. Keine Beschädigung an den Achsen noch an den Rädern, nur das Fabrikzeichen unter dem Kühler liegt geköpft im Grase. Billwiller Hess den Motor spielen und sofort brummt er wieder in seinen behaglichsten Tönen. Eine heisse halbe Stunde Arbeit war es allerdings, bis der schwere Renner wieder auf der Piste oben war. Erst als Herr Ruoff seinen starken Wagen vorspannte, gelang das Kunststück. Auf der Heimfahrt zeigte der Mercedes keinerlei Nachteile. Das unfreiwillige Abenteuer war dadurch entstan* den, dass Billwiller mit dem Aermel seines Ledermantels am Gashebel des Volants hängen geblieben war, wodurch er die Gewalt über den Wagen verloren hatte. Dass er den verhängnisvollen Mantel trug, war wiederum ein Versäumnis des Chauffeurs, der Billwillers Kombinaison vergessen hatte. Kleine Ursachen, grosse Wirkungen! Die Aussichten. Die Nennliste für das Berninarennen ist beinahe Name für Name die gleiche wie für das Lance, nur dass Stuber startet, um Revanche für sein Klausenpech zu nehmen. Er hat natürlich auf der kürzeren Strecke, besonders mit seiner Kurventechnik, grosse Chancen. Dabei werden aber wiederum Chiron und Stuck im Vordergrund stehen, nicht zu vergessen die imposante Mercedes-Mannschaft, die das Training schon eifrig aufgenommen hat. Rosenberger ist mit seinem Siege im Lance der Favorit für den Grossen Preis von St. Moritz. Aber auch der Schweizer Giger auf Martini wird ohne Zweifel seinen Mann stellen. Die Geschicklichkeitsprüfung. Bis jetzt die Veranstaltung mit dem grössten Publikumserfolg. — Ueber 4000 Personen. — Eine Revue der Eleganz, bevölkerten Tribünen und Zuschauerfeld auf dem prächtigen Platze beim Kurhaus St. Moritz-Bad. Sportlich ist ganz besonders der hohe praktische Wert der Veranstaltung herauszuheben, die von den bei Geschicklichkeitsprüfungen üblichen Mätzchen absah und wirklich ernstzunehmende Anforderungen stellte. Die Konkurrenten hatten erstmal drei nebeneinander laufende Fahrstrassen mit Durchfahrtssignalen zu passieren, von denen das grüne Licht «Bahn frei», das rote «Bahn gesperrt» bedeutete. Dann ging es durch eine enge Holzgasse, die, ohne die Stangen umzuwerfen, abgefahren werden musste. Eine schwere Aufgabe war das Wenden im Holzhof, ohne die Marken zu touchieren. Hierauf galt es, eine Barriere schwach zu berühren, wobei ein Hupenton ertönte. Bei zu starker Berührung klaffte die Hupe zweimal. Jetzt folgte eine andere Holzgasse in verkehrter Fahrrichtung, worauf der Konkurrent eine Schwelle von hinten zu überfahren hatte, ohne von ihr rückwärts niederzurollen. Die kniffligen Aufgaben, die nicht zum kleineren Teil von Herrn J. Decrauzat, Präsident der N. S. K., ausgeklügelt worden sind, stellten vorab an den Fahrer höchste Anforderungen. Während viele Rennfahrer mit Tourenwagen starteten, versuchten sich einige mit ihren Rennröhren, wobei Stuck mit seinem Austro-Daimler die Aufgaben in einem unheimlichen Tempo erledigte und so Sieger wurde. Ausser der Zeit wurde jeder Fehler bei der Wertung in Betracht gezogen. Hier die Resultate: 1. Stuck (Austro-Daimler) 94 Pkt. 2. Chiron, Paris (Bugatti) Hl 3. BurgffaJler. Berlin (Bugatti) 147 4. Bernet, Berlin (Wanderer) 151 5. Rosenberger, Pforzheim (Mercedes-B.) 152 6a. Ollendorf. Wolfen (Salmson) 159 6b. Buchwald, Filisur (Dixi) 159 7. Dr. Matosi, Winterthur (Essexj 169 8. Clerici, Milano (Salmson) 170 9. Freuler, Zürich (Steyr) 172 10. Caracciola, Berlin (Mercedes-Benz) 173 11. Dr. Karrer, Zürich (Bugatti) 182 12. Steinweg, München (B. N. C.) 184 13a. Sarbach, Genf (Amilcar) 197 13b. Keller, Zürich (Alfa Romeo) 197 14. Scheibler, Laupen (Fiat) 198 15. Dojmi, München (Mercedes-Benz) 223 16. Momberger, Frankfurt a. M. (Mercedes-Benz) 224 17. loenholdt Essen (Chrysler) 229 18. Dr. Fisch, Herisau (Bugatti) 237 19a. Weber, Zürich (Ford) 239 19b. Prinz zu Leiningen, Amorbach (Mercedes-Benz) 239 20. Neuer, Karlsruhe (Adler) 243 21. Guebelin, Zürich (Chrysler) 252 22. Just, Kandel (Mercedes-Benz) 254 23a. Lambert, Bruxelles (Auburn) 266 23b. Wessels, Bremen (Mercedes-Benz) 266 24. Dr. Ammann, Muri (Auburn) 283 25. Hofmann, Paris (Bugatti) 285 26. Streuli, Zollikon (Buick) 286 27. Zettritz, Berlin (Mercedes-Benz) 298 28. Hirte, Berlin (Mercedes-Benz) 303 29. Buchli, München (Adler) 325 30. de Sterlich, Roma (Maserati) 380 31. Appel, St. Moritz-Bad (Chrysler) 466 32. Kagami, Surrey (Morris) 504 •Bestklassierter Fahrer der Tourenwagen: Bernet (Wanderer) 151 Punkte t Bestklassierter Fahrer der Sportwagen: Burggaller (Bugatti) 147 Punkte Bestklassierter Fahrer der Rennwagen: Stuck (Austro-Daimler) 94 Punkte Der Klausen im Lichte der Presse Faroux zum Klausen. Der bekannte französische Autofachmann und Schriftsteller Faroux äussert sich in seinem Klausenartikel im «Auto» folgendermassen : «Von der vorzüglichen Organisation habe ich bis in die Details gesprochen und fühle mich nun verpflichtet, allen zu danken, die dem Vertreter des «Auto» mit ausserordentlichem Wohlwollen entgegengekommen sind. Da Sie ja alle wissen, dass ich zu Ihren Freunden gehöre, werden Sie mir wohl ein paar kritische Worte gestatten. Das offizielle Programm notiert die maximale Leistung und die maximale Tourenzahl (nur bei den Tourenwagen! Red.). Man kennt den Wahn dieser Ziffern und weiss, dass kein© von beiden wahr sind. Wäre es nicht zweckmässiger, das nächste Mal diese Ziffern wegzulassen? Die Dokumentation der Wagen ist sicherich gut, aber es wäre bes- AUTOMOBIL-REVUE 1929 - N° 73 Die Rennstrecke des Bernina - Bergrennens vom 25. August flrrivee Ziel /w/7 Cornicdlo m 2912 1OC0 Qff.el.Pobbid Rivlsce £Am2 Pöschiavo ser, darin keine unwahren Angaben zu belassen. In zweiter Linie finden sich im Reglement für die konkurrierenden Wagen Maximalzeiten (je nach dem Zylinderinhalt) für die Durchfahrt der Strecke als Grenze für di© Klassierung: 25 Minuten für einen 500er-McHtor, einen 750er oder einen 1000er mag richtig sein, aber 40 Minuten für 100 cem oder 45 Minuten für 75 cem ist nicht mehr gerecht. Man hat es hier in der Hand, die Zahlen der Wirklichkeit anzupassen, um sie nicht auf gut Glück hin schreiben zu müssen. Das sind allerdings nur unbedeutende Sachen, die dem prächtigen Gelingen sens keinen Eintrag tun. Sarbach Suchen wir die Erkenntnisse zu finden, denn aus dem Nürburgring wie aus dem Klausen lassen sich Lehren ziehen. Der Automobil-Club von Frankreich war am Klausen durch Herrn Perreire und am Nürburgring durch Herrn C. de Beauregard vertreten. Hoffentlich wird es sich am «Grand Prix National» und am Bergrennen der Ventoux zeigen, dass wir «etwas» begriffen haben. Wir wünschen unsern ausländischen Kameraden, wenn sie nach Frankreich kommen, einen ebenso würdigen Empfang durch einen Delegierten von der Bedeutung wie Ingenieur Jonasz in Deutschland oder Dr. Schmidlin in der Schweiz. Alles wird dann gut ge hen. Ich bin überzeugt, dass man auch in Frankreich sich eine Ehre daraus machen wird, alles Notwendige vorzusehen. C. Faroux.» Späte Einsicht... Im Kanton Schwyz nämlich. In hochsommerlicher Temperatur haben die Ratsherren des Standes Schwyz getagt und sich die Zahlen des Rechenschaftsberichtes der Regierung näher angesehen. Sie haben dabei ein etwelches Schmunzeln nicht unterdrücken können, da das Geschäftsergebnis über Erwarten gut und die Staatsmaschinerie deshalb als gesund erklärt werden konnte. Der Einnahmenüberschuss beträgt 57 698.35 Franken, so dass sich gegenüber dem Budget ejne Mehreinnahme von 84293.35 Franken ergibt. Aber trotz dieser schönen Zahlen scheint es im Ländchen Schwyz zu hapern. Nicht nur sind die Automobilkontrollen noch eine recht rückständige Institution, die dem Lande mehr Schaden als Nutzen einbringen, sondern auch das Steuergesetz mit seinen 80 Jahren soll recht rückständig sein und dem modernen Staate viel Geld hinterhalten. Die Erfüllung neuer und moderner Staatspflichten werde sogar, wie einer in der Presse behauptet, durch dieses veraltete Steuergesetz gänzljch verunmöglicht. Unter die modernen Staatspflichten gehört auf alle Fälle auch der Strassenbau, und hier happert es nun recht bedenklich. Es gibt ja im Kanton Schwyz löbliche Ausnahmen; fortschrittliche Ortschaften haben auf eigene Kosten ihre Strassen modernisiert, sogar mit Asphalt und Kleinpflästerung versehen. Allein das schwyzerische Strassennetz als solches, das für den internationalen Durchgangsverkehr eine bedeutende Rolle spielt, lässt mehr als zu wünschen übrig. Es sollte korrigiert und verbessert werden. Und dazu fehlen die Mittel. Was machen? Man wendet seine Augen nach Bern und erhofft Hilfe aus dem Westen. Wenn der Kanton nicht in der Lage ist, die finanziellen Mittel zur Modernisierung seines Strassennetzes aufzubringen, so soll der Bund helfen. « Hilf du, lieber Bund », so tönt es jetzt aus den schwyzerischen Bergen. Er sei ja in erster Linie aus militärischen und verkehrspolitischen Gründen an der Erhaltung der internationalen Durchgangsstrassen interessiert. Und nun erinnert man sich im Ländchen der Mythen auch des Benzinzollanteils. «Und mit einem gewissen Gefühl der Erbitterung», so stand in verschiedenen Zeitungen zu lesen, «stehe man heute im Kanton Schwyz dem eidgenössischen Benzinzollanteil gegenüber, der mit 154720.70 Franken nicht einmal die Durchführung der Strassenumbauten von Gersau, Brunnen und Siebnen ermöglicht hätte.» Die Erleuchtung, die sich vor dem 12. Mai 1929 nicht einstellen wollte, ist also nun auch bei den Schwyzern gekommen. Im Kantonsrat wurde der definitive Antrag gestellt, die Regierung habe beim Bundesrate eine Eingabe zu machen und darauf zu dringen, dass der Band den Benzinzollanteil erhöhe und den Verteilungsmodus den Verhältnissen entsprechend abändere. Ebenso soll er aus dem Ausgleichsfonds dem Kanton Schwyz einen grösseren Betrag auszahlen. Also: der schwyzerische Kantonsrat und die schwyzerischen Politiker sind ebenfa'ls zur Einsicht gekommen, dass mit dem Benzinzollviertel nicht mehr weiter kutschiert werden kann und dass der berühmte Verteilungsschlüssel abgeändert werden müsse. Sie geben damit der «Automobil-Revue» recht, die von allem Anfang an sich gegen diesen Verteilungsmodus wandte und deshalb auch die Strassenverkehrs - Initiative aus guten Gründen verteidigte. Nun sind wir gespannt. In wenigen Wochen wird die Septembersession im eidgenössischen Bundeshaus beginnen. Im Ständerat wurde durch das Postulat Amstalden ein erster Vorstoss gemacht. Es ist zu erwarten, dass die Herren Ständeräte Ochsner und Sater die Forderung Amstaldens wärmstens unterstützen werden. Und im Nationalrat werden die schwyzerischen Vertreter wohl ebenfalls eine Lanze für einen neuen Benzinzollverteilungsmodus brechen und da die Dämmerung aus den Tälern weicht, dürften sie mit ihren Forderungen nicht allein auf weiter Flur stehen. Hoffen wir das Beste. K. Grosser Preis von Monza. Der Royal- Automobil-Club von Italien bringt jetzt seine Ausschreibung: für den Grossen Preis von Monza, der am 15. September auf der Automobilrennbahn zu Monza auf Sizilien ausgetragen wird. Zu dem Rennen wird in drei Klassen über je 22 Runden zu 4,5 Kilometer gestartet. Gleichzeitig wird der Wettbewerb als Meisterschaft von Italien gewertet. Die ersten drei einer jeden Kategorie qualifizieren sich für den Endlauf um den Grossen Preis von Monza, der über die gleiche Distanz geht. Erleuchtetes Militär. Infolge vorgekommener Unfälle trägt sich die französische Militärbehörde mit der Absicht, den bei Nacht auf öffentlichen Strassen verkehrenden Truppenteilen eine besondere Beleuchtung vorzuschreiben, die dieselben auf eine gewisse Entfernung für Motorfahrer kenntlich macht. -—

NO 73 — 1929 AUTOMOBIL-REVUE Zum Kilometer Lance in St. Moritz Hornberger auf Mercedes Bern, beste Zeit der Sportwagen Der Genfer Sarbach auf Amilcar fuhr einen schönen Klassensieg «Der mörderische Verkehr». Unter diesem gewiss sensationslüsternen Titel veröffentlicht das «Oberländische Volksblatt » in seiner Nummer 112 einen geharnischten Artikel gegen die rasenden Automobilfahrer, der mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden muss. Was weiss der gute Mann zu erzählen? 1644 Personen seien im Laufe von acht Jahren in der Schweiz gewaltsam ums Leben gebracht worden. Aus Fahrlässigkeit hätten «die geehrten Auto- und Motorradlenker 1644 ihrer Mitmenschen in kurzer Frist aus dem Wege geräumt.» Jedes Jahr seien unvermutet «Knall auf Fall» durch Anprallen, Zusammenstoss oder einfaches Anfahren mehr als 200 Personen in unserem kleinen Lande gestorben, ja «schuldlos ins Jenseits befördert worden, in gewissem Sinne hingemordet, weggemäht, weil bedenkenlose, leichtfertige Menschen über sie hinwegrasten.» So dieser kluge Mann aus dem Oberland, der mit seiner Feder jedenfalls sämtlichen Lesern des «Oberländischen] Volksblattes > die Haare zu Berge trieb. Beinahe wäre man geneigt zu schreiben : vergib diesem Mann, denn er weiss nicht, was er tut. Allein, da die Leute nur zu gerne an das glauben, was schwarz auf weiss steht, so muss doch betont werden, dass der Schreiber jenes Artikels weit übers Ziel hinausschiesst und in der Aufmachung seines Artikels den Pferdefuss irgendeiner autofeindlichen Verkehrsinstanz zeigt. Auch wir bedauern die Tatsache, dass der moderne Strassenverkehr seine Opfer fordert. Dabei ist aber zu bedenken, dass der Verkehr von jeher Gefährdung des Menschenlebens in sich schloss. Wieviele Tausende von Menschen werden heute durch Eisenbahn-, Schiffs- und Flugzeugunglücke dahingerafft? Kein Mensch fühlt* sich deshalb bemüssigt, «mörderische» Artikel zu schreiben. Nur auf den Automobilverkehr glaubt man, seine ganze gehässige Lauge schütten zu dürfen. Natürlich stützt sich der Artikelschreiber auf die neueste Zusammenstellung derStrassenunfälle des eidg. statistischen Amtes, die wir zu behandeln und zu begutachten schon einmal die Ehre hatten. Leider aber, wie wir damals schon betonen mussten, sagt die schweizerische Statistik nichts über die Ursachen, welceh die «1644 Toten in Reih und Glied aufmarschieren lassen.» Wieviel Ursachen, welche die «1644 Toten in Reih tene Strassen, durch ungenügende Strassenbeleuchtung, durch falsch angelegte Kurven, durch unvorsichtiges Verhalten der Fussgänger hervorgerufen wurden, ist leider nirgends rubriziert. Dass im Vergleich zum enormen Zuwachs des Motorfahrzeugverkehrs die tödlichen Unfälle nicht im nämlichen Masse sich vermehrt haben, wird leider in der Statistik ebenfalls verschwiegen und doch ist jedenfalls ein grosser Prozentsatz der tödlichen Unfälle nicht dem Motorfahrzeugführer, sondern den oben angeführten Umständen zuzuschreiben. Wir nehmen dabei keineswegs die wirklich fahrlässigen Rowdies in Schutz. Die «Automobil-Revue» fördert seit Jahr und Tag die Bestrebungen des «Weissen Sterns», die jedenfalls dem geharnischten Oberländer Artikelschreiber unbekannt sein dürften. Solch verhetzende Ausführungen aber, wie sie im «Oberländischen Volksblatt» zu lesen waren, gehören ins Tierbuch und nicht in die Presse, wo sie mehr Unheil als Nutzen zu stiften vermögen, O j Auch eine Statistik. Ueber den Stand der Strassenausgaben m der Schweiz ist man trotz der enormen Rolle, die diese Aufwendungen heutzutage spielen, immer noch nicht erschöpfend unterrichtet. Der Grund der nur lückenhaften Feststellungen liegt darin, dass ein grosser Teil der Ausgaben auf dem Haushalt aller ca. 3000 Gemeinden des ganzen Landes lastet. Die Hoffnung hat sich zerschlagen, dass über diesen Teil des Strassenhaushaltes eine zuverlässige Statistik zu bieten wäre. Bekanntlich schätzt man den Gesamtaufwand auf rund 100 Millionen Franken per Jahr. Zuverlässig bekannt sind die Aufwendungen der kantonalen Staatskassen. Zu genauen jährlichen Aufstellungen gibt nämlich nunmehr die Bemessung der kantonalen Benzinzollanteile Anlass. Für das Jahr 1927 liegt die Tabelle erstmals auch im Schweizerischen statistischen Jahrbuch vor, seltsamerweise ohne die Zahlen für den Kanton Zürich, die aus unbekannten Gründen für diese Tabelle nicht erhältlich waren. Zürich mitgerechnet können die kantonalen Aufwendungen zweifellos auf rund 50 Millionen beziffert werden. Auf den Kilometer kantonaler Strassen macht das im Mittel einen Jahresaufwand von rund 3500 Franken. Die vorliegenden Zahlen lassen die bemerkenswerte Feststellung zu, dass mehr als die Hälfte dieser Jahresausgaben auf den Unterhalt der kantonalen Strassen entfiel. Ein ausserordentlich hoher Anteil der Lasten für blossen Unterhalt liegt nun ganz besonders für diejenigen Kantone vor, die aus vielfach zwingenden Gründen ihre Strassenaufwendungen bisher überhaupt noch weit unter Mittel gehalten haben. Es sind dies besonders die Gebirgskantone, unter denen Wallis auch pro 1927 noch ziemlich genau auf 1000 Franken Ausgaben pro Kilometer kantonaler Strasse blieb. Graubünden und Nidwalden erreichten ebenfalls keine 2000 Franken. Uri kam auf rund 2000, Schwyz und Obwalden auf rund 3000 und 4000 Fr.: stark be- WELT- REKORDE GUM - DIPPED - REIFEN Sämtliche Weltrekorde in Schnelligkeits- oder Dauerprüfungen sind auf Firestone-Gum-Dipped-Beifen errungen worden. Firestone-Gum-Dipped-Beifen werden ausschliesslich von Fahrern gewählt, die auf Sicherheit, Dauerhaftigkeit und Höchstkilometcrleistungcn Wert legen. Das patentierte Gum-Dipping-Verfahren Firestones, durch welches jegliche Faser eines jeden Cordfadens, aus welchen der Unterbau des Autoreifens besteht, mit Gummi getränkt und gesättigt wird, sichert dem Firestone-Gum-Dipped-Pneu gegenüber den andern einen grossen Vorsprung. Verlangen Sie künftig den sichern und kräftigen GUM-DIPI'ED-KEIFEN! fahrene Durchgangsstrassen riefen unweigerlich diesen Ziffern, obwohl noch weitaus nicht allen Bedürnissen Genüge getan ist! Bezeichnend ist nun aber, dass, wie gesagt, fast bei der ganzen Reihe dieser Kantone die Strassenausgaben grösstenteils auf blossen Unterhalt entfallen. Er nimmt zum Teil 80 und mehr Prozent der Jahresausgaben in Anspruch. Für die Gesamtheit der Kantone, ohne Zürich, verschlang der Strassenunterhalt 25 von den 41 Millionen Franken, bei dem Grosstei! der Kantone mehr als die Hälfte des Jahresaufwandes. Als die hoffnungsvolleren Ausgaben im Strassenwesen sind diejenigen für Verbesserungsarbeiten zu betrachten; sie können günstigenfalls mit der Belastung, die sie augenblicklich bringen, wenigstens für die Zukunft entlastend wirken. Der Waadtländer Staatsrat betonte dieser Tage zuhanden des Grossen Rates, in der Vorkriegszeit sei der Kanton mit der Strassenteerung als einer der ersten vorangegangen, in modernen, solideren Strassenbelagen sehe er sich aber heute namentlich von den Kantonen der deutschen Schweiz überflügelt. Als Kantone, die 1927 für Verbesserungen mehr aufwandten als für Unterhalt, ergeben sich aus der Statistik: Glarus, Baselland, St. Gallen und Aargau. Die kilometrische Ausgabe stellte sich bei jedem unter ihnen über das Landesmittel. Besondere Verhältnisse liegen bei den Städtekantonen Genf und Baselstadt vor; die trotz hohen Ausgaben immerhin sehr stark mit Aufwand für Unterhalt belastet sind. Wer fährt mit? Eine Spanienfahrt! Von allen Seiten werden wir aus Automobilistenkreisen um Auskunft über Reisen nach Spanien angegangen. Der eine wünscht die schönste Reiseroute, der andere verlangt nach Angabe der empfehlenswertesten Hotels und der dritte möchte nicht gerne allein fahren, sondern hätte gern angenehme Gesellschaft. Besonders die letzten Anfragen häufen sich, ob es nicht möglich wäre, dass man mit andern, die ebenfalls die Fahrt nach Spanien, vor allem an die Ausstellung: nach Barcelona, unternehmen, gemeinsam fahren könnte. Es ist ja begreiflich, dass mancher allein eine Fahrt nach Spanien nicht gerne unternimmt, schon deshalb nicht, weil er der Sprache nicht mächtig ist und auch, die Verhältnisse nicht kennt. Um so begreiflicher ist da die immer wiederkehrende Frage, ob sich nicht einige Autler zu gemeinsamer Fahrt zusamenfinden könnten? Wir gelangen deshalb mit der Anfrage ati unsere reiselustigen Leser, wer sich für eine gemeinsame Fahrt nach Spanien interessieren würde. Jeder käme mit seinem eigenen Wagen. Zur Mitfahrt kämen sechs bis höchstens zwölf Wagen in Frage. Die ganze Organisation der Fahrt würde von einer einzigen Stelle aus besorgt, so dass der Einzelne mit Bestellen der Hotels, mit dem Abrechnen, mit dem Zusammenstellen der Route und all den tausenderlei Kleinigkeiten, die eine Auslandsreise mit sich bringt, gar nichts zu tun hätte. Ebenso würde dafür gesorgt, dass neben einem Reiseleiter noch! ein zuverlässiger und erfahrener Mechaniker mitkäme. Wer sich also für solch eine Spanienfahrt interessiert, der schreibe umgehend an die Redaktion der «Automobil-Revue», denn die Fahrt sollte doch etwa Ende September oder anfangs Oktober, der günstigsten Zeit für Reisen nach Spanien, stattfinden.