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E_1929_Zeitung_Nr.073

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NO 73 —

NO 73 — 1929 AUTOMOBIL-REVUE Zum Kilometer Lance in St. Moritz Hornberger auf Mercedes Bern, beste Zeit der Sportwagen Der Genfer Sarbach auf Amilcar fuhr einen schönen Klassensieg «Der mörderische Verkehr». Unter diesem gewiss sensationslüsternen Titel veröffentlicht das «Oberländische Volksblatt » in seiner Nummer 112 einen geharnischten Artikel gegen die rasenden Automobilfahrer, der mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden muss. Was weiss der gute Mann zu erzählen? 1644 Personen seien im Laufe von acht Jahren in der Schweiz gewaltsam ums Leben gebracht worden. Aus Fahrlässigkeit hätten «die geehrten Auto- und Motorradlenker 1644 ihrer Mitmenschen in kurzer Frist aus dem Wege geräumt.» Jedes Jahr seien unvermutet «Knall auf Fall» durch Anprallen, Zusammenstoss oder einfaches Anfahren mehr als 200 Personen in unserem kleinen Lande gestorben, ja «schuldlos ins Jenseits befördert worden, in gewissem Sinne hingemordet, weggemäht, weil bedenkenlose, leichtfertige Menschen über sie hinwegrasten.» So dieser kluge Mann aus dem Oberland, der mit seiner Feder jedenfalls sämtlichen Lesern des «Oberländischen] Volksblattes > die Haare zu Berge trieb. Beinahe wäre man geneigt zu schreiben : vergib diesem Mann, denn er weiss nicht, was er tut. Allein, da die Leute nur zu gerne an das glauben, was schwarz auf weiss steht, so muss doch betont werden, dass der Schreiber jenes Artikels weit übers Ziel hinausschiesst und in der Aufmachung seines Artikels den Pferdefuss irgendeiner autofeindlichen Verkehrsinstanz zeigt. Auch wir bedauern die Tatsache, dass der moderne Strassenverkehr seine Opfer fordert. Dabei ist aber zu bedenken, dass der Verkehr von jeher Gefährdung des Menschenlebens in sich schloss. Wieviele Tausende von Menschen werden heute durch Eisenbahn-, Schiffs- und Flugzeugunglücke dahingerafft? Kein Mensch fühlt* sich deshalb bemüssigt, «mörderische» Artikel zu schreiben. Nur auf den Automobilverkehr glaubt man, seine ganze gehässige Lauge schütten zu dürfen. Natürlich stützt sich der Artikelschreiber auf die neueste Zusammenstellung derStrassenunfälle des eidg. statistischen Amtes, die wir zu behandeln und zu begutachten schon einmal die Ehre hatten. Leider aber, wie wir damals schon betonen mussten, sagt die schweizerische Statistik nichts über die Ursachen, welceh die «1644 Toten in Reih und Glied aufmarschieren lassen.» Wieviel Ursachen, welche die «1644 Toten in Reih tene Strassen, durch ungenügende Strassenbeleuchtung, durch falsch angelegte Kurven, durch unvorsichtiges Verhalten der Fussgänger hervorgerufen wurden, ist leider nirgends rubriziert. Dass im Vergleich zum enormen Zuwachs des Motorfahrzeugverkehrs die tödlichen Unfälle nicht im nämlichen Masse sich vermehrt haben, wird leider in der Statistik ebenfalls verschwiegen und doch ist jedenfalls ein grosser Prozentsatz der tödlichen Unfälle nicht dem Motorfahrzeugführer, sondern den oben angeführten Umständen zuzuschreiben. Wir nehmen dabei keineswegs die wirklich fahrlässigen Rowdies in Schutz. Die «Automobil-Revue» fördert seit Jahr und Tag die Bestrebungen des «Weissen Sterns», die jedenfalls dem geharnischten Oberländer Artikelschreiber unbekannt sein dürften. Solch verhetzende Ausführungen aber, wie sie im «Oberländischen Volksblatt» zu lesen waren, gehören ins Tierbuch und nicht in die Presse, wo sie mehr Unheil als Nutzen zu stiften vermögen, O j Auch eine Statistik. Ueber den Stand der Strassenausgaben m der Schweiz ist man trotz der enormen Rolle, die diese Aufwendungen heutzutage spielen, immer noch nicht erschöpfend unterrichtet. Der Grund der nur lückenhaften Feststellungen liegt darin, dass ein grosser Teil der Ausgaben auf dem Haushalt aller ca. 3000 Gemeinden des ganzen Landes lastet. Die Hoffnung hat sich zerschlagen, dass über diesen Teil des Strassenhaushaltes eine zuverlässige Statistik zu bieten wäre. Bekanntlich schätzt man den Gesamtaufwand auf rund 100 Millionen Franken per Jahr. Zuverlässig bekannt sind die Aufwendungen der kantonalen Staatskassen. Zu genauen jährlichen Aufstellungen gibt nämlich nunmehr die Bemessung der kantonalen Benzinzollanteile Anlass. Für das Jahr 1927 liegt die Tabelle erstmals auch im Schweizerischen statistischen Jahrbuch vor, seltsamerweise ohne die Zahlen für den Kanton Zürich, die aus unbekannten Gründen für diese Tabelle nicht erhältlich waren. Zürich mitgerechnet können die kantonalen Aufwendungen zweifellos auf rund 50 Millionen beziffert werden. Auf den Kilometer kantonaler Strassen macht das im Mittel einen Jahresaufwand von rund 3500 Franken. Die vorliegenden Zahlen lassen die bemerkenswerte Feststellung zu, dass mehr als die Hälfte dieser Jahresausgaben auf den Unterhalt der kantonalen Strassen entfiel. Ein ausserordentlich hoher Anteil der Lasten für blossen Unterhalt liegt nun ganz besonders für diejenigen Kantone vor, die aus vielfach zwingenden Gründen ihre Strassenaufwendungen bisher überhaupt noch weit unter Mittel gehalten haben. Es sind dies besonders die Gebirgskantone, unter denen Wallis auch pro 1927 noch ziemlich genau auf 1000 Franken Ausgaben pro Kilometer kantonaler Strasse blieb. Graubünden und Nidwalden erreichten ebenfalls keine 2000 Franken. Uri kam auf rund 2000, Schwyz und Obwalden auf rund 3000 und 4000 Fr.: stark be- WELT- REKORDE GUM - DIPPED - REIFEN Sämtliche Weltrekorde in Schnelligkeits- oder Dauerprüfungen sind auf Firestone-Gum-Dipped-Beifen errungen worden. Firestone-Gum-Dipped-Beifen werden ausschliesslich von Fahrern gewählt, die auf Sicherheit, Dauerhaftigkeit und Höchstkilometcrleistungcn Wert legen. Das patentierte Gum-Dipping-Verfahren Firestones, durch welches jegliche Faser eines jeden Cordfadens, aus welchen der Unterbau des Autoreifens besteht, mit Gummi getränkt und gesättigt wird, sichert dem Firestone-Gum-Dipped-Pneu gegenüber den andern einen grossen Vorsprung. Verlangen Sie künftig den sichern und kräftigen GUM-DIPI'ED-KEIFEN! fahrene Durchgangsstrassen riefen unweigerlich diesen Ziffern, obwohl noch weitaus nicht allen Bedürnissen Genüge getan ist! Bezeichnend ist nun aber, dass, wie gesagt, fast bei der ganzen Reihe dieser Kantone die Strassenausgaben grösstenteils auf blossen Unterhalt entfallen. Er nimmt zum Teil 80 und mehr Prozent der Jahresausgaben in Anspruch. Für die Gesamtheit der Kantone, ohne Zürich, verschlang der Strassenunterhalt 25 von den 41 Millionen Franken, bei dem Grosstei! der Kantone mehr als die Hälfte des Jahresaufwandes. Als die hoffnungsvolleren Ausgaben im Strassenwesen sind diejenigen für Verbesserungsarbeiten zu betrachten; sie können günstigenfalls mit der Belastung, die sie augenblicklich bringen, wenigstens für die Zukunft entlastend wirken. Der Waadtländer Staatsrat betonte dieser Tage zuhanden des Grossen Rates, in der Vorkriegszeit sei der Kanton mit der Strassenteerung als einer der ersten vorangegangen, in modernen, solideren Strassenbelagen sehe er sich aber heute namentlich von den Kantonen der deutschen Schweiz überflügelt. Als Kantone, die 1927 für Verbesserungen mehr aufwandten als für Unterhalt, ergeben sich aus der Statistik: Glarus, Baselland, St. Gallen und Aargau. Die kilometrische Ausgabe stellte sich bei jedem unter ihnen über das Landesmittel. Besondere Verhältnisse liegen bei den Städtekantonen Genf und Baselstadt vor; die trotz hohen Ausgaben immerhin sehr stark mit Aufwand für Unterhalt belastet sind. Wer fährt mit? Eine Spanienfahrt! Von allen Seiten werden wir aus Automobilistenkreisen um Auskunft über Reisen nach Spanien angegangen. Der eine wünscht die schönste Reiseroute, der andere verlangt nach Angabe der empfehlenswertesten Hotels und der dritte möchte nicht gerne allein fahren, sondern hätte gern angenehme Gesellschaft. Besonders die letzten Anfragen häufen sich, ob es nicht möglich wäre, dass man mit andern, die ebenfalls die Fahrt nach Spanien, vor allem an die Ausstellung: nach Barcelona, unternehmen, gemeinsam fahren könnte. Es ist ja begreiflich, dass mancher allein eine Fahrt nach Spanien nicht gerne unternimmt, schon deshalb nicht, weil er der Sprache nicht mächtig ist und auch, die Verhältnisse nicht kennt. Um so begreiflicher ist da die immer wiederkehrende Frage, ob sich nicht einige Autler zu gemeinsamer Fahrt zusamenfinden könnten? Wir gelangen deshalb mit der Anfrage ati unsere reiselustigen Leser, wer sich für eine gemeinsame Fahrt nach Spanien interessieren würde. Jeder käme mit seinem eigenen Wagen. Zur Mitfahrt kämen sechs bis höchstens zwölf Wagen in Frage. Die ganze Organisation der Fahrt würde von einer einzigen Stelle aus besorgt, so dass der Einzelne mit Bestellen der Hotels, mit dem Abrechnen, mit dem Zusammenstellen der Route und all den tausenderlei Kleinigkeiten, die eine Auslandsreise mit sich bringt, gar nichts zu tun hätte. Ebenso würde dafür gesorgt, dass neben einem Reiseleiter noch! ein zuverlässiger und erfahrener Mechaniker mitkäme. Wer sich also für solch eine Spanienfahrt interessiert, der schreibe umgehend an die Redaktion der «Automobil-Revue», denn die Fahrt sollte doch etwa Ende September oder anfangs Oktober, der günstigsten Zeit für Reisen nach Spanien, stattfinden.

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